Das Alte Testament und der Jenseitsglaube

Von Felizitas Küble

Immer wieder liest und hört man die Ansicht, das Alte Testament kenne keine Ewigkeitshoffnung, geschweige eine Vorstellung von einer „unsterblichen Seele“. Als ich am 2. Juni dieses Jahres in Münster an einer Synagogen-Führung teilnahm, äußerte sich ein Teilnehmer in gleicher Weise, wobei die jüdische Leiterin ihm sogleich131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c widersprach: Sowohl frühere wie heutige Juden glauben sehr wohl an ein ewiges Leben und die Unsterblichkeit der Seele.

Aber nicht alleine manche „Leute aus dem Volk“ oder progressive Professoren vertreten jene These, sondern sogar Theologen, die weithin als konservativ gelten, etwa der Heidelberger Neutestamentler Prof. Dr. Klaus Berger. Der Exeget äußerte sich z.B. in der „Tagespost“ vom 9.8.2007 entsprechend: „Eine himmlische Stadt…als ersehnte künftige Heimat der Erzväter kennt das ganze Alte Testament nicht.“  

In bezug auf den Hinweis im Hebräerbrief auf Abraham, der aufgrund seines Auferstehungsglaubens bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern, schreibt Berger: „Natürlich wird hier in die Berichte über Abraham ein Auferstehungsglaube hineingetragen, den weder Abraham selbst noch der Verfasser der Berichte kannte.“

Damit befindet sich der Autor in diesem Punkt auf dem Standpunkt einer modernistischen Bibelauslegung. Zu deren Lieblingsthesen gehört die Behauptung, die Bibel Israels kenne keinen Glauben an ewiges Leben, an die Auferstehung des Leibes, geschweige an eine Unsterblichkeit der Seele; derartige Vorstellungen seien erst durch die griechische Philosophie ins Judentum und Christentum eingedrungen.P1020947

Die Zeugnisse des AT über das Weiterleben im Jenseits sind aber unübersehbar, wobei zweifellos eine Entwicklungslinie erkennbar ist in Richtung eines wachsenden Unsterblichkeitsglaubens.

Hier einige Beispiele, die zunächst aufzeigen, daß die Israeliten Gott als den gerechten Richter erkannten, der einstens das Gute belohnt und das Böse bestraft:

Pred 12, 14: „Denn Gott wird jedes Werk ins Gericht bringen samt allem Verborgenen, sei es gut oder böse.“  –  Pred 11,9: „Wandle die Wege, die dein Herz erwählt und die deinen Augen gefallen, aber wisse, daß dich Gott für alles vor Gericht ziehen wird.“ – Jes. 33,14: „Die Sünder zu Zion sind erschrocken, Zittern hat die Heuchler ergriffen. Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen, wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben?“

Zudem gibt es viele alttestamentliche Aussagen, die vom ewigen Leben sprechen, etwa folgende: Ps 21,5: „Er bat dich um Leben, du gabst es ihm, Verlängerung der Tage immer und ewiglich.“  –  Ez 37, 13: „Wenn ich euere Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, daß ich der HERR biCOLLAGE-BLUSP2n.“

Besonders deutlich äußert sich der Prophet Daniel über Jüngstes Gericht und jenseitige Vergeltung: Dan. 7,18: „Aber die Heiligen des Höchsten werden die Herrschaft empfangen und sie werden sie immerfort behalten in alle Ewigkeit.“  – Dan 12,2-3: „Und viele von denen, die im Erdenstaub schlafen, werden aufwachen: die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schmach und Schande. Und die Verständigen werden leuchten wie des Himmels Glanz und die, welche vielen zur Gerechtigkeit verholfen haben, wie die Sterne immer und ewig.“

Auch der Prophet Hosea glaubt an die Auferstehung; seine rhetorische Frage („Tod, wo ist dein Verderben? Unterwelt, wo ist dein Sieg?“) ist besonders geläufig; viele werden diese Stelle wohl im Neuen Testament vermuten, doch sie findet sich im Alten Testament: „Ich will sie erlösen aus der Gewalt des Totenreichs, vom Tode will ich sie loskaufen. Tod, wo ist dein Verderben? Unterwelt, wo ist dein Sieg?“  (Hos 13,14):

Besonders der Prophet Jesaja verkündet klar und eindringlich das ewige Leben und die Auferstehung am Jüngsten Tag:  „Der HERR wird den Tod auf ewig verschlingen, Gott, der HERR, wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und die Schmach seines Volkes von der Erde hinwegnehmen.“ (Jes 25,8)  – Ähnlich heißt es in  Jes 26,19: „Aber deine Toten werden leben und mein Leichnam wird auferstehen. Wachet und jubelt, ihr Bewohner des Staubes. Denn dein Tau ist ein Morgentau und die Erde wird die Toten wiedergeben.“   afc127c26a

Auch die bekannte Wendung „vom neuen Himmel und der neuen Erde“ findet sich bereits bei Jesaja: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, so daß man der früheren nicht mehr gedenkt….und ihr sollt frohlocken in Ewigkeit über dem, was ich erschaffe.“ (Jes 65,17)

Am schönsten leuchtet der Auferstehungsglaube und zugleich der Gedanke an eine jenseitige Läuterung in den Makkabäerbüchern auf.

So sagt einer der sieben heldenhaften Märtyrerbrüder zu seinem Richter: „Unserer Brüder sind nach kurzem Leiden mit der göttlichen Zusicherung ewigen Lebens gestorben; du jedoch wirst beim Gericht Gottes die gerechte Strafe für deinen Übermut zahlen.“ (1 Makk 7, 36). Auch das Fürbittgebet für die Toten gehört bereits dazu: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie vom Makel ihrer Schuld befreit werden.“ (2 Makk 12,42 f.)
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Unser neues PLAKAT zu Allerseelen

POSTER des ECCLESIA-Plakatdienstes in Münster:

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Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Weish 2,23-24.3,1-9:

Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören. 2422858308_09948afd14

Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden.

In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig.

Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer. Beim Endgericht werden sie aufleuchten wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen. Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen, und der HERR wird ihr König sein in Ewigkeit.

Alle, die auf IHN vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.

 


Die Erscheinungs-„Madonna“ von Medjugorje und die Auferstehung unseres Leibes

Von Christian Schenk

Seit dem 24. Juni 1981 soll die Muttergottes Sehern in Medjugorje, einer Ortschaft in der Herzegowina, erscheinen  –  und bis heute hat sie der Welt durch diese Seher angeblich unzählige Botschaften, die stets veröffentlicht werden, übermittelt.

Doch woran erkennen wir, ob es wirklich die Muttergottes ist, die dort erscheint?

„Es tarnt sich ja selbst der Satan als ein Engel des Lichtes“ (2 Kor 11,14), schreibt der Apostel Paulus. Und in der Geheimen Offenbarung lesen wir: „Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun“ (Offb 16,14). 1_0_744292

„Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist“, ermahnt uns daher eindringlich der Apostel Johannes, „sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen“ (1 Joh 4,1).

Ein entscheidendes Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob es die Muttergottes ist, die in Medjugorje erscheint, bildet die Untersuchung, ob die Botschaften dieser Erscheinung mit den Lehren und Geboten Gottes im Einklang stehen. 

Einst sprach Moses im Namen Gottes zum Volk des Alten Bundes:

„Alles, was ich euch heute befehle, sollt ihr genau befolgen, nichts hinzutun und nichts davon wegnehmen! Steht etwa in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumseher auf und bietet dir ein Wahrzeichen oder ein Wunder an, und es geschieht tatsächlich das Zeichen oder Wunder, aufgrund dessen er dich aufforderte: Lasst uns anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt, und sie verehren, dann darfst du auf die Worte jenes Propheten oder Träumers nicht hören. 

Denn der HERR, euer Gott, stellt euch nur auf die Probe, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, aus eurem ganzen Herzen und aus eurer ganzen Seele liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, Ihn fürchten, Seine Gebote beobachten, auf Seine Stimme hören, Ihm dienen und Ihm in Treue anhangen!“ (Deut 13,1-5).

„Hütet euch vor den falschen Propheten“

Der göttliche Heiland, Unser HERR Jesus Christus, warnte uns ebenso:

„Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben, oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. header_buch

Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen Meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu Mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in Deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit Deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde Ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von Mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,15-23).

Der Himmel widerspricht sich nicht. Zum einen würde die Muttergottes niemals etwas verkünden, was der Offenbarung Gottes entgegensteht und zum anderen besitzt das, was Gott einmal geoffenbart hat, ewige Gültigkeit.

„Meine Worte werden nicht vergehen“

Der Apostel Jakobus schreibt über Gott, dass bei Ihm „kein Wechsel ist oder ein Schatten von Veränderung“ (Jak 1,17). Unser HERR selbst spricht: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen“ (Mk 13,31).

Wenn wir also auf Gott hören wollen, wenn wir nicht „geschaukelt und umhergeworfen“ werden wollen, „von jedem Wind der Lehre im Trugspiel der Menschen, das voll Hinterlist ausgeht auf Täuschung und Verführung“ (Eph 4,14), wenn wir nicht „der Meereswelle“ gleichen wollen, „die vom Winde bewegt und umhergetrieben wird“ (Jak 1,6), dann können wir Erscheinungen, die der göttlichen Offenbarung widersprechen, keinen Glauben schenken.

Wenn wir mit dem Apostel Paulus bekennen: „In der Wahrheit wollen wir stehen“!, dann müssen wir „in Liebe alles hinwachsen lassen auf […] Christus“ (Eph 4,15), Der „die Wahrheit“ ist (Joh 14,6) und von Dem geschrieben steht, dass Er „gestern und heute derselbe“ ist „und in Ewigkeit“, weshalb wir uns „nicht verführen“ lassen dürfen „durch buntschillernde und fremdartige Lehren; denn gut ist es, das Herz mit Gnade zu stärken, nicht mit Speisen, die denen nichts nützten, die sich danach richteten“ (Hebr 13,8f.).

Da die göttliche Offenbarung, wie sie uns in der Heiligen Schrift und in der Apostolischen Überlieferung vorliegt, leicht missverstanden werden kann  –  man betrachte nur die Uneinigkeit in der Schriftauslegung bei den Protestanten!  –  braucht es eine unfehlbare Instanz, die die göttliche Offenbarung stets im richtigen Sinn auslegt.

Diese Aufgabe hat der göttliche Heiland der Kirche übergeben, die Er auf Petrus gebaut (vgl. Mt 16,18) und dem Er alle Seine Lämmer und Schafe übergeben hat, damit er sie weide (vgl. Joh 21,15-17).

„Ich bin bei euch alle Tage“

Den Aposteln, den ersten Bischöfen, versprach der HERR: „Seht, Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Fünfzig Tage nach der Auferstehung Christi wurde den Aposteln der Heilige Geist gesandt (vgl. Apg 2,1-4).

Der Apostel Paulus bezeichnet „die Kirche des lebendigen Gottes“ darum als „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15).

Es kann also kein Zweifel daran bestehen, dass die Kirche in ihrer Lehrtätigkeit immerdar unfehlbar ist und dass der, der die Kirche ablehnt, Christus selbst ablehnt. Unser HERR erklärte, dass uns jene, die die Kirche nicht hören wollen, wie Heiden und öffentliche Sünder gelten sollen (vgl. Mt 18,17).

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„Warum verfolgst du Mich?“

Wie sehr sich der göttliche Heiland mit der Kirche identifiziert, sehen wir daran, dass Er den Saulus, dem Er erschien, als dieser sich gerade auf dem Weg nach Damaskus befand, um dort die Kirche zu bekämpfen, fragte: „Saul, Saul, warum verfolgst du Mich? […] Ich bin Jesus, Den du verfolgst“ (Apg 9,4f.).

Christus sandte die Apostel  –  und damit die Kirche  –  mit den Worten: „Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch“ (Joh 20,21).

Hat Er nicht selbst gesagt, dass jene, die die von Ihm Gesandten hören, Ihn selbst hören und jene, die sie missachten, Ihn selbst missachten (vgl. Lk 10,16) ? Der Apostel Johannes schreibt: „Wir aber“  –  damit meint er die Kirche  –  „sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums“ (1 Joh 4,6).

Wäre es wirklich die Muttergottes, die in Medjugorje erscheint, so würde sie also nichts lehren, was dem entgegensteht, was uns die Kirche kraft göttlicher Vollmacht zu glauben befiehlt. Die Erscheinung von Medjugorje aber widerspricht der kirchlichen Lehre.

Dogmatisch falsche Botschaft aus Medjugorje

Es genügt dazu, die Botschaft vom 24. Juli 1982 zu betrachten, um nachzuweisen, dass es keineswegs die Muttergottes sein kann, die hier erscheint. Die Erscheinung sprach nämlich an jenem Tag:

„Nach dem Tod zerfällt der Leib, der von der Erde genommen wurde. Er wird nie wieder leben. Der Mensch erhält einen verklärten Leib.“ [1]

Es stimmt, dass der Leib nach dem Tod in der Erde zerfällt und die Guten einen verklärten Leib erhalten werden, aber die Ansicht, dass der irdische Leib „nie wieder leben“ wird, widerspricht direkt dem Dogma, wonach der Mensch mit demselben Leib auferstehen wird, den er auf Erden getragen hat. Es handelt sich bei diesen Worten also zweifellos um eine Häresie. 0018

Die Erscheinung leugnet  –  wie schon der Häretiker Origenes  –  „die materielle Identität des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib“ [2].

Unser HERR dagegen lehrt:

„Es kommt die Stunde, in der alle, welche in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben zur Auferstehung des Gerichtes“ (Joh 5,28f.).

Derselbe Leib wird auferstehen

Ludwig Ott verweist in seinem „Grundriss der katholischen Dogmatik“ auf die Heilige Schrift, die „die Identität“ des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib schon mit den Worten „Auferweckung“ und „Auferstehung“ bezeugt, „denn eine solche [Auferweckung/Auferstehung] ist nur dann gegeben, wenn derselbe Leib, der stirbt und zerfällt, wieder auflebt [3].

In der Heiligen Schrift lesen wir beim Apostel Paulus: „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; ebenso wenig wird die Verweslichkeit die Unverweslichkeit erben“ (1 Kor 15,50).

Das heißt nichts anderes, als dass Fleisch und Blut nicht aus eigenem Vermögen den Himmel erben, dass nur jene „Kinder Gottes“ werden können, „die nicht aus dem Blute und nicht aus dem Wollen des Fleisches und nicht aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12f.).

Denn Paulus schreibt kurz darauf über die Vorgänge am Ende der Zeit, wenn der HERR zum Allgemeinen Gericht wiederkommen wird: […] erschallen wird die Posaune, und die Toten werden als Unverwesliche auferweckt, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unsterblichkeit“ (1 Kor 15,52f.).

Ebenso lesen wir in der Heiligen Schrift in einem anderen Brief desselben Apostels:

Dr. Bernd F. Pelz

„Wir erwarten den Erlöser, Unsern Herrn Jesus Christus, Welcher unsern armseligen Leib umgestalten und ihn Seinem verklärten Leib ähnlich machen wird“ (Phil 3,20f.).

Unser irdischer Leib wird verklärt

Aus diesen Worten wird ebenfalls deutlich, dass es der irdische Leib ist, der verklärt wird.

Auch die heiligen Väter, die uns die Apostolische Überlieferung übermittelt haben, sind sich einig: „Die Väter in der Zeit vor Origenes lehren übereinstimmend, dass ‚dieses Fleisch aufersteht und gerichtet wird‘ und dass ‚wir in diesem Fleisch unseren Lohn empfangen werden‘ (Ps.-Klemens, 2 Kor 9,1-5).

Justin bezeugt: ‚Wir erwarten, dass wir unsere toten und in die Erde hineingelegten Leiber wiedererlangen werden, indem wir behaupten, dass bei Gott nichts unmöglich ist‘ (Apol. I 18). […]

Gegen Origenes verteidigen [die Identität des irdischen mit dem auferstandenen Leib] Methodius von Olympus, Gregor von Nyssa, Epiphanius (Hær. 64) und Hieronymus (Adv. Ioannem Hierosolymitanum).“[4]

„Sie werden mit ihren eigenen Leibern auferstehen“

Das kirchliche Lehramt äußerte sich beim IV. Laterankonzil im Jahre 1215 über die Toten: „Sie werden alle mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen.“ [5]

Bei Ludwig Ott wird diese Lehre darum als Dogma aufgeführt: „Die Toten werden mit (numerisch) demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen haben. De fide.“ [6]

Damit wäre kurz und knapp, aber völlig hinreichend, nachgewiesen, dass die Erscheinung in Medjugorje nicht die Muttergottes sein kann, denn es ist absolut undenkbar, dass die Muttergottes eine Häresie verkünden würde.

Wir müssen in unseren Tagen sehr wachsam sein, denn heute treffen die Worte Christi:

„Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist Er! Hier ist Er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher!“ (Lk 17,22f.).

Der Heiland warnt uns: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter Meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!“ (Lk 21,8).

Zu uns spricht der Apostel Paulus:

„Niemand soll euch verachten, […] der mit Visionen prahlt und sich ohne Grund nach weltlicher Art wichtig macht, sich dabei aber nicht an das Haupt [Christus] hält, von Dem aus der ganze Leib [die Kirche] durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten wird und durch Gottes Wirken wächst“ (Kol 2,18f.).

Anmerkungen:
[1] Medjugorje – Wo der Himmel die Erde berührt. Offizielle Webseite für den deutschsprachigen Raum; http://www.medjugorje.de/botschaften/betrachtung/botschaft-vom-24071982.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message&cHash=68b818bb92faeb265ac91e74571fb19c [Zugriff am: 9.1.2014].
[2] Ott, Ludwig, Grundriss der katholischen Dogmatik, Freiburg i. B. 1954, 2. Auflage, Fünftes Hauptstück, Zweites Kapitel, § 7,2a [S. 561].
[3] Ott, a.a.O.
[4] Ott, a.a.O.
[5] Zitiert nach: Ott, a.a.O.
[6] Ott, a.a.O., § 7,2 [S. 561].

Gehört die Sehnsucht nach Unsterblichkeit fest zur menschlichen Natur?

US-amerikanische Forscher haben die Vorstellungen von Kindern über die Zeit vor ihrer Geburt bzw. Empfängnis untersucht und dabei festgestellt, daß die weit verbreitete Vorstellung einer unsterblichen Seele unabhängig von religiös-kultureller Prägung ein fest verankerter Teil der menschlichen Identität ist, der schon im Kindesalter entsteht.  DSC07339

Zudem zeigen die Wissenschaftler auf, daß die meisten Menschen nicht praktische Fähigkeiten und das logische Denkvermögen als das wahrnehmen, was jenseits des Körpers existiert und diesen überdauert, sondern vielmehr unsere Sehnsüchte, Hoffnungen, Wünsche und tiefen Empfindungen.

„Der somit geradezu angeborene Glaube an die Unsterblichkeit könnte damit auch die Wurzel religiöser Glaubensvorstellungen sein“, schreibt die Webseite „Grenzwissenschaft“ zu dieser Studie.

Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet hierzu:

Die Kinderpsychologinnen Prof. Deborah Kelemen und Natalie Emmons gingen der Frage nach, warum Menschen aller Kulturen und Religionen glauben, dass zwar nicht ihr Körper, aber ihre Seele oder ihr inneres Wesen unsterblich ist.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass diese Überzeugungen durch kulturelle oder religiöse Prägungen entstehen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei bislang auf allgemeine Vorstellungen von einem Weiterleben nach dem Tod.

Kelemen und Emmons wählten einen anderen Ansatz: Sie fragten Kleinkinder aus unterschiedlichen Kulturen nach ihrem Vorleben, also der Zeit vor ihrer Geburt und Zeugung. Sie stellten dabei fest, daß der Glaube an die Unsterblichkeit schon im frühen Kindesalter besteht, und zwar unabhängig von der religiös-kulturellen Prägung.  

Emmons vermutet, dass es sich bei diesem Phänomen um ein Nebenprodukt der hochentwickelten sozialen Wahrnehmung des Menschen handle: „Wir neigen dazu, Menschen als Summe ihres mentalen Zustandes, ihrer Wünsche und Gefühle zu sehen.“ 

Wahrscheinlich beeinflusse diese Fähigkeit das ganze Denken. So würden viele Menschen vermuten, daß sich hinter dem Universum ein „großer Plan“ verbirgt. Sie glauben, daß ihre unsterbliche Seele den Körper überlebt. 

Quellen: http://www.idea.de und http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/ 

Gemälde: Evita Gründler


Es gibt ihn: einen Organismus auf Erden, der sein „unsterbliches“ Leben Stammzellen verdankt

Von Dr. med. Edith Breburda 

Dr. Edith Breburda

Forscher sind dem Geheimnis des Alterns auf der Spur. Der winzige Süßwasser-Polyp Hydra lebt „ewig“, weil er sich ausschließlich ungeschlechtlich vermehrt. Dazu muss er Stammzellen besitzen, die sich ständig teilen, sowie ein funktionierendes Immunsystem.

Ein Traum der Menschheit war es von Anbeginn, nicht altern zu müssen bzw. unsterblich zu sein.

Man denke an die Jadehemden der Chinesischen Kaiser, an die Nibelungensage und Siegfried, der im Drachenblut badete, um unverwundbar zu werden   –  oder in den 1970er und 1980er Jahren, als Frischzellen von Lämmern der „Renner“ waren. Bis man entdeckte, dass sie außer Allergien und anderer Nebenwirkungen nicht viel bewirkten. So wie das Blatt, das Siegfried bei seinem Bad anhaftete, eine Stelle für den Todesstoß war.

Nichtsdestotrotz bleibt der Traum vom ewigen Jungsein erhalten und eine Behandlung mit dem hochtoxischen Nervengift  Botox  nimmt immer mehr zu.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass man auf die Quelle des Lebens selbst zurückgriff, auf das ungeborene Baby im Frühstadium, den Embryo.

Auch die Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen hatte das Ziel, sich den Traum des ewigen Lebens und ein Ausmerzen sämtlicher Krankheiten und Leiden baldmöglichst zu erfüllen (siehe hierzu das Sachbuch „Verheißungen der neuesten Biotechnologien“, Kindle-ebook).

Um so erstaunlicher scheint es nun, dass der winzige Süßwasser-Polyp Hydra keine Alterungsprozesse zeigt und dass es auf der Welt bereits unsterbliche Lebewesen gibt.

Die Erde schien nur mit Organismen bevölkert, die endlich sind. Und um dem zu entgehen, muss sich das Individuum fortpflanzen, um seine Art zu erhalten. Die Vermehrung des Polypen erfolgt paradoxerweise nur asexuell, ganz so, als ob darin der Schlüssel zum „ewigen Leben“ läge.

Die einfache biologische Erklärung und Voraussetzung seines Fortbestehens liegt darin, dass jeder individuelle Polyp Stammzellen enthält, die sich ständig teilen.

Gingen diese Stammzellen verloren, würde auch der Polyp das „Zeitliche segnen“.

In Lebewesen verlieren Stammzellen im zunehmenden Alter ihre Regenerierungsfähigkeit, weiterhin neue Zellen zu bilden. Der Mensch verliert an Kraft, Herzmuskelzellen können sich nicht mehr erneuern. Nervenzellen im Gehirn werden nicht mehr durchblutet und sterben ab. Zudem wird man so auch noch vergeßlich.

Versprechungen hinsichtlich des Pharmakon Viagra, welches die Durchblutung im Gehirn verbessern und somit dem Alterungsprozess entgegenwirken soll, seien dahingestellt.

Das Grundprinzip bleibt  –  und so kann die Forschung wichtige Erkenntnisse aus dem Studium eines Organismus erhalten, das voll mit aktiven Stammzellen ist.

Der Polyp erweitert das Verständnis von Alterungsprozessen bei Stammzellen allgemein.

„Auf der Suche nach dem Gen, das für die Unsterblichkeit der Hydra verantwortlich ist, sind wir unerwartet ausgerechnet auf das sogenannte FoxO-Gen gestoßen“, berichtet die Doktorandin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Anna-Marei Böhm, Autorin der Studie:FoxO is a critical regulator of stem cell maintenance in immortal Hydra

An verschiedenen genetisch veränderten Polypen untersuchte die Biologin Böhm das FoxO-Gen. Das Kieler Forschungsteam fand heraus, dass Polypen mit ausgeschaltetem FoxO-Gen weniger Stammzellen besitzen und langsamer wachsen. Gleichzeitig veränderte sich auch das Immunsystem.

Professor Philip Rosenstil vom Institut für Klinische Molekularbiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein erläutert: „Ähnliche drastische Veränderungen des Immunsystems wie bei den genetisch veränderten Hydren kennen wir auch von Menschen im Alter“.

Professor Thomas Bosch vom Zoologischen Institut der Universität Kiel und Leiter der Hydra-Studie bestätigte:

„Unsere Forschungsgruppe konnte erstmals direkt zeigen, dass zwischen dem FoxO-Gen und der Alterung ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Da besonders aktives FoxO bereits bei über hundert Jahre alten Menschen festgestellt wurde, spielt dieses Gen mit großer Wahrscheinlichkeit eine entscheidende Rolle beim Altern – auch beim Menschen.“

Die Erkenntnisse lassen den Schluß zu, dass das FoxO-Gen entscheidend zur Neubildung von Stammzellen beiträgt und damit die individuelle Lebensspanne bestimmt. „Vom Nesseltier bis zum Menschen sind es Stammzellen und ein funktionierendes Immunsystem, die das Lebensalter bestimmen„,  berichtet die Uni Kiel am 15. November 2012.

Dr. Breburdas Webseite (sie lebt in USA): http://scivias-publisher.blogspot.de/

USA: Prof. John Fischer startet Forschungsprojekt zur Unsterblichkeit der Seele

Die humanistisch orientierte Josh Templeton Foundation hat den Philosophen Professor John Fischer mit Fördergeldern in Höhe von fünf Millionen Dollar ausgestattet, um die Frage nach der Unsterblichkeit (Immortality) der menschlichen Seele zu ergründen.

Zu den Forschungsinteressen der Studie sollen u.a. Nahtoderfahrungen sowie der Glaube an ein Leben nach dem Tod in theologischer und philosophischer Hinsicht gehören.

„Schon immer haben sich die Menschen mit der Frage nach der Unsterblichkeit beschäftigt“, kommentiert Prof. Fischer die bevorstehende Arbeit im Rahmen des sogenannten „Immortality-Projects“.

„Wir Menschen haben ein tiefes Bedürfnis danach, zu erfahren, was nach dem Tode passiert. Die meistverbreitete Beschäftigung damit findet sich entweder in der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur oder im Kontext der Frage nach dem Tod, Jenseits, Himmel, Hölle, dem Fegefeuer oder Karma in der Theologie. Bislang hat sich aber noch niemand dem Thema auf eine Art und Weise genähert, wie sie Wissenschaft mit Theologie und Philosophie zusammenbringt.“

Die Hälfte der Fördersumme soll für konkrete Forschungsprojekte ausgegeben werden, hinzu sollen mit den Mitteln zwei Konferenzen organisiert, eine Internetseite mit umfangreichem Quellenfundus erstellt und englischsprachige Artikel und Texte aus den vergangenen 30 Jahren ins Deutsche übersetzt werden.

Quelle und ausführliche Infos hier: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2012/08/stiftung-fordert-studie-uber.html