Ungarndeutsche sind im Parlament vertreten

Bis zum 2. Weltkrieg lebten Millionen Deutsche als Minderheit verstreut in ganz Europa. Heutzutage sind die meisten längst vertrieben worden, gestorben oder assimiliert. Doch Reste der deutschen Volksgruppen gibt es in vielen Staaten Europas.

In Ungarn verdoppelte sich innerhalb weniger Jahre die Zahl derer, welche sich zum Deutschtum bekennen (heute rd. 60.000). Erstmals seit 1945 haben die Ungarndeutschen den Sprung ins Parlament geschafft.

Die jeweiligen nicht-ungarischen Volksgruppen besitzen die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen. So können sie eigene Repräsentanten für das Parlament wählen, die von einer Fünf-Prozent-Hürde befreit sind.

Erfolg hatten die Ungarndeutschen bisher nie, zu mühsam ist der Prozess der Registrierung. 2014 schafften es die Ungarndeutschen, etwa 15.000 Stimmen unter den Deutschen zu sammeln. Dieses Jahr schafften sie mit 33.000 Stimmen einen weitaus besseren Erfolg und können mit Imre Ritter einen eigenen Abgeordneten entsenden.
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Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.unzensuriert.at/content/0026652-Deutsche-Minderheit-Ungarn-erstmals-mit-einem-Abgeordneten-im-Parlament-vertreten

 


Ungarn führt den 19. Januar als Gedenktag für die vertriebenen Deutschen ein

In Ungarn wird ab kommendem Jahr der Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Eine entsprechende Resolution für den 19. Januar als jährlichen Gedenktag nahm das ungarische Parlament am Dienstag ohne Gegenstimme an. An diesem Datum verließen 1946 die ersten Deportationszüge das Land.

Insgesamt wurde fast 200.000 Deutschen die Staatsbürgerschaft entzogen. Sie wurden enteignet, entrechtet und gedemütigt. Tausende waren zuvor bereits in sowjetischen Konzentrationslagern ermordet worden.

Mit dem Gedenktag will die ungarische Regierung an die „ungerechtfertigte“ Vertreibung erinnern. Eine Entschädigung der Vertriebenen stand jedoch nicht zur Debatte. 

Foto: CDU Hessen

Foto: CDU Hessen

Bereits im Vorfeld der Abstimmung war das Vorhaben von der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (siehe Foto) gewürdigt worden:

„Fidesz und die Christdemokraten haben mit ihrer Resolution einen weiteren richtigen Schritt zur Versöhnung und zur Bewältigung eines dramatischen Teils deutsch-ungarischer Geschichte getan“, sagte die CDU-Politikerin.

In Deutschland selber stehe eine angemessene Beachtung des Schicksals der deutschen Heimatvertriebenen und eine Anerkennung ihres Beitrags zum Wiederaufbau Deutschlands allerdings noch aus, bemängelte die CDU-Politikerin.

Quelle: Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT