Kritik in der FAZ an linksidentitärer Ideologie

Die Ethnologin Susanne Schröter lehrt an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. In einem am 14. Juni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Aufsatz setzt sie sich kritisch mit dem linksidentitären Konzept der „kulturellen Aneignung“ auseinander.

Dieses verurteilt die Aufnahme von Elementen nichteuropäischer Kulturen durch Europäer als einen angeblichen Akt der Unterdrückung.

Es sei nachvollziehbar, dass „negative Darstellungen des kulturell Anderen von deren Vertretern als Kränkungen erlebt werden können“. Unklar bleibe jedoch, warum linksidentitäre Ideologie auch „positive Aneignungsversuche“ fremder kultureller Inhalte zu skandalisieren versuche:

  • Die angeprangerte Praxis, Ausdrucksformen fremder Kulturen etwa in der Mode zu übernehmen, sei „viele Jahre lang als Ausdruck der Offenheit für Ungewohntes und letztendlich auch als Überwindung kultureller Engstirnigkeit gefeiert“ worden.
  • Der als „kulturelle Aneignung“ verurteilte Vorgang sei Ausdruck „von Faszination von Menschen für das jeweils kulturell Andere“.
  • Dieser Vorgang wirke zudem völkerverbindend, denn wer „sich für fremde Philosophien oder Religionen erwärmen kann, der sucht auch den Kontakt zu Menschen, die Experten für diese Weltanschauungen sind.

Linksidentitäre Aktivisten würden dieses Streben jedoch zum „Zeichen einer feindlichen Übernahme“ erklären. Ihre „Einteilung der Welt in geistige Verbotszonen“ sei dabei nicht weltoffen, sondern „provinziell“.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://renovatio.org/2021/06/susanne-schroeter-ueber-den-begriff-der-kulturellen-aneignung/