Verrät der Vatikan die romtreue katholische Untergrundkirche in China?

Von Dr. Edith Breburda

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, der frühere Bischof von Hongkong, ruft jetzt auf, für die Untergrundkirche Chinas zu beten. Er sagt in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenseite „LifeSiteNews“: “Der Vatikan verrät chinesische glaubenstreue Katholiken.” dr-breburda

Kardinal Zen, ein ehem. Seminarprofessor, spricht Mandarin, Kantonese, Shanghainese, Englisch, Italienisch, Latein und er versteht Französisch. Er ist die höchste Autorität in der katholischen Kirche Chinas.

Inständig  bittet er den Vatikan, mit den Kommunisten Chinas nicht zusammenzuarbeiten.

„Dies würde de fakto den Kommunisten die Leitung der Kirche überlassen, was nicht den Regeln und Prinzipien der Kirche entspricht. Es schadet auch ihrer Glaubwürdigkeit.

Chinas Regierung könnte bestimmen, welcher treue Kommunist Bischof wird, und dem Papst bliebe nichts anderes übrig, als dem zuzustimmen. Die Chinesische Regierung verlangt von der Kirche, sich ihnen total auszuliefern. Man erweckt zwar den Eindruck, als ob der Papst ein gewisses Mitspracherecht hätte, aber der Schein trügt. Im Grunde kann der Papst gar nichts tun.“

Die romtreue katholische Kirche Chinas arbeitet im Untergrund, während die chinesische „patriotische Kirche“ nur Priester zulässt, die der Partei genehm sind und die sie streng überwacht. Bischöfe der rechtgläubigen Kirche, die dem Papst gegenüber loyal sind, müssen viele Jahre im Gefängnis verbringen. p1060215_810_500_55_s_c1

Kardinal Zen (siehe Foto) erklärt [i]:

„Wenn man einer Regierung die Möglichkeit gibt, Bischöfe zu ernennen, könnte das ein Signal für andere Staaten sein, dem nachzufolgen. Ich habe große Sorge, dass der Vatikan mit der Regierung zusammenarbeiten will. Für ihn ist die Untergrundkirche ein lästiges Übel. Und um der Einheit Willen tut man alles, um sich zu arrangieren.

Der Papst selber versteht wahrscheinlich nicht die Hintergründe. Ich kann seine Gutgläubigkeit, die fast schon an Naivität grenzt, über die chinesische Regierung nachvollziehen. Er verlässt sich auf seine Mitarbeiter. Schuld an der Lage ist eigentlich nicht der Papst. Es sind seine Berater.

Ich habe Angst, sie verkaufen die Untergrundkirche. Das wäre für uns sehr schlecht. Aber wir können nichts tun außer beten. Chinesen, die mich aufsuchen, ist es verwehrt, ihre Meinung frei zu äußern. Sie bitten mich inständig, meine Stimme zu erheben.

So kontaktiere ich den Vatikan unablässig. Nur dieser scheint nicht auf mich hören zu wollen. Ich habe Papst Franziskus vor zwei Jahren getroffen. Er hörte mir 40 Minuten lang zu. Er schien meine Ansicht zu teilen. Ich kann so nicht sagen, was nun passieren wird.

Foto: HMKMan teilte mir jedoch mit, dass ich nur noch dann in den Vatikan kommen soll, wenn ich eine Einladung habe.“

Offenbar hat sich die Situation zwischen Vatikan und Chinas Kirche seit dem Rücktritt von Papst Benedikt geändert. Kardinal Zen jedenfalls beklagt, dass eine kompetente römische Kommission aus jener Zeit nun nicht mehr existiert: 

„Unter Papst Benedikt XVI. gab es eine vatikanische Kommission, deren sehr kompetente Mitglieder genau wussten, wie man mit chinesischen Kommunisten zu verhandeln hatte. Unter Papst Franziskus ist diese Kommission verschwunden.

Die Untergrundkirche in China ist sehr verunsichert über die äußerst verwirrenden Anweisungen des Vatikans. Priester der „Patriotischen Kirche“ sind der Regierung verpflichtet. Wenn sie in die Untergrundkirche kommen, werden die Untergrundpriester nach einiger Zeit von der Polizei verjagt. Sie verlieren ihre Pfarrei.

Die Regierung hat die Untergrundkirche in der schlimmsten Form  tyrannisiert. Man kann mit den Kommunisten, die uns verfolgten, nicht plötzlich zusammenarbeiten und sie kirchenrechtliche Dinge entscheiden lassen, nur weil der Vatikan, der die Zusammenhänge nicht kennt, es so bestimmt.

Es gehört zu meinen Prinzipien, den Papst nicht zu kritisieren. Wenn es wirklich zu einem Deal zwischen der Regierung und dem Vatikan kommen sollte, werde ich schweigen. Aber bis es soweit ist, werde ich meine Stimme erheben, um meine Opposition kundz tun.“

[i] Claire Chretien, Exclusive: Cardinal Zen says ‘Naïve’ Pope and bad advisors are betraying underground Church in China. LifeSiteNews, 21. Feb. 2017bookcoverimage

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

Foto von Kardinal Zen: LifeSiteNew


Kardinal Müller warnt Katholiken vor Personenkult und Fixierung auf die Päpste

Von Felizitas Küble

Nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress befaßt sich der vatikanische Glaubenspräfekt Gerhard Müller in seinem neuen Buch „Der Papst – Sendung und Auftrag“ kritisch mit einem unangemessenen Personenkult um den jeweiligen Papst bzw. die Päpste. Bischof Gerhard Ludwig Müller Internet

Die katholische Kirche sei schließlich keine „Papstkirche“, weil das Zentrum des Glaubens der göttliche Erlöser selber sei.

Der Papst diene mit seinem Amt der kirchlichen Einheit, was aber nicht zentralistisch aufgefaßt werden solle, denn mit „Personenkult um ihn herum“ könne man dem Papst nicht wirklich dienen.

Der deutsche Kurienkardinal beschreibe, so meldet Kathpress, in seinem Buch die historische Entwicklung des Petrusamtes; er sehe die Gefahr, daß in den Medien nur noch die Stimme des Papstes erklinge, „während die Sichtweise von der natürlichen Verfassung der Kirche her eigentlich andersherum ist“.

Die kirchliche Versammlung sei das Urprungs-Prinzip des Christentums. Jede Papstverherrlichung schade dem Petrusamt mehr, als sie ihm nutze. Zu warnen sei auch vor überzogenen Erwartungen, zumal diese bei einer vorhersehbaren Nichterfüllung ins Gegenteil umschlagen würden.

Foto: Vatican.vaSchwächen und Grenzen seien, so Kardinal Müller weiter, ein Wesensbestandteil jedes Menschen und somit auch der amtlichen Vertreter der Kirche bis hinauf zum Pontifex.

Der vatikanische Glaubenspräfekt plädiert für eine größere Verantwortung der Bischöfe, Synoden und Bischofskonferenzen. Eine „heilsame Dezentralisierung“ bedeute jedoch keinen theologischen Richtungswechsel oder gar eine „Revolution im Vatikan“.

Papalismus: seit langem eine wachsende Fehlentwicklung in der Kirche

Hierzu sei angemerkt:

Schon seit Jahrzehnten wendet sich unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, gegen die in konservativen Kreisen weitverbreitete Papstschwärmerei und sonstigen papalistischen Enthusiasmus – und zwar ganz unabhängig davon, welche Persönlichkeit gerade das Petrusamt innehat.

Es geht hierbei nämlich gerade nicht um Sympathie oder Argwohn gegenüber diesem oder jenem Papst, sondern ums theologische Prinzip:

Unser Glaube beruht nicht auf dem Papst und seinen Worten oder Taten, sondern auf der Offenbarung Gottes; diese entfaltet sich auf zwei miteinander verbundenen Wegen, nämlich der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition (frühchristlichen Überlieferung).papst_letzter_tag_01

Das „Dach“, das dieses „Glaubensgebäude“ schützt, ist das kirchliche Lehramt, das sich aber nicht etwa im Papst und seiner Verkündigung erschöpft.

Abgesehen von den letzten beiden Dogmen wurden alle vorherigen unfehlbaren Glaubenssätze von Konzilien (allgemeinen, universalen Bischofsversammlungen) verkündet, die freilich vom Papst oder seinem Legaten geleitet (oder zumindest später als rechtens bestätigt) wurden.

Das Papsttum muß der Kirche als wichtigster Garant der Einheit dienen, es soll wie einst Petrus „die Brüder stärken“, ist aber selber nicht die Basis des katholischen Glaubens.

Die Päpste kommen und gehen, doch die Kirche bleibt

Jene durchaus problematische Entwicklung der späten Neuzeit hin zu einer immer stärkeren Fixierung auf den Papst und seine Stellung, die beim 1. Vatikanischen Konzil ihren vorläufigen Höhepunkt fand, führte zu einem wachsenden Personenkult um den jeweiligen Papst oder zu einer allgemeinen papalistischen Schwärmerei, aber zugleich zu einer überzogenen Polemik gegen Päpste, denn je mehr seine Person im Mittelpunkt steht, umso mehr entzündet sich an ihm auch die Empörung  – und zwar durchaus nicht immer nur von „links“ (wie man derzeit im traditionellen Lager zum Thema Papst Franziskus bestätigt sieht).Herz-Jesu_01

Viele konservativen Gläubigen, die mir ihren Unmut über Papst Franziskus mitteilen, sage ich, daß sie ihre  – vielfach durchaus berechtigte  – Enttäuschung nicht überdramatisieren mögen.

Die Päpste kommen und gehen, aber die Kirche bleibt. Das Werk Christi beruht auf seiner Verheißung, nicht auf einer vermeintlichen oder tatsächlichen Großartigkeit von Menschen.

Es ist paradoxerweise sogar so, wie Paulus schreibt, daß sich gerade in menschlicher Schwäche die Gnade des Höchsten umso deutlicher zeigt.

An die Göttlichkeit der Kirche glaube ich – um es zugespitzt auszudrücken  – nicht wegen der guten, sondern gerade wegen der schlechten Päpste.

Nicht daß ich mir solche herbeiwünschen würde, ihr Wirken war oft sehr verhängnisvoll, aber die eindrucksvolle Tatsache, daß die katholische Kirche an diesen unwürdigen Vertretern des Petrusamtes nicht gescheitert ist, daß sie aufgrund der Gnade und Zusage Christi, ihres unsichtbaren Hauptes, stets weiterlebte und es auch in Zukunft tun wird, ist der Hoffnungsgrund unseres Glaubens. 

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Bistum Regensburg, Radio Vatikan

 


Der Vatikan hat fast 10.000 Juden Schutz vor NS-Verfolgung gewährt

Der Vatikan hat während des Dritten Reichs systematisch Juden und Flüchtlingen geholfen und ihnen Schutz geboten.

Das belegt der Vortrag des Archivars des vatikanischen Staatssekretariats, Johan Ickx, bei der Tagung „Refugee Policies from 1933 until Today: Challenges and Responsibilities“ am vergangenen Freitag in Rom. ce56f-radiovatikan

Fast 5000 Juden haben in 280 Klöstern Unterkunft gefunden, 3000 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo, 1460 in katholischen Privathäusern, 60 in Gebäuden auf extraterritorialem Grund und 40 im Vatikan selbst.

Diese Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor, so der Referent.

Ein Abkommen von Oktober 1943 mit den Nationalsozialisten sicherte Ickx zufolge den vatikanischen Gebäuden einen neutralen Status zu. Der Archivar wies auch darauf hin, dass der Vatikan bereits im spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 drei Millionen Flüchtlingen geholfen habe.

Die zweitägige Veranstaltung wurde von der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) organisiert, einer Vereinigung, die sich um das Gedenken an die Opfer des Holocaust kümmert.

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2017/02/17/vatikan_im_dritten_reich_archivar_legt_zahlen_vor/1293250

 


Rot-China: Massenhafte Ermordung von Häftlingen zwecks Organhandel?

Im Vatikan findet vom 7. bis zum 8. Februar 2017 ein Spitzentreffen zu „Organhandel und Transplantationstourismus“ statt. Neben Vertretern der Radio VatikanWeltgesundheitsorganisation, der Vereinten Nationen, von Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen hat die Päpstliche Akademie der Wissenschaften auch den ehem. chinesischen Vize-Gesundheitsminister Huang Jiefu als Redner eingeladen.

Er ist selbst Transplantationschirurg und gilt als mitverantwortlich dafür, dass in der Volksrepublik hunderttausende Organe aus völlig unklaren Quellen verpflanzt wurden.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die Teilnehmer des Treffens, volle Transparenz einzufordern.

Nach wie würden viele Indizien dafür sprechen, dass in China tausende Menschen getötet werden, nur um ihre Organe verkaufen zu können. Die chinesische Regierung habe nach Angaben der IGFM über Jahre lediglich Versprechen und Absichtserklärungen geliefert. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

„Es darf keine Absolution für Transplantationsmissbrauch in China geben! Ohne Transparenz muss weiter befürchtet werden, dass politische Gefangene ‚auf Bestellung‘ getötet werden, um die Organe der Opfer verkaufen und transplantieren zu können“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Nach Angaben der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften hat selbst Papst Franziskus vor dem Treffen darauf hingewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Organhandel, Menschenhandel und moderner Sklaverei untersucht werden solle. 

Die Volksrepublik China ist nach den USA das Land mit den meisten Organtransplantationen pro Jahr. Trotzdem sind die „Wartezeiten auf Spenderorgane grotesk kurz“, erklärt Hubert Körper, IGFM-Vorstandsmitglied und Experte für Transplantationsverbrechen.

Die bisherigen Erklärungsversuche chinesischer Stellen seien völlig unplausibel. Es gebe in China kulturell bedingt eine Aversion gegen Organspenden und kaum freiwillige Spender. Zudem fehle ein effektives Datenbank- und Verteilsystem wie es z. B. in Europa existiere. Bei behaupteten Reformen verweigerten die chinesischen Stellen nach wie vor Informationen und jede Überprüfung, so die IGFM weiter.

Hintergrund

Organraub und „Tötung auf Bestellung“
Die Volksrepublik China unterhält das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt. Aussagen von überlebenden ehemaligen Gefangenen machen deutlich, woher mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Jahr tausende „Spender“-Organe stammen: Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass insbesondere willkürlich in Zwangsarbeitslagern inhaftierte Anhänger der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong, Angehörige von Minderheiten und andere politische Gefangene gezielt getötet werden. Nicht weil diese Gefangenen ein Verbrechen begangen hätten, sondern ausschließlich, weil sich ihre Organe gewinnbringend verkaufen lassen.  China-foltert-Knueppel-IGFM_02

Entschließungen des US-Repräsentantenhauses und des Europäischen Parlamentes
Erst am 13. Juni 2016 verurteilte das US-Repräsentantenhaus in einer Resolution die Praxis der staatlich unterstützten, erzwungenen Organentnahme und die Verfolgung der Meditationsschule Falun Gong in China. Gleichzeitig forderten die US-Abgeordneten Transparenz und eine unabhängige Untersuchung des Transplantationsmissbrauchs in der Volkrepublik.

Zuvor hatte bereits das Europäische Parlament am 12. Dezember 2013 in einer wegweisenden Entschließung die Transplantationspraxis in China verurteilt und die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, „sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen“, und empfohlen, „den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen“.

Forderungen der IGFM
Die IGFM fordert aus diesem Grund ein rasches Handeln europäischer Stellen. Notwendig sei eine internationale Untersuchungsmission in die Volksrepublik China, um die Herkunft mehrerer zehntausend Spenderorgane und die mutmaßliche Ermordung tausender politischer Gefangener zu klären. Außerdem eine Beendigung der Zusammenarbeit von deutschen und europäischen Kliniken, Forschungszentren und Pharmaunternehmen mit chinesischen Transplantationsinstitutionen. Darüber hinaus dürfe es keine Kostenübernahme durch deutsche und europäische Krankenversicherungen für Kosten im Zusammenhang mit Transplantationen in der Volksrepublik China geben. Ebenso wichtig seien gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass deutsche und europäische Patienten am „Transplantationstourismus“ in die Volksrepublik China teilnehmen.

Von den chinesischen Behörden und Institutionen fordert die IGFM Transparenz und vor allem ein auf Freiwilligkeit basierendes Organspende-System inklusive einer landesweiten Datenbank. Vorbild dafür kann die europäische Lösung Eurotransplant sein.

Zu Originaldokumenten & weiteren Infos:

zur Resolution des US-Repräsentantenhauses vom 13. Juni 2016
https://www.congress.gov/114/bills/hres343/BILLS-114hres343eh.pdf

zur Entschließung des Europäischen Parlaments zu Organentnahmen in China vom 12. Dezember 2013
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2013-0603+0+DOC+XML+V0//DE

Weitere Infos zu Organraub: http://www.menschenrechte.de/organraub

Weitere Infos zu Menschenrechtsverletzungen in China: http://www.menschenrechte.de/china


Machtpoker um die Malteser – ein „Kulturkampf“ innerhalb der Kirche?

Eine „geistliche und moralische Reform“ des Souveränen Ordens der Malteser soll er überwachen, besonders der zölibatär lebenden Profess-Ritter: Papst Franziskus hat Erzbischof Giovanni Becciu zu seinem „besonderen Bevollmächtigten“ ernannt. Burke-EWTN-Foto

Dieser sei der „ausschließliche Sprecher“ des Papstes und werde eng mit dem Leiter des Ordens, Großkomtur Ludwig Hoffmann von Rumerstein, zusammenarbeiten. 

Offiziell amtiert jedoch der Kardinalspatron als Vertreter des Papstes beim Malteser-Orden, bekleidet seit 8. November 2014 vom theologisch konservativen Kurien-Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto).

Im 900 Jahre alten Souveränen Malteser-Orden stellt die kleine Gruppe der Profess-Ritter, die Gelübde wie Mönche ablegen, eine kleine aber wichtige Rolle. Der Orden, der seine eigene Währung, Pässe und Nummernschilder hat, und diplomatische Beziehungen zu über 100 Nationen pflegt, zählt rund 13.500 Mitglieder; doch nur 55 gehören diesem „ersten Stand“ des Ordens an. Bislang stellen sie auch die Führung. 

Die am 4. Februar veröffentlichte Beauftragung von Erzbischof Becciu ist das jüngste Kapitel einer Geschichte, bei der es zum Konflikt zwischen dem Vatikan und dem Orden über die Absetzung des Großkanzlers, Albrecht von Boeselager, im vergangenen Dezember gekommen war, nachdem der deutsche Ordensmann einen Rücktritt verweigert hatte. 

Foto: Radio VatikanNach einer mehrfachen Intervention des Papstes und einer zum Teil öffentlichen geführten, robusten Korrespondenz mit dem bisherigen Großmeister, Fra‘ Matthew Festing, hatte Franziskus am 24. Januar den Großmeister zum Rücktritt aufgefordert. Dieser war daraufhin sofort zurückgetreten, was der Orden per Gremium später bestätigte. Freiherr von Boeselager kehrte wieder in das Amt des Großkanzlers zurück.

Geht es im Hintergrund um einen Richtungsstreit?

Verhandelt wurde jedoch nicht nur die eine oder andere Personalie. Es ist Beobachtern zufolge ein Richtungsstreit, der internationale Wellen schlug.

In der linksliberalen Wochenzeitung „Die Zeit“ schrieb Julius Müller-Meiningen, es werde ein „Kampf der Kulturen ausgetragen, wie er in vergleichbaren Zügen in der gesamten katholischen Kirche zu beobachten“ sei.

Der bekannte Journalist fährt fort:

„Ein Armdrücken um die Wahrheit, das nun in einer päpstlichen Blutgrätsche im Namen der Barmherzigkeit sein vorläufiges Ende findet. Müssen sich Katholiken in aller Welt auf Verhältnisse wie im Malteserorden gefasst machen nach der Devise: Wer nicht spurt, fliegt raus?

Der letztendlich mit dem Recht des Stärkeren ausgetragene Streit im Orden geht ums Ganze, um die richtige Balance und das rechte Verständnis von Katholizität, Tradition, Dogma und Pastoral. Mit besonderer Teilnahme des deutschen Katholizismus„.

Daß es sich im Hintergrund um einen Richtungsstreit handelt, wird auch von der progressiven Seite so gesehen:

Im „NCR“ sprach der Präsident der deutschen Malteser, Prinz Erich von Lobkowicz,  von einer „Schlacht zwischen all dem, wofür Papst Franziskus steht, und einer kleinen Clique ultrakonservativer, rüschentragender Hardliner in der Kirche, die den Zug in jeder Hinsicht verpasst haben“.

Quelle und vollständiger Text hier: http://de.catholicnewsagency.com/story/dieser-mann-soll-die-malteser-spirituell-erneuern-franziskus-ernennt-erzbischof-becciu-1570#.WJX05_2CuNA.twitter


Kardinal Müllers Einwände zu Dubia-Kardinälen steigern die Verwirrung

Mathias von Gersdorff

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, kritisierte das Vorgehen der Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Cafarra bezüglich des Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia von Papst Franzikus. gersdorff

[Zur Erinnerung: Diese vier Kardinäle haben einen Fragenkatalog mit sog. „dubia“ (Zweifel) an Papst Franziskus gesandt, in welchem um Präzisierungen zu bestimmten Aussagen im päpstlichem Schreiben gebeten wird. Insbesondere geht es um die Frage, ob unter bestimmten Voraussetzungen wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen dürfen. Nach traditioneller Kirchenlehre ist dies nicht möglich. Amoris Laetitia enthält Passagen zu dieser Problematik, die zu völlig konträren Auslegungen geführt haben. Nicht selten werden diese Passagen nach eigenem Geschmack ausgelegt. So sind nun liberale Bischöfe oder sogar Bischofskonferenzen der Auffassung, die früheren Einschränkungen zur Erteilung der Kommunion seien aufgehoben worden. Konservative behaupten, es hätte sich nichts geändert. Der normale Gläubige schaut verblüfft dieser Debatte zu, die zunehmend an Schärfe gewinnt.]

Nun hat sich Kardinal Müller in einem Internet-Fernsehinterview am 8. Januar 2017 zu diesem Thema geäußert und die Vorgehensweise der vier Kardinäle kritisiert, vor allem die Tatsache, dass sie ihre Anfrage an den Papst veröffentlicht haben. Zudem erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Amoris Laetitia stelle keine Gefahr für den Glauben dar.

In der Tat hat Kardinal Müller seit der Veröffentlichung versucht, das Amoris-Laetitia–Problem dadurch zu lösen, dass er das päpstliche Schreiben im Sinne der Tradition auslegte. Insofern ist seine Haltung nicht ganz neu.

Dennoch wirft sein letztes Fernsehinterview Fragen auf: Bischof Gerhard Ludwig Müller Internet

Es ist schon bemerkenswert, dass Kardinal Müller den Rahmen eines Fernsehinterviews wählt, um seine Brüder im Kardinalskollegium zu kritisieren. Als Präfekt der Glaubenskongregation stehen ihm geeignetere Möglichkeiten zur Verfügung als ein 11-minütigen Interview, in welchem lediglich ca. drei Minuten dem Apostolischen Schreiben gewidmet waren.

Besitzt die Aussage im Fernsehinterview überhaupt eine relevante Autorität? Von einem Präfekten hätte man eine derart gewichtige Stellungnahme, die geradezu ein Erdbeben verursacht hat, entweder im „L´Osservatore Romano“ oder in einer Fachzeitschrift für Theologie erwartet.

Somit stellt sich eine weitere Frage: Kardinal Müller hatte nicht die Zeit, seine Kritik angemessen zu begründen. Ein derart kurzes Format lässt eine ausführliche Begründung, die der Bedeutung der Aussagen entspricht, gar nicht zu.

Doch das wäre wirklich angebracht. Es kann Kardinal Müller unmöglich entgangen sein, dass etliche Bischöfe und Bischofskonferenzen das Schreiben ganz anders als im Sinne der Tradition (und dessen eigener Auffassung) auslegen und die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene öffnen wollen. Das ist auch die klare Tendenz in Deutschland, dem Heimatland des Glaubenspräfekten.

Foto: Radio VatikanWenn er schon der Meinung war, die Autoren der „dubia“ kritisieren zu müssen, so wäre es angebracht gewesen, auch diejenigen zu kritisieren, die vorpreschen und Amoris Laetitia in Widerspruch zur Tradition auslegen, Kardinal Marx vorneweg.

Durch seine einseitige Kritik hat Kardinal Müller leider die Verwirrung rund um das päpstliche Schreiben gesteigert. Die normalen Gläubigen empfinden eine noch nie dagewesene Kakophonie in einer moraltheologischen Frage, die eigentlich schon seit Jahrhundert von vielen Päpsten, Theologen und Konzilien geklärt wurde.

Es macht sich der Eindruck breit, das Lehramt gelte nicht mehr bzw. sei nicht mehr ernst zu nehmen. Viele fragen sich: Wieso bestätigen der Papst und der zweite Mann im Vatikan, also der Präfekt der Glaubenskongregation, nicht die Lehre der Kirche in dieser wichtigen Frage, wo doch so viele Leute diese Lehre bestreiten?

Unser Autor Mathias von Gersdorff  aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht seine aktuellen Berichte hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

HINWEIS: Kardinal Müller und Co. hatten vor der Veröffentlichung von AL viele Verbesserungsvorschläge an den Papst eingereicht, angeblich war es sogar eine „zwanzigseitige Liste mit Korrekturvorschlägen“.  Quelle: http://www.kath.net/news/58114

Fotos: M. v. G., Bistum Regensburg, Radio Vatikan


Hat Papst Franziskus drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation gefeuert?

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Das Klima im Vatikan wird rauer“ schreibt die katholische „Tagespost“ am 4. Januar 2017 online, Papst Franziskus habe die „Entlassung von drei verdienstvollen Mitarbeitern der Glaubenskongregation angeordnet“. Foto Michaela Koller

Tagespost-Reporter Guido Horst ist zugleich Chefredakteur des unabhängigen „VATICAN-Magazin“; diese Zeitschrift hat ihren Sitz direkt neben der Glaubenskongregation. Horst berichtet:

„Wie im Vatikan zu erfahren ist, entspricht die Nachricht des italienischen Vatikanberichterstatters Marco Tosatti von Ende Dezember, Papst Franziskus habe die Kündigung von drei Mitarbeitern der Glaubenskongregation erzwungen, den Tatsachen.

Demnach sei es Franziskus zu Ohren gekommen, dass einer oder alle drei Priester, die als zuverlässige, verdienstvolle sowie langjährige Fachkräfte des von Kardinal Müller geführten Dikasteriums geschildert werden, sich etwas kritisch über den Papst geäußert haben sollen…Unmittelbar darauf habe der Papst schriftlich die Entfernung der drei Geistlichen gefordert.“

Entsprechende Gerüchte über solche Vorgänge kursieren seit Tagen im Internet. Da es leichtsinnig wäre, sich auf Behauptungen eines einzigen Vatikanisten (Vatikanreporter Tosatti) zu verlassen, hielten wir uns mit dem Thema komplett zurück. 

Nachdem die immerhin seriöse und bislang nicht als papstkritisch aufgefallene „Tagespost“ in dieser Weise darüber schreibt, scheinen sich die Anzeichen zu verdichten, daß Tosatti recht hat. Ein sicherer Beweis liegt damit aber noch nicht vor.

Weiterer Artikel der TAGESPOST zum Thema siehe hier: http://www.die-tagespost.de/politik/Im-Blickpunkt-Angst-vergiftet-das-Klima;art315,175221

Foto: Michaela Koller