Hitzewelle und schlimme Waldbrände in Israel – Wo bleibt Deutschlands Hilfe?

Eine extreme Hitzewelle mit teilweise weit über 40°C hat Ende vergangener Woche verheerende Waldbrände in Israel verursacht.

Bei den etwa 1000 Bränden in verschiedenen Regionen des Landes wurden rund 50 Häuser und 0,8 Hektar Land zerstört. Dutzende Menschen mussten mit leichten Verbrennungen und Rauchvergiftungen behandelt werden.

Was die Brände im Einzelnen ausgelöst hat, wird noch untersucht. Teilweise scheinen Brandstiftung und defekte Stromleitungen die Auslöser gewesen zu sein.   

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hatte am Freitag (24.5.) um internationale Hilfe im Kampf gegen die Flammen gebeten. Griechenland, Zypern, Ägypten, Kroatien und Italien schickten Löschflugzeuge, Helikopter und andere Unterstützung. Der Premierminister bedankte sich bei allen beteiligten Helfern für die große Solidarität.

Quelle: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Massive-Waldbraende-in-Israel.aspx

FRAGE unserer Redaktion: Wo bleibt hier die Hilfe der deutschen Regierung?


Israelis haben herausgefunden, wie sich Waldbrände präzise kontrollieren lassen

Etwa 1000 Waldbrände gibt es jedes Jahr in Israel. Mit Hilfe des einzigartigen israelischen Vorhersage-Systems Matash läßt sich die Entwicklung von Waldbränden vorhersagen, wodurch jedes Jahr zahllose Menschenleben und Millionen von Bäumen gerettet werden können.

Das Matash-System wurde nach der Tragödie des großen Karmel-Waldbrandes im Jahr 2010, bei dem 44 Menschen ums Leben kamen, entwickelt.  

Das System erlaubt es den Verantwortlichen im Ministerium für öffentliche Sicherheit, die Entwicklung eines Brandherdes anhand von Winden, Luftfeuchtigkeit, Topographie und anderen Parametern am Computer zu simulieren, und die Einsatzkräfte gezielt zur Evakuierung und zur Brandbekämpfung loszuschicken. Die Daten erhält das System vom Weather Research Forecasting (WRF).

Shai Amram und Forschungsdirektor Besora Regev von Matash führten das System bereits im Herbst 2012 bei einer Sicherheitskonferenz in Tel Aviv einer Reihe von Vertretern aus Spanien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Süd-Korea und Kenia vor, die großes Interesse daran zeigten  –  zumal das System in englischer Sprache programmiert wurde und international eingesetzt werden kann.

„Wenn wir die Meldung von einem Brandherd bekommen, dann können wir nach 15 Minuten die Entwicklung in der nächsten Stunde, und nach 30 Minuten die Entwicklung sechs Stunden voraus bestimmen“, erläutert Amram.

Das Kontrollsystem Matash steht allen Einheiten der Feuerwehr, der Polizei, der Rettungsbehörden in Israel, sowie dem Jüdischen Nationalfonds (JNF-KKL) und den Parkbehörden zur Verfügung, die etwa 160.000 Hektar Wald verwalten.

Quelle (Text/Foto): Außenministerium des Staates Israel