Vatikan und jüdisches Museum organisieren gemeinsame Ausstellung über Menora

Die vatikanischen Museen und das jüdische Museum von Rom organisieren eine gemeinsame Ausstellung vom 15. Mai bis 23. Juli 2017 zum jüdischen Symbol der Menora, dem siebenarmigen Leuchter. Es ist die erste Ausstellung dieser Art, wie Radio Vatikan berichtet.

MenorahÜber 100 Darstellungen dieses Leuchters aus unterschiedlichsten Epochen sowie begleitende Informationen zur historischen und religiösen Bedeutung sollen präsentiert werden.

Die Menora ist ins Staatswappen Israels aufgenommen. Sie ist aber auch ein gemeinsames Symbol von Juden und Christen.

Mittelalterliche Leuchterdarstellungen finden sich in christlichen Domen wie Mailand, Essen und Braunschweig bis nach Tallinn in Estland. Moderne Versionen sind auf den Gemälden des jüdischen Künstlers Marc Chagalls zu sehen.

Insgesamt werden mehr als 130 Ausstellungsstücke gleichzeitig im Vatikan und in der römischen Synagoge gezeigt.


Papst Franziskus würdigt die Kunst: „Schönheit, Harmonie und Friede“

In der Kunst zeige sich die geistliche Sehnsucht der Menschen. Das sagte der Papst am Samstag im Vatikan. In der Kunst könne sich außerdem die „befreiende Botschaft“ des Evangeliums zum Ausdruck bringen. Franziskus sprach bei einer Audienz für Mitglieder der Stiftung „The Patrons of the Arts“. 1_0_738707

Die vor 30 Jahren gegründete Stiftung unterstützt die Arbeit der Vatikanischen Museen finanziell. Der Papst erklärte bei seiner Begrüßungsansprache:

„Die Vatikanischen Museen sind ein herausragender Vermittler der christlichen Botschaft. Durch sie erhielten unzählige Rom-Besucher die Möglichkeit, dieser Botschaft durch Kunstwerke zu begegnen, die die geistlichen Hoffnungen der Menschheit und die großen Mysterien des christlichen Glaubens zum Ausdruck bringen.“

Zudem sagte der Pontifex zu den Mäzenen, daß sie einen guten Beitrag für die Erhaltung wichtiger Kunstschätze leisten:

„Zu allen Zeiten hat die Kirche Künstler aufgerufen, die Schönheit des eigenen Glaubens zum Ausdruck zu bringen und die Frohe Botschaft dadurch zu verbreiten. Diese ist geprägt von der Vollendung der Schöpfung Gottes, aber auch von der Achtung der Würde des Menschen, der das Ebenbild Gottes ist.

Die Kunst hat den Menschen immer wieder den Tod und die Auferstehung Christi gezeigt, und so auf die Rettung und Wiedergeburt der Welt hingewiesen, die von der Tragik der Sünde und des Todes gekennzeichnet ist.“

Wer die Vatikanischen Museen unterstütze, so der Papst weiter, erweise auch der Allgemeinheit einen Gefallen:

„Denn durch die Ausstellung der Kunstwerke in den Vatikanischen Museen werden auch unsere Hoffnungen der Ankunft jenes Reiches gezeigt, in der Schönheit, Harmonie und Friede herrschen. Diese Hoffnung ist in den Herzen eines jeden Menschen verborgen und die Antriebskraft der Menschheit, um sich in der Kunst ausdrücken zu können.“

Mit zuletzt mehr als fünf Millionen Besuchern im Jahr zählen die Vatikanischen Museen zu den meistbesuchten Kunstsammlungen der Welt.

Quelle für Text und Foto: http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/19/papst:_%E2%80%9Emensch_kann_auch_durch_kunst_gerettet_werden%E2%80%9C/ted-738707


Rom/Vatikan: Neues von der „Straße der Schönheit“

Mit dem Öko-Bus durch die Vatikanischen Gärten


Papst Benedikt nennt sie die „via pulchritudinis“, zu Deutsch: „Die Straße der Schönheit“.

Gemeint sind die Vatikanischen Museen. Die Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt  – und jeder Rompilger weiß, daß und warum viele Menschen die Museen sehen wollen.

Raffael, Michelangelo, Caravaggio, van Gogh, Matisse: Alle diese Meister begegnen den Menschen in der Straße der Schönheit.

Der Vatikan ist übrigens der einzige Staat der Welt, dessen komplettes Staatsgebiet voll mit bedeutenden kulturellen Sehenswürdigkeiten ist.

Etwa 5,1 Millionen Menschen besuchen die Vatikanischen Museen jedes Jahr. Professor Antonio Paolucci ist Direktor der Vatikanischen Museen. Radio Vatikanhat ihn gefragt, welche Neuheiten den kunstinteressierten Besucher erwarten:

„Am 31. Oktober im Jahre 1512 –   also vor exakt 500 Jahren  –  schauten der damalige Papst Julius II und Künstler Michelangelo gemeinsam zu, wie das berühmte Deckengewölbe der Sixtinischen Kapelle zum ersten Mal enthüllt wurde. Dieser Moment veränderte die Kunstgeschichte weltweit.“

Diesen Jahrestag will der Vatikan groß feiern. Neu ist auch, daß ab August den Besuchern der Vatikanischen Museen zwei Seelsorger zu Verfügung stehen. Die beiden Priester bieten den Pilgern seelsorgliche Unterstützung an.

Bei manchem Besucher stelle sich angesichts des Glanzes und der Schönheit dieser Kunstwerke in besonderer Weise die Frage nach dem Sinn des Lebens, erläuterte Bischof Giuseppa Sciacca.

Zu den Vatikanischen Museen gehören auch die Vatikanischen Gärten. 25 Hektar sind sie groß, eine wunderschöne Landschaft aus Bäumen, Grünflächen, Skulpturen, Brunnen und Grotten.

Papst Benedikt liebt es, nachmittags durch die Gärten zu spazieren, vorbei am alten Radio Vatikan und am Äthiopischen Kollegium.

Besucher des Vatikans können sich nach Voranmeldung speziellen Führungen durch die Gärten anschließen. Auch hier wird es eine Neuerung geben: In Zukunft kann man sich in Öko-Kleinbussen durch die Vatikanischen Gärten chauffieren lassen, erläutert Museumsdirektor Antonio Paolucci:

„Die Touristen können mit unseren Bussen eine faszinierende Tour durch die Gärten unternehmen. Je nach Saison und Tageszeit wird es verschiedene Touren geben. Sie kommen vorbei an den Gebäuden, den Kapellen und den verschiedenen Gedenkstätten. Sie sind dann auf denselben Wegen unterwegs wie der Papst bei seinem täglichen Spaziergang.“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan