Von der verlorenen Kunst, sich gut zu kleiden

Von Dr. Edith Breburda

Das Wall Street Journal berichtete am 4. Mai 2014 über das neue Buch von Dr. Linda Przybyszewski: „The lost Art of Dress“ ( = Die verlorene Kunst, sich zu kleiden.)

Hunderte von Büchern befassen sich in den USA mit dieser Thematik. Junge Amerikanerinnen haben in der Schule gelernt, wie sie sich im zwanzigsten Jahrhundert zu kleiden haben. Kirchendress

Es ging darum, die Herausforderungen des Alltages durch eine praktische Kleidung zu meistern. Mary Brooks Picken, Mitbegründerin des Kostüm-Institutes, schrieb, was hunderte von Mädchen lesen mussten.

Einige ihrer Empfehlungen sind durchaus noch heute aktuell. Besonders, wenn man eine Szene vor Augen hat, welche die Buchautorin Linda beschreibt:

Eines Tages kam eine junge Jurastudentin zu ihr. Sie ärgerte sich, weil sie gerade einen kleinen Vortrag gehalten hatte, bei dem keiner zuhörte. Statt dessen starrte jeder auf ihre Kleidung. Die Studentin trug sonst T-Shirts und Jeans.

FOTO: Unpassender „Kirchendress“ einer jungen Frau. (In manchen Kirchen der USA gibt es ähnliche Hinweis-Schilder wie in Italien bzw. dem Petersdom)

Für ihren Vortrag wollte sie sich in „Schale“ schmeißen. Nur leider schien sie nicht zu wissen wie, schreibt Linda, die Mitleid mit der Studentin hatte:

Der schwarze Rock der Studentin war viel zu kurz, so dass die Sprecherin ihn dauernd herunterzog, um ihn länger erscheinen zu lassen. Ihr Ausschnitt war sehr weit. Der Student neben ihr hatte die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht und folgte überhaupt nicht ihren Ausführungen. Die junge, intelligente Sprecherin hat leider nicht realisiert, wie falsch ihr Outfit war, schreibt Linda.

Der Kopf: Blickfang der Kleidung

Die Ratschläge der Modeschöpfer im letzten Jahrhundert waren gar nicht so falsch und vieles scheint man heutzutage wiederzuentdecken. Die Blickfang der Kleidung sollte der Kopf sein. Fashion

Wir wollen, dass die Leute uns in unser Gesicht schauen, hieß es damals. Somit wurde der Kleiderkragen so angebracht, dass unsere Augen nach oben geführt wurden. Eine Kette, verschiedene Tücher, ein Schal, Bänder oder Falten in der Bluse erfüllten damals den gleichen Zweck.

Man muss wissen, dass schwarze Oberteile die Falten im Gesicht noch verdeutlichen. Und wenn Frauen wirklich schwarz tragen wollte, dann empfahlen ihnen die Modeberater, wenigstens eine Perlenkette darüber zu legen.

Was war aber mit den Schuhen, wenn alles zum Kopf hin deutete?

Schuhe mit hohen Absätzen nahmen der Frau die Freiheit, auch nur einmal um den Häuser-Block zu laufen. In dem 1936 erschienen Buch „Art in Home and Clothing“ schreiben die Autoren, wenn man genauer hinschaut, sieht man, wie die Knöchel bei jedem Schritt unsicher wackeln.

Ohne die bis in die 1960er Jahre getragenen Damenhüte waren nun die Schuhe das einzige, um „frivole“ Impulse zu wecken, bemerkt Linda. Schuhe mit hohen Absätzen waren demnach keine Gehwerkzeug, sondern eine Skulptur, auf dem unsere Füße stehen. Es wurde empfohlen, solche Schuhe lieber auf ein Podest zu stellen, anstatt sie zu tragen.

Für manche Leute sind Kleider wichtiger als ihre Kinder oder der Haushalt. Sie jagen hinter jedem „Schnäppchen“ her, das dann im Kleiderschrank liegt, ohne jemals angezogen zu werden.

Kleider tragen, die zu unserem Leben passen

Es ist eine Kunst, sich zu kleiden. Wir sollten die Kleider tragen, die zu unserem Leben passen. Eigentlich liegen 80 Prozent der Kleidung unangetastet im Schrank. Wir holen jede Woche unsere 5 Lieblingsstücke heraus und das war es dann auch.

Dr. Linda P., die mit ihrem Buch die herkömmliche Art des Kleidens wiedererwecken will, meint dazu, wir sollten darauf achten, was wir am liebsten tragen und nur solche Kleidungsstücke kaufen. Kleidung USA

Vielleicht lagen die Damen, die der Frauenwelt bis 1960 empfahlen, was sie anziehen sollen, doch nicht so falsch. 1904 erklärte die Hauswirtschaftsvereinigung der USA, es sei besser, ein schönes Kleid zu haben als dem letzten Modetrend nachzurennen. Man schaute damals darauf, einfach und dennoch praktisch gekleidet zu sein, um das Interesse auf die wirklich wichtigen Dinge zu lenken.

Katholische Mütter gründen Netzwerk

In den USA haben sich vor Jahren katholische Mütter zu einem Netzwerk „Pure Fashion“ (http://affiliate.purefashion.com/modesty) zusammengetan. Sie wollen dafür sorgen, dass sich ihre Töchter richtig kleiden.

Dazu veranstalten sie Modeshows und geben, ganz wie in den „alten Tagen“, Broschüren heraus, wie man stilistisch, adrett und anmutig angezogen sein kann.

Ein Bedarf an derartigen Anstandsdamen oder „Kleider Doktoren“, wie Linda sie in ihrem Buch nennt, scheint es zu geben. Denn allzu oft unterscheidet sich das Outfit von US-Studentinnen, die an Studentenmessen teilnehmen, nicht von einer Tennis- Sportswear.

Wenn solche leichtbekleidete Kids dann auch noch die Heilige Kommunion austeilen oder die Lesung vortragen, fühlt sich jeder unwohl im Hause Gottes. Man geht ja nicht in die Kirche, um sich zu ärgern.

Unsere Autorin Dr. Edith Breburda (von ihr stammen auch die Fotos) ist Veterinär-Medizinerin (Tierärztin) und kath. Sachbuch-Autorin zu biotechnischen Themen; sie lebt in den USA

Dr. Breburdas Bücher:
 
Globale Chemisierung
https://www.createspace.com/4534205
Promises of New Biotechnologies
https://www.createspace.com/3698701
 
Dr. Breburda als Buchautorin:
https://www.amazon.com/author/breburda
 
Ediths Webseite: http://scivias-publisher.blogspot.com/

 


Angesichts des Todes fand Alfred Hitchcock zum Glauben seiner Kindheit zurück

Er war einer der genialsten Regisseure und seine Thriller sind bis heute Klassiker: Alfred Hitchcock.   – Jetzt berichtet ein Priester, daß der bekannte Filmemacher am Ende seines Lebens wieder an Christus glaubte und die Sakramente der katholischen Kirche empfing.

Hitchcocks Biographen schreiben, er habe mit dem christlichen Glauben nichts am Hut gehabt. Das Gegenteil behauptet jetzt ein Jesuit: „Das stimmt nicht. Und ich kann es sagen, denn ich war dabei“, so erklärt Pater Mark Heninnger gegenüber dem „Wall Street Journal“: 

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Es war 1980. Pater Mark Henninger SJ, der junge Jesuit, hatte gerade sein Philosophiestudium abgeschlossen. Ein befreundeter Priester, Tom Sullivan, lud ihn eines Sonntag-Nachmittags ein, ihn zu Alfred Hitchcock zu begleiten. Sie wollten gemeinsam das Glaubensbekenntnis sprechen und eine hl. Messe feiern:

„Ich betrat das Haus in Bel-Air und sah ihn in einem Sessel im Eck seines Wohnzimmers schlafen. Er trug ein schwarzes Pyjama. Tom weckte ihn sanft und stellte mich als jungen Priester aus Cleveland vor. Wenig später kam auch Hitchcocks Ehefrau Alma dazu. Gemeinsam sprachen wir über die Bibel und feierten einen Gottesdienst. Hitchcock war wohl wirklich lange nicht mehr in die Kirche gegangen, denn die Liturgien sprach er auf Latein  – auf jene Art, wie er das früher gelernt hatte“, erzählt P. Henninger.

Noch einige Male feierte Pater Henninger die hl. Messe mit dem Filmregisseur: „Der Wunsch dazu kam immer von Hitchcock selbst. Nachdem man sich eine Weile in seinem Wohnzimmer unterhalten hatte, sagte Hitchcock immer: ‚Lass uns Messe feiern‘.“

Wenig später starb er; seine Beerdigung fand in der «Good Shepherd Kirche» in Beverly Hills statt, so erinnert sich der Jesuitenpater. Der Geistliche fügt hinzu:

Warum Hitchcock meinen Bekannten Tom Sullivan gebeten hatte, ihn zu besuchen, weiss man nicht. Aber ich bin sicher, dass tief in ihm etwas nach Gott rief und unsere Besuche diese innerste menschliche Sehnsucht nach Gott stillten.“

Quelle: gekürzt aus der evangelischen Webseite http://www.jesus.ch (Autorin: Miriam Hinrichs)