Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus in der Slowakei errichtet

Eine Idee der Bürgerinitiative „Die unauffälligen Helden“ wird umgesetzt

Der Autor eines Aufrufs vom 25. November 2010 für die Entstehung eines Museum über die Verbrechen des Kommunismus in der Slowakei war der Vorsitzende des Bürgervereines „Die unauffälligen Helden“, Franz Neupauer.

„Die Zeit des totalitären Regimes hat die Geschichte unseres Landes gravierend beeinflusst“, so im Aufruf Neupauers. „Deshalb ist es sehr wichtig, sogar direkt unvermeidlich, dass auch die Slowakei eine würdevolle Institution hat, die an die Verbrechen und die Opfer dieser Ära erinnert.“  Unterdrückung

In Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, ist nunmehr am 16. November, dem symbolischen Datum der Wende, vorläufig das „Museum der Verbrechen und der Opfer des Kommunismus“ eröffnet worden (Die offizielle Eröffnung ist für März 2013 geplant). Es reiht sich in weitere „Stätten der Erinnerung“ in mehreren Städten der ehemals kommunistisch regierten Länder ein.

Unterstützung fand diese Idee von mehreren Institutionen sowie von fast 3000 Bürgern der Slowakischen Republik (SR).

Auch die ehem. Ministerpräsidentin I. Radicova schenkte diesem Vorhaben ihre Aufmerksamkeit. Sie hatte geplant, ein Museum für die Opfer des Kommunismus in unmittelbarer Nachbarschaft der Regierungs-Gebäude der SR zu errichten.

Mit der Realisierung war das Slowakische Kultusministerium beauftragt worden. Dieses Vorhaben hat der Staat nach den Neuwahlen mit einem der Sieg der Mitte-Links-Parteien fallen gelassen und keine Mittel mehr zur Verfügung gestellt.

Aus diesem Grunde wird jetzt das Museum nur durch Spenden von Bürgern und Einzelpersonen, auch aus dem Bereich der Justiz, unterstützt und finanziert. Das alles geschieht dank der Initiative „Die unauffälligen Helden“ und der Unterstützung der Hochschule für Gesundheit und Sozialarbeit „Heilige Elisabeth“.

In den Dachräumen der Hochschule, die Rektor Vladimir Krcmery, ein Neffe von Silvester Krcmery, dem führenden Mitglied der Untergrundkirche  ‑  die während der roten Diktatur nur geheim wirken konnte  ‑  zur Verfügung gestellt hat, wird der Zeitraum vom kommunistischen Putsch 1948 bis zum Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur 1989 dargestellt, mit Schwerpunkt auf dem persönlichen Schicksal vieler, die der Diktatur Widerstand geleistet haben (Das Regime hatte im April 1949 eine Kommission zur systematischen Unterdrückung der katholischen Kirche eingesetzt).

Die erste Etappe der Ausstellung konzentriert sich auf die Dokumentierung der Schicksale all der unrechtmäßig Verurteilten, die nach dem November 1989 rehabilitiert worden sind.

Neupauer ist immer noch dabei, Exponate für die Sammlung zusammenzutragen. Mittelfristiges Ziel des Museums ist es, auch totalitäre Regime außerhalb Europas zu dokumentieren.

Quelle: Jan Bentz in www.zenit.org