Schwere Sorgen der Grünen Jugend: Dorf Negernbötel soll sich umbenennen

Die Grüne Jugend Segeberg hat die Umbenennung des schleswig-holsteinischen Dorfes Negernbötel gefordert. „Der Ortsname N***rnbötel enthält das sehr verletzende und rassistische N-Wort“, lautete ein Kommentar von der Grünen Jugend, der mit der Forderung schloß: „N***rnbötel umbenennen!“

Die Bewohner des 1000-Seelen-Ortes reagierten auf den Vorstoß mit Unverständnis.

Die Sprecher der Grünen Jugend Segeberg, Marlene Jakob und Lennart Stahl, räumten gegenüber der Bild-Zeitung ein, daß der plattdeutsche Ortsname zwar keinen rassistischen Ursprung habe. Doch Plattdeutsch sei „keine sehr verbreitete Sprache mehr“.

Heute würde man den Namen jedoch „mit dem rassistischen, Jahrhunderte zur Unterdrückung von schwarzen Menschen genutzten N-Wort“ assoziieren. Sie schlugen den Negernbötelern vor, ihr Dorf stattdessen „Näherbötel“ zu taufen.

Negernbötel wurde laut Homepage der Gemeinde im 12. Jahrhundert gegründet. Das plattdeutsche Wort „Bötel“ bedeutet Siedlung, „Negern“ steht für näher. Damit wollten die Bewohner verständlich machen, daß die Siedlung Negernbötel näher am Kloster Segeberg lag, als die Siedlung Fehrenbötel. Die war weiter entfernt, was im Plattdeutschen mit dem Begriff „Fehren“ ausgedrückt wird.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/gruene-jugend-fordert-umbenennung-von-negernboetel/


Petition pro Pacelli-Allee in Berlin

.

Wir protestieren entschieden gegen den Vorschlag, die Pacelli-Allee in Berlin Dahlem umzubenennen.

Eugenio Pacelli, Apostolischer Nuntius in Berlin von 1925-29 und Papst Pius XII. von 1939 bis 1958 hat schon früh vor Adolf Hitler gewarnt, den er als „nicht vertrauenswürdigen Halunken“ und „abgrundtief bösen Menschen“ bezeichnete und den Nationalsozialismus als „die gefährlichste Irrlehre unserer Zeit“ bezeichnet.

Auch als Papst Pius XI. ihn nach Rom zurückholte und zum Kardinalstaatssekretär ernannte, koordinierte Pacelli „den jüngsten päpstlichen Widerstand gegen verderbliche Rassentheorien“, wie die jüdische „Palestine Post“ am 3. März 1939 vermeldete. In Berlin positionierte er den engagierten Hitler-Gegner Konrad Graf von Preysing als neuen Bischof der Reichshauptstadt und Gegenpol zu den brauen Machthabern.

Nach Kriegsausbruch kollaborierte Pacelli, zwischenzeitlich zum Papst gewählt, mit der deutschen Militäropposition und unterstützte ihren Plan, Hitler zu stürzen und den Krieg zu beenden durch direkte Kontaktaufnahme mit den Briten. Dabei war er auch über das geplante Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 informiert und billigte es als legitimen „Tyrannenmord“, wie deutsche und amerikanische Geheimdienstberichte sowie das Zeugnis des Vermittlers, des deutschen Rechtsanwalts und CSU-Mitbegründers Josef Müller, bestätigen.

Er war gewissermaßen der Pate, „Feldkaplan“ und „Beichtvater“ des deutschen Widerstandes und nach dem Krieg der erste Fürsprecher für ein freies, demokratisches Deutschland in einem Vereinten Europa. Wer also hätte es mehr verdient als Eugenio Pacelli, dass nach ihm in Berlin eine Straße benannt wird?

Daher wehren wir uns gegen die jüngsten linkspopulistischen Forderungen nach einer Umbenennung der Pacelli-Allee in Golda-Meir-Allee.

Golda Meir hat es sicher verdient, dass in Berlin nach ihr eine Straße benannt wird, aber nicht auf Kosten eines Mannes, den sie verehrt und bewundert hat, weil er sich während des Holocaust wie kein anderer hinter den Kulissen für die verfolgten Juden einsetzte.

So erklärte sie anlässlich seines Todes am 9. Oktober 1958:

„Als unser Volk im Jahrzehnt des Naziterrors ein fürchterliches Martyrium erlitt, hat sich die Stimme des Papstes erhoben, um die Henker zu verurteilen und um Mitgefühl für die Opfer zum Ausdruck zu bringen. Unsere Epoche ist durch diese Stimme bereichert worden, die sich im Namen der großen sittlichen Werte über dem Tumult und den täglichen Konflikten erhob.“

FORTSETZUNG und Unterzeichnung der Petition hier: https://www.change.org/p/regierender-b%C3%BCrgermeister-der-stadt-berlin-erhaltung-der-pacelli-allee-in-berlin-dahlem


Münster: AfD-Ratsfraktion kritisiert mögliche Umbenennung der Wilhelms-Universität

Die AfD Münster sieht die derzeitige Debatte um eine mögliche Umbenennung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster kritisch und lehnt eine kostenintensive Umbenennung der WWU hin zur „Universität Münster“ ab.

Martin Schiller (siehe Foto), Kreissprecher und Ratsherr der AfD Münster, führte in einer Erklärung an:

„Die AfD Münster setzt sich für eine aufgeklärte Erinnerungskultur ein: sie verpflichtet einerseits, sich umfassend mit der eigenen Geschichte und den Fehlern der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Andererseits dürfen wir Personen, die vor 1945 gewirkt haben, nicht nach unserem heutigen Verständnis von Demokratie bewerten.

Würden wir dies tun, müsste die Stadt Münster vermutlich eine dreistellige Zahl an Straßen umbenennen. Die Kosten würden wieder vom Steuerzahler getragen werden.

In fast schon regelmäßigem Turnus versuchen einige wenige Personen, den Namen der Universität gegen den Mehrheitswillen der Studenten zu ändern.

In der Vergangenheit plädierte auch der Historiker Prof. Hans-Ulrich Thamer dafür, beim eingeführten Namen der Universität zu bleiben.

Für die AfD Münster ist der Name Westfälische Wilhelms Universität fester Bestandteil unseres Stadtbildes. Die zahlreichen Erfolge der WWU in Forschung, Lehre und Wissenschaft haben dem Namen längst einen überregionalen Charakter gegeben.“

 


Wird die Universität Münster umbenannt?

Der Senat der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, benannt nach Kaiser Wilhelm II. (1859 – 1941), berät über einen Namenswechsel. Grundlage sei der Abschlußbericht einer Arbeitsgruppe über den Namensgeber der Hochschule, berichteten die Westfälischen Nachrichten.

Der Monarch hatte die 1771 gegründete Universität nach ihrer zwischenzeitlichen Herabstufung zu einer Akademie 1902 wieder in ihren alten Rang erhoben. 1907 erfolgte die Umbenennung in Wilhelms-Universität.

In dem Abschlußbericht werde dem Kaiser aus dem Hause Hohenzollern vorgeworfen, „überaus militaristisch und nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch“ gewesen zu sein.

BILD: Fußgängerzone in Münster (Ludgeristraße)

Daher schlage die Arbeitsgruppe ein mehrstufiges Verfahren vor, an dessen Ende ein Namenswechsel stehen solle.

Der Fall erinnert an die Vorgänge rund um die Umbenennung des ehemaligen Hindenburgplatzes in der westfälischen Metropole.

Quelle: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/vorwuerfe-gegen-wilhelm-ii-universitaet-muenster-diskutiert-umbenennung/


Köln: Umbenennung in „Felix-Rexhausen-Platz“ vorerst auf Eis gelegt

Kritischer Artikel von David Berger sorgte für Umdenken

Wie wir in einem Beitrag im CHRISTLICHEN FORUM vom 15. April 2015 berichtet haben, befaßt sich der homosexuelle Schriftsteller und Theologe Dr. David Berger kritisch mit pädosexuellen Fehlentwicklungen im eigenen schwulen Spektrum, was ihm natürlich erbitterte Gegnerschaft vor allem in ultralinken Kreisen einbringt. DSC_0568
 .
Dabei beanstandet der Autor auch die Schönfärberei mancher Medien und Gruppen im schwulen Milieu in bezug auf den in Köln geborenen Homosexuellen Felix Rexhausen; er war Mitbegründer der deutschen Sektion von „Amnesty International“.
Berger weist auf pädosexuelle Tendenzen in einem Rexhausen-Buch hin und warnt vor einer weiteren Verherrlichung dieses  – vor 20 Jahren verstorbenen  – Publizisten.
.
Mit dem Vorwurf der Schönfärberei traf Dr. Berger ins Schwarze, wie sich herausstellen sollte, denn in Köln war für den 17. Mai geplant, eine Fläche hinter dem Hauptbahnhof in „Felix-Rexhausen-Platz“ umzubenennen. An diesem „Internationalen Tag gegen Homophobie“ sollte das Straßenschild feierlich enthüllt werden. Angeregt wurde diese Straßenumbenennung durch den „Bund lesbischer und schwuler Journalisten“.
 .
Allerdings ist das Vorhaben mittlerweile auf Eis gelegt, wie der „Kölner Stadtanzeiger“ aktuell berichtet. Grund hierfür seien die Vorwürfe von David Berger gegen den Namensgeber. Die Bezirksverwaltung will sich mit der Kritik nun ohne Zeitdruck gründlicher auseinandersetzen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

Linkspartei diffamiert Dr. Berger als „extrem rechts“

Dieser Vorgang hat jetzt die Linkspartei auf den Plan gerufen. Wie die Webseite „Scharf links“ berichtet, wurde aus dem Landesverband „Die Linke“ von Nordrhein Westfalen öffentliches „Entsetzen“ geäußert, daß die für den 17. Mai geplante amtliche Einweihung des Felix-Rexhausen-Platzes abgesagt wurde, denn der Namensgeber sei doch ein „herausragender Kämpfer für sexuelle Emanzipation“. 
.
Die von Dr. Berger beanstandeten Buchzitate seien angeblich aus dem Zusammenhang gerissen, läßt „Scharf links“ verlauten. In Wirklichkeit hat er inzwischen weitere Belege für die Berechtigung seiner Vorwürfe vorgelegt.
 .
Der Kritiker wird seitens der Linkspartei sodann zweimal als „extrem rechter“ Theologe verunglimpft, was hochgradig lächerlich wirkt, zumal Berger vor einigen Jahren in seinem Buch „Der heilige Schein“ deutliche Kritik nicht allein an ultrarechten, sondern auch an konservativen bis traditionellen Persönlichkeiten und Gruppierungen übte, weshalb er damals von Fernsehsendern und vielen linkslastigen Medien gerne interviewt wurde.
 .
Seitdem Berger sich aber auch skeptisch gegenüber Fehlentwicklungen in einem Teil des eigenen Lagers äußert, erfährt er immer stärkeren Gegenwind aus dem rabiat-schwulen bis ultralinken Medienspektrum.

Wo bleibt die „geistige Vielfalt“ in der schwulen Medienszene?

Diverse Anfeindungen begannen bereits im vorigen Herbst, als sich die „Deutsche Aids-Hilfe“ scharf gegen ihn wandte. Danach gab es massiven Ärger wegen seiner islamkritischen Äußerungen. (Näheres siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/02/02/dr-david-berger-flog-wegen-islamkritik-aus-der-chefetage-der-manner-zeitschrift/).
.
Offenbar tut sich der fanatische Flügel in der homosexuellen Szene, der so gern von „sexueller Vielfalt“ redet, schwer mit  der geistigen Vielfalt und Toleranz im eigenen Lager.
Umso wichtiger ist es, daß David Berger sich diesem mentalen Gleichschritt verweigert  – gerade so verhindert er Vorurteile gegenüber Homosexuellen, weil andernfalls leicht der falsche Eindruck entsteht, Schwule seien reihenweise politisch links gepolt und gleichsam ein „einheitlicher Block“.
Das homosexuelle Spektrum sollte froh sein, wenn es eine „bunte“ Meinungsvielfalt vorweisen kann. Aber offenbar ist man dort mit soviel „politisch korrekter“ Blindheit geschlagen, daß nicht einmal das eigene Interesse realistisch wahrgenommen wird.
 .
Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
.
HINWEIS auf einen weiteren Berger-Artikel zur Felix-Rexhausen-Causa: http://www.gaystream.info/#!P%C3%A4dophilie-Felix-Rexhausen-ist-nicht-tot/cjds/554b1ccc0cf2487417170f02
.
Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Münster: „Umstrittene“ Straßennamen im Ostteil der Stadt bleiben erhalten

 90% der Anwohner gegen Umbenennung

Wie die „Westfälischen Nachrichten“ (WN) aktuell mitteilen, bleiben alle strittigen Straßennamen im Ostbezirk der westfälischen Metropole Münster erhalten: 

„Gestern entschied die Bezirksvertretung Ost mit knapper Mehrheit von neun zu zehn Stimmen, dass die Agnes-Miegel-Straße, der Stehrweg und der Castelleweg ihre Namen behalten sollen.“

(Dieser Beschluß dürfte  – zumindest  indirekt  –  u.a. auf das „Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz“ zurückzuführen sein; aufgrund des darin erfolgreich bekundeten Bürgerwillens und seiner Ablehnung durch den Stadtrat kommt es am 16. September 2012 zu einem Bürgerentscheid in Münster.)

Die WN schreibt weiter:

„Wegen der aktuell sehr heftigen Namensdebatte  –  Schlossplatz oder Hindenburgplatz?  –  hatte die Stadtverwaltung aus „Sicherheitsgründen“ angeregt, die jeweilen Abstimmungen geheim durchzuführen. Diesem Vorschlag folgte die Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek.

Trotzdem kann man davon ausgehen, dass CDU und UWG (zusammen zehn Stimmen) gegen die Umbenennungen votiert haben, SPD, Grüne und FDP (zusammen neun Stimmen) dafür. Die Parteien hatten ein entsprechendes Abstimmungsverhalten angekündigt.“

Außerdem berichtet die Zeitung darüber, daß sich „90 Prozent der betroffenen Anwohner an den drei Straßen gegen eine Umbenennung ausgesprochen“ hätten.

(Weiteres hier: http://www.wn.de/Mobil-Home/Agnes-Miegel-Strasse-der-Stehr-und-Castelleweg-Knappe-Mehrheit-Keine-neuen-Strassennamen-in-Muensters-Osten)

Das Konkurrenzblatt MZ (Münstersche Zeitung) berichtete am gestrigen Samstag über die Kritik der CDU Münster-Ost an den Vorgängen der letzten Wochen; der christdemokratische Vertreter klagte vor der Abstimmung über eine „Missachtung des Willens der Bezirksvertretung“ und den „manipulativen Charakter der Informationen“.

Die vom Rat der Stadt eingesetzte Historikerkommission habe ein „tendenzhistorisches Auftragswerk abgeliefert.“  –  Es habe keine wissenschaftlich fundierte Untersuchung über die Träger der Straßennamen gegeben. Auch deshalb stimme die Stadtbezirks-CDU für die Beibehaltung dieser Straßennamen.


Münster: Jahrzehntelanger Streit um den Hindenburg-Platz geht in die Endphase

Emnid kritisiert „unfaire“ Bürger-Umfrage

Wie wir bereits Ende Januar berichtet haben, wird in Münster schon seit langem darüber diskutiert, den großflächigen Hindenburg-Platz in der Innenstadt in Neuplatz oder Schloßplatz umzubenennen. Jetzt soll im Stadtrat bald darüber entschieden werden.

Das Merkwürdige an der Gesamtsituation besteht darin, daß jetzt ausgerechnet ein CDU-Oberbürgermeister (Markus Lewe) für eine Umbenennung des Hindenburg-Platzes eintritt, obwohl seine Partei sich früher stets für die Beibehaltung dieses Namens positionierte – und zudem eine kürzliche Parteibefragung der CDU-Basis diese bisherige Haltung bestätigte.

Kein Wunder: Reichspräsident Paul von Hindenburg war ein demokratischer Konservativer  – und eben deshalb ein erklärter Gegner (!) Hitlers und der braunen Diktatur.                                  

Daß er sich aus formalen Gründen genötigt sah, Hitler im Januar 1933 zum Reichskanzler zu ernennen (er hätte es allzu gerne verhindert), kann nicht ihm angelastet werden, sondern vielmehr den damaligen Wählern, die die NSDAP zur stärksten Partei werden ließen, so daß Nazis und Kommunisten zusammen genau 50 % erhielten, also keine demokratische Mehrheit gegen diese beiden Extreme bestand. Hindenburg besaß keinen geheimnisvollen „Zauberstab“, um diese Wahlergebnisse umzuwandeln. Dies ist historisch völlig unbestritten.

Nun hat CDU-Oberbürgermeister Lewe zur Debatte um die Straßen-Umbenennung eine städtisch beauftragte „Bürger-Umfrage“ durchführen lassen, die allerdings nicht einmal einfachste formale Regeln der Fairneß und Korrektheit einhält, so daß sogar das angesehene Meinungsforschungsinstitut Emnid deutliche Kritik daran geübt hat.

Kein Geringerer als Emnid-Chef Schöppner erklärte gegenüber den „Westfälischen Nachrichten“, daß die Fragestellungen dieser amtlichen Umfrage „nicht fair“ seien (vgl. WN vom 22.2.2012)  – und diese Schelte will etwas heißen, denn Emnid gilt nicht gerade als „konservativ“ geprägt (im Unterschied zum Allensbach-Institut).

Es ist offensichtlich, daß diese „Bürger-Befragung“ den Bürger mehr manipuliert als befragt, wie sich bereits aus der äußerst suggestiven Fragestellung ergibt.

Lassen wir nunmehr die Westfälischen Nachrichten zu Wort kommen:

„Flankierend zum Urteil der Parlamentarier hat die Stadt auch einen Fragebogen an 5000 Bürger verschickt, um sich ein Bild von der Meinung der Münsteraner zu machen. „Ein für diesen Zweck wenig hilfreiches Verfahren“, sagt Klaus-Peter Schöppner. Er ist Chef des Meinungsforschungs-Instituts Emnid. Auf Bitten unserer Zeitung hat er den Fragebogen der momentan laufenden Bürgerumfrage unter die Lupe genommen.

Besonders die zweite Frage der Stadt hält Schöppner für unglücklich gestellt. Dort heißt es: „Nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen ist der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg als Stütze des NS-Regimes anzusehen. Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den größten Platz Münsters zu ehren?“
Eine geeignete Frage wäre nach Schöpp­ner ohne vorherige Erklärung zu fragen: „Soll der Hindenburgplatz umbenannt werden – ja oder nein?“
Die vorgeschobene Erläuterung sei von denen, die die Frage beantworten sollen, nicht überprüfbar. Um welche Forschungsergebnisse es sich handele, bleibe unklar. „Das ist eine starke Präjudizierung, ein objektives Urteil erhält man so nicht“, betont Schöppner. „Fair wäre gewesen, zu bemerken, daß die Frage umstritten ist.“

Dieselbe Kritik übt Schöpp­ner an der nächsten Frage, bei der es um die Umbenennung von Straßen und Wegen geht. Auch hier werde die Einschätzung nahegelegt, daß es erwiesen sei, dass die bereffenden Namensgeber Stützen der NS-Gesellschaft gewesen seien.

Grundsätzlich kritisiert Schöppner auch die Methodik der Umfrage: Der Rücklauf bei schriftlich verschickten Fragebögen sei erfahrungsgemäß sehr gering. Außerdem sei nicht sichergestellt, dass die Fragen von der Person im Haushalt beantwortet worden seien, die angeschrieben wurde. Repräsentative Ergebnisse über die Meinung der münsterischen Bevölkerung seien darum auf diesem Wege nicht zu erhalten.“