Frankreich: Taizé-Orden mit neuen Missbrauchsvorwürfen konfrontiert

Bei der Taizé-Gemeinschaft im französischen Burgund handelt es sich um einen evangelisch-ökumenischen Orden, dem auch einige katholische und orthodoxe Brüder angehören.

Seit Jahrzehnten pilgern Jugendgruppen – auch aus katholischen Pfarreien – nach Taizé, um dort einige Tage oder auch Wochen lang mit den rund 70 Mönchen zu beten,  zu meditieren und zu singen. Zuletzt waren es jährlich 70.000 Teilnehmer. Vor allem die stimmungsvollen Gesänge sind unter jungen Leuten seit langem sehr beliebt.

Angesichts neuer Missbrauchsvorwürfe im französischen Taizé hat der Leiter der Gemeinschaft, Frere Alois Löser, Aufklärung angekündigt. Eine Frau hat dem Prior mitgeteilt, ein Taizé-Bruder habe sie bis Mitte 2019 „geistlich, psychologisch und sexuell missbraucht“. 
Man habe umgehend die zuständigen Behörden in Kenntnis gesetzt, hieß es; die Polizei habe die Aussage der Frau aufgenommen. 

Anfang Juni hatte Taizé über Hinweise informiert, dass drei Mönche vor Jahrzehnten Jugendliche sexuell missbraucht hätten. Es gehe um jeweils ein oder zwei Fälle sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige aus den 1950er bis 80er Jahren. 

Zwei der beschuldigten Männer sind seit mindestens 15 Jahren tot, der dritte lebt weiter in Taizé, ist aber nicht mehr an der Organisation der Taizé-Jugendtreffen beteiligt.

Gemälde: Evita Gründler

 


Meine Erfahrungen bei der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ in Warstein

Von „Laienbeichte“ bis Zungenreden war alles dabei

Als ich mich noch in meiner charismatischen Phase befand  – sie dauerte von 1996 bis 2002  – bin ich einmal pro Monat zur katholischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ nach Warstein gefahren. Viele Besucher kamen jeden Samstag, was ich aber meiner Familie nicht zumuten wollte.

In Warstein gab es eine Niederlassung dieser „neuen geistlichen Gemeinschaft“ in einem klosterähnlichen alten Gebäude. Die Kommunität bestand aus ehelosen Brüdern und Schwestern sowie aus Familien. (Der Vatikan hat später dieses „gemischte“ Gemeinschaftsleben verboten, nachdem führende Personen des Werkes sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten.)

Zu den Treffen am frühen Samstagabend kamen meistens ungefähr 50 bis 60 Personen in die Hauskapelle. Es begann mit Lobpreisliedern, die vor allem junge Leute anziehen, zumal diese Musik starke Elemente von Pop und Rock enthält. Ich weiß aus Erfahrung und auch durch Beobachtung bei anderen Gläubigen, dass der Lobpreis so eine Art „Türöffner“ ist, ein geschicktes Lockmittel für das Hineinwachsen in die charismatische Szene. Er kommt nicht nur bei Gottesdiensten und Festivals zum Einsatz, sondern auch ständig bei Wallfahrten  – und das teils schon morgens kurz nach 6 Uhr.

Außerdem erlebten wir in Warstein regelmäßig Zungenreden und Zungensingen, weniger von den Besuchern, vor allem von den führenden Mitgliedern der Seligpreisungen. Einerseits konnte ich mit diesem unverständlichen Lallen (das auch keiner ausgelegt oder erklärt hat) nichts anfangen, fand es aber als neue Erfahrung doch interessant, wobei ich selber diese damals begehrenswerte „Geistesgabe“ nie erhielt (was mir im nachhinein nur recht ist). Nach der Feier gab es manchmal noch Tänze aus Israel für Interessierte.

Die Predigten, die ich dort hörte, zeigten viel Gefühl, waren aber theologisch nicht gerade gehaltvoll. Es wurde zudem viel von Medjugorje und den „Marienerscheinungen“ geredet und geschwärmt, Wallfahrten nach dorthin organisiert, wobei ich zweimal selber dabei war (mich aber inzwischen davon völlig entfernt habe und die „Botschaften“ für banal bis irrig halte).

Bei den Seligpreisungen wurde der jeweilige Hausleiter als „Hirte“ bezeichnet. In Warstein war es ein verheirateter Diakon namens Karl.

Dieser gab vor, Einsprechungen von oben zu erhalten, ein „Wort der Erkenntnis“ für die Situation einzelner Gläubiger. Während der Lobpreis-Andachten sagte er z.B.: „Jemand mit Rückenschmerzen ist jetzt geheilt“ oder „Unter uns ist gerade jemand von seiner Drogensucht frei geworden“ usw. Man wußte zwar nicht, ob es stimmte (weil sich keine Leute meldeten), glaubte aber wohl „irgendwie“ daran.

Zu den Treffen kamen deutlich mehr Frauen als Männer, die Altersgruppen waren jedoch gemischt. Das Leitungsteam der Lobpreisfeier war teils ledig, teils verheiratet.

Was ich im nachhinein auch skeptisch sehe, sind die „Problemgespräche“, fast so etwas wie eine Laienbeichte, die dort regelmäßig stattfand.

Es wurde gesagt, auch als Christen hätten wir ja so unsere Sorgen und Schwierigkeiten und das Bedürfnis, uns auszusprechen und Fürbitte durch Glaubensgeschwister zu erhalten, die Trost und Segen spenden.

Das lief so ab, daß man nach vorne kam, dort standen acht Mitglieder der Seligpreisungen parat. Zwei von denen umringten dann einen Besucher beim Seelsorgsgespräch, sie nahmen ihn oft in den Arm. Wenn vier Gäste damit fertig waren, kamen die  nächsten vier an die Reihe usw.

Fast alle Teilnehmer gingen nach vorne, auch ich machte dabei mit. Im nachhinein denke ich mir, dass zwei Gründe ausschlaggebend waren: Erstens fast so etwas wie eine Gruppendynamik, ein indirekter Sog durch die anderen, man wollte „dazugehören“, sich gemeinschaftsfähig und offenherzig zeigen, sich nicht ausgrenzen, kein „Spielverderber“ sein.

Zweitens war das Angebot des Fürbittgebetes verlockend, auch die Chance, einige Sorgen „loswerden“ zu können, vielleicht auch familiäre Schwierigkeiten und Konflikte aller Art auszusprechen. Das konnte psychologisch entlastend wirken. Zudem suchte man gerade bei solchen Problemen „Trost“ durch diese Gemeinschaft, auch eine Bestätigung, auf dem richtigen (charismatischen) Weg zu sein, zumal wenn man damit zuhause auf wenig Gegenliebe stieß.

Ich sehe heute im Rückblick zwei Kehrseiten dieser Problemgespräche: Auch wenn es dort zusätzlich die Möglichkeit gab, das Bußsakrament zu empfangen, so war diese „Laienbeichte“ doch ganz klar der einfachere Weg. Ich denke, daß viele dann die Beichte – zumindest die Andachtsbeichte   – vernachlässigt haben, auch weil sie sich sagten: Es wurde ja von diesen „Ordensleuten“ oder dem Diakon für mich gebetet, sie gaben mir ihren Segen etc.

Zu dieser schleichenden Verdrängung der Beichte kam eine weitere „Grauzone“:

Die Seligpreisungs-Gemeinschaft erhielt durch diese Gespräche einen Einblick in das Seelenleben der Neulinge oder sonstiger Teilnehmer; sie konnten also leicht „sortieren“, wer wohl dauerhaft zu ihnen passen könnte oder nicht, wie die psychische, gesundheitliche und familiäre Situation des Betreffenden aussieht, der sich in diesem Gebetsgespräch geöffnet hat. Ich selber hatte nach einiger Zeit dort in Warstein ein bestimmtes verblüffendes Erlebnis, das mir eine solche Vermutung nahelegt.

Trotz  jahrelangem Verbleib in der charismatischen Bewegung kam allmählich ein leiser Zweifel bei mir auf. Ich koppelte mich schrittweise ab und suchte zunehmend den Kontakt zu traditionelleren, konservativen Gruppen, lernte auch die „alte Messe“ schätzen und bemerkte, daß die Vorträge und Predigten in diesem Milieu mehr Hand und Fuß hatten, die Priester oder sonstige führende Leute viel nüchterner waren.

Als ich im Jahre 2003 mit meinem dritten Kind schwanger wurde, verstärkte sich diese Entwicklung bei mir noch mehr. Ich war jetzt voll in der „Alltagsrealität“ angekommen, zudem waren weite Fahrten nach Warstein schon praktisch kaum noch möglich. Mit den weltfremden Halleluja-Sprüchen und dieser euphorischen Stimmung konnte ich nicht mehr viel anfangen. Ich wollte von der „Wolke“ runter und wieder auf dem Boden des wirklichen Lebens ankommen.

Deshalb bin ich aus der charismatischen Bewegung komplett ausgestiegen. Zwei Dinge waren dabei für mich entscheidend: Ich hatte auch in meiner „Schwärmerzeit“ meinen Restverstand und eine gewisse Bodenständigkeit noch behalten, was sich dann immer stärker bemerkbar machte. Es ist entscheidend, dass man den Verstand nie ganz ausschaltet. Zudem hörte ich auch auf kritische Stimmen in meiner Familie und meinem Freundeskreis, zumindest ließ  ich sie ein bißchen an mich heran und dachte darüber nach.

In den charismatischen Gruppen ist zwar viel und ständig von „Heilung“ die Rede – aber meine eigene Heilung erlebte ich, weil mir die befreiende Wirkung eines „nüchternen“ Glaubens klar geworden ist, der dem Gefühl auch sein Recht gibt, aber mehr Vernunft und Besonnenheit walten läßt. Gerade dies habe ich als wirkliche Befreiung aus der vorherigen „Achterbahn der Gefühle“ erfahren!

Unsere Autorin ist katholische Familienmutter und lebt im Münsterland; sie ist unserer Redaktion seit über 15 Jahren persönlich bekannt

WEITERFÜHRENDER ARTIKEL zum Thema „Laienbeichte“ hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/29/religioeser-missbrauch-durch-die-laienbeichte/


Regensburg: Bischof würdigt Glaube und Kultur der vertriebenen Donauschwaben

„Das Kreuz gehört in den öffentlichen Raum“

Anlässlich der 59. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Basilika St. Anna in Altötting am Sonntagvormittag eine Pontifikalmesse gefeiert. Während der sehr ermutigend wirkenden Predigt bat der Regensburger Bischof die zahlreich Anwesenden, die Sonntagskultur stark zu halten, das Kreuz im öffentlichen Raum wertzuschätzen und die Marienverehrung zu pflegen.

Er erinnerte an die große Bedeutung der Donauschwaben sowie überhaupt der Lebensleistung der vertriebenen Gläubigen innerhalb Europas – bis heute und gerade angesichts der Lage des Kontinents in dieser Zeit.

Der Bischof, der von der Herkunft seiner Mutter aus dem Sudetenland sehr geprägt wurde, sagte: „Es bewegt mich tief, zu erleben, mit welcher Hingabe Sie die geerbten Traditionen pflegen.“

Angesichts des zunehmenden Einflusses des Islam in Europa betonte der Regensburger Bischof die Notwendigkeit, den christlichen Glauben zu leben und zu bekennen. Er forderte dazu auf, die Sonntagskultur zu leben, denn mit dem staatlichen Schutz sei es nicht getan. Zu den Formen einer zeitgemäßen Sonntagskultur gehöre nicht zuletzt die Tracht. Zahlreiche Donauschwaben waren in ihrer traditionellen Tracht zu diesem Gottesdienst erschienen (siehe Foto).

Außerdem erklärte Bischof Dr. Voderholzer, dass zu den Grundlagen des christlichen Europa das Kreuz gehört. „Das Kreuz gehört in den öffentlichen Raum: Ich verstehe es nicht, wenn der Bayerische Ministerpräsident sogar aus kirchlichen Reihen heraus kritisiert wird, weil er das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen staatlichen Räumen angeordnet hat.“ 

Das Kreuz stehe für die vor-staatlich religiösen Wurzeln unserer Gesellschaft und für ein Fundament, das sich der Staat nicht geben kann und das er nicht garantieren kann. Allerdings werde auf die Dauer auch ein Erlass nicht helfen, wenn es nicht Menschen gibt, die die Religion des Kreuzes von innen her leben und lieben, erklärte der Bischof.

Schließlich erinnerte der Regensburger Oberhirte auch an die große Bedeutung der Marienverehrung. Wallfahrtswege seien die Pulsadern des christlichen Europa und die Marienwallfahrtsorte seien Knotenpunkte der christlichen Vernetzung.

Bischof Voderholzer würdigte die Tatsache, dass die Wallfahrt die Donauschwaben nach Altötting führt. Abschließend stellte er fest: „Die Vertriebenenverbände und Volksgruppen sind prädestiniert, Förderer eines vereinten Europas auf der Basis des christlichen Glaubens zu sein. Niemand weiß mehr um die Bedeutung und die Notwendigkeit eines vereinten Europas auf der Basis des Christentums als Sie!“

Die Donauschwaben sind eine Gemeinschaft mit einer besonderen gemeinsamen Geschichte: Aus deutschen Ländern kamen sie ab dem Ende des 17. Jahrhunderts aufgrund von gewährten Privilegien in Gegenden an der Donau, die heute in den Staaten Ungarn, Rumänien und Serbien liegen. Die österreichische Kaiserin Maria-Theresia u.a. hatte sie gerufen, um das Land zu kultivieren, das im Zuge der Türkenkriege verwüstet worden war. Bald brachten sie die Gegenden durch handwerkliches wie auch landwirtschaftliches Geschick zur Blüte.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs sowie nach Kriegsende flohen sie zum Teil. In großer Zahl wurden Donauschwaben, die geblieben waren, aber auch interniert, vertrieben oder zu vielen Tausenden in fürchterlichen Massakern ermordet. Schon immer spielte der katholische Glaube bei den Donauschwaben eine große Rolle, auch und gerade bei den Überlebenden, die diesen ihren Glauben bei ihrer Flucht und Vertreibung nach Österreich, Deutschland, weitere Länder Europas sowie überhaupt in die ganze Welt mitnahmen. 

Quelle (Text/Fotos): https://www.bistum-regensburg.de/news/sonntag-kreuz-maria-bei-der-christlichen-praegung-europas-haben-die-donauschwaben-eine-besondere-aufgabe-6151/


Der polnische Pater Dominik Chmielewski zwischen Charismatik, Fatima und Medjugorje

Von Felizitas Küble

Er ist jung, sportlich, fromm, erscheinungsbewegt und charismatisch: Der polnische Salesianerpater Dominik Chmielweski. 

Wie nicht selten im „konservativen“ Spektrum, ist auch dieser Priester von dem (kirchlich nicht anerkannten) Erscheinungsort Medjugorje hell begeistert, pilgert dorthin und wirbt auch für Fahrten in diese Pfarrei in Bosnien-Herzegewina (siehe Plakat-Auszug), in welcher sich angeblich die Madonna seit über 35 Jahren ein Stelldichein gibt und tägliche Botschaften an die „lieben Kinder“ übermittelt (gemeint sind damit vor allem die Seher/innen – freilich längst erwachsene Leute).medziu-od-ks-dominika

Zugleich ist der Ordensgeistliche sehr aktiv im schwarmgeistigen Milieu tätig. Auch in Deutschland hält er tagelange Exerzitien, so auch am vergangenen Wochenende bei einem charismatischen Treffen in Geseke, an dem über 600 Leute teilgenommen haben.

Da sich daran neben vielen hierzulande lebenden Polen auch deutsche Katholiken beteiligten, wurden seine Predigten auf deutsch übersetzt. Auch bei dieser Gelegenheit lud er die Gläubigen zu einer Medju-Wallfahrt ein, worauf sich viele von ihnen sofort interessiert zeigten.

Bezeichnenderweise lautet der Titel seines neuesten Buches (Jego milosc cie vleczy) übersetzt: „Seine Liebe wird Dich heilen.“  – Die Zauberworte „Heilung und Befreiung“ stehen in charismatischen Kreisen  – ob katholisch oder protestantisch  – seit jeher besonders hoch im Kurs.

Mit „Heilung“ ist dabei nicht etwa „nur“ das Heil der Seele, sondern ausdrücklich auch eine plötzliche körperliche Genesung gemeint. „Befreiung“ bezieht sich weniger auf die Beichte, sondern vor allem auf Exorzismen (sog. „Befreiungsgebete“), welche eine vermeintliche Besessenheit beenden sollen.

Allerdings ist man in schwarmgeistigen Kreisen schnell damit bei der Hand, Gläubigen eine angebliche Umsessenheit, Besessenheit, Verfluchung bzw. dämonische „Belastung“ einzureden, um sie dann hinterher davon  zu „befreien“…chmielewski

Angeblich hat der Pater  – eigenen Angaben zufolge – früher selber schon satanische Attacken erlebt. Vielleicht hält er sich deshalb für einen besonders „vollmächtigen“ Exorzisten.

Ebenfalls in typisch charismatischer Manier pflegt er gerne das „Zungenreden“ – und dies nicht nur bei seinen eigenen Gebetsgruppen, sondern auch während des Ablaufs einer heiligen Messe.

In Geseke beteiligten sich viele Katholiken an dieser angeblich vom Heiligen Geist verursachten „Sprachengabe“ (in einer Sprache, die keiner versteht, die eher wie ein unartikuliertes Gelalle und Gemurmel wirkt).

Zudem führt er „Heilungsgebete“ und „Heilungen“ auch während der Meßfeier durch, obwohl der Vatikan bereits unter dem Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger strikt erklärt hat, daß dergleichen untersagt ist, um den stets gleichbleibenden Sinn des Gottesdienstes nicht zu verfremden oder für andere Zwecke zu vereinnahmen.  –  Näheres siehe hier (vor allem unter „Disziplinären Bestimmungen“ § 5,2 ff): https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/18/instruktion-der-papstlichen-glaubenskongregation-vom-14-9-2000-uber-leiden-heilung-krankensalbung-und-heilungs-charisma/

An übertriebener Bescheidenheit scheint der Geistliche ohnehin nicht zu leiden. Wie dieses von ihm selbst gewählte Plakat bzw. Logo mit dem Titel „The Dominator“ (Der Herrscher/Beherrscher) zeigt, gibt er sich gerne sendungsbewußt und kriegerisch.

Natürlich geht es dabei „nur“ um einen Kampf gegen Sünde und Teufel. Immerhin war er vor seiner priesterlichen Zeit begeisterter Karate-Kämpfer. Nun führt er eben einen „Kampfsport“ gegen den Satan, wie er seinen Wirkungskreis gerne beschreibt. 2732900420_68d28f8a20

Vermessentliche Heilsgewißheit  –  auf Abwegen!

Besonders wichtig sind dem Salesianer zudem die Erscheinungen von Fatima; vor allem das Einhalten der dort favorisierten fünf Herz-Mariens-Sühne-Samstage empfiehlt er den Gläubigen immer wieder unverdrossen. (In der Fatima-Literatur heißt es hinsichtlich der damit verbundenen Verheißung: „Jenen, die diese Übung von fünf ersten Samstagen wenigstens einmal im Leben einhalten, verspricht Maria, ihnen in der Todesstunde mit jenen Gnaden ihres Sohnes beizustehen, die zu ihrem ewigen Heil erforderlich sind.“)

Dabei verbindet der erscheinungsbewegte Pater diese Fatima-Samstage mit erstaunlichen Heilszusagen:

So erzählte er seinen Zuhörern in Geseke, wenn jemand wenigstens diese fromme Übung praktiziere, aber ansonsten ein liederliches Leben führe, den Glauben und die Gebote nicht praktiziere, also folglich zur Hölle verurteilt sei, dann werde die Madonna bei ihrem göttlichen Sohne vorstellig für diesen Todsünder, weil er ja trotz alledem ein Marienverehrer gewesen sei. Die selige Jungfrau bewahre ihn durch ihre Fürsprache vor der sonst sicheren Hölle, so daß der unbußfertige Sünder nur ins Fegefeuer komme und so schlußendlich glücklich in den Himmel eingehen könne.

Damit treibt der Geistliche die (ohnehin schon mißverständliche) Fatima-Verheißung hinsichtlich der fünf Sühne-Samstage noch weiter auf die Spitze – in einer geradezu vermessenen und heilsgefährlichen (Un-)Art.Von Julia Kesenheimer geschickt

Die katholische Kirche lehrt ausdrücklich (vor allem auf dem Konzil von Trient), daß weder der Glaube ohne gute Werke noch irgendeine spezielle Andacht für sich allein genommen bereits selig macht – daß vielmehr auch die Einhaltung der Gebote Gottes notwendig ist, um durch die Gnade Gottes das ewige Heil zu erlangen.

Außerdem verkündete das Tridentinum, daß es für rechtschaffene Gläubige auf Erden zwar eine Heilszuversicht gibt, aber  – im Unterschied zur protestantischen Auffassung – durchaus keine absolute Heilsgewißheit. Somit leben die Katholiken hienieden in einer gewissen „Spannung“, aus der manche von ihnen gerne in eine vermeintliche Heilssicherheit flüchten.

Wer anderes behauptet als diese beiden erwähnten kirchlichen Dogmen, vertritt im Grunde einen protestantischen Standpunkt (wonach nämlich der Glaube allein schon zur Seligkeit führe)  – nur garniert mit einem katholischen bzw. marianischen Mäntelchen.

Dieses Angebot (wonach diese oder jene Sonder-Andacht zielsicher zur Seligkeit führe) wirkt auf manche Katholiken durchaus verlockend. Das erstaunt wenig  – wer möchte sich nicht gerne in einer bequemen Heilsgewißheit wiegen?

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und zudem ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Wallfahrten der kath. Vertriebenen 2016

Insel Birnau am Bodensee:materamabilis
Sonntag, 8. Mai 2016:  10.45 Uhr: Wallfahrt der Vertriebenen mit Pfr. Dr. Joachim Giela, Visitator für das Bistum Breslau

Die 24. Nepomukfeier in Ettlingen:
Freitag, 20. Mai 2016

„Mit dem heiligen Johann von Nepomuk über Brücken gehen“
19 Uhr Gottesdienst im Asamsaal, anschl. Statio vor dem Standbild des Heiligen mit Lichterschwimmen

20.5.  –  22.5.2016
„Wir bauen Brücken – Stavime mosty“: Partnerschaftstreffen mit Freunden der Diözese Pilsen in Ettlingen und Karlsruhe. Begegnung mit Jugendlichen der Jungen Aktion

 


Marienverehrung: JA – Wundersucht: NEIN

Warum ich mit Erscheinungsfrömmigkeit nichts anfangen kann…media-373855-2

…sehr wohl jedoch die Gottesmutter verehre und auch gerne „wallfahre“:

Es kommt mir so vor, als würden immer mehr fromme Katholiken ohne die Bestätigung ihres Glaubens durch „Wunder und Zeichen“ nicht mehr auskommen.

Der Zustrom zu charismatischen Gruppen mit wunderhaften Bekehrungen, Heilungen, der Pilgerstrom zu „Erscheinungsorten“ ohne jede Rücksicht, ob die dort geübte Devotion im Einklang mit der Glaubenslehre steht, sprechen eine beredte Sprache.

Offenbar brauchen immer mehr Menschen das emotionale „Durchgeschütteltwerden“ als Motor hinter ihrer Gläubigkeit.

Ich selbst habe keine Zweifel an der Möglichkeit „übernatürlicher Phänomene“, von denen Gläubige berichtecharismatiker_allg_606_pr13_02_ab36d7785en, von denen die Heiligenleben zeugen. Der Glaube kann, wie das biblische Wort sagt, Berge versetzen (Mt 21,18). Eine der häufigsten Wendungen Jesu in der Schrift lautet: „Dein Glaube hat Dich geheilt“. Der Glaube ist also die offene Tür zur Wirklichkeit Gottes.  

Wie kommt es also, daß so viele gläubige Menschen den sichtbaren, erlebbaren, bestaunbaren Beweis suchen?

Was beeindruckt und ergreift sie so, wenn Leute plötzlich nach hinten umfallen, angeblich vom Heiligen Geist berührt? Was bringt Menschen dazu, zu Hunderttausenden Sehern und „Warnern“ zu folgen?

In meinen Augen drückt sich darin allzu oft die Glaubensweise des Hl. Thomas aus: „Ich glaube nur, was ich sehe, höre, rieche, mit meinen eigenen Sinnen wahrnehmen kann, was mir bewiesen wird.“

Auch wenn es so aussieht, als seien die Wallfahrer zu den Erscheinungsorten die Frömmsten unter uns, die Glaubensstärksten, stimmt das wirklich? 

Sind es nicht jene, die Lichtwunder, Heilungswunder, Phänomene jeder Art brauchen, um überhaupt glauben zu können? Wollen sie nicht regelrecht von Jesus Christus und seiner Mutter überzeugt werden durch „Wunder und Zeichen“, verlangen sie nicht danach bis zur Aufgabe jeder Nüchternheit? 1_0_744292

Es ist, als würde man über die Erfahrungen der „Seher/innen“ die Hand in die Wunde legen wollen. Als würde die Zusage „Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ uns nicht reichen. Zu Thomas hat Jesus gesagt: Du hast gesehen und jetzt glaubst Du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Ich kann nicht verhehlen, daß gewisse Formen des Schwärmertums, der Überbegeisterung und fast zwingenden Bekehrungslust mich von Orten und Zusammenkünften fernhalten.

Für mich sind die Verehrungsorte, die Wallfahrtsorte zu Maria und den Heiligen, die wir von alters her besonders wertschätzen, Orte des Gebetes, Orte, wo viele Gläubige sich im Gebet vereinen. Und solche Orte geben uns Kraft und Zuversicht, ja.

Ganz sicher jedoch steht meine Kirche im Dorf, steht meine Gemeinde, wenn sie so betet, keinem Ort in der Welt nach, in der Nähe zu Jesus Christus und seinen Heiligen.  borMedia1836601

Unsere kleine Madonna in unserer Kirche ist ein ebenso gültiges Abbild der Gottesmutter als Begnadete, wie jedes andere in der Welt: so sehr ich sie liebe, die Guadalupa, die Mutter vom Guten Rat, die Immerwährende Hilfe; so sehr auch in meiner Marienverehrung diese Ikonen der Westkirche ihren festen Platz haben: ich verehre immer die Eine, die mich zu Jesus Christus führt.

Und wie sagte die Selige Schwester Blandine Merten: „Herr, gib mir die Gnade, daß ich nicht besondere Orte und Zeiten brauche, um Dich anzubeten und Deinen Willen zu tun!“

Auch wenn ich die „Thomasfrömmigkeit“ als einen gerechtfertigten Weg zum wahren Glauben sehe, so bleibt doch festzuhalten, daß sie, bleibt der reifende Katholik darin stecken, zum Heilshindernis werden kann.

Ein Beitrag der ANKERPERLENFRAU, die das gediegene und ansprechende Webmagazin “Rosenkranz und Pilgerzeichen” betreibt: http://rosenkranzbeten.info/

Hierzu paßt ein weiterer Text – diesmal von Pater Peter Lippert SJ: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/du-hast-kein-recht-auf-wunderselige-erlebnisse/


Bischof Voderholzer lädt tschechische Bischöfe und Pfarreien zum Katholikentag 2014 ein

Bischof Voderholzer (siehe Foto) hat alle tschechischen Bischöfe, Pfarreien und Verbände eingeladen, am Regensburger Katholikentag im kommenden Mai teilzunehmen. Diese Einladung erfolgte im Rahmen der Herbstvollversammlung der bayerischen Bischöfe. borMedia1847901

Als Gastgeber des Katholikentags 2014 hatte der Regensburger Oberhirte die Einladung bereits im Sommer der Dt. Bischofskonferenz überbracht.

Bischofs Vorderholzers besondere Einladung gilt der Teilnahme an der deutsch-tschechischen Wallfahrt am Katholikentagssamstag, den 31. Mai 2014, nach Neukirchen beim „Heiligen Blut“.

Die Wallfahrt in den kleinen Ort direkt an der tschechischen Grenze zu Ehren Mariens wird traditionell von bayerischer wie von böhmischer Seite begangen. Mit der Wallfahrt während des Katholikentags soll zum Ausdruck kommen, daß Pilgerreisen im Bistum Regensburg eine lebendige Tradition haben.

Nachdem die tschechischen Bischöfe an der Frühjahrsvollversammlung im bayerischen Waldsassen teilgenommen hatten, folgte die Freisinger Bischofskonferenz nun der Einladung von Erzbischof Duka ins Prager Kloster Brevnov. Kardinal Duka ist Vorsitzenden der tschechischen Bischofskonferenz.

Auf der Tagesordnung stand u.a. auch die zentrale Wallfahrt nach Maria im Grünen Tal bei Retzbach im Bistum Würzburg, der nächsten Station in der Vorbereitung auf die 100-Jahrfeier der Patrona Bavariae.  NL99_Kopf

Quelle und Kontaktdaten:
99. Dt. Katholikentag Regensburg 2014 e.V.
Im Gewerbepark C 55 in 93059 Regensburg
Tel: 0941.584 3900  /  Fax: 0941.584 390 111
www.katholikentag.de
newsletter@katholikentag.de