Evangelischer Autor: „Die katholische Kirche hat kein Monopol auf Missbrauch“

Der protestantische Gast-Autor Peter Haisenko veröffentlichte am 29. September auf dem Web-Portal „Epoch Times“ einen engagierten Artikel unter dem Titel: „Warum wird sexueller Missbrauch nur bei der katholischen Kirche thematisiert?“

Schließlich, so der Verfasser weiter, habe die katholische Kirche „kein Monopol auf Missbrauch, genauso wenig wie Deutschland ein Monopol auf Verbrechen hat“.

Haisenko schreibt sodann: „Die Berichte über Missbrauch in englischen Internaten sind Legion.“  –  Mancher prominente Politiker sei auf der Insel schon über Sexskandale „auch mit Minderjährigen“ gestürzt. 

Der Autor stellt fest: „Seit den 1970er Jahren musste ich beobachten, dass es “modern” ist, Negatives über die katholische Kirche zu verbreiten. Ich selbst bin kein Katholik und stehe auch den Evangelikalen nicht nahe, obwohl ich evangelisch getauft bin und sogar konfirmiert; dennoch bin ich darüber irritiert, in welcher Ausschließlichkeit über Missbrauchsskandale der katholischen Kirche berichtet wird.“

Er erinnert daran, daß es über die Kinder- und Jugendheime in der ehem. DDR die „übelsten Berichte“ von betroffenen Opfern gebe. 

Der Verfasser schildert eigene Beobachtungen bei dem pädosexuellen Leiter einer evangelischen Jugendfreizeit mit Konfirmanden, wobei er nicht glaube, daß es sich hierbei um einen „krassen Einzelfall“ gehandelte habe.

Hinsichtlich der USA weist Haisenko darauf hin: „Die großen Medienkonzerne sind nicht in katholischer Hand.“

Kritisch befaßt er sich mit puritanischer „Doppelmoral“ gerade in sexueller Hinsicht: „All das steht im Konflikt mit der Lebensfreude, die der katholischen Lehre anhaftet.“

Eine Art Heiligsprechung der katholischen Kirche liege ihm „wirklich fern“: „Zu große Leichenberge liegen in deren Kellern.“

Der Autor fügt allerdings hinzu: „Aber mein Gerechtigkeitssinn verbietet mir, zu schweigen, wenn wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wird; wenn … nur eine Seite bezichtigt wird und die andere ihren Heiligenschein behalten darf.“

Er unterstütze die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale der katholischen Kirche:

„Ich kämpfe aber mit meiner ganzen Kraft dagegen, dass nur die eine Seite das Büßerhemd anziehen soll.

Wenn sich die Welt auch in dieser Hinsicht verbessern soll, dann müssen die abscheulichen Taten auf allen Seiten offen gelegt werden, damit nicht nur immer eine Seite, die ebenfalls Verbrechen begangen hat, den moralischen Zeigestock schwingen kann.“

 


Inside Islam: Buch eines ARD-Moderators kritisiert Freitagspredigten in Moscheen

Der Journalist Constantin Schreiber hat sich Freitagsgebete in Moscheen angehört und darüber ein Buch geschrieben. „Inside Islam“ polarisiert und steht nach einer Woche auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Die dazugehörige Reportage veröffentlichte die ARD im Internet: „Der Moscheereport“.

Der Autor moderiert in der ARD die Tagesschau und das Nachtmagazin. Für die Moderation der deutsch-arabischen Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ hatte Schreiber 2016 den Grimme-Preis erhalten.

Ende März hat Schreiber, der in Syrien Arabisch gelernt hat, ein Buch über muslimische Freitagsgebete in Deutschland veröffentlicht. Für sein Buch „Inside Islam – Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“ hat er sich im vergangenen Jahr 13 Freitagspredigten in Arabisch und Türkisch angehört.

Der Verfasser besuchte dazu deutsche Moscheen vorwiegend in Berlin, aber auch in Hamburg, Leipzig, Magdeburg, Karlsruhe und Potsdam. Was er dort hörte, ließ er wenn nötig übersetzen, schrieb es auf und diskutierte anschließend darüber mit Islam-Kennern.

In seinem Buch geht der Autor der Frage nach, ob Moscheen in Deutschland „Räume eines persönlichen Glaubens oder politische Zonen“ sind, was dort gepredigt wird und wie die Imame über Deutschland sprechen.

Nach rund acht Monaten Recherche kommt Schreiber zu dem nüchternen Ergebnis: „Die von mir besuchten Predigten waren mehrheitlich gegen die Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft gerichtet.“

Der Autor sagt selbst, dass er keine repräsentative Umfrage, sondern eine Reportage vorlegen wollte. Schreiber kritisiert, dass viele der Predigten „die Warnung vor dem Leben in Deutschland“ wie ein „roter Faden“ durchzogen hat.

QUELLE und FORTSETZUNG der Rezension von Norbert Schäfer hier: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/04/07/imame-predigen-gegen-integration/