Bischöfe in Guatemala: Coronakrise ist ein Weckruf für die Umkehr zu Gott

„Die Bischöfe von Guatemala möchten sich an alle Menschen in Guatemala wenden mit einem Wort des Glaubens, das uns beseelt“, heißt es zu Beginn einer Botschaft der kath. Bischofskonferenz von Guatemala vom vergangenen 4. Juni.

„Die Epidemien, die die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte heimgesucht haben, haben immer zwei Reaktionen hervorgerufen: die Solidarität, um den Opfern zu helfen, und die Suche nach theologischer und spiritueller Bedeutung“, so die Oberhirten weiter.

Die Bischöfe stellen fest, dass man in dieser Zeit auf eine neue Art und Weise über Gott nachgedacht habe und an eine andere Zukunft denke.
 
In der Sicht des Glaubens könne die Pandemie auch als Zeitzeichen definiert werden; in der Heiligen Schrift seien „Katastrophen zugleich Gelegenheiten, mit denen Gott uns ruft, zu ihm zurückzukehren und unser Verhalten zu korrigieren. Es ist eine beständige Versuchung, eine Gesellschaft ohne Gott aufzubauen, ohne auf ihn zu zählen  – und die Pandemie lässt uns verstehen, dass das menschliche Leben zerbrechlich und widersprüchlich ist“.

„Wir müssen umkehren und Gott wieder in den Mittelpunkt unserer sozialen und politischen Pläne stellen und IHN zu unserem Bezugspunkt für Werte zu machen“, schreiben die Bischöfe und betonen, dass „diese Pandemie einen Weckruf ist, in Gott den Garanten dafür zu erkennen, dass das Sittengesetz in die natürliche Ordnung der Dinge eingeschrieben wird“.

Quelle: Fidesdienst


USA: Zur Kontroverse um Erzbischof Gregory: Warum so einseitig und zeitgeistangepaßt?

Von Dr. Edith Breburda

Der brutale Tod von George Floyd ist keine Rechtfertigung für gewaltsame Aufstände in den USA. Und so fragt man sich: Wo bleibt die Anteilnahme von Kirchenführern gegenüber den  Menschen, die bedingt durch all diese Randale in den letzten 10 Tagen in Angst und Bange leben?

Einige Demonstranten nutzen die Gelegenheit, unter dem Vorsand, gegen Rassenungerechtigkeiten zu protestieren, ihrer eigentlichen linken Agenda „Gehör“ zu verschaffen.

Und so traf es die Schwächsten der Schwachen, die auf den Straßen rücksichtslos angegriffen wurden – oder in brennenden Gebäuden gefangen waren, während Chaoten den Zugang zur Feuerwehr blockierten.

Wo bleibt der Aufruf zur Solidarität gegen die Ungerechtigkeiten, Gewalttaten und die Terrorakte, die oft arme schwarze Gemeinden über sich ergehen lassen müssen?

Ist es nicht die Aufgabe der Kirche, einer rechtswidrigen Zerstörungswelle Einhalt zu gebieten bzw. die letzten Überreste einer kaum noch vorhandenen Ordnung zu retten?

Man erwartet von einem Würdenträger der Kirche nicht, dass er sich mit den linken Medien solidarisiert und Präsident Trump öffentlich rügt, weil er „friedliche“ Demonstranten von seinem Grund verdrängte, um ein Foto vor der St. John-Kirche anfertigen zu können, die einen Tag zuvor von Demonstranten angezündet wurde. Selbst Jesuitenpater James Martin zeigte sich über die religiöse Geste des Präsidenten entrüstet.

Als Trump und seine Frau am nächsten Tag die katholische Wallfahrtskirche des hl. Johannes Paul II. aufsuchte, war dies für Erzbischof Gregory ernsthaft ein Anlass, die beiden Besucher öffentlich zu kritisieren. Er unterstellte, dass die Leitung des Nationalheiligtums von der Regierung manipuliert worden sei, um als Hintergrundfolie für die Präsidentschaftskampagne zu dienen.

Dass der katholische Erzbischof einerseits mit dem Präsidenten nicht einverstanden ist, aber andererseits der Sprecherin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi von den Demokraten, in seiner Kathedrale sehr wohl die Chance bot, sich dort öffentlich zu äußern, ist kein Geheimnis.  

So bezeichnete der Oberhirte von Washington den Besuch des Präsidenten in dem Gotteshaus als „verwerflich“. Es war für den Würdenträger kritikwürdig, dass eine katholische Einrichtung so ungeheuerlich missbraucht und manipuliert worden sei, jemanden in der Kirche zu begrüßen, der angeblich nicht die Menschenrechte verteidigt.

Dieses einseitige Statement von Erzbischof Gregory erscheint besonders schwerwiegend, weil er der frühere Vorsitzende der US-Bischofskonferenz war.

Gregory verzichtete bei seiner scharfen Maßregelung auf den sonst eher zurückhaltenden Stil, den die Kirche normalerweise im Umgang mit amerikanischen Politikern und erst recht mit einem US-Präsidenten pflegt. Im Gegenteil, er gab sogar vor, Trumps innere Motive zu kennen, obwohl diese letztlich Gott allein bekannt sind.

Der Präsident und die katholische First Lady hatten schon lange den Besuch der Wallfahrtskirche geplant. Die Bischöfe sollten sich geehrt fühlen, denn selten hat ein amtierender Präsident einen katholischen Wallfahrtsort aufgesucht.

Noch dazu war der Anlass des Besuches ein lang ersehntes Gesetz zur weltweiten Religionsfreiheit, das Trump am selben Tag unterzeichnete.

Gerade jetzt erwarten Amerikaner eine faire Anteilnahme ihrer Priester und Bischöfe, als dass diese sich mit kleinlicher Politik befassen.

Die Schlüsselfragen, die angegangen werden müssen, gehen weit darüber hinaus, ob man den Präsidenten, der in Pro-Life Angelegenheiten ganz auf christlicher Linie steht, mag oder nicht.

Es wirkt eher verwirrend, wenn sich ein Oberhirte unnötig und noch dazu einseitig in politische Tagesthemen einmischt und gleichzeitig seine spirituelle Führungsrolle vernachlässigt. „

„Verschwommene Plattitüden, die sich auf soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde berufen, tragen nichts dazu bei, die herrschende Gewalt, die in fast allen Städten der USA vorherrscht, zu stoppen“, schreibt John Horvat, der Vizepräsident von „Tradition, Family und Property“ in seinem Rundbrief am 4. Juni 2020.  

Horvat redet von drei Dingen, auf die der Erzbischof hätte bezugnehmen müssen:

1) Es sollte zu einer klaren Verurteilung der Plünderungen und der gewaltsamen Unruhen kommen.  Der brutale Tod von George Floyd, der die Proteste auslöste, darf nicht als Vorwand für eine insgesamt weitaus schlimmere Gewalt dienen.

Die Rolle der Kirche besteht vor allem darin, sich gegen Ungerechtigkeiten auszusprechen. Es ist Zeit, jene Agitatoren, die Terror verbreiten, beim Namen zu nennen. Wo bleibt der Aufruf, für all die Opfer zu beten? Zudem ist die Forderung einiger Politiker falsch, den Polizisten, die helfen, Ruhe und Ordnung zu schaffen, sogar Gelder zu entziehen.

Wer tröstet diejenigen, deren Geschäfte niedergebrannt wurden? Die zusammengeschlagen oder getötet wurden, weil sie versuchten, sich selbst oder ihre Nachbarn vor den Plünderern zu verteidigen? Diejenigen, die jetzt buchstäblich vor dem Ruin stehen?

Wer betet für die Polizisten, die jede Nacht ihr Leben riskieren, um uns zu beschützen? Wäre es nicht angebracht für einen Erzbischof, die sinnlosen Zerstörungen anzuprangern?

Es sind auch Kirchen, die mit Graffitis besprüht oder angezündet werden. Die Forderungen, sich mit den Protestierenden zu solidarisieren, ohne die Gewalttaten der Trittbrettfahrer zu verurteilen, widersprechen dem Evangelium und der kirchlichen Ethik.

2) Der Erzbischof sollte sich damit beschäftigen, wann er seine Kathedrale öffnet und so die Sakramente für die Gläubigen wieder zugänglich werden. Ganze Regionen und Bundesstaaten haben immer noch keinen Zugang zu ihnen. Gläubige sterben, ohne mit den Gnadenmitteln der Kirche getröstet zu werden oder beichten zu können.

Demonstranten dürfen in Coronazeiten ohne „social distancing“ ganze Straßenzüge einnehmen, während Kirchen nicht mehr als 10 bis 25 Gläubigen Einlass gebietet.  Es scheint sich auch keiner darum zu bemühen, es mit der Wiedereröffnung der Kirchen eilig zu haben.

Katholiken wollen von ihrem Bischof in ihren Nöten verstanden werden. Restaurants dürfen gefüllt werden, aber die geistige Nahrung wird den Gläubigen nach wie vor verweigert.

3) Katholiken erwarten, dass ihr Erzbischof die Gelegenheit nutzt, um über die Sünde als solche zu sprechen, die den Menschen verrohen lässt. Er sollte zu Buße und Umkehr aufrufen. Massenabtreibungen (die auch während der Pandemie durchgeführt wurden), Blasphemie usw. sind es, die unser Land spalten. Ein Bischof sollte seine Gläubigen zum beharrlichen Gebet anhalten.

Vizepräsident John Horvat glaubt allerdings nicht daran, dass sich Erzbischof Gregory diese Anregungen zu Herzen nimmt.

Die Äußerungen unseres Oberhirten bleiben auch diesmal zeitgeistig und nichtssagend, schlussfolgert Horvat in seinem Artikel “3 Things DC Archbishop Gregory should’ve said instead of criticizing President Trump.“

Letztes FOTO: Titelbild eines bioethischen Buches von Dr. med. Edith Breburda: „Gentopia – das gelobte Land“

Weitere Infos über die Aufstände in den USA hier: https://philosophia-perennis.com/2020/06/05/kommunistischer-putschversuch-in-den-usa/


Warum zuhause lernen gut für unsere Kleinen ist: JA zur Homeschooling-Pädagogik

Von Christa Meves

Die Anstrengungen der Medien um Gestaltungsformen der in Quarantäne geschickten Bevölkerung sind groß und z. T. sogar originell. Aber trendgemäß scheint die Zumutung beklagenswert und schwer zu bewältigen, dass die Kinder allein von den Eltern betreut werden.

Deshalb sei die Rückführung in die Beschulung einschließlich von Kitas und Kigas ein dringliches Gebot in den vorsichtigen Lockerungsbemühungen. Eindrucksvoll wird demonstriert, dass es nicht länger zugemutet werden kann, dass die unruhigen Kinder die Mütter, die in Vollzeitbeschäftigung  stehen, während ihrer Homeoffice-Tätigkeit umlärmen.

Mit anklagenden Mienen werden junge Frauen vorgeführt, die lauthals bekunden, dass sie die ständige Nähe ihrer Kinder bald zur Verzweiflung treibe. Einzelne Länderregierungen hierzulande haben diesem Geklage nun bereits – nicht durch Vernunft, sondern auf dem Boden linker Politik – nachgegeben und trotz deklarierter Gefahr die Kinder in den Abschlussklassen beschult. Andere beharren im Isolationsstatus.

Die Intention solcher lockernden Maßnahmen ist unverkennbar.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es aber keineswegs die Mehrheit der Mütter, die in dieser Weise betroffen ist. Vielen von ihnen bereitet es hingegen Freude, mehr Zeit zu haben, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen.

Es soll sich in der Öffentlichkeit weiter die Vorstellung festigen, dass es zwingend ausgebildeter Pädagogen bedarf, um das moderne Kind wirklich zu bilden. Das entspricht wissenschaftlich zwar nicht der Wahrheit, aber wird derartig propagiert, dass es nun auch immer mehr wohlmeinende Eltern glauben.

Die Wahrheit wusste im Grunde schon der weise Goethe, indem er den Satz formulierte: „Man lernt nur von dem, den man liebt.“ – Natürlicherweise sind das aber die Eltern, und zwar in den ersten Lebensjahren ganz besonders die leiblichen Mütter. Dort – bereits in der Schwangerschaft und während der Stillzeit – prägt sich Bindung an die Mutter ein.

Aber der künstlich verderbte Trend in der westlichen Gesellschaft versucht nun stattdessen, die Mütter als den hochrangigsten und gleichzeitig den natürlichsten Bildungsfaktor der so bedeutenden, so prägenden frühen Jahre auszuschalten und zu entwerten.

Diese Masche gehört zu der bewussten Bemühung, Kollektivierung von Anfang an und weiterhin durch digitale Vollbeschulung zum zwingend notwendigen Bildungsfaktor zu ernennen. Ich kann deshalb in dieser Situation den jungen Eltern nur noch einmal wieder zurufen: Bitte lasst Euch diesen Bären nicht aufbinden! Nutzt stattdessen die Corona-Situation zur Förderung Eurer Kinder, solange sie ganztägig bei Euch sein dürfen, zumal es ein Bildungsmittel gibt, das – außer Eurer den Kindern wohltuenden Nähe – erfolgreich ist.

Es lässt sich auch ohne mühselige Anstrengungen vollziehen und – von der Kleinkinderzeit an bis weit ins Grundschulalter hinein praktiziert – die Intelligenz nur so sprießen, und zwar – wie die Hirnforscher uns bestätigen – mehr als jedes andere Mittel ähnlicher Art: Das ist das VORLESEN.

Holt also die Märchen-, die Sagenbücher, die Kinderbibeln aus den Winkeln Eurer Schränke und setzt Euch mit den Drei- bis Zehnjährigen beieinander aufs Sofa (Euch allein ist das ja sogar in der Corona-Krise erlaubt!).

Wenn ihr Euch vorher um Eure Kinder bemüht habt, nehmen sie – wenn der angebotene Stoff ihrem Reifegrad entspricht – solche Angebote mit Spannung, Interesse und Konzentration an. Schon die einzelnen Seiten in den Leporello-Büchern erfreuen bereits die Babys. Allein schon das Umblättern erweckt ihr Interesse, und wie erst recht beginnen dann in allen Entwicklungsphasen die Bebilderungen in den Büchernm, sie zu faszinieren!

Mit Freude wird dann auch die Wiederholung der Bilder am nächsten Tag als eigener Lernerfolg begrüßt. Und das steigert sich bald – spätestens von der Dreijährigkeit ab, wenn man zu kindgerechten Geschichten übergeht, die es als reichen Schatz in unseren Bibliotheken – aber auch bei vielen  Familien zu Hause –  noch gibt!

Sagen Sie nicht, dergleichen sei in der Corona-Situation nicht erreichbar. Wir machen jetzt die Erfahrung, wie einfallsreich sich auch Fachleute für die unbeschulten Kinder einsetzen. Wie wäre es mit Einsätzen von Bibliothekarinnen aus unseren Leihbüchereien?

Und ich bin mir sicher, es brauchten nur einige Menschen mehr vom  Wert dieser Bildungsmöglichkeiten überzeugt zu sein, dann würden binnen kurzem auch zusammengesammelte Kinderbücher präsent sein, die vor die Haustüren von Wohnungen mit Kindern abgelegt würden. Und ähnlich originelle Einfälle könnten greifen.

Das Kulturgut ist noch vorhanden, und an Ideen zur Übermittlung würde es schon bald in unserer Situation heutzutage glücklicherweise nicht fehlen. Sogar einzelne Väter lassen sich einspannen. Sie werden mit der schulischen Lernfreude ihrer Kinder belohnt werden und das so heiß ersehnte Ziel, ein gut benotetes Abitur, kann dann gewiss für viele mehr in eine anpeilbare Nähe rücken.

Selbst Corona könnte uns an der Erfahrung, wie sie hier von der Wissenschaft auf diesem Feld bereits hieb- und stichfest erforscht ist, klüger werden lassen: Einer der ratlosen Endlos-Diskutierer in unseren Medien brachte es kürzlich auf den Punkt: Wendet Euch doch nun in der Isolation der Corona-Krise der Homeschooling-Pädagogik zu, die es lange schon ausgefeilt – und erfolgreich zum Abitur führend – gibt und subventioniert dann bitte auch Mütter für all ihre direkten Bemühungen um die Kinder!

Zollt so der Mutterschaft endlich gesellschaftliche Anerkennung! Gebt den standfesten Müttern als Regierungsmaßnahmen wenigstens klug ein Stück ihrer Ehre zurück, damit sie sich ohne finanzielle Not in gelassener Freude um ihre Kinder kümmern können! Ja, das wäre für viele ein Ansatz zu der Möglichkeit, der Realität und ihren Notwendigkeiten, statt einer verhängnisvollen, schädigenden Ideologie Raum zu geben.

Mögen unsere Regierungen diese späte Chance zur Einsicht und zur Umkehr nutzen! Nur so lässt sich auf Zukunft für unsere Kinder hoffen!

Christa Meves ist Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“,  online weitere Infos und Artikel: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Beten wir nur um Trost von oben oder auch um unsere Umkehr zu Gottes Geboten?

Von Felizitas Küble

Auf vielen Internetseiten von Pfarrgemeinden – und natürlich erst recht auf dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ – finden wir derzeit ein Gebet, das Dr. Johannes Hartl veröffentlicht hat, der katholische Theologe und Leiter des charismatisch-ökumenischen Gebetshauses Augsburg. In Münster entdeckte ich diesen Text auch in einer Kirche – als Flugblatt zahlreich ausgelegt neben Ostereiern und kleinen Kerzen.

In pfingstlerischen und charismatischen Kreisen gibt man sich gerne „prophetisch“, liebäugelt mit außergewöhnlichen „Geistesgaben“ wie etwa dem sogenannten „Wort der Erkentnis“ oder Visionen für die Zukunft.

Dabei wird gerne übersehen, daß die Aufgabe der biblischen Propheten weniger in  auffälligen „Vorhersagen“ bestand, sondern vielmehr in der kräftigen Bußpredigt. Es ging darum, die Gläubigen und erst recht die Ungläubigen zur Umkehr zu rufen, aus ihrer Gleichgültigkeit herauszureißen und immer wieder an Gott und seine Gebote zu erinnern.

Diese herbe Zeit(geist)kritik, dieser unbequeme Dienst, der oft zu Verfolgung oder gar Tod führte, war das eigentliche „prophetische“ Wirken dieser mutigen Persönlichkeiten „von Gottes Gnaden“.

Im Vergleich dazu ist es viel behaglicher, Gott und seine „Zärtlichkeit“ anzurufen, ihn um „Trost“ für uns selber zu bitten und an seine „Sanftheit“ zu appellieren.

Nicht daß dies völlig falsch wäre, nicht daß das Bittgebet an sich ein Problem wäre (ganz im Gegenteil) – aber wir wäre es, wenn auch um die eigene Umkehr gebetet würde?

Auch die Gläubigen bedürfen immer wieder eine stärkeren Neuausrichtung auf Gott und seinen Willen – und erst recht in Notzeiten sollen sie durch „Bußrufe“ zur inneren Einkehr gelangen.

Doch gerade in charismatischen Bewegungen wird zwar viel vom „prophetischen Dienst“ geredet, aber damit nur selten ein wirklicher Bußaufruf verbunden.

Das zeigt sich bei Dr. Hartls Gebet angesichts der Corona-Krise ebenfalls. Schon der erste Satz ist charakteristisch: „Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.“

Sodann die nächsten zwei Bitten (erneut wird darin um „Trost“ gefleht): „Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern.“

Kein Wort davon, daß Gott die Sterbenden zur Umkehr führen möge – oder sind etwa alle Todgeweihten im „Gnadenstand“ und bereit für den Himmel?

Sodann wird für Politiker und Pfleger etc. gebetet, ebenso für Menschen „in Panik“ oder mit „materiellem Schaden“. Auch hierbei ist keinerlei „Bußruf“ damit verbunden.

In diesem Seufzer-Stil geht es dann weiter: „Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.“

Stellt schon der „liebe“ Gott eine gewisse Verniedlichung dar, so erst recht der „sanfte“ Gott….

Immerhin heißt es noch, daß wir „irgendwann sterben werden“ und Gott allein „ewig“ ist – aber erneut keine Bitte um eigene Heiligung und verstärkte Hinwendung zu Gott im Sinne des biblischen Wortes:

„Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit – und alles andere wird euch hinzugegeben werden.“ (Mt 6,33).

Quelle für die Zitate: https://johanneshartl.org/gebet-in-der-coronakrise/


Osterpredigt von Bischof Voderholzer: Unser JA zur Schöpfungsordnung Gottes!

Die „Ökologie des Menschen“ wieder beachten

Ein wenig gespenstisch wirkt die Szenerie des Domes zu Regensburg, als Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Ostersonntag 2020 um 10 Uhr das feierliche Pontifikalamt beginnt.

Gähnend leer ist der Dom. Nur eine Handvoll Menschen tragen mit ihrem Dienst zur Eucharistiefeier bei. Zwar feiern Zehntausende im ganzen Bistum Regensburg und weit darüber hinaus diese Auferstehungsfeier an Bildschirmen mit. Trotzdem fehlen die singenden und betenden Menschen im Raum, dennoch vermisst man die Freude dieses Morgens und die spürbare Auferstehungshoffnung.

Hat die Pandemie selbst Ostern im Griff?

Bischof Rudolf geht darauf ein:

„Noch am Beginn der zurückliegenden Fastenzeit, am Aschermittwoch, hat das Bundesverfassungsgericht das Verbot organisierter Beihilfe zum Suizid gekippt mit Hinweis auf die überragende Bedeutung der Autonomie des Menschen. Keine vier Wochen später werden in unserem Land Grundrechte wie Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit, Freiheit der Religionsausübung auf vorerst unbestimmte Zeit in einer Weise beschnitten, wie es noch nicht einmal in Zeiten schlimmster Diktatur der Fall war.“

Bischof Rudolf trägt diese Entscheidungen mit, „weil wir uns gerade auch als Kirche nicht mitverantwortlich machen dürfen für eine Situation, in der unser Gesundheitswesen  zusammenbrechen würde.“

Seine Frage aber lautet: „Lässt sich das Bundesverfassungsgericht nicht plötzlich doch auch noch von anderen Gesichtspunkten leiten als nur der Wahrung der grenzenlosen Autonomie des Einzelnen? Und bringt die gegenwärtige Krise die Rechts-Philosophie der grenzenlosen Autonomie nicht doch an ihre Grenzen?“

Der Regensburger Bischof stellt im Licht der Osterbotschaft die zentrale Frage, die viele Menschen jetzt bewegt: Wie geht es weiter? Was bedeutet die Pandemie?

Denjenigen, die in der lähmenden Pandemie eine Strafe Gottes erkennen wollen, pflichtet der Bischof nicht bei: „Gott ist Gott und kein Mensch, der von Stimmungen oder gar Kränkungen abhängig wäre.“ – Vielmehr seien es die Folgen unseres Tuns, die jetzt auf uns zurückfallen:

„Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns selbst bestrafen, wenn wir uns nicht an den Lebensweisungen Gottes orientieren? Wiederum biblisch gesprochen: „Wer sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens“ (Tob 12, 10).“

Etwas salopper mit der alten Lebensweisheit gesagt: „Wer zum Himmel spuckt, trifft sich selbst.“

Es sei der Mensch selbst, der dem Corona-Virus die Türen geöffnet hat: „Die Pandemie und ihre Auswirkungen sind die Folge einer Kette von Schuld und menschlichem Versagen, in der sich menschliche Hybris, Stolz, Leichtsinn und Profitgier zu einer unheilvollen Allianz verbinden.“

Bischof Rudolf entfaltet diesen Gedanken sodann: Eine Zeit der Lähmung habe Israel während der Babylonischen Gefangenschaft erlebt:

„Zu den beeindruckendsten Erkenntnissen seiner Besinnung gehört das Wort aus dem Zweiten Buch der Chronik im Alten Testament: „Dem Land wurden seine Sabbate ersetzt“ (2 Chr 36,21). Das heißt: Die Zeit der erzwungenen Ruhe im Exil wurde Israel zu einer Zeit, in der es all die Sabbate nachholen konnte, die es zuvor unter Missachtung der heilsamen Weisung Gottes verschleudert hatte. Der Sabbat steht dabei (…) für ein Leben im Einklang mit dem Schöpfergott und seiner Schöpfung.“

Was wir brauchen ist „ein Ethos für den Menschen im Einklang mit dem Schöpfer und der Schöpfung.“ Dieses Ethos findet in der europäischen Tradition seinen Ausdruck u.a. in der Naturrechtslehre.

Bischof Rudolf weiter: „Ich frage: Brauchen wir nicht eine neue, zeitgemäße Formulierung einer Naturrechtslehre, die ausgeht von einer größeren Wahrnehmung und Wertschätzung des von der Schöpfung Vorgegebenen; Schöpfung neu zu denken, die eben nicht weitgehend ein Konstrukt des Menschen, sondern Gabe des Schöpfers ist.“

Der Regensburger Oberhirte entfaltet einen umfassenden Begriff ökologischer Verantwortung, in deren Mitte eine Ökologie des Menschen stehen müsse, die bereits Papst Benedikt XVI. in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag in die deutsche Debatte eingeführt hat:

„Das fängt an bei der Achtung der Positivität der Geschlechterdifferenz des Menschen, der von Gott als Mann und Frau geschaffen wurde. Hierher gehören alle Themen des Lebensschutzes, an seinem Beginn und in Alter und Hinfälligkeit. Das hat Konsequenzen für einen ehrfurchtsvolleren Umgang mit der Weitergabe des Lebens, Stichwort: Fortpflanzungsmedizin.

Mehr Achtung, Ehrfurcht und Respekt auch vor der Wirklichkeit von Vaterschaft und Mutterschaft. Das muss letztlich auch Konsequenzen haben für eine artgerechte Tierhaltung und auch für gerechtere Preise für entsprechende landwirtschaftliche Produkte.

Wir brauchen, so scheint mir, eine Reformulierung der Naturrechtslehre, die die Schöpfungsordnung und Erlösungsordnung aufeinander bezieht und daraus eine Antwort entwickelt auf die Katastrophe der Gegenwart.“

Bischof Rudolf rief dazu auf, die Osterbotschaft jetzt und gerade in der existentiellen Erfahrung der Krise im täglichen Leben zu bekennen:

„Wenn wir die Krise, so schwer sie auch auf uns lastet, als Aufruf zur Gewissenserforschung nehmen, kann auch tatsächlich Segen und Heil aus ihr erwachsen. Und bitten wir um Gottes Geist, dass er uns helfe, die Bitte der Oration des heutigen Ostersonntags wahr werden zu lassen: „Schaffe uns neu, o Gott, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln“. 

Text-Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/das-corona-virus-hat-sich-der-mensch-selbst-geholt-eine-seuche-zeigt-uns-die-grenzen-menschlicher-autonomie-7394/


Analyse der Krise: Hunde, Klopapier und Waffen – oder geht es auch um unsere Seele?

Von Dr. Edith Breburda

Amerikaner sind dafür bekannt, sehr schnell in Panik zu geraten. So findet man in den Supermärkten leere Regale – und große Schilder: alles ,was man gekauft hat, kann man nicht mehr zurückbringen.

Vielleicht merkten die Leute recht bald, dass all das, was sie daheim gehortet haben, sehr schnell das Abfalldatum erreicht hat. Natürlich dauerte es nicht lange und recht bald waren die Betrüger unterwegs. Sie wandern von Tür zu Tür und verkaufen Coronavirus-Test-Kitts. Sobald sie den Fuß in der Tür haben, rauben sie die Leute aus.

Test-Kits sind Mangelware. Von vornherein sollte dieses Angebot suspekt sein. Jeder geht mit einer Katastrophe anders um. Es gibt lange Schlangen vor den Supermärkten und man meint fast, in einem verarmten kommunistischen Land zu sein.

Die Polizei verfolgte einen Lastwagen und als man ihn stoppte und die Ladefläche öffnete, fand man 8,1 Tonnen Toilettenpapier, wobei sich zudem herausstellte, dass der LKW gestohlen war.

In den Tierheimen gibt es keine Hunde und Katzen mehr, die man „adoptieren“ könnte. Auch legen sich einige Leute Hühner zu. Sie wollen nicht allein in der Wohnung sitzen und mit einem Hund kann man wenigstens rausgehen. So kommt es, dass auch alle Haustierfuttermittel-Regale leer sind.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo (siehe Foto), hält jeden Morgen seine Ansprachen. Im Grunde sagt er nichts anderes als Präsident Trump, mit dem er sich plötzlich sehr gut versteht. Die sensationssüchtigen Medien, die mittlerweile von vielen beschimpft werden, loben ihren Gouverneur trotzdem.

Er erklärt, dass es keine Marschall-Law gibt, dass die Leute nicht zwangseinsperrt werden und man deshalb auch keine Waffen braucht, um sich selbst zu verteidigen. Es wird immer genug zu essen geben, und die Leute sollen nicht horten. 

Der einzige Unterschied zwischen dem Präsidenten und Andrew Cuomo ist der, dass der Gouverneur das Lebensrecht für Ungeborene leider nicht in seinem Wortschatz hat. 

Wegen des Notstandes gibt es keine unnützen Operationen wie z.B. Darmspiegelungen. Man solle nicht zum Zahnarzt gehen. Der Gouverneur erklärt, Leben sei zu retten, indem man Rücksicht auf jene nimmt, die gefährdet sind, coronakrank zu werden. Er redet von seinem Umweltprogramm, das er auf die Beine gestellt hat und all das, was sonst noch wichtig ist, um Leben zu erhalten.

Eigentlich sollte das, was der Gouverneur betreibt, von der Kirche kommen, denken sich einige. Doch sie tritt bei all dem nicht in den Vordergrund. Öffentliche Messen gibt es keine mehr. Was Kardinal Burke in einem Schreiben auf seiner Webseite (https://www.cardinalburke.com) sehr bedauert. Die heilige Messe ist so grundlegend wichtig wie die offenen Supermärkte, beklagt er sich.

Letzten Sonntag, als noch keiner ahnte, dass die Kirchen zugemacht werden, zitierte der Rektor der Kathedrale in Phoenix die Bibelstelle in Mt. 24:38-39 über das leichtsinnige Leben der Menschen vor der Sintflut.

Es ist erstaunlich, sagte Pfr. Lankeit (https://simonjude.org/catholic-podcasts), worüber die Leute  besorgt sind, wenn eine Panik ausbricht. Kaum einer denkt an das, was wirklich wichtig ist: das Ewige Leben.

Man jammert, dass Ersparnisse für die eigenen Rente nicht mehr vorhanden sein werden, dass man keine Desinfektionsmittel oder WC-Papier mehr bekommt, anstatt sich um seinen Seelenzustand zu bekümmern.

Man kritisiert die Regierung, dass es kein gescheites Gesundheitssystem gibt, dass Krankenhausbetten knapp werden, anstatt sich um seine kranken Seelen zu kümmern und wie man zur Beichte kommen könnte. Wir diskutieren, wie hygienisch es ist, die Hl. Kommunion zu empfangen, und keiner überlegt sich, ob wir überhaupt im Stand der Gnade leben.

BILD: Predigt von Pfr Lankeit in der Kathedrale vn Phoenix

Zu Moses Zeiten fragten die Israeliten, als sie kein Fleisch mehr hatten: Warum hast Du uns aus Ägypten herausgeführt?  (Ex 17:3,7).

Haben wir denn nichts gelernt? Wir fragen Gott wie damals „Warum?“ und nicht „Wozu?“, nicht nach dem Sinn: „Was versuchst Du uns zu lehren durch all das Leid?“

Welches Gut möchtest Du für meine Seele erwirken, welches ich nicht sehen kann, weil ich geistig blind bin? Ist Gott denn noch bei uns in all dieser Not?

ER ist es und er versucht, uns aus unserer Komfortzone herauszulocken. Er will nicht, dass wir leiden, sondern dass wir aufwachen und uns von der Sünde abwenden, zu unserem eigenen Heil. Jesus weiß die Corona-Krise zu nutzen um eines größeren Zieles willen, welches wir sonst nicht erlangen würden. 

Ist es Zufall, dass wir uns gerade in der vierzig-tägigen Fastenzeit selbst eine Art Quarantäne auferlegen? Quarantäne kommt von der Zahl 40. Und so oft in der Geschichte war nach einer gewissen Zeit der Einkehr und Busse die Plage vorbei.

Not macht erfinderisch – und so bieten viele Priester in den USA neue Beichtmöglichkeiten an – einige beispielsweise auf den leergefegten Sportplätzen ihrer Gemeindeschulen oder auf Parkplätzen.

Fotos: Dr. Edith Breburda, Archiv

 

 


Zeit der Tränen, aber GOTT ist bei uns!

Von Ursula Zöller

Unsere Straßen sind wie leergefegt, Kindergärten und Schulen geschlossen und in den Kirchen werden plötzlich kaum noch Gottesdienste gefeiert: Pandemie! Und das öffentliche Leben kommt zum Erliegen.

Natürlich bleiben wir alle einigermaßen gelassen und doch blutet vielen von uns das Herz, wenn wir erfahren, was nun überall geschieht: Da sollen Großeltern nicht mehr besucht werden!

BILD: Ursula Zöller (links) und Susanne Wenzel gründeten die „Neue kath. Frauenbewegung“ (NKF)

Wie mag es aber vor allem vielen alten Menschen in den Seniorenheimen gehen, die nicht verstehen können, warum sie ihre Lieben nicht mehr sehen? Wie schlimm ist es für Kranke, wenn sie vergeblich auf einen Besuch warten und umgekehrt, wie soll man es ertragen, dass man in der großen Not von Krankheit und Einsamkeit kaum mehr zu denen kommen darf, die gerade jetzt ein tröstendes Wort und eine Umarmung nötig hätten?

In seiner Predigt in der fast menschenleeren Kapelle im Stift Heiligenkreuz sprach Pater Wallner während der Montagsmesse davon, dass man in Italien Sterbenden im Krankenhaus nun manchmal nur noch ein Handy reichen könne, damit sie sich so von den Liebsten daheim verabschieden. Letzte Anrufe mit sicher oft kaum noch hörbarer, ersterbender Stimme.

Das ist ebenso unerträglich wie die Tatsache, dass dort nun Ärzte darüber entscheiden müssen, wem sie noch helfen und wen sie sterben lassen, weil es einfach nicht genug Betten und Beatmungsgeräte gibt. Und was macht Corona mit Schwestern, Pflegern und Ärzten, die bis zur völligen Erschöpfung arbeiten und dennoch oft nicht helfen können.

Dabei schien in unseren fortschrittlichen Industrienationen doch eigentlich alles recht gut geregelt.

Was soll aus den Menschen in den Slums in Afrika, den Lagern in Syrien, der Türkei, in Lybien und Griechenland werden, wenn sich auch dort das so oft tödliche Virus ausbreitet? Dort, wo es kaum Hilfe für sie geben kann!

Zeit der Tränen: Zum ersten mal in meinem Leben habe ich Tränen in den Augen eines Priesters  gesehen, weil er die Heilige Messe fast ohne Gläubige feiern musste und zum ersten mal und am selben Tag erfuhr ich von einem Geistlichen, der ganz alleine in der Kapelle während der Heiligen Messe für die Gemeinde am Bildschirm ein Lied singen wollte, es mehrmals versuchte und dann weinend aufgeben musste. Wie könnte man nicht mit ihm weinen!

Es ist der Tag übrigens auch, an dem verkündet wird, dass es im Vatikan keine Ostermessen geben wird und an dem in Deutschland der Gottesdienstbesuch verboten wird.

Zeit der Tränen, Zeit auch der Umkehr?

Eine Zeit jedenfalls, in der wir in unserer Isolation zuhause Gott suchen könnten, in der wir IHN, Maria und Josef um Hilfe für die ganze Welt anflehen könnten. Karl Borromäus, den Patron gegen die Seuchen, könnten wir bitten, den Schutzpatron der Deutschen, St. Michael, um Fürsprache bei Gott ersuchen. 

Tage der Tränen. Und doch sang Pater Wallner in dieser Montagsmesse am Schluß das Lied, das Dietrich Bonhoeffer vor seiner Hinrichtung gedichtet hat: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott ist bei uns!

Unsere Autorin Ursula Zöller aus Aschaffenburg gründete die NKF – hier geht es zum Portal: https://frauenundkirche.wordpress.com/


Costi Hinn: Neffe eines charismatischen Star-Predigers findet zum nüchternen Glauben

Von Felizitas Küble

Über das Wirken des pfingstlerischen „Evangelisten“ Benny Hinn haben wir bereits im Jahre 2011 in unserem CHRISTLICHEN FORUM kritisch berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/ 

Hinn gehört zu den zahlreichen Vertretern eines „Wohlstandsevangeliums“, einer einflußreichen Richtung innerhalb der protestantisch-charismatischen Bewegung. Viele selbsternannte Propheten dieses Spektrums leben auch privat in Saus und Braus – ganz ihrer „Botschaft“ gemäß also.

Benny Hinn gehört neben John Wimber (+) und dem kürzlich verstorbenen Reinhard Bonnke zu den prominentesten Stars in der amerikanischen Schwärmerbewegung, die sich vor allem auf Zeichen und Wunder, „Heilung und Befreiung“ spezialisiert.

Doch manchmal geschehen dort „Zeichen und Wunder“ der anderen Art, der nüchternen nämlich.

So erging es Costi Hinn, der sich von den Irrlehren und schwarmgeistigen Praktiken seines Onkels Benny öffentlich abgewandt hat.

Er schreibt über sein Leben in der Hinn-Sippe:

„Wir lebten einen verschwenderischen Lebensstil, waren zu Loyalität gezwungen und unsere Version des Evangeliums war das grosse Geschäft. Jesus Christus war zwar immer noch Teil unseres Evangeliums, aber er war eher ein Geist in einer Lampe anstatt der König der Könige: Wenn man die Lampe nur richtig rubbelte – durch Spenden und Glauben –, würde das geistliche Erbe freigesetzt. Wir lebten die Wohlstandstheologie: eine 1000-m²-Mansion, zwei Mercedes Benz in der Garage, dazu ein Zwei-Millionen-Dollar-Strandhaus in Kalifornien – wir waren gesegnet!“

Costi Hinn berichtet weiter, die kritischen Stimme von außen seien in der Familie nicht toleriert, sondern als Verfolgung durch Finsterniskräfte gedeutet worden.

Auch die vermeintliche „Heilungsgabe“ stand im Dienste des Mammon: „Wir heilten nur in den Veranstaltungen, wo passende Musik eine Stimmung erzeugte, Geld den Besitzer wechselte und die Menschen «genug Glauben» hatten.“

Allmählich wuchsen in dem jungen Mann die Zweifel, auch weil „viele unserer Prophezeiungen im Widerspruch zur Bibel“ standen.

BILD: Typischer Titel für ein Charismatiker-Buch: „Er berührte mich!“ (Benny Hinn)

Doch er dachte, gerade der Reichtum müsse doch ein Zeichen dafür sein, daß Gott auf der Seite seiner Sippe stehe – so wurde es ihm ständig beigebracht.

Als sich dann aber herausstellte, daß seine Frau Christine nicht „in Zungen beten“ konnte, obwohl dies in seinem Umfeld für äußerst wichtig gehalten wurde, stiegen erneut skeptische Fragen in ihm hoch.

Er las gründlich in der Heiligen Schrift und erkannte zunehmend, wie einseitig und irreführend viele Bibelstellen von charismatischer Seite ausgelegt und in den Dienst der eigenen Interessen gestellt werden.

Infolgedessen trennte Costi sich von der Charismatischen Bewegung und nahm in Kauf, von seiner Herkunftsfamilie diffamiert zu werden. Er wurde danach Pastor einer bibelorientierten Gemeinde in Arizona.

Quelle für die Zitate: https://www.livenet.ch/themen/people/erlebt/317028-warum_costi_hinn_seinem_onkel_und_dessen_theologie_den_ruecken_kehrte.html


Singapur: Schwester Gerarda begleitete viele Todeskandidaten zur Hinrichtung

Gerarda Fernandez lebte und arbeitete 40 Jahre lang als Ordensfrau in Singapur im Bereich der Gefängnispastoral und begleitete während ihrer Tätigkeit insgesamt 18 Frauen und Männer, die zum Tode verurteilt auf ihre Hinrichtung warteten.

Die 1938 geborene Nonne wollte dabei vor allem Barmherzigkeit und die Liebe Christi zu den Gefangenen im Todestrakt bringen. Für ihr Engagement wurde die katholische Ordensschwester in die BBC-Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt aufgenommen.

 Die Arbeit unter den Gefangenen im Changi-Gefängnis in Singapur bezeichnet sie als „etwas Besonders“ und erklärt:

„Alle Menschen im Todestrakt haben gegen Gottes Gebote gehandelt und damit ihr junges Leben zerstört. Aber dank der Barmherzigkeit Jesu verändert Gott diese letzte Phase ihres irdischen Lebens. Viele haben das Wunder der Bekehrung erlebt. Der gute Hirte hat seine Schafe gefunden.“

Ein Mörder habe ihr vor der Hinrichtung gesagt: „Mach dir keine Sorgen, Schwester. Ich weiß, dass Gott mich liebt. Morgen früh werde ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.“

Die Ordensfrau sagt jedoch auch, sie sei gegen die Todesstrafe, „die unmenschlich ist und das Recht auf Leben verletzt“. Strafe sei erforderlich, doch solle sie „die Möglichkeit der Umkehr und Barmherzigkeit einschließen.“

Schwester Gerarda erklärt, ihre Bittgesuche seien vom Staat ernst genommen worden: „Es gibt heute eine Revision der Todesstrafe in Singapur und mehrere Kandidaten erhielten bereits eine Aussetzung ihres Todesurteils.“

Quelle: Fidesdienst


GOTT vergilt jedem nach seinen Werken

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 2,2-11:

Du bist unentschuldbar, wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selber, da du – der Richtende  – dasselbe tust. Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?
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Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den «Tag des Zornes», den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht.
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ER wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen, denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben;
denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm.
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Not und Bedrängnis wird jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen;
Herrlichkeit, Ehre und Friede werden jedem zuteil, der das Gute tut, zuerst dem Juden, aber ebenso dem Griechen; denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.