Jesajas Vision vom himmlischen Jerusalem

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes 25,6-10a:

An jenem Tag wird der HERR der Heerscharen auf diesem Berg – dem Zion – für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.
ER zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
ER beseitigt den Tod für immer. Gott, der HERR, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht.
Auf der ganzen Erde nimmt ER von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der HERR hat gesprochen.
An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, ER wird uns retten. Das ist der HERR, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.
Ja, die Hand des HERRN ruht auf diesem Berg.

Charismatiker Pete Greig (24/7-Bewegung) hält #Metoo für eine „Gebetserhörung“

Von Felizitas Küble

Wie das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „Kath.net“ am 9. Oktober berichtet, hat der anglikanische Gründer der charismatischen 24/7-Initiative, Pete Greig, anläßlich einer Konferenz in Wien erklärt, die feministisch geprägte #Metoo-Bewegung sei eine „Gebetserhörung“.

Angeblich sei die „Offenlegung des Skandals des sexuellen Missbrauchs“ durch diese #Metoo-Bewegung „in Gang gekommen“, was allerdings schon rein chronologisch nicht zutrifft.

Der freikirchliche Pastor und Familienvater wird seit vielen Jahren von katholisch-charismatischen Gruppen sowie Medjugorje-bewegten Kreisen umschwärmt, inbesondere durch die österreichische Loretto-Bewegung – gegründet von GMM (Georg Mayer Melnhof)  –  sowie dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Die Loretto-Bewegung, die zu Pfingsten jährlich ihr „Fest der Jugend“ in Salzburg mit tausenden Besuchern veranstaltet, sieht sich als Teil der 24/7-Gebetsbewegung von Pete Greig. Der pfingstlerisch-protestantische Prediger macht seit vielen Jahren durch spezielle „Visionen“ auf sich aufmerksam. Diese spielen bei den Pfingstkongressen der katholischen Loretto-Gemeinschaft seit jeher eine große Rolle.

Typisch sind hierbei charismatische Vorstellungen von einer endzeitlichen „Erweckung“. Im Festival-Heft der Loretto-Gemeinschaft wurde 2013 dazu eine “Vision” von Pete Greig präsentiert, die aus dessen Buch “Red Moon Rising” stammt.

Sein “prophetischer Traum” ist in einer dramatisch klingenden, wohl unbedingt “modern” sein wollenden Sprache formuliert, was sich aus der Eigenart des Greigschen Stils ergibt. Hier einige Abschnitte daraus:

“Die Vision ist JESUS  –  der gefährliche, unverwechselbare Jesus. Der Jesus, der dich total in Beschlag nimmt. Die Vision ist eine Armee von jungen Leuten. Du siehst Totengebeine? Ich sehe eine Armee.…Sie sind mobil wie der Wind und gehören den Nationen…Sie sind frei, und doch Sklaven der Verwundeten, Dreckigen, Sterbenden.

Die Vision ist Heiligkeit, die den Augen weh tut…Es geht um Leute, die das Spiel aufgegeben haben, nach außen hin eine weiße Weste zu haben, um Eindruck zu schinden. Es geht um Leute, die nach den Sternen greifen. Für sie ist das Gute nicht gut genug, sie strecken sich nur nach dem Besten aus.

Geradezu gefährlich reine Leute. Sie brauchen ihre geheimen Motive nicht zu verstecken, und auch nicht ihre privaten Gespräche. Es sind Leute, die andere von ihren selbstmörderischen Abenteuern weglieben, weg von ihren satanischen Spielen. Es geht um eine Armee, die ihr Leben für die große Sache lassen wird. Eine Million mal pro Tag sind ihre Soldaten bereit, eine Niederlage einzustecken, um eines großen Tages den entscheidenden Sieg zu erringen und zu hören: „Gut gemacht, ihr treuen Söhne und Töchter“.

Dabei geht es bei diesen „Abenteurern“ keineswegs nur um ein kleines Häuflein von Idealisten und Anhängern  –  nein, Greigs „Vision“ spricht euphorisch von einer „großen Masse“:

„Diese Helden sind am Montagmorgen genauso radikal wie am Sonntagabend. Sie haben es nicht nötig, sich einen großen Namen zu machen, ihre eigene Ehre zu suchen…Es geht nicht um einzelne Stars, sondern um die große Masse, die immer wieder denselben Kriegsschrei auf den Lippen hat: „Vorwärts, COME ON!“  – Und sie sind diszipliniert. Jünger, junge Leute, die ihren Körper zum Gehorsam zwingen…

Sie schauen nicht nach unten, sondern nach oben. Sieger, Märtyrer. Wer kann sie aufhalten? Können Hormone sie zurückhalten? Können Niederlagen sie entmutigen? Kann Furcht ihnen Angst einjagen, kann der Tod sie umbringen?

Ihr genetischer Code ist JESUS. Er atmet aus – sie atmen’s ein. Bei ihnen singt selbst das Unterbewusstsein. Sie hatten eine Bluttransfusion von Jesus. Ihre Worte bringen die Dämonen in den Einkaufszentren zum Schreien. Hörst du diese Armee kommen? Blast die Posaune für die Verrückten! Ruft sie zusammen, die Verlierer und Freaks.

Hier kommen sie, die Ängstlichen und Abgelehnten mit Feuer in ihren Augen. Sie laufen aufrecht, und die Bäume klatschen Beifall, die Hochhäuser verbeugen sich, die Berge erscheinen klein, verglichen mit diesen Kindern einer anderen Dimension.

Ihre Gebete mobilisieren den Himmel und wecken den alten Traum von Eden wieder auf. Und diese Vision wird wahr werden, sie wird erfüllt werden. Sie wird mit Leichtigkeit geschehen, und zwar bald. Woher ich das weiß? Weil es das Sehnen der ganzen Schöpfung ist, das Stöhnen des Geistes, der Urtraum Gottes.“

Soweit Greigs „Vision“ – sie ist nicht nur eine schwärmerische Schreiberei; sondern gehört zum theologischen Post-Millenarismus, der weder von der Hl. Schrift noch vom kirchlichen Lehramt her gedeckt ist.

Dieser chiliastische Standpunkt geht davon aus, daß durch wirkmächtige  Verkündigung und eine phänomenale Geist-Aussendung ein weltweites christliches Friedensreich entstehen wird. Christus erscheint erst danach als Weltenrichter, vorher kommt das “Millennium”, hinterher erst die Wiederkunft Christi.

Diese These, die konfessionsübergreifend in Charismatikerkreisen verbreitet ist, wird von der kath. Kirche abgelehnt, zumal sie der Heiligen Schrift widerspricht, vor allem den klaren Paulusworten in 2 Thess 2,2 ff.

Nicht „Visionen“ oder prophetische Traumwelten sind für uns Gläubige wegweisend, sondern die Ausführungen des hl. Paulus, der im 2. Brief an die Thessalonicher bereits vor „Naherwartungen“ und Endzeitschwärmerei warnte.

Der Völkerapostel verdeutlicht, daß die Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Christi keineswegs durch ein universales christliches Reich geprägt ist, sondern vielmehr durch Glaubensabfall, (un)sittlichen Niedergang und das verführerische Auftreten des Antichristen (2 Thess 2,2-9):

„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der „Tag des Herrn“ sei schon da.

Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt. (…)

Dann wird der gesetzwidrige Mensch allen sichtbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten.

Der Gesetzwidrige aber wird, wenn er kommt, die Kraft des Satans besitzen. Er wird mit großer Macht auftreten und trügerische Zeichen und Wunder vollbringen.“


„Marienbotschaft“ gratuliert Trump zur Wahl

Nichts wirkt so aktuell wie die Marienerscheinungen der jüngeren Zeit – hier werden Ereignisse der Weltpolitik direkt vom Himmel her kommentiert und dem frommen Volke unterbreitet.hl-liebe

Auch am 9. November dieses Jahres war es wieder soweit, wie wir aus „Gloria-TV“ erfahren dürfen: https://gloria.tv/article/9ZrstJRRACTB1xcDYgSjUurg3

Eine „Öffentliche Erscheinung“ mit dem visionären Ehrentitel „Maria, die Zuflucht der Heiligen Liebe“ und einem dazugehörigen Nivea-Madonnenbild begann mit einem Lächeln. Kein Wunder, ging es ihr doch um den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA.

Da jene  – von der Kirche nicht anerkannte – Privatoffenbarung an die in den USA lebende „Seherin“ Maureen Sweeney Kyle erfolgt, erschien das Thema durchaus passend und die „Madonna“, die sich ansonsten um den „Rosenkranz der Ungeborenen“ kümmert, wollte sich gerne in den Reigen der Gratulanten einreihen:

„Ich bin gekommen, um euch und eurem Land für die Wahl des nächsten Präsidenten zu gratulieren. Viele unschuldige Leben im Mutterleib werden jetzt verschont. Religiöse Freiheiten werden wieder hergestellt und bewahrt werden. Euer Höchstes Gericht wird seine Loyalität zur Verfassung beibehalten. Es werden Fortschritte gemacht, um unabhängig von ausländischem Öl zu werden. Euer Land wird seine Würde, Macht und Respekt wiedergewinnen unter Freunden und Feinden gleichermaßen. Ich bin sehr erfreut. Ich konnte euch nicht sagen, wen ihr wählen sollt. Ich konnte euch nur eure Entscheidungen verdeutlichen. Betet weiter für euren gewählten Präsidenten.”

Und weil das Thema so brennend aktuell ist, erschien die vermeintliche Himmelsmutter an diesem Tage gleich zweimal, offenbar hatte sie zuvor das „P.S.“ vergessen. Das Visions-Phänomen hatte nämlich eine bedeutsame Botschaft nachzutragen:

„Es ist wichtig zu erkennen, dass es nicht die Wahl in ein Amt ist, die die notwendigen Änderungen bringt. Es ist der Mut der gewählten Amtsperson, in Rechtschaffenheit zu führen. Ihr habt eine solche gewählt, die nicht unter politischem Druck schwanken wird. Niemand kann seine Unterstützung ‚kaufen’. Dies ist wichtig, damit ein wirklicher Wandel stattfinden kann. Ihr werdet die Rückkehr zu einer christlichen Moral in dieser Nation erleben, die die Welt sich zum Vorbild nehmen kann.“

Wenngleich unser CHRISTLICHES FORUM die in den meisten Medien übliche Polemik gegen Donald Trump nie mitgemacht hat, weshalb es beim Ausgang der Wahl hier keine Schnappatmung gab, finden wir es doch etwas gewöhnungsbedürftig, wenn uns „Offenbarungen“ des Himmels verkündet werden, die teils durch einfache Zeitungslektüre genausogut gewonnen werden können, teils auch zuviel der optimischen Zukunftsmusik sind, wenn es etwa heißt, in Amerika werde es nun „die Rückkehr zu einer christlichen Moral“ geben, welche „die Welt zum Vorbild nehmen“ könne.

Soviel Naivität paßt zum himmelblauen Aussehen der Kitschmadonna jener Erscheinung.

Hier gehts zur kirchlichen Ablehnung der „Marienvisionen“ an Maureen S. Kyle: https://charismatismus.wordpress.com/2013/01/01/dekret-von-bischof-lennon-gegen-den-visionar-entstandenen-rosenkranz-der-ungeborenen/


Visionärer „Rosenkranz zum Jesuskind“: Herkunft unklar, Inhalt fraglich bis unsinnig

Von Felizitas Küble

Während der klassische, seit Jahrhunderten bewährte Psalter (der freudenreiche, schmerzhafte und glorreiche Rosenkranz) die biblisch grundgelegten Glaubensgeheimnisse in den Mittelpunkt des Gebetes rückt, handelt es sich bei den Extra-Rosenkränzen  –  die meist auf angebliche „Visionen“ zurückgehen  –  in der Regel um fromme Verse und Anmutungen, die zwar nicht direkt unrichtig sind, aber reichlich kindlich bis fraglich; in keinem einzigen Fall erreichen sie die gehaltvolle Qualität des überlieferten Schneeflocke-DSC_0409-3Rosenkranzes.  

Ein Beispiel dafür ist auch der sogenannte „Rosenkranz zum Jesuskind“ (nicht zu verwechseln mit dem weitaus älteren Jesuskind-Rosenkranz im Zusammenhang mit der Verehrung des Prager Jesuleins).

Hier wird diese Andacht beispielsweise propagiert: http://www.rosenkranzgebete.de/jesus/rosenkranz-zum-jesuskind/herkunft-des-rosenkranzes/index.php

Dieser „Rosenkranz zum Jesuskind“ geht auf eine Sonderbotschaft zurück, wobei die visionäre Person namentlich nicht erwähnt wird. Dies allein macht schon stutzig.

Es heißt dann weiter: „Die allerheiligste Jungfrau Maria gibt diesem Rosenkranz ein Privileg:  Wer auch immer ihn in irgendeinem Bedürfnis beten wird, wird schnell erhört werden.“

Verstiegene Zusagen und Versprechungen

Diese „Verheißung“ ist nicht nur reichlich gewagt, schlichtweg verstiegen, zumal von „irgendeinem Bedürfnis“ die Rede ist. Der allmächtige Gott läßt sich nicht durch eine bestimmte Formel oder einen Sonder-Rosenkranz gleichsam zur Gebetserhöhrung „zwingen“.

Daran ändert auch folgende Hinzufügung nichts: „Das Jesuskind wirkt schnell und unverzüglich.  Nichts verweigert der himmlische Vater dem göttlichen Kind.“  – Gerade Christus selbst lehrt uns doch im Vaterunser die Bitte: „Dein Wille geschehe!“  – Gottes Wille möge also geschehen, nicht der unsrige (auch nicht unter einem scheinbar „frommen“ Mäntelchen).

Zudem heißt es, das Jesuskind habe der visionären Person gesagt: Um was du auch immer bitten wirst, werde ich dir geben – wirst du erhalten. Merke es dir!“

Abgesehen davon, daß Gott sich nicht zu widerholen braucht („werde ich dir geben, wirst du erhalten“), entspricht auch diese Zusage nicht der Haltung, wie sie Christus gelehrt und vor seinem Leiden und Sterben selber vorgelebt („Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“) hat.christus

Falschmystisches Verdrängungsprinzip

Statt der freudenreichen, schmerzhaften oder glorreichen Glaubensgeheimnisse, die wir beim „normalen“ Rosenkranz beten, soll hier die folgende Formel gesprochen werden:

„Jesuleins Herz, geboren aus der allerheiligsten Jungfrau Maria im Bethlehems Stall – segne die ganze Menschheit, erneuere ihre Herzen, umstrahle die Familien, lehre sie Gott lieben.“

Abgesehen davon, daß die Gottesmutter nicht allein „Jesuleins Herz“, sondern den ganzen Christus geboren hat, fragt man sich, warum die Gebetsbitten theologisch eher nebensächlich sind:

„Erneuere ihre Herzen“: Welche Herzen? Etwa die der „ganzen Menschheit“?

Was heißt sodann: „Umstrahle“ die Familien?  – Und warum sollen allein die Familien „Gott lieben“? 

Weshalb ist hier nirgends von Erlösung die Rede? Das wichtigste Heilsgeschehen durch Christus ist nicht der Segen oder die „Herzenserneuerung“, auch nicht das „Umstrahlen“ der Familien, sondern die Rettung der Menschen aus ihrer Verlorenheit.   media-390606-2 - Kopie

Wie so oft bei fromm klingenden  „visionären“ Botschaften wird also das Wesentliche, das Entscheidende durch etwas weniger Wichtiges oder gar Fragwürdiges  v  e  r d r ä n g t  (falschmystisches Verdrängungsprinzip).

Die angeblich „begnadete“ Person, welche diesen Extra-Rosenkranz angeblich von „oben“ erhielt, berichtet außerdem, daß der „ganze Himmel“ diesen Rosenkranz ebenfalls bete, ja sogar folgendes wird geschildert: „Das Jesuskind kniete in der Luft nieder, faltete die Händchen zum Gebet und betete zusammen mit mir den Rosenkranz.“

Dies ist offensichtlich blühender Unfug, zumal auch das Vaterunser zum Rosenkranz gehört; der Gott-Mensch hat es natürlich nicht selber gebetet, sondern seine Jünger aufgefordert: „So sollt ihr beten!“  – Wie sollte denn Christus z.B. sagen: „Vergib uns unsere Schuld“ oder „Und erlöse uns von dem Bösen“.  – ER bedarf ja keiner Erlösung, sondern ER ist selber der Erlöser.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


100.000 Israelis bei Gedenkveranstaltung für ermordeten Premier Rabin

Rivlin: „Nach der Vision der Propheten Israels voranschreiten“

Rund 100.000 Israelis haben Samstagnacht (31.10.) an einer Gedenkveranstaltung für Israels Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin teilgenommen, der vor 20 Jahren von einem jüdischen Fanatiker ermordet wurde. 1403634115528

Auf dem Tel Aviver Rabin-Platz sprachen u. a.Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton in Erinnerung an Rabin.

Präsident Rivlin sagte: „Liebe Freunde, ohne Vision, ohne Hoffnung, ohne einen Traum werden die Menschen verloren sein. Wir sind heute hier, weil wir einen Traum haben. Wir können über den Weg dahin diskutieren, aber wir träumen gemeinsam von einem Israel, das von der Gerechtigkeit angetrieben wird. Von einem Israel, das entschlossen ist, nach der Vision der Propheten Israels voranzuschreiten. Von einem Israel, in dem wir einander zuhören und lernen, einander zu respektieren, ohne Rücksicht auf Farbe, Geschlecht, Glaube oder Sprache.“

Bill Clinton sagte u. a. über Rabin: „Der Tag, an dem er getötet wurde, war wahrscheinlich der schlimmste Tag in meinen acht Jahren als Präsident.“  – Er ermutigte die Anwesenden, aktiv zu sein und Rabins Erbe fortzusetzen, indem sie einen Weg zum Frieden finden.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin


Warum diese „Vision“ von Pater Pio nicht himmlischen Ursprungs sein kann

Von Felizitas Küble

Auf der traditionsbewegten Internetseite „Katholisches.info“ erschien am 29. Oktober 2014 ein Beitrag, der von einer Jesus-Erscheinung berichtet, die der berühmte Pater Pio schon in jungen Priesterjahren erlebt haben will. christus

Sofern jene Vision überhaupt korrekt überliefert wurde, sollten wir vorweg bedenken, daß selbstverständlich auch Heilige von unechten „Erscheinungen“ und „Offenbarungen“ genarrt werden können, denn Heiligkeit beinhaltet durchaus nicht Vollkommenheit oder gar Allwissenheit.

Zudem bedeutet eine Heiligsprechung keineswegs, daß das betreffende Vorbild immer schon heilig war und lebte, sondern daß jene Persönlichkeit zum Zeitpunkt des Todes einen heiligmäßigen, sog. „heroischen“ bzw. heldenhaften Tugendgrad erreicht hat.

Es ist in der Religionswissenschaft seit langem bekannt, daß sich sogar große Heilige hinsichtlich scheinbar „übernatürlicher“ Erfahrungen geirrt haben; bedenken wir zB. jene Marienerscheinung der hl. Kirchenlehrerin Katharina von Siena, bei der die seligste Jungfrau ihr erklärt haben soll, daß sie keineswegs unbefleckt empfangen worden sei. (Der Glaubenssatz von Mariens makelloser Empfängnis war damals im Hochmittelalter noch kein Dogma, sondern wurde unter Theologen kontrovers diskutiert.)

Warum sollte es nun bei Pater Pio nicht ebenfalls Visionen gegeben können, zumal in noch recht jungen Jahren, die offensichtlich nicht übernatürlichen Ursprungs sind?

Gerade die nun von „Katholisches.info“  –  freilich völlig unkritisch präsentierte  – „Jesus-Erscheinung“ enthält zahlreiche typische Merkmal der Falschmystik, was in diesem Fall zudem bereits auf den ersten Blick erkennbar ist.

Doch zunächst zum Bericht von „Katholisches.info“. Dort wird jene Erscheinung als „prophetische Schau des hl. Pater Pio“ gewürdigt und folgendermaßen eingeleitet:

„In unserer Zeit der Verwirrung, der Mystifizierungen, des Betrugs und des Irrtums, zu denen auch falsche „Propheten“ und eine falsche Flucht in zweifelhafte Prophezeiungen gehören, ist es besonders interessant, zu lesen, was der Heilige Pater Pio von Pietrelcina am 7. April 1913 seinem Beichtvater Pater Agostino schrieb. In diesem unter Leiden zustandegekommenen Brief beschreibt der Heilige eine Erscheinung, die er hatte.“

Zunächst hat die Redaktion natürlich recht, wenn sie allgemein vor falschen Propheten und „zweifelhaften Prophezeiungen“ warnt. Merkwürdig aber, wenn diese nüchterne Vorsicht gänzlich unterbleibt, sobald es um Pater Pio und jene Erscheinung geht, welche dieses Traditionsportal so blauäugig präsentiert.

Nachfolgend zitieren wir diese „Offenbarung“ Stück für Stück und kommentieren sie jeweils nach einem entsprechenden Abschnitt:

„Am Freitag morgen war ich noch im Bett, als mir Jesus erschien. Er war völlig entstellt und mitgenommen. Er zeigte mir eine große Zahl von Ordens- und Weltpriestern, unter ihnen hohe kirchliche Würdenträger. Ein Teil zelebrierte, ein Teil weigerte sich und ein anderer Teil legte die heiligen Gewänder ab.“

Warum ist Christus dem Geistlichen denn erschienen, als dieser noch im Bette lag?  –  Ist eine liegende Haltung wohl die passende dafür?  – Kann man sich liegend im Bett ohne weiteres hinknieen, um Christus anzubeten?  chrkn

Sodann: Warum war unser HERR denn „völlig entstellt und mitgenommen“?  Was heißt „entstellt“ angesichts der Tatsache, daß Christus GOTT ist, daß er im Himmel als der auferstandene und verklärte König des Himmels regiert, der zur Rechten des Vaters sitzt und wiederkommen wird in Herrlichkeit?!

„Der Anblick Jesu im Seinem Leiden betrübte mich sehr, weshalb ich Ihn nach dem Grund Seines Leidens fragen wollte. Ich erhielt keine Antwort. Sein Blick richtete sich jedoch erneut auf jene Priester. Doch kurz darauf wandte Er geradezu entsetzt Seinen Blick ab und richtete ihn zu meinem großen Entsetzen auf mich. Ich sah zwei große Tränen, die über Seine Wangen flossen. Er entfernte sich von den betrübenden Priestern mit einem Ausdruck der Abscheu auf seinem Gesicht und rief: „Metzger!“.“

Die Heilige Schrift verheißt uns, daß es im Himmel keine Tränen mehr gibt, keine Leiden und keinen Schmerz, sondern vollkommene Glückseligkeit in der Gottes- und Nächstenliebe. Wenn dies schon die geretteten Menschen dieses unendliche Glück so freudenreich erleben dürfen, um wieviel mehr gilt dies dann für GOTT selbst in seinem Sohn Jesus Christus!

Warum sollte unser göttlicher Erlöser jene Priester auf Erden, die nicht nach seinem Willen leben, als „Metzger“ bezeichnen? –  Eine völlig unsinnige Vorstellung, sowohl inhaltlich wie sprachlich!

„An mich gewandt sagte er: „Mein Sohn, glaube nicht, mein Todesleiden dauerte drei Stunden, nein; ich werde wegen der von mir besonders begünstigten Seelen bis zum Ende der Welt im Todesleiden sein. Während der Zeit meiner Agonie, mein Sohn, soll man nicht schlafen.“

Christus hat sein Heilsopfer ein für allemal auf Golgotha vollzogen; daher dauert sein „Todesleiden“ keineswegs an. Auch die heilige Messe ist keine Wiederholung des Kreuzesopfers, sondern die sakramentale Vergegenwärtigung dieses  e i n e n  einzigen Opfers auf Golgotha!

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Daß Jesus angeblich deshalb „bis zum Ende der Welt im Todesleiden“ lebt wegen der von ihm „besonders begünstigten Seelen“, ist theologisch kompletter Unfug.

„Meine Seele ist auf der Suche nach einem Tropfen menschlicher Ehrfurcht und des Mitleids, aber sie lassen mich allein in ihrer Gleichgültigkeit. Der Undank und der Schlaf meiner Priester verstärken meine Agonie. Wie schlecht erwidern sie doch meine Liebe! Was mich am meisten betrübt ist, daß sie zu ihrer Gleichgültigkeit noch ihre Verachtung und ihre Ungläubigkeit hinzufügen.“

Diese „schmachtenden Seufzer“ nach menschlichem Mitleid etc. sind des göttlichen Erlösers unwürdig und können daher nicht von IHM stammen, ebensowenig der offensichtlich unzutreffende, weil verallgemeinernde Satz: „Der Undank und der Schlaf meiner Priester….“  – Es müßte dann vielmehr heißen: „Eines Teils meiner Priester“.

„Wie viele Male war ich drauf und dran sie dahinzuraffen, wäre ich nicht durch die Engel und die mich liebenden Seelen zurückgehalten worden … Schreib Deinem [Beicht]Vater und berichte ihm, was Du an diesem Morgen von mir gesehen und gehört hast. Sag ihm, er soll Dein Schreiben dem Vater Provinzial zeigen …“

Eine geradezu lächerliche Vorstellung, daß der himmlische Heiland „viele Male drauf und dran“ (!) war, die unwürdigen Priester „dahinzuraffen“ (!)  – und daß sein Zorn von „liebenden Seelen“ und Engeln „zurückgehalten“ wurde. Welch ein primitives Bild wird hier vom göttlichen Erlöser gezeichnet, der sich noch dazu als GOTT angeblich von Geschöpfen (!)  – nämlich frommen Seelen und Engeln  – in seinem Verhalten leiten und lenken läßt.

Zudem entsteht der Eindruck, als würden diese Geschöpfe eine Art „Mittler-Funktion“ zwischen dem Zornes-Jesus und uns sündigen Menschen einnehmen. In Wahrheit ist aber Christus selbst der Mittler zwischen dem himmlischen Vater und der ohne IHN verlorenen Menschheit.

„Jesus fügte noch anderes hinzu, aber das, was Er sagte, werde ich nie irgendeinem Geschöpf in dieser Welt enthüllen können. Diese Erscheinung verursachte mir solche Schmerzen im Körper, aber mehr noch in der Seele, daß ich den ganzen Tag liegenbleiben mußte und gedacht hätte, sterben zu müssen, wenn der süßeste Jesus mir nicht bereits enthüllt hätte.“

Das Christentum bietet keine „Geheimlehre“; es ist keine „Mysterienreligion“ für höher Eingeweihte und besonders „Erleuchtete“, sondern gründet auf einer klaren, für jedermann verständlichen Verkündigung.  Warum sollte nun Christus einem jungen Geistlichen rätselhafte Geheimnisse mitteilen, die der Priester „nie irgendeinem Geschöpf in dieser Welt enthüllen“ kann?

Fragen über Fragen, die aber eines enthüllen –  und das ist sicher kein Geheimnis: Diese Jesus-Erscheinung kann schon aus einfachen theologischen Gründen nicht vom Himmel selbst bewirkt sein.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


MEDJUGORJE alle Jahre wieder: Weihnachts-Botschaft für den „Seher“ Jakov Colo

Von Felizitas Küble

Im kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) war am Weihnachtsfest wieder die jährliche Sonder-Vision für den jüngsten Visionär aus der Seherschar angesagt: Jakov Colo.   275_0

Die Erscheinung der „Madonna“ begann um 15.07 Uhr und dauerte 8 Minuten, wie der aktuelle Medju-Newsletter mitteilt.

Am 12. September 1998 endeten die täglichen Erscheinungen bei Jakov nach über 17 Jahren. Seit damals erhält er nur noch einmal jährlich eine Erscheinung  –  und zwar jeweils am 25. Dezember.

Diesmal lautet die „himmlische“ Botschaft folgendermaßen:

„Meine lieben Kinder, Jesus möchte heute auf besondere Weise in jedem eurer Herzen wohnhaft werden und Er möchte jede eurer Freuden und euren Schmerz mit euch teilen. Deshalb, meine lieben Kinder, schaut heute auf besondere Weise in eure Herzen und fragt euch, ob der Frieden und die Freude über die Geburt Jesu wahrhaftig eure Herzen vereinnahmt haben. top8_003

Meine lieben Kinder, lebt nicht in der Finsternis, sehnt euch nach dem Licht und nach dem Heil Gottes. Kinder, entscheidet euch für Jesus und schenkt Ihm euer Leben und eure Herzen, denn nur so wird der Allerhöchste in und durch euch wirken können.“

Wir lesen wieder den üblichen Medju-Unsinn, der sich seit über 32 Jahren im Kreise dreht:

Christus will keineswegs in unseren Herzen wohnen, um „jede Freude und jeden Schmerz“ mit uns zu „teilen“, sondern um uns im Kampf gegen die Sünde zu stärken und uns helfende Gnaden zu schenken, damit wir in der Liebe zu Gott und zum Nächsten wachsen und die Gebote Gottes einhalten.

Wenn es nach Jahrzehnten immer noch nötig ist, die „lieben Kinder“ (wer immer damit gemeint sein mag) zu einer Entscheidung für Jesus aufzufordern und an sie zu appellieren: „Lebt nicht in der Finsternis“ (tun sie das also?), dann zeigt dies einmal mehr, daß man dort logisch und theologisch wohl noch am ABC herumbastelt.