Themenwechsel bei kath. Modernisten: Homosexualität wird zentrales Anliegen

Mathias von Gersdorff

Nachdem Kardinal Walter Kasper in seiner „Rede vor dem Konsistorium“ Anfang 2014 vorschlug, unter gewissen Bedingungen wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen, begann eine heftige Debatte über die Themen Ehe, Familie und Sexualmoral, die bis heute andauert. 0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Obwohl Kardinal Kasper in seiner Rede nur auf die Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen einging, kamen danach weitere „Modethemen“ in die Diskussion: Homosexualität, „Vielfalt der Familienformen“, künstliche Verhütungsmittel usw. – Also die ganze Palette aus der Agenda der sexuellen Revolution.

Im Zentrum der theologischen Debatte stand allerdings stets die Causa der wiederverheiratet Geschiedenen.

Die theologischen Konzepte und Vorschläge modernistischer Theologen und Kirchenleute blieben nicht unwidersprochen. Viele Kardinäle, Bischöfe und Theologen machten sich auf, die katholische Lehre über die Ehe zu verteidigen.

Eine ganze Reihe von Büchern und sonstigen Texten sind seitdem veröffentlicht worden. Die afrikanischen Bischöfe haben schon zwei Treffen organisiert, in welchen sie Widerstand gegen eine Schleifung der katholischen Lehre zu diesem Thema angekündigt haben. Inzwischen haben ca. 500.000 Personen die „Ergebene Bitte an Papst Franziskus“  –  im Grunde ein Bekenntnis zur klassischen Lehre der Kirche – unterschrieben. 0c0cc-bitte-an-papst-franziskus-300x234

Möglicherweise rechnen sich die Linkskatholiken wenige Chancen aus, im Oktober etwas in der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen erreichen zu können.

Das könnte der Grund sein, wieso sie sich seit einigen Wochen verstärkt einem anderen Thema widmen: der moraltheologischen Neubewertung von Homosexualität.

Ein Vortrag von Bischof Vitus Huonder (Chur) Ende Juli 2015 beim Kongress „Freude am Glauben“, in welchem er Stellen aus dem Alten Testament (Buch Levitikus) zitierte, lieferte einen willkommenen Anlass für reformkatholische Kreise, in der Öffentlichkeit für ihre Sicht der Homosexualität zu werben.

Die wichtigste Stellungnahme ist wohl eine Anweisung von Bischof Marcus Büchel (Sankt Gallen) an die Seelsorger, in welcher er behauptet, es sei eigentlich unerheblich, ob man homo- oder heterosexuell sei. Von Bedeutung sei lediglich, dass man verantwortungsvoll mit der Sexualität umgeht. Radio Vatikan

Ähnlichlautende Aussagen hörte man in den letzten Wochen zuhauf. Und bald erscheint bei Herder das 448 Seiten lange Sammelband „“Wer bin ich, ihn zu verurteilen?“ – Homosexualität und katholische Kirche“: „Der Band prüft die biblische Grundlage der Beurteilung der Homosexualität und befragt die eigene Tradition kritisch“, so die Verlagsbeschreibung.

Was streben diese Linkskatholiken wohl an?

Bei der Synode könnten sie versuchen, einen Kuhhandel durchzusetzen: Keine Kompromisse in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen. Doch im Gegenzug dafür beispielsweise eine „Pastoral gegen die Ausgrenzung von Homosexuellen“, eine Art „katholischer Aktionsplan gegen Homophobie“ oder Ähnliches ausrufen.

Dabei würde man sich strikt auf den pastoralen Bereich beschränken und nicht (direkt) die Sexualmoral angreifen. Beim religiös und theologisch schlecht ausgebildeten Volk (also die überwiegende Mehrheit der Menschen, auch der Katholiken) sähe das aber wie eine Schleifung der kirchlichen Morallehre zu diesem Thema aus.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


225.000 Unterschriften für konservativen Familien-Appell an Papst Franziskus

Große Medienresonanz für Bittschrift pro Ehe & Familie

Die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ hat inzwischen über 225.000 Unterstützer aus der ganzen Welt gefunden.Im Appell äußern sich die Unterzeichner besorgt über die Angriffe auf die katholische Lehre zu Fragen von Ehe und Sittlichkeit.

Die „Ergebene Bitte an Papst Franziskus“ wird von vier Kardinälen, 22 Erzbischöfen und Bischöfen und zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützt.

Anlass der Unterschriftensammlung waren Forderungen aus Mitgliedern des Episkopats (Bischofskollegiums)  – darunter etliche deutsche Oberhirten  –  die katholische Lehre über die Ehe und weitere Grundwahrheiten zu schleifen. Ebenso gibt es Versuche, die Sexualmoral zu liberalisieren, etwa betr. der kirchlichen Ablehnung homosexueller Handlungen. Prominenteste Persönlichkeiten dieser „liberalen“ Strömung sind der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper sowie Kardinal Reinhard Marx (München).

Besondere Sorge bereitet auch die verstärkte Ausbreitung der Gender-Ideologie.

In einer Presseerklärung der Organisatoren wird darauf hingewiesen, dass schon tausende Deutsche unterschrieben hätten. Diese Zahl steht in krassem Kontrast zur mickrigen Beteiligung von deutschen Gläubigen an der Umfrage der Bischofskonferenz, die Erkenntnisse über die Einstellung der Katholiken in Deutschland zur katholischen Ehe- und Familienlehre bringen sollte: Aus dem Bistum Essen kamen 14 Einzelantworten auf den Fragebogen (von etwa 850.000 Seelen insgesamt). Aus Mainz ganze 21 (von etwa 740.000). Aus Magdeburg kamen 18 (von etwa 86.000).

Die „Ergebene Bitte an Papst Franziskus“ findet auch großen Widerhall in der Presse.

In Europa berichtete „La Stampa“ und „L´Avvennire“ aus Italien, „La Croix“ aus Frankreich, die „Rede Globo“ aus Brasilien u.a.


Kardinal Kaspers Reformideen und ihre kulturrevolutionären Folgen

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Als Antwort zu Kardinal Walter Kaspers Schrift „Evangelium von der Familie. Die Rede vor dem Konsistorium“, in welcher eine Aufweichung der Sakramentenlehre und Praxis der Kirche bezüglich der wiederverheirateten Geschiedenen vorgeschlagen wird, sind zwei wichtige Bücher erschienen:

„In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der Katholischen Kirche“, herausgegeben von Robert Dodaro und mit Beiträgen der Kardinäle Gerhard Ludwig Müller, Carlo Cafarra, Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke und Velasio de Paolis sowie weiterer Theologen.

Das zweite Buch ist „Das wahre Evangelium der Familie. Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ der Professoren am „Päpstlichen Institut Johannes Paul II.“ Juan José Pérez-Soba und Stephan Kampowski. Beide Bücher ergänzen sich und geben insgesamt eine recht vollständige Behandlung des Themas.

Hier soll das zweite Buch näher vorgestellt werden, weil es tiefer in die kulturellen Aspekte des Problems geht. Oder genauer gesagt: Das Buch von Pérez-Soba und Kampowski hat zwei Lesarten: eine theologische und eine kulturelle.

Wer eine systematische und detaillierte theologische Widerlegung von Kaspers „Rede vor dem Konsistorium“ sheader_buchucht, kommt genauso auf seine Kosten wie jemand, der den kulturellen Rahmen der Gedanken Kaspers kennenlernen will. Diese „kulturelle“ Seite des Problems soll nun untersucht werden.

Pérez-Soba und Kampowski stellen gleich am Anfang ihres Buches fest, daß die katholische Ehe- und Sexualmoral in der heutigen Welt auf heftigen Widerstand und Unverständnis stößt.

Nach katholischer Auffassung ist praktizierte Sexualität, die nicht von der Liebe geleitet wird, Egoismus. Damit Sexualität im Geist der Liebe praktiziert werden kann, muß sie ihrem eigentlichen Zweck, der menschlichen Fortpflanzung, offen stehen. Diese wiederum erfordert eine stabile Institution: die Ehe. Sexualität, Liebe und Ehe sind also organisch miteinander verbunden.

Die „Sexuelle Revolution“ hat sich durchgesetzt

Nach „moderner“ Auffassung sind das aber getrennte Dinge, die man zusammenlegt, wenn es zweckmäßig erscheint. Insbesondere die „Sexuelle Revolution“ hat Sexualität von Liebe (und von der Ehe sowieso) getrennt. Und zwar nicht erst in den 1960er Jahren, sondern schon viel früher.

Für den Psychoanalytiker Wilhelm Reich war Sexualität eine menschliche Tätigkeit, die völlig frei von höheren 1511Erwägungen praktiziert werden sollte. Er vertrat also das glatte Gegenteil der katholischen Auffassung.

Bekanntlich hat sich Reichs Sichtweise immer mehr durchgesetzt – inzwischen dermaßen stark, daß sich die katholische Kirche in einer Defensivposition befindet. Viele können gar nicht mehr nachvollziehen, wieso „Sex“ nur in der Ehe stattfinden soll, zudem ohne künstliche Verhütungsmittel.

Diese moderne freizügige Mentalität prägt natürlich unsere Kultur. In Spielfilmen, Fernsehserien, Literatur, Talkshows, Werbung, ja, überall wird eine Sicht von Sexualität verbreitet, die weitgehend der von Wilhelm Reich und seinen Nachfolgern, vor allem Herbert Marcuse und den 68ern, entspricht.

Die moderne Kultur unterstützt nicht die katholische Kirche, ihre Ehe- und Sexualmoral den Menschen begreiflich zu machen. Ganz im Gegenteil: Die moderne Kultur steht in vielen Punkten konträr zum katholischen Lehramt.

Pragmatischer deutscher Ansatz paßt sich den Umständen an

Auf diese Situation gibt es zwei mögliche Antworten: Eine wäre, die Kultur komplett zu verändern. Das war die Haltung des Apostels Paulus und der anderen Apostel, die permanent der antiken Welt die Leviten gelesen und zu einer umfassenden Bekehrung aufgerufen haben.

Dasselbe taten später Menschen wie der hl. Bonifatius oder der hl. Remigius, der Chlodwig I., dem König der Franken, nach seiner Konversion sagte: „Bete an, was du verbrannt hast – verbrenne, was du angebetet hast. Adora quod incendisti, incende quod adorasti!“

Kardinal Walter Kasper ist weit von solchen Vorstellungen entfernt. Er meint, man müsse die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit akzeptieren und mit ihnen ganz behutsam umgehen. Keineswegs solle man sie überfordern oder gar einen drastischen Lebenswandel verlangen. chrkn

Dieser „pragmatische Ansatz“ ist gerade in Deutschland beliebt. Viele Prälaten und Priester sind schnell bereit, sich den gegebenen Umständen anzupassen.

Pérez-Soba und Kampowski schreiben in ihrem Buch, Kardinal Kasper glaube wohl kaum, man könne die Menschen auffordern, sexuell enthaltsam zu leben. Eine solche Forderung scheine für Kardinal Kasper eine „unerträgliche Last“ zu sein. Selbst wenn man die Lehre der Unauflöslichkeit der Ehe aufrechterhält, so müsse man laut Kasper die Möglichkeit einer zweiten Form des Zusammenlebens irgendwie legitimieren, indem man wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuläßt.

Wenn man aber so weit ist, wird die tragende Säule der Lehre der Kirche zur Sexualität umgeworfen. „Diese tragende Säule ist das Beharren der Kirche darauf, daß der einzige angemessene Rahmen für den Vollzug menschlicher Sexualität der Kontext ehelicher Liebe ist.“

Es folgen weitreichende kulturelle Konsequenzen

Folgerichtig schlägt Kardinal Kasper eine Änderung der Sakramentenpastoral vor. Das geht aber nicht ohne eine Änderung der Lehre der Kirche hinsichtlich Ehe und Sexualität sowie der Lehre der Kirche hinsichtlich der Sakramente, vor allem der Eucharistie und des Bußsakramentes und somit nicht ohne eine Änderung der katholischen Christologie.
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Im Grunde wird suggeriert, der katholische Glaube, der seit 2000 Jahren gelehrt wird, könne von der Mehrheit der Menschen gar nicht praktiziert werden. Auf diese Einzelfragen gehen Pérez-Soba und Kampowski detailliert ein.

Kaspers Vorschläge in „Evangelium von der Familie. Die Rede vor dem Konsistorium“ hätten im Falle einer praktischen Anwendung jedoch nicht nur weitreichende theologische, sondern auch kulturelle Konsequenzen.

Die Preisgabe der Exklusivität des Geschlechtsaktes in der Ehe ist nämlich nichts anderes als eine Kapitulation vor der „Sexuellen Revolution“, die  –  wie oben schon beschrieben  –  seit Jahrzehnten an Boden gewinnt.

Von wilden Ehen bis zur Gender-Ideologie

Laut katholischer Lehre ist die Ehe aufgrund göttlicher Bestimmung unauflöslich – der Mensch kann das Ehesakrament nicht ungeschehen machen. Eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion durch die Kirche entspräche einer Akzeptanz der Zweitehe, die aber im katholischen Sinne gar keine Ehe ist, weshalb sie auch nicht kirchlich geschlossen werden kann.

Wie können dann aber jene Menschen, die gar nicht verheiratet sind, aber in „wilder Ehe“ leben, noch von der Kommunion ausgeschlossen werden? Ihr Zustand ist sogar weniger irregulär als der von wiederverheirateten Geschiedenen. Auch diese müßten also zum Tisch des Herrn zugelassen werden.

Dann ist man aber nicht mehr weit davon entfernt, auch Personen zur Kommunion zuzulassen, die in homosexuellen oder transgender-Partnerschaften leben.slider5-640x360

Kurz: Rasch hätte man sich der „Sexuellen Revolution“ in ihrer ganzen Breite angepaßt. Von wilden Ehen bis hin zur Gender-Ideologie wäre alles drin.

Pérez-Soba und Kampowski schreiben: „Fast alles, was die Kirche über diese Themen sagt, steht und fällt mit der grundlegenden Lehre über den angemessenen Ort der menschlichen Sexualität.“

Kardinal Walter Kasper geht zwar in seiner Rede vor dem Konsistorium nicht so weit. Doch andere, vor allem etliche Theologen und Gruppierungen wie „Wir sind Kirche“, tun es sehr wohl und berufen sich auf Kasper. Sie ziehen die Schlußfolgerungen, die der Kardinal in seiner Rede vor dem Konsistorium nicht ziehen wollte.

Und mit der Zeit werden die Forderungen der Linkskatholiken immer radikaler und unverschämter. Mit seiner Rede hat Kardinal Kasper die Büchse der Pandora geöffnet, wodurch all der Schmutz der „Sexuellen Revolution“ der 68er-Bewegung in die katholische Kirche einzudringen droht.

Menschen suchen Antworten bei der Kirche

Eine Öffnung der katholischen Kirche für die Maximen der „Sexuellen Revolution“ hätte selbst für die heutige Welt fatale Folgen, so die beiden Autoren. Für sie ist unsere zeitgenössische Kultur längst nicht so libertär, wie oft angenommen oder in manchen Medien dargestellt wird.

Selbst in dieser modernen Welt ist die katholische Kirche so etwas wie ein Leuchtturm. Ginge dieser verloren, wären die Folgen unabsehbar:

„Die moderne Welt würde in ihr nicht länger einen Gesprächspartner finden hinsichtlich der Themen, die ihr am Herzen liegen. Was ist gerecht und was ist ungerecht? Wie kann man sein Leben gut führen? 120505288_BV_July und Mike

Wenn die Kirche also über Themen der Moral spricht, von Empfängnisverhütung und künstlicher Befruchtung über Klonen und genetische Manipulationen bis hin zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, Scheidung, Abtreibung und Euthanasie, dann hat sie in der modernen Welt einen Gesprächspartner. Die moderne Welt mag nicht zustimmen, sie mag empört und schockiert sein; sie mag Medienkampagnen gegen Einzelpersonen oder die gesamte Kirche starten …

Nichtsdestotrotz zeigt die moderne Welt gerade dadurch, daß sie Ärger, Wut und Unverständnis gegenüber der Morallehre zum Ausdruck bringt, daß sie diese für wichtig hält, und das ist weit entfernt von der einzigen Haltung, die tödlicher ist als Opposition, nämlich Gleichgültigkeit.“

Laut katholischem Verständnis ist die Ehe aufgrund göttlicher Bestimmung unauflöslich. Ist eine Ehe gültig geschlossen, kann sie vom Menschen nicht aufgelöst werden. Wie die Autoren beschreiben, hat die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung in der Wahrnehmung vieler Menschen nicht nur das Verständnis für die kirchliche Sexuallehre erschwert, sondern erheblich die moderne Kultur beeinflußt.

Abtreibung, Bindungsunfähigkeit, hohe Scheidungsraten, Frühsexualisierung sind direkte Folgen dieser Mentalität.

Kardinal Kaspers Vorstellungen zu Ende gedacht

Doch die wohl weitreichendste ist die Idee, daß das biologische Geschlecht unwichtig geworden sei: Die Gender-Ideologie „führt einen Bruch zwischen biologischem Geschlecht und sozialem Gender herbei und zieht damit die extremen Konsequenzen aus Simone de Beauvoirs berühmten Worten: ‘Man kommt nicht als Frau zur Welt, sondern wird es.’

Sie leugnet jegliche Bedeutung des sexuellen Unterschieds für die Bildung der eigenen Identität so weitgehend, daß nach Tony Anatrella ‘die Vorstellung der sexuellen Orientierung die Idee der sexuellen Identität vollständig ersetzt und zum Beispiel Homosexualität als Alternative zur Heterosexualität darstellt, was sie in Wirklichkeit nicht ist’ …

Kirche in Augsburg

Es scheint in der Tat so zu sein, daß die Gendertheorie nur in einer Gesellschaft entstehen kann, der jedes Bewußtsein für den Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und Zeugung verlorengegangen ist. Nur in einem derartigen Kontext kann die sexuelle Präferenz wichtiger werden als der Geschlechtsunterschied mit seinem inneren Bezug zur Fruchtbarkeit.“

Wir haben es also mit einer regelrechten „anthropologischen Revolution“ zu tun, in der folgerichtig auch die Mutterschaft und die Vaterschaft verschwinden müssen. Vater und Mutter werden durch die Ausdrücke „Elter 1“ und „Elter 2“ ersetzt.

„Die Genderideologie wurde im Westen in die schulischen Lehrpläne eingeführt, und wenn die Kirche weiter schweigt, dann könnte in ungefähr zwanzig Jahren das ‘Vaterunser’ für fromme, gender-gemainstreamte Ohren anstößig klingen. Es könnte so weit gehen, daß Eltern, die ihren Kindern das Vaterunser beibringen, das Sorgerecht verlieren und ins Gefängnis wandern“, so Juan José Pérez-Soba und Stephan Kampowski.

An solchen Passagen wird die Argumentationsstärke und die Weitsicht der beiden Autoren von „Das wahre Evangelium der Familie. Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ sichtbar.

Die praktische Umsetzung von Kardinal Kaspers Vorstellungen wäre nicht nur eine Schleifung der katholischen Ehe- und Sexualmoral, sondern auch ein ungeheurer Triumph der „Sexuellen Revolution“ mit kaum abzuschätzenden Folgen.

Buch-Daten: Juan José Pérez-Soba und Stephan Kampowski: Das wahre Evangelium der Familie. Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Media-Maria Verlag, geb., 240 Seiten, 19,95 Euro.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Kardinal Pell: Wir wollen Barmherzigkeit nicht ohne die Wahrheit

Zehn Kardinäle haben schon vor der Synode ausführlich Kritik am Startvortrag von Kardinal Walter Kasper über Ehe- und Familienpastoral geäußert, in der Regel in längeren Aufsätzen.

Von diesen zehn Kardinälen nehmen sechs an der derzeitigen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom teil: Es sind die Kardinäle Müller, Burke, Caffarra, Pell, Ouellet und Scola.

Gemeinsam ist ihnen wichtig, dass sie konsequent an der kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten.

Am Donnerstag hielten die Synodenväter eine  –  den Berichten nach bewegte  –  Aussprache über die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen.

„Radio Vatikan“ fragte den australischen Kurienkardinal George Pell (siehe Foto), wie er diese Aussprache bewertete.

„Aus meiner Sicht war das sehr, sehr ermutigend! Es war eine Atmosphäre des offenen Redens, der Wahrheit, der Vielfalt in der Einheit. Und es war sonnenklar, dass die Lehre der Kirche, die Lehre Jesu absolut fundamental und zentral ist. Natürlich bedeutet das: Barmherzigkeit, aber Barmherzigkeit in der Wahrheit!

Die Dokumente aus den Arbeitsgruppen sind wirklich katholisch im besten Sinn des Wortes. Es gibt Diversität – offensichtlich. Aber da ist auch die radikale Treue zum Evangelium und zu Jesus Christus.“

Forderungen der Kardinäle Burke und Müller wurden erfüllt

Mit einer klaren Mehrheit bei der entsprechenden Abstimmung haben die Synodenväter dafür gesorgt, dass ihre Berichte aus den Arbeitsgruppen noch am Donnerstag in vollem Wortlaut veröffentlicht wurden.

Zuvor hatten Synodenväter, etwa die Kardinäle Müller und Burke, kritisiert, dass die einzelnen Wortmeldungen der Teilnehmer nicht, wie früher üblich, in Zusammenfassungen an die Presse gegeben wurden. 

Die Schlussbotschaft der Synode wird am Samstag veröffentlicht – anders als das Schlussdokument, dessen Übersetzung ein paar Tage brauchen wird.

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/17/kardinal_pell:_barmherzigkeit_ja,_aber…/ted-831446
 

Die Familien-Synode in Rom ist mit den Folgen der „Sexuellen Revolution“ konfrontiert

Mathias von Gersdorff

Vom 5. bis zum 19. Oktober 2014 wird im Vatikan eine Bischofssynode unter dem Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ stattfinden. Solche Synoden sind nicht ganz außergewöhnlich, und so nimmt die große Öffentlichkeit meist wenig Notiz von ihnen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Diesmal ist es anders: Der deutsche Kardinal Walter Kasper hielt vor der Versammlung der Kardinäle (Konsistorium) am 20. und 21. Februar 2014 in Rom eine Ansprache, die den Diskussionsrahmen abstecken sollte.

Er regte an, darüber nachzudenken, ob man wiederverheiratete Geschiedene zum Empfang der Kommunion zulassen sollte. Seitdem ist eine hitzige Diskussion im Gange. Es haben sich mehrere Meinungsströmungen gebildet, die völlig konträre Ansichten vertreten.

Für einen Nicht-Katholiken mag diese Debatte schwer verständlich sein, doch für Katholiken geht es um einen essentiellen und seit vielen Jahrhunderten und in vielen gewichtigen kirchlichen Dokumenten eigentlich geklärten Punkt der katholischen Lehre.

Wiederverheiratete Geschiedene leben nämlich entsprechend der katholischen Morallehre in fortlaufendem Ehebruch und somit in einem öffentlichen Zustand der schweren Sünde. Dieser Umstand schließt sie vom Empfang der Kommunion aus. Eine Änderung dieser Praxis würde einen schwerwiegenden Bruch mit der traditionellen Lehre bedeuten.

Nicht Kirche, sondern Popkultur ist bestimmend

In der Synode geht es aber nicht nur um die Frage der Kommunion. In diesem Aspekt verdichtet sich im Grunde eine viel umfassendere Problemstellung: Wie soll die katholische Kirche mit der Tatsache umgehen, daß eine große Zahl der Gläubigen die Ehe- und Familienlehre der Kirche nicht kennt oder zumindest nicht verinnerlicht hat? DSC05485

In kaum einem anderen Bereich läßt sich so deutlich feststellen, wie stark der Einfluß, die moralische Autorität und die Gestaltungskraft der katholischen Kirche abgenommen haben.

Selbst viele Katholiken lassen sich nicht mehr von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie orientieren, sondern vom Ehebild, das Spielfilme, Fernsehserien, Pop-Stars usw. vermitteln. Kurz: Sie lassen sich von einem Zeitgeist orientieren, der stark von der „Sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre geprägt ist.

Mit der Folge, daß immer weniger Ehen überhaupt zustande kommen und viele der geschlossenen nicht mehr christlich geführt werden und zerbrechen. Die Synode soll sich nun Gedanken machen, wie man mit diesem Riesenproblem fertig wird.

Prophetische Sorge der Päpste des 20. Jahrhunderts

Im Oktober dieses Jahres wird sich die Kirche natürlich nicht zum ersten Mal mit diesem so wichtigen Thema beschäftigen. Die Krise der Familie, wie wir sie heute sehen, begann allerspätestens nach dem 1. Weltkrieg mit dem definitiven Ende der Agrargesellschaft und dem Anbruch einer säkularen Kultur, die die christlichen Werte immer mehr in Frage stellte.

Auf diese Situation machte Papst Pius XI. im Jahr 1930 in seiner Enzyklika „Casti connubi“ aufmerksam und schilderte die vielen Angriffe auf die moralischen Grundlagen für die Existenz stabiler Ehen: Pornographie, sittenlose Schauspiele und Spielfilme, unzüchtige literarische Werke, aber auch Abtreibung und Euthanasie.

Im Jahr 1968 erschien die Enzyklika „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. Diese ist insbesondere für die Verurteilung der künstlichen Empfängnisregelung bekannt, doch ihr inhaltlicher Gegenstand sind Ehe und Familie und die Angriffe auf sie.

Angriffe auf Ehe und Familie

Papst Johannes Paul II. befaßte sich mehrmals mit den Schwierigkeiten der Familie in der modernen Welt. Sein wichtigstes Dokument ist „Familiaris Consortio“ aus dem Jahr 1981. Auch das Oberhaupt aus Polen schilderte die Gefahren, die von der modernen Kultur auf die Familie ausgehen:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E.Gründler

„Es gibt Anzeichen einer besorgniserregenden Verkümmerung fundamentaler Werte: eine irrige theoretische und praktische Auffassung von der gegenseitigen Unabhängigkeit der Eheleute; die schwerwiegenden Mißverständnisse hinsichtlich der Autoritätsbeziehung zwischen Eltern und Kindern; die häufigen konkreten Schwierigkeiten der Familie in der Vermittlung der Werte; die steigende Zahl der Ehescheidungen; das weit verbreitete Übel der Abtreibung; die immer häufigere Sterilisierung; das Aufkommen einer regelrechten empfängnisfeindlichen Mentalität.“

Die päpstlichen Texte stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere in Deutschland versuchte man immer, einen „Sonderweg“ zu finden, der im Grunde daraus bestand, zu resignieren und vor der „Sexuellen Revolution“ einzuknicken.

So gab der deutsche Episkopat als Reaktion auf „Humane Vitae“ am 30. August 1968 die „Königsteiner Erklärung“ heraus, in der man den Gläubigen die Entscheidung überließ, ob sie künstliche Verhütungsmittel verwenden wollen oder nicht. Das österreichische Pendant zur „Königsteiner Erklärung“ ist die „Maria Troster Erklärung“.

Um liberale Positionen nicht verlegen

Am 10. Juli 1993 erschien ein vielbeachteter Hirtenbrief der Bischöfe von Freiburg (Oskar Saier), Stuttgart-Rottenburg (Walter Kasper) und Mainz (Karl Lehmann), in welchem ein geänderter Umgang mit den geschiedenen Wiederverheirateten gefordert wurde, auch hinsichtlich des Empfangs der Kommunion.

Der Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, lehnte jeden Kompromiß in dieser Hinsicht ab.

Auch bei der laufenden, von Kardinal Kasper angestoßenen Diskussion sind die Deutschen nicht um liberale Positionen verlegen. Herder, immerhin der größte katholische Verlag hierzulande, veröffentlichte das Buch „Keine Christen zweiter Klasse“ des Theologen Hermann Häring.

Dieser hält die katholische Lehre über die Ehe schlicht für mittelalterlich und überholt. Die katholische Kirche solle sich endlich an die geänderten Ansichten des Kirchenvolkes anpassen und den heutigen Wissenstand über Natur, Mensch und zwischenmenschliche Beziehungen zur Kenntnis nehmen. 120505184_B_July und Mike draussen

Nicht viel anders denkt die reformkatholische Initiative „Wir sind Kirche“, die eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“ bedauert.

Eines der wichtigsten Presseorgane des liberalen Lagers  –  sie selber nennen sich Reformkatholiken  –  ist erstaunlicherweise die FAZ. Vor allem Daniel Deckers ergreift offen Position und weiß schon jetzt, wie Papst Franziskus zum Thema „Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete“ steht. Am 4. September 2014 schrieb er: „Der Kampf um Rom hat begonnen: Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen.“

Kardinäle veröffentlichen Buch über die Ehe

Die Verteidiger der traditionellen Lehre über Ehe und Familie sind unterdessen nicht untätig geblieben. So wird unmittelbar vor der Synode das Buch „Remaining in the Truth of Christ“ (Verbleiben in der Wahrheit Christi) der Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra, Velasio De Paolis und Gerhard L. Müller auf englisch und italienisch erscheinen.

Auf deutsch wird am 3. Oktober „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ des Professors für Pastoraltheologie in Rom, Juan José Pérez-Soba, herauskommen. Das Buch mit einem Vorwort von George Kardinal Pell wurde aus dem Spanischen übersetzt und wird im Verlag Media Maria erscheinen. Es zeigt akribisch die Unhaltbarkeit von Kaspers Vorschlag.

Das Thema wird uns noch länger begleiten, denn die außerordentliche Synode, die nächste Woche beginnt, ist nur eine Vorbereitung für eine größere Synode, die im Oktober 2015 stattfinden soll.

Jedoch ist schon jetzt abzusehen, daß die „Reformkatholiken“ alles in ihrer Macht stehende nutzen werden, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demolieren.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt das Webmagazin „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Der Glaubenspräfekt ist Co-Autor eines neuen Kardinals-Buches / Müller würdigt den Berliner Lebensrechtsmarsch

Von Felizitas Küble

Der vatikanische Glaubenspräfekt Gerhard Müller bedankt sich bei den Organisatoren und Teilnehmern des Marsches für das Leben in Berlin „für Ihr mutiges Zeugnis“, wie der BVL (Bundesverband Lebensrecht) heute meldet.
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Der Kardinal und frühere Oberhirte von Regensburg betont: „Das Maß effektiven Lebensschutzes ist zugleich der Gradmesser authentischer Humanität einer Gesellschaft.“

Zugleich berichtet die österreichische Tageszeitung „Kurier“ online am heutigen Mittwoch, den 17. September, darüber, daß der oberste Glaubenshüter der katholischen Weltkirche demnächst gemeinsam mit vier weiteren Kardinälen bzw. führenden Kirchenvertretern ein Buch herausbringt, das die Unauflöslichkeit der Ehe erläutert und als verbindlich für die Kirche hervorhebt.

FOTO: Gerhard Kardinal Müller begrüßt die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben“ Ende Juli 2014 im Dom zu Fulda

Dabei soll auch die anhaltende Debatte zur Sprache kommen, ob geschieden „Wiederverheiratete“ zum Tisch des HERRN zugelassen sind. Bislang war die kirchliche Antwort über zweitausend Jahre hindurch ein klares „NEIN“.

Dennoch wollen sich namhafte Kirchenmänner wie der seit Jahrzehnten als liberal bekannte Kardinal Walter Kasper oder auch Bischof Bonny aus Belgien lieber dem Zeitgeist unterwerfen, statt sich konsequent an der zeitlosen Botschaft Christi zu orientieren.

Zu den Autoren des Werkes gehört auch der aus den USA stammende Kurien-Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto), der als Präfekt des höchsten vatikanischen Gerichts (Apostolische Signatur) amtiert, außerdem z.B. der Erzbischof von Bologna, Carlo Caffarra.
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Der Titel des Buches, das am 1. Oktober 2014 in Italien und den Vereinigten Staaten erscheinen soll, lautet nach Angaben der österreichischen Zeitung: „In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche.“ 

Es handelt sich zweifellos auch um den Versuch, im Vorfeld der für Anfang Oktober im Vatikan geplanten Familiensynode durch biblisch, theologisch und kirchlich fundierte Argumente zu einem Ergebnis beizutragen, das dem Evangelium und der klassischen Lehre der Kirche entspricht.

In den Medien wird oft der Eindruck erweckt, als ob die Mehrheit des Weltepiskopats (katholische Bischöfe weltweit) sich für eine Lockerung der katholischen Ehe-Moral ausspreche.

Davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein. Im vatikanischen Konsistorium vom Februar 2014 ist nach der Rede von Kurien-Kardinal Walter Kasper (pro „Reformen“) darüber abgestimmt worden:  lediglich 15 Kardinäle befürworteten seine Thesen,  85 lehnten sie ab – also eine super-satte Mehrheit für die klare Linie der Kardinäle Müller und Burke!

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Infos und Lebenslauf von Kardinal Müller auf der Homepage des Bistums Regensburg: http://www.bistum-regensburg.de/bistum/bischof-regensburg/bischof-em-gerhard-kardinal-mueller/


Kardinal Müller widerspricht Kardinal Marx

Der Glaubenspräfekt verteidigt weiter die kirchliche Ehelehre

Wie der Bayerische Rundfunk am heutigen Sonntag, den 16. März, berichtet, hat sich Kardinal Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto) deutlich gegen einen Vorstoß des neuen Vorsitzenden der Dt. Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, gewandt.

Dieser plädiert für einen „milderen“ Umgang der Kirche mit geschieden-Wiederheirateten, indem man diesem Personenkreis  –  so Marx –  nach einer gewissen Bußzeit evtl. wieder den Sakramentenempfang erlauben solle. 0012

Der Münchner Oberhirte Marx hatte in Übereinstimmung mit Kurien-Kardinal Walter Kasper erklärt, er halte dieses Vorgehen „für einen gangbaren Weg, der aber immer auf einzelne Fälle bezogen sein muss.“  Die Kirche solle den geschieden-Wiederverheirateten verdeutlichen, daß sie „keine Christen zweiter Klasse“ seien.

Kardinal Müller erklärte gegenüber der  –  am Montag (17.3.) erscheinenden   –  Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ hierzu:

„Wir wissen, dass es schwierige Situationen gibt, etwa wenn ein Ehepartner verletzt oder böswillig verlassen wurde. Aber das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass menschliche Regeln Gottes Wort außer Kraft setzen.“

Kardinal Marx hatte sich bereits im vorigen Jahr mit dem Präfekten der Glaubenskongregation angelegt, wobei es weitgehend um dasselbe Thema ging (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/11/07/kardinal-reinhard-marx-attackiert-glaubensprafekt-gerhard-l-muller/

In dieser anhaltenden innerkirchlichen Debatte hat Kardinal Müller stets auf göttliche Gebote und die von Christus verkündete Unauflöslichkeit der Ehe hingewiesen und die entsprechende Lehrtradition der Kirche betont. Damit sollte, so der Glaubenspräfekt, auch die Sakramentenpraxis und Pastoral (Seelsorge) der Kirche übereinstimmen.

HIERZU der ergänzende Kommentar eines katholischen Frauenblogs: http://www.beiboot-petri.blogspot.de/2014/03/was-kardinal-marx-sich-vorstellen-kann.html

Foto: Bistum Regensburg