In diesem Jahr „begegnen“ sich jüdisches Passah und christliches Ostern

Diesjährig fallen das jüdische Passah bzw. Pessachfest und das christliche Auferstehungsfest in die gleiche Zeit. Scharen von Menschen strömten jetzt ins Heilige Land, Christen wie Juden. IMG_0753

Juden aus aller Welt pilgern gemäß dem alttestamentlichen Gebot zu den drei großen Festen (Pessach, Schawuot, Sukkot) nach Jerusalem, auch wenn dort heute kein Tempel mehr steht; sie versammeln sich in Häusern, beten in den Synagogen und kommen an die „Klagemauer“.

Vor dieser Westmauer versammelten sich gestern ca. 120.000 Juden, um den „Birkat-Kohanim“-Segen zu empfangen. Juden, die vom alttestamentlichen Hohenpriester Aaron abstammen, erteilten in Gebetsmänteln eingehüllt diesen traditionellen jüdischen „Priestersegen“.

Christliche Wallfahrer machen sich auf, um auf den Spuren Christi zu wandeln. Besonders am heutigen Karfreitag, den 29. März, wird es in der Jerusalemer Altstadt eng, zu Tausenden schieben sich Pilger durch die engen Gassen, denn viele Christen möchten den Leidensweg des HERRN auf der „Via Dolorosa“ selber kennenlernen.

Foto: Konrad Ruprecht  –  Quelle: http://www.israelheute.com


In Jerusalem entsteht ein Riesen-Museum über die Ursprünge des Christentums im Heiligen Land

Das Christentum gerade in Jerusalem „ins Museum zu stellen“, mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Dabei hat das „Terra Sancta Museum“ einen klaren Bezug zum aktuellen christlichen Leben im Heiligen Land – auch wenn es zunächst einmal über die Wurzeln des Christentums informiert.

Das erklärt im Interview mit Radio Vatikan der Franziskaner-Kustos Pierbattista Pizzaballa, einer der Koordinatoren des ehrgeizigen Museumsprojektes, das 2015 die Tore für das Publikum öffnet: IMG_0856

„In Jerusalem finden sich Spuren christlicher Präsenz, aber es gibt keinen Ort, an dem systematisch, von den Ursprüngen bis heute, die Geschichte der christlichen Präsenz im Heiligen Land erzählt wird.“

Diese Gesamtschau sei ein wichtiger Punkt, so der Franziskaner – wohl auch mit Blick auf die Schwächung des Christentums auf dem europäischen Kontinent und die Notwendigkeit einer Besinnung auf eigene Ursprünge:

„Der andere Grund ist der, dass wir vor allem den Pilgern, aber auch den Bürgern im Heiligen Land helfen wollen, sich den Reichtum dieser Geschichte bewusst zu machen und auch den der aktuellen Anwesenheit. Das Museum wird allen zugänglich sein: Christen, Juden und Muslimen. Das Ziel ist es, auf positive Weise und ohne Provokationen unsere Geschichte zu präsentieren, die auch die Geschichte dieses Landes ist, mit dem Wunsch, dass es ein Treffpunkt für alle wird.“

Was die Museumsanlage betrifft, sollte dieser Wunsch gut umsetzbar sein: Der 2000 Quadratmeter umfassende Komplex, der ein archäologisches, historisches und ein Multimedia-Museum einschließt, befindet sich mitten im Herzen der Jerusalemer Altstadt an der „Via Dolorosa“, am Kreuzweg Christi.

„Zu sehen ist hier die Geschichte des historischen Christentums, wie es sich in Jerusalem zu der Zeit Christi darstellte, an genau diesen Orten. Am Anfang der ,Via Dolorosa’ gibt es dann einen audiovisuellen Teil, der die Geschichte des Kreuzweges und der Grabeskirche erklärt. Der dritte Teil des Museums auf dem Gelände der Erlöserkirche hat historischen Charakter: Hier wird erzählt, wie die Kustodie der Heiligen Stätten funktionierte, angefangen von den Kreuzzügen bis heute, und wie sich die christliche Gemeinschaft in dieser Zeit entwickelte.“

Quelle: Radio Vatikan


App für Smartphones: Mit der Tourguide-App durch Jerusalem

 Das spart den Reiseführer durch die Heilige Stadt
Das israelische Außenministerium hat eine App für Smartphones entwickelt, die bei der Besichtigung der Jerusalemer Altstadt quasi den Reiseführer spart.

Die App bietet verschiedene Rundgänge an, die kostenfrei heruntergeladen werden können.

Die Rundgänge heißen z.B.  „Das jüdische Viertel“, „Via Dolorosa“, „Entlang der alten Stadtmauer“, „Jerusalem in der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels“, „Vom Zionsberg zum Jaffa-Tor“ oder „Märkte in der Altstadt“.

Heruntergeladen werden kann die App auf Englisch, Hebräisch oder Russisch unter http://bit.ly/JerusalemApp

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin