Berlin: „Fest der Nationen“ feiert deutsch-israelische Beziehungen

Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf lädt vom 29. – 31. Mai zum Fest der Nationen am Prager Platz ein. Im Blickpunkt der Veranstaltung stehen die Völkerverständigung und das friedliche Zusammenleben vieler Nationen.

In diesem Jahr ist Israel das Partnerland des Festes. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. Deshalb liegt ein künstlerischer Schwerpunkt beim Fest der Nationen auf Israel.

Es werden u. a. israelische Volkstänze aufgeführt und populäre israelische Lieder dargeboten. Samstagabend wird DJ Aviv Netter bei der „Meschugge-Party“ für Feierstimmung sorgen.

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Gelungene Völkerverständigung: Weltweit begeistert die Bundesliga immer mehr Fans, vor allem in Israel

Von Prof. Dr. MICHAEL WOLFFSOHN

Wo im Ausland hat die Bundesliga ihre glühendsten Fans? In Israel. Nein, das ist kein Druckfehler.

Mehr als jede Sonntagsrede von Politikern, mehr als die „Woche der Brüderlichkeit“ haben die goldenen Beine der Bundesliga-Kicker ein kleines historisches Wunder vollbracht: Sie haben sich selbst, ihren jeweiligen Bundesliga-Club, die Bundesliga insgesamt und Deutschland in Herz und Kopf der Israelis gekickt.

Die Bundesliga ist Deutschlands erfolgreichste „Vergangenheitsbewältigung“: durch die Gegenwart und auch in der Gegenwart.

„Der Bundesliga-Rausch hat Israelis wie ein Tsunami erfasst“, schwärmt Mosche Meiri (67), früher Trainer der U15- und U17-Nationalmannschaften.

Er kommentiert die Bundesliga für Israels Sender Sport1 und Sport2. Vater und Sohn Meiri sind häufige und gern gesehene Gäste in Bundesliga-Clubs. „Die Gastfreundschaft in der Bundesliga ist einfach toll“, erzählt Meiri.

„Dennoch ist der israelische Bundesliga-Rausch nicht selbstverständlich“, sagt er und meint nicht nur „die Geschichte“. Populär waren „„bislang vor allem FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United“.

Das ist jetzt anders: „In Israel schenkt man Jungs zur „Bar Mitzwah“,‘ also zur Kommunion und Firmung, häufig eine Fußballreise. Da gings dann nach Barcelona, Madrid, Manchester oder London. Jetzt raten meine Medienkollegen und ich: auf nach München, Dortmund oder in eine andere Bundesliga-Stadt. Die Leute fahren scharenweise. Und sie sind begeistert.““

Der Ehrenvorsitzende des FC Bayern-Fanclubs, Jehuda Rosenberg (54), genannt „Beckenbauer“, ist ein Herr. Er trägt trotz israelischer Hitze Anzug und Krawatte und ein Käppchen auf dem Kopf, ist also erkennbar religiös.

Rosenberg stammt aus München und erzählt seinen Landsleuten, wie stark und gut die Verbindung zwischen dem FC Bayern und Juden schon immer war:BRD + Israel

„„Zunächst schämten sich viele, Bayernfans zu sein, weil ihre Freunde andere Clubs gut fanden, aber jetzt ist das anders. Am Anfang mussten wir Mitglieder mit der Lupe suchen, jetzt haben wir fast 800. Alt, jung, arm, reich, Landeskinder und Zugewanderte, vor allem aus Russland.“

Mosche Meiri traf die Mitglieder bei der TV-Übertragung des 4:0 des FC Bayern über den FC Barcelona im Tel Aviver Fanclub. Meiri berichtet hörbar begeistert:

„Sie vermischen fröhlich Hebräisch und Deutsch. Am liebsten rufen sie auf Deutsch ‚“Auf geht’s, Bayern, schießt ein Tor!“. Das erste All German Final ist gut für den deutschen Fußball.“

Bessere Völkerverständigung gibt es nicht.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Prof. Wolffsohn in BUNDESLIGA-MAGAZIN (Nr. 6/2013), dort unter dem Titel: „Bundesliga-Rausch in Israel.“ –  Webseite: http://www.bundesliga.de
Für die freundliche Abdrucksgenehmigung danken wir der Bundesliga-Redaktion und dem Verfasser.

Zum Autor: Professor Dr. MICHAEL WOLFFSOHN ist deutschjüdischer Historiker und Schriftsteller, 1947 geboren in Israel, Autor zahlreicher geschichtspolitischer Sachbücher, darunter der Titel „Wem gehört das Heilige Land?“.


Israel: Das Moona-Raumfahrtzentrum – unterstützt von der NASA – wurde in Sakhnin eröffnet

Zugleich auch ein Projekt der Völkerverständigung

NASA-Chef Charles Bolden kam am vergangenen Montag nach Sakhnin, um dort das Moona-Wissenschafts-, Umwelt- und Raumfahrtzentrum zu eröffnen. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen auch Schüler sowie Personen aus Politik und Wissenschaft teil.

Das Zentrum ist eine Kooperation zwischen der Stadt Sakhnin, der Behörde für die Entwicklung Galiläas, dem Städtebund für Umweltschutz und den NGOs Zionut 2000 und Shatil. Vor einigen Monaten haben sich auch die US-Botschaft und die NASA dem Projekt angeschlossen.

NASA-Chef Bolden sprach mit den anwesenden Kindern und gab ihnen Ratschläge für ein erfolgreiches Leben: Hart arbeiten, lernen, Fragen stellen und keine Angst vor dem Scheitern nannte er als wichtigste Zutaten seines Erfolgsrezepts.

Die Raumfahrt sieht er auch als Projekt der Völkerverständigung: „Ein Raumschiff schafft es, 14 Astronauten aus der ganzen Welt zusammenzubringen, egal, welche Kultur, Religion, Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche Nationalität sie haben“, so Bolden. „Alle arbeiten zusammen, und das heißt, dass wir das auch auf der Erde tun können, und das könnt ihr auch.“

Ziel des Zentrums ist es, den Einwohnern Galiläas Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und für Kooperationen mit Bürgern aus verschiedenen Arbeits- aber auch kulturellen Hintergründen zu geben, um so gemeinsam Probleme in der Region anzugehen. Hierzu sollen pädagogische, gesellschaftliche und auch Geschäftsinitiativen gehören. Die Weltraumforschung mit ihren Technologien soll dabei beispielhaft stehen.


Bürgermeister Ganayyem (Foto: Ynet)

Mazen Ganayyem, der Bürgermeister von Sakhnin (siehe Foto), erklärte:

„Für Israel und Sakhnin ist es eine große Ehre, dass der Administrator der NASA zu uns kommt. Dieses Projekt kann viel beitragen, besonders jetzt, da in letzter Zeit alle nur noch über Massenvernichtungswaffen und Raketen sprechen. Endlich sprechen wir einmal von sauberer Luft, und vielleicht gibt es am Ende sogar einmal einen Astronauten, der aus Sakhnin kommt.“

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin