Jüngste Zahlen: Wie entscheiden sich Schwangere nach einer Beratung?

Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mitteilte, haben sich 60 Prozent der schwangeren Frauen, die zu einer Beratung kamen, „für eine Lösung im Sinne des Kindes entschieden“.

Bei 20 Prozent der Beratungen sei der Ausgang noch offen gewesen, acht Prozent hätten sich für eine Abtreibung, vier Prozent für eine anonyme Kindsabgabe in einer Babyklappe entschieden. Acht Prozent hätten keine Angaben gemacht.

Seit Mai 2014 hat es in Deutschland 335 sog. „vertrauliche Geburten“ gegeben. Der amtliche Bericht erfasst die Anzahl der vertraulichen Geburten bis zum September 2016.

Das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ trat im Mai 2014 in Kraft. Es sichert Schwangeren eine anonyme Beratung sowie eine anonyme, medizinisch betreute Entbindung zu. Zugleich wird ein Nachweis hinterlegt, der gewährleisten soll, dass das Kind ab dem 16. Lebensjahr den Namen seiner Mutter erfahren kann.

Bei den zuvor lediglich geduldeten anonymen Geburten wurde das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft nicht berücksichtigt. Bei der nun gesetzlich geregelten vertraulichen Geburt können Mütter ihre Anonymität nur noch in besonders begründeten Fällen wahren.

Quelle: https://www.alfa-ev.de/alfa-newsletter/alfa-newsletter-vom-1672017/?online=1


Bundesrat pro „anonyme Geburt“, um Frauen im Konfliktfall zu helfen und ungeborene Kinder zu schützen

„Anonyme“ Geburt ist wirksamer als die „vertrauliche“ allein

Pressemitteilung zum Gesetzentwurf „Vertrauliche Geburt“:

Die Länder haben heute zu einem Gesetzentwurf Stellung genommen, der schwangere Frauen in schwierigen Konfliktsituationen unterstützen soll und hierzu den Ausbau der Hilfen für Schwangere und Regelungen zur sog. vertraulichen Geburt vorsieht.

Foto: CDL

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Sie unterstützen das Anliegen der Bundesregierung, bezweifeln aber, dass mit dem vorgesehenen Verfahren und den damit verbundenen bürokratischen Hürden die in Not geratenen Frauen zu erreichen sind. Dies gelte insbesondere für Frauen, die ihre Schwangerschaft negieren und verdrängen. Der Bundesrat tritt daher dafür ein, den Gesetzentwurf nochmals zu überarbeiten. 

Zudem hält er es für erforderlich, den betroffenen Frauen als ultima ratio auch die anonyme Geburt zu ermöglichen. Die Übernahme der den Einrichtungen der Geburtshilfe und den zur Leistung von Geburtshilfe berechtigten Personen entstehenden Kosten durch die Länder lehnt der Bundesrat entschieden ab. Im Hinblick auf die bundesweit geringe Fallzahl würde hierdurch ein unverhältnismäßig hoher Verwaltungsaufwand entstehen.

Hintergrund: Der Regierungsentwurf soll riskante heimliche Geburten und Aussetzungen oder Kindstötungen verhindern. Hierzu ist unter anderem vorgesehen, dass Frauen, die sich in einer Konfliktsituation befinden, in einer Geburtshilfeeinrichtung entbinden können, ohne dabei unmittelbar ihre Identität preiszugeben. Diese wird vertraulich erfasst und der Herkunftsnachweis verschlossen an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zur Aufbewahrung gegeben. Die betroffenen Kinder können dann mit Vollendung des 16. Lebensjahres Kenntnis über ihre Herkunft erlangen.

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Internet: http://www.bundesrat.de

Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=531563


„Babyklappen“ und vertrauliche Geburt: Vorfahrt für das Lebensrecht!

In Deutschland gibt es erneut eine Diskussion um „Babyklappen“ und anonyme Geburten. Der Ethikrat will sie abschaffen. Die Bundesregierung kontert mit der sog. „vertraulichen Geburt“. 

360 Klein-Kinder wurden in Deutschland seit der Eröffnung der ersten Babyklappe im Jahr 2000 bis 2009 in einer solchen Einrichtung abgegeben. Doch die Babyfenster stehen unter permanenter Kritik, wobei die Begründung vorgeschoben wird, daß die betroffenen Kinder nie wissen, wer ihre Mutter war. SDC12467

Der „Deutsche Ethikrat“ hat unlängst empfohlen, aus diesem Grund die Babyfenster zu schliessen. In Deutschland zählt man über 90 solcher Einrichtungen.

Daneben gibt es die Möglichkeit für Mütter, das Kind „anonym“ zu gebären, also ohne die eigene Identität preiszugeben, und zur Adoption freizugeben. Jetzt hat die Bundesregierung per Gesetz die „vertrauliche Geburt“ möglich gemacht:

Ab 2014 können Mütter ohne Namensangabe in einer Klinik ihr Kind gebären und zur Adoption frei geben. Allerdings müssen sie dabei ihre Identität beim Bundesamt für Familie hinterlegen. Das Kind hat dann ab dem 16. Altersjahr das Recht, die Identität der Mutter zu erfahren. Widerspricht die Mutter, muß ein Familiengericht entscheiden.

Da sich die christlichen Kirchen zudem für die „Babyklappe“ eingesetzt haben, soll es diese gegen den Willen der Familienministerin weiterhin geben.

Daß dies sinnvoll ist, zeigt zB. die Arbeit des Vereins KALEB in Dresden. Er begleitet anonym gebärende Frauen und bietet ihnen die Möglichkeit an, ihren Namen bei einem Notar zu hinterlegen. Doch nur jede fünfte Frau geht darauf ein. „Wir hätten uns nicht gemeldet, wenn wir gewusst hätten, dass wir etwas ausfüllen müssten“, zitiert eine KALEB-Sozialarbeiterin schwangere Mütter.

Was wäre dann aber mit ihren Kindern geworden? Muß es nicht letztlich darum gehen, möglichst vielen „unerwünschten“ Kinder das Leben zu ermöglichen? Zählt das Wissen um ihre Herkunft etwa mehr als ihr Recht auf Leben?

Quelle: http://www.jesus.ch