Ex-Millionär Josef Müller: „Gott sei Dank, dass ich ins Gefängnis kam“

In seiner ZDF-Talksendung am Pfingstsonntag interviewte Peter Hahne u.a. den ehem. Millionär und Anlagebetrüger Josef Müller (Fürstenfeldbruck). Für ihn war früher Geld, Erfolg und Ruhm alles.  Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

In den neunziger Jahren gehörte er zur Schickeria Münchens. Wegen Millionenbetrugs wurde er im Jahr 2005 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

In der kalten Gefängniszelle sei er ins Nachdenken über sein „dekadentes“ Leben gekommen und habe sich Jesus Christus anvertraut, sagte er jetzt in der Sendung „Peter Hahne“.

Dadurch habe er innere Freiheit, Freude und ungeheuer viel Kraft erhalten. Heute könne er sagen: „Gott sei Dank, dass ich ins Gefängnis kam.“

Mit Uli Hoeneß über Gott sprechen

Paradoxerweise habe er in der Unfreiheit der Haft durch die Bindung an Gott „die wahre Freiheit gefunden“. Strafe und Reue wegen seiner Taten seien notwendig gewesen. Zur Reue gehöre auch Wiedergutmachung.

Er habe insgesamt etwa 40 Millionen Euro durchgebracht; noch habe er rund zehn Millionen Euro Schulden. Während die Banken die Verluste meist abgeschrieben hätten, suche er den Vergleich mit einzelnen Gläubigern, denen es nicht gut gehe. Dafür verzichte er auf sein Autorenhonorar für sein 2013 erschienenes Buch „Ziemlich bester Schurke“.

Für ihn selbst spiele das Streben nach Geld keine Rolle mehr. Insgeheim hege er den Wunsch, mit dem wegen Steuerbetrugs verurteilten früheren Präsidenten des Fußballvereins Bayern München, Uli Hoeneß, im Gefängnis in Landsberg darüber zu sprechen, was ihm der Glaube an Christus bedeute.

Quelle: http://www.idea.de


Causa Hoeneß: Michael Wolffsohn fordert Politik, Medien und Volk zu Mäßigung und rechtsstaatlicher Haltung auf

Der deutsch-jüdische Historiker und bekannte Buchautor Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto) hat sich in einem   –  am heutigen 3. Mai online veröffentlichten  –   Kommentar in der Tageszeitung „Die Welt“ entschieden gegen jenes unsachgemäße bis neidkomplex-erfüllte Kesseltreiben gewandt, das in der Causa Uli Hoeneß seit Wochen veranstaltet wird, wobei der Präsident des FC Bayern vielfach in Medien sogar als „Verbrecher“ diffamiert wird.

Der ehem. Professor an der Bundeswehr-Universität München erinnert in seinem WELT-Gastbeitrag an fundamentale rechtsstaatliche Grundsätze und das Prinzip der Gewaltenteilung in der parlamentarischen Demokratie. 

Unter dem Titel „Im Fall Hoeneß werden wir zu Fundamentalisten“ kritisiert der Geschichtswissenschaftler jene „Un-Kultur“ unseres Landes, welche Menschen, die für die allgemeine Medien-Hatz freigegeben sind,  an den öffentlichen Pranger stellt und ohne faires Verfahren gnadenlos aburteilt.

Außerdem verweist Prof. Wolffsohn auf die „hohen Rechtsgüter Vertraulichkeit, Steuergeheimnis und Datenschutz“, die in der Causa Hoeneß massiv verletzt worden sind.

Überdies äußert sich der Historiker gegen moralisch falschgewickelte Kollektivschuldthesen, die von „Bestmenschen“  gerne hochgehalten werden  –  und er erwähnt erwähnt als aktuelles Beispiel folgendes:

„Der Ex-Präsident des Deutschen Fußballbundes, Theo Zwanziger, macht als Bestmensch munter mit bei der Verallgemeinerung des Einzelvergehens und verbreitet sie zur Kollektivschuldlegende der Deutschen: „Wer kann denn in Asien, Afrika oder in anderen Konföderationen jetzt noch ernsthaft glauben, dass die Deutschen sauber sind.“   – „Die“ Deutschen?“

Außerdem gehört zur rechtsstaatlichen Gewaltenteilung eine klare Trennung der Aufgaben von gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt. Hierzu erläutert Prof. Wolffsohn:

„Indem sich Politiker aus Exekutive und Legislative zu Richtern stilisieren, also zu Akteuren der Judikative, und umgekehrt, brechen alle drei, von Medien flankiert, die Fundamentalregel der Gewaltenteilung. Sie vermischen die drei Gewalten und damit das politisch-ethische Gleichgewicht der Demokratie. Wegen eines einzelnen Gesetzesübertreters (Hoeneß) werden Grundregeln unserer Demokratie gebrochen.“

Kritisch weist der Autor außerdem darauf hin, daß der Staat gestohlene Daten kauft und verwendet. Er fügt hinzu:

„Diesem Staat vertrauen? Er wirft Beschuldigte ohne ordentliches Gerichtsverfahren dem gierigen Volk zum Fraße hin. Wie im alten Rom. Dort den Löwen im Kolosseum, hier Medien und Internet. So wird Volkswut zum Volksvergnügen.“

Prof. Wolffsohn erinnert an den Grundsatz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“  –  und stellt klar:

„Jeder Mensch hat, gemäß der jüdisch-christlichen Tradition, das Recht auf Umkehr. Unmenschlichkeit im Namen von Moral und Gerechtigkeit –  das ist der Weg in eine inhumane Gesellschaft.“

Zitaten-Quelle: http://www.welt.de/debatte/article115852841/Im-Fall-Hoeness-werden-wir-zu-Fundamentalisten.html

 


Fall Hoeneß: „Mein Onkel und der Uli…“

Von Hans Bernd Ulrich

… die zwei haben vieles gemeinsam: Beide brachten einen Teil ihres Vermögens ins Ausland. Beide wurden denunziert. Gegen beide wurde Anklage erhoben. Mein Onkel wurde bereits verurteilt: Fünf Monate Gefängnis. Dem Uli steht das noch bevor.

 Es war am 23. Februar 1933, als mein Onkel abgeurteilt wurde. Er hatte drei Jahre zuvor, mitten in der Weltwirtschaftskrise, ein Konto und ein Wertpapierdepot bei einer Bank in Amsterdam angelegt, ohne dies den deutschen Behörden mitzuteilen.

Mein Onkel ist längst verstorben. Ich kann nur mutmaßen, was ihn damals zu seinem Schritt in die „Ungesetzlichkeit“ bewogen hat. Vielleicht die (berechtigte) Sorge um die weitere politische Entwicklung in Deutschland?  –  Kommunisten und Nationalsozialisten hatten damals starken Zulauf; ein gewaltsamer Umsturz war jederzeit möglich; die Reichsregierung herrschte mittels Notverordnungen.

Oder war es die Angst  vor neuer Inflation?  – Sieben Jahre zuvor hatten die Sparer schon einmal alles verloren. Oder liebäugelte er mit einem Exil im Ausland und wollte sich einen Sparstrumpf jenseits der Grenze  anlegen?  –  Ich weiß es nicht.

Auch hierzulande gibt es in diesen Tagen wiederum allen Anlass, sich um seine Spargroschen Sorgen zu machen: Die Spannungen und Animositäten in Europa steigen, viele Ökonomen sagen ein Zerbrechen der Euro-Zone voraus. Rote, Grüne und auch manche Schwarze fordern massive Steuererhöhungen und Vermögensabgaben. Einige Beobachter befürchten sogar bürgerkriegsähnliche Zustände.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://hansberndulrich.wordpress.com/2013/05/03/mein-onkel-und-der-ulli/


NZZ kritisiert heuchlerischen Moralismus in der Causa Hoeneß

„Tsunami der Vorverurteilungen“

Im  „Fall Uli Hoenes“ erklärte jetzt Bundespräsident Joachim Gauck: „Wer Steuern hinterzieht, verhält sich verantwortungslos oder gar asozial“.  

Unser Staatsoberhaupt hat freilich eine wesentliche Ergänzung „vergessen“, welche die politische Kaste  betrifft: „Wer Steuergelder verschwendet, der verhält sich verantwortungslos oder gar asozial“   –  und genau dies geschieht alljährlich in Milliardenhöhe.  Nähere Infos hierüber liefert der „Bund der Steuerzahler“: http://www.steuerzahler.de/

Auch die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) äußert sich kritisch zur deutschen Debatte um die Causa Uli Hoeneß. Die angesehene schweizerische Zeitung schreibt am heutigen Donnerstag (2.5.2013) unter dem Titel „Die Sozialdemokraten halten den Steuerstreit auf dem Feuer“ zum Beispiel folgendes:

„Auffallend an dem ganzen Gezerre ist der Umstand, dass die deutschen Bürger den Gestus hochmoralischer Indignation, mit dem die Medien Hoeness‘ Fehlverhalten abqualifizieren, nicht tel quel zu übernehmen scheinen. Natürlich tauchen im Internet Beiträge auf, die den einst so forschen Manager nun ebenso forsch verurteilen. Aber viele Blogger geben sich auffallend zögernd, bekennen, dass sie auch schon betrogen und gelogen haben und dass der Staat die Moralität nicht gepachtet hat.

Heribert Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“ spricht von einem „Tsunami der Vorverurteilungen“   –   und hat natürlich recht damit, denn viel mehr als Mutmassung über Börsenspekulationen und eitles Geschwätz über Hoeness‘ weitreichende soziale Vernetzung hat die Journaille bisher nicht produziert.“


Der kath. Sportpfarrer Thomas Nonte zur Causa Uli Hoeneß: „Wer ohne (Steuer-)Schuld ist, werfe den ersten Stein“

Der neue katholische Sportpfarrer Thomas Nonte (siehe Foto) übt sachliche Kritik an Bayern-Präsident Uli Hoeneß wegen dessen Steuerbetrugs, wendet sich aber dagegen, ihn derart massiv  – wie bereits geschehen  –  an den Medien-Pranger zu stellen.

In einem von Uta Vorbrodt geführten Interview mit dem „Kölner Domradio“ äußert sich der FC-Bayern-Fan zum derzeitigen Kesseltreiben im Blätterwald.

Auf die Frage „Wie finden Sie das Verhalten des FC-Bayern gestern auf der Pressekonferenz, keine Fragen zu Hoeneß Steuersünden zuzulassen?“ antwortet der Geistliche:

Foto: Domradio

Foto: Domradio

„Ich habe die Pressekonferenz nicht selbst gesehen. Zunächst einmal ist es ja eine Privatangelegenheit von Herrn Hoeneß und keine Angelegenheit des FC Bayern München. Vielleicht ist es auch eine Form der Solidarität, wenn man da noch einmal zusammenhält. Wenn ich jetzt der Sünder wäre, wäre ich auch froh, wenn ein paar Freunde zu mir stehen würden.“

Eine weitere Frage des Domradios lautet:

„Hoeneß selbst sagt nichts zum Thema, verweist auf das schwebende Verfahren und meint: „Sie können sich vorstellen, dass mir vieles auf der Zunge liegt, aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen“. Aber er will gegen allzu forsche Berichterstattung juristisch vorgehen. Würden Sie sagen, wer von seinem moralischen Anspruch so entschieden abweicht, muss auch mit polemischer Berichterstattung zurechtkommen?“

Sportpfarrer Nonte sagt hierzu:

„Das kommt darauf an, wo die Polemik ihre Grenze zieht. Wenn die Würde der Person und auch die Unschuldsvermutung verletzt und die tatsächlichen Zusammenhänge nicht richtig dargestellt werden, weil sie noch gar nicht richtig dargestellt werden können, dann würde ich sagen hat er recht, das Recht hat ja jeder. Nun ist er selbst ein forscher Typ, ich weiß nicht, gegen welche Berichterstattung genau er da vorgehen würde. Wenn man ihm Absichten unterstellen würde, die ihn als Mensch verletzen, dann kann man das zumindest menschlich nachvollziehen. Ob er es wirklich tun würde, glaube ich nicht einmal.“

Zudem fragt die Redaktion den katholischen Priester: „Hoeneß hatte sich ja auch selber angezeigt. Packte ihn doch noch die Moral oder ist Steuerhinterziehung generell unmoralisch?“

Seine Antwort: „Steuerhinterziehung ist Betrug an der Solidargesellschaft, eindeutig. Und warum er sich jetzt selbst angezeigt hat, hat er bisher noch nicht öffentlich gesagt. Auf der anderen Seite, wenn ich als Kirchenmann reden darf, dann gibt es einen wichtigen Mann im Evangelium, der sogar zum engsten Beraterkreis wurde, bei Matthäus der Zöllner, der auch großzügig mit dem Geld anderer Leute umgegangen ist.

Ich habe von den Schwaben einen schönen Satz gelernt: Es menschelt bis Gott hinauf. Und unser neuer Papst lädt uns dazu ein, barmherziger mit den Menschen umzugehen. Vielleicht entspricht das der augenblicklichen Situation, die es auch noch einmal herausfordert: Wer ohne (Steuer-)Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“

Quelle (Text/Foto) und vollständiges Interview hier: http://www.domradio.de/themen/sport-und-kirche/2013-04-23/sportpfarrer-nonte-zum-fall-hoeness


Die allgegenwärtige Heuchelei in puncto Uli Hoeneß

Von Dr. Josef Bordat

Herr Hoeneß hat wohl Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Das hat er mit einer Selbstanzeige eingeräumt. Nun fallen viele Menschen, auch solche, die nicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft München II sind, über ihn her.

99 Prozent der Menschen, die nun über Herrn Hoeneß herfallen, haben gar nicht die Möglichkeit, Steuern in Millionenhöhe zu hinterziehen. Sie haben nur die Möglichkeit, im Nahverkehr schwarz zu fahren, Kugelschreiber aus dem Büro mitzunehmen oder sich nach einem privaten Mittagessen eine Bewirtungsquittung ausstellen zu lassen, wo sie dann reinschreiben „Besprechung zum Projekt X“, obwohl sie bloß über Herrn Hoeneß gesprochen haben.

Diese Menschen haben nicht die Chance, eine Nation zu belügen, sondern nur ihre Kinder. Deshalb lässt Günther Jauch sie in Ruhe.

Wer viel leistet und viel verdient, der muss auch viel zurückgeben. Völlig klar. Die moralischen Ansprüche sollten aber nicht exponentiell steigen.

Das Motiv, sich Vorteile zu verschaffen, die im Rahmen unserer Rechtsordnung nicht gerechtfertigt sind, ist kein Monopol von Bundesligamanagern.

Quelle: http://jobo72.wordpress.com/2013/04/22/herr-hoenes/


Vonwegen „Stammtisch“: Ausschnitte aus „Volkes Stimme“ zum Fall Hoeneß

Wenn aktuelle Ereignisse viele Gemüter bewegen, sind Leserkommentare in seriösen online-Portalen oft interessanter und vielseitiger als so manche schlaumeierisch klingende Artikel in der sog.“Qualitätspresse“.

„Volkes Stimme“ serviert häufig erstaunlich wenig „Stammtisch“, sondern bietet gediegene Fakten und Argumente.

Zitieren wir hierzu beispielhaft einige (teils gekürzte) Leserstimmen aus dem Web-Portal des Bayerischen Rundfunk (www.br.de) zur Causa Uli Hoeneß, in dem sich hunderte Kommentare   –  oft mit Vor- und Nachnamen des Autors   –   finden:

Lichner Rudolf, Dienstag, 23. April, 08:20 Uhr

469. Steuerhinterziehung

Was Höneß sich geleistet hat, ist mit gar nichts zu entschuldigen, aber es verdeutlicht, dass es mit den sogenannten Großverdiener in Deutschland kein vernünftiges Steuergesetz gibt. Die cleveren Großverdiener, wie Beckenbauer, Schumacher, Vettel und v. a. m. entziehen sich der Steuerschuld und gehen ins Ausland und werden trotzdem als Lichtgestalten und Super-Deutsche von den Medien behandelt…

Fabian Schmidt, Dienstag, 23.April, 02:49 Uhr

467. Hasstiraden

Uli Hoeneß hat, wie viele andere Steuerhinterzieher auch, Selbstanzeige erstattet. Das Finanzamt und die Strafverfolgunfsbehörde prüfen jetzt.
Waren die Angaben, die Hoeneß machte, korrekt und vollständig, bezahlt er seine Steuern nach und eine Strafe. Wie viele andere tausend Steuerhinterzieher, die Selbstanzeige erstatteten, auch.
Ich bin kein Fußballfan. Hoeneß hat mich bisher kaum interessiert. 0022
Ich wäre nur vorsichtig, den Stab über ihn zu brechen, bevor das Verfahren gegen ihn abgeschlossen ist.
Von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Bundespräsidenten ist so gut wie nichts hängengeblieben. Der Mann wurde aber erstmal an die Wand gestellt und fertiggemacht, bevor die Fakten geprüft wurden. Wer von den rotgrünen Gutmenschen hat sich bei ihm öffentlich entschuldigt? Erst mal draufhauen und dann prüfen, ob die Tracht Prügel, die er bezogen hat, in Ordnung ist.
Und noch ein Punkt:
Das Steuerabkommen, das Herr Schäuble mit der Schweiz geschlossen hat und das von der Opposition im Bundesrat abgelehnt wurde, war so schlecht nicht. Auf jeden Fall für den Fiskus besser als alles andere, was Bundesfinanzminister, auch rot/grüne Regierungen, bis dahin erreicht haben.
Der Staat hätte auf einen Schlag viel Geld eingenommen. Mehr Geld, so sagen alle Experten, als wenn die Steuerhinterzieher zur Selbstanzeige greifen. Und das Geld wäre von allen lückenlos bezahlt worden.
Jetzt gibt es aufgrund der rotgrünen Gutmenschen kein Abkommen. Die Folge: die Steuerhinterzieher greifen zur Selbstanzeige. Hunderte Steuerbeamte werden für Monate mit nichts anderem als der Nachprüfung dieser Angaben beschäftigt sein und fehlen dann natürlich für andere Steuerhinterziehungsfälle. Das ist die Folge rotgrüner Verweigerungspolitik. Hoffentlich durchschaut der Wähler das Spiel rechtzeitig.

Martin, Montag, 22.April, 23:36 Uhr

465. Hoeneß

Steuerhinterziehung spaltet mal wieder unsere so moralische Gesellschaft. Mit Sicherheit ist es ein Verstoß gegen ein Gesetz. Zeitungen, Rundfunk und Fernsehsender haben mit Hoeneß wieder Thema gefunden, über das sie mit ihrem Tunnelblick rund um die Uhr berichten können. Hoeneß ist ein Mann der Öffentlichkeit und er hat einen großen Fehler gemacht, aber auch nach dieser Sachlage bin ich der Überzeugung, dass die Würde eines jeden Menschen samt seiner Freiheit durch nicht in der Welt mit Füßen getreten werden darf. Kein Gewaltverbrecher wird in Deutschland so verfolgt wie ein Steuerhinterzieher. Medien halten sich für Gott und verfolgen einen Bürger wie Hoeneß wie Tyrannen. Das ist bereits „Despotie“ der Medien. Dies erfordert auch Widerstand im Namen der Menschenrecht. Hoeneß wurde bisher noch nicht schuldig gesprochen.

NoHome, Montag, 22.April, 22:52 Uhr

464. Ankauf von gestohlenen Firmendaten

Auf welches Recht bezieht sich ein Rechtsstaat, der mit Hilfe von gestohlenen Firmendaten ein Verbrechen billigt? Der Dieb der SteuerCDs wird vermutlich seinen Ertrag aus dem Verkauf nicht versteuern – oder?
Die Politik ist gefordert, hier ein ordnungsgemäßes Kontrollelement zu schaffen,
welches verhindert, dass unversteuertes Geld auf einem Konto im In- oder Ausland deponiert wird.

Gisbert König, Montag, 22.April, 22:41 Uhr

462. Hoeneß

Die Opposition hat das ausgehandelte Steuerabkommen mit der Schweiz im Bundesrat platzen lassen. M. E. eine Dummheit und ein Eigentor. Wäre es in Kraft getreten, hätte die BRD nicht nur die von Hoeneß hinterzogenen Steuern erhalten, sondern auch noch die aller anderen mit in den letzten 10 Jahren unversteuerten Geldern in der Schweiz, schätzungsweise 10 bis 12 Milliarden Euro. Soviel haben alle bisherigen CDs zusammen nicht eingebracht. Allein der Wille Gabriels, Steuersünder auf jeden Fall auch zu bestrafen, hat das Abkommen verhindert. Dafür hat er auf viele Milliarden verzichtet.

Wird Hoeneß nun bestraft, wie Gabriel es wohl gerne möchte?  Die Antwort lautet: nein! Denn eine Selbstanzeige befreit von der Strafe, wenn sie vor Entdeckung der Hinterziehung vollständig und richtig erfolgte. Da er dazu einen Steuerberater eingeschaltet hat, ist davon auszugehen, dass die Selbstanzeige professionell erfolgte.


Die Causa Uli Hoeneß und der Bruch des Steuergeheimnisses

Von Joachim Nikolaus Steinhöfel

Die häßliche Fratze des Steuerstaates konnte man gestern wunderbar sehen, wenn man die Debatte über die Steuerhinterziehung des Bayernpräsidenten Uli Hoeneß verfolgte.

Zu Gast in der Runde bei Jauch war unter anderem Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) aus Nordrhein-Westfalen. Walter-Borjans verwickelte sich in geradezu aberwitzige Widersprüche.

Einerseits war er der Auffassung, dass diejenigen, denen die Steuergesetze nicht gefallen, sich halt bemühen müssten, sie auf demokratischem Wege zu ändern.

Als die Debatte sich einen Augenblick später um die Frage der Rechtsverletzung drehte, die darin bestand, dass die Selbstanzeige Hoeneß‘ unter Bruch des Steuergeheimnisses öffentlich wurde, verstieg sich Walter-Borjans zu der These, es sei ja ohnehin höchst umstritten, dass Selbstanzeigende straffrei blieben.

Quelle und Fortsetzung des Artikels von J. Steinhöfel (Rechtsanwalt in Hamburg): hier.