Bundesweite CSU: Wann kommt der „Kreuther Geist“ endlich aus der Flasche?

Von Felizitas Küble

Wenn das jüngste Ultimatum des bayerischen Ministerpräsidenten an die Kanzlerin hinsichtlich der Asylkrise mehr als Theaterdonner sein soll, wenn der CSU-Chef ernst genommen werden möchte, muß er seinen schneidigen Worten wirksame Taten folgen lassen. fahne1

Das Abziehen von CSU-Ministern aus dem Bundeskabinett wäre zwar eine beachtenswerte Maßnahme, ein „Signal“ des Mißfallens mit der aktuellen Politik, aber keine Dauerlösung, keine zukunftsweisende Option.

Nicht nur fällig, sondern überfällig ist etwas anderes, nämlich der Kreuther Geist, genauer: die bundesweite Ausdehnung der CSU.

Immerhin gab es diesen Trennungsbeschluß unter Franz-Josef Strauß bereits 1976 nach der für die Unionsparteien verlorenen Bundestagswahl. (Geliebäugelt hat der CSU-Chef damit sogar schon vier Jahre früher: http://www.fjs.de/dokumente/parteivorsitzender/NLStraussSlgKrayCSU_11.pdf)

Allerdings ließ sich der markige CSU-Vorsitzende, der (wenn es darauf ankam) bisweilen ein Zögerer war, von CDU-Chef Helmut Kohl eines Schlechteren belehren und zog den in Wildbad Kreuth erfolgten CSU-Beschluß später zurück.

Bayerische Besorgnis um die „Pfründe“

Dies war auch durch kritische CSU-Stimmen aus Bayern bedingt, denn die CDU hatte angekündigt, im Freistaat voll durchzustarten und der CSU Konkurrenz zu machen. So fürchteten viele CSU-Politiker um ihre „Pfründe“ bzw. um die absolute Mehrheit der CSU. Somit war ihnen der bayerische Spatz in der Hand lieber als die bundespolitische Taube auf dem Dach. 159481-3x2-teaser296

Wenn der CSU-Politiker Markus Söder derzeit deutlich von einer „Regierungskrise“ spricht, hat er zweifellos recht, ebenso mit seiner Feststellung an die Adresse von Merkel: „Leider ist es durch das Aussetzen des Europäischen Rechts durch Deutschland, das Aussetzen von Dublin II …zu diesem massiven Zuzug nach Deutschland gekommen.“

Deshalb wollen die Christsozialen von der Kanzlerin endlich Klarheit darüber, daß die Grenzen zu schließen sind, weil die Grenzen der Belastbarkeit hierzulande überschritten sind.

Immerhin ist Bayern eine Art Drehscheibe des Massenandrangs, also von allen Bundesländern am stärksten betroffen von jener fehlgeleiteten „Willkommenskultur“, welche Merkel wie eine Art Alleinherrscherin durchposaunte.

FAZ: Ist die Bundesregierung „von Sinnen“?!

Solange sich die Regierungschefin gegenüber den Forderungen ihrer Schwesterpartei taub zeigt und die CSU sich auf rhetorische Drohungen ohne praktische Maßnahmen beschränkt, werden die CSU-Forderungen auch weiterhin verpuffen. (Kein Wunder, daß sogar die FAZ sich fragt, ob die Bundesregierung in der Asylpolitik „von Sinnen“ ist: http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingspolitik-ist-die-koalition-von-sinnen-13888065.html)

Es hilft aus meiner Sicht nur eines, nämlich der Geist von Kreuth: eine bundesweite CSU muß her, auch damit Millionen heimatloser, ehemaliger CDU-Wähler „aufgefangen“ werden, indem sie CSU wählen können.

Zudem hätte eine deutschlandweit wählbare CSU auch einen immensen strategischen Vorteil, denn entsprechend eingestellte Bürger könnten dann zB. außerhalb Bayerns mit der Erststimme ihren CDU-Direktkandidaten wählen  – und mit der Zweitstimme die CSU. Das wäre zwar keine direkte „Verdoppelung“ der Stimme, aber gleichwohl  – auch aufgrund der sog. Überhangmandate –  ein wahltaktisches Plus für das bürgerliche C-Lager.

Daß CSU-Politiker derzeit oft mit dem Wunsch nach einer deutschlandweiten CSU konfrontiert werden, beschreibt die CSU-Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber in diesem Artikel: Gleichwohl komme es sehr viel häufiger vor, dass sie E-Mails von Bürgern aus anderen Bundesländern bekomme, in denen die CSU aufgefordert wird, sich endlich bundesweit zur Wahl zu stellen.“

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Jugend-Verlag und das gemeinnützige Christoferuswerk in Münster, wobei sie dieses CHRISTLICHE FORUM ehrenamtlich betreibt

Kürzlich hat sich der deutsch-israelische Publizist Klaus Moshe Pülz ebenfalls für eine bundesweite Ausdehnung der CSU ausgesprochen: https://charismatismus.wordpress.com/2015/10/28/deutsch-israelischer-publizist-klaus-m-puelz-plaediert-fuer-eine-bundesweite-csu/

Weiterer Artikel hierzu: https://charismatismus.wordpress.com/2015/11/02/bundesweite-willkommenskultur-fuer-die-csu/