Venezuela: Kath. Priester vermittelten zwischen Demonstranten und Staatskräften

Fünf Priester der katholischen Kirche haben am 28. Juli bei einem Zusammenstoß zwischen der sozialistischen Nationalgarde Bolivar (GNB) und Demonstranten in der Stadt Ejido in Venezuela eingegriffen.

Mit mehreren, von der Bischofskonferenz veröffentlichen Fotos wurde der Eingriff der Geistlichen dokumentiert, die an diesem Tag eine Mittlerrolle gespielt haben, als die Panzer der GNB in der Nähe des Beerdigungsorts von Rafael Vergara auftauchten. Vergara war jener Junge, der bei einer Protestdemonstrationen in Venezuela gestorben ist.

Gegen 15.30 Uhr haben die Priester die Beerdigungszeremonie unterbrochen, sind auf die Nationalgardisten zugegangen und haben sie um Abzug gebeten.

Nach Angaben der Presseagenturen sind mehrere Personen landesweit bei den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in den vergangenen Tagen verstorben.

Dies geschah insbesondere während des 48 Stunden-Generalstreiks, der von der Opposition und zivilgesellschaftlichen Gruppen ausgerufen wurde. Am 28. Juli starb ein weiterer Junge durch eine Schussverletzung bei einer Demonstration in San Cristobal.

Die Zahl der Toten in den fast vier Monaten der Protestkundgebungen stieg damit auf 113 an.

Quelle: Fidesdienst


Der israelische Präsident besuchte den Papst

Franziskus erhielt eine Steinplatte „Haus Davids“

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin besuchte am Donnerstagmorgen (3. September) den Vatikan. Dort kam er in einem privaten Gespräch mit Papst Franziskus zusammen. Das jüdische Staatsoberhaupt wurde mit einer offiziellen Rezeption und einem Ehrenspalier der Schweizergarde im Vatikan empfangen.

Das Treffen mit dem Papst fand in dessen privater Bibliothek statt und dauerte rund eine Stunde. Zunächst tauschten beide Geschenke aus.

Der Präsident überreichte dem Papst eine Steinplatte mit der aramäischen Inschrift „Haus Davids“. Dabei handelte es sich um die Kopie einer Stele, die in der antiken Stadt Dan gefunden wurde und etwa ins 9. Jahrhundert v.d.Z. datiert werden kann.

Der Präsident erklärte: „Ich wollte Ihnen diese Inschrift als ein Zeichen der Hoffnung und des friedlichen Zusammenlebens aller Religionen geben.“

Das Geschenk wurde insbesondere auch als ein Ausdruck der gemeinsamen Wurzeln des Judentums und des Christentums ausgewählt. Außerdem wird König David sowohl im Christentum als auch im Judentum als der Gründer des Hauses David angesehen, welches in der Tradition als der Ursprung des Messias und der Erlösung der Menschheit verehrt wird. 

Der Papst überreichte dem Präsidenten eine bronzene Münze, die ein Bild von ineinander verflochtenen Olivenzweigen zeigte. Dies soll die gemeinsame Verantwortung aller Staaten und Nationen zum Einsatz für den Frieden darstellen.

Israelis bitten den Papst um Vermittlung

Während des Treffens sprachen die beiden u. a. darüber, dass der Papst Menschen zusammenbringen kann und dadurch bei Konflikten auf der ganzen Welt als ein Vermittler dienen kann, vor allem im Nahen Osten. Vat_Flagge

Sie sprachen über die dringende Notwendigkeit, Vertrauen als eine Vorbedingung für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern aufzubauen.

Der Präsident erklärte: „Ich habe dem Papst gesagt, dass ich ihn als eine Brücke betrachte, und ich bat ihn, diese Funktion an einem sehr schwierigen Ort für Schlichtung auszuüben, dort, wo kein Vertrauen zwischen den Parteien existiert.“

Der Präsident äußerte seine Sorge über die Welle des Antisemitismus, die sich in der Welt ausbreitet, und bemerkte, dass der Aufruf zur Zerstörung Israels im Antisemitismus gründen würde. Die ganze Welt müsse den Antisemitismus überwinden und verurteilen. Der Papst stimmte dem Präsidenten in dieser Angelegenheit zu und sagte, dass Antisemitismus als etwas sehr Böses angesehen werden sollte.

Nach dem Gespräch mit dem Papst traf Präsident Rivlin auch Kardinalstaatssekretär Pietro Paroli.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin