Union findet Polizeibeauftragte unnötig

Als Reaktion auf die Drohmails gegen Politikerinnen und andere Frauen des öffentlichen Lebens haben die Grünen Polizeibeauftragte in Bund und Ländern gefordert.

Dazu erklärt der für Innenpolitik zuständige Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei:

„Die Serie der mit ‚NSU 2.0‘ unterzeichneten Drohmails gegen Politikerinnen und andere Frauen des öffentlichen Lebens sind schwerwiegende Vorfälle und die betroffenen Frauen haben unsere volle Solidarität. Die Taten müssen jetzt umfassend aufgeklärt werden.

Der Umstand, dass in drei Fällen zuvor persönliche Daten der Frauen von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden abgefragt wurden, macht die Aufklärung noch einmal dringlicher.

Völlig fehl am Platz ist aber die jetzt von den Grünen erhobene Forderung nach der Einsetzung von Polizeibeauftragten in Bund und Ländern. Polizeibeauftragte sind überflüssig. Denn die Polizei in Bund und Ländern hat kein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus und Radikalismus.

In den letzten acht Jahren hat es lediglich 25 rechtsextremistische Verdachtsfälle bei der Bundespolizei mit 49.000 Beschäftigten gegeben.

Wir wissen, dass wir uns jederzeit auf die Polizei verlassen können und sie hat deshalb unsere ganze Unterstützung.

Das von Frau Esken betriebene ‚Polizisten-Bashing‘ ist absurd. Wir haben überhaupt keine Zweifel an der Integrität unserer Beamtinnen und Beamten, die jeden Tag den Kopf für unsere Sicherheit hinhalten und uns alle mit ihrem hohen persönlichen Einsatz beschützen.

Bevor die Taten rund um die Drohmails nicht aufgeklärt sind, ist es ohnehin viel zu früh, daraus politische Konsequenzen zu ziehen.“


Bistum Regensburg beauftragt neuen Ansprechpartner bei Mißbrauchsverdacht

Dr. Martin Linder ist neuer Ansprechpartner des Bistums Regensburg für Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch durch Mitarbeiter/innen im kirchlichen Dienst. Der 67-Jährige ist Jugendpsychiater und Arzt für psychotherapeutische Medizin.

Sein Auftrag umfasst vier Arbeitsbereiche:

  • Er berät Geschädigte und öffnet ihnen den Zugang für konkrete Hilfen.
  • Er nimmt eine erste Plausibilitätsbewertung von Hinweisen vor, informiert die Bistumsleitung und berät zum weiteren Vorgehen.
  • Er prüft die Anträge auf materielle Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde.
  • Er berät kirchliche Einrichtungen dabei, Präventionsmaßnahmen zu verankern und zu verbessern.

    Bild: Evita Gründler

    Bild: Evita Gründler

Dr. Martin Linder ist verheiratet, Vater dreier Kinder und aufgewachsen in München. Er lebt seit  1990 in Regensburg und leitete bis 2011 die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Regensburg.

Dr. Martin Linder erklärt:

„Als Missbrauchsbeauftragter möchte ich meine berufliche und persönliche Erfahrung einbringen und daran mitwirken, dass Opfer sexueller Gewalt in der katholischen Kirche Verständnis, Abbitte, Gerechtigkeit und konkrete Hilfe finden. Ich sehe mich als unabhängiger Berater der Kirche und will dazu beitragen, den Bereich der Prävention auch mit Blick auf die institutionellen Bedingungen zu stärken und immer weiter zu entwickeln. Die Verantwortlichen der Kirche werde ich unterstützen, Vorwürfe aufzuklären und erwiesene Straftaten aufzuarbeiten. Ich werde beraten, wie mit einem Täter und seinem Umfeld umzugehen ist.“

Dr. Linder ist Nachfolger von Dr. Birgit Böhm, die das Amt der Missbrauchsbeauftragten von Januar 2008 bis 2013 ausübte und im Mai 2013 plötzlich und unerwartet verstarb.

Kontakt:
Dr. Martin Linder
Lena-Christ-Weg 6 in 93055 Regensburg
Tel. 0941/70546470
e-mail Dr.Martin.Linder@t-online.de

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Organspende-Skandal: Weitere Verdachtsfälle in der Uni-Klinik Regensburg

Am Universitätsklinikum Regensburg sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung weitere Unregelmäßigkeiten bei Lebertransplantationen entdeckt worden.

Eine interne Untersuchung habe nun bei insgesamt 43 Patienten der Jahre 2003 bis 2006 Unstimmigkeiten festgestellt, sagte eine Sprecherin der SZ. Bislang war von 23 Fällen die Rede gewesen.

Es handele sich aber um ein Zwischenergebnis, betonte die Sprecherin. Die Zahl der Fälle könne bei weiterer Prüfung noch wachsen, aber durchaus auch schrumpfen, falls sich manche Unstimmigkeiten als Versehen erweisen: „Ein endgültiger Sachstand kann erst nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen berichtet werden.“

Der vorläufige Prüfbericht mit den 43 Fällen sei inzwischen dem Wissenschaftsministerium als zuständiger Aufsichtsbehörde und der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Auch die Jahre 2007 bis 2012 müßten in Regensburg nun intensiver beleuchtet werden, hieß es aus dem Ministerium.

An der Donau wurde zunächst die Periode von 2003 bis 2006 geprüft, weil zu dieser Zeit jener Oberarzt in Regensburg tätig war, der sich später am Uniklinikum Göttingen der Organschieberei verdächtig machte.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur