Ein evangelischer Autor über Bischof Dyba und sein Einsatz für die Einheit Deutschlands

Von Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf

Als Dr. Johannes Dyba zum Bischof von Fulda ernannt wurde, ging ihm lediglich der Ruf voraus, ein „Konservativer“ zu sein. Er sorgte bald selbst dafür, zu zeigen, dass es sich hier nicht nur um Stilfragen handelte.

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts lief die Abtreibungskampagne der politischen Linken auf Hochtouren. Dem stellte sich die „Lebensrechtsbewegung“ des Ulmer Arztes Siegfried Ernst entgegen.

Erzbischof Dyba sorgte für einen besonderen Eklat:

Er ordnete an, dass am „Tag der unschuldigen Kinder“, dem 28. Dezember, im Bistum Fulda alle Kirchenglocken geläutet wurden. An diesem Tag gedenkt die Kirche des Kindermords des Königs Herodes in Bethlehem, durch den dieser verhindern wollte, dass der dort geborene „König der Juden“ ihm oder seinen Nachfolgern gefährlich werden konnte. Joseph hatte Maria und das Kind aber längst in Ägypten in Sicherheit gebracht.

Das Glockenläuten von Fulda hatte ein ungeheures Echo: Die politische Linke schäumte. „Stoppt Dyba!“ wurde auf die Hände gestempelt. In einem Gespräch, zu dem mich der Bischof aufgrund eines Hinweises von Dr. Siegried Ernst nach Fulda einlud, zeigte es sich, dass leider kein evangelischer Bischof sich als „ökumenisches Pendant“ zur Verfügung stellen wollte. Trotzdem: Erste Ansätze zu einer „Bekenntnis-Ökumene“ zeichneten sich ab.

In den 90er Jahren kam es zu einer weiteren Begegnung: Der Bremer „Bohnenkönig“ war in Fulda gefunden worden. (Ein Prominenten-Club „wählt“ jährlich einen „Bohnenkönig“: Wer eine Kaffeebohne im Essen vorfindet, wird damit zum „Bohnenkönig“.)

Der damalige hessische Ministerpräsident Hans Eichel lud ins Fuldaer Schloß ein. Das Grußwort des Bischofs erinnerte an ein solches des einstigen katholischen Landesherrn, der sich in großer Souveränität darstellte.

BILD: Dieser Beitrag von Dr. Sauerzapf erschien zuerst in unserem Sammelband „Der Löwe von Fulda“: 33 Autoren (darunter auch eine Reihe evangelischer Verfasser) würdigen Erzbischof Johannes Dyba von Fulda

Im Frühjahr 1989 stellte der Bischof auf meine Bitte die Weichen für ein historisches Geschehen: Der Zusammenschluss fast aller nichtkatholischer Kirchen, der „Ökumenische Rat der Kirchen“ oder“ Weltrat der Kirchen“ hatte zu Gebeten aufgerufen für die Freiheit des von Südafrika verwalteten Südwestafrika/Namibia. Viele evangelische Kirchen in der Bundesrepublik und der DDR beteiligten sich an dieser Gebets-Kampagne.

Nun wusste ich, dass sich am 17. Juni die Deutsche Burschenschaft an der Zonengrenze bei Fulda traf, um für die Freiheit der Deutschen in der DDR zu demonstrieren.

Nachdem die Deutsche Burschenschaft ihr Interesse an einem Gottesdienst nach dieser Demonstration bekundet hatte, in dem für die Freiheit und Einheit Deutschlands gebetet werden sollte, kam Bischof Dybas große Stunde:

Er stellte auf meine Bitte hin die karolingische St. Michaelskirche neben dem Dom zur Verfügung. In einem ökumenischen Gottesdienst, an dem 250 Burschenschafter und Bundesgrenzschutzangehörige teilnahmen, konnte ich für die Einheit unseres Landes in Frieden und Freiheit beten.

Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin und die innerdeutsche Grenze. Unsere Gebete waren erhört worden.

Auch später traf ich Bischof Dyba öfters bei Veranstaltungen der Militär-Seelsorge, zu denen er als der Katholische Militärbischof mich einlud. Für den Auftrag der Bundeswehr waren seine klaren und eindeutigen Aussagen eine große Hilfe. Leider gab es keinen evangelischen Bischof, der seiner Haltung „Unverschämt katholisch“  – so der Titel einer Veröffentlichung 2002  –  mit einem „Unverschämt evangelisch“ entsprochen hätte.

Die von dem Tübinger Theologen Professor Peter Beyerhaus angeregte „Bekenntnis-Ökumene“ kam erst später. Dazu trug entscheidend ein Gespräch mit Bischof Dyba in Fulda bei, zu dem er Prof. Dr. Peter Beyerhaus, den damaligen Präsidenten der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, seinen Stellvertreter, Prof. Dr. Horst Beck, und mich eingeladen hatte.

Zu unserem evangelischen Autor: Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf, geb. 1937 in Stuttgart, Abitur 1958 in Eßlingen, Studium der Theologie und Geschichte 1959 bis 1965 in Tübingen, Berlin und Genf; verheiratet, vier erwachsene Kinder.
Im Dienst der Evangelischen Landeskirche von 1965 bis 1972 in Eßlingen, Göppingen und Stuttgart, Dr. theol. 1975 an der Universität in Pretoria, 1972 bis 1978 Oberpfarrer der Evangelischen Seelsorge im Bundesgrenzschutz in Bonn, 1979 bis 2000 evangelischer Grenzschutzdekan in Kassel, seit 1.1.2001 im Ruhestand, Mitarbeit in der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften. 10 Jahre lang Vorsitzender der Hilfsaktion Märtyrerkirche. Präsident des Preußeninstituts eV.


USA: Biden erlaubt Forschung mit dem Gewebe von abgetriebenen Kindern

Zukünftig darf in den USA wieder – wie einst unter Präsident Obama – das Gewebe abgetriebener Kinder für die „wissenschaftliche Forschung“ verwendet werden, wie die Tagespost berichtet.

„GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag erklärte Bidens Sprecherin Jen Psaki, es sei wichtig, „in die Wissenschaft zu investieren“, um Krankheiten zu heilen, etwa bei der Herstellung von Medikamenten gegen Aids, Corona, Krebs, Diabetes etc.

Joe Biden hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die Embryonenschutzverordnungen der Regierung Trump abschaffen und die Nutzung embryonalen Gewebes von Ungeborenen wieder erlauben.

Christliche Verbände, konservative Gruppen sowie die US-Bischofskonferenz haben die Lockerung kritisiert:

„Die Körper von Kindern, die durch eine Abtreibung getötet wurden, verdienen denselben Respekt wie die jeder anderen Person“, äußerte der zuständige Erzbischof Joseph Naumann in einer Stellungnahme. Die Regierung habe kein Recht, unschuldige Opfer von Abtreibungen als „Rohstoff“ zu behandeln, deren Körperteile für die wissenschaftliche Forschung geplündert werden dürften. 

Von unserer Autorin Dr. med. Edith Breburda gibt es kompetente Bücher und Artikel zu diesen und anderen bioethischen Themen: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Edith+Breburda


Nein zur Kostenübernahme pränataler Tests

Von Dennis Riehle

Der Auftrag von Krankenkassen ist es, Prävention und Gesundheitsförderung zu betreiben, akute Behandlung und Therapie zu ermöglichen sowie durch Rehabilitation und Nachsorge eine Heilung und Genesung voranzutreiben.

Ich halte es mit den geltenden Sozialgesetzen nicht vereinbar, wenn die Krankenversicherung künftig den Bluttest auf Trisomie 21 finanzieren soll. Die Zweckentfremdung von Mitteln für die Erkennung von zunächst unveränderlichen Behinderungen gehört nicht zum Leistungskatalog der Sozialversicherung.

Die Konsequenz aus dem Ergebnis führt zu keinen gesundheitlichen Maßnahmen, sondern ist lediglich eine Orientierung für die Eltern. Durch einen Vorstoß, diese Überprüfung durch den gesetzlichen Krankenversicherungsträger bezahlen zu lassen, steigt der Anreiz zur Durchführung der Gendiagnostik.

Einen solchen Trend sollten wir aber aus unterschiedlichen Gründen verhindern. Nicht nur, dass die Forderung der emanzipatorischen Bewegung nach einer völligen Legalisierung der Abtreibung zu jedwedem Zeitpunkt der Schwangerschaft weiteres Futter bekommen würde.

Die utopische Ideologie des idealen Menschen fände weitere Anhänger. Wir dürfen keine Selektion zulassen, sondern müssen den Schutz jedes Einzelnen in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stellen.

Schließlich ist aller Anreiz, über eine Behinderung wie das „Down-Syndrom“ beim heranwachsenden Baby Auskunft zu erhalten, eine potenzielle Entscheidungshilfe, sich einseitig und unkritisch gegen das Kind zu positionieren.

Die vollständige Transparenz über den Gesundheitszustand des Embryos birgt eine Sogwirkung in sich, denn die Aussicht auf Bestätigung beeinflusst die Abwägung von Mutter und Vater über den Fortbestand der Schwangerschaft und animiert auch jene Eltern, die sich eigentlich für ein behindertes Kind ausgesprochen haben, eine Abtreibung zumindest in Betracht zu ziehen.

Insgesamt hätte die Kostenübernahme von pränatalen Tests auf mögliche Behinderungen des Fötus auch eine gesellschaftliche Sprengwirkung. Sie würden in den Augen vieler Menschen zum Standard, der sie aber niemals sein darf. Denn auch wenn Kritiker der Lebensrechtsbewegung ihren Wunsch nach einem transhumanistischen Umsturz stets leugnen, so ist der Dammbruch doch ziemlich nahe:

Wir nähern uns dem Designer-Baby in immer größeren Schritten, weil wir es verlernt haben, mit der Gestaltungsvielfalt der Natur umzugehen.

Die Schöpfung zielt nicht auf Perfektionismus ab – und das hat einen guten Grund: Ein Individuum ohne Ecken und Kanten ist nicht überlebensfähig. Krankheit, Behinderung und Leid können wir nicht verstehen, aber sie haben nach meiner festen Überzeugung einen Hintergedanken: Sie stärken uns in unserer Fähigkeit, eine heilsame Resilienz aufzubauen.

Menschen, die aufgrund der subjektiven Ungerechtigkeit an der Theodizée-Frage zerbrechen könnten, weisen stattdessen eine übermäßige Widerstandskraft auf, mit Tiefschlägen in ihrem Leben besser umzugehen als jene, die scheinbar im Land elendsloser Glückseligkeit verharren.

Anstelle einer Debatte über die Pränataldiagnostik sollten wir eine gesellschaftliche Diskussion über unser Bild von Behinderung führen. Es genügt nicht, wenn wir theoretische Dialoge über Inklusion bestreiten, gleichzeitig aber „Handicaps“ als bloße Last ansehen. Die Anerkennung von uneingeschränkter Würde jeder Person zu praktizieren, das bleibt eine Aufgabe von uns allen.

Denn wenn wir die Integrität des Einzelnen – nicht nur aus weltanschaulichen, sondern insbesondere aus moralischen Gründen – wahren möchten, müssen die Barrieren in unseren Köpfen fallen. Es ist wahrlich kein Manko, behindert zu sein – und auch keine Bürde.

Vielmehr bereichern uns jene Menschen, die aus ihrer Diversität eine Chance machen: Sie schaffen ein pluralistisches Miteinander und tragen mit ihrem Optimismus dazu bei, manch Nörgelei der Vielen zumindest ein Stück weit zu relativieren.

Erst in jenem Moment, in dem wir Behinderung als ein Abbild von Normalität begreifen, lassen wir Integration auch wirklich zu. Schon alleine deshalb untersagt uns die Ethik das engstirnige Suchen nach absoluter Gewissheit, denn wir haben Unterschiedlichkeit zur Konvention gemacht. Sind wir jetzt auch bereit dazu, sie zu gestalten und das Recht auf Leben unbeschränkt anzuerkennen?

Unser Autor Dennis Riehle lebt in Konstanz und hat eine eigene Homepage: https://www.dennis-riehle.de


USA: PP klagt gegen das Herzschlag-Gesetz

Der US-Bundesstaat South Carolina hat ein Gesetz in Kraft gesetzt, das Abtreibungen verbietet, sobald beim Ungeborenen der Herzschlag festgestellt werden kann. (Siehe hierzu unser Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/19/south-carolina-fuhrt-herzschlag-gesetz-ein/)

Planned Parenthood, der größte Anbieter von Abtreibungen und Embryonen-Organhandel in den USA, hat umgehend dagegen geklagt.

„Gerechtigkeit für die Ungeborenen“

Das Gesetz –  mit deutlicher Mehrheit beschlossen und bereits in Kraft gesetzt – sieht vor, dass vor jeder Abtreibung eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden muss.

Wird beim Baby im Mutterleib ein Herzschlag festgestellt, ist eine Abtreibung nicht zulässig, außer in Sonderfällen (Vergewaltigung, Inzest oder Gefahr für das Leben der Mutter).

Planned Parenthood hat gegen das Gesetz geklagt, weil es dem Urteil „Roe versus Wade“ widerspreche, mit dem der Oberste Gerichtshof der USA 1973 die Abtreibung legalisierte. South Carolina ist nicht der erste Bundesstaat, der ein Lebensschutz-Gesetz dieser Art beschlossen hat.

Lebensrechtler hoffen, dass der Rechtsstreit um die Gesetze bis zum Obersten Gerichtshof geführt wird, der dann die Möglichkeit hätte, das Urteil „Roe versus Wade“ gleichsam abzuschaffen.

US-Präsident Joe Biden hat als eine seiner ersten Amtshandlungen die Finanzierungsschleusen für die weltweite Abtreibungsindustrie wieder geöffnet. Große Abtreibungsgruppierungen wie PP hatten unter US-Präsident Donald Trump zuvor viele Millionen Steuergelder verloren.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.journalistenwatch.com/2021/02/26/planned-parenthood-gesetz/


Das Tötungsverbot gilt auch bei Ungeborenen

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags am 8. Mai erklärt die Bundesvorsitzende der Lebensschutzorganisation Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Cornelia Kaminski (siehe Foto), heute in Augsburg:

Der Internationale Weltfrauentag, der ursprünglich Forderungen nach Einführung des Frauenwahlrechts sowie der immer noch nicht vollständig erreichten Gleichberechtigung von Frauen in Familie und Beruf Nachdruck verlieh, wird missbraucht, wo er mit der Fiktion eines sogenannten (Frauen-)Rechts auf Abtreibung verbunden wird.

Ein Recht auf die Tötung wehrloser und unschuldiger Kinder gibt es weder vor noch nach der Geburt. Kinder sind, außer im Falle von Vergewaltigungen, stets das Ergebnis sexueller Handlungen, für deren Folgen diejenigen, die sie vornehmen, auch die volle Verantwortung tragen. Die Selbstbestimmung von Frauen und Männern über den jeweils eigenen Körper, für die auch die ALfA eintritt, setzt nicht erst dann ein, wenn ein Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist.

In Zeiten, in denen die Rechtsordnungen vieler Staaten sowohl Männern als auch Frauen die Vornahme von Sterilisationen ohne medizinische Indikation ermöglichen und einer der häufigsten Abtreibungsgründe ein bereits erfüllter Kinderwunsch ist, erscheint die Forderung nach einem (Frauen-)Recht auf Abtreibung noch einmal ganz besonders brutal und menschenverachtend.

Ein Rechtsstaat kann unmöglich Frauen vom allgemeinen Tötungsverbot ausnehmen.

Frauen das Recht einzuräumen, Ärzte im Falle einer unerwünschten Schwangerschaft mit der Tötung des Kindes zu beauftragen, bedeutet letztlich, sie für unfähig zu erklären, Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Das käme einer Entmündigung von Frauen gleich.

Wer daher ein (Frauen-)Recht auf Abtreibung fordert, mag vieles sein: ein Frauenfreund ist er nicht.

Auch die Verharmlosung der Tötung von Kindern im Mutterleib als „Entfernung von Schwangerschaftsgewebe“ ist eine Beleidigung für selbstständig denkende Frauen: jede Schwangere kann sich in Internetforen über das tatsächliche  Aussehen und die Fähigkeiten des ungeborenen Kindes auch zu einem frühen Stadium der Schwangerschaft informieren. Von „Gewebe“ reden ausschließlich Abtreibungsbefürworter, und das auch nur dann, wenn das ungeborene Kind unerwünscht ist.

Wer meint, Frauen auf diese Weise für dumm verkaufen zu können, handelt ebenso diskriminierend wie all diejenigen, die mit so merkwürdigen Wortschöpfungen wie „Person mit Uterus“ Frauen auf ihre reproduktiven Organe reduzieren.

Es besteht Einigkeit in der Einschätzung, dass Frauen sich die Entscheidung zur Abtreibung nicht leicht machen. Viele Frauen erkennen im Nachhinein, dass die Entscheidung falsch war oder sie im entscheidenden Moment nicht die Kraft besaßen, das Leben ihres Kindes zu schützen. Denn nicht selten müssen sie sich gegen ein Umfeld behaupten, das zur Abtreibung rät oder gar drängt.

Manche Frauen verfolgt die Abtreibung des eigenen Kindes daher für den Rest ihres Lebens. Einige ziehen sich dabei körperliche und/oder seelische Schädigungen zu, die zu ernsthaften Beeinträchtigungen führen können. Es wäre sehr im Sinne dieser Frauen, wenn statt eines Rechts auf Abtreibung ein Recht auf umfassende Aufklärung und Unterstützung im Schwangerschaftskonflikt verankert würde.


Das Lebensrecht der Ungeborenen

Von Dr. Josef Bordat

Das Bundesverfassungsgericht erklärte vor 46 Jahren – am 25. Februar 1975 – die 1974 verabschiedete „Fristenregelung“ bei Abtreibungen für verfassungswidrig. Eine Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft verletze das Recht des ungeborenen Menschen auf Leben.

Denn: Das „Recht auf Leben wird jedem gewährleistet, der ,lebt’; zwischen einzelnen Abschnitten des sich entwickelnden Lebens vor der Geburt oder zwischen ungeborenem und geborenem Leben kann hier kein Unterschied gemacht werden“ (Urteil des BVerfG vom 25.02.1975, AZ 1 BvF 1/74 u.a. [BVerfGE 39, 1, veröffentlicht in: NJW 1975, 573]).

Diesen Grundsatz zum Lebensrecht des ungeborenen Menschen hat das Bundesverfassungsgericht dann 18 Jahre später noch einmal betont: Das Grundgesetz enthalte keine „dem Entwicklungsprozess der Schwangerschaft folgenden Abstufungen des Lebensrechts“ (Urteil des BVerfG vom 28.05.1993, AZ 2 BvF 2/90 u.a. [BVerfGE 88, 203, veröffentlicht in: NJW 1993, 1751]).

Also: Der in Artikel 1, Absatz 1, Satz 1 Grundgesetz erwähnte Mensch hat keine würde- und rechtlosen Vorstufen. Auch der ungeborene Mensch hat eine einzigartige, unhintergehbare, bedingungslos zu achtende und zu schützende Würde, und infolgedessen kommt dem ungeborenen Menschen auch das Recht auf Leben nach Artikel 2, Absatz 2 Grundgesetz zu – ohne Wenn und Aber.

Mehr dazu in meinen Büchern Ewiges im Provisorium (2019)
Würde, Freiheit, Selbstbestimmung. Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand (2020)

Quelle: https://jobosblog.wordpress.com/2021/02/25/das-lebensrecht-ungeborener/


Unser PLAKAT zeigt HERZ für alle KINDER

POSTER aus unserem KOMM-MIT-Plakatdienst in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. vorweg in Briefmarken beilegen). – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


CDL-Geschäftsführerin Carbanje kritisiert ASTA-Kampagne gegen Prof. Paul Cullen

Odila Carbanje (siehe Foto) ist Bundesgeschäftsführerin und NRW-Landesvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben).

In einer aktuellen Stellungnahme äußert sie ihre „große Sorge“ über Forderungen des ASTA in Münster, „die quasi auf ein Berufsverbot für Prof. Cullen hinauslaufen.“

Es geht hierbei um einen ultralinken Medienfeldzug gegen den Labormediziner Prof. Dr. Paul Cullen mit dem fanatischen Ziel, dem Vorsitzenden der „Ärzte für das Leben“ seine Professur an der Universität Münster abzuerkennen – und dies vor allem wegen seines Einsatzes gegen Abtreibung, die er als „Tötung“ bezeichnet, was ihm ernsthaft zum Vorwurf gemacht wird.

Frau Carbanje erklärt weiter zu dieser Kampagne: „Sie gefährdet den wissenschaftlichen Diskurs an den Universitäten und damit auch die Zukunft unabhängiger Wissenschaftler. Wer dem linksextremen Spektrum nicht entspricht, darf an der Uni nicht mehr unterrichten?“

Das Vorgehen wirkt umso absurder, als diese Lebensrechtsthemen nicht einmal Gegenstand seiner Vorlesungen sind, sondern sein persönliches Anliegen:

„Dass sich Prof. Cullen in seiner Freizeit für das Lebensrecht Ungeborener einsetzt, würde, wenn es sich dabei um Frösche oder Wölfe handelt, unterstützt und gefeiert. Da es aber bei seinem Engagement um ungeborene Kinder geht, sieht man in ihm eine Gefahr.“

Zudem verweist die Lebensrechtlerin darauf, daß im Strafgesetzbuch (StGB) Abtreibung nach wie vor als rechtswidrig definiert wird und fügt hinzu: „Sowohl unser Grundgesetz wie auch die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes stellen ungeborene Kinder unter absoluten Schutz.“

Dem entspreche auch die „Lehre der katholischen Kirche.“ – Als Katholik orientiere sich Cullen daran und er stehe mit beiden Beinen auf dem Boden unserer Verfassung.

Kardinal von Galen, der bis heute in Münster, in Deutschland und weltweit als unbeugsamer Mahner verehrt wird, habe einst durch seine Predigten zum Lebensrecht aller Menschen in bedrängter Zeit Mut und Gerechtigkeitssinn bewiesen.

Frau Carbanje fragt: „Kommen wir wieder dahin, dass, wer es ihm gleichtut, Repressalien erwarten muss?

Dass Prof Cullen kein Einzelfall ist, zeige sodann die Gründung des ‚Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit‘.

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Die Causa Cullen aus christlicher Sicht

Mathias von Gersdorff

Paul Cullen, Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster und Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“, ist gegenwärtig Ziel einer Hetzkampagne aufgrund seines Einsatzes für ungeborene Babys.

Der ASTA-Münster veröffentlichte am 19. Januar 2021 zusammen mit einer Gruppierung namens „Kritische Mediziner*innen“ eine Stellungnahme mit wüsten Beschimpfungen gegen den Pro-Life-Ärzt. Im Text werden die klassischen Totschlagargumente linker Pamphlete in wilder Mischung vorgebracht.

Diesem „Statement“ ging eine Pressemitteilung der „Grünen Jugend“ vom 4. Dezember 2020 gegen den „radikalen Abtreibungsgegner“ Paul Cullen voraus.
(Hier dokumentiert: https://aktion-sos-leben.blogspot.com/2021/02/dokumentation-hetzschrift-der-grunen.html).

Beide Texte wettern gegen Cullen, weil er sich für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder einsetzt und dementsprechend gegen die geltende Abtreibungsregelung.

Was ist der eigentliche Grund für diese verbale Hinrichtung?

Es gibt viele Akademiker, die sich für das Leben der Ungeborenen einsetzen. Gynäkologen müssen das eigentlich schon aus beruflichen Gründen tun.

Der Hass der Linken konzentriert sich gegenwärtig aber auf Prof. Cullen, weil sein Einsatz einen christlichen (konkret katholischen) Hintergrund hat. Cullen ist überzeugter Lebensrechtler, weil er gläubig ist.

Das ist es, was den Zorn der „Grünen Jugend“ und des ASTAs erzeugt.

Würde Prof. Cullen seine Haltung „lediglich“ wissenschaftlich oder philosophisch begründen, so würde man ihn wahrscheinlich in Ruhe lassen.

Doch Cullens christliche Begründung seiner Haltung macht Abtreibungen stärker zu einem moralischen Problem. Und damit legt er den Finger in die eigentliche Wunde des Themas.

Die Massenabtreibungen in Deutschland sind eine gigantische moralische Wunde. Jeder Mensch, der noch ein einigermaßen funktionierendes Gewissen hat, empfindet das auch so.

Aus diesem Grund ebbt die Debatte um die Abtreibung auch nach vielen Jahrzehnten nicht ab. Das christlich motivierte Lebensrecht ist eine Mahnung an das Gewissen. Deshalb erzeugt es einen so großen Hass bei den Abtreibungsaktivisten.

Das ständige Erinnern an das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ ist das größte Hindernis für eine „Normalisierung“ von Abtreibungen. Durch Stigmatisierung von Lebensrechtlern versucht der Abtreibungsaktivismus, diese mahnende Stimme zu ersticken.

Wenn jemand es wagt, gegen Abtreibung seine Stimme zu erheben und sie als moralisch verwerflich anzuprangern, so soll er anhand einer Hasskampagne zum Schweigen gebracht werden.

Der Feldzug gegen Paul Cullen ist die kaschierte Ausgrenzung eines Christen entsprechend der gesamten Agitation des Abtreibungsaktivismus

Quelle bzw. Erstveröffentlichung hier: https://aktion-sos-leben.blogspot.com/2021/02/angriff-auf-prof-cullen-christenhass.html


Neuer Abtreibungsstreit in USA: Erzbischof Cordileone will eine Entschuldigung von Pelosi

Von Felizitas Küble

Nancy Pelosi ist eine katholische Demokraten-Abgeordnete des linken Flügels und zugleich Sprecherin des Repräsentantenhauses der USA. Für Provokationen ist sie gerne zu haben, etwa als sie Vizepräsident Mike Pence unlängst aufforderte, Präsident Trump sofort abzusetzen (was dieser natürlich ablehnte, zumal es keinerlei Rechtsgrund hierfür gab).

Schon im Vorjahr gefiel es ihr, als Parlaments-Vorsitzende das Manuskript einer Trump-Rede öffentlich zu zerreißen (siehe Foto). Dergleichen erdreistet sich hierzulande nicht einmal die grüne Claudia Roth gegenüber politischen Gegnern.

Nun hat Frau Pelosi den gerechten Zorn eines hohen katholischen Würdenträgers erregt, nachdem sie katholische Lebensrechtler, die Trump wählten, als „Verräter“ diffamierte. Sie warf ihnen vor, für ihre Anti-Abtreibungs-Agenda „die gesamte Demokratie zu verkaufen und zu verraten“ usw.

Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco, der Heimatdiözese von Pelosi, sprach jetzt Klartext: „Unser Land ist mit dem Blut der Unschuldigen getränkt, und das muss aufhören.“ – Der Oberhirte forderte Pelosi zu einer Entschuldigung gegenüber den Trump wählenden Lebensrechtlern auf und erklärte am 22.1.2021 wörtlich:

„In der Frage der gleichrangigen Würde des menschlichen Lebens im Mutterleib steht sie in direktem Widerspruch zu einem grundlegenden Menschenrecht, das die katholische Lehre seit 2000 Jahren konsequent vertritt“.

Die von Pelosi propagierte „Entscheidungsfreiheit“ (in puncto Abtreibung) sei in Wirklichkeit „ein Deckmantel für die Aufrechterhaltung einer ganzen Industrie, die von einem der abscheulichsten Übel profitiert, die man sich vorstellen kann.

Quelle für die Zitate: https://de.catholicnewsagency.com/story/kein-katholik-kann-guten-gewissens-fur-abtreibung-sein-cordileone-antwortet-pelosi-7703?