SPD-Stiftung: israelischen Juden ausgeladen und iranischen Holocaust-Leugner eingeladen

Wie im CHRISTLICHEN FORUM unlängst berichtet wurde, hat die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) den deutsch-israelischen Schriftsteller und Universitäts-Dozenten Chaim Noll (siehe Foto) kurz vor einer geplanten Lesung in Leipzig ohne Begründung ausgeladen. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/02/spd-nahe-stiftung-laedt-juedischen-schriftsteller-noll-wegen-unliebsamer-ansichten-aus/ 

Als ob dies nicht genug der Ver(w)irrung wäre, treiben die FES-Genossen ihre ideologische Verbohrtheit jetzt auf die Spitze:

Die Stiftung holt staatliche iranische Holocaust-Leugner zu ihrer Iran-Veranstaltung am 14. Mai. Ein Vertreter der IPIS-Stiftung, die zum iranischen Außenministerium gehört und 2006 die Holocaust-Leugner-Konferenz mit Nazis und Antisemiten zusammen ausgerichtet hat, wird als Experte für das Atomabkommen eingeladen.

Dabei ist bekannt, daß bei Raketentests der iranischen Revolutionsgarden auf den Raketen auf Hebräisch zu lesen war: „Israel muss ausradiert werden“.

Beatrix von Storch (siehe Foto), Parlamentarierin und Bundesvorstandsmitglied der AfD, erklärt dazu:

„Während SPD-Außenminister Maas die Verschärfung der Iran-Sanktionen der USA kritisiert, lädt die SPD-Stiftung FES Vertreter eines Regimes ein, das den Holocaust leugnet und Israel vernichten will.

Das zeigt erneut, dass die SPD nicht mehr als staatstragende Partei zu betrachten ist. Und um des Machterhalts willen lässt Merkel die SPD gewähren.

Abseits der üblichen Lippenbekenntnisse lässt sich der zunehmend anti-israelische Kurs der deutschen Politik kaum mehr leugnen.

Dass man in der UN-Generalversammlung zusammen mit arabischen Diktaturen gegen Israel stimmt, ist ein altes Spiel.

Neu und erschreckend ist, dass der als israel-kritisch getarnte Antisemitismus in Deutschland weiter zunimmt. Das ist sichtbar bei brennenden Israel-Fahnen vor dem Brandenburger Tor, aber auch, wenn Merkel-Freundin Grütters (CDU) die israelfeindliche und antisemitische BDS-Bewegung toleriert und jetzt die Genossen von der SPD iranische Holocaust-Leugner einladen.“

 


Steyler Zeitschrift sorgt für Verwirrung beim Thema Interkommunion

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Magazin der Steyler Missionare („stadt gottes“) bringt in der Ausgabe Nr. 2/Februar 2019 auf Seite drei und vier unter „Leserforum“ – „Hier kommen Sie zur Wort – Fragen, Meinungen, Anregungen“ den Artikel „Evangelisch – und bei der Erstkommunion dabei?“

Zu Wort kommt Pater Fabian Conrad SVD. Er wird als „Experte für Seelsorge“ und als „Bibelwissenschaftler, Seelsorger, Schulrektor des Arnold-Janssen-Gymnasiums in St. Wendel“ vorgestellt.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Pater Conrad stellt zunächst das katholische Eucharistieverständnis korrekt dar:

„Es gibt derzeit offiziell von katholischer Seite keine Mahl- und Opfergemeinschaft zwischen der katholischen und evangelischen Kirche… Fakt ist jedoch, dass das Eucharistieverständnis beider Kirchen sich unterscheidet. Der Hauptunterschied ist: Die katholische Kirche glaubt an eine bleibende Wandlung des Brotes in den Leib des Herrn. Einmal konsekriert bleibt das Brot, die Hostie, der Leib des Herrn.

Im evangelischen Verständnis ist es die Gemeinschaft, die die Präsenz des Herrn garantiert. Die versammelte Gemeinde macht den Herrn präsent im Brot. Hat sich die Gemeinschaft aufgelöst, ist das geweihte Brot nichts weiter als Brot. …

Spätestens seit den Trauerfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. muss der ganzen Welt klar sein, dass auch ein gläubiger evangelischer Christ die katholische heilige Kommunion empfangen kann. Während dieser Feier sahen Millionen Menschen den späteren Papst Benedikt XVI. auf Frère Roger Schütz (Taizé) zugehen und ihm die Kommunion reichen… Diese Geste setzte er willentlich, als wollte er sagen: ‚Wer an unseren gemeinsamen Herrn glaubt…der gehört auch an den gemeinsamen Tisch‘“.

Die „große Selbstverständlichkeit und die Geste“, die der spätere Papst Benedikt XVI. „willentlich gesetzt“ haben soll, ist eine falsche Behauptung von Pater Fabian Conrad.

Dem Zeitbeobachter fällt dabei ein, dass in den kontroversen Debatten in Deutschland über den Kommunionempfang konfessionsverschiedener Ehepaare dieses „Argument“ nicht auftaucht. Das konnte auch nicht sein, wie der Fundamentaltheologe Prof. Dr. Dr. Anton Ziegenaus auf Anfrage verdeutlicht hat.

Dem damaligen Kardinal Ratzinger unterlief, als er Frère Roger Schütz die Kommunion reichte, ein Irrtum, den er auch danach aufgeklärt hat, nämlich, Frère Roger Schütz sei zur katholischen Kirche konvertiert.

Kardinal Ratzinger hat den gültigen Katechismus der katholischen Kirche (KKK) hauptverantwortlich im Auftrag von Papst Johannes Paul II. redigiert.

Dort heißt es in Ziff. 1400: „Die aus der Reformation hervorgegangenen, von der katholischen Kirche getrennten Gemeinschaften haben ‚vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt‘ (UR 22). Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche die eucharistische Interkommunion mit diesen Gemeinschaften nicht möglich…“.

Pater Fabian Conrad SVD sollte sich erkundigen, was Lehre der Kirche ist und was der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger in der Frage der Kommunion an Frère Roger Schütz klar gestellt hat, bevor er unnötige Verwirrung stiftet.


Innerkirchliche Ver(w)irrung in der Debatte um das Frauenpriestertum

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Zustand der katholischen Kirche (Gottesdienstbesuch, Sakramentenempfang, Berufungen) ist aus der Statistik gut ersichtlich. Das ist aber nur die quantitative Seite.

Über die qualitative Dimension hat sich der junge Theologieprofessor Joseph Ratzinger 1958 (!) geäußert, wenn er schreibt:

„Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht“… d.h., dass die Betroffenen „sich nicht mehr einfach den Glauben zueignen, sondern eine sehr subjektive Auswahl aus dem Bekenntnis der Kirche zu ihrer eigenen Weltanschauung machen“ („Hochland“ Nr. 1/59).

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Heute kommt hinzu, dass Glaubenswahrheiten, z.B. zu Interkommunion, Wiederverheiratung nach Scheidung, Frauenpriestertum, die bisher unumstritten waren, aus dem Innern der Kirche, z.B. von Theologieprofessoren, kirchlichen Verbänden (ZDK, KDFB, kfd, etc.) offen abgelehnt bzw. uminterpretiert werden. Das lässt sich am Beispiel der Forderungen nach dem Frauenpriestertum leicht näher darlegen.

Die Ablehnung von Glaubenswahrheiten trägt zur Verunsicherung und Lähmung der Gläubigen bei und erklärt auch, dass die Neuevangelisierung nicht Tritt fassen kann.

Die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg (Konradsblatt,Nr. 10/2018, S. 24/25) berichtet über eine Tagung, die mit dem Titel „Frauen in kirchlichen Ämtern, Reformbewegungen in der Ökumene“ vom 7. bis 9. Dezember 2017 an der Universität in Osnabrück stattfand.

Dabei wurde der Zugang zu allen kirchlichen Ämtern, einschließlich des Priestertums für Frauen gefordert. Die Hauptthesen der Osnabrücker Tagung werden im Artikel des Konradsblatt auf sieben Sprechblasen abgedruckt.

Dort heißt es beispielsweise: „Das erklärte Ziel der ökumenischen Bewegung, die sichtbare Einheit der Kirchen, ist nicht zu erreichen ohne eine Verständigung über die Präsenz von Frauen in allen kirchlichen Ämtern“ (These 1), „Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss“ (These 3), „Die Diskussion darüber, ob Gott eine unveränderliche Anweisung gegeben habe, wie oder durch wen Gott durch das kirchliche Amt bezeugt werden soll, kann und muss offen bleiben“ (These 4), „Die Unterscheidung von spezifischen Diensten innerhalb des einen (sakramentalen) Amtes (Episkopat Presbyterat und Diakonat) hat sich geschichtlich entwickelt und kann in ökumenischer Perspektive weiterentwickelt werden. Alle Dienstformen sollen für Frauen geöffnet werden“ (These 5).

Im Bericht des Konradsblatts kommen vier Frauen aus dem Erzbistum Freiburg zu Wort, die alle im kirchlichen Dienst stehen und sich im Sinne der „Osnabrücker Thesen“ äußern, z.B. dass „die Argumente, die gegen das Frauenpriestertum angeführt werden, nicht haltbar sind“.

Der Osnabrücker Bischof war lt. Artikel „fast die ganze Zeit anwesend“. Es wird nicht berichtet, dass er die Gelegenheit wahrnahm, die vorgebrachten Thesen zu korrigieren. Der Relativismus ist tief in die Kirche eingedrungen.

Die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe ist seit 2000 Jahren unbestrittene und praktizierte Glaubenswahrheit. Dass Joh. Paul. II. mit dem Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ vom 22. Mai 1994 das in Erinnerung bringen musste, hat mit der Tatsache zu tun, dass heute alle Glaubenswahrheiten bis hin zu den Fundamenten, auf denen die Kirche steht, z.B. die Auferstehung Christi, bestritten werden.

Versuche, die Aussagen von Joh. Paul II. in „Ordinatio sacerdotalis“ in Frage zu stellen, hat die Glaubenskongregation 1995 eindeutig beantwortet. Dort heißt es:

„Diese Lehre fordert eine endgültige Zustimmung, weil sie, auf dem geschriebenen Wort Gottes gegründet und in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt und angewandt, vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar vorgetragen worden ist“… „Unfehlbarkeit betrifft nicht nur feierliche Ankündigungen eines Konzils oder Papstes, wenn dieser ‚ex  cathetra‘ spricht, sondern auch das normale und universale Lehramt der Bischöfe weltweit, wenn sie etwas in Gemeinschaft untereinander und mit dem Papst, als katholische Lehre definitiv festzuhalten vorlegen“ (zitiert nach Konradsblatt 24/2018, S. 5).

Wenn die internationale Frauenkonferenz „Voices of Faith“ vom 8. Mai 2018 in Rom oder die Konferenz mit dem Titel „Frauen in kirchlichen Ämtern Reformbewegungen in der Ökumene“ oder Theologen wie der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald („Herder – Korrespondenz“ Juni 2017) oder der Jesuit Stefan Kiechle (Maiausgabe der „Stimmen der Zeit“) diese Glaubenswahrheiten in Abrede stellen, wobei Kiechle bereit wäre, auch ein Schisma in Kauf zu nehmen („eucharistisch Austrocknung der Kirche“ wegen Priestermangel sei ein“ größerer und schwerer zu verantwortender Schaden als das Schisma einiger Gralshüter eines sehr alten Kirchenbildes“), so zeigt dies das Ausmaß des Ungehorsams in der Kirche!

Auf die Konsequenzen der Ablehnung von definierten „Glaubenswahrheiten“ weist Kardinal Walter Brandmüller in der Tagespost  vom 17.5.2018 mit folgenden Worten hin:

„Wer dennoch an der Forderung bzw. Möglichkeit der Priesterweihe – und damit auch der Diakonenweihe – für Frauen festhält, hat die Grundlagen des katholischen Glaubens verlassen. Er erfüllt damit den Tatbestand der Häresie, die den Ausschluss aus der Kirche – Exkommunikation – zur Folge hat. Auch den Ausschluss von allen kirchlichen Ämtern etc“.


Markus Günther (FAS): Papst Franziskus liefert Pannen und stiftet Verwirrung

Von Felizitas Küble

Die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) vom 8. März 2015 veröffentlichte auf Seite 2 einen ausführlichen, die ganze Seite umfassenden Artikel von Dr. Markus Günther über das Pontifikat des derzeitigen Papstes unter dem Titel „Die Kanone ist los.“ zeitungen

Auf Seite 1 wird der Beitrag des 1965 geborenen Historikers und Politikwissenschaftlers mit den Worten angekündigt: „Der Papst ist los – Niemand weiß, was der Papst als nächstes raushaut“.

Bereits diese Überschriften zeigen, daß jene Phase, in welcher die Überraschungen des neuen Pontifex in den Medien gelobt und gepriesen wurden, mittlerweile vorbei ist. Zumindest in der sog. „Qualitätspresse“ macht sich angesichts der pästlichen Pannenserie offenbar Überdruß breit.

Ob mancher Journalist sich inzwischen wohl heimlich nach den Zeiten von Papst Benedikt mit seinen klaren, gehaltvollen und geschliffenen Aussagen zurücksehnt, selbst wenn er ihn  –   wie die meisten Presseleute  –  damals kritisiert hat?

Die FAS kündigt den Beitrag ihres Redakteurs Dr. Günther, der eine Art „Generalabrechnung“ mit zwei Jahren päpstlicher Amtsführung enthält, wie folgt an:   

„Papst Franziskus hatte von Anfang an die Sympathien auf seiner Seite. Dann folgte ein Ausrutscher nach dem anderen. Allmählich ahnen auch seine größten Fans, dass daran nicht allein Medien und Missverständnisse schuld sind. Sonder1_0_809751n der Papst selbst.“

Der Artikel beginnt mit einer nüchtern formulierten, aber gleichwohl unverkennbaren Ironie:

„Die letzten Wochen im Vatikan sind vergleichsweise gut gelaufen: Ein Dementi und eine kleine Richtigstellung, eine scharf formulierte Protestnote des mexikanischen Außenministers und eine prompte Entschuldigung vom Heiligen Stuhl, schließlich ein versöhnlicher Brief des Kardinalstaatssekretärs und herzliche Grüße des Heiligen Vaters an das mexikanische Volk  – aber sonst ist der Papst ganz durchgekommen.“

Die beschriebene Pannenserie läßt sich bereits sehen, ist aber aus Sicht des FAS-Redakteurs noch vergleichsweise harmlos. Er spricht in seiner Aufzählung die (un)diplomatischen Verstimmungen an, die der Papst mit einer E-Mail an seinen Freund G. Vera gegen eine „Mexikanisierung“ Argentiniens auslöste.

Sodann folgt der Hinweis, daß der Papst sich kürzlich in Fastenexerzitien zurückgezogen habe, wie das um diese Zeit im Vatikan üblich sei. So blieb ihm schlicht weniger Zeit für öffentliche Äußerungen  –  und Ausrutscher.

Doch die Hoffnung des Autors hält sich in Grenzen, denn die erwähnte „Verschnaufpause“ sei schon vorbei:

„Man muss nun wieder täglich mit allem rechnen, mit handfesten Erziehungsratschlägen und deftigen Exkursen zum Paarungsverhalten zwei- und vierbeiniger Säugetiere, mit gutgemeinten Anekdoten und schlecht erzählten Witzen, mit theologischem Ernst und südamerkanischer Lässigkeit. Franziskus hat alles im Angebot.“

Der Verfasser beschreibt sodann, daß des Papstes Spontanität diesem zunächst durchaus Sympathien einbrachte, zumal er nicht sprach wie ein „hochtrabender Theologe“, sondern wie ein „echter Seelsorger“.

Als sich die ersten Mißverständnisse nicht mehr leugnen ließen, habe man diese anfangs irgendwie zugunsten des Papstes „umdeuten“ können. Doch allmählich habe sich diese Auslegungskunst schwieriger gestaltet, schließlich könne man diverse _papa_francisco_peq_51656bafbd575unverständliche Äußerungen des Pontifex nicht immer mit deren ungünstiger Darstellung  in den Medien erklären und entlasten.

Neue Stimmung: „Das Maß ist voll“

Daher ebbe die anfängliche „beispiellose Sympathiewelle“ jetzt deutlich ab. Zum ersten Mal greife eine „neue Stimmung“ um sich: „Das Maß ist voll.“

Gemeint ist vor allem das Maß an verwirrenden Überraschungen und sprachlichen Mißgriffen:

„Wann immer der Papst das vorbereitete Manuskript aus der Hand legt und beginnt, frei weiterzureden (und das tut er trotz aller schlechten Erfahrungen immer wieder), halten die Berater im Hintergrund die Luft an.“

Der Autor rätselt in den nächsten Abschnitt über den rätselhaften Pontifex in Rom:

„Wird der Papst falsch beraten? Versteht er nicht die Tragweite seiner Worte?  – Diejenigen, die es wissen müssten, zeigen sich schon seit längerem weitgehend entmutigt… Franziskus lässt sich nicht sagen, was er zu tun oder zu lassen hat.“

Franziskus liebe das „freie, spontane, oft auch unbedachte Wort“, meint der Verfasser  – und fügt hinzu:

„Er fühlt sich pudelwohl, wenn er einfach drauflosreden kann, frei von jeder Rücksicht auf liturgische Vorschriften oder diplomatische Gepflogenheiten.“  Petrischlüssel

Gewisse Regeln und Gewohnheiten, die den Vatikan zum Teil schon seit Jahrhunderten prägen, empfindet der Papst als überflüssig bis lästig. Hierzu erläutert FAS-Redakteur Dr. Günther: „Jeder äußere Zwang  – seien es die päpstlichen Gewänder oder die Dienstwohnung in Apostolischen Palast, die vorbereiteten Ansprachen oder die strengen Rituale im Vatikan – ist ihm im Kern zuwider. „

Das könne man, so der Autor, durchaus „sympathisch finden“. Doch für das Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken sei diese Denk- und Verhaltensweise „vielleicht keine ideale Voraussetzung.“

Auf den Verfasser wirkt es „eigensinnig“, so schreibt er, „dass der Papst über einen erheblichen Teil seiner Zeit, vor allem an den Nachmittagen, komplett selbst verfügt.“

Zwar verdächtige ihn niemand, daß er dabei „faulenzt“, doch bleibe „unklar“, was er in dieser Zeit „genau macht“, ob telefonieren oder E-Mails-Schreiben; jedenfalls führe eben dies zu den „vielbeklagten Pannen“, weil private Äußerungen von ihm später die Öffentlichkeit erreicht hätten.

Dr. Günther bringt das entstandene Grundproblem sodann wie folgt auf den Punkt: „Der Papst hat es bislang nicht akzeptiert, dass es für ihn kein Privatleben mehr gibt.“

Doch nicht nur ständige Ausrutscher und Mißverständnisse führen zu Irritationen im Kirchenvolk und in der Medienwelt, sondern auch die Unklarheit über den päpstlichen Kurs bei wesentlichen Themen, die zur Debatte stehen. Hierzu der FAS-Autor: 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

„Viele, die nach dem ersten, auch schon reichlich turbulenten Jahr noch hoffnungsvoll auf das neu begonnene Pontifikat geblickt hatten, zeigen sich inzwischen zerknirscht. Das liegt nicht nur an den verbalen Fehlgriffen des Papses, sondern auch an einer wachsenden Unsicherheit, was er überhaupt will und ob er seiner Aufgabe gewachsen ist.“

Mehrfache Absetzung eines konservativen Kardinals

Wir erinnern uns, daß der namhafte Kardinal Raymond Burke (siehe Foto) den Papst im vorigen Herbst während der Familiensynode dringend darum bat, anläßlich der dort debattierten kirchlichen Ehelehre für Eindeutigkeit zu sorgen, denn die Gläubigen hätten Anspruch auf eine klare Wegweisung durch das Oberhaupt ihrer Kirche.

Der Kurienkardinal bezog sich hierbei vor allem auf den umstrittenen Zwischenbericht (die sog. „Relatio“) während der Familiensynode. Mit seiner Kritik an Inhalt und Methoden war der US-amerikanische Kirchenmann beileibe nicht allein. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/10/15/kardinale-und-bischofe-kritisieren-den-zwischenbericht-zur-familiensynode/

Doch statt einer Antwort auf diesen berechtigen Appell folgte die Absetzung:

Einige Wochen nach jener Bischofssynode wurde der theologisch konservative Kardinal Anfang November 2014 in seiner Eigenschaft als Präfekt der Apostolischen Signatur (oberster vatikanischer Gerichtshof) von Franziskus amtsenthoben und auf einen unbedeutenden Ehrenposten abgeschoben. (Näheres dazu HIER.)

Schon ein Jahr zuvor  –  im Dezember 2013  –  wurde der vor allen in den USA hochgeschätzte Würdenträger von Papst Franziskus aus der wichtigen vatikanischen Bischofskongregation entfernt. Diese Absetzung Burkes löste besonders unter Lebensrechtsverbänden weltweit große Enttäuschung aus. (Infos hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/20/lebensrechtler-weltweit-entsetzt-papst-entlast-kardinal-burke-aus-der-bischofskongregation/

Auch für Dr. Günter bleibt die päpstliche Position in dem langanhaltenden Ringen zu den Themenfeldern Ehe und Familie und in der „um sich greifenden Verwirrung“ durchaus unklar: 

„Konservative und Liberale streiten seit Monaten heftig über die Themen der Synode  –  doch auf keiner Seite durchblickt man bislang, was der Papst selbst eigentlich will. Ist es Machtkalkül oder Führungsschwäche, dem Streit tatenlos zuzusehen?“

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: KOMM-MIT-Verlag, Radio Vatikan (2,3), Archiv


USA: Kardinal George wünscht mehr Klarheit bei päpstlichen Aussagen

Kardinal Francis George  – bis vor kurzem Erzbischof von Chicago  – hat sich jetzt in einem Interview darüber geäußert, daß Papst Franziskus insgesamt mehr Eindeutigkeit und Klarheit in seinen öffentlichen Äußerungen an den Tag legen sollte.  cardinalgeorge_810_500_55_s_c1

Gegenüber dem „Boston Globe“ räumte der Würdenträger ein, daß er die Besorgnis mancher Menschen hinsichtlich widersprüchlich erscheinender Stellungnahmen des Pontifex nachvollziehen könne. Allerdings könne er insgesamt kein Verlassen der überlieferten Lehre durch den Papst erkennen.

Es gehe, erläuterte der 77-jährige Kardinal (siehe Foto), beim Petrusamt um das „Charisma der Einheit“, das sich nicht auf die Person des Papstes beziehe, sondern als eine Einheit um Christus, das Haupt der Kirche, anzusehen sei.

Hinsichtlich der außerordentlichen Bischofssynode über die Familie, die im Oktober in Rom stattfand, erklärte der Erzbischof, es sei besser, wenn Franziskus selber einige diesbezügliche Unklarheiten richtigstelle, als wenn seine Verteidiger damit behelligt seien, eine zutreffende Auslegung für Papst-Äußerungen zu finden. 

Der Kardinal fragte, ob der Pontifex „nicht die Konsequenzen und Auswirkungen einiger seiner Stellungnahmen oder sogar seiner Handlungen realisiere“, welche „Zweifel im Denken der Menschen hervorrufen“.

Quelle für Zitate und das Foto: https://www.lifesitenews.com/news/cardinal-george-on-pope-francis-why-doesnt-he-clarify

 


Erzbischof Charles Chaput beklagt „Verwirrung“ auf der Familiensynode

Der 1944 geborene katholische Erzbischof Charles Chaput gehört einem amerikanischen Indianerstamm an und ist Oberhirte von Philadelphia. In den Vereinigten Staaten ist er  – ähnlich wie Kardinal Raymond Burke  – als entschiedener Gegner der Abtreibung und unerschrockener Archbishop_Chaput_645_441_55Kritiker der Obama-Regierung  bekannt.

Dem US-Präsidenten wirft er vor, die amerikanische Kultur hinsichtlich Lebensrecht, Familienpolitik, Sexualethik und Bioethik negativ umpolen zu wollen.

Am vorigen Montag äußerte sich Erzbischof Chaput besorgt über die Atmosphäre der Verwirrung“, die auf der kürzlichen Bischofssynode in Rom erkennbar gewesen sei. Chaput erklärte, er sei „sehr beunruhigt“ durch widersprüchliche Berichte, die von der Synode ausgingen.

Damit spielt der Oberhirte offenbar auf den modernistischen „Zwischenbericht“ (Relatio) an, der allerdings von zahlreichen Kardinälen und Bischöfen deutlich kritisiert wurde. Das Schlußdokument der Synode trägt diesem Protest bereits Rechnung und war daher für die „Reformer“-Fraktion enttäuschend, für die theologisch konservativen Kirchenvertreter hingegen ein inhaltlicher Etappensieg.

Der Erzbischof wies darauf hin, daß Verwirrung“ eine Strategie des Teufels sei. Vor allem hinsichtlich der umstrittenen „Relatio“ bekräftigte Chaput: „Ich empfand das, was auf der Synode passiert ist, als störend“, denn das „öffentliche Bild“, das diese Bischofsversammlung geboten habe,  sei das einer „Verwirrung“ gewesen.

Quelle (Text/Foto): https://www.lifesitenews.com/news/synod-confusion-of-the-devil-archbishop-chaput