Kardinal Burke leistet theologischen Widerstand gegenüber Papst Franziskus

Die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ berichtet von  einer Art Rebellion, die sich in der katholischen Kirche gegen Franziskus abzeichnet. Einen Höhepunkt erlebte diese „Franziskus-muss-weg“-Bewegung vor einer Woche im römischen Tagungszentrum „The Church Village“. 

Etwa 400 besorgte Katholiken waren gekommen, unter ihnen auch die beiden bei überzeugten Katholiken als Helden geltenden Kardinäle Walter Brandmüller und Leo R. Burke (siehe Foto).

Zu einem Höhepunkt kam die Veranstaltung, als Kardinal Burke das Wort erhob. Guido Horts schildert in der „Tagespost“ was dann geschah:

„Kardinal Burke legte in seinem Vortrag über die Korrektur eines Papstes, der seine Vollmacht missbraucht habe, dar, dass man diesem keinen Prozess machen könne, aber die Situation entsprechend des Naturrechts, des Evangeliums und der kanonischen Tradition in zwei Schritten bereinigen müsse.

Als er vom ersten Schritt, der an den römischen Papst direkt gerichteten Aufforderung, den Fehler zu korrigieren, zum zweiten Schritt, der öffentlichen Verurteilung der päpstlichen Häresie, überleitete, explodierte der mit den Händen zu greifende Unmut… Nach einer Pause fuhr Burke fort und zitierte schließlich den heiligen Paulus: Und wenn wir selbst oder ein Engel vom Himmel etwas anderes als das verkünden würden, was euch verkündet worden ist, „anathema sit“.   –  Tobender Applaus.“

„Anathema sit“ heißt so viel wie: Papst Franziskus soll aus der Kirche ausgeschlossen werden.

Das dürfte es in der katholischen Kirche schon lange nicht mehr gegeben haben, dass ein Kardinal der Kirche, der zudem bei den einflussreichen US-Katholiken in sehr hohem Ansehen steht, im Schatten des Petersdoms dazu auffordert, den Papst wegen seiner Irrlehren aus der Kirche auszuschließen.

Keiner hat der katholischen Kirche und damit dem christlich-jüdischen Abendland durch sein unüberlegtes, teilweise tatsächlich den Glauben verratendes Agieren seit dem Zweiten Vatikanum solchen Schaden zugefügt wie Franziskus.

Quelle und vollständiger Artikel von Dr. David Berger hier: https://philosophia-perennis.com/2018/04/15/franziskus-muss-weg-kardinaele-fordern-den-papst-aus-der-kirche-auszuschliessen/

Advertisements

Will der Vatikan die gläubigen Katholiken Chinas an die Kommmunisten verraten?

Mathias von Gersdorff

In ihrer Ausgabe vom 11. April 2018 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Papst Franziskus selber auf eine Einigung des Vatikans mit dem kommunistischem Regime Rotchinas drängt.

Kardinal Joseph Zen, der prominenteste Gegner eines fatalen Konkordates zwischen dem Vatikan und Rotchina unter den gegenwärtigen Umständen, betonte in einem Vortrag in Bonn anlässlich der Verleihung des „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“, dass Kardinalstaatssekretär Parolin ein Abkommen vorantreiben wolle, das eine weitgehende Übergabe der katholischen Untergrundkirche in China in die Hände der Kommunisten vorsieht.

Wie die FAZ schreibt, will Papst Franziskus damit einen großen diplomatischen Coup landen. Ähnliches hatte er schon in Kolumbien in den Verhandlungen der Regierung mit den kommunistischen Farc erreicht. Die linke Farc-Guerilla konnte alle ihre Forderungen durchsetzen, ohne von ihrer marxistischen Ideologie abrücken zu müssen.

Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba im  Jahr 2015 war ebenfalls sehr günstig für die kommunistische Regierung.

Ob nun Papst Franziskus hinter den letzten diplomatischen Demarchen des Vatikans stand oder nicht, ist zumindest für die Zukunft zweitrangig.

Als die „Katholische Nachrichtenagentur“ Kardinal Zen fragte, ob er „fest überzeugt sei, dass der Papst nur schlecht informiert“ ist, antwortete Zen: „Inzwischen ist er es nicht mehr. Inzwischen ist er in Sorge über die Angelegenheit. Am Anfang waren da nur Leute, die einem solchen Abkommen das Wort redeten. Doch immer mehr besonnenere, ältere Leute haben ihn mittlerweile gewarnt. Ich denke, der Papst ist vorsichtiger geworden.“

Das vorgesehene geplante Konkordat wird deshalb so scharf kritisiert, weil die katholische Kirche praktisch keinen Einfluss auf die Ernennung von Bischöfen hätte. Der Papst bekäme maximal ein Veto-Recht. Zudem hat die chinesische Regierung in den letzten Monaten unmissverständlich klargemacht, dass sie die totale Kontrolle über die katholische Kirche erreichen will; sie duldet keine Unabhängigkeit.

Die Untergrundbischöfe würden vom Staat zwar akzeptiert werden, doch die bestehende Bischofskonferenz der „Patriotischen Kirche“ ist nichts anderes als eine staatliche Behörde. Zudem hat China die Religionsgesetze verschärft, den Verkauf von Bibeln erheblich erschwert und eine halbwegs unabhängige Kommission für Religionsfragen aufgelöst. In der Karwoche wurde schließlich der Untergrundbischof Guo Xijin verhaftet, um seine Beteiligung an den liturgischen Feiern der Osterwoche zu verhindern.

Für Kardinal Zen ist es unverständlich, dass der Vatikan unter solchen Umständen verhandeln will. Es kann nur ein fauler Kompromiss herauskommen, der die katholischen Interessen in China massiv belasten wird und der einen Verrat an den eigenen Gläubigen darstellt.

Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/04/faz-papst-franziskus-drangt-auf.html


Gewissen gegen die Macht: Kardinal Zen widersteht Kardinal Parolin

Mathias von Gersdorff

Am Samstag, dem 7. April 2018, fanden zwei wichtige Veranstaltungen statt, die für einen oberflächlichen Beobachter nichts miteinander zu tun hatten:

In Rom tagte man zum Thema „Katholische Kirche, wohin gehst du?“ mit hoher Prominenz: Kardinal Raymond Burke, Kardinal Walter Brandmüller und Weihbischof Athanasius Schneider.

BILD: Kardinal Zen (links) im Gespräch mit unserem Autor
 .
Es ging um die negativen Auswirkungen der umstrittenen Stellen im Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus. Über diese Veranstaltung berichtete die deutsch-amerikanische Journalistin Maike Hickson (hier LINK1 und hier LINK2.)

In Bonn, der ehem. Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschlands, erhielt an diesem Tag Kardinal Joseph Zen Ze-kiun den „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“. Bei dieser Gelegenheit sprach er ausführlich über die Verfolgung der Christen durch das kommunistische Regime in China und über die Bemühungen des Vatikans, sich mit den dortigen Machthabern zu „arrangieren“.

Obwohl es sich um unterschiedliche Themen handelte, hatten beide Veranstaltungen etliche „gemeinsame Nenner“: In beiden ging es um einer Revolution in der Katholischen Kirche. In Rom ging es letzten Endes um eine Allianz eines Teils des katholischen Klerus mit der sexuellen Revolution.

In Bonn ging es um die Akzeptanz bzw. um die Allianz eines Teils des katholischen Klerus mit der kommunistischen Revolution in der Form des gegenwärtigen kommunistischen Regimes in Rot-China. 

Es zeigt sich ein weiterer gemeinsamen Nenner: In beiden Manövern (um nicht von Verrat an den katholischen Prinzipien zu sprechen) ist die entscheidende Persönlichkeit der amtierende Kardinalstaatssekretär des Vatikan: Kardinal Pietro Parolin.

Was die sexuelle Revolution betrifft, so predigt Kardinal Parolin den Slogan eines „Paradigmenwechsel in der Moral“. Was er damit meint, ist letztendlich die Einführung einer Situationsethik, um „irreguläre Lebenssituationen“  – wie etwa die von wiederverheirateten Geschiedenen  –  zu legitimieren.

In Deutschland ist gerade Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz, dabei, diese Situationsethik in Form von „Einzelfallprüfungen“ auf der Ebene der Pfarreien einzuführen. Die von der sexuellen Revolution propagierten Lebensweisen bekämen dadurch gleichsam ein katholisches Unbedenklichkeitssiegel. 

Doch der Durchmarsch des Progressismus beschränkt sich nicht auf eine ultraliberale Interpretation von „Amoris laetitia“.

Für die kommunistischen Länder hat sich Kardinal Parolin etwas anderes ausgedacht, nämlich die Wiederbelebung der linksgerichteten vatikanischen Ostpolitik der 1960er und 1970er Jahre.

Diese bestand daraus, sich mit den kommunistischen Diktaturen zu arrangieren. Die katholische Kirche sollte darauf verzichten, den Ostblock zu kritisieren, dafür konnte sie in diesen Staaten Freiheiten bei der Bischofsernennung und in der Ausübung der Sakramente. Sie bekam also einen goldenen Käfig, solange sie die Kommunisten und ihre atheistische Doktrin nicht kritisierte.

Auch hier geht es um eine Akzeptanz bzw. um eine Allianz mit einer Revolution, und zwar mit der kommunistischen Revolution.

Im Falle Chinas hat der Kardinalstaatsekretär sich das wohl so gedacht: Die Katholiken Chinas, die schon lange unter Verfolgungen leiden, akzeptieren die staatlich (also kommunistisch) ernannten Bischöfe, und sie können in Frieden ihre Religion ausüben. Voraussetzung dafür ist, die Bischöfe der sog. Untergrundkirche kirchlich beiseite zu schaffen.

Das wäre leicht gewesen, hätte sich Kardinal Joseph Zen Ze-kiun nicht entschlossen, auf die Barrikaden zu gehen.

Seit Anfang des Jahres redet er über nichts anderes als über den Verrat des vatikanischen Staatssekretariats an den Katholiken der Untergrundkirche.

Zuletzt tat er das in einer Reise nach Deutschland, um den „Stefanus-Preis für verfolgte Christen“ zu entgegenzunehmen: Auch bei dieser Gelegenheit wiederholte er: Der Vatikan –  also Kardinal Pietro Parolin – will die legitime Untergrundkirche Chinas an die Kommunisten verraten, obwohl sie jahrzehntelang verfolgt wurde.

Die Macht der Kirche in solchen Momenten zeigt sich in Persönlichkeiten wie Kardinal Zen. Er sagt nämlich: Ein solches Abkommen mit den Kommunisten wäre ein Verrat und eine Schande und die Preisgabe der Freiheit der Kirche an die kommunistischen Machthaber.

Was Kardinal Parolin im Grunde praktiziert, ist die Übergabe der treuen Katholiken an die kommunistischen Machthaber. Also ein Einknicken gegenüber der weltlichen Macht. 

Ist dies das Paradigma des Progressismus? Ja, denn der Progressismus – in West und in Ost – betreibt nichts anderes als eine Kapitulation gegenüber dem revolutionären Zeitgeist.

Was sind die Waffen, die Kardinal Zen gegen diesen verhängnisvollen Angriff anwendet?

Vor allem dies: Die Wahrheit auszusprechen  – die Wahrheit über den chinesischen Kommunismus. Die Wahrheit über die Verfolgung der katholischen Kirche. Die Wahrheit über den geplanten Verrat des legitimen chinesischen Katholizismus an den Kommunismus.

Genau diese Freiheit des Wortes will der Progressismus töten: Um zweifelhafte Vorteile zu gewinnen, sollen die Katholiken Chinas auf ihre Freiheit, die Wahrheit zu sagen, verzichten.

Kardinal Zen sagt dazu: Nein. Ohne mich. Ich schweige nicht!

Folgen wir in West und Ost seinem Beispiel und bezeugen wir, dass der unveränderte katholische Glaube immer und überall frei verkündigt werden muss. Denn nur so erfüllen wir den Auftrag Jesu Christi: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Kommentare unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Kardinal Zen aus Hongkong erhält Stephanus-Preis und kritisiert den Vatikan

Dem früheren Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte der „Stephanus-Preis“ verliehen.

Für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte hat der frühere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (86 J.), den „Stephanus-Preis“ erhalten.

BILD: Kardinal Zen (2. von rechts), links von ihm Michaela Koller, rechts der evgl. Bischof Thomas Schirrmacher (Foto: Martin Warnecke)

Die Auszeichnung ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus, benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde.

Die Vorstandsvorsitzende der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“, Michaela Koller, überreichte den mit 1000 Euro dotierten Preis am 7. April in Bonn.

Zen war von 2002 bis 2009 Bischof von Hongkong; er sei ein „authentischer Verteidiger der Menschenrechte, der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung der Christen“. Er setze sich dafür ein, dass China sich ausdrücklich zur Religionsfreiheit bekennt und der Verfolgung aus religiösen Gründen ein Ende setzt.

Der stellv. Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bischof Dr. Thomas Schirrmacher sagte in seiner Laudatio, dass das „total friedliche und respektvolle, jedoch kühn und risikoreiche Handeln“, mit dem sich der Kardinal für die Unterdrückten und Verfolgten einsetze, ihn zu einem mehr als würdigen Empfänger des Stephanuspreises mache.

Zen habe zudem eine wichtige Rolle bei der Einigung der Menschenrechtsverteidiger in Hongkong gespielt. Sie treffen sich jedes Jahr am 1. Juli – dem Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China im Jahr 1997 –, um gegen den politischen Einfluss der Kommunistischen Partei auf das System in der Sonderverwaltungszone zu demonstrieren.

Der Kardinal wolle auch in diesem Jahr bei dem Protestmarsch der Civil Human Rights Front (Bürgerlichen Menschenrechtsfront) ganz vorne mit dabei sein. Als er im Jahr 2014 die Demonstranten aufforderte, deutlich zu zeigen, dass sie keine Sklaven, sondern frei sein wollten, seien sie mit Tränengas angegriffen worden, berichtete Prof. Schirrmacher, der auch Präsident des Internationalen Rates der IGFM (Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte) ist.

Der Kardinal warnt den Vatikan

Die Situation hat sich Zen zufolge in China in den vergangenen Wochen verschärft. Am 1. Februar in Kraft getretene neue Religionsgesetze regeln unter dem Vorwand, Einmischung von außen abzuwehren, das religiöse Leben bis ins kleinste Detail.

Ein Austausch im Internet, die Einfuhr religiöser Literatur und Auslandsreisen zu religiösen Treffen werden begrenzt.

Totalitäre Diktaturen haben laut Zen nur ein Ziel: „Die Kontrolle über alles und über jeden.“

Zudem hat Zen in den vergangenen Wochen vor einem „faulen Kompromiss“ zwischen dem Vatikan und dem kommunistischen Regime gewarnt. Ihm zufolge könnte die Frage, wie Bischöfe ernannt werden, neu in Sinne Chinas geregelt werden.

Die dortige katholische Kirche ist gespalten in eine romtreue Untergrundkirche und eine offizielle Staatskirche, die „Patriotische Vereinigung“. 30 Untergrundbischöfe sind ohne Genehmigung Pekings tätig, sieben „patriotische“ Bischöfe nicht von Rom anerkannt.

Wie die Stephanus-Stiftung hilft

Die Stephanus-Stiftung möchte verfolgten Christen in ihrer Not beistehen und durch ihre Öffentlichkeitsarbeit auf die „Verletzung des Rechts auf Religionsfreiheit aufmerksam machen und die Hintergründe aufklären“, heißt es in den Statuten der Stiftung. Sie unterstützt außerdem in Not geratene Christen mit einem Zuschuss zum Lebensunterhalt und zu Anwaltskosten.

Den Stephanus-Preis erhielt bisher unter anderen die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony (Lahore). Sie verteidigt Christen vor Gericht, die wegen angeblicher Beleidigung des Korans oder des islamischen Propheten Mohammed angeklagt sind.

Weitere Preisträger sind der chaldäisch-katholische Erzbischof Louis Sako (Irak), die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan und Pfarrer Gottfried Martens von der SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche). Er erhielt die Ehrung für seinen Einsatz für Christen, die in deutschen Flüchtlingsunterkünften unter Übergriffen durch Muslime leiden.

Die Stiftung vergibt zudem einen Sonderpreis für Institutionen, die sich besondere Verdienste im Einsatz für verfolgte Christen, christliche Gemeinschaften und Gemeinden erworben haben. Diese Auszeichnung bekam unter anderen die Evangelische Nachrichtenagentur idea.

Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ ist Oberstudienrat i. R. Wolfgang Link. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin für Religionsfreiheit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Quelle: http://www.idea.de

 „Qu

 


Zweifache Strategie katholischer Progressisten zur Veränderung der Kirche

Mathias von Gersdorff

In diesem Jahr gab es zwei Plädoyers für die Einführung von Segnungen für homosexuelle Paare. Zuerst äußerte sich Bischof Frank-Josef Bode von Osnabrück, der sich für eine allgemeine Einführung solcher Pseudo-Segnungen aussprach. Schnell wurde er vom Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und weiteren Vertretern des Klerus in diesem Anliegen unterstützt, darunter der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. Dieser will auch wiederverheiratete Geschiedene segnen.

Würde sich Bodes Vorschlag durchsetzen, so würde es bald Segnungen für alle möglichen Partnerschaftsformen geben. Damit würde sich die katholische Kirche vollends dem heute herrschenden Geist der sexuellen Revolution anpassen. 

Die Radikalität dieser Revolution scheint Bischof Bode nicht zu beunruhigen. Er selbst sprach von der Möglichkeit einer Spaltung.

Einige Wochen später meldete sich Kardinal Marx zum selben Thema. Auch er ist offen für solche Pseudo-Segnungen, doch er will keine offizielle Begründung dazu veröffentlichen. Vielmehr sollen die Pfarrer selbst von Fall zu Fall entscheiden.

Beide Vorschläge implizieren offensichtlich die Abschaffung der traditionellen Sittenlehre hinsichtlich Sexualität und Ehe.

Doch sie unterscheiden sich im wesentlichen Punkten: Bode will im Grunde eine neue Sexualmoral einführen und damit einen „Paradigmenwechsel“ in der Moraltheologie erreichen. Die traditionelle und eigentliche katholische Sexualethik, die neben der Hl. Schrift auf dem Naturrecht basiert, wäre damit außer Kraft gesetzt. Dass dies die Gründung einer neuen Religion beinhaltet, braucht kaum erwähnt zu werden.

Das Schlagwort „Paradigmenwechsel“ in der Moral hat kein Geringerer eingeführt als der römische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Kardinal Marx geht einen anderen Weg, um die progressistische Agenda durchzusetzen: Er verzichtet darauf, allgemein verbindliche Regeln aufzustellen oder gar seine Autorität als Erzbischof (offen) anzuwenden, um diese Änderungen zu forcieren. Er sagt, jeder Pfarrer solle das so machen, wie er es für richtig hält.

Dadurch verfolgt Kardinal Marx ein anderes Ziel des Progressismus: Die bischöfliche Autorität und die Zentralisierung der Kirche aufzubrechen. Wie bereits mehrmals erklärt wurde, strebt Kardinal Marx offenbar die Bildung einer Kirche an, die nicht mehr hierarchisch organisiert ist und auch kein universell verbindliches Lehramt mehr besitzt.

Man könnte diese Strategie der Dezentralisierung als einen Paradigmenwechsel in den Strukturen bezeichnen.

Das würde natürlich hoch bis zum Papst und dem Vatikan gehen. Für Progressisten wie Hans Küng ist die Kurie gleichsam der Teufel in Person, die am besten abgeschafft gehört. Der Papst sollte irgendwo leben, nicht unbedingt in Rom, und soll die Kirche ohne großen Apparat regieren. Bistümer, Pfarreien und inzwischen „Pastorale Räume“ würden weitgehend unabhängig voneinander leben und unterschiedliche Lehrämter und liturgische Formen entwickeln.

Eine solche Kirche würde sich in ihrer Struktur nicht mehr groß von den Naturreligionen unterscheiden, in denen Personen mit einer starken psychologischen Ausstrahlung das Sagen haben. Eine Gemeinschaft würde sich durch eine emotionale bis fanatische Beziehung zu dieser charismatischen Person bilden.

Was Deutschland betrifft, könnte der Progressismus versuchen, folgende Struktur zu entwickeln:

Die Kirche als „Anstalt des öffentlichen Rechts“ würde komplett desakralisiert werden und nur noch als Anbieter von Dienstleistungen auftreten. Diese Dienstleistungen (Schulen, Kindergärten, Altersheimen, Krankenhäuser etc.) würden gegen Zahlung der Kirchensteuer oder durch Gebühren angeboten werden.

Die Pfarreien, in denen die eigentliche Seelsorge und die Austeilung der Sakramente stattfinden, würden sich zunehmend zu spirituellen Zentren einer universellen Religion wandeln. Neben den Hl. Messen, der Beichte und „klassischen“ Angeboten gäbe es dort eben auch Segnungen für alles Mögliche, Yoga-Sitzungen, mystische Gespräche mit der Natur, Begegnungen mit fernöstlichen Religionen etc.

In einer solchen Konfiguration würden die Anhänger der traditionellen Messe oder die sog. Muttersprachler (Kroaten, Polen etc.) marginalisiert; sie wären eine unter vielen Varianten religiösen Lebens.

Ich gestehe, dass hier eine extreme Situation gezeichnet wird. Möge Gott Mitleid mit Deutschland haben und uns vor diesem Szenario bewahren.

Wenn aber der Verfall des Glaubens hierzulande weiter so rasant voranschreitet, wie wir es gegenwärtig sehen, würde dies bald dazu führen, dass die katholische Kirche kaum noch als katholisch bezeichnet werden kann.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Artikel veröffentlicht er unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Der progressive Reformkatholizismus will den „moralischen Paradigmenwechsel“

Mathias von Gersdorff

Die jüngsten Plädoyers von Kardinal Reinhard Marx und Bischof Franz-Josef Bode zugunsten von Segnungen homosexueller Partnerschaften haben auf der ganzen Welt Erschütterung und Entsetzen ausgelöst.

Die Demarche der beiden Deutschen ist allerdings keine isolierte Handlung. Auf breiter Front bläst der Progressismus zu einem Ansturm gegen die traditionelle Lehre der Kirche.

Am deutlichsten wurde dies von keinem Geringeren als dem vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin geäußert. Er spricht von einem regelrechten „Paradigmenwechsel in der Moral“, auf der Grundlage einer liberalen Interpretation von Amoris laetitia.

Kardinal Parolin erklärt dazu in einem Interview mit Radio Vatikan: „Es ist ein Paradigmenwechsel und der Text selbst besteht darauf. Das ist es, was man von uns verlangt – dieser neue Geist, dieser neue Ansatz! Jede Veränderung bringt also immer Schwierigkeiten mit sich, aber diese Schwierigkeiten müssen bewältigt werden.“

Der hochrangige Kardinalstaatsekretär ließ dabei offen, wie dieser Paradigmenwechsel Gestalt annehmen würde. Das erledigen andere für ihn. 

So hat beispielsweise der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi bei einem Vortrag Mitte Dezember 2017 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom behauptet, künstliche Verhütung sei in gewissen Situationen nicht nur akzeptabel, sondern sogar geboten.

Chiodi ist alles andere als ein Leichtgewicht. Er lehrt Moraltheologie an der katholischen Fakultät der Universität Mailand. Im Juni 2017 wurde er an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen. Es blieb nicht beim Vortrag im Dezember in der Gregoriana. Seitdem konnte er seine Ansichten mehrmals in der Tageszeitung Avvenire (offiziöses Organs der italienischen Bischofskonferenz) vorbringen.

Sein Vortrag wurde von vielen als der Beginn einer Demontage der Enzyklika „Humanae Vitae“ von Paul VI. aus dem Jahr 1968 verstanden. Darin bekräftigte der Papst die katholische Sexualmoral und die Lehre der Kirche über Ehe und Familie. Insbesondere bestätigte er, dass der Geschlechtsakt nur in einer gültig geschlossenen Ehe – und zwar zwischen Mann und Frau (das muss man heute hinzufügen) – ethisch erlaubt ist. Der Geschlechtsakt muss zudem offen für die Fortpflanzung sein, weshalb künstliche  Verhütungsmittel nicht erlaubt sind. Diese Lehre wurde von Papst Johannes Paul II. 1981 im Apostolischen Schreiben „Familiaris consortio“ bestätigt.

Diese beiden päpstlichen Schreiben „Humanae Vitae“ und „Familiaris consortio“ waren bislang die größten Hindernisse für den Progressismus, die kirchliche Sexualethik umzukrempeln.

Nun sehen seine Vertreter wohl dank Amoris Laetitia den Zeitpunkt gekommen, mit der traditionellen Lehre zu brechen, wozu die Beseitigung von Humane Vitae nötig wäre.

Über Bestrebungen in dieser Hinsicht meldete die Katholische Presseagentur Österreichs: „Ob aus dem Vatikan tatsächlich bald eine Neuauslegung der „Pillen-Enzyklika“ kommt, ist ungewiss. Dass eine Kommission im Auftrag des Papstes die Entstehungsgeschichte von „Humanae vitae“ untersucht, hat der Leiter des Archivs der Glaubenskongregation, Alejandro Cifres, unlängst der Nachrichtenagentur „Kathpress“ bestätigt.“

Die Debatte, die der Veröffentlichung von Amoris Laetitia folgte, war in ihrer Dimension, Schärfe und Polemik einzigartig in der Geschichte der Kirche. Konträrer könnten die Positionen nicht sein: Während die einen meinen, es hätte sich an der Lehre der Kirche nichts geändert, sagen andere, das Apostolische Schreiben würde mit der traditionellen Lehre brechen.

Wie immer man zu Amoris Laetitia steht, so muss man feststellen, dass die zweite Gruppe gegenwärtig bestrebt ist, Fakten zu schaffen. Anders kann man den Schlachtruf Kardinal Parolins für einen Paradigmenwechsel in der Moral nicht verstehen.

Was den Progressismus betrifft, so kann man sagen: „Wenn Rom in den (deutschen) Wald hinein ruft, so schallt es aus München, Mainz und Berlin heraus“.

Um sich hierbei auf Kardinal Marx zu beschränken, so ist er in puncto Homo-Agenda schon lange aktiv.

In seiner Pfingstpredigt 2015 sprach er sich für eine Willkommenskultur aus und erwähnte auch die Homosexuellen: „Die zugezogenen Norddeutschen und die Bayern, die Mittelschicht und die Hartz-IV-Empfänger, die Arbeitslosen und die Direktoren der Banken, die Grünen und die Schwarzen, die Homosexuellen und die Heterosexuellen, die Geschiedenen und die Ehejubilare, die Flüchtlinge und die Gebirgsschützen“.

Während der Familiensynode im Herbst 2015 meinte Kardinal Marx, die Kirche müsse sich bei den Homosexuellen sogar entschuldigen. Die Forderung nach Segnungen homosexueller Paare kommt also nicht ganz überraschend.

Die einzige Person, die das Post-Amoris-Laetitia-Chaos beenden könnte, ist der Papst selbst. Doch er ist nicht bereit, Klarheit zu schaffen.

Dr. Markus Büning, ein Autor, der noch letztes Jahr die franziskus-freundliche Initiative „Pro Pope Francis“ unterstützte, schrieb nun: „Aus meiner Sicht ist nun ganz klar derjenige gefordert, der das höchste Lehramt in der Universalkirche innehat, der Papst. Schweigt er zu solch einer Forderung, muss man notgedrungen, vorausgesetzt er kennt die dreiste Forderung des C8-Kardinals Marx, dies als Zustimmung werten. Dann hat auch der Papst ein Problem!“

Franziskus hat aber die Progressiven jüngst indirekt ermutigt, in ihrem Kurs fortzufahren, als er in seiner Apostolischen Konstitution „Veritatis Gaudium – Über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten“ vom 29. Januar 2018 die Akademiker zu einer „kulturellen Revolution“ auffordert:

„Diese beachtliche und unaufschiebbare Aufgabe verlangt auf der kulturellen Ebene akademischer Bildung und wissenschaftlicher Forschung die großherzige und gemeinsame Anstrengung hinsichtlich eines radikalen Paradigmenwechsels, ja mehr noch – ich erlaube mir zu sagen – hinsichtlich einer »mutigen kulturellen Revolution«“

Kein Wort also an die Progressisten, sich zu mäßigen oder sich an die traditionelle Lehre zu halten.

Der „normale Katholik“ ist angesichts dieses Panoramas zunehmend verwirrt. Doch dazu besteht kein Anlass, denn noch viele Würdenträger verbreiten und verteidigen die unveränderbare Lehre der Kirche über Sexualität, Ehe und Familie. Zuletzt taten das die Bischöfe Kasachstans mit dem „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“.

In diesem Dokument wird klargestellt:

„Das beständige Lehramt der Kirche, angefangen von den Lehren der Apostel und aller Päpste, hat die kristallklare Lehre Christi bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe, sowohl in der Lehre (in der Theorie), als auch in der sakramentalen Disziplin (in der Praxis) unzweideutig, ohne einen Schatten des Zweifels und immer in demselben Sinn und in derselben Bedeutung bewahrt und weitergegeben. Wegen ihres göttlich begründeten Wesens darf die sakramentale Disziplin niemals dem geoffenbarten Wort Gottes und dem Glauben der Kirche an die absolute Unauflöslichkeit einer gültigen und vollzogenen Ehe widersprechen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Kommentare zum Zeitgeschehen in Kirche und Welt schreibt er u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Kardinal Cordes widerspricht Kardinal Marx: „Das erscheint nun wirklich frevelhaft“

.Se
Wie das Nachrichtenportal „Kath.net“ am heutigen Mittwoch, dem 7. Februar, berichtet, hat sich der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes gegen den Vorschlag von Kardinal Reinhard Marx gewandt, homosexuelle Partnerschaften in Einzelfällen kirchlich zu segnen. 
 .
Der vatikanische Würdenträger kritisiert, der Müncher Erzbischof habe nicht einmal erwähnt, daß praktizierte Homosexualität „immer“ dem Willen Gottes „widerspricht“.
.
In seiner Stellungnahme erklärt Kardinal Cordes bereits eingangs: Der Vorstoß von Kardinal Marx missachtet die eindeutige Offenbarung Gottes.“
 .
Die Kirche sei aber in ihrer Pastoral (Seelsorge) an die Heilige Schrift und die Verkündigung des Lehramts gebunden; sie sei kein „Ausdruck von sentimentalem Einverständis“.
.
Er verweist sodann auf den Römerbrief (1,18 ff), auf die Erklärung der Glaubenskongregation vom 29.12.1975 und den Weltkatechismus (Nr. 2357). Daraus ergäbe sich eine „verbindliche Weisung der Kirche“.
 .
Cordes bezeichnet die Zustimmung zu homosexuellen Paar-Segnungen als „beängstigend naiv“ und erläutert, daß hierbei nicht Menschen nur „je für sich“ Gottes Beistand wünschen: „Sie wollen die „Segnung“ ihrer sündhaften Verbindung“ und damit deren kirchliche „Aufwertung“.
.
Der römische Kardinal lehnt den Vorstoß des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz klar ab: „Kirchlicher Segen als Bestätigung einer Gott-widrigen Paarbeziehung? Das erscheint nun wirklich frevelhaft.“

Foto: Vatican-Magazin