Kritik an der Aufführung von Hochhuths Drama „Der Stellvertreter“ in Berlin

Von Dr. Eduard  Werner

Das Berliner Schlossparktheater führt Rolf Hochuths 55 Jahre altes Drama „Der Stellvertreter“ über das (angebliche) Schweigen des Papstes Pius XII. zum Holocaust und den Opfergang des Paters Riccardo ins KZ wieder auf.

Intendant Dieter Hallervorden begründet seine Entscheidung, dieses Theaterstück auf den Spielplan zu setzen, im Programmheft folgendermaßen: “Zu Zeiten, in denen AfD-Politiker unverblümt ihre dunkelbraunen Reden schwingen, ist es für ein heutiges Theater geradezu eine Selbstverständlichkeit zu zeigen, wohin solche Hetztiraden, solch eine rechtsradikale  „Alternative“ schon einmal geführt haben.“

Hier bedient sich der Berliner Theater-Intendant einer Methode der Geschichtsfälschung, die den Methoden der von ihm zu Recht verabscheuten Nationalsozialisten nicht ganz unähnlich ist. 

Für Historiker ist es traurig, dass Hochhuths Fake News unter dem Namen „Der Stellvertreter“ neu aufgeführt werden, denn dieses Drama verfälscht Geschichte.

Papst Pius XII. war nicht der kaltherzige Judenfeind, den Rolf Hochhuth frei erfunden hat. Das Gegenteil ist wahr. Der Papst hat nicht geschwiegen, sondern im Dezember 1942 in Radio Vatikan erklärt, dass „Hunderttausende ohne eigenes Verschulden nur wegen ihrer Abstammung dem Tode geweiht oder der fortschreitenden Verelendung und Vernichtung preisgegeben sind.“

Er hat vor allem auch gehandelt und nach dem Zeugnis des jüdischen Historikers Pinchas Lapide und des römischen Oberrabbiners Israel Zolli Tausende von Juden gerettet, indem er sie im Vatikan und in den italienischen Klöstern untertauchen ließ.

Vor allem aber hat Pius XII. die Kontakte der deutschen Militäropposition mit der britischen Regierung hergestellt. (Siehe Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Jahrg. 22 (1974) S. 299 – 341).

Damit hat der Papst sogar die Existenz des Vatikan-Staates riskiert. Soweit ging sein Kampf gegen Hitler. 

Hochhuths Papstankläger Riccardo im Drama ist frei erfunden, nach dem realen Papsthelfer bei der Judenrettung, Pater Pfeiffer, wurde dagegen aus Dankbarkeit in Rom eine Straße benannt.

Oberrabbiner Israel Zolli schrieb über Papst Pus XII.: „Im Laufe der Geschichte hat kein Held eine solche Armee befehligt, keine Streitmacht ist je kämpferischer gewesen und keine ist je so bekämpft worden wie die von Pius II. im Namen der christlichen Nächstenliebe geführte.“

So fasst ein Jude die Judenrettung des Papstes zusammen. Ehe der Dirigent Leonard Bernstein am Sterbetag des Papstes sein Konzert mit dem New Yorker Philharmonischen Orchester begann, bat er um eine Minute Schweigen „für das Hinscheiden eines sehr großen Mannes, des Papstes Pius XII.“

Und die damalige israelische Außenministerin telegrafierte an den Vatikan: „Wir nehmen an der Trauer der Menschheit über das Hinscheiden Seiner Heiligkeit des Papstes Pius XII. teil. In einer von Kriegen und Uneinigkeit bedrückten Welt vertrat er die höchsten Ideale des Friedens und des Mitleids. Als in dem Jahrzehnt des Nationalsozialistischen Jahrzehnts unser Volk ein schreckliches Martyrium überkam, hat sich die Stimme des Papstes für die Opfer erhoben. Das Leben unserer Zeit wurde von einer Stimme bereichert, die über den Lärm der täglichen Streitigkeiten hinweg deutlich die großen sittlichen Wahrheiten aussprach. Wir betrauern einen großen Diener des Friedens.“

Hochhuths Drama „Der Stellvertreter“ ist wohl eine der größten Fälschungen der Weltgeschichte. Man möchte hoffen, dass die Zuschauer zwischen einer geschichtswissenschaftlichen Dokumentation einerseits und einer fiktiven Dichtung andererseits unterscheiden können.      

 

 

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Warum die Wahrheit frei macht – das gilt auch für die „Vigano-Krise“

Von Dr. Markus Büning

Seit einer Woche ist die katholische Welt erschüttert durch das Zeugnis des ehem. Nuntius in den USA, Erzbischof Vigano, der angesichts der Missbrauchsskandale in den USA schwere Vorwürfe gegenüber dem regierenden Papst inklusive Rücktrittsforderung erhoben hat (Quelle: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-Uebersetzung;art4691,191445).

Die bisherigen Reaktionen sind vielschichtig. Vigano wird nun von manch einem Papstverteidiger in Misskredit gezogen. Der Papst wird von progressiver Seite mit geradezu papalistischem Fanatismus verteidigt. Ein Kardinal liberaler Provenienz warf Vigano sogar die „Sünde wider den Heiligen Geist“ vor. Der Papst selbst will derzeit dazu nichts sagen. Das kennen wir alle ja schon aus der Dubia-Episode. Einige Konservative scheinen sich demgegenüber diebisch zu freuen, endlich das Ende des Pontifikates herbeiführen zu können.

Diese Gemengelage ist höchst gefährlich, weil sie das Ansehen der Kirche in mehrfacher Hinsicht beschädigt. Folgende grundsätzliche Anmerkungen möchte ich daher machen:

Meines Erachtens instrumentalisieren derzeit einige Teile aus beiden Lagern, Progressive und Konservative, den Missbrauchsskandal auf ganz erbärmliche Weise für ihre jeweiligen kirchenpolitischen Positionen.

Einige Progressive wollen einfach nicht wahrhaben, dass die meisten Opfer sexuellen Missbrauches durch Kleriker männliche Jugendliche sind, soll heißen, hier drängt sich durchaus die Frage nach einer „klerikalen Homolobby“ auf, die seit Jahrzehnten versucht, die Sündhaftigkeit der praktizierten Homosexualität in der Kirche zu leugnen. Dies ist aus meiner Sicht zutiefst unanständig, ja reine Realitätsverweigerung!

Und nun komme man mir bloß nicht mit dem Argument, es gebe schließlich auch heterosexuelle Missbrauchstäter. Mir ist völlig klar, dass es auch heterosexuelle Kindesmissbraucher gibt. All dies ist genauso schlimm.

Aber wir reden hier über das spezifische Missbrauchsszenario in der katholischen Kirche. Und da stellt sich die Lage nunmehr doch wohl so dar, dass das Opferspekturm so ist, wie ich es hier beschrieben habe. Mir geht es überhaupt nicht um die Verunglimpfung homosexuell empfindender Menschen. Dazu habe ich gar kein Recht und das will ich auch nicht. Jeder Mensch, ausnahmslos jeder Mensch, ist von Gott geliebt und jeder Mensch muss selber sein Leben vor unserem Herrgott verantworten.

Aber meine Frage ist eine ganz andere: Kann es sein, dass die Aufklärung des strukturellen Missbrauchs durch Kleriker nicht hinreichend gelingt, weil es inzwischen so viele homosexuell praktizierende Kleriker gibt, die diese Dinge einfach nicht aufgeklärt haben wollen? Wenn ja, warum?

Weil sie in der Moraltheologie eine gänzlich andere Behandlung homosexueller Praxis durchsetzen wollen, als es im immer noch geltenden Weltkatechismus niedergeschrieben ist? Fragen über Fragen, die im Raum stehen und redlich beantwortet werden müssen.

Die Kirche hat hier noch (!) eine klare Haltung: Praktizierte Homosexualität ist eine Sünde gegen das Sechste Gebot (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2357-2359). Das ist die Haltung des Lehramtes, die immer noch gilt.

„Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder!“, sagt uns der hl. Augustinus. Wenn ich die Sünde Sünde nenne, diskriminiere ich noch lange nicht den Menschen, der sündigt. Papst Franziskus hat zu Beginn seines Pontifikates mit seiner eben diese Differenzierung verkennenden Ausruf „Wer bin ich, zu verurteilen!“ sich selbst der moraltheologischen Klarheit beraubt und so erst den Nährboden dafür bereitet, dass nun einige seiner bischöflichen Kollegen sogar laut über die Segnung der homosexuellen Partnerschaften nachdenken.

Das wäre unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die einen klaren moraltheologischen Kurs hielten, undenkbar gewesen, ja nicht ohne Konsequenzen für solche Kleriker geblieben! Wir werfen hier heute die Dinge zu oft durcheinander und kommen in Gefahr, die Wahrheit zu verwässern.

Einige Konservative versuchen nun, den Papst zum Rücktritt zu zwingen. Auch solchen „Spielchen“ stehe ich sehr reserviert gegenüber. Allerdings stehen nun mal gravierende Vorwürfe seitens Viganos im Raum. Sollten diese nicht stimmen, sind sie doch zu widerlegen. Stimmen sie allerdings, hätte dies für die Glaubwürdigkeit des Papstes ganz schlimme Folgen.

Ich selbst maße mir nicht an, den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu beurteilen, weil ich dies gar nicht kann. Ich habe hierzu überhaupt nicht die geringste Möglichkeit, mir ein verlässliches Urteil bilden zu können. Das ist auch nicht meine Aufgabe!

Eines ist aber ganz klar: Ein schmollendes „Dazu sage ich nichts!“ seitens des Papstes reicht hier nun wirklich nicht mehr aus. Nein, nun ist er gefordert, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen. Tut er dies nicht, bleibt der von Vigano beschriebene Schmutz an seiner weißen Soutane kleben!

Darüber muss der Herr Papst sich doch nun wirklich im Klaren sein. Nein, auch der Papst muss Rede und Antwort stehen, wenn ihm etwas zur Last gelegt wird. Er ist nicht der liebe Gott! Alle verschrobene Papolatrie, ob konservativ oder progressiv motiviert, muss nun ein für allemal ein Ende haben! Hat sie das nicht, werden die Missbrauchsfälle niemals aufgeklärt.

Es bleibt am Schluss dieser Ausführungen wohl nur eines: NUR DIE WAHRHEIT WIRD UNS FREI MACHEN!

In diesem Sinne verweise ich mit voller Zustimmung auf den sehr bemerkenswerten Artikel von Michael Meier (Religionsexperte vom Schweizer Tagesanzeiger). Dieser Mann gehört sicher nicht der Anti-Franziskus-Front an, sondern betreibt nur eines: soliden Journalismus.

Hier der Text des Artikels im Wortlaut:

Das befremdliche Schweigen der beiden Päpste Auch wenn die Vertuschungsvorwürfe gegen Papst Franziskus zu einer konzertierten Aktion der Konservativen gehören, müssen sie nicht unwahr sein. Die beispiellosen Vorwürfe von Erzbischof Carlo Maria Vigano an das Kirchenoberhaupt haben das Zeug, die katholische Kirche an Haupt und Gliedern zu erschüttern. Der frühere Nuntius in Washington, also der Repräsentant des Vatikans in den USA, will Franziskus schon 2013 gesagt haben, dass der emeritierte Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, «Generationen von -Priestern und Seminaristen verdorben» habe.

Franziskus aber habe sich über die angeblich von Papst Benedikt 2008 und 2009 erlassenen Sanktionen gegen McCarrick hinweggesetzt und ihn zum engen Berater gemacht. Erst vor Wochen, als eine Untersuchung dessen Übergriffe auf einen Minderjährigen und Seminaristen erhärtete, entließ Franziskus ihn aus dem Kardinalsstand. Man kann Leitartikler Mathew Schmitz in der «New York Times» nur beipflichten, dass Franziskus zurücktreten müsste, sollten die Vorwürfe wahr sein.

Aber sind sie es auch? Das Schreiben sei eine Mischung aus «Fakten, Fiktion und Gift», hieß es alsbald, eine konzertierte Aktion von Internetportalen, letztlich ein Putschversuch des rechtskatholischen Franziskuskritischen Lagers in der US-Kirche. Das ist durchaus möglich, ja plausibel.

Aber auch wenn die Komplott-These zutrifft, die Vorwürfe von Vigano entkräftet sie nicht. Diesen als rachsüchtig darzustellen, weil er 2016 von Franziskus in Pension geschickt wurde, ist kurios. Vigano hatte damals mit 75 Jahren schlicht das ordentliche Pensionsalter der Bischöfe erreicht.

Eigenartig berührt das Schweigen der beiden Päpste. Benedikt XVI. habe sich zum Memorandum von Vigano nicht geäußert und werde es auch nicht tun, erklärte sein Privatsekretär Georg Gänswein. Warum schweigt der Ex-Papst, wenn er seinen Nachfolger entlasten könnte? Franziskus selber mag «kein Wort» zu den Vorwürfen sagen.

Die Medien sollten das Papier gründlich studieren, forderte er, und sich ihr eigenes Urteil bilden. Warum dementiert er nicht einfach? Außer Vigano täte er damit niemandem weh. Wusste der Vatikan Bescheid?

Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Josh Shaphiro, der vor zwei Wochen über den Missbrauch von 300 Priestern an tausend Kindern berichtete, erklärte im Nachgang zum Vigano-Schreiben, der Vatikan habe über die Vertuschung von Missbrauch in der US-Kirche Bescheid gewusst. Ob Franziskus selber auch, könne er nicht sagen.

Durchaus möglich, dass Franziskus allen Vorwürfen zum Trotz den für die Armen engagierten McCarrick schätzte und förderte. Schließlich hatte er nach Amtsantritt 2013 auch Kardinal Georg Pell zum Finanzchef und in den Kardinalsrat berufen, obwohl die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn längst bekannt waren. Derzeit steht Pell in Melbourne vor Gericht, angeklagt, sich einst an einem Jungen vergriffen und Missbrauchspriester gedeckt zu haben.

Es ist bekannt, dass sich Franziskus in der Personalpolitik nicht dreinreden lässt. Wenn sie ihm sympathisch sind, steht er auch zu den schwarzen Schafen. Er verlässt sich auf den Heiligen Geist, das heißt auf sein Bauchgefühl. Wobei die Reflexion zu kurz kommt.

Die richtigen Schlüsse hat Kardinal Daniel Di Nardo gezogen, der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz: Die aufgeworfenen Fragen verdienten «schlüssige und auf Beweisen basierende Antworten». Vom Vatikan fordert er eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe und drängt auf eine baldige Audienz beim Papst.

Diesen muss er nur an dessen eigene Worte erinnern: «Vertuschung war gestern, jetzt ist Transparenz angesagt.»“ (Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/das-befremdliche-schweigen-der-beidenpaepste/story/21866772).

Dieser Schweizer Journalistenforderung ist nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen.


Kopten-Bischof lud Papst nach Höxter ein

Im Juni feierte sein Kloster in Brenkhausen sein 25. Gründungsjubiläum und Vertreter von Politik, Kirche und Kultur kamen, um zu gratulieren: CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder und Ex-Minister Klaus Töpfer, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Feige und Bischof Dr. Mussinghoff, Vertreter des Europarlamentes, des Bundes- und Landtages, der evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche.

Jetzt ehrte man auch in Rom das ökumenische Engagement des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Norddeutschland und Abtes von Brenkhausen, Anba Damian.

Am letzten Mittwoch wurde er vor 40.000 Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans von Papst Franziskus persönlich empfangen (siehe Foto).

„Ein junger Offizier der Schweizergarde begrüßte mich und führte mich in den vordersten Teil der Halle“, erzählt der koptische Würdenträger noch immer sichtlich bewegt:

„Dort übergab er mich an einen päpstlichen Kammerherrn, der mich zu meinem Platz führte – nicht, wie ich gedacht habe, in die erste Reihe zu jenen, die den Papst am Ende kurz treffen sollten, auch nicht auf die Plätze neben ihm, die katholischen Bischöfen vorbehalten sind, sondern auf einen zentralen Sitz an vorderster Front, direkt gegenüber dem Thron des Papstes, dem absoluten Ehrenplatz also. Ich fragte mehrfach nach, ob das denn so richtig sei, doch man beruhigte mich: Man wollte mir als Vertreter einer Schwesterkirche auf besondere Weise die brüderliche Liebe des Papstes bekunden.“

Pünktlich um 9.30 Uhr morgens betrat Franziskus die Audienzhalle und wurde jubelnd begrüßt. Nachdem er den Mittelgang passiert, dutzende Kinder gesegnet und geküsst hatte und tausende Selfies geschossen wurden, erblickte er den koptischen Bischof und ging direkt, mit breitem Lächeln, auf ihn zu:

„Es war eine herzliche Begrüßung, als seien wir Brüder, die lange voneinander getrennt waren. Er umarmte mich, wir sprachen miteinander auf Deutsch, das er sehr gut verstand. Ich erzählte ihm von unserem Kloster und lud ihn ein, uns in Höxter zu besuchen. ‚Wir werden sehen‘, erwiderte Franziskus“, berichtet Anba Damian.

Bis dahin aber hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch eine Bitte an den Bischof von der Weser: „Beten Sie für mich, ganz besonders in dieser schweren Zeit!“

Anschließend überreichte der schwarzgekleidete Bischof dem Mann in Weiß eine kostbare koptische Ikone von der Geburt Christi. „Ist die wirklich für mich?“, fragte Franziskus, offensichtlich beeindruckt von dem kostbaren Geschenk.

Am Ende der Audienz kam der Papst erneut herunter, um sich von seinem Gast aus Ägypten zu verabschieden. Er setzte seinen Namen in eine schwere Bibel, die der Bischof eigens aus Deutschland mitgebracht hat. „Sie stammt von einem Eisenbahner aus Warburg, dessen sehnlichster Wunsch ein Papstautogramm in seiner Familienbibel war“, meinte der Bischof. „Ich konnte den Mann einfach nicht enttäuschen.“

Noch ein kurzes Gespräch mit Erzbischof Dr. Gänswein, dem Präfekten des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär Benedikts XVI., dann war die Audienz nach knapp zwei Stunden beendet.

Am Nachmittag führte der deutsche Historiker und Bestsellerautor Dr. Michael Hesemann (siehe Foto) den Bischof aus Höxter durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom und zum historischen Petrusgrab. „Durch eine Öffnung in einer Mauer konnte ich die Gebeine des heiligen Petrus sehen, die man in Plexiglaskästen gelegt hat“, erzählt Bischof Damian.

„Das war eine bewegende Begegnung mit dem Ursprung unserer Kirchen. Petrus hat Markus nach Alexandria geschickt, wo dieser unsere Kirche begründete. Unser koptischer Papst ist der Nachfolger des heiligen Markus. Am Vormittag hatte ich den Nachfolger Petri getroffen. Gab es ein schöneres Symbol für die tiefe Einheit unserer Kirche jenseits aller äußeren Trennung?“

Am nächsten Morgen konferierte Bischof Damian mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch:

„Kardinal Koch empfing mich mit großer Herzlichkeit. Wir sprachen eine Stunde lang in großer Offenheit über die Lage der christlichen Minderheit in Ägypten. Was für ein kluger, bescheidener Mann, der im Auftrag des Papstes den Dialog mit den Kirchen führt und auch in unserer Kirche zurecht hochgeschätzt wird.“

Tief beeindruckt von dem herzlichen Empfang im Vatikan plan der Bischof aus Ägypten bereits die Rückkehr nach Rom:

„Im nächsten Jahr möchte ich mit einer ökumenischen Delegation in die Ewige Stadt reisen und gemeinsam mit Vertretern der Politik und der lokalen Kirchen meine Einladung nach Höxter wiederholen.“

Quelle (Text/1. Foto): Pressemitteilung des koptischen Klosters Höxter-Brenkhausen

 

 


Wurde Müller als Glaubenspräfekt entlassen, weil er die „weiche Welle“ verweigerte?

Von Felizitas Küble

In dem bekannten Lebensrechts-Blog „LifeSiteNews“ erschien heute ein Artikel von Dr. Maike Hickson, einer in Deutschland geborenen Katholikin, die in den USA publizistisch tätig ist: https://www.lifesitenews.com/blogs/vatican-source-pope-dismissed-cdl-mueller-and-others-for-following-church-r

Auf dem konservativ-katholischen Webportal wird Papst Franziskus anhaltend kritisiert, weil er hochrangige Kirchenmänner gedeckt und bisweilen sogar befördert haben soll, die in Mißbrauchskandale verquickt sind, teils als Täter, teils als Vertuscher.

Dies gilt insbesondere in der Causa von Kardinal McCarrick, die von Erzbischof Viganò aufgedeckt und von anderen hohen Klerikern bestätigt wurde. (Näheres dazu  hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-UEbersetzung;art4691,191445)

Der Papst selbst verweigert hierzu bislang jede Auskunft.

In dem erwähnten Bericht wird nun darüber spekuliert, ob Kardinal Müller deshalb nicht mehr in seinem Amt als Präfekt der Glaubenskongregation bestätigt wurde, weil er zuverlässig seiner Aufgabe nachgekommen sei, schuldig gewordene Kleriker kirchenrechtlich zu bestrafen.

Auch die plötzliche Entlassung von drei seiner Mitarbeiter wird in diesem Zusammenhang gesehen. Kardinal Müller hatte seinerzeit beim Papst nachgefragt und sich für seine Kollegen eingesetzt, erhielt jedoch keine Begründung, sondern nur eine kurze Abfuhr.

Als Beispiel dafür, daß nicht etwa der damalige Glaubenspräfekt, sondern Franziskus eine „weiche Welle“ in puncto Maßnahmen gegen Päderasten verfolgte, wird in dem Beitrag von Dr. Hickson die Causa Inzoli genannt:

Kardinal Müller habe den Wunsch des Papstes abgelehnt, den italienischen Priester Don Mauro Inzoli kirchlich zu rehabilitieren; dieser Kleriker war bereits als homosexueller Mißbrauchstäter aufgefallen. Allerdings sei Franziskus dem Rat Müllers, auch hier die nötige Strenge walten zu lassen, nicht gefolgt.

Allerdings muß jetzt zunächst abgewartet werden, ob diese Vorwürfe sich bestätigen, denn auch beim Papst gilt das Prinzip: Um zu einem fairen Urteil zu gelangen, müssen beide Seiten berücksichtigt werden.


Theologieprofessor Manfred Hauke begründet ausführlich seine Kritik an Medjugorje

Unter dem Titel „Ist das Medjugorje-Phänomen echt?“ veröffentlichte Dr. Eva Doppelbauer in Gloria-TV am heutigen Montag (27.8.) ein Interview mit dem Mariologen und Dogmatiker Prof. Dr. Manfred Hauke aus Lugano (Schweiz).

Der katholische Priester (siehe Foto) ist Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ und Vorsitzender der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie“.

Am 2. August 2018 hatte die „Tagespost“ ein Interview mit Professor Hauke abgedruckt, in dem der Mariologe sich sehr kritisch über die vermeintlichen „Marienerscheinungen“ von Medjugorje äußert. Dort soll die Madonna seit dem 24. Juni 1981 sechs Sehern größtenteils täglich erscheinen, einige von ihnen berichten heute noch von „Botschaften“ der Gottesmutter.

Das Phänomen ist kirchlich nicht anerkannt, wird von den dortigen Diözesan-Bischöfen strikt abgelehnt, eine vatikanische Untersuchungskommission hat ihr Urteil noch nicht veröffentlicht.

Wir zitieren hiermit einige Ausschnitte aus dem ausführlichen Interview mit Professor Hauke.

Auf die Frage, ob es legitim sei, daß der Vatikan die Frage der Echtheit der „Erscheinungen“ ignoriere und sich auf „gute Früchte“ konzentriere, antwortet er:

„Ich hoffe, dass der Vatikan die Frage der Echtheit in Zukunft nicht ausblendet. Fragwürdig ist jedenfalls das Voranstellen der Praxis vor die Theorie.

Es wurde ein Apostolischer Visitator für Medjugorje ernannt, ohne zuvor eine Stellungnahme zur Frage der Echtheit abzugeben. Zuerst wäre das Phänomen selbst in seinen verschiedenen Dimensionen abzuklären, und erst dann können die praktischen Folgerungen gezogen werden für die Seelsorge. Wo Menschen sich aufmachen, um zu beten, gibt es gute Früchte. Es gibt aber auch schlechte Früchte, die untrennbar mit den „Erscheinungen“ verbunden sind.“

Hinsichtlich der schlechten Früchte zählt der Mariologe folgendes auf:

„Der von der „Gospa“ angeheizte Ungehorsam gegenüber der legitimen kirchlichen Autorität (vor allem von Seiten prominenter Franziskaner), die Verkettung Medjugorjes mit hunderten von angeblichen „Sehern“ und offenkundiger Pseudo-Mystik, eine Art Abhängigkeit von „täglichen Erscheinungen“, die Verquickung mit wirtschaftlichen Interessen und eine Vernachlässigung der von der Kirche anerkannten echten Erscheinungsorte.“

Sodann nennt Dr. Hauke einige Beispiele für lehrmäßige Irrtümer in den Botschaften der „Gospa“, wie die Gottesmutter in Medjugorje genannt wird:

„Zum 16. September 1981 ist dort beispielsweise zu lesen, die Seher bräuchten nicht für sich selbst zu beten, sondern nur für die anderen. Diese Behauptung erinnert an die von der Kirche verurteilte pelagianische Irrlehre, wonach es nicht nötig sei, das Vaterunser mit seiner Bitte „Und vergib uns unsere Schuld“ für uns selbst zu beten, sondern nur für die Sünden anderer (Synode von Karthago 418, Kanon 7). 
Unter dem 6. Mai 1982 heißt es, nach der Botschaft der „Gospa“ seien die Heiligen mit Seele und Leib im Himmel. Das widerspricht der Glaubenslehre, welche die Auferstehung des Leibes mit der Wiederkunft Christi verbindet (vgl. z.B. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1001).
Am 1. Oktober 1981 wird bemerkt, die „Gospa“ habe Folgendes gesagt: „Vor Gott sind alle Religionen gleich“. Dagegen vergleiche man die Erklärung „Dominus Iesus“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000.“

BILD: Das ca. 570 Seiten starke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ beleuchtet die Hintergründe – es ist bei uns zum Sonderpreis von 14,80 € erhältlich.

Außerdem informiert der Theologe über widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der künftigen Erscheinungszeiten:

„Auf die Frage, wie lange sie noch erscheinen werde, antwortete die „Gospa“ am 29. Juni 1981: „Solange ihr wollt“. Einen Tag später, am 30. Juni, antwortete sie auf die gleiche Frage: „Noch drei Tage“ bzw. „drei Mal“. Das wird nicht nur von fünf Sehern bezeugt (mit Ausnahme von Ivan Dragicevic, der am 30. Juni nicht dabei war), sondern auch von zwei Frauen, die bei dieser „Erscheinung“ anwesend waren und die laut gesprochenen Worte der Seher (keineswegs in Ekstase) gehört hatten. Deshalb erwarteten die Seher ein Ende der Erscheinungen am 3. Juli.“

Professor Hauke äußert sich auch zu der Frage, wie sich das Erscheinungsphänomen „präsentiert“:

„Das Auftreten der „Gospa“ enthält zahlreiche seltsame Einzelheiten, die wir bei den echten Marienerscheinungen nicht finden. Ihre Hände zittern. Sobald die Leute ihr auf den allzu langen Schleier treten, verschwindet sie mehrmals hintereinander und kehrt dann wieder zurück. Sie lässt sich anfassen und lacht dabei. Wer sie anfasst, hat das Gefühl, auf Stahl zu greifen. Die Farbe ihres Gewandes ist grau… 

Ähnlich wie bei spiritistischen Phänomenen, wird ihre Gestalt erst nach und nach langsam sichtbar….Die Seherin Marija beklagt sich am 26. Juni über eiskalte Hände als Folge der Begegnung mit der „Gospa“.“

BILD: Das aufschlußreiche Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (Dominus-Verlag) enthält ebenfalls fundierte Kritik, u.a. von Pfr. Rudo Franken und Prof. Manfred Hauke. 

Abschließend warnt der Mariologe die Kirche vor einem „Spiel mit dem Feuer“ in puncto Medjugorje:

„Die „pastorale“ Praxis, den Besuch von Medjugorje zu fördern, ohne vorher die Echtheit zu klären, ist ein Spiel mit dem Feuer, das unkontrollierbare Auswirkungen haben kann, nicht zuletzt für den Nachfolger des hl. Petrus. Wir sollten für Papst Franziskus beten, dass er die Aufgabe der Klärung und Unterscheidung wahrnehme nach dem von ihm geschätzten Grundsatz: „Sehen, urteilen, handeln“. Erst sehen und urteilen, dann handeln.“
QUELLE für die Interview-Auszüge: https://gloria.tv/article/Nrhajf2qbFiu1aMNSUVzWeA1V
HIER unsere Kritik an der Kathnet-Kampagne gegen Prof. Hauke: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/15/causa-medjugorje-kathnet-diffamiert-den-katholischen-mariologen-manfred-hauke/

Papst Franziskus hat den vielbeschworenen „Geruch der Schafe“ verloren

Von Thomas May

Die Papstbotschaft zum sexuellen Missbrauch vom 20. August ist in der Tat „absolut unzureichend“, wie Dr. Markus Büning schreibt, und lässt in einen tiefen Abgrund blicken. Nebenbei wird offenkundig, dass Papst Franziskus selbst den „Geruch der Schafe“ verloren hat.

Dr. Büning bemängelt: „Es [das Papstschreiben] erschöpft sich in einem weitgehenden unkonturierten ‚Pastoralsprech‘, der letztlich das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen nicht ernst genug nimmt.“

Ja, es ist ein weitgehend schwammiges, sich am Kern des Skandals vorbeiwindendes Gefasel. Völlig unpassend ist es, ausgerechnet in diesem Zusammenhang auf die paulinische Metaphorik von den „Gliedern am Leib Christi“ zu verfallen. Welch schreckliche Erinnerungen muss das Wort „Glied“ bei Missbrauchsopfern erneut wecken!

Allein dieser Mangel an sprachlichem Feingefühl spricht für die Wahrscheinlichkeit, dass Papst Franziskus der persönliche innere Zugang zu dem, was den Opfern angetan wurde, fehlt.

Ferner beanstandet Dr. Büning: „Zudem fehlt hier ein klares HANDLUNGSkonzept: Was ist denn nun mit den Bischöfen, die gefehlt und vertuscht haben?“

Im Gegensatz zu Papst Benedikt XVI., der aktiv daranging, Missbrauchstäter und die Schuldigen, die sie deckten, aufzuspüren, und der insgesamt 800 Priester sowie monatlich zwei oder drei Bischöfe (weltweit) ihres Amtes enthob, bediente sich Franziskuks schon bisher einer rein defensiven Salami-Taktik, immer nur zuzugeben, was nicht mehr zu leugnen und zu vertuschen war (z. B. Chile).

Auch jetzt lässt er nicht erkennen, wie er den Sumpf, dessen wichtigste Protektoren in seiner nächsten Umgebung anzusiedeln sind, austrocknen möchte.

Notwendig wäre vor allem eine EXTERNE, UNABHÄNGIGE, von LAIEN geleitete Kommission, welche die Verstrickung der Kurie, ihrer Mitarbeiter und deren Verbindungen („Homo-Lobby“) untersucht und selbstverständlich den Nachfolger Petri davon nicht ausnehmen darf.

Aber wie schon bei dem gescheiterten Versuch, die dubiosen Finanzgeschäfte des Vatikans mit Hilfe eines externen Unternehmens durchleuchten zu lassen, wird auch anlässlich des jetzt erneut aufgeflammten sexuellen Missbrauchsskandals klar, dass sich der Vatikan nicht von außen in die Karten schauen lassen möchte.

Anders gesagt: Aufklärung ist unerwünscht  –  stattdessen werden zuhauf Nebelkerzen geworfen und die Aufmerksamkeit auf Nebengeleise gelenkt.

Die Vorgänge um die unterdrückten skandalösen Zustände im Priesterseminar von Tegucigalpa (Honduras), wo 48 Seminaristen (von 180) in einem offenen Brief gegen weitverbreitete homosexuelle Praxis protestierten, aber beim zuständigen Kardinal Maradiaga keine Unterstützung fanden, sondern von diesem als „Schwätzer“ abgetan wurden (http://www.kath.net/news/64599), deuten auf einen weiteren Vertuschungsversuch größeren Ausmaßes hin.

Aber Papst Franziskus hält an Kardinal Maradiaga unbeirrt fest; dieser vertritt ja seine „Linie“ und ist ihm nützlich.

Deshalb ist auch die von manchen geäußerte Sorge nicht unbegründet, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche den aktuellen Missbrauchsskandal dazu benutzen könnte, ihm missliebige Bischöfe loszuwerden und durch seine Gefolgsleute zu ersetzen, um sein Regime zu zementieren.

Dr. Büning fordert schließlich, die Kirche müsse die Täter strafen: „Dafür hat sie ein Strafrecht!“ –  Und er ergänzt: „Tut sie dies nicht, macht sie sich noch mehr zur Komplizin unglaublicher Verbrechen.“

Diese wünschenswerte Klarheit ist heute leider selten geworden. Auch in diesem Punkt hat Papst Franziskus mit seiner Nachsicht gegenüber Missbrauchspriestern in der Vergangenheit falsche Signale gesetzt, indem er die von Benedikt XVI. verhängten Strafen abmilderte.

Der Fall des italienischen Priesters Mauro Inzoli demonstrierte das ganze Fiasko der pervertierten Barmherzigkeits-Strategie, als der Teilbegnadigte „rückfällig“ wurde und Papst Franziskus einräumen musste, dass er sich geirrt habe (vgl. http://www.kath.net/news/61060).

Es ist jedoch zu bezweifeln, dass er wirklich das Ausmaß seiner „Diktatur der Barmherzigkeit“ (Marcantonio Colonna) verstanden hat. Für jeden derzeit noch nicht entdeckten, weiterhin „aktiven“ Missbrauchspriester dürfte sie sich geradezu wie ein „Täterschutzprogramm“ lesen, das ihn entlastet und sogar ermutigen kann, sein verbrecherisches Tun fortzusetzen.

Wenn dem Menschen nicht mehr gepredigt wird, dass er im Letzten Gericht vor Gott Rechenschaft für seine (Un-)Taten ablegen muss und auch vom Allmächtigen auf ewig verworfen werden kann, sondern jeder sowieso in den Himmel kommt, ist alles einerlei.

Sexuelle und andere Missbrauchsopfer können dies nur als blanken Zynismus empfinden.

HINWEIS: Zu dem erwähnten Kardinal Maradiaga, der dem Papst nahesteht, aber gerne Kardinal Müller kritisierte, hier ein früherer Artikel im CF: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/20/kardinal-maradiaga-erteilt-erzbischof-gerhard-l-muller-zeitgeistigen-nachhilfeunterricht/

HIER die Stellungnahme von Bischof Morlino, der im Unterschied zum Papst eine klare Linie fährt: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/


Geburtstagsgruß für Erzbischof Wolfgang Haas

Von Dr. Markus Büning

Heute wird ein Erzbischof 70 Jahre alt, der aus meiner Sicht zu den ganz großen Verkündern der Wahrheit in unserer Kirche gehört: Wolfgang Haas aus dem Erzbistum Liechtenstein.

Wer ihn kennt weiß, dass er ganz anders ist, als viele Meinungsmacher uns seit Jahrzehnten glauben machen wollen. Ich kenne kaum einen Menschen, der für seinen Glauben so viel Schmach und Verletzungen einstecken musste wie dieser verdiente Bischof.

Wer ihn persönlich kennen darf, fühlt sich sofort an einen anderen großen Bischof erinnert, an den Hl. Franz von Sales. Beiden Oberhirten ist nämlich eines gemeinsam: Die unverbrüchliche Verbindung von Güte und Liebe zur Wahrheit.

Ja, wer diesen Bischof und Priester im persönlichen Gespräch und bei der Feier der Heiligen Messe erleben darf, spürt die Nähe des guten Hirten, der sich nicht scheut, die Wahrheit ungeschminkt zu verkünden. Aber nie mit Fanatismus und falschem Eifer, sondern immer mit Güte.

Was hat dieser Mann nicht alles erdulden müssen? Morddrohungen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Hetze in den Medien. Warum? Weil er etwas getan hat, was die meisten Bischöfe sich heute leider nicht mehr trauen: Die „ganze“ Wahrheit sagen! Ganz unverbrüchlich zur Kirche stehen, komme, was da wolle!

Man hat ihn weggemobbt aus seinem Erstbistum Chur. Ja, der Druck kam nicht nur von außen, sondern auch von innen. Und dann musste Rom eine „Lösung“ für die Causa Haas finden. Es wurde das Erzbistum Vaduz aus der Taufe gehoben und man machte ihn zum Erzbischof ohne Pallium.

Nein, hier hat Rom sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Diese Lösung war feige, denn sie gab all denen nach, die diesen Bischof weghaben wollten. Diese Lösung statuierte damals ein Exempel, welches jeden Bischof in Europa warnte, nicht allzu glaubensfest in die Bresche zu springen.

Doch der so „Entsorgte“ hat seine große Freude am Glauben und seine tiefe Liebe zur Kirche dadurch nicht eingebüßt. Er ist nicht verbittert. Er freut sich weiterhin an seiner Aufgabe, Hirte im Schafstall des HERRN sein zu dürfen.

Und dieser Hirte ist wahrlich einer  –  um unseren Papst Franziskus zu zitieren  –  der den Geruch seiner Schafe kennt. Er versteht es, den Menschen mit großer Achtung und mit einem wirklich schönen Humor voller Einfühlungsvermögen zu begegnen.

Ich kenne inzwischen einige Menschen, die davon ganz gerührt erzählen können. Er ist eben eines ganz und gar nicht: eitel!

Ungewollt hat sogar ein Bestseller unter den Reiseführern auf dem deutschen Buchmarkt, der „Baedeker“ über die Schweiz die gegenwärtige Sendung dieses großen Kirchenmannes erkannt. In seinem Artikel über Liechtenstein wird Erzbischof Haas dort auf ganz unverschämte Weise und mit großem Zynismus so erwähnt:

„1997 wurde der ultrakonservative Wolfgang Haas, der als Bischof von Chur für Aufruhr gesorgt hatte, Erzbischof des neu gegründeten, nur dem Papst unterstellten Erzbistum Liechtenstein; seitdem ist es ein Magnet für entsprechend gesinnte Kleriker aus ganz Europa.“ (15. Aufl. 2013, S. 416).

Welch ein amtierender Bischof hat es sonst noch wohl in einen „Baedeker“ geschafft? Wohl nur dieser! Warum? Weil er ein Magnet ist. Da hat dieser Reiseführer recht, allerdings ungewollt!

Ja, er zieht all die Katholiken an, die von ihren Heimatbischöfen im deutschen Sprachraum zutiefst enttäuscht sind, weil sie einem keine Orientierung mehr geben und diese sich in ihren Diözesen heimatlos fühlen. Der Baedeker verkennt, dass dieser Erzbischof auch und gerade viele Laien wie ein Magnet anzieht, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. Diese gehen zu ihm und nehmen Kontakt mit ihm auf, damit sie im Glauben gestärkt werden.

Einige lassen ihre Kinder von ihm firmen, damit sie dem oft würdelosen „Beatmessenquatsch“ heimischer Gefilde entgehen können und eine würdige Feier der Spendung des Firmsakraments erleben dürfen.

Ja, auch ganz ungewollt hat sich diese feige Entscheidung Roms schon jetzt als richtig erwiesen: Erzbischof Haas ist so zu einem Oberhirten für unendlich viele heimatlose Katholiken geworden, die froh sind, dass es noch solch einen Bischof gibt. Und wie viele junge Männer haben in ihm einen guten Vater gefunden, der sie in das Presbyterium seiner Diözese mit offenen Armen aufgenommen hat. Gerade diejenigen, die genau diese offenen Arme zu Hause nicht erwarten konnten, wissen offenkundig, wo der gute Hirte ist.

Ja, dieser Tag ist ein Tag zur Freude darüber, dass das Gute und Wahre sich eben nicht einschüchtern lässt! Es findet trotz aller Verwirrungen in unserer Kirche weiterhin den Weg.

Ich kann nur hoffen, dass uns dieser gute Bischof aus dem schönen Alpenländchen am Rhein noch lange erhalten bleibt. Darum ein herzliches: AD MULTOS ANNOS!

Ein langes Leben unter Gottes Segen und Mariens Schutz!