Stuttgart: 1 Wahlplakat der Piraten überklebt, 500 Plakate der AfD beschädigt bzw. zerstört

Die Sorgen der „Stuttgarter Zeitung“ möchte man mal haben: Das Blatt veröffentlichte am 20. August einen ausführlichen Bericht mit Großfoto darüber, daß sage und schreibe ein einziges Wahlplakat der Piratenpartei zum Teil überklebt wurde.

Der Titel des Artikel von Eva Funke lautet in großen Lettern: „Bundestagswahlkampf in Stuttgart  –  Protestanten überkleben Wahlplakat der Piraten.“

Gleich eingangs ist vom „Vandalismus“ die Rede, später dann von „Übeltätern“, als wären fürchterliche Ereignisse geschehen.

In Wirklichkeit wurde etwa die Hälfte eines kirchenkritischen Wahlplakates der Piratenpartei mit einem harmlosen Text überklebt, der da lautet: „Evangelische Gemeinde. Für echte Begegnungen und ein solidarisches Miteinander.“ 

Jetzt wird im Zeitungsbericht eingehend spekuliert, daß „der oder die Übeltäter zur Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde gehören müssen.“  – Man habe doch „erwartet, dass eine evangelischen Kirchengemeinde Toleranz gegenüber Andersdenkenden aufbringt.“ Wahlplakate-23_8_1312b-440x304

Deutlich kürzer bzw. in Randspalten fällt der Zeitungsartikel natürlich aus, wenn 500 Plakate der liberal-konservativen „Alternative für Deutschland“ nicht etwa nur teilweise überklebt, sondern zerstört werden (siehe hier den Bericht der SZ vom 23.8.).

“Wir lassen uns nicht mundtot machen”, sagte Prof. Dr. Lothar Maier, Sprecher des Kreisverbandes der Alternative für Deutschland in Stuttgart. Der rein materille Schaden der Zerstörungen beläuft sich auf 3500 Euro. Das erneute Plakatieren wird allerdings mit über 10.000 Euro zu Buche schlagen, wie PI-News berichtet.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster