Am Sonntag: Weltgebetstag für Großeltern

Der erste Weltgebetstag für Großeltern und Senioren, den die katholische Kirche diesen Sonntag begeht, steht unter dem Motto: Ich bin immer bei dir (#IamWithYouAlways).

Dementsprechend endet das Video-Gebet zum Welttag mit den Worten: „In der Gewissheit, dass Du jeden Tag bei mir bist, sogar bis zum Ende der Welt. Amen.“

Papst Franziskus hatte den neuen katholischen Welttag Ende Januar nach seinem Angelus-Gebet angekündigt. Er soll „Großeltern und älteren Menschen“ gewidmet sein und jedes Jahr am vierten Sonntag im Juli begangen werden.

Die Initiative ist Teil des von Papst Franziskus für 2021 ausgerufenen Jahres der Familie. Anlässlich des Welttags der Großeltern hat der Papst zudem eine Botschaft herausgegeben.

In Rom wird der erste Welttag für ältere Menschen am Sonntagvormittag mit einer Messe im Petersdom gefeiert. Wie der Vatikan mitteilte, werden dazu rund 2000 Gläubige aus dem Bistum Rom erwartet,  darunter auch viele Großeltern mit ihren Enkelkindern. Ebenso sind in der Altenpastoral tätige Verbände eingeladen. Mit dabei sind demnach auch Menschen, die nach mehr als einem Jahr Isolation zum ersten Mal die Wohnstrukturen, in denen sie leben, verlassen werden.

Der Vatikan lädt alle ein, den Weltgroßeltern-Tag zu feiern, indem sie ihre Omas und Opas oder einsame ältere Menschen in ihrer Gemeinde besuchen. 

Weitere Informationen und Materialien zum Welttag der Großeltern und Senioren hat das vatikanische Dikasterium für Laien, Familie und Leben in mehreren Sprachen zusammengestellt. 

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-07/papst-franziskus-stimmt-auf-ersten-welttag-der-grosseltern-ein.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Vatikan verbietet erscheinungsmarianisch-charismatische „Apostolische Bewegung“

Von Felizitas Küble

Anscheinend setzt sich im Vatikan zunehmend die Einsicht durch, daß man der Kirche und den Gläubigen keinen Gefallen damit erwiesen hat, in den vergangenen Jahrzehnten fast alle (un)möglichen sogenannten „geistlichen Gemeinschaften“ ohne viel Federlesens anzuerkennen.

Oft lief das leichtgläubig nach der Devise: Fromm ist doch immer gut…

Dabei steht schon in der Heiligen Schrift, daß nicht alles, was den „Schein der Frömmigkeit“ vorzeigt, auch die wirkliche „Kraft des Glaubens“ enthält (vgl. 2 Tim 3,5) – samt der sittlichen Lebenshaltung, die mit einer echten Frömmigkeit verknüpft ist.

Die neueren Gruppierungen aus dem spirituellen Bereich sind meist entweder charismatisch oder erscheinungsbewegt – oder vielfach beides.

Mit einer für nachkonziliare Verhältnisse ungewöhnlichen Strenge hat jetzt der Vatikan eine entschlossene Notbremse gezogen und die aus dem italienischen Calabrien stammende Movimento Apostolico (Apostolische Bewegung) aufgelöst bzw. per Dekret vom 10. Juni 2021 kurzerhand verboten.

Vor 40 Jahren hatte die zuständige Erzdiözese Cantanzaro die von Maria Marino gegründete Gruppe aus Priestern und Laien – die sich auf Marienerscheinungen stützte – noch als „private Vereinigung von Gläubigen“ anerkannt.

Die Gemeinschaft war sehr aktiv, gründete zudem ein Säkularinstitut, betrieb Katechesen (Glaubensunterweisungen) in den Gemeinden, führte christliche Musicals, Chöre und liturgische Tänze durch etc.

Das vatikanische Verbots-Dekret wurde – was ungewöhnlich ist – von den Präfekten dreier Kongregationen zugleich unterzeichnet: Von der besonders hochrangigen Glaubenskongregation, der Kongregation für den Klerus und vom Dikasterium für die Laien. Das Dekret wurde zudem vom Papst ausdrücklich genehmigt und ist damit unanfechtbar bzw. endgültig.

In dem Dokument wird bekräftigt, daß es sich bei den angeblichen Marienerscheinungen der Gründerin um Phänomene handelt, die erwiesenermaßen „nicht übernatürlichen Ursprungs“ (constat de non supernaturalitate) seien.

Die Gottesmutter wird in dieser Bewegung aufgrund von Privatoffenbarungen als „Maria, Mutter der Erlösung“ verehrt.

Diese vatikanische Entscheidung ist die Folge einer Visitation der Vereinigung, die am 13. Oktober 2020 begonnen hatte. Alt-Erzbischof Ignazio Sanna von Oristano wurde zum Apostolischen Visitator ernannt.

Neben den vermeintlich himmlischen „Botschaften“ der Seherin Maria Marino prüften die beauftragten Gesandten aus Rom auch die „lehrmäßigen“ Grundlagen sowie „Probleme disziplinarischer Natur“.

Kritisiert wurde ein elitäres bis sektiererisches Bewußtsein in der Gruppe und eine starke Fixierung auf die „mystische“ Person der Gründerin, wie dies in derartigen Gemeinschaften oftmals der Fall ist.

Auch die Frage der Mittelbeschaffung bzw. wie die Bewegung an bestimmte Vermögenswerte gelangt sein soll, wurde anscheinend untersucht. Die angehäuften Gelder der Gruppe wurden nun – in einer Übereinkunft zwischen Vatikan und dem zuständigen Erzbischof – für caritative Zwecke verwendet und gespendet.

Die Glaubenskongregation ist der pseudomystischen Gemeinschaft freilich schon länger auf den Fersen. Bereits 2014 wollte dieses römische Dikasterium eine nähere Untersuchung ihre „Umtriebe“ vornehmen, wurde aber vom Oberhirten der betreffenden Diözese zurückgehalten: Erzbischof Vincenzo Bertolone von Catanzaro wollte vermutlich auf die „pastorale Unterstützung“ durch diese Bewegung ungern verzichten.


Papst ernannte drei deutsche Bischöfe zu Richtern der Apostolischen Signatur

Von Dr. Gero Weishaupt

Die Apostolische Signatur ist das höchste Berufungs- und Verwaltungsgericht der Katholischen Kirche. Zugleich übt sie Aufsicht über die Gerichtsdisziplin in den einzelnen Diözesen der Weltkirche aus.

Vor einigen Tagen hat Papst Franziskus neue Richter für das Höchste Gericht bestellt, darunter zur Überraschung vieler drei aus Deutschland: Gerhard Kardinal Müller (siehe Foto), den früheren Präfekten der Glaubenskongregation, sowie die Weihbischöfe Dominicus Meier aus Paderborn und Weihbischof Christoph Hegge aus Münster.

Auf einen Schlag drei aus Deutschland. Das ist ein Novum. Bisher gab es nur einen deutschen Bischof als Richter an der Signatur. Dieses Richteramt bekleidete bis jetzt der frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.

Synodaler Weg führt möglicherweise zu Klagen

Es wird nun spekuliert, warum auf einmal drei deutsche Bischöfe in diese päpstliche Behörde berufen worden sind. Die Einrichtung regionaler Verwaltungsgerichte auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und der damit verbundene größere Arbeitsaufwand für die Apostolische Signatur mag ein Grund sein.

In einem Interview auf katholisch.de wurde jüngst dem Münsteraner Kirchenrechtlers und Weihbischofs Christoph Hegge die Frage gestellt, was für Themen das seien, „die sich dann an der Apostolischen Signatur wiederfinden könnten“.

Weihbischof Hegge antwortete: „Zum Beispiel alle Fragen, die im Synodalen Weg auftauchen. Je nachdem, was beschlossen und umgesetzt wird, kann das auch zu Klagen führen, die dann ihren Weg vor die römischen Gerichte finden.“

Der Apostolische  Stuhl rechnet also nach dem Synodalen Weg mit Klagen von Katholiken aus Deutschland. Schon jetzt klagen papst- und kirchenteue Katholiken beim Apostolischen Nuntius in Berlin und im Vatikan über die kirchenspalterischen Forderungen des Synodalen Weges und die sie flankierenden Aktionen gegen den Papst.

Vor einigen Wochen haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein Dubium auf den Weg gebracht, es bei der Glaubenskongregation eingereicht und dem Apostolischen Nuntius in Berlin und der Deutschen Bischofskonferenz zur Kenntnis gebracht.

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://www.kathnews.de/rechnet-der-apostolische-stuhl-mit-mehr-klagen-aus-deutschland


Benedikt XVI. ist seit 70 Jahren Priester – Papst Franziskus gratuliert und dankt ihm

Vor genau siebzig Jahren wurde Joseph Ratzinger zum Priester geweiht – ein Grund zum Feiern für den emeritierten Papst Benedikt XVI.

Zu den Gratulanten gehörte am heutigen Dienstag auch Papst Franziskus.

„Heute feiern wir ein Jubiläum, das uns allen ans Herz rührt“, sagte er nach seinem Angelusgebet am Petersplatz.

BILD: Pfarrer Bernhard Schweiger (rechts) wurde gemeinsam mit Joseph Ratzinger zum Priester geweiht – hier überreicht er ihm ein bioethisches Buch seiner Verwandten, unserer Autorin Dr. Edith Breburda

Beifall kam auf, als Papst Franziskus an die Priesterweihe für seinen Vorgänger erinnerte:

Dir, Benedikt, lieber Vater und Bruder, gilt unsere Zuneigung, unsere Dankbarkeit und unsere Nähe. Er lebt im Kloster – einem Ort, der für die Präsenz von kontemplativen Gemeinschaften hier im Vatikan eingerichtet wurde, damit sie für die Kirche beten.

Jetzt ist er der Kontemplative des Vatikans – er verbringt sein Leben damit, für die Kirche und das Bistum Rom, dessen emeritierter Bischof er ist, zu beten.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-06/papst-benedikt-xvi-franziskus-jubilaeum-70-jahre-priester.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Bischof Bätzings Reise nach Rom: Bekam er wirklich ein Schulterklopfen vom Papst?

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Bischof Bätzing war im Vatikan zur Audienz beim Papst. Danach gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz (DBK) über den Verlauf eine kurze Presseerklärung, in der er u.a. Folgendes mitteilte:

Ausführlich habe ich den Papst über den Stand des ‚Synodalen Weges‘ informiert und dabei deutlich gemacht, dass kolportierte Zuschreibungen, wonach sich die Kirche in Deutschland auf Sonderwege begeben wolle, aus der Luft gegriffen sind. Papst Franziskus hat uns ermutigt, den eingeschlagenen Synodalen Weg weiterzugehen, die anstehenden Fragen offen und ehrlich zu diskutieren und zu Empfehlungen für ein verändertes Handeln der Kirche zu kommen.“

Mit dieser Erklärung hinterläßt der DBK-Vorsitzende der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob der Papst den Standpunkt eines „Weiter so!“ vertrete und dem Oberhirten aus Limburg auf die Schulter geklopft habe.

Doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bischof Bätzing die tatsächliche Krise der Kirche in Deutschland, die gerade durch den Synodalen Weg verschärft worden ist, in seiner Presseerklärung erheblich heruntergespielt hat.

In Wirklichkeit ist die kirchliche Lage in Deutschland dramatisch und hat das Potential zur Kirchenspaltung angesichts der gegenwärtigen Polarisation durch den höchst umstrittenen Synodalen Weg und der ihn flankierenden Aktionen des Ungehorsams gegen den Papst durch Segnungen von homosexuellen Paaren, verbotene Gottesdienstgemeinschaft und Laienpredigten in der Eucharistiefeiern. Der deutsche Sonderweg ist gerade nicht „aus der Luft gegriffen“.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Gerade diese rebellischen Aktionen, Provokationen und Verstöße gegen geltendes Kirchenrecht der letzten Wochen sind Ohrfeigen gewesen, die man in Deutschland dem Papst erteilt hat.

Hat der DBK-Vorsitzende zur Kenntnis genommen, dass aus Empörung über die Rebellion der Kirche in Deutschland und aus Sorge um die  Einheit der  Kirche gläubige Katholiken jüngst ein Dubium nach Rom gesandt haben, um klären zu lassen, ob tatsächlich ein Schisma in Deutschland vorliegt?

Ein „Weiter so, Bischof Bätzing!“ kann der Papst kaum gemeint haben. Betreibt der DBK-Vorsitzende hier Schönfärberei über eine in Wirklichkeit sich spaltende Kirche in Deutschland?

Liest man vor diesem Hintergrund noch einmal den Brief, den der Papst 2019 den deutschen Bischöfen geschrieben hat, dann tut man sich schwer mit dem Inhalt der Presseerklärung des DBK-Vorsitzenden.

Die Öffentlichkeit erfährt nur über diese Presseerklärung etwas über den Inhalt der Audienz. Eine amtliche Verlautbarung des Apostolische Stuhles gibt es bislang nicht. Was hat der Papst tatsächlich gesagt?

Die Öffentlichkeit hat aber den Brief des Papstes von 2019 vorliegen. Darin mahnt der Pontifex schon vor zwei Jahren angesichts der spalterischen Tendenz des Synodalen Weges zur Einheit mit der Kirche und ruft zur Evangelisierung auf. Unter anderem schreibt der Papst den deutschen Bischof ins Stammbuch:

Es ist Aufgabe dieses Prozesses, gerade in diesen Zeiten starker Fragmentierung und Polarisierung sicherzustellen, dass der Sensus Ecclesiaeauch tatsächlich in jeder Entscheidung lebt, die wir treffen, und der alle Ebenen nährt und durchdringt. Es geht um das Leben und das Empfinden mit der Kirche und in der Kirche, das uns in nicht wenigen Situationen auch Leiden in der Kirche und an der Kirche verursachen wird.

Die Weltkirche lebt in und aus den Teilkirchen[, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten.“

Die Bischöfe und die Verantwortlichen für den Synodalen Weg haben den Brief bislang ignoriert und nicht umgesetzt. Die Folge: Die kirchliche Lage in Deutschland hat sich seitdem zugespitzt.

Die Hetzkampagne gegen den Kölner Erzbischof –  medial wirksam sogar noch angefeuert – muss vor dem Hintergrund der Ziele des Synodalen Weges verstanden werden.

Doch mit der jüngsten Einbindung des Synodalen Weges in den in die Bischofssynode von 2023 einmündenden weltkirchlichen Synodalen Prozess hat der Papst selber die Zügel in die Hände genommen. So könnte ein Hineinreiten des Synodalen Weges in ein Schisma verhindert werden. Denn mit dessen kirchenspaltenden Programm würde sich die deutsche Teilkirche tatsächlich von der Weltkirche trennen, sie würde sich selber „schwächen, verderben“ und schließlich „sterben“.

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Dr. Weishaupt (Kirchenrechtler) hier: https://www.kathnews.de/betreibt-bischof-baetzing-schoenfaerberei


Kardinal Müller vom Papst ans höchste Kirchengericht des Vatikan berufen

Papst Franziskus hat Kardinal Gerhard Müller ans höchste kirchliche Gericht berufen. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation wird Mitglied des Obersten Gerichts der Apostolischen Signatur.

Außer Müller berief Franziskus elf weitere Bischöfe an die Signatur, darunter die Weihbischöfe von Münster und Paderborn, Christoph Hegge und Dominicus Meier.

Von den Kardinälen, die Franziskus zu Mitgliedern des „Supremo Tribunale“ ernannte, stammen mit Ausnahme von Müller alle aus dem angelsächsischen Raum.

Auch unter den neuen Referenten der Apostolischen Signatur ist ein Deutscher: Ulrich Rhode lehrt Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-06/kardinal-mueller-gerhard-papst-franziskus-ernennung-signatur.html

Foto: Bistum Regensburg


Adenauer und Pius XII. zogen an einem Strang

Rund ein Jahr nach Öffnung der vatikanischen Archive ergibt sich eine differenzierte Beurteilung der Amtszeit von Papst Piux XII, schreibt Vatikan-News.

Der Historiker Unger-Alvi wies auf die Rolle dieses Pontifikats bei der europäischen Einigung hin. Während Frankreich etwa ein neutrales entwaffnetes Deutschland favorisierte, habe sich der Papst im Sinne des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauers klar für die Westbindung der Bundesrepublik eingesetzt.

Das Bündnis von CDU und Vatikan sei eine Basis der demokratischen Grundordnung und sozialen Marktwirtschaft gewesen.

Die italienische Hisotikerin Lucia Ceci erwartet weitere Forschungsimpulse. Gleichzeitig warnte sie vor „Sensationalismus“. Dieser habe eine sachliche Betrachtung erschwert und andere wichtige Aspekte des Pontifikats überdeckt.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-06/papst-pius-xii-zweiter-weltkrieg-holocaust-juden-forschen-archiv.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Bischof Meier pro Homopaar-Segnung: Damit stellt er sich gegen den Vatikan

Von Dr. Gero Weishaupt

In der Fernsehsendung „Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks am Mittwochabend zeigte sich der Augsburger Bischof Bertram Meier offen für die Segnung homosexueller Paare. „Ich lehne niemals einen Segen ab für Menschen, die zu mir kommen, um sich segnen zu lassen“, sagte er.

Er vermeide allerdings alles, um den Eindruck zu erwecken, es sei eine Ehe: „Ich würde nicht mit der Stola die Hände umwickeln und Formeln sprechen, die bei einer sakramentalen Eheschließung sind“.

Doch wie hält der Bischof es dann mit dem Verbot des Papstes, homosexuelle Paare zu segnen?

In einem Responsum auf ein Dubium hatte die Glaubenskongregation  dieses Verbot ausgesprochen. Die Antwort auf diese Gretchenfrage blieb der Augsburger Bischof den Fernsehzuschauern schuldig.

Es geht um Segen, nicht um Eheschließung

Niemand zieht in Zweifel, dass der Bischof einen Segen dann nicht spendet, wenn der Eindruck entstünde, es handele sich um eine kirchliche Eheschließung. Darum ging es auch gar nicht in dem Responsum aus Rom.

Dessen Gegenstand war das Verbot der Segnung homosexueller Paare zum Schutz der Ehe, also des Verbotes der Spendung eines Sakramentale, eines Segens, nicht der Simulation einer kirchlichen Eheschießung. 

Man darf  wohl auch davon auszugehen, dass die, die sich bei der Segnungsaktion im Mai haben segnen lassen, damit keine Eheschließung bezweckt haben. Ihnen ging es um den Segen Gottes über ihre Beziehung. Diesen Segen aber hatte Rom unmissverständlich verboten.

Vor dem Hintergrund des Verbotes aus Rom und der Aussage des Bischofs, er lehne „niemals einen Segen ab für Menschen, die zu mir kommen, um sich segnen zu lassen“, der er den Satz hinzufügte: „Gutes Sprechen aus dem Munde Gottes sollten wir niemandem verweigern“, war die Schlussfolgerung von Clara Steinbrecher, der neuen Vorsitzenden der kirchentreuen Bewegung Maria 1.0, nur logisch und konsequent: „Damit stellen Sie sich aber offensichtlich gegen Rom.“

Quelle: https://www.kathnews.de/vorsitzende-von-maria-1-0-damit-stellen-sie-sich-offensichtlich-gegen-rom


Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt


Papst fordert Bischöfe weltweit dazu auf, kirchliches Strafrecht auch anzuwenden

Von Dr. Gero Weishaupt

Papst Franziskus hat durch den Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte in einer Pressekonferenz das bereits angekündigte neue kirchliche Strafrecht vorgestellt.

Die entsprechende Apostolische Konstitution „Pascite gregem Dei“ vom 23. Mai 2021 mit den neuen Normen zum 6. Buch des Kirchlichen Gesetzbuches (CIC/1983) tritt am 8. Dezember 2021 in Kraft.

Das revidierte Strafrecht ist das Ergebnis eines mehrjährigen Redaktion. Nachdem Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 diese Reform in die Wege geleitet hatte, wurde ein erster Entwurftext (Schema) erstellt und 2011 an die Bischofskonferenzen und Kirchenrechtler zur Formulierung von Bemerkungen zugesandt.

In seinem Vorwort zur Apostolischen Konstitution „Pascite gregem Dei“ schreibt der Papst u.a.:

„Bei der Überarbeitung (des Strafrechtes) wurde auch das Prinzip angewandt, die Fälle zu beschränken, in denen die Möglichkeit zur Verhängung einer Strafe dem Ermessen der zuständigen Autorität überlassen wird. Dadurch soll … die kirchliche Einheit bei der Verhängung von Strafen gefördert werden, besonders wenn es um Straftaten geht, die in der Gemeinschaft größeren Schaden anrichten und größeres Ärgernis verursachen.“

In der Vergangenheit war die Möglichkeit des Ermessens oft eine Bremse für die Strafverfolgung, sie machte das Strafrecht praktisch unbrauchbar (W. Aymans). 

„Die Nachlässigkeit eines Hirten bei der Anwendung des Strafrechts macht deutlich, dass er seine Aufgabe nicht recht und treu ausübt …“, so der Papst in aller Deutlichkeit.

Dr. Gero Weishaupt ist katholischer Priester, Publizist und Kirchenrechtler. – Erstveröffentlichung seines Beitrags hier: https://www.kathnews.de/nichtanwendung-des-strafrechts-ist-vernachlaessigung-des-bischoeflichen-hirtenamtes