Dient Erzbischof Werner Thissen jetzt als „Sündenbock“ für kirchliche Versäumnisse?

Von Felizitas Küble

Wie die Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“ online am 6.11.2019 berichtet, hat sich Bischof Dr. Felix Genn hinsichtlich der Äußerungen des früheren Hamburger Erzbischofs Dr. Werner Thissen (siehe Foto) zu Wort gemeldet.

Thissen war vor seiner Hamburger Amtszeit als Weihbischof und zuvor als Generalvikar in Münster tätig; er räumte seine damaligen Versäumnisse bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Kleriker in einem Interview mit der Kirchenzeitung ein.

Diese Haltung mangelnder Aufmerksamkeit bis hin zur Vertuschung sexueller Übergriffe war in den 80er und vielfach noch in den 90er Jahren innerkirchlich an der Tagesordnung. Diese Fehlhaltung beschränkte sich allerdings nicht auf kirchliche Verantwortungsträger, sondern war ein allgemeines gesellschaftliches Problem.

Auch in Politik und Medien fehlte es an einem entsprechendem Interesse.

Die Grünen hatten ab Mitte der 80er bis zu Anfang der 90er Jahre sogar die Forderung nach einer strafrechtlichen Freistellung von „Sex mit Kindern“ in ihr Programm aufgenommen und in ihren eigenen Reihen zahlreiche pädosexuelle Skandale aufzuweisen..

Bischof Genn (siehe Foto) erklärt nun zu Thissens Selbstkritik, er sei ihm „dankbar“, dass dieser sich zu seinen „Fehlern und zu seiner Verantwortung“ bekenne. Er fügt dann hinzu:

„Werner Thissen wirft ein ungeschminktes Licht darauf, wie die Verantwortungsträger im Bistum Münster damals entschieden haben. Dass dabei, wie es Werner Thissen selbst sagt, die Betroffenen nicht im Blick waren, bleibt für uns heute unverständlich.“

Sodann schlägt er Präventionsmaßnahmen vor und erklärt, es müsse „zu neuen Formen der Partizipation und zu einer Umverteilung von Macht und Einfluss in unserer Kirche kommen“.

Dazu stellen sich aus meiner Sicht zunächst folgende Fragen:

1. Warum vereinnahmt Bischof Genn das Missbrauchsthema, um eine „Umverteilung von Macht und Einfluss in unserer Kirche“ zu fordern?

Dies erinnert an seine mehrfachen Seitenhiebe gegen den „Klerikalismus“. Wenn schon, dann müßte der Münsteraner Oberhirte auch den „Episkopalismus“ reduzieren, denn der damals Verantwortliche war doch in erster Linie Bischof Dr. Reinhard Lettmann selbst, erst in zweiter Linie ggf. weitere leitende Geistliche, darunter natürlich vor allem sein Generalvikar (und damit Thissen).

2. Sodann erklärt der Münsteraner Oberhirte etwas selbstherrlich, es bleibe „für uns heute unverständlich, dass damals die Betroffenen nicht im Blick“ gewesen seien. Also nur „damals“?

Offensichtlich will der Bischof erneut als Saubermann in puncto Missbrauchsbekämpfung glänzen (wie er dies bereits in der Causa Pfr. Zurkuhlen vorexerziert hatte).

Wäre es aber nicht aufrichtiger und fairer, auch eigene Fehlentscheidungen einzuräumen? Oder soll mit diesem Fingerzeigen auf andere davon abgelenkt werden?!

Bischof Genn hatte Pfr. Terlinden befördert

Oder wie steht es mit der Fall des Pfarrers Ulrich Terlinden?  – Obwohl dessen Übergriffe an männlichen Jugendlichen sowie Schutzbefohlenen dem bischöflichen Ordinariat längst bekannt waren, wurde der Priester wohlwollend nach Kevealer versetzt, den größten Wallfahrtsort im Bistum Münster  – dort bekam er sogar einen eigenen Beichtstuhl.

Damit nicht genug, hat Bischof Genn ihn danach sogar noch zum leitenden (!) Pfarrer von St. Johannes Baptist in Bedburg-Hau ernannt.

Pfr. Terlinden wurde erst im Dezember 2018 amtsenthoben bzw. suspendiert, nachdem weitere Vorwürfe laut wurden.

Die „Westfälischen Nachrichten“ (WN) schreiben dazu: „Das Bistum weist außerdem darauf hin, dass der Beschuldigte schon an zwei früheren Stationen auffällig geworden sei.“

Genau so ist es  –  und trotzdem hat man den Geistlichen nicht etwa „nur“ hin- und hergeschoben (wie dies früher oft in solchen Fällen erfolgte, was schon schlimm genug wäre), sondern ihn sogar befördert.

Lesen wir in den WN weiter folgendes hierüber:

„So kam es…2006, als er Pfarrer in Ottmarsbocholt war, zu sexuellen Annäherungen an einen Erwachsenen. Terlinden musste sich daraufhin einer psychologischen Beratung unterziehen.

Erneut sei es 2011 in Kevelaer zu für einen Priester unangemessenen Kontakten…mit zwei Männern gekommen, heißt es weiter. Der Priester habe daraufhin eine längere Therapie gemacht.“

Wohlgemerkt: Trotz dieser Vorgänge und der „längeren Therapie“ konnte Terlinden danach leitender Pfarrer in Bedburg-Hau werden. Hierfür trägt der Oberhirte von Münster sehr wohl eine  – zumindest amtliche   –  Verantwortung.

Auch in der Causa Beese hat sich Bischof Genn und seine Bistumsleitung nicht mit Ruhm bekleckert, sondern den verbal übergriffigen Pastor von Lippetal nach Rheine verschoben, wo er munter weitermachte: https://www.wn.de/Muensterland/2016/06/2410013-Gereon-Beese-in-Rheine-entpflichtet-Pastor-schickte-voellig-unangemessene-Nachrichten-an-Jugendliche

Es wäre einmal an der Zeit, nicht allein in „alten Fällen“ aus den 80er und 90er Jahren zu graben, sondern sich auch um die Geschehnisse und Versäumnisse in der Amtszeit des derzeitigen Bischofs zu kümmern. Es ist freilich leichter, an die Brust von Vorgängern zu klopfen statt an die eigene.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Felizitas Küble, Laura Mohr, Archiv

 


AfD entsetzt über Morddrohungen gegen Sohn des AfD-Abgeordneten Lindemann

AfD-Bundesvize Georg Pazderski ist erschüttert über die Morddrohungen gegen den minderjährigen Sohn unseres Abgeordneten Gunnar Lindemann:

„Schule und Polizei müssen jetzt hart durchgreifen gegen die Täter. Es darf zu keinen weiteren Übergriffen kommen. Auch Relativierungen haben zu unterbleiben. 

Der unfassbare Vorfall zeigt, dass die maßlose Hetze gegen die AfD durch Altparteien und Medien vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist.

Jetzt sind Altparteien und Medien in der Pflicht, ihre Hasskampagne gegen die AfD zu stoppen und eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern. Es ist längst 5 nach 12.“


EMMA beklagt wachsende Übergriffe gegen Frauen durch Migranten in Freibädern

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Die Frauenzeitschrift EMMA gehört zwar insgesamt zum linken Spektrum, befindet sich aber bei manchen Themen auf einem eigenen, unabhängigen Kurs.
Vor allem gegenüber den Grünen hat das feministische Blatt seit Jahrzehnten einen gehörigen Abstand gehalten, was auch damit zu tun hat, daß das Magazin von Alice Schwarzer sich seit jeher strikt gegen Prostitution ausspricht und vor den Gefahren des „politischen Islam“ warnt.
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Nun befaßt sich EMMA in ihrem Online-Portal kritisch mit den zunehmenden sexuellen und sonstigen Übergriffen in Freibädern: https://www.emma.de/artikel/frauen-freiwild-im-schwimmbad-336983

Die Autorin Annika Ross berichtet am 11. Juli 2019 unter dem Titel „Frauen: Freiwild im Freibad?“, daß es sich bei den Tätern größtenteils um Ausländer handelt. Die Lage habe sich seit vier Jahren verschärft.

EMMA beklagt mit Recht: „Lange haben Politik und Medien aus Angst vor dem Rassismus-Vorwurf das Problem nicht beim Namen genannt. Doch das verschärft es nur.“

Die Frauenzeitschrift zitiert Peter Harzheim, den Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister folgendermaßen:

„Frauen werden von Migranten massiv belästigt. Schwimmmeisterinnen werden beschimpft. Dazu kommen eine hohe Gewaltbereitschaft und der Mangel jeglichen Respekts! Ein Freibad soll ein Ort der Erholung sein und kein Ort des Schreckens!“

EMMA fügt hinzu: „Die Polizei NRW  –  hier gibt es laut Statistik die meisten Übergriffe und Gewaltausbrüche  –  identifiziert die Täter als „junge Männer nordafrikanischer, arabischer und türkischer Herkunft“.

Foto: IGFM


Bayern: Landtag führt Polizeizulagen bei Abschiebeflügen ein

„Wir halten Wort! Polizeibeamte bekommen endlich die verdiente Zulage bei Abschiebungsflügen. Der Einsatz als ‚Personenbegleiter Luft‘ geht schließlich an die psychische und physische Substanz unserer engagierten Beamten“, sagt Alfred Grob, der polizeipolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Der Landtag hat auf Initiative der CSU die Grundlage für die neue Zulage bei der Landespolizei geschaffen. Damit erhalten Polizisten eine Rückführungszulage von 70 Euro für jeden innereuropäischen Abschiebeflug und je 100 Euro pro Flug ins außereuropäische Ausland.

„Teilweise kommt es bei den Flügen auch zu körperlichen Übergriffen, da die Rückzuführenden mit aller Gewalt eine Überstellung ins Ausland verhindern wollen“, erklärt Holger Dremel, der bis zur Landtagswahl 2018 als Polizeibeamter – auch im Umfeld des Bamberger Ankerzentrums – gearbeitet hat. Er fügt hinzu:

„Die Personenbegleiter brauchen ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, um deeskalierend auf abgelehnte Asylbewerber und Straftäter einzuwirken. Mit Start des Flugzeugs sind die Begleitkräfte dann auf sich selbst gestellt. Auch die Zusammenarbeit mit fremden Behörden und Kulturen nach der Landung bringt hohe Anforderungen mit sich.“

Der Einsatz der Landespolizei bei Abschiebungen gehört zu einem bayerischen Sonderprogramm, um die Zahl der bisher nur von der Bundespolizei durchgeführten Rückführungen deutlich zu erhöhen. Dies gilt sowohl für rein bayerische Maßnahmen, als auch für Flüge des Bundes. Hierfür haben sich bislang insgesamt 136 bayerische Polizistinnen und Polizisten speziell schulen lassen.

Die Grundlage für die neue Zulage für „Personenbegleiter Luft“ wurde mit einer Verordnung der Bayerischen Staatsregierung und der Verabschiedung des Bezügeanpassungsgesetzes 2019/2020/2021 im Bayerischen Landtag geschaffen. 
„Hier zeigt sich, dass der Freistaat Bayern erneut die richtigen Weichen stellt, um die Spitzenstellung im Bund-Länder-Vergleich auszubauen“, so Wolfgang Fackler, der Vorsitzende des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes im Bayerischen Landtag. Das betreffe auch die generelle Erhöhung der Bezüge von Bediensteten des Freistaats in drei Stufen.

„Dies ist echte Wertschätzung und Motivation unserer bayerischen Beamten für einen starken und funktionierenden Staat. Es freut mich, dass die Auszahlung der erhöhten Bezüge bereits mit der Juni-Abrechnung erfolgt ist. Auch die Auszahlung der neuen Zulage für die Personenbegleiter Luft sollte schnellstmöglich rückwirkend zum Januar erfolgen.“

 


Causa Pfr. Zurkuhlen in Münster: Ist das „Predigtverbot“ von Bischof Genn berechtigt?

Von Felizitas Küble

Hier im CHRISTLICHEN FORUM wurde bereits mehrfach über die Skandalisierung einer Predigt berichtet, die der Ruhestands-Pfarrer Ulrich Zurkuhlen unlängst in der Heilig-Geist-Kirche von Münster gehalten hat.

Das von Medien und Kirchenleitung hochgeschaukelte „Ereignis“ schlägt deutschlandweite Wellen auch in Funk und Fernsehen. 

Der mittlerweile von (fast) allen Seiten kritisierte Geistliche hatte dafür plädiert, daß höhere kirchlichen Amtsträger gegenüber missbrauchsschuldigen Priestern irgendwann zur Vergebung bereit sein sollen.

Dieser Predigtteil wurde vielfach in der Öffentlichkeit so ausgelegt, als hätte Pfarrer Zurkuhlen ausdrücklich von den Opfern verlangt, den Tätern zu verzeihen, was jedoch   – jedenfalls nach Zurkuhlens Darstellung – so nicht zutrifft.

BILD: Bischof Genn mit Gläubigen bei einem Fest auf dem Domplatz

Nun hat Bischof Dr. Felix Genn wenige Tage nach jener aufregenden Sonntagsmesse einen Brief an den 79-jährigen Priester geschrieben und ihn aufgefordert, bis auf weiteres nicht mehr zu predigen.

Zunächst einige Hinweise zum formalen Gang der Dinge: Der Münsteraner Oberhirte hat dem Ruheständler damit kein formelles Predigtverbot per Dekret erteilt, sondern ihn „nur“ schriftlich zu einem Predigtverzicht aufgefordert.

Warum wählte der Bischof nicht den Weg eines Dekrets?

Dies ist aber nur scheinbar eine „mildere“ Vorgangsweise – eher umgekehrt wird ein Schuh draus:

Im Falle eines förmlichen Dekrets hätte Pfarrer Zurkuhlen den Bischof innerhalb einer kirchenrechtlich vorgeschriebenen Frist von zehn Tagen um Rücknahme der Maßnahme bitten können.

Hätte der Bischof dies abgelehnt oder innerhalb einer Frist von vier Wochen überhaupt nicht reagiert, so wäre der Weg zur vatikanischen Kleruskongregation für Pfr. Zurkuhlen frei gewesen – er hätte also einen Rekurs (Beschwerde) in der Kurie einreichen können.

Die Wahrscheinlichkeit wäre vermutlich groß gewesen, daß Rom dem Priester recht gegeben hätte. Oder warum sollte die Kleruskongregation ein Predigtverbot für gerechtfertigt halten, weil der Geistliche über Vergebung predigte, die auch Missbrauchstäter miteinbeziehe?

Bischof Genn hat den formalen Weg also vermieden, was für den betreffenden Priester aber kein Vorteil ist, da er sich nun kirchenrechtlich nicht wehren kann, der Rechtsweg ist ihm quasi versperrt.

Andererseits wird von ihm natürlich erwartet, daß er der Aufforderung des Bischofs nach einem Predigtverzicht nachkommt – eine klassische Zwickmühle also.

Fall Spätling: Bischof mußte Predigtverbot zurücknehmen

Der Münsteraner Oberhirte hatte in der Causa Spätling schon einmal den Kürzeren gezogen:

Damals erteilte er Pfarrer Paul Spätling per Dekret ein Predigtverbot, nachdem dieser am Abend zuvor eine islamkritische Ansprache gehalten hatte. Der Priester ging den oben erwähnten Rekurs-Weg, was zur Folge hatte, daß der Vatikan das Predigtverbot aufhob, also diese Maßnahme Genns für ungültig erklärte. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/13/vatikan-hebt-predigtverbot-fuer-islamkritischen-pfarrer-paul-spaetling-auf/)

In der Causa Zurkuhlen heißt es nun in kirchl. Äußerungen (so auch bei der gestrigen Gemeindeversammlung in der Hl.-Geist-Kirche), der Bischof habe deshalb kein formelles Predigtverbot erteilt, weil die Äußerungen von Pfr. Zurkuhlen nicht schriftlich vorlägen (der Geistliche hat frei gepredigt).

Dies war bei Pfarrer Spätling durchaus vergleichbar (dem Bischof lag kein Rede-Manuskript vor), trotzdem folgte blitzschnell das Dekret  – und dies sogar über die Medien, die früher darüber informiert waren als der betroffene Priester selbst. 

Mag Zurkuhlens Predigt auch ungelenkig und mißverständlich vorgetragen worden sein, so frag ich mich: Hätte ein bischöflicher „Rippenstoß“ – also eine Rüge oder sonstige Sachkritik  – hier nicht genügt? Oder weshalb nicht speziell begrenzt auf das Missbrauchsthema, wozu sich der Priester nicht mehr äußern solle?

BILD: Dieses Buch „Wagen wir zu sprechen“ von Pfr. Zurkuhlen behandelt das Vaterunser-Gebet

Vielleicht ging es zunächst darum, für „Ruhe im Karton“ zu sorgen, den Medien gleichsam einen Köder hinzuwerfen, damit sie in ihrem Sensationseifer erst einmal zufriedengestellt sind – und somit das Thema einpacken.

Vermutlich wird genau das Gegenteil eintreffen – nämlich nach der Devise: Wer A sagt, muß auch B sagen.

Schon auf der Gemeindeversammlung am gestrigen Montag wurde mehrfach der Ruf nach einer amtlichen Abberufung Zurkuhlens aus dem Seelsorgsteam laut.

Oder steckt womöglich eine weitere Überlegung hinter dieser Vorgangsweise?

Will sich Dr. Felix Genn gerne als Supersaubermann in puncto Missbrauchsbekämpfung profilieren?  Wäre es aber nicht ehrlicher, hierbei eigene  –  und zwar schwerwiegende  –  Versäumnisse einzuräumen? Oder soll mit diesem markigen Verhalten gerade davon  abgelenkt werden?!

Bischof Genn hatte Pfr. Terlinden befördert

Wie steht es denn mit der Causa Ulrich Terlinden?  – Hier ging es nicht um eine ungeschickte Predigt, sondern um tatsächliche Übergriffe eines Geistlichen an Schutzbefohlenen und Jugendlichen.

Obwohl diese dem bischöflichen Ordinariat längst bekannt waren, hat man den Priester allen Ernstes nach Kevealer versetzt, den größten Wallfahrtsort im Bistum Münster  – dort hatte er sogar einen eigenen Beichtstuhl.

Damit nicht genug, hat Bischof Dr. Felix Genn ihn danach sogar zum leitenden (!) Pfarrer von St. Johannes Baptist in Bedburg-Hau ernannt, obwohl dessen Übergriffigkeiten der Bistumsleitung doch seit vielen Jahren bekannt waren.

Pfr. Terlinden wurde erst im Dezember 2018 amtsenthoben bzw. suspendiert, nachdem weitere Vorwürfe laut wurden.

Die „Westfälischen Nachrichten“ (WN) schreiben dazu: „Das Bistum weist außerdem darauf hin, dass der Beschuldigte schon an zwei früheren Stationen auffällig geworden sei.“

Genau so ist es – und trotzdem hat man ihn nicht etwa „nur“ hin- und hergeschoben (wie dies früher oft in solchen Fällen erfolgte und was schon schlimm genug wäre), sondern ihn sogar befördert.

Lesen wir aus den WN weiter hierüber:

„So kam es…2006, als er Pfarrer in Ottmarsbocholt war, zu sexuellen Annäherungen an einen Erwachsenen. Terlinden musste sich daraufhin einer psychologischen Beratung unterziehen. Erneut sei es 2011 in Kevelaer zu für einen Priester unangemessenen Kontakten…mit zwei Männern gekommen, heißt es weiter. Der Priester habe daraufhin eine längere Therapie gemacht.“

Wohlgemerkt: Trotz dieser Vorgänge und der „längeren Therapie“ konnte Terlinden hinterher leitender Pfarrer in Bedburg-Hau werden. Hierfür trägt der Oberhirte von Münster zumindest eine amtliche Verantwortung.

Auch in der Causa Beese hat sich die Bistumsleitung wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern den verbal übergriffigen Pastor von Lippetal nach Rheine verschoben, wo er munter weitermachte: https://www.wn.de/Muensterland/2016/06/2410013-Gereon-Beese-in-Rheine-entpflichtet-Pastor-schickte-voellig-unangemessene-Nachrichten-an-Jugendliche

Soll das harte Vorgehen in der Causa Zurkuhlen darüber hinwegtäuschen, daß der Bischof allen Grund hätte, sich selber an seine eigene Brust zu schlagen?! 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Stellungnahme zur Causa Zurkuhlen von evangelikaler Seite: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/


Prozesse gegen pseudokatholische Sekte in Sizilien wegen Missbrauchs von Mädchen

Von Felizitas Küble

Wie das kirchenamtliche Portal „Katholisch.de“ am 19. Juni berichtet, beginnt in Italien ein kirchlicher Prozeß gegen einen sektiererischen katholischen Priester, der das Beichtgeheimnis gebrochen haben soll, um Missbrauchstäter zu schützen.
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Der Geistliche ist bereits suspendiert (seiner priesterlichen Funktionen enthoben), er darf also weder zelebrieren noch die Beichte abnehmen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht ihm zudem die Exkommunikation (Ausschluß aus der kirchlichen Gemeinschaft). 
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Der angeklagte Priester steht einer sektenähnlichen, kirchlich nicht anerkannten Vereinigung nahe, die von einem selbsternannten „Erzengel“ geleitet wird, der bereits wegen des Vorwurfs von Missbrauchstaten gegen sechs minderjährigen Mädchen verhaftet wurde. 
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Eine Sonderkommission der Polizei geht von sexuellen Übergriffen aus, die sich über die letzten 25 Jahre erstrecken. Dabei wurde der Missbrauch gegenüber den Opfern von der Sektenführung als „Liebe von oben“ schöngeredet.
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Der erwähnte Leiter, ein ehemaliger Bankdirekt und inzwischen 75-jähriger Laie  – er heißt Pietro Alfi Capuana  –  betrachtet sich als Reinkarnation (Wiedergeburt) des hl. Michael.
„Katholisch.de“ schreibt über ihn: „Der charismatische Laie soll wenigstens zehn Mädchen sexuell missbraucht haben, weshalb im Oktober ein Strafprozess vor einem staatlichen Gericht gegen ihn beginnt.“
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Die Organisation hat ihren Sitz im süditalienischen Bistum Acireale (Sizilien). Die „geistliche“ Gemeinschaft mit dem harmlos wirkenden Titel „Associazione Cattolica Cultura ed ambiente“ (Katholische Vereinigung für Kultur und Umwelt) wird von sogenannten bzw. selbsternannten „12 Aposteln“ geleitet. Laut der italienischen Nachrichtenseite „Crux“ hat die Sekte etwa 5000 Anhänger.
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Sowohl der „Erzengel“ wie sein Apostelteam bzw. Führungskreis wurden einst vom Gründer der Vereinigung, dem Priester und „Heiler“ Stefano Cavalli eingesetzt. Auch dieser im Jahre 2015 verstorbene Geistliche soll in die Missbrauchstaten verwickelt gewesen sein. Er starb mit 97 Jahren und war noch zu Lebzeiten so beliebt, daß sogar der Hauptplatz der Stadt Aci Bonaccorsi nach ihm benannt wurde.
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Wie „Katholisch.de“ berichtet, betätigte sich der Sektengründer auch als Exorzist; zudem habe er sich als „spiritueller Sohn“ des italienischen Volksheiligen Pater Pio präsentiert.
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Wie CRUX bereits am 4. August 2017 unter dem Titel „Self-proclaimed „Archangel“ arrestet for sex abuse“ berichtete, wurden neben dem Anführer Capuana auch drei Frauen der Gruppe von der Polizei wegen „Verschwörung zum Missbrauch“ festgenommen.
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Diese Anhängerinnen waren für die „Rekrutierung“ der Mädchen von 13 bis 15 Jahren verantwortlich; sie setzten sie unter Druck und organisierten „Zeitpläne“, wobei die Opfer dem Sektenführer Capuana sexuelle „Gefälligkeiten“ zu erweisen hatten, was ihnen laut Polizeiermittlungen mit religiöser Inbrunst als himmlische Gnade bzw. „reine Liebe“ präsentiert worden sei.
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Die sexualisierten Übergriffe fanden nicht nur in Capuanas Haus statt, sondern auch am „Cenacolo“-Hauptsitz des Laienverbandes im sizilianischen Aci Bonaccorsi.
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Falls Mädchen die von ihnen verlangten sexuellen „Dienstleistungen“ gegenüber dem „Erzengel“ verweigerten, wurden sie laut CRUX beschimpft, dem Willen Gottes zu widerstehen und sogar mit Geldstrafen belegt.
Somit handelte es sich sowohl um geistlichen wie um sexuellen Missbrauch von Minderjährigen.
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Unklar ist bislang, ob die 60.000 Dollar, welche die Polizei beim Sektenführer vorfand, wirklich allein aus den landwirtschaftlichen Betrieben der Vereinigung stammen – oder auch aus „Bußgeldern“ sich verweigender Mädchen.
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Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Warnung vor geistlichem/seelsorgerlichem Missbrauch durch „Scheinheilige“

Von Felizitas Küble

Dieses Taschenbuch „Sie kommen auf leisen Sohlen“ ist bereits 1999 – also vor zwanzig Jahren –  im evangelikalen Brendow-Verlag erschienen. Der Untertitel „Scheinheilige und ihre Opfer“ weist erneut darauf hin, was ich schon mehrfach zum Thema „pastoraler Missbrauch“ erwähnte:

Das evangelikale (theologisch konservative evangelische) Spektrum hat dieses hintergründige Problem bereits vor Jahrzehnten erkannt, während man im katholischen Bereich stark hinterherhinkt und erst seit wenigen Jahren allmählich darüber öffentlich debattiert.

Diese verspätete Wahrnehmung hat sicherlich auch damit zu tun, daß die protestantische Seite durch bestimmte randständige Sondergruppen und vor allem durch die Pfingstbewegung schon viel früher mit geistlichem/seelsorglichem Missbrauch konfrontiert worden ist, denn die pentekostale (pfingstlerische) Strömung begann dort bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, in der kath. Kirche hingegen erst 1968 (und war in den ersten 20 Jahren noch relativ schwach – jedenfalls in Deutschland).

Das änderte sich katholischerseits erst durch die „Erscheinungen“ von Medjugorje und die Zunahme sonstiger „Seher“ oder indischer „Heilungsprediger“.

Der Autor Raimo Mäkelä ist evangelischer Theologe und Direkter der Stiftung des Finnischen Bibelinstituts. 

Er hielt Vorträge über „Psychohygiene“ und die Merkmale von Persönlichkeitsstörungen, wobei er die Scheinheiligkeit als Wesenszug ausmachte. Durch die Berichte von Geschädigten wurde ihm klar, wie häufig diese charakterliche Schwierigkeit gerade bei Leitern von Gruppen vorkommt, die sich als besonders fromm präsentieren:

„Meistens erzählen mir die Zuhörer sehr bewegt über ihre schmerzhaften Erfahrungen und wie sie versucht haben, davon loszukommen. Manche Menschen….haben innere Verwundungen davongetragen.“

Genau diese Rückmeldungen erfahre ich ebenfalls seit Jahrzehnten, nachdem sich wegen meiner kritischen Berichterstattung immer mehr Betroffene und Aussteiger aus esoterischen, sektiererischen und charismatischen Kreisen an mich wenden.

Narzissmus und Sucht nach Bewunderung

Beim Thema „Erkennungsmerkmale einer Persönlichkeitsstörung“ weist der Verfasser auf klassische psychologische Kennzeichen hin, vor allem Narzissmus (Selbstverliebtheit, überdurchschnittliche Ichsucht) und Abhängigkeit von der Bewunderung durch andere.

Zwischen Narzissten und Psychopathen (eine weitere Steigerung) gibt es fließende Übergänge, wobei aber beide in ihrer Art selbstbewußt und „nach außen kerngesund“ wirken können, nicht selten auch einen durchaus freundlichen, ja geselligen Eindruck hinterlassen. Solche Leiter versammeln dann gerne einen „Hofstaat“ um sich.

Der Scheinheilige meint, er mache alles richtig – und zwar gerade auf „geistlichem Gebiet“, so der Autor. Er zitiert aus dem alttestamentlichen „Buch der Sprüche“: „Ein prahlerischer Mensch liebt es nicht, daß man ihn rügt“ (Spr 15,12).

Ab S. 46 befaßt sich der Autor mit der Frage, warum es Persönlichkeitsgestörte auch „und besonders“ in christlichen Gemeinden gibt. Er weist darauf hin, daß das fromme Umfeld „eine perfekte Bühne für Selbstinszenierungen“ bietet und dort allzu leicht „geistliche Stars“ aufgebaut werden.

In Gemeinschaften, die nicht nüchtern und bodenständig aufgebaut sind, „bekommt ein persönlichkeitsgestörter Mensch die größtmögliche Autorität. Er kann sogar als Repräsentant Gottes auftreten“.

Dabei sind von diesem Problem weniger die „alten und bewährten geistlichen Bewegungen“ betroffen, sondern vor allem die neueren, jüngeren; dort haben scheinheilige Leiter „bessere Einflußmöglichkeiten“ (S. 49).

Opfer verfallen in verfehlte Selbstanklage

Meine eigene Erfahrung aus Gesprächen mit Betroffenen bestätigt genau das, was der Autor schreibt: „In der Regel sucht derjenige, der unter dem Verhalten des Scheinheiligen zu leiden hat, den Fehler zunächst bei sich selbst“ (S. 50). 

Genau hierin liegt das schlimmste Eigentor begraben, denn die selbsternannten „Propheten“ geben deutlich zu verstehen, daß sie den Heiligen Geist gepachtet haben und jede Kritik an ihnen daher eine schlimme Verfehlung darstellt, ja gar eine „Sünde gegen den Heiligen Geist“, wobei gerne hinzugefügt wird, diese Sünde könne „nicht vergeben werden“ etc.

Besonders verhängnisvoll ist es, wenn selbsternannte „Geisterfüllte“ jenen Anhängern, die allmählich skeptischer werden, vorwerfen, sie seien vom Teufel besessen, zumindest aber „okkult belastet“ und sie daher zum „Befreiungsdienst“ schicken, damit sie von dämonischen „Bindungen“ gelöst werden etc.

Noch gestern sprach ich mit einer Betroffenen, die von einem charismatischen Gebetskreis und vor allem von einer dortigen „Seherin“ als besessen verunglimpft wurde und darunter wochenlang gelitten hat, weil sie diese „Diagnose“ ernst nahm. Angeblich besaß jene Visionärin eine besondere „Herzensschau“ von oben (mit dieser angeblichen „Seelenschau“ wird erfahrungsgemäß besonders viel Unfug getrieben).

Sehr vernünftig ist auch der Rat des Verfassers an die Opfer von „frommen“ Psychopathen:

„Beten Sie nicht für ihn allein und nicht zuviel. Solches Beten bindet sie selber und Ihre Gedanken nur und verursacht bedrückende Gefühle…Bitten Sie Außenstehende, die keine gefühlsmäßige Verbindung zu ihm haben, mit für ihn zu beten.“

Richtig ist auch die Empfehlung, man möge Gott die Vergeltung für das Unrecht überlassen, das man erleiden mußte. Natürlich darf und soll man im Gebet durchaus seine Klagen aussprechen und die Bitterkeit der Seele vor Christus, dem Erlöser, ausbreiten.

Gerade die Betroffenen können aufklären und warnen

Verzicht auf Rache und Vergeltung bedeutet auch keineswegs, passiv im eigenen seelischen Mauseloch zu verbleiben. Ganz im Gegenteil: niemand kann wirkungsvoller informieren und aufklären, vor allem andere Menschen warnen, als gerade die Geschädigten von geistlichem/seelsorglichem Missbrauch.

Allerdings haben sie oft eine starke innere Angst davor, sie glauben teilweise noch an „Flüche“, die ihnen gleichsam hinterhergeworfen werden oder befürchten, in irgendeiner Weise „okkult belastet“ zu sein. 

Mindestens bei der Hälfte der Betroffenen, mit denen ich im Kontakt bin, ist genau dies der Fall.

Der Verfasser warnt daher zu Recht vor einer „christlich verbrämten Nachgiebigkeit“ (S. 62). Er trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: „In der Verkündigung eines persönlichkeitsgestörten Predigers stecken zwei Extreme: Zum einen eine gewisse Schwärmerei, zum anderen aber auch eine tiefe Gesetzlichkeit.“

Statt dem verschwommenen Ausdruck „Gesetzlichkeit“ sollte allerdings besser von Fanatismus oder einer sektiererischen Grundhaltung gesprochen werden.

Der Autor fügt hinzu: „Der schwärmerische Mensch zieht eine Trennlinie zwischen dem Wort Gottes und dem Geist Gottes.“ – Dies gibt er natürlich nach außen hin meist nicht zu, es könnte ja sonst seine Anhänger verstören: „Über das Wort Gottes setzt er in Wirklichkeit einen unerklärbaren Geist, den er zwar Gott nennt, bei dem es sich aber nur um sein eigenes religiöses Instrument handelt.“

Wenn Schwärmerei und Fanatismus in einer Person zusammenkämen, „entstehen Forderungen, die in Wirklichkeit nichts mehr mit Gottes Wort zu tun haben“.

Oft sind diese übertriebenen  – z.B. asketischen oder „missionarischen“ – Anforderungen mit Drohungen verbunden, so daß die Gläubigen eingeschüchtert sind und sich weiter geistlich missbrauchen lassen.

Das Buch eignet sich für Opfer von geistlichem Missbrauch, wenngleich es mit seinen 64 Seiten etwas schmal geraten ist und manche Themen eine ausführlichere Würdigung verdient hätten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt