Homosex: Kölner Domradio auf Abwegen

Von Ursula Zöller

Der Chefredakteur des Kölner Domradios, Ingo Brüggenjürgen, hat sich in einem Kommentar über die Papstaussagen zur Homosexualität geoutet. Nicht als Homosexuellen, denn er hat (vorsichtshalber?) seine Kinder erwähnt, sondern als jemand, der offenbar nichts von dem hält, was die Kirche zur Homosexualität lehrt.

Er lobt den Papst für Äußerungen, die nun kursieren, und spricht ihm Mut zu. Ob Franziskus sich darüber freut?

Allerdings vermischt Herr Brüggenjürgen Dinge, die er als Chefredakteur eines katholischen Mediums unterscheiden können müsste. Er macht aus der unbestritten richtigen Aussage des Katholischen Katechismus, dass homosexuelle Menschen „nicht in irgendeiner Form ungerecht zurückgesetzt“ werden dürfen, die Unterstellung, dass praktizierte Homosexualität folgerichtig in Ordnung wäre.

Er müsste doch die alte kirchliche Lehre kennen, dass man den Sünder lieben muss, die Sünde aber nicht lieben darf. Und dieser selbe Katechismus, den er für seine Meinung zitiert, sagt eben auch, homosexuelle Handlungen „sind in keinem Fall zu billigen.“

„Die Kirchenwelt wird ein wenig regenbogenbunter – und das ist gut so“, findet der Journalist und fährt dann in geradezu lästerlicher Art fort: „Man denkt Familie nicht mehr länger nur als `Heilige Familie´ mit Vater, Mutter, Kind.“

Und es wird noch schlimmer: Herr Brüggenjürgen spricht von seiner Familie, dass für die Großeltern Homosexualität noch widernatürlich war, dass aber seine Generation längst begriffen habe, „ dass Homosexualität keine Sünde sein kann – und für meine Kinder ist Homosexualität Gott sei Dank `so normal wie Kaugummi kauen´“.

Gott für diese Ansicht heranzuziehen scheint mir – wie der ganze Kommentar – ziemlich abwegig. Und wenn schon vom Kaugummi kauen die Rede ist: Ich finde, sein Kommentar ist so unangebracht wie Kaugummi unter dem Schuh.

Erstveröffentlichung des Beitrags unserer Autorin hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2020/10/26/von-homosexualitat-und-kaugummi-kauen/


JA zur KIRCHE: Offener Brief der NkF an den päpstlichen Nuntius in Deutschland

Die Neue katholische Frauenbewegung (NkF) schrieb an Nuntius Dr. Eterović in Berlin

Exzellenz, sehr geehrter Herr Nuntius,

vor wenigen Wochen wurden Ihnen einige tausend Unterschriften von Frauen übergeben, die unsere Kirche reformieren wollen. Das Fernsehen berichtete über diese „Rebellinnen“ der Kirche, wodurch  ­- wie so oft – in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt wurde, als sprächen die Unterzeichnerinnen für die Mehrheit der katholischen Frauen.   

Wir Frauen der „Neuen katholischen Frauenbewegung“(NkF) stimmen den Forderungen der Aktivistinnen nicht zu. Im Gegensatz zu diesen möchten wir beispielsweise nicht Priesterinnen – oder wie manche auch fordern – Päpstin werden.

BILD: Die beiden Sprecherinnen der NkF (Adressen siehe unten)

Nicht nur, weil Papst Johannes Paul II. endgültig erklärt hat, dass es keine theologische Möglichkeit der Priesterweihe für Frauen gibt, sondern weil auch wir in Übereinstimmung mit der jahrhundertealten Tradition wissen, dass Frauen nicht in Persona Christi handeln können.

Dies ist für uns keine Frage der nur im staatlichen Bereich wichtigen Gleichberechtigung, da Frauen und Männer als Abbild Gottes die gleiche Würde haben. So ist für uns auch die sogenannte Frauenfrage in unserer Kirche nicht relevant, denn die Menschenwürde, die wir als Geschöpfe Gottes haben, kann durch nichts und niemanden relativiert werden.

Wir möchten mit all den vielen Frauen, die sich uns angeschlossen haben und wohl auch vielen Männern und Frauen in unserer Kirche, deren leise Stimme meist kein Gehör findet, einfach einen Weg des Glaubens, einen Weg der Evangelisation gehen.

Mit unserer Internetseite www.frauenundkirche.wordpress.com/ versuchen wir, die Evangelisation durch Beiträge über unseren Glauben immer mehr zu fördern.

Sie, sehr geehrter Herr Nuntius, bitten wir dafür um Ihren Segen.

Für die Neue katholische Frauenbewegung, NkF:

Ihre                                                                                                           Ihre

Ursula Zöller                                                                                           Susanne Wenzel

Karlstr. 3                                                                                                  Am Stadtgarten 52

63739 Aschaffenburg                                                                               44575 Castrop-Rauxel


Christliches Leben und Sterben ist ein Aufbruch in das Unvergängliche

Von Erzbischof Johannes Dyba (+)

Der Gedanke an den Tod ist keiner, der besonders beliebt ist. Für alle Menschen bleibt der Tod zunächst das Grauen, die finstere Grube, das unentrinnbare Ende nach kurzem – ach so kurzem – Aufleben.

Viele schieben am liebsten den Gedanken an den Tod ganz beiseite, suchen dem Unentrinnbaren eben doch eine Weile zu entrinnen, eine falsche Zeit herauszuschlagen, die nicht bleiben und nicht bestehen kann.

Jesus Christus aber, der menschgewordene Sohn Gottes, hat uns gezeigt, dass der Tod nicht das Ende unseres Lebens ist, sondern der Anfang des endgültigen, des ewigen Lebens.

Er selbst ist ja von den Toten auferstanden und er, der Sieger über den Tod, hat uns verheißen: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32).

Und das ist bis auf den heutigen Tag der kennzeichnende Unterschied zwischen Gläubgen und Ungläubigen: Menschen, die an Gott und seine Verheißung nicht glauben, gehen ihr ganzes Leben lang dem Ende entgegen.

Wenn der blühende Höhepunkt einmal überschritten ist, gibt es nur noch den allmählichen Verfall der Kräfte: eines nach dem anderen muss aufgegeben werden – und am Ende steht der Sarg.

Ganz anders ist es beim Glaubenden. Sein Leben ist nicht Abbruch, sondern Aufbruch. Ein immer neuer Aufbruch vom Vergänglichen in das Unvergängliche, vom Irdischen in das Überirdische – ja vom Kleinen, Erbärmlichen, Verhafteten in das Große, Freie, Vollkommene. Und je älter der Glaubende wird, desto näher kommt er eben nicht dem Ende, sondern dem neuen Anfang.

Was ist das für ein neuer Anfang? Was ist das für eine Ewigkeit, die da vor uns liegt?

Nun, es ist die ewige Seligkeit, ewige Herrlichkeit, die Gott uns verheißen hat.

Wenn Jesus zu den Seinen spricht: „Das alles habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde“ (Joh 15,11) – dann heißt das eben, daß alle christliche Botschaft und Lehre Frohbotschaft ist, daß seine Freude uns ergreift und unser ganzes Leben so zur Vorschau und Vorschule der ewigen und unendlichen Freude werden soll.

Und darum ist auch nichts falscher als der Vorwurf, der Blick auf das Jenseits und die Ewigkeit solle uns bloß ablenken von den Problemen unserer Zeit.

Nein, ganz im Gegenteil, die Gewißheit, daß Gott uns in sein Heil ruft, soll uns die Kraft geben, unser irdisches Leben anzupacken, die Probleme dieser Welt mit der Gelassenheit und Sicherheit dessen zu lösen, der weiß, daß über allem ein ewiger Vater thront. Nichts auf Erden ist ja lähmender und krankmachender als Hoffnungslosigkeit.

„No future“ heißt es in der traurigen Generation der Gottfernen, in der die Jungen schon so alt aussehen und die Alten sich jugendlich tünchen und in ihrer aufgeregten Angst vor dem Ende schon jetzt das Leben ungenießbar werden lassen.

Wenn wir aber an Gott glauben, haben wir eine Zukunft, ja mehr als eine Zukunft: Ewigkeit, ewige Seligkeit!

Leben wir also, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn (vgl. Röm 14,8). Und mit Paulus können wir sagen: „Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,15).

So ist der Tod für den Gläubigen wie eine zweite Geburt: Wenn ein Kind geboren wird, muss es ja seinen gewohnten, geschützten, aber dunklen Lebensraum im Mutterschoß verlassen. Durch Schmerz und Schrei hindurch wird es von seiner bisherigen Existenz getrennt, um in eine neue Welt hineingeboren zu werden: Da gibt es Licht, Luft, freie Bewegung – lauter gNatur Mensch Umweltanz neue Dimensionen, die im Muterleib unvorstellbar waren.

Und eben so wird es auch sein, wenn Gottes Ewigkeit einbricht in unsere Zeit, wenn aus unserem Vergänglichen Unvergängliches wird, wenn wir aus unserem irdischen Leben emporgehoben werden in das ewige Leben.“Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat…das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben!“, heißt es im Korintherbrief (1Kor ,9).

So wenig ein Embryo sich die Welt vorstellen kann, die auf ihn zukommt, so wenig können wir uns die Ewigkeit vorstellen, die auf uns zukommt. Aber wir können uns auf sie vorbereiten.

Freuen können wir uns darüber, daß am Ende unseres Lebens nicht der Tod steht, nicht eine ungewisse Not, sondern das Leben, das Gott uns verheißen hat – und wenn wir an ihn glauben, wenn wir ihn lieben, dann heißt das ewiges Leben, ewige Herrlichkeit. Und diese Gewißheit soll uns schon jetzt leben lassen, aufleben lassen in Freude!

Beitrag von Erzbischof Johannes Dyba aus dem Buch „Die Zukunft unseres Lebens – Antworten auf den Tod“, Verlag Ursula Zöller, 63739 Aschaffenburg, Karlstraße 3.

Frau Zöller ist Mitgründerin der Neuen katholischen Frauenbewegung (NkF)

Internetpräsenz: http://www.frauenundkirche.wordpress.com


Zeit der Tränen, aber GOTT ist bei uns!

Von Ursula Zöller

Unsere Straßen sind wie leergefegt, Kindergärten und Schulen geschlossen und in den Kirchen werden plötzlich kaum noch Gottesdienste gefeiert: Pandemie! Und das öffentliche Leben kommt zum Erliegen.

Natürlich bleiben wir alle einigermaßen gelassen und doch blutet vielen von uns das Herz, wenn wir erfahren, was nun überall geschieht: Da sollen Großeltern nicht mehr besucht werden!

BILD: Ursula Zöller (links) und Susanne Wenzel gründeten die „Neue kath. Frauenbewegung“ (NKF)

Wie mag es aber vor allem vielen alten Menschen in den Seniorenheimen gehen, die nicht verstehen können, warum sie ihre Lieben nicht mehr sehen? Wie schlimm ist es für Kranke, wenn sie vergeblich auf einen Besuch warten und umgekehrt, wie soll man es ertragen, dass man in der großen Not von Krankheit und Einsamkeit kaum mehr zu denen kommen darf, die gerade jetzt ein tröstendes Wort und eine Umarmung nötig hätten?

In seiner Predigt in der fast menschenleeren Kapelle im Stift Heiligenkreuz sprach Pater Wallner während der Montagsmesse davon, dass man in Italien Sterbenden im Krankenhaus nun manchmal nur noch ein Handy reichen könne, damit sie sich so von den Liebsten daheim verabschieden. Letzte Anrufe mit sicher oft kaum noch hörbarer, ersterbender Stimme.

Das ist ebenso unerträglich wie die Tatsache, dass dort nun Ärzte darüber entscheiden müssen, wem sie noch helfen und wen sie sterben lassen, weil es einfach nicht genug Betten und Beatmungsgeräte gibt. Und was macht Corona mit Schwestern, Pflegern und Ärzten, die bis zur völligen Erschöpfung arbeiten und dennoch oft nicht helfen können.

Dabei schien in unseren fortschrittlichen Industrienationen doch eigentlich alles recht gut geregelt.

Was soll aus den Menschen in den Slums in Afrika, den Lagern in Syrien, der Türkei, in Lybien und Griechenland werden, wenn sich auch dort das so oft tödliche Virus ausbreitet? Dort, wo es kaum Hilfe für sie geben kann!

Zeit der Tränen: Zum ersten mal in meinem Leben habe ich Tränen in den Augen eines Priesters  gesehen, weil er die Heilige Messe fast ohne Gläubige feiern musste und zum ersten mal und am selben Tag erfuhr ich von einem Geistlichen, der ganz alleine in der Kapelle während der Heiligen Messe für die Gemeinde am Bildschirm ein Lied singen wollte, es mehrmals versuchte und dann weinend aufgeben musste. Wie könnte man nicht mit ihm weinen!

Es ist der Tag übrigens auch, an dem verkündet wird, dass es im Vatikan keine Ostermessen geben wird und an dem in Deutschland der Gottesdienstbesuch verboten wird.

Zeit der Tränen, Zeit auch der Umkehr?

Eine Zeit jedenfalls, in der wir in unserer Isolation zuhause Gott suchen könnten, in der wir IHN, Maria und Josef um Hilfe für die ganze Welt anflehen könnten. Karl Borromäus, den Patron gegen die Seuchen, könnten wir bitten, den Schutzpatron der Deutschen, St. Michael, um Fürsprache bei Gott ersuchen. 

Tage der Tränen. Und doch sang Pater Wallner in dieser Montagsmesse am Schluß das Lied, das Dietrich Bonhoeffer vor seiner Hinrichtung gedichtet hat: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott ist bei uns!

Unsere Autorin Ursula Zöller aus Aschaffenburg gründete die NKF – hier geht es zum Portal: https://frauenundkirche.wordpress.com/


NkF zu Kirchenaustritten: Statistik erfordert eine Umkehr auf dem Synodalen Weg

Zu den hohen Austrittszahlen in der katholischen Kirche und die Konsequenzen daraus für den Synodalen Weg hat sich die Sprecherin der Neuen katholischen Frauenbewegung (NkF), Susanne Wenzel, im Blog der Bewegung geäußert:

Die bisherigen Reaktionen auf die hohen Austrittszahlen ließen nicht erkennen, dass die richtigen Schlüsse daraus gezogen würden, so Wenzel.

Während sich u. a. das Bistum Regensburg mit der Schaltung eines „Austrittstelefons“ für die tatsächlichen Beweggründe der Menschen interessiere, die Kirche zu verlassen, werten DBK und ZdK die Ergebnisse der Statistik als Zeichen, die beim Synodalen Weg angedachten „Reformen“  weiter voranzutreiben.

Doch die Ergebnisse des Austrittstelefons sprechen eine andere Sprache und die Statistik selbst nennt keinerlei Gründe für den Austritt.

Nach den Erfahrungen im Bistum Regensburg vermissen die Menschen in der Kirche vor allem Glaubwürdigkeit und Orientierung. Die logische Konsequenz für den Synodalen Weg ist deshalb aus Sicht der NkF eine vollständige inhaltliche Neuausrichtung des Dialogprozesses.

Diese Forderung sieht die NkF auch durch den Brief des Papstes an die Katholiken in Deutschland gestützt, der vor allem die Evangelisierung und die Stärkung des sakramentalen Lebens als Hauptaufgabe der Kirche in Deutschland sieht. Schon 2015 habe Franziskus etwa um eine Wiederbelebung der Beichtpraxis gebeten. Geschehen sei seither nichts, stellt Wenzel in ihrem Beitrag fest.

BILD: Susanne Wenzel (Foto: rechts) mit der NkF-Mitgründerin Ursula Zöller

Die NkF fordert deshalb andere Schwerpunkte in den Foren, als von DBK und ZdK vorgesehen:

So sollte sich das Forum über die „Priesterliche Lebensform“ nicht mit einer Abschaffung des Zölibates befassen, sondern untersuchen, wie man Priester in ihrer Lebensform stärken kann. Wichtig sei es auch, die Zugangsvoraussetzungen für die Priesterausbildung auf den Prüfstand zu stellen.

Damit sei auch gleichzeitig eine bessere Missbrauchsprävention zu erreichen. Ferner sollten auch andere Formen des gottgeweihten Lebens bekannter gemacht werden, da auch hier ein Rückgang der Berufungen zu verzeichnen sei.

Statt des von der ZdK geforderten Forums über „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“, hinter dessen Titel sich nichts weiter als die immer gleiche Forderung nach dem Diakonat und der Priesterweihe für Frauen verberge, sollte über die „Berufung und den Genius der Frau“ debattiert werden.

Die Frage nach ihrer eigentlichen Berufung in allen Teilen der Gesellschaft beschäftige heute viele Frauen. Die geistige Mutterschaft der Frau sei unverzichtbar in unserer Gesellschaft, denn wo das Weibliche fehle, veränderten sich Gesellschaften nicht zum Positiven.

Dies werde aktuell in den westlichen Gesellschaften deutlich, die sich der Negierung der Geschlechter und damit ihrer einander ergänzenden Rollen ausgesetzt sähen.

Für eine Vermittlung der katholischen Morallehre sollte sich das Forum „Sexualität“ statt mit einer Anpassung an den Zeitgeist intensiv mit der „Theologie des Leibes“ von Papst Johannes Paul II. auseinandersetzen, denn damit seien zeitgemäße Antworten auf die Frage nach verantworteter Sexualität möglich, so Wenzel.

Das wichtigste Thema aber sei eine Wiederbelebung und Stärkung der sakramentalen Praxis in Deutschland. Einzig beim Sakrament der Ehe verzeichnet die Statistik noch Steigerungen. Zahlen zur Beichtpraxis würden gar nicht erst erhoben, kritisiert die NkF-Sprecherin.

Laut Papst Franziskus sind Sakramente und Verkündigung immens wichtig, da sie die Grundlage unseres Glaubenslebens bilden. Die NkF schließe sich deshalb der Forderung der Schwester-Bewegung „Maria1.0“ an, ein Forum zur „Evangelisierung“ einzurichten.

Mit den geforderten Änderungen könne der Synodale Weg zur Chance für die Kirche werden. Es seien zeitgemäße Formen der Vermittlung der katholischen Lehre und der Kommunikation gefordert. Die Kirche jedenfalls habe alle Möglichkeiten, den Menschen Orientierung zu bieten.

Dazu bedürfe es keiner Anpassung an den Zeitgeist. Der Synodale Weg befinde sich bisher auf einem Irrweg und brauche Umkehr, mahnt Wenzel abschließend. Ansonsten drohten Spaltung und weitere Austritte.

Link zum Beitrag in voller Länge: https://frauenundkirche.wordpress.com/2019/08/15/kirchenaustritte-was-jetzt-zu-tun-ist/

Neue katholische Frauenbewegung (NkF), Sprecherin: Susanne Wenzel, Am Stadtgarten 52 in 44575 Castrop-Rauxel, E-Mail: nkf-wenzel@t-online.de

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Bistum Würzburg: Feministische Frauenpower von „Maria 2.0“ führt in die Irre

Von Ursula Zöller

Es ist der Vorabend von Mariä Himmelfahrt. In der Kirche St. Godehard bei Schweinfurt geht Gabi Gressel vor dem Beginn des Gottesdienstes an das Lesepult, um –  wie sie sagt –  um Verständnis für die Aktionen der Bewegung „Maria 2.0“ zu werben, die seit Monaten in der Gemeinde für Unruhe sorgen.

Den Pfarrer hat die Vorsitzende des KDFB (Kath. Dt. Frauenbundes) nicht um Erlaubnis gefragt, denn wenn „ich vorher in die Sakristei gegangen wäre, dann hätte er mir das sicher nicht erlaubt“.

Also begibt sich Frau Gressel vor dem Gottesdienst  –  wohl wissend, dass der Pfarrer das nicht möchte –  in den Altarraum und beginnt, für die Gruppe der Feministinnen von „Maria 2.0“ Reklame zu machen.

Hausrecht des Pfarrers? Was soll’s, wer hält sich heute noch an so was. Höflichkeit? Nein danke! Toleranz gegenüber der anderen Meinung des Pfarrers? Doch nicht, wenn er die falsche Meinung hat!

Hören auf das, was die Kirche lehrt – dass es nämlich vor allem keine Frauen als Priesterin geben kann? Doch nicht, wenn sie uns verwehrt, was wir so gerne wollen! – Und wenn Jesus nur zwölf Männer zu Aposteln machte? Dann muss die Bibel halt umgeschrieben oder uminterpretiert werden bis sie zeitgeistgemäß ist!

Pfarrer Andreas Heck stürmt  –  so heißt es –  an das Pult, zerknüllt das Manuskript und wirft es in die Kirchenbänke. „Raus hier“, soll er gebrüllt und den Gottesdienst abgesagt haben.

Frau Gressel, umgeben von etwa 20 Frauen in Weiß, holt sich ihr Manuskript wieder und redet, immer wieder unterbrochen von Gottesdienstbesuchern, die „Hört auf!“ rufen.

Nun ist das Würzburger Bistum eingeschaltet. Der Vermittler, Generalvikar Keßler, hat im Angesicht der Frauenpower schon einmal den Pfarrer eher im Stich gelassen. „In seiner emotionalen Erregung“ habe der „unglücklich überreagiert.“

Frau Gressel fordert eine Entschuldigung des Pfarrers. Man kann nur hoffen, dass er sich dafür nicht hergibt.

Ich bedanke mich bei Pfarrer Heck und allen Priestern, die sich dem Druck solcher Frauen nicht beugen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2019/08/17/aufstand-in-der-kirche/

Unsere Gast-Autorin Ursula Zöller leitet gemeinsam mit Susanne Wenzel die „Neue katholische Frauenbewegung“: https://frauenundkirche.wordpress.com/


Das CHRISTLICHE FORUM begrüßt die „Neue katholische Frauenbewegung“

Am 14. Juni diesen Jahres wurde in Ingolstadt die Neue katholische Frauenbewegung (NkF) von Ursula Zöller und Susanne Wenzel gegründet. Sie hat sich die Madonna Salus Populi als Bild und Zeichen ihres Engagements gewählt (siehe 2. Foto), denn sie ist nicht nur Schutzherrin des römischen Volkes, sondern auch Wegweiserin. 

Und so wollen die Frauen Mariens Wort folgen: Was ER euch sagt, das tut.

BILD: Von links: Ursula Zöller, Susanne Wenzel

Maßstab ist daher der Glaube, wie ihn der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt. Das bedeutet, dass der Priester als Spender der Sakramente in persona Christi handelt, sodass Frauen logischerweise nicht zu Priestern geweiht werden können, auch wenn der Zeitgeist das unverdrossen immer wieder lautstark verlangt.

Es bedeutet auch, dass der priesterliche Zölibat ein wertvolles Geschenk ist, das dem Vorbild Jesu entspricht.

Die Mitglieder der NkF streben nicht nach kirchlichen Ämtern – wollen nicht Teil des sonst oft so heftig kritisierten Klerikalismus sein – und schauen auch da auf Maria, die Mutter der Kirche, die wie keine andere Frau auf Erden für das Amt des Priesters prädestiniert war. Doch sie blieb, was sie mit ihrem Fiat versprochen hatte: Die Magd des HERRN.

Die Neue katholische Frauenbewegung will das Glaubenswissen stärken, will Zeugnis geben von der Schönheit unseres Glaubens und der Freude daran.

Daher ist es kein Zufall, dass die Gründung geschah, als das Forum Deutscher Katholiken seinen großen 19. Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt abhielt. Denn einen besseren Start für eine neue katholische Gruppierung kann es kaum geben.

Es geht eben auch um die Zusammenarbeit derer, denen der Glaube wichtig ist, es geht um Vernetzung und Bestärkung.

So unterstützen NkF und Maria 1.0 (johanna@stoehr.online) sich bereits gegenseitig. Die Gruppe um Johanna Stöhr hatte mit ihrem Namen Maria 1.0 deutlich gemacht, dass Maria sicher nicht – wie es die Feministinnen von Maria 2.0 suggerieren  –  ein Update benötigt.

Neue Mitglieder der NkF können sich gerne unter nkf-zoeller@t-online.de oder unter der Adresse Ursula Zöller, Karlstr. 3 in 63739 Aschaffenburg melden. Sprecherin ist Susanne Wenzel: nkf-wenzel@t-online.de – und zudem ist die Gruppe bereits online: https://frauenundkirche.wordpress.com/

Übrigens zählt zu den erstaunlich vielen Tagesheiligen des 14. Juni Isabella vom Hl. Dominikus, eine Gefährtin der Kirchenlehrerin Teresa von Avila.

Gemeinsam den Weg der Heiligung zu gehen – das müsste eigentliches Ziel aller katholischen Vereinigungen sein. Denn es bedeutet nichts anderes, als fit zu werden für unser späteres Leben bei Gott. Und das geht unter anderem auch in der Sorge um die Familie, denn, so die hl. Teresa, „auch zwischen den Kochtöpfen wandelt der Herr“.

Quelle (Text/1.Foto) hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=10046

Internetpräsenz: https://frauenundkirche.wordpress.com/


Das „Heil des römischen Volkes“ und die Geschichte eines besonderen Marienbildes

Von Ursula Zöller

Die Madonna „Salus Populi Romani“ in der Basilika Santa Maria Maggiore ist die bedeutendste Marienikone Roms und ihre Geschichte ist faszinierend.

Nach der Anerkennung des Christentums durch das Mailänder Edikt im Jahr 313 wurde aus „Heil des Volkes“ eine Anrufung Mariens. Die Ikone, die bald diesen Namen trug, zählt zu den Lukasbildern.

Eine berührende Legende berichtet, dass Maria nach der Kreuzigung ihres Sohnes ein paar Habseligkeiten mit zu Johannes nahm, darunter auch einen Tisch, den Jesus in der Werkstatt seines Vaters gearbeitet habe. Als Lukas gebeten wurde, ein Bild Mariens zu zeichnen, habe er es auf die Platte dieses Tisches gemalt und dabei Maria zugehört, die ihm von der Kindheit ihres Sohnes  erzählte.

Von St. Maria Maggiore berichtet das römische Brevier: Nach dem Konzil von Ephesus im Jahr 431, auf dem die Mutter Jesu zur Mutter Gottes ausgerufen wurde, errichtete Papst Sixtus III. in Rom auf dem Esquilin eine Basilika, die ihr geweiht war. Sie wurde später St. Maria Maggiore genannt und ist die älteste Marienkirche im Westen.

Das römische Pontifikale berichtet allerdings, dass sie unter Papst Liberius (352 – 366 n. Chr.) gebaut und durch Sixtus III. restauriert und erweitert wurde. „Papst Liberius wählte eine verehrtes Bild aus, das in der päpstlichen Kapelle hing. Es wurde angeblich durch die Hl. Helena nach Rom gebracht.“

Auch wenn die gegenwärtige römische Ikone wohl aus dem 13. oder 15. Jahrhundert stammt, gilt sie als Lukasbild und wegen vieler frommer Überlieferungen als wundertätig. Eine von ihnen bezieht sich auch auf den Engel auf der Engelsburg nahe des Vatikans: 

Eine schlimme Seuche hatte in Rom viele Familien dahingerafft. Papst Gregor der Große fleht 593 den Himmel um ein Ende dieses Schreckens an und lässt das Bild der Madonna in einer feierlichen Prozession durch die Stadt tragen. Beim Hadrians-Mausoleum hört man plötzlich einen Chor jenes Lied singen, das wir heute noch an Ostern singen: regina coeli, laetare, alleluja; Quia quem meruisti portare, alleluja; Resurrexit sicut dixit, alleluja.

Gregor fügt ora pro nobis Deum, alleluja an und über dem Mausoleum sieht man einen Engel, St. Michael wohl, der sein Schwert in die Scheide steckt. Die Seuche hat ein Ende.

Sicher ist, dass es bereits im achten Jahrhundert Kopien der Ikone gab und dass sie – damals noch vom Lateran aus – an Maria Himmelfahrt in einer Prozession nach St. Maria Maggiore getragen wurde.

Viele Päpste sind ganz besondere Verehrer dieses Madonnenbildes. Papst Pius V. betete 1571 vor ihm um den Sieg in der Schlacht von Lepanto, Gregor XVI. flehte dort um das Ende einer Cholera-Epidemie, Eugenio Pacelli feierte vor ihm seine Primizmesse und Papst Paul VI. bat die Madonna um Hilfe in der Zeit und erneuten Eifer für die Mission der Kirche.

Papst Franziskus bringt ihr immer wieder Blumen, Johannes Paul II. hat sie den Jugendlichen auf ihre Pilgerreisen zum Weltjugendtag mitgegeben.

Ignatius von Loyola, der heilige Gründer der Jesuiten, feierte an Weihnachten 1538 seine erste Heilige Messe vor diesem Bild. Sein zweiter Nachfolger als General der neuen Ordensgemeinschaft, der Heilige Franz von Borgia, bat den Papst um die Erlaubnis, diese Darstellung für die Jesuiten-Niederlassungen kopieren lassen zu dürfen. So kommt die Madonna Salus Populi auch nach Ingolstadt.

Sie ist nicht ganz identisch mit dem römischen Bild, aber wie diese hält sie in der Hand eine Mappa, ein zeremonielles Tuch, das als kaiserliches Symbol gilt und sie als Regina coeli kennzeichnet. Sie wird Teil der Bemühungen der Jesuiten um eine Neuevangelisation in Bayern und in ganz Deutschland.

Pater Jakob Rem, der zur zweiten Generation der Jesuiten zählt, sieht das Marienbild – damals noch wegen des Schneewunders auf dem Esquilin auch Maria Schnee genannt – in Rom. Gemeinsam mit Petrus Canisius, dem zweiten Apostel Deutschlands und ersten deutschen Jesuiten, wird er nach Dillingen geschickt.

Als Jakob Rem an die aufstrebende Universität in Ingolstadt versetzt wird, findet er dort das von ihm so verehrte Bild vor. Immer wieder fragt er sich, wie Maria, die er so liebt, wohl am liebsten genannt werden möchte. Wunderbare Mutter – das so scheint ihm nach vielen Gebeten – müsste dieser Name sein.

Während der Vorbeter am 6. April 1604 in der Lauretanischen Litanei „Mutter so wunderbar“ singt, wird der kniende  Pater zum Staunen seiner Mitbeter ein wenig emporgehoben. Er bittet den Sänger, diese Anrufung noch einmal und ein drittes Mal zu singen. Es ist der Anfang der vor allem in der Schönstattbewegung heute noch großen Verehrung Mariens als „Mater ter admirabilis“, als „Dreimal wunderbare Mutter“.

Ingolstadt wird im Zeitalter der Reformation und Gegenreform Zentrum der Neuevangelisierung Deutschlands. Auch darum darf man die Madonna im Münster „Zur Schönen Unserer Lieben Frau“ wohl wunderbar nennen.

An ihrer Hand wollen wir den Weg mit ihrem Sohn gehen.

Unsere Autorin Ursula Zöller ist katholische Publizistin und Verlagsleiterin in Aschaffenburg