Limburg: Kein Verfahren gegen den ehem. Bischof Dr. Tebartz-van Elst

Aus der heutigen Erklärung des bischöflichen Ordinariats Limburg:

„Die Staatsanwaltschaft Limburg wird kein Ermittlungsverfahren gegen den emeritierten Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst oder Mitglieder des Vermögensverwaltungsrats aufnehmen. 1_0_745851

Dies wurde am Mittwoch, 2. Juli 2014, bekannt gegeben. Nach den Vorermittlungen, bei denen die Behörde sowohl den Bericht der Prüfungskommission als auch weitere kirchenrechtliche Unterlagen zugrunde gelegt hat, habe sich kein Anfangsverdacht ergeben.

„Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, kein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Bischof von Limburg einzuleiten und die Feststellung, dass kein strafrechtlich verfolgbares Verhalten des emeritierten Bischofs vorliegt, sind für das Bistum wichtige Feststellungen, die den Weg der Aufarbeitung und des Neubeginns erleichtern“, erklärte Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg.

Der Heilige Vater habe allen im Bistum aufgetragen, die Voraussetzungen zu schaffen, um wieder ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung im Bistum entstehen zu lassen.

Dazu hat die Bistumsleitung in den vergangenen Wochen ausgehend vom Prüfbericht eine umfangreiche Themenliste erstellt, die nun systematisch und verlässlich abgearbeitet werden. Limburg-102

„Soweit die Staatsanwaltschaft auf das Selbststimmungsrecht der Kirche verweist, werden wir nun unsererseits mit den Kategorien des Kirchenrechtes die Sachverhalte zu prüfen haben“, betonte Grothe. Vorbereitende Arbeiten seien dazu bereits geleistet worden.

Grothe betonte, dass es beim Neubeginn und bei der Aufarbeitung der Ereignisse nicht darum gehe, das Bistum Limburg neu zu erfinden.

Es gehe vielmehr darum, dass die Gläubigen die Freude am Glauben wieder zurückgewinnen und die Diözese ihr Selbstbewusstsein wiederfände. Auf Ebene der Verwaltung werde an der Umsetzung der bereits genannten Agenda gearbeitet. Das schaffe in vielen Bereichen die nötige Klarheit.

Die öffentlichen Räumlichkeiten im Diözesanen Zentrum St. Nikolaus auf dem Limburger Domberg sollen für Konferenzen und Veranstaltungen des Bistums geöffnet werden. Das alles geschieht auch in Zusammenarbeit mit Gremien und Organen der Diözese.

Quelle: https://www.bistumlimburg.de/nc/meldungen/meldung-detail/meldung//weg-der-aufarbeitung-im-bistum-geht-weiter.html

2. Foto: Dr. Bernd F. Pelz


LIMBURG: „Die Welt“ knöpft sich jetzt den Vermögensverwaltungsrat vor

Tim Röhn zur Heuchelei der selbsternannten „Opfer“ des Bischofs

Unter dem Titel „Limburger Vermögensverwaltungsrat ist scheinheilig“ ist die Frage nach der Mitverantwortung dieses Gremiums inzwischen auch in der Mainstream-Presse angekommen  –  heute zB. in der Berliner Tageszeitung DIE WELT (online).

Bislang wurden die drei feinen Herren dieses Rätegremiums, vor allem Jochen Riebel, in den Medien gerne als bedauernswerte Opfer des „betrügerischen“ Limburger Oberhirten präsentiert, vor allem vom „Spiegel“ und der „Frankfurter Allgemeinen“.

Wir haben diesem Unsinn bereits in mehreren Beiträgen widersprochen, z.B. hier.

In einem aufklärenden Artikel befaßt sich Tim Röhn in der WELT nun kritisch mit dieser Legendenbildung. Der Kommentar beginnt mit den Worten:

„Alle drei Mitglieder des Gremiums gerieren sich heute als Opfer von Betrügereien des Bischofs. Dabei handelt es sich um Fachleute, die früher hätten sehen müssen, was sich dort anbahnte.“

Jetzt wird die Frage gestellt, ob sich diese Herren, nämlich Theodor-Michael Lucas, Carl-Friedrich Leuschner und Jochen Riebel, „zu Recht als Opfer gerieren“:

„Sind sie tatsächlich einem betrügerischen Bischof aufgesessen und konnten nichts dagegen tun?“

Dazu meint der WELT-Redakteur, vielleicht auch angesichts jüngster Fakten über den frühen Informationsstand des Gremiums: „Das erscheint eher wie eine weltfremde Vorstellung.“

Der Autor fügt hinzu:

„Diese honorigen Männer haben nicht geahnt, was da auf dem Limburger Domberg entsteht? Haben sie ratlos mit den Schultern gezuckt, als der Bischof ihnen keine Haushaltspläne vorlegte und nichts von seinen Bauplänen erzählte? Haben Sie zwei bis vier Mal jährlich bei einer Tasse Kaffee zusammengesessen und sind zu dem Schluss gekommen: Na, da kann man wohl nichts machen? Heute wollen sie den Anschein erwecken, in diesem Fall ganz unwichtig gewesen zu sein.“

HIER geht es zum zitierten Artikel in der WELT: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article120917465/Limburger-Vermoegensverwaltungsrat-ist-scheinheilig.html

HIER ein interessanter OFFENER BRIEF an den BISCHOF: http://www.freiewelt.net/offener-dankes-brief-an-bischof-tebartz-van-elst-10013070/