Gottvertrauen schenkt „Fitness für die Seele“

Von Dr. Edith Breburda

Voller Erwartung geht man ins Fitness-Center, denn man muss schließlich etwas für seine Gesundheit tun. Doch dann steht man in voller Montur –  in Schwimmflossen, mit Schwimmbrille, Wasserflasche usw. bestückt – am Poolrand, nur um zu sehen, dass alle Bahnen besetzt sind. Was tun?

Für den Bruchteil einer Sekunde analysiert man die Szene. Ist da jemand, der langsamer schwimmt und eventuell das kühle Nass verlassen will?

Aber nein, dort die Dame gleich in der ersten Reihe schwimmt ja gar nicht, sie watet nur herum. Dazu muss sie eigentlich keine Bahn besetzten. Doch, sie hat Deinen sehnsüchtigen Blick wahrgenommen und lacht Dir zu.

„Ich bin gleich fertig“, ruft sie über den Schwimmbadrand. Solange kann man sich ja schon mal ins Wasser begeben und eventuell um sie herumschwimmen. Doch nach kurzer Zeit hat man plötzlich keine Lust mehr. Sonst schwimmt man natürlich immer brav 25 Min – aber heute, nein, heute macht man ein Ausnahme. Man packt seine Sachen und geht in den Jacuzzi  bzw. Whirlpool.

„Sieben Minuten“ –  sagt die Dame plötzlich vorwurfsvoll neben einem: „Ich habe Sie beobachtet. Sie sind ganze sieben Minuten geschwommen.“ –  Betreten, nach einer Ausrede suchend, befindet man sich plötzlich in einem hintergründigen Gespräch mit der Frau.

Sie war schon auf der Tretmühle, sagte sie stolz, was dich noch mehr beschämt. Es hängt ja eigentlich alles mit der Einstellung zusammen. Es ist so einfach, zuzunehmen. Die Schokolade schmeckt so gut. Aber das alles wieder herunter zu fasten, ist schon eine andere Sache.

Sie isst nur noch vegetarisch. Kein Fleisch – sie muss ihren Körper entgiften. „Und Vitamin B 12?“, versucht man einzuwenden. Vegetarier haben zu wenig Vitamin B 12. Weil die Frau eine dunkle Hautfarbe hat und noch dazu mit mittlerweile hochrotem Kopf im heißen Wasser des Jaccuzi sitzt, ist es nicht so leicht, zu sehen, inwieweit sie schon unter einer perniziösen Anämie leidet.

Sie sei Autorin, habe ein Buch geschrieben und illustriert. In einem Atemzug klärt sie dich über den Inhalt des Buches auf. Es sei ihr selbst passiert. Ihre Mutter war gestorben und Männer hätten kein Verständnis für eine trauernde Frau.

Doch der Einzige, der Anteil nahm, war ihr Professor am Kolleg. Er half ihr wie einem kleinen Vogel, der einen Flügel gebrochen hatte, wieder zu fliegen.

Sie spricht in Metaphern, was es sehr angenehm macht, ihr zuzuhören. Etwas anderes kann man nicht tun, denn man hat keine Chance, auch nur ein Wort dazwischen zu werfen.

Mittlerweile sind wir beide wieder in der Umkleide angekommen. Sie käme ja nur hierher, weil sie ihre Stelle verloren hatte. Aber sie braucht Arbeit, weil sie ihre Familie ernähren muss. Als sie gefeuert wurde – wegen Umständen, die sie mir zum Glück nicht mitteilt, sonst würde es ja zu lange dauern –  wusste sie nicht, was sie machen sollte.

„Jetzt falle nicht in Panik“, sagte sie sich. „Das nutzt nichts, man kann nichts daran ändern. Ich fahre jetzt ins Fitness-Center und reagiere mich auf der Tretmühle ab. Man muss positiv denken. Wenn ich panisch werde, ist es so, als ob ich auf einem Schaukelstuhl sitze. Ich komme keinen Schritt weiter, sondern bleibe auf der Stelle sitzen.

Ich ging zu meiner Facebook-Seite und kündete meinen Freunden an, dass ich Gott für die neue Stelle danke, die er für mich bereithält. Ich habe einen mächtigen Gott, der Wunder tut“, unterstreicht sie. „Er hält die ganze Welt in seiner Hand, steht in der Bibel. Die Erde ist sein Fußhocker. Meinst Du nicht, er schaut von da oben auf mich herab und sagt, meine vielgeliebte Tochter, ich habe Dich erschaffen, weil Dein Leben einen Sinn hat.

Gott kann Berge versetzten. Doch wenn ich vor einem Berg stehe, habe ich natürlich Angst, weil ich so klein bin. Aber weiß nicht Gott genau, was ich brauche? Er ist mein Schöpfer und ich muss nur auf die richtige Zeit warten.

Es ist wie bei einem Kind, das zu seinen Eltern läuft und ein Fahrrad wünscht. Und wenn die Eltern erklären, dass sie kein Geld hätten, dann kommt das Kind jeden Tag und sagt: Mama, ich liebe Dich und ich danke Dir, dass Du mir ein Fahrrad schenken willst, sobald Du dies tun kannst. Was machen dann die Eltern? Wir müssen positiv denken und ganz auf Gott vertrauen.“

Vielleicht redet sie so viel vom Fahrrad, weil sie sich gerade auf dem Fitnessrad abgestrampelt hatte. „Ich wache jeden Morgen auf und danke Gott, dass er mich erschaffen hat und er mir heute alles gibt, was ich brauche.“

Am Dienstag fängt ihre neue Arbeit an. Sie bekam sie, sobald sie auf Facebook verkündet hatte, dass sie Gott für die neue Stelle danke  – und das war 20 Min., bevor sie völlig unerwartet ein Telefoninterview erhielt. Sie sei Christin und all ihre Weisheiten ständen in der Bibel, die sie in ihrer Kirche lesen.

Was für einen Glaube hat diese Frau, denke ich mir. Ich hätte nicht gedacht, ihn im Fitness-Center zu finden, wo man eigentlich mehr um das körperliche Wohl besorgt ist. Doch an diesem Tag war es gut, nur sieben Minuten zu schwimmen, sonst hätte ich einen seelischen Zuspruch verpasst.


Gesunde Ernährung – die neue Religion, die ewiges Leben auf Erden verspricht

Von Dr. med. Edith Breburda

Superfood, Rohkost, Vegetarisch, Vegan, Brain Food, Glutenfreie Diät, figurbesorgte Ökomenschen, Locavores, Low Carb und so viele andere neue Trends der gesunden Ernährung huldigen unserem Körper. Dr. Breburda

Erklärt man Ernährung zu einer neuen Religion, deren Mitglieder schlank, fit, schön sind? Man gilt schon fast als asozial, wenn man nicht in einen Fitnessclub eingeschrieben ist.

In den Gesundheitstempeln werden die neuesten Hip-Hop Kurse und natürlich Yoga angeboten. Ein hochdotierter persönlicher Trainer steht den manchmal auch eingebildeten Übergewichtigen zur Verfügung, hässliche Pfunde loszuwerden. Sie seien nicht nur ungesund, sondern können auch krank machen.

Im Internet liest man, wie man sich ernähren muss, um Alzheimer oder Krebs loszuwerden. Essen wird als ungesund deklariert. Ratgeber erregen mit ihrem wissenschaftlichen Anhauch die Gemüter. Es heißt, Wurst und Fleischwaren verursachen Darmkrebs; Zucker zerstört Darmbakterien. Auch Milch kann krank machen.

Auswege aus der Fehl-Ernährung werden uns von selbsternannten Experten angeboten. Ihre Anweisungen schüchtern uns so ein, dass wir unüberlegt ihren Ratschlägen folgen und dafür tief in die Tasche greifen.   IMG_2852

Wir verzichten ungezwungen auf Nahrungsmittel, die wir eigentlich lieben. Veganer meiden sämtliche Lebensmittel tierischen Ursprungs, während es bei Vegetariern nur Fisch und Fleisch ist. Die Paläo-Diät verbietet, Getreide und Milch aufzunehmen und die Clean-Food-Anhänger verabscheuen industriell zubereitete Nahrung. Die Regale in den Geschäften sind vollgestopft mit Gluten- und Lactosefreien Produkten, obwohl in Deutschland nur geschätzte 15 Prozent an einer Lactose-Intoleranz leiden und nur 1:500 kein Gluten vertragen.

Dr. Weil, dessen Trufood Restaurants von ernährungsbewussten Kunden überrannt werden, vermarktet sich, wie so viele andere, als „spiritueller Führer“. Kritik ist bei den Anhängern des US-Mediziners sowie des Wirtschaftsingenieurs Nico Richter oder der Physikerin Attila Hildmann unerwünscht. Alle drei sind keine Köche. Sie bereichern sich persönlich mit ihren Gesundheitstipps, die sie leichtgläubigen Verbrauchern geben. Der vollendete Körper, ein Trainingsarmband, das jede Sünde registriert, vereint Fitnessbesessene in einer Art Glaubensgemeinschaft.

Fasten und sich im Trainingsraum zu geißeln, sind Forderungen, die man früher Mönchen zukommen ließ. Fast schon dogmatisch wird die inhaltstoffarme Nahrung verteidigt. Man dichtet ihr eine Heilwirkung an, obwohl sie bei näherer Betrachtung ungesund ist. Intoleranz trifft jeden, der seinen Körper nicht perfektioniert. Dennoch herrscht Unsicherheit darüber, wie man denn nun seinen Leib behandeln muss, um ewiges Leben schon hier auf Erden zu erhalten.

Die Ernährung muss vor allem die benötigten Nährstoffe enthalten und satt machen. Fett, Zucker, Zusatzstoffe, aber auch Getreide und tierische Produkte sollen dennoch fehlen. Markenzeichen ist oft der Preis der Nahrung, ganz so, als ob dies eine Garantie für die Wirkung sei. Die Qualität lässt trotzdem zu wünschen übrig. Nur sehr selten berichtet man darüber, wie sehr z.B. Chiasamen und Quinola mit Umweltgiften belastet sind [1]. Kalif. Framer Market

Auf Genuss und Freude am Essen, welches man früher in der Gemeinschaft aufnahm, wird in Amerika verzichtet. Dass die Familie zum Essen zusammenkommt, das gibt es an Thanksgiving in Amerika; dem Land, wo man sich selbst um die gesunde Nahrung der Haustiere Sorgen macht.

Auch der Hund soll ernährungsbewusst fressen. In kalifornischen Restaurants gehört eine Speisekarte für Fifi zum guten Ton. Man bedankt sich vielmals bei dem Hund, wenn dieser das ihm auf einem Teller gereichte Essen auffrisst.

Vergessen sind die Menschen, die nichts zu essen haben; die versuchen, irgendetwas auf den Teller zu bekommen. Im übersättigten Kalifornien ist man allerdings entsetzt, wenn in Süd-Korea Hunde auf der Speisekarte stehen. Wahrscheinlich ist es nicht das einzige Land, das pro Jahr 2,5 Millionen Hunde und Katzen als Nahrungsmittel verarbeitet.

Wir kennen Korea als den Produzenten von Samsung, Hyandai, Kia, LG, Sk und Daewoo. Wie kann so ein Land Hunde in verlausten, engen Käfigen halten? Von Geburt an kennen diese Tiere nichts anderes als Schmerz. Vor ihren Augen werden ihre Leidensgenossen erhängt, geschlagen, sie bekommen ihre Kehlen durchgeschnitten und werden oft noch lebend verbrannt oder in heißes Wasser geworfen.

Der Mythos, je mehr der Hund leide, desto besser schmecke sein Fleisch, steigert die Phantasie der Schlächter, die Tiere zu quälen. Katzen müssen für ein Gesundheitselixier immer lebend gekocht werden.Bernhard

Jedes Tier kann so enden. Selbst Jindos, eine besondere und unter Artenschutz stehende Hunderasse, die als Nationaler Schatz gilt, werden nicht verschont. Viele Besitzer haben auf diese Weise schon ihren Hund verloren. Sie wissen, wo ihr geliebter Begleiter gelandet ist. Der Endverbraucher hat keine Ahnung, welches Tier er konsumiert. Es war vielleicht der Hund des Nachbarn.

Ein anderes Problem besteht für die Leute, die in Korea neben einer sehr unsanitären Hundefarm leben. Das Wasser ist verschmutzt und ein Gestank liegt in der Luft. Das Zitat von Mahatma Gandhi: „Die Größe einer Nation und sein moralischer Fortschritt wird danach beurteilt, wie sie ihre Tiere behandeln“, kommt Protestlern auch nicht zugute. Die Farmen überschatten das Leben aller Menschen. Kinder werden unbewusst zu Zeugen der Grausamkeiten; denn manchmal werden die Hunde gleich neben einer Schule gehalten.

Die Hauptfrage bleibt, wie gesund es ist, sich mit Fleisch von diesen Hunden zu ernähren, die mit meist verdorbenen, von Parasiten befallenen Essensabfällen gefüttert wurden und zahlreiche Medikamente und Antibiotika verabreicht bekamen.

Das hochtoxische Fleisch beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen, was Diabetes und Krebs auslösen kann. Das Nahrungsmittel ist prädestiniert, Lebensmittelvergiftungen beim Endverbraucher hervorzurufen. Es ist zwar eine alte Tradition, Hundefleisch zu konsumieren, trotzdem sollte man damit brechen.

Normalerweise verbindet uns Stolz und Freude, Gebräuche aufrecht zu erhalten. Sie sollten genossen werden von den Menschen, die sich damit identifizieren. Hundefleisch zu essen, erfüllt keines dieser Ansprüche. Es passt nicht zu dem Bild, das wir von Korea haben. Das Gewerbe wird geduldet, unterliegt aber keinen offiziellen Regulierungen, man sollte es auch niemals legalisieren. ???????

Tierschützer aus den USA prangern an, dass führende Mitglieder der Koreanischen-Gesellschaft damit angeben, Hundefleisch zu essen. Damit verharmlost man das Übel, was einen Rückschritt der Kultur bedeutet. In einer modernen, aufgeschlossenen Kultur sollte man keine Hunde oder Katzen verspeisen. In den Philippinen und Thailand ist dies bereits verboten.

Die Hoffnung der Protestler ist es, auch China, Vietnam und Indonesien dazu zu bewegen, mit dem grausamen Töten der Tiere aufzuhören. Das würde nicht nur den Tieren im Land zugute kommen, sondern allen Tieren, die momentan irgendwo auf der Welt unter den inhumanen Bedingungen leiden [2].

Die moderne Küche orientiert sich allerdings mehr, als uns lieb ist, an den alten Gebräuchen. Nicht dass es sich überall um Hundefleisch handelt. Nein, in der Stadt Mexico City können Touristen des City’s Ferstin de Insectos Comestibles (des City-Festes der essbaren Insekten) lange schwarze Insekten, die in Schokolade gehüllt sind, verkosten. Die Würmer sind tot, und wenn man nicht so sehr darauf achtet, was man sich auf der Zunge zergehen lässt, kann man es fast genießen.

Zumindest haben die Lebensmittel der Ureinwohner sehr viel Proteine. Mexico hat die kulinarische Tradition seiner Vorfahren wiederentdeckt. „Wollen sie Fliegen mit ihrem Gericht?“, fragen sie ihre Kunden. Es gibt Honig-Ameisen, die auf einem Schokoladenstückchen liegen, Pizzas, verziert mit gegrillten Grasshüpfern, Brötchen mit Fliegenlarven und Tocos mit „escamoles“. Die Ameiseneier sind eine Delikatesse, die man auch als Mexikanischen Kaviar bezeichnet.

„Wir versuchen, unsere aztekisch-gastronomischen Wurzeln wiederzuentdecken“, sagt Laurencio Lopez Maya, der Besitzer des Restaurants Tlacoyotitlán. Als Delikatesse findet man auf seiner Speisekarte eine besondere Käfersuppe und chinicuile (Maguye Wurm).

Früher aßen die Azteken 92 verschiedene Insekten. Viele von ihnen galten als Delikatesse. „Als Mexikaner zierten wir uns, sie zu essen, aber nun liegen wir im Trend, sie unseren Kunden anzubieten“, sagt Lopez [3].

Viele schauen bei der Nahrung, die als gesund deklariert wird, am besten nicht so sehr hinter die Kulissen. Nicht alles, was wir konsumieren, fördert unser Wohlbefinden. Die Unverträglichkeit kann auch schon bei Rohkost und Vollkornprodukten auftreten. Man muss dazu keinen kulinarischen Trip in ferne Länder unternehmen.  

Auszug aus dem demnächst erscheinenden Buch „Gentopia, das gelobte Land“ von E. Breburda

Anmerkungen:
[1] Urologenblog: „Ich bin Klempner von Beruf“, Ideologischer Eifer. 2.7.2016BookCoverImage
[2] Koreandogs.com, The south Korean dog meat trade. Compassion through action, 2016
[3] Kroth M.: You want flies with that? Sampling the fare at the Mexican capital’s edible insect celebration. Hemisphere, June 2016

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

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