Pater Gerstle warnt vor Sucht nach Wundern und Erscheinungen: „Esoterik auf katholisch“

In der aktuellen Zeitschrift der „Petrusbruderschaft“ vom April 2017 (siehe Foto) wird eindringlich vor „Wunder- und Erscheinungsucht“ gewarnt.

Pater Bernhard Gerstle von der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Petrus bezeichnet den Drang nach „Botschaften vom Himmel“ und ähnlichen äußergewöhnlichen Phänomenen schon im Titel seines Artikels als eine spezielle „Versuchung der Frommen“  –  und er stellt fest, diese Anfechtung gründe letztlich in einem „Mangel an Glauben“, denn Christus habe bereits verkündet: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29).

Wir dokumentieren hier die wesentliche Auzüge aus seinem lesenswerten Beitrag:

„Heilige, wie Teresa von Avila (+1582) oder Johannes vom Kreuz (+1591), beide Kirchenlehrer in Sachen Mystik, empfehlen bei vermeintlichen Erscheinungen oder inneren Stimmen, eine abwehrende Haltung einzunehmen. Aus Erfahrung wissen sie nämlich um die Täuschungsmanöver des bösen Feindes und die Möglichkeit einer krankhaften Phantasie.

Leichtgläubige Menschen sind mehr gefährdet, manipuliert und Opfer von Betrügern zu werden. Sie lassen sich schneller von einer Sache überzeugen, doch sie wechseln auch eher die Seite und sind leichter geneigt, eine Überzeugung wieder aufzugeben.

Ihre Bekehrungen sind nicht selten ein Strohfeuer, das wieder erlischt, sobald die erste Begeisterung abgeklungen ist.

Entscheidend ist aber die Liebe zur Wahrheit. Ihr stehen häufig ein Wunschdenken und das Suchen des eigenen Vorteils im Weg.

Ein Musterbeispiel der unbestechlichen Suche nach Wahrheit sowie der treuen Beständigkeit im Glauben trotz aller Widrigkeiten ist für mich der selige Kardinal John Henry Newman (1801 – 1890). In langen inneren Kämpfen und intellektuellen Auseinandersetzungen unter dem Verlust zahlreicher Freunde und Weggefährten konvertierte er als hoch anerkannter anglikanischer Pastor und Gelehrter zur katholischen Kirche.

Dort wurde er zunächst alles andere als mit offenen Armen empfangen. Misstrauen und Neid schlug ihm von hohen Kirchenfürsten entgegen. Doch diese menschlichen Enttäuschungen konnten ihn nicht mehr von den gewachsenen und im Gebet erkannten Überzeugungen abbringen.

Von solchem Glauben gilt es, zu lernen. Weder menschliche Enttäuschungen, auch nicht von Priestern, noch das Versagen kirchlicher Autoritäten ändert etwas an der Wahrheit des katholischen Glaubens. Glaubenserfahrungen sind schön, wenn sie echt sind. Fromme Gefühle beim Gebet können besonders am Beginn eines religiösen Lebens eine Hilfe sein, den Weg des Glaubens treu zu gehen. Aber sie ersetzen nicht den Glauben selbst, der sich nicht auf Zufälligkeiten gründet, sondern auf die Wahrheit Gottes selbst.

Als ein königlicher Beamter um die Heilung seines kranken Knechtes bat, der im Sterben lag, beklagte sich Jesus: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!“ (Joh. 4,48)

Diese kritische Bemerkung des Herrn ist sicherlich an die Adresse jener gerichtet, die in ungeordneter und übertriebener Weise ihr Interesse auf außerordentliche Dinge richten. So erlebt die Esoterikbranche heutzutage einen wahren Boom und macht damit Millionenumsätze.

Aber auch im katholisch-traditionellen Milieu müssen wir eine weit verbreitete Wunder- und Erscheinungssucht beklagen. Die Gefahren, die von zweifelhaften und erst recht von ganz offensichtlich falschen „Botschaften vom Himmel“ ausgehen, sind gerade in unseren Kreisen nicht zu unterschätzen. 

Es bedarf neben eines soliden Glaubenswissens heutzutage vor allem einer guten Portion nüchternen Urteilsvermögens sowie einer übernatürlichen Unterscheidungsgabe, um diesen Gefahren zu entgehen.

Eine reservierte und vorsichtige Haltung gegenüber scheinbar übernatürlichen Phänomenen einzunehmen, entspricht daher einer klugen Einstellung und ist ein großer Schutz vor manch törichten Ideen.

Vielleicht sollten wir aber wieder mehr den Sinn für die kleinen Wunder und Zeichen schärfen, durch die Gott zu uns spricht. Dies entspricht einem Leben aus der Vorsehung Gottes. Das schließt auch Phasen ein, in denen sozusagen „Funkstille“ herrscht und Gott uns scheinbar vergessen hat. Wer hier der Versuchung widersteht, sich menschlichen oder irdischen Trost zu suchen, wird im Glauben wachsen.

Jene, die sich vertrauensvoll auf die göttliche Vorsehung einlassen, dürfen dann nicht selten im Rückblick erkennen, wie „von oben“ entscheidende Begegnungen gefügt und Weichen in ihrem Leben gestellt worden sind. Auch ohne heidnische oder katholische Esoterik.“

Internetpräsenz der Petrusbruderschaft: http://www.petrusbruderschaft.de/


Der deutsche Schauspieler Charly Hübner und sein Gottesglaube

Man kennt ihn aus Kinofilmen, wie «Das Leben der Anderen» oder «Krabat». Für seine besonderen schauspielerischen Leistungen hat Charly Hübner in diesem Jahr die «Goldene Kamera» und den «Bayerischen Fernsehpreis» erhalten.

In einem Interview mit dem evangelischen Magazin «Chrismon» erzählt Charly Hübner, dass er an Gott glaubt und daran, dass Gott ihn auch bewahrt.

«Ich hatte mal einen Unfall, ganz neues Auto», so der Schauspieler: «Der Witz war, dass wir keine Stunde vorher genau darüber gesprochen haben: Was, wenn bei 150 Stundenkilometern ein Reifen platzt? Wir kamen zu dem Ergebnis: auf keinen Fall bremsen. Dann ist es passiert, ich sass am Steuer. Ich habe getan, was wir uns vorher überlegt hatten – und bin langsam auf der Standspur ausgerollt.

Die anderen haben gelacht, aber ich hatte einen Schock. Da denkst du: Okay, dieses System Gott existiert. Später haben wir uns gefragt, warum wir gerade über dieses Thema gesprochen haben. Ich hätte eigentlich gebremst.»

Ausserdem ist Charly Hübner überzeugt, dass Gott immer zuhört: «Als ich selbst mal erkrankte, habe ich gemerkt, dass Gott irgendetwas meint. Dass es in mir diesen Drang zu etwas nicht Greifbarem gibt. Ich habe sozusagen die Standleitung zu Gott gespürt.»

Quelle: „Chrismon“ und Miriam Hübner in: http://www.jesus.ch/n.php?nid=241327