Königswinter: Die CDL wählt Mechthild Löhr erneut zur Bundesvorsitzenden

Bundesversammlung der „Christdemokraten für das Leben“

Die Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL) trafen sich am Wochenende in Königswinter zu ihrer jährlichen Bundesversammlung. Neben Neuwahlen des Vorstandes standen mehrere Expertenvorträge auf der Tagesordnung. mechthild%20l%C3%B6hr[1]

Eingangs blickte die Bundesvorsitzende, Mechthild Löhr, auf die vergangene Amtsperiode zurück. Einer der Schwerpunkte der Arbeit der vergangenen zwei Jahre war die Debatte um den ärztlich assistierten Suizid, die schließlich in der Verabschiedung des § 217 Strafgesetzbuch (StGB) durch den Bundestag im November 2015 mündete.

Mit dem neuen Paragrafen, der die private Beihilfe zur Selbsttötung generell erlaube, sei das Thema nicht beendet, im Gegenteil. Gerade die stetige Ausweitung der sog. Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien zeige, wie wichtig es sei, weiter für ein Verbot der aktiven Suizidbeihilfe zu arbeiten.

In den Vorstandswahlen wurde Mechthild Löhr (siehe Foto) als Bundesvorsitzende mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Ihre Stellvertreter bleiben die Landesvorsitzende der CDL in Nordrhein-Westfalen, Odila Carbanje, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe und Sophia Kuby.

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Schriftführerin Hildegard Bosch, Schatzmeister Jürgen Boyxen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Susanne Wenzel. Beisitzer: Anne Baranowski, Dr. Marco Bonacker, Barbara Dyba-Roth, Gertrud Geißelbrecht, Dr. Friederike Hoffmann-Klein, Dr. Hannah Hummel, Daniel Kästner, Dr. Heinz-Georg Ley, Christa Ley, Alexandra Linder, Petra Lorleberg, Erich Lux, Dr. Susanne Lux, Christian W. Mann, Benedikt Oyen, Prof. Dr. Leo Peters, Hildegard Regensburger, Christian Schneider, Karl-Heinz van Lier, Udo-Wolfgang Wenzel.

Dr. Ley: Der Arzt ist Beschützer des Lebens

Die Internistin Dr. Susanne Ley, Gründerin der Liga „Ärzte in Ehrfurcht vor dem Leben“, befasste sich in ihrem Vortrag mit dem § 217 StGB und den daraus resultierenden Folgen. Sie erinnerte daran, dass das Ziel der Beziehung zwischen Arzt und Patient niemals der Tod des Patienten sein dürfe.

Foto: CDL, M. Löhr„Der Arzt ist Beschützer des Lebens“, erklärte Dr. Ley. „Er darf nicht zur Gefahr für das Leben seiner Patienten werden.“ 

Jeder psychisch oder physisch kranke Mensch benötige fachgerechte medizinische Hilfe und echte menschliche Zuwendung. „Der Patient braucht die Gewissheit, dass der Arzt alles tun wird, um seine Krankheit zu heilen oder, wo dies nicht mehr möglich ist, sein Leiden zu lindern“, mahnte Dr. Ley.

Alles andere widerspreche dem seit 2400 Jahren gültigen ärztlichen Ethos. Deshalb fordert die durch Dr. Ley vertretene Liga, dass die Aussage in der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer, wonach Mediziner „keine Hilfe zur Selbsttötung bieten (dürfen)“, in die Berufsordnungen aller 16 Landesärztekammern aufgenommen wird.

Hüppe: Bluttest bei Schwangeren dienen der Selektion

Der Bundestagsabgeordnete und CDL-Mitbegründer Hubert Hüppe (siehe Foto) beleuchtete aktuelle bioethische Kontroversen. Auch er blickte kurz auf die Verabschiedung des § 217 StGB zurück und stellte die große Bedeutung der Suizid-Prävention fest. Hüppe

Schwerpunkt seiner Ausführungen war der Bericht über nicht-invasive Bluttests ( z.B: PraenaTest) bei Schwangeren zur Diagnose von Krankheiten des Kindes. Diese Tests haben, so Hüppe, keinerlei therapeutischen Nutzen für Mutter oder Kind, sondern würden lediglich der Selektion dienen.

Hierdurch verändere sich auch die Bedeutung einer Schwangerschaft. Waren Frauen früher im allgemeinen Sprachgebrauch „guter Hoffnung“, werde die Geburt heute abhängig gemacht von bestimmten Bedingungen. „Eine unbeschwerte Schwangerschaft mit Freude auf das Kind ist so nicht mehr möglich“, so der Bundestagsabgeordnete.

Eine klare Absage erteilte Hubert Hüppe den derzeitigen Überlegungen zur Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen. Hierbei handelt es sich um Medikamententests z. B. an Demenzkranken, geistig Behinderten oder Komapatienten, die unter Umständen für die Betroffenen selbst keinen Nutzen mehr erzielen. „Das ist keine Lappalie. Menschen dürfen in Deutschland nie wieder für Medikamententests missbraucht werden“, erklärte Hüppe.

Die Versammlung beschloss einstimmig, die Kandidatur von Hubert Hüppe als Vertreter der CDL für den Bundestag auch bei der Wahl 2017 aktiv zu unterstützen.

Mohr: Gelungene Internetberatung für das Leben

Cordula Mohr (siehe Foto), Mitglied des Landesvorstandes der CDL Nordrhein-Westfalen, berichtete über ihre ehrenamtliche Beratung von Schwangeren im Internet. In anonymisierten Beispielen schilderte sie ihre Arbeit und die Situation der schwangeren Frauen, die vor der Frage stehen, ihr Kind abzutreiben. Durchschnittlich komme CORDULA MOHRes zu 5 bis 10 Kontakten pro Tag.

Die Gründe für einen Schwangerschaftskonflikt seien äußerst unterschiedlich, häufig ginge es aber um den Druck zur Abtreibung aus dem familiären Umfeld der Frau. Die Schwangeren suchten in diesen belastenden Situationen zuerst Ansprechpartner im Schutz der Anonymität des Internets in allgemein zugänglichen Foren.

Meistens haben die Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Umfeld keinen Menschen, dem sie sich offen anvertrauen können. Im weiteren Verlauf suchten sich die Schwangeren dann einen festen Ansprechpartner aus. Besonders in dieser Phase, in der die Verzweiflung am größten ist, sei es wichtig, „einfühlsam, in der richtigen Sprache und auf Augenhöhe zu schreiben und Mut zu machen“, so Mohr.

Oft ergebe sich eine Begleitung die gesamte Schwangerschaft hindurch bis zur Entbindung. Häufig erhalte sie die Nachricht, wie glücklich die Frau über ihr JA zum Kind ist, berichtete die dreifache Mutter. „Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Frau die Entscheidung für das Kind bereut hat“, so Cordula Mohr. „Aber oft schon habe ich lesen müssen, wie sehr Frauen die Abtreibung später bereuen.“

Die Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) sind eine politische, gemeinnützige Initiative, die sich in Politik und Gesellschaft aktiv für das Menschenrecht auf Leben einsetzt.

 


Linksradikaler Überfall auf Lebensrechtler

Auf dem 100. Katholikentag in Leipzig vom 25. bis 29. Mai 2016 gab es am 28.5. einen Übergriff auf den Stand der Aktion Lebensrecht für Alle eV. Baby (2)(ALfA).

Seit vielen Jahren ist die ALfA (Aktion Lebensrecht für alle) mit einem eigenen, stark frequentierten Stand auf den Katholikentagen vertreten. Viele Besucher der Katholikentage suchen hier das Gespräch  und sind dankbar dafür, dass die Lebensrechtler der ALfA ihre Arbeit dort präsentieren und Fachmaterialien zur Verfügung stellen.

„Am Samstagnachmittag wurden unser Stand und unsere Mitarbeiter von einer kleinen Gruppe radikaler Lebensrechtsgegner bedrängt, die mutwillig Materialien zerstörten. Dank der Unterstützung einer Helfergruppe des Katholikentages konnte Schlimmeres verhindert werden. Aufgerufen zu der ,Aktion’ hat im Internet die vom Verfassungsschutz beobachtete linksextreme ,indymedia’“, erklärte die neue Bundesvorsitzende der ALfA, Alexandra Maria Linder.

In einem Schreiben an die ALfA bedauerte Andreas Kutschke, Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, den Vorfall und betonte: „Ich danke Ihnen und Ihren Vereinsmitgliedern für den konsequenten Einsatz für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen (…).“

Dr. Thomas Großmann, Geschäftsführer der Katholikentagsleitung, entschuldigte sich nach dem Vorfall persönlich bei den ALfA-Mitarbeitern für das Geschehen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken äußerte sich bisher nicht dazu.

Die ALfA wird den Überfall zur Anzeige bringen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um ihre Mitarbeiter noch besser vor derartigen Angriffen zu schützen. Sie wird weiter und verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten.

Quelle: Pressemeldung der ALfA