Jungfrau Maria oder „Frau aller Völker“?

Von Felizitas Küble

Unter Berufung auf die Amsterdamer Marienerscheinungen der „Frau aller Völker“ wird seit Jahrzehnten folgendes „Gebet“ verbreitet:beten

Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters,
sende jetzt deinen Geist über die Erde.
Lass den Heiligen Geist wohnen in den Herzen aller Völker,
damit sie bewahrt bleiben vor Verfall , Unheil und Krieg.
Möge die Frau aller Völker, die einst Maria war,
unsere Fürsprecherin sein. Amen.“

Obwohl jene anstößige Formel „…die einst Maria war….“ schon früh zu kritischen Rückfragen führte, blieb die „Seherin“ Ida Peerdemann hartnäckig dabei mit der Begründung, die „Frau aller Völker“ wünsche diese Anrufung ausdrücklich so und nicht anders.

Jene Erscheinung erklärte zB. am 2.7.1951: „Die „einst Maria war“ bedeutet: Viele Menschen haben Maria als Maria gekannt. Nun aber will ich in diesem neuen Zeitabschnitt, der anbricht, die Frau aller Völker sein.“  – Hier meldet sich eine sehr eigenwillige „Maria“ zu Wort („nun aber will ich…“). Im Evangelium weht uns ein anderer Ton entgegen: „Magd des HERRN“, „Was ER euch sagt, das tut“ usw.

Der Vatikan hat vor einigen Jahren die „Notbremse“ gezogen und diese Anrufung an einer entscheidenden Stelle korrigiert: es muß nunmehr heißen „Möge die selige Jungfrau Maria, um als kirchlich erlaubt zu gelten. Foto: Dr. F. Pelz

Viele Amsterdam-Fans stört das wenig, sie bleiben beharrlich bei der „alten“ Formel oder verwenden eine alt-neue Version, die im Grunde fast noch absonderlicher ist  –  z.B. diese: „….Möge die Frau aller Völker, die einst die selige Jungfrau Maria war…“

Das ist besonders schräg daneben – soll Maria jetzt etwa nicht mehr die selige JUNGFRAU sein…?! War sie „einst“ Jungfrau – und jetzt ist sie die „Frau“ aller Völker…? – Ist sie im Himmel keine Jungfrau mehr?!

Man stellt sich ohnehin die Frage, ob es bei der Propagierung des neuen Titels „Frau aller Völker“ letzten Endes auf listige Weise darum geht, den so wesentlichen Titel JUNGFRAU für Maria zu verdrängen  – aber nicht, indem er direkt geleugnet wird, sondern auf scheinbar fromme Art, indem er nämlich durch einen wohlklingenden anderen Begriff ersetzt wird, der aber theologisch banal ist.

Oder welche theologische Weisheit steckt hinter der Anrufung „Frau aller Völker“? Oder geht es womöglich gar um heidnische Anklänge, um eine Art Halbgöttin, eine mythische Symbolfigur? Diese Frage ergibt sich auch angesichts der äußerst problematischen Tatsache, daß sich diese Erscheinungs-Maria direkt vor das Kreuz Christi stellt, so daß man unseren Erlöser nicht mehr sehen kann!

Grundsätzlich gilt bei irrgeistigen Phänomenen das Verdrängungs-Prinzip, daß etwas sehr Gutes durch etwas weniger Gutes oder Fragwürdiges auf raffinierte Weise ersetzt wird, so daß es den meisten Leuten nicht einmal auffällt.

Abgesehen von diesem dicken Brocken gibt es zu diesem „Gebet“ weitere kritische Rückfragen:

1. Was bedeutet: „Sende jetzt Deinen Geist über die Erde“?  –  War dies nicht bereits zu Pfingsten der Fall?  – Und was heißt „über die Erde“?  Warum nicht „über die Christgläubigen“?!  –   Oder soll der Himmel dazu aufgefordert werden, seinen Heiligen Geist unterschiedslos auf alle Erdenbewohner „abzusenden“?!  –  Ist der Glaube an Christus keine Voraussetzung mehr? Von der Taufe ganz zu schweigen!131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

2. „Lass den Heiligen Geist wohnen in den Herzen aller Völker“  – Haben die Völker jeweils ein „Herz“?  Der einzelne Mensch verfügt über ein Herz, aber doch nicht die Nationen. 

3. „…damit sie bewahrt bleiben vor Verfall, Unheil und Krieg.“  –  In der Heiligen Schrift heißt es: „Die Sünde ist der Völker Verderben.“ (AT, Spr 14,34) Aber im Amsterdamer Gebet ist von „Verfall“ die Rede, was immer das heißen mag  – von „Unheil“ und von „Krieg“  –  aber nicht mit einem einzigen Wort von Schuld oder Sünde!   

Jeder Liberalist, Atheist, Humanist, Agnostiker oder sonstige Freidenker könnte im Grunde dasselbe unterschreiben, nämlich daß die Völker bewahrt bleiben mögen vor…. –  siehe Amsterdam!  Um sich diese netten Floskeln auf die Fahnen zu schreiben, bedarf es keines christlichen Glaubens.

Ganz anders steht es mit einem Gebet wie das von Christus gelehrte Vaterunser: „….Geheiligt werde DEIN NAME….DEIN WILLE geschehe!….Vergib uns UNSERE SCHULD…“

Das Vaterunser könnte ein ungläubiger „Humanist“ eben  n i c h t  unterschreiben.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster

Nähere Infos über die kirchliche Stellung zu „Amsterdam“ hier von Frau Hildegard Alles im „Theologischen“: http://de.gloria.tv/?media=24933

Marien-Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Privatoffenbarungen sind weder eine Basis noch ein Stützpfeiler des Glaubens

Von Felizitas Küble

Wie Radio Vatikan kürzlich mitteilte, hat Papst Franziskus den polnischen Erzbischof von Warschau, Henryk Hoser, zu seinem Sonderbeauftragten für den umstrittenen Erscheinungsort Medjugorje ernannt.

Papst Franziskus, so heißt es weiter, wolle auf diesem Wege Genaueres über die pastorale Situation und die Bedürfnisse der Pilger erfahren.Foto Michaela Koller

In Medjugorje soll nach Seherangaben seit über 35 Jahren die Gottesmutter erscheinen, einigen Visionären sogar täglich. Die zuständigen Ortsbischöfe von Mostar (zunächt Zanic, dann sein Nachfolger Peric) äußern sich ablehnend über die Echtheit der Phänomene, die jugoslawische Bischofskonferenz gab sich in den 80er Jahren mehrfach zurückhaltend-distanziert  —  und der Vatikan errichtete eine Untersuchungskommission, die der Glaubenskongregation zuarbeitet, weil dieses Gremium (nach dem jeweiligen Diözesanbischof) für die Beurteilung von Privatoffenbarungen zuständig ist.

Doch welchen Stellenwert haben kirchlich genehmigte Erscheinungen in der katholischen Kirche?

Warum spricht man von ‪„Privatoffenbarungen“, obwohl sich viele Botschaften nicht nur an einzelne Personen oder Zielgruppen richten, sondern an die ganze Kirche, so etwa in Lourdes oder Fatima?

Der Ausdruck ‪„Privatoffenbarungen“ bezieht sich nicht auf den jeweiligen Empfängerkreis, sondern auf die geringe Verbindlichkeit von Erscheinungen im Vergleich zur amtlichen bzw. ‪„öffentlichen“ Offenbarung.

Bibel und Tradition bezeugen die Offenbarung Gottes

Darunter versteht die kath. Kirche die Offenbarung Gottes, die in der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition bezeugt wird. Über die Reinerhaltung und Bewahrung dieser Offenbarung Gottes wacht das kirchliche Lehramt. Der katholische Glaube beruht gleichsam auf einem einzigen Fundament (Offenbarung Gottes), zwei Säulen (Bnikolausibel, Überlieferung) und einem schützenden Dach, dem Lehramt der Kirche.

Privatoffenbarungen sind weder eine Basis noch ein Stützpfeiler des Glaubens, denn die göttliche Offenbarung ist laut katholischer Lehre mit dem Tod des letzten Apostels bzw. dem Ende der apostolischen Zeit abgeschlossen.

Es handelt sich bei dieser Aussage um ein Axiom, also eine Denkvoraussetzung und Grundlegung für weitere Lehrsätze. Erscheinungen und Visionen sind daher nicht verbindlich für die Gläubigen, auch dann nicht, wenn sie die kirchliche Approbation erhalten haben.

Approbation bedeutet Genehmigung oder Erlaubnis

Der deutsche Begriff ‪„Anerkennung‪“ wirkt etwas mißverständlich, weil er leicht den Eindruck erwecken könnte, als würde die Kirche mit einer ‪„Anerkennung“ die übernatürliche Herkunft der betreffenden Privatoffenbarung bestätigen. Das tut sie aber keineswegs. Vielmehr geht es bei einer Approbation — also einer Erlaubnis, Genehmigung, Billigung — um die Feststellung, daß der Inhalt jener ‪„Botschaft‪“ nicht dem Glauben der Kirche widerspricht, weshalb es dem Katholiken ‪„gestattet“ ist, dem Geschehen seine Zustimmung zu schenken.

Freilich soll dies ohne jeden Fanatismus geschehen, weshalb Papst em. Benedikt das Kirchenvolk in seinem Apostolischen Schreiben ‪„Verbum Domini“ ermahnte, einen solchen Glauben in einer ‪„klugen Weise“ auszuüben, denn auch eine kirchlich genehmigte Erscheinung ist kein ‪„fünftes Evangelium“.

Foto: Radio VatikanZudem heißt es in ‪„Verbum Domini“ grundsätzlich über die göttliche Offenbarung:

„Der Wert der Privatoffenbarungen ist wesentlich unterschieden von der einer öffentlichen Offenbarung: Diese fordert unseren Glauben an, denn in ihr spricht durch Menschenworte und durch die Vermittlung der lebendigen Gemeinschaft der Kirche hindurch Gott selbst zu uns….Die Privatoffenbarung ist eine Hilfe zu diesem Glauben, und sie erweist sich gerade dadurch als glaubwürdig, dass sie auf die eine öffentliche Offenbarung verweist…Eine Privatoffenbarung kann neue Akzente setzen, neue Weisen der Frömmigkeit herausstellen oder alte vertiefen.“

Papst Benedikt erklärte in seinem Apostolischen Schreiben ebenfalls, was eine Approbation wirklich beinhaltet:

„Die kirchliche Approbation einer Privatoffenbarung zeigt daher im wesentlichen an, dass die entsprechende Botschaft nichts enthält, was dem Glauben und den guten Sitten entgegensteht; es ist erlaubt, sie zu veröffentlichen, und den Gläubigen ist es gestattet, ihr in kluger Weise ihre Zustimmung zu schenken.“

„Nichts anderes als eine Erlaubnis zur Veröffentlichung“

Diesen bewährten kirchlichen Standpunkt erwähnte bereits Kardinal Prosper Lambertini, der spätere Papst Benedikt XIV., in seinem 1734 – 1738 erschienenen Klassiker über die Selig- und Heiligsprechungen:media-377708-2

„Man muss wissen, dass diese Billigung (von Visionen und Offenbarungen) nichts anderes ist als eine Erlaubnis …, sie nach reiflicher Überprüfung zu Belehrung und Nutzen der Gläubigen zu veröffentlichen.‪“

Im Unterschied zu den unfehlbaren „Offenbarungen, wie sie den Aposteln und Propheten zuteil wurden“, besitzen die späteren, von der Kirche genehmigten Privatoffenbarungen lediglich einen Wahrscheinlichkeits-Charakter.

Der katholische Dogmatiker Prof. Dr. Joseph Schumacher (siehe Foto) erläutert ebenfalls, daß Privatoffenbarungen von der Kirche ‪„niemals als Gegenstand allgemeiner Glaubenspflicht‪“ vorgelegt werden.

Keine Glaubensverpflichtung für Katholiken

Ihre kirchliche Approbation besage nur, dass in den Botschaften nichts zu finden ist, was dem Glauben und der Sitte widerspreche, daß sie daher veröffentlicht und geglaubt werden dürfen; ihre übernatürliche Verursachung wird nicht sicher gelehrt, sondern vernünftigerweise („fide humana“) angenommen, schreibt der Freiburger Theologe Joseph-Schumacherdazu.

Er fährt fort: ‪„Die Approbation gehört nicht in den Bereich des Lehramtes, sondern des Hirtenamtes. Daher sind auch approbierte Privatoffenbarungen für die Gläubigen nicht verpflichtend. Die Kirche könnte sie gar nicht verpflichtend machen, selbst wenn sie es wollte, denn ihre Unfehlbarkeit bezieht sich nur auf die Bewahrung und Interpretation der öffentlichen Offenbarung.“

Aus diesem Grunde ist es Katholiken gestattet, kirchlich ‪„anerkannte“  bzw. approbierte Erscheinungen sachkritisch zu bewerten, freilich soll dies ohne Polemik erfolgen. Prof. Schumacher dazu: ‪„Maßvolle Kritik an den Privatoffenbarungen und ihre begründete Ablehnung sind möglich und durchaus mit dem Glauben zu vereinbaren, wenn sie nur mit der gebotenen Bescheidenheit, vernünftig und ohne Mißachtung vorgetragen werden.“

Weitere ausführliche Hinweise zu diesem Themenfeld bietet Joseph Schumacher in seiner Neuerscheinung ‪„Die Mystik im Christentum und in den nichtchristilchen Religionen“ (Patrimonium-Verlag 2016).

Erstveröffentlichung des Artikels durch die internationale katholische Nachrichtenagentur ZENIT: https://de.zenit.org/articles/welchen-stellenwert-haben-privatoffenbarungen-in-der-katholischen-kirche/


Medjugorje: „Maria“ wünscht Gebete, die ihr Herz mit Rosenduft erfüllen…

Von  Felizitas Küble

Die Visionärin Mirjana Dragicevic-Soldo gehört zur Seher(innen)schar von Medjugorje, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in Bosnien-Herzegowina. Dort soll es seit über 35 Jahren „Offenbarungen“ der Gottesmutter geben, teilweise sogar täglich.  media-372515-2

Die erwähnte Mirjana erhält stets an jedem 2. Tag des Monats eine Marienvision, die als „Privatbotschaft“ bezeichnet wird, weil sie sich vor allem an die Seherin und die Anwesenden richtet, wobei die Worte der „Madonna“ gleichwohl veröffentlicht werden. 

In der jüngsten Botschaft vom 2. Januar 2017 heißt es beispielsweise:

„Liebe Kinder! Mein Sohn war die Quelle der Liebe und des Lichts als Er auf der Erde zu dem Volk aller Völker sprach. Ihr müsst klein sein. Ihr müsst euch kleiner machen als die anderen, euch mit Hilfe des Glaubens mit Seiner Liebe erfüllen. Kein einziger Mensch auf der Erde kann ohne Glauben wunderbare Erfahrungen erleben.

Meine Kinder, verschwendet keine Zeit, Fragen zu stellen, auf die ihr nie eine Antwort bekommt. Am Ende eures irdischen Weges wird der himmlische Vater sie euch geben.

Euch, meine Apostel, ersuche ich um eure Rosen des Gebetes, die Werke der Liebe sein sollen. Das sind für mein mütterliches Herz die liebsten Gebete.

Daher, meine Apostel, liebt einander immer und über allem liebt meinen Sohn. Dies ist der einzige Weg zum Heil, zum ewigen Leben. Das ist mein allerliebstes Gebet, das mein Herz mit dem schönsten Rosenduft erfüllt.“

(Vollständiger Text hier: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6721092/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b)

Typisch für Medjugorje ist die ständige Gefühlsduselei und das Reden von „wunderbaren Erfahrungen“, die nur durch den Glauben möglich seien. Nirgendwo können wir in der Heiligen Schrift lesen, daß dergleichen das Fundament und Ziel unseres Glauben ist. Es geht um die Gottes- und Nächstenliebe, die Nachfolge Christi und den Glaubensgehorsam gegenüber Gott und seinen Geboten. „Wunderbare Erfahrungen“ sind eine schöne Sache  –  und gleichzeitig Nebensache.

Einerseits fällt also der emotionale Ton auf, andererseits auch eine gewisse Schnoddrigkeit („verschwendet keine Zeit, Fragen zu stellen…“), wenn es darum geht, den Glauben auch von der christlichen Vernunft her zu beleuchten. Dies ist offenbar nicht erwünscht.

Die in Medjugorje übliche Schmalspur-Theologie (nach der Devise: je dummer, desto frommer) wird dann gekrönt mit solchen Weisheiten wie dem „allerliebsten“ Gebet, das der Madonna Herz mit dem „schönsten Rosenduft erfüllt“.

Soviel Kitsch kann nie vom Himmel stammen!


Kardinal Müller: Gläubige sollen kirchlichen Medjugorje-Entscheid abwarten

Wie das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „Kath.net“ am 17.11.2016 berichtet, hat Glaubenspräfekt Gerhard Müller die Gläubigen aufgefordert, in puncto Medjugorje auf eine Entscheidung der Weltkirche – also des Vatikan – zu warten.

Die erwähnte Erscheinungssstätte befindet sich in Bosnien-Herzegowina; dort ist seit 1981 von weit über 40.000 Marienvisionen die Rede, welche sich an ein halbes Dutzend Seher/innen gerichtet haben sollen. Bischof Gerhard Ludwig Müller Internet

Kurienkardinal Müller (siehe Foto) stellte kürzlich in einem Interview klar, daß die katholische Marienverehrung „nicht an Erscheinungen und Offenbarungen“ hänge. Vielmehr beruhe der kirchliche Marienglaube in ihrer Jungfräulichkeit und Gottesmutterschaft, ihrer makellosen Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele.  

Wie man sich vorstellen kann, herrscht in den Leserkommentaren auf „kath.net“ nicht gerade eitel Freude über diese Aussagen des Präfekten der Glaubenskongregation, der sich bereits in der Vergangenheit eher skeptisch zur Causa Medjugorje geäußert hat.

Ein Leser schreibt dort ganz klar, seine Marienverehrung hänge sehr wohl an Medjugorje, weil er sich dort bekehrt habe – andere Leser bringen zwar Einwände gegen Müllers Feststellung, akzeptieren sie aber unterm Strich doch mehr oder weniger.

Ein Medjugorje-Pilger stimmt ihm freilich direkt zu: „Was Kardinal Müller meint, ist sicherlich auch, dass man seinen Glauben nicht (praktisch) nur an Medjugorje festmachen soll. Ich war selbst etwa 1987 dort und habe ambivalentes erlebt, ebenso ging es meiner Mutter. Seitdem freut es mich zwar, zu hören, wie viele dort zum Glauben gefunden haben, halte mich aber ansonsten an das Bewährte – gerade in diesen unruhigen Zeiten…“

Foto: Bistum Regensburg


Esoterische Umarmung: Amsterdam, Medjugorje und die „Meister der Weisheit“

Von Felizitas Küble

Der Philosoph und Esoteriker Dr. Heinz Kuhberg aus Nordenau (Sauerland), der sich als „Katholik und Christ“ bezeichnet, schildert begeistert die „globale Wunderlogik“, die er seit Jahrzehnten beobachtet und in diesem 250 Seiten umfassenden Buch zusammenträgt, das im Jahr 2001 im Silberschnur-Verlag erschienen ist. titelbiild

„Die Zeichen mehren sich“, so lautet der bezeichnende Titel, der auf dem Cover ein wundersames „Lichtkreuz“ zeigt, das weltweit immer häufiger bemerkt werde, wie der Verfasser beschreibt.

Der Autor ist Anhänger einer gnostischen Jesus(irr)lehre, wie sie in einigen apokryphen Schriften aus den ersten christlichen Jahrhunderten grundgelegt wurde. (Apokryphen wurden von der Kirche bewußt nicht in den biblischen Kanon aufgenommen, gehören also nicht zur Sammlung neutestamentlicher Schriften.)

Laut jener Gnosis ist Jesus nicht wahrhaftig „ins  Fleisch gekommen“, sondern er lebte auf Erden als Geistwesen  –  nur mit einem Schein-Leib bzw. astralen (feinstofflichen) Körper umhüllt. (Diese häretische Auffassung nennt man kirchlicherseits den „Doketismus“.)  Zu eben diesem Doketismus bekennt sich der Verfasser ausdrücklich (S. 206 – 207).

Dr. Kuhberg listet über hunderten von Seiten die zunehmenden Zeichen und Wunder auf, die sich häufig als „Jesus-Visionen“ oder „Marienerscheinungen“ manifestieren würden.

Die „Meister der Weisheit“ vereinigen die Religionen

Dabei ist er sich zusammen mit dem von ihm vielgelobten britischen Esoteriker Benjamin Creme darüber einig, daß es sich bei diesen Phänomenen in Wahrheit um das Kommen von „Meistern der Weisheit“ handelt, welche als „Lehrer der Menschheit“ auftreten, um ein globales „Friedensreich“ einzuläuten und alle Religionen unter „Maitreya“ zu vereinigen. madonna-medj

Jener „Matreja“ wird als eine Art friedensstiftender Allerwelts-Messias angepriesen, in welchem das Gute aus allen Religionen vereint sei. Dieser „Christus“ sei wie einst der sog. „Meister Jesus“ kein Gott, aber eine überirdische „Wesenheit“.  Soweit dieser typisch esoterische Irrglaube.

BILD: Vielgerühmtes „Wunderfoto“ aus dem Fankreis von Medjugorje  –  Näheres dazu HIER)

Aber nun wird es aufschlußreich:

Der Autor erläutert an zahlreichen Stellen seines Buches, daß die wichtigsten himmlischen „Meister“ folgende drei sind:
1. der „Jesus-Meister“ (im Sinne der oben erwähnten Gnosis)
2. Maitreya – der Allround-Messias für unsere Zeit
3. Zudem jener Meister, „der einst die Mutter Jesu war
(vgl. z.B. S. 233).  Auf diesen Ex-Maria-Lehrer werden die weltweiten Marienerscheinungen zurückgeführt und als wunderbare Manifestation jenes „Menschheitslehrers“ beschrieben.

Dabei erwähnt der Verfasser die Zeitschrift „Share“ des Esoterikers Creme sehr häufig – und er fügt hinzu, daß in diesem seit 1982 erscheinenden Blatt nur solche Wunder-Berichte aufgelistet werden, in denen „die drei Meister ihre „Visitenkarte“ gezeigt haben“. (S. 233).

Der gnostische Meister, „der einst Maria war“

Jener Meister, der „einst die Mutter Jesu war“, erinnert freilich sogleich an die „Erscheinungen“ der sogenannten „Frau aller Völker“ in Amsterdam, die sich dort eben als jene vorstellte, die „einst Maria war“.

Die von der Amsterdam-Vision verlangte Anrufung zur „Frau aller Völker“ enthält jenen Satz („die einst Maria war“), den der Vatikan jedoch kirchlich verboten bzw. umformuliert hat („die selige Jungfrau Maria“).

Mindestens ebenso aufschlußreich sind allerdings die Bezüge zu Medjugorje, das in diesem Buch ebenfalls mehrfach positiv erwähnt wird.

Esoteriker Peterson „tief beeindruckt“ von Medjugorjemedia-372515-2

So heißt es auf S. 158 über Wayne Peterson, einen US-amerikanischen Diplomaten, dem sowohl der Maria-Meister wie auch „Maitreya“ erschienen seien, daß er sich zu einer Fahrt nach Medjugorje entschlossen habe, nachdem er von den dortigen Marienerscheinungen hörte:

„Was er dort erlebte, beeindruckte ihn tief. Aber erstaunt war er, als er mehrere Personen traf, die über Maitreya Bescheid wußten. Das war noch vor 1988. Und sie sagten ihm: Wenn Sie wissen, daß Maitreya der Christus ist, kennen Sie das letzte Geheimnis. Er traf auch eine Person, der die Maria eine Vision gegeben hatte. Und Maria sagte ihr, sie solle das Geheimnis über Maitreya noch für sich behalten.“

Ähnlich heißt es auf S. 208 erneut über Medjugorje als einem „Ort zahlreicher Marienwunder“: „Und dort erfuhr er: „Wenn Sie wissen, dass Maitreya der Christus ist, dann kennen Sie das letzte Geheimnis.“

Bereits vier Jahre nach dem Beginn der Medjugorje-Erscheinungen wurden die dortigen Ereignisse in „Share International“ von Benjamin Creme unter dem Titel „The Madonna von Medjugorje“ positiv gewürdigt: http://www.diewunderseite.de/marienerscheinungen/madonna_of_medjugorje.htm

So  kommt zusammen, was zusammengehört!

PS: Wie beliebt diverse Marienerscheinungen, vor allem aber Medjugorje, gerade bei Esoterikern sind, zeigt zB. diese Verkaufsseite mit „heiligem Wasser“ aus Medju, das als Glasfläschchen für sage und schreibe 90 Schweizer Franken verkauft wird: http://www.esoterik-versand.ch/amulett-heiliges-wasser-medjugorje-p-9348.html

Auch auf diesem esoterischen Blog (der sich mit „katholischen“ Inhalten bzw. Charismatischem und Wundergläubigem vermischt) wird für Medjugorje geworben, das Wasser von dort als „Licht-Wasser“ und „Gnaden-Wasser“ bezeichnet, ihm wundersame Wirkungen zugesprochen und die dortigen „Botschaften“ empfohlen: http://www.licht-farben.ch/sichtbares-unsichtbares.htm

 


Visionärer Endzeit-Rosenkranz zu teils unbekannten „Engeln“ mit 21 Verheißungen

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten wird das fromme katholische Volk mit einer wahren Flut von Sonder-Rosenkränzen „beglückt“ bzw. verführt, die den überlieferten und bewährten Rosenkranz verdrängen, in dem die Heilsgeheimnisse des Evangeliums im Mittelpunkt stehen.  rosa-mystica6

Hingegen bieten jene kuriosen Extra-Rosenkränze, die fast alle auf Erscheinungen, Visionen oder angeblich himmlische Einsprechungen zurückgehen, im besten Falle weitgehend überflüssige Banalitäten, ansonsten viel Sonderbares  –  und im schlimmsten Fall eine Ansammlung von Irrlehren und magischen Vorstellungen, oft verbunden mit „Verheißungen“ von oben.

Ob jene Rosenkränze nun von „unten“ oder von „innen“ sind, ob sie dämonisch inspiriert oder einfach nur psycho-bedingte „fromme“ Einbildungen sind, in jedem Falle haben sie den Nachteil, daß sie dem kirchlichen Rosenkranz Konkurrenz machen und ihn tendenziell verdrängen – dies umso mehr, wenn mit den Extra-Rosenkränzen auch noch bestimmte Heilszusagen verknüpft sind, die quasi als Köder auf naive Gläubige wirken.

Ein solch irrgeistiges Beispiel ist auch der hier auf Gloria-TV empfohlene und vorgestellte „Endzeit-Rosenkranz“ mit seinen 21 durchgeknallten „Verheißungen“: https://gloria.tv/article/yWKeccrXwM8t49nSQPRTXAqfS

Natürlich geht auch diese Sonder-Andacht auf eine „begnadete“ Person zurück. (Allein schon der für erscheinungsbewegte Kreise typische Ausdruck „begnadet“ läßt außer Acht, daß jeder Gläubige begnadet ist  –  durch Christus bzw. die Taufe und andere Sakramente nämlich!).

Silvano Marini wurde der Engels-Rosenkranz geoffenbart…

Diesmal geht es um Silvano Marini, seines Zeichens also „mystisch begnadet“ und aus Cascia in Italien stammend. Angeblich ist ihm am 1. Dezember 2009 die Madonna als „Rosa Mystica“ (siehe Foto oben) erschienen.  Der Kult um die Rosa Mystica ( = geheimnisvolle Rose) geht auf Erscheinungen in Montichiari zurück, die kirchlich nicht gebilligt sind.

Dem erwähnten Seher wurde demnach Folgendes vom Himmel mitgeteilt:  vision

,,Die ,,Rosa Mystica“ fleht unter Tränen, diesen Endzeit-Rosenkranz zu beten, um die schlimme Zeit abzukürzen und den Triumph der Vereinten Herzen und Ihres Unbefleckten Herzens zu beschleunigen!“

Schon dieser einzige Satz ist eine mehrfache Zumutung: Die echte Madonna ist im Himmel hundertprozentig glückselig und kommt nicht tränenreich auf die Erde – schon gar nicht, um einen irrgeistigen Rosenkranz einzufordern mit dem Zweck, „die schlimme Zeit abzukürzen“. (Welche Zeit denn genau?! Waren nicht alle Zeiten irgendwie „schlimm?!).

Der Rosenkranz hat in Wirklichkeit den Sinn, sich gleichsam „an der Hand Mariens“ in die christlichen Heilsgeheimnisse zu vertiefen und die Kernpunkte des Evangeliums zu betrachten  – aber hier geht es stattdessen panisch um das „Abkürzen schlimmer Zeiten“….

Sodann ist es völlig unlogisch, wenn von der vermeintlichen Madonna weiter gesagt wird, man solle damit „den Triumph der Vereinten Herzen und ihres Unbefleckten Herzens beschleunigen“. Bei den „Vereinten Herzen“ (Jesu und Mariens) ist sie schon dabei  –  warum also eine weitere Extra-Erwähnung ihres unbeflekten Herzens?! – Und worin soll deren „Triumph“ denn bestehen?

Auf den Perlen des Bluttränen-Rosenkranzes….

Dann wird dieser Endzeit-Rosenkranz zu den „Perlen des Bluttränen-Rosenkranzes“ (!) von Montichiari gebetet, also zwei falschgeistige Rosenkränze (und damit zwei kirchlich nicht anerkannte Erscheinungen) werden miteinander verbunden, was den Unfug noch steigert.

Foto: Paul BaddeDanach kommen statt der üblichen Rosenkranz-Gebete (Vater-Unser, Ave Maria) sieben „Anrufungen“ zu sieben Engeln, wobei die ersten drei von der Kirche zwar namentlich verehrt werden (Michael, Gabriel, Raphael), weil sie biblisch bezeugt sind, die weiteren in diesem Extra-Rosenkranz genannten „Engel“ aber nicht, nämlich Uriel, Jehudiel, Sealtiel und Barachiel.

Offenbar sind diese vier Namen den kirchlich abgelehnten Botschaften von Gabriele Bitterlich aus dem sog. „Engelwerk“ entnommen, womit dieser Endzeit-Rosenkranz nunmehr Elemente von d r e i  falschmystischen Erscheinungen (Marini, Montichiari, Engelwerk) beinhaltet.
Typisch für dieses Spektrum ist es, daß nun jedesmal schwere Sünden oder Wurzelsünden mit einem Dämon verbunden werden, zB. bei der Anrufung des Erzengels Michael: „Führe uns zur Bescheidenheit, um den Dämon des Hochmuts zu bekämpfen….“

Damit wird dem in solchen Kreisen weitverbreiteten Besessenheitswahn Vorschub geleistet. (Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, daß es Besessene geben kann und gibt, aber eben nicht in Hülle und Fülle!)

„Göttliche Verheißungen“ bieten Zahlenmagie und Apokalypse-Schutz

Entsprechend unsinnig sind auch die 21 „göttlichen Verheißungen“, welche an das Beten dieses Sonder-Rosenkranzes geknüpft sind.

Ob die Zahl 21 wohl durch zahlenmystische Denkspiele zustandegekommen ist? – Nach der Devise: Multiplizieren wir die heilige Zahl 7 mit der heiligen Zahl 3, dann ist die Summe hiervon ganz besonders heilig….

Die erste Verheißung läßt die geplagte Menschheit schon schwer hoffen: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird beim Strafgericht bewahrt werden und vermeidet den ersten Tod während der Zeit der ,,Sieben Siegel“ der Apokalypse.“

Damit nicht genug, gibt es bei Zusage Nr. 4 von den Sieben Erzengeln für dergestalt fromme Seelen eine Sonderschutzzulage: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird von den Sieben Erzengeln einen speziellen Schutz erhalten. Sei es vor oder während der Zeit der Apokalypse.“

Dämonenvertreibung auf der Erde, über der Erde, unter der Erde…

2422858308_09948afd14Weil es in der Endzeit rund geht mit dem Kampf gegen die Teufel, erhalten die Spezial-Rosenkranz-Beter laut fünfter Verheißung wirksame übernatürliche Vollmachten: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird dazu beitragen, jede Art von Dämonen (der Erde, unter der Erde, des Wassers, des Feuers, der Luft) zu vertreiben.“

Freilich weiß man nicht so recht, ob es um ein irdisches oder himmlisches Jerusalem geht, denkt man an die nächste Verheißung: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird zu den Bewohnern des Himmlischen Jerusalems gehören, das auf Dozule‘ hinabsteigt.“  –  Im französischen Dozule‘ soll die Seherin Madeleine Amontin endzeitliche Jesus-Botschaften empfangen haben  – natürlich ebenfalls kirchlich abgelehnt.

Damit wären wir schon bei der vierten Falsch-Erscheinung, die in diesen Endzeit-Rosenkranz hineinverwoben wird.

Besonders drollig wirkt die 7. Ankündigung: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird nie den Glauben an Christus und an die kath. Kirche verlieren.“  – Bedauerlicherweise hat er diesen Glauben im Grunde schon verloren und durch offensichtlichen Aberglauben ersetzt, weil er einen irrgeistigen Rosenkranz betet, der ein absonderliches Sammelsurium von Irrlehren und Falschmystik in sich vereinigt.

Daß es hier darum geht, den Hochmut jener erscheinungsfixierten „Frommen“ zu züchten, geht aus der letzten, der 21. Verheißung klar hervor:
„Derjenige, der den Engel-Rosenkranz verbreitet, wird bei anderen Nationen unter den Auserwählten und unter den neuen König der erneuerten Welt einen speziellen Platz im neuen Jerusalem erhalten.“

Weiterer Kommentar überflüssig….

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Neue „Monatsbotschaft“ aus Medjugorje wieder auf Kindergarten-Niveau

Von Felizitas Küble

In Bosnien-Herzegowina erscheint in der katholischen Pfarrei Medjugorje seit über 35 Jahren angeblich die Madonna als „Königin des Friedens“ einer Reihe von Seher/innen, damals waren es noch Kinder und Jugendliche.

Die zuständigen katholischen Oberhirten  – erst Bischof Zanic, dann Peric – lehnen diese Privatoffenbarungen ab.

Dennoch kommen große Scharen von Pilgern aus aller Welt seit Jahrzehnten nach Medjugorje, wo die Gottesmutter über 40.000 mal erschienen sein soll, wobei sie zB. der Familienmutter Marija Pavlovic-Lunetti nach wie vor täglich (!) erscheint. 

An jedem 25. Tag des Monats empfängt diese Seherin von „Maria“ eine Botschaft, die  – wie es dort heißt  –  „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist“. Wir dokumentieren hier vollständig die jüngste Wortmeldung:

„Liebe Kinder! Heute rufe ich euch zum Gebet auf. Das Gebet möge euch Leben sein. Nur so wird sich euer Herz mit Frieden und Freude erfüllen. Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.

Ihr werdet mit Ihm reden wie mit jemandem, den ihr kennt, und, meine lieben Kinder, ihr werdet das Bedürfnis haben, Zeugnis abzulegen, weil Jesus in eurem Herzen sein wird und ihr vereint in Ihm. Ich bin mit euch und liebe euch alle mit meiner mütterlichen Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Bei vermeintlich übernatürlichen „Offenbarungen“ wollen wir nicht nur darauf achten, was gesagt wird, sondern auch darauf, was  n i c h t  gesagt wird. 1523

Es fällt zB. auf, daß zwar ständig zum Gebet aufgefordert wird, aber fast nie zum Empfang der Sakramente, zu guten Werken oder zur Einhaltung der Zehn Gebote. Das Christenleben besteht aber nicht nur aus Gebet, nicht allein aus Worten, sondern auch aus Taten, aus der Nachfolge Christi!

Überdies sind die „Botschaften“ regelmäßig in ihrem Inhalt sehr banal, gewöhnlich, wenig gehaltvoll, wiederholen sich ständig und befinden sich fast alle auf Kindergarten-Niveau.

Zudem entsteht dabei der Eindruck, als sei der Glaube in erster Linie eine Sache des Gefühls  –  so auch diesmal: „Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.“

Es spielt keine Rolle, was wir in unserem Herzen „fühlen“, sondern ob wir uns in unserer Lebensführung christlich bewähren. Es ist auch unwichtig, ob wir ein „Bedürfnis“ haben, Zeugnis abzulegen, denn der Glaube ist keine „Bedürfnisanstalt“. Nicht unsere Empfindungen und Wünsche sind der Ausgangspunkt, sondern Christi Auftrag zum Apostolat und der Wille Gottes!

Zudem ist Gott nicht nur unser „Freund“, sondern auch unser HERR, unser Erlöser und Richter zugleich. Auffallend ist auch, daß  – so wie diesmal  –  zwar oft allgemein von „Gott“, aber selten ausdrücklich von Jesus Christus die Rede ist.

Da sich die Botschaften nicht ausschließlich an eine Kleinkinderschar richten, wird man erwarten dürfen, daß hier keine derartige Schmalspur-Theologie vorgelegt wird, was aber seit Jahrzehnten der Fall ist.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.