Schweiz/Bistum Chur: Bischof Huonder übt scharfe Kritik am Genderismus

Wort des Bischofs

GENDER  –  DIE TIEFE UNWAHRHEIT EINER THEORIE

Wort zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2013

Von Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur

Brüder und Schwestern im Herrn,

in meinem letztjährigen Wort zum Tag der Menschenrechte habe ich daran erinnert, dass die Menschenrechte ihren Grund in der Menschenwürde haben. Diese wiederum hängt mit der Schöpfungsordnung zusammen und ist gottgegeben. images

In diesem Jahr möchte ich diese Überlegungen konkretisieren und mich zur Ideologie des Genderismus, kurz Gender, äußern. Ich tue dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer wieder Gläubige in dieser Sache an mich wenden. Sie sind beunruhigt durch die staatliche Vereinnahmung ihrer

Kinder zugunsten des Genderismus und durch die politische Infragestellung von Ehe und Familie.

Was bedeutet der Begriff Gender?

Der Begriff Gender leitet sich vom lateinischen Wort Genus ab, ein Begriff, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Während der Begriff der Sexualität das biologische, von der Natur gegebene Geschlecht meint, soll der Begriff Gender das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen. Dieses sei vom biologischen Geschlecht unabhängig und bedeute, dass jeder Mensch sein

Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne, ob er Mann oder Frau sein wolle, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben wolle.

Was ist das Ziel der Ideologie des Genderismus?

Das Ziel des Genderismus ist, dass jede „sexuelle Identität“ als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.

Wie ist der Genderismus zu beurteilen?

Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. Sie entspricht nicht der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau, die in der Schöpfungsordnung grundgelegt ist und in der Heilsordnung entfaltet wird. Insofern hat der Genderismus etwas Bestechendes an sich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideolgie aber um einen

Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab. Dazu die folgenden Punkte:

Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung

Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers. Darüber kann und darf der Mensch nicht verfügen. Der Schöpfungsbericht sagt, dass Gott den Menschen in seiner Bipolarität erschaffen hat: „Als Mann und Frau schuf er sie“ (Gen 1,27).

Er schließt mit der Feststellung, dass alles, das ganze Schöpfungswerk, sehr gut war, somit auch die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau (Vgl. Gen 1,31).

Der Genderismus leugnet die Vorgabe der Natur

Der Mensch existiert, so die Schöpfungsordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns: Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.

Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar

Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der „Gender-Studies“. Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.

Der Genderismus zerstört Ehe und Familie

Darauf wurde bereits hingewiesen. Die Ehe beruht auf der gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau. Ehe und Familie sind die Grundeinheit der Gesellschaft (vgl. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). Sie sind die Bedingung für den Erhalt der Gesellschaft und ihre kulturelle

Entfaltung. Sie setzen die verbindliche und dauerhafte Einheit von Mann und Frau voraus. Der Genderismus betrachtet jede sexuelle Praxis (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur „Ehe“ und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen.

Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.

Der Genderismus schadet der Frau

Wie bereits angedeutet, kann die Geringachtung der Frau nicht durch das Verwischen der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau überwunden werden, auch nicht durch ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann.

Die Frau muss besonders auch in ihrer lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft von der Gesellschaft geachtet werden. Ihre Leistung darf nicht nur an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Sie muss vielmehr für ihr Muttersein anerkannt werden, zum Beispiel im Steuer- und Rentenrecht.

Der Genderismus schadet dem Mann

Im Machtkampf gegen den Mann stigmatisiert der feministische Genderismus den Mann als „Täter“ und verklärt die Frau als „Opfer“. Dieser klischeehafte Dualismus entspricht nicht der Realität und beschädigt die Identität des Mannes sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Der Genderismus schadet dem Kind

Das Kind muss sich in der stabilen Ehe seiner (biologischen) Eltern entfalten können. Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu psychischen Störungen.

Man schafft staatliche Ersatzstrukturen, die Kindern und Jugendlichen aber niemals die gleiche Liebe und Geborgenheit geben können, wie dies in der Familie der Fall ist. Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung.

Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.

Der Genderismus nimmt totalitäre Züge an

Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.

Der Genderismus verdunkelt den göttlichen Sinn der Liebe zwischen Mann und Frau

Das Verhältnis Gottes zum Menschen, von Jesus Christus zur Kirche, wird in der Heiligen Schrift in der Sprache der ehelichen Liebe beschrieben. Gott liebt sein Volk wie der Bräutigam seine Braut. Jesus Christus ist seiner Braut, der Kirche, in treuer Liebe hingegeben bis zum Tod am Kreuz.

Die Braut erwartet voll Sehnsucht ihren Bräutigam. In der lebendigen Beziehung zu Christus und der Kirche können die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau belasten und entstellen, überwunden werden. Diese Sicht des Glaubens wird durch den Genderismus verdunkelt.

Die Quintessenz75743_14122011

Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: 

„Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig … Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt.

Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“

Ich ermutige alle Gläubigen, ihre gesellschaftlichen und politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen, damit die in der Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegte Würde des Menschen auch in der rechtlichen Ordnung unseres Gemeinwesens weiterhin und umfassend zum Ausdruck kommt.

Für jeden diesbezüglichen Einsatz danke ich herzlich.

Ich empfehle alle und alles der Mater divinae gratiae, der Mutter der göttlichen Gnade, und erteile allen meinen bischöflichen Segen

+ Vitus, Bischof von Chur

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/Wort_des_Bischofs_VIII_2013.pdf


Schweizer Bischof Vitus Huonder: Hirtenwort über die Würde des Menschen

Vollständige Dokumentation

Hirtenwort des Bischofs von Chur

DIE WÜRDE DES MENSCHEN

Wort zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2012

von Dr. Vitus Huonder

Brüder und Schwestern im Herrn,

einen der wohl schönsten Texte über die Würde des Menschen aus christlicher Sicht finden wir im Tagesgebet von Weihnachten:

„Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat“. (1)

Anm. des Bischofs: (1) In der älteren, außerordentlichen Form des römischen Messritus spricht der Priester bei der Bereitung des Kelches über das Wasser das Segensgebet: “Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert: Lass uns durch das Geheimnis dieses Wassers und Weines teilnehmen an der Gottheit dessen, der sich herabgelassen hat, unsere Menschennatur anzunehmen”.  – Von dort wurde dieser Text für die Messfeier des Weihnachtstages in der ordentlichen Form übernommen

Menschenwürde und Menschenrechte

Die Würde des Menschen besteht darin, dass Gott ihn erschaffen und ihm Anteil an seinem Leben gegeben hat; dass Gott ihm, nachdem die Sünde über ihn Macht gewonnen hatte, diese Würde von neuem und in noch reicherem Maße durch Jesus Christus geschenkt hat. Schöpfung und Erlösung sind die zwei Säulen, auf denen die Menschenwürde aufruht.

Eine Bestätigung dieser Würde gab uns der Sohn Gottes selber, da er Mensch wurde, um den Menschen zu befreien und das Haupt der neuen Menschenfamilie, der Kirche, zu werden.

Von der Menschenwürde lassen sich die Rechte des Menschen ableiten: die Menschenrechte. So betrachtet, sind die Menschenrechte ein Ausfluss der Wertschätzung, welche der Mensch als Abbild Gottes besitzt; sie sind ein Schutzschild, der sich vor diese Würde stellt; sie sind – und müssen es sein – eine Anwendung der Gebote Gottes, welche sich in der Gottes- und Nächstenliebe verdichten.

Papst Benedikt XVI. sieht einen engen Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Gottesglauben. Wenn die Menschenrechte ihres transzendentalen Fundamentes, des Gottesglaubens, beraubt werden, laufen sie Gefahr, nicht beachtet zu werden.

Gefährdete Menschenwürde

Die Würde des Menschen wird in vielfacher Hinsicht in Frage gestellt. Sie war es schon immer, sie ist es in unserer Zeit ebenso und neuerdings. Wir stellen einerseits eine geistige Gefährdung der Menschenwürde fest, anderseits eine materielle.

Die Menschenwürde wird gefährdet, wenn der Mensch seine geistigen Anlagen und Fähigkeiten nicht zu entfalten und zu entwickeln vermag, oder wenn seine Anlagen und Fähigkeiten in eine falsche Richtung geleitet werden; er wird seiner Würde aber auch beraubt, wenn ihm die materielle Grundlage für eine eben „menschenwürdige“ Existenz fehlt oder entzogen wird.

Vor eben diesen Problemen stehen wir heute vermehrt. Sie werden durch starke gesellschaftliche, vor allem ökonomische, aber auch weltanschauliche Veränderungen verursacht, welche Menschen in eine neue Form der Armut, der Verwahrlosung und des Mangels an moralischer Orientierung treiben, und dies auch in unserem Land und in unserer nächsten Umgebung.

Wenn wir genau hinschauen, sind es insbesondere Kinder und Jugendliche, die das höchste Risiko haben, in Armut und Verwahrlosung zu geraten oder davon betroffen zu werden. Das Leben in den Städten wird immer teurer. Die Verschuldung nimmt zu. Viele Familien weichen in die Agglomerationen und in Randgebiete aus. Es ist absehbar, dass sich die Situation dort eben für Kinder und Jugendliche zuspitzen wird.

Menschenwürde und soziale Herausforderungen

Soziale Probleme und Herausforderungen werden oft von abwehrenden, misstrauischen, lieblosen bis menschenverachtenden Reaktionen begleitet. Unter den Bürgern und Bürgerinnen wächst der Unmut. Es kommen Ängste auf. Es entstehen Vorurteile. Das wirkt sich auf die Hilfesuchenden aus. Betroffene Menschen geraten nicht selten in die Kritik. Statt Hilfe zu empfangen, werden sie ausgegrenzt, verurteilt und geraten in noch größere Schwierigkeiten.

Anderseits können wir nicht über die Tatsache hinwegsehen, dass sich unser Sozialstaat nicht selten mit missbräuchlichen Forderungen und Ansprüchen konfrontiert sieht, mit einem gekonnten Stil, andere Menschen auszunutzen. Das kann zu Verärgerung und Verhärtung bei vielen Menschen guten Willens führen. Dennoch dürfen wir darüber nicht den Grundsatz vergessen:

Das Wohlergehen der Schwächeren ist unsere Stärke.

Es darf nicht dazu kommen, dass Menschen, die der Hilfe bedürfen, wegen missbräuchlicher Praktiken anderer um ihre Rechte kommen. Dazu ist zu bedenken: Auch Menschen, die sich ins Unrecht setzen, haben ihre Menschenwürde. Leben wir christliche Nächstenliebe und Gerechtigkeit dort, wo wir können, und verurteilen wir niemand vorschnell.

Die Pfarrei als Ort der Achtung der Menschenwürde

Wenn ich mit diesem Wort an alle Gläubigen gelange, bin ich mir bewusst, dass viele der genannten Probleme zu ihrer Lösung der Professionalität bedürfen. In diesem Sinn sagt Papst Benedikt XVI.: „Was nun den Dienst der Menschen an den Leidenden betrifft, so ist zunächst berufliche Kompetenz nötig: Die Helfer müssen so ausgebildet sein, dass sie das Rechte auf rechte Weise tun und dann für die weitere Betreuung Sorge tragen können“.

Wir haben in unserem Bistum und in vielen unserer Pfarreien glücklicherweise viele diesbezüglich kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind dafür dankbar. Sie sind aus unserem pfarreilichen und überpfarreilichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Allen in diesem Bereich tätigen Personen möchte ich meine Anerkennung und meinen Dank aussprechen. Doch darf die Professionalität nicht dazu führen, dass sich der einzelne Christ oder die einzelne Christin für die Sorge um in Not geratene Menschen nicht mehr verantwortlich weiß. Die Kirche als solche hat den Auftrag, der Not der Menschen zu begegnen, und zur Kirche gehören wir alle.

Wir alle sind Glieder dieser Kirche, die sich um das geistige und materielle Wohl der Menschen kümmern muss. Wir alle sind Glieder dieser Kirche, die um die Menschenwürde des andern besorgt sein muss. Da kommen uns eben unsere Pfarreistrukturen entgegen.

Hier, vor Ort, kann direkte und unbürokratische Hilfe erfolgen. Wer ist den Menschen näher als eben die Pfarreigemeinschaft? Wer ist mit den Sorgen und Nöten der Menschen in ihrem Alltag vertrauter als die Pfarreigemeinschaft? Da kann man unmittelbar Hand anlegen bei der Wohnungssuche oder bei kleineren Einsätzen in der Nachbarschaftshilfe, bei Aufgabenhilfe oder Suche nach einer Lehrstelle; da können auch Kinder- und Jugendverbände wie Jungwacht, Blauring, Pfadi, Cevi, selbst Sportclubs in das caritative Wirken der Kirche einbezogen werden.

Menschenwürde und Glaubensvermittlung

Abschließend möchte ich auf das Fundament der Menschenwürde zurückkommen, nämlich auf die Tatsache, dass der Mensch Schöpfung Gottes ist, von Gott berufen, in ewiger beglückender Gemeinschaft mit ihm zu leben. Das bedeutet, dass der Mensch auch ein Recht hat, Gott kennen zulernen. Dies umso mehr, als der Glaube dem Menschen hilft, seine Würde wahrzunehmen und zu leben.

Da wir uns im Glaubensjahr befinden, wollen wir uns eben dieser Tatsache neu bewusst werden und als Kirche alles tun, dass die Menschen in unserer Umgebung uns als Glaubensgemeinschaft erfahren können. Die Glaubensverkündigung ist immer auch ein Akt der Nächstenliebe, der Caritas, und damit der diakonischen Ausrichtung der Kirche. Denn „ohne Gott weiß der Mensch nicht, wohin er gehen soll, und vermag nicht einmal zu begreifen, wer er ist“ (Papst Benedikt).

Wort des Dankes

In unzähligen Pfarreien und Haushalten, in Organisationen und Verbänden, in der vielfältigen Freiwilligenarbeit geschehen täglich unschätzbare Einsätze für Menschen in Schwierigkeiten. Dafür möchte ich danken, besonders in diesen Tagen, da wir uns auf das Geburtsfest unseres Herrn vorbereiten und uns bewusst werden, was sein Kommen in unsere Welt bedeutet: Wiederherstellung der Würde des Menschen.
 
Die Gottesmutter, die Mutter des Guten Rates, dessen wir in den vielen Entscheidungen unseres Alltags immer neu bedürfen, begleite uns und stehe uns stets helfend zur Seite. Mit diesem Wunsche grüße ich alle herzlich und lasse allen gerne meinen bischöflichen Segen zukommen.

+ Vitus, Bischof von Chur

Chur, 1. November 2012

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/Wort%20des%20Bischofs%20-%20Tag%20der%20Menschenrechte%202012.pdf


Bischof Vitus Huonder von Chur wendet sich gegen „Kongress, der den Selbstmord propagiert“

Das Bistum Chur reagierte kritisch auf den „Sterbehilfe-Weltkongreß“, der ab Dienstag dieser Woche in Zürich stattfand.

«Vor einem Kongress, der den Selbstmord propagiert, wollen wir die Standpunkte der katholischen Kirche in Erinnerung rufen», sagte Bischof Vitus Huonder

Der Bischof sorgt sich auch um die gesellschaftliche Signalwirkung, wenn der assistierte Suizid (Selbstmord mit ärztlicher Assistenz/Begleitung) eines Tages als rechtens gelte.

Wer dann als Schwerkranker sein vermeintliches „Recht“ auf Selbstmord ablehne,  könnte gerade in einer überalterten Gesellschaft schon bald als „egoistisch“ gelten, erklärte der katholische Oberhirte von Chur.

Quelle: SonntagsZeitung (Schweiz) vom 16.6.2012