Pilger-Wandern liegt weiter im Trend

„Der Luxus von morgen ist die Einfachheit“

Die Kirchen sollen dem wachsenden Wunsch nach Pilgerwanderungen mehr Beachtung schenken. Das forderte der Kulturmanager Christian Antz bei einem Empfang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart am 21. Januar auf der Touristikmesse CMT in Stuttgart. FotoProfSchieser

Er bezeichnete die Kirchen als „Inhaber des christlichen Originals für spirituelles Wandern“. Wenn sie jedoch „mit offenem Mund nur zuschauen, wie die Pilger an ihnen vorbeiziehen, werden kirchenferne Veranstalter eigene Angebote für die Suchenden entwickeln“, mahnte Antz.

Ein langfristiger Trend zeige, dass sich die deutsche Gesellschaft „von einer Erlebnis- und Spaß- zu einer Sinn- und Geborgenheitsorientierung hin entwickelt“ habe: „Der Luxus von morgen wird die Einfachheit sein – und damit auch das Pilgern.“

Immer mehr Menschen suchten Gott-, Natur- und Ich-Erfahrungen oder wanderten als Freizeit- und Reisebeschäftigung. Weltweit seien jährlich 200 Millionen Pilger unterwegs.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Prof. Hans Schieser


Nun geht das Wandern an!

 
Vom Grund bis zu den Gipfeln,
soweit man sehen kann,                           iMA00397101
jetzt blühts in allen Wipfeln,
nun geht das Wandern an:
 
Die Quellen von den Klüften,
die Ström auf grünem Plan,
die Lerchen hoch in Lüften,
der Dichter frisch voran.
 
Und die im Tal verderben
in trüber Sorgen Haft,
er möcht sie alle werben
zu dieser Wanderschaft.
 
Und von den Bergen nieder
erschallt sein Lied ins Tal,
und die zerstreuten Brüder
faßt Heimweh allzumal.
 
Da wird die Welt so munter
und nimmt die Reiseschuh,
sein Liebchen mitten drunter,
sie nickt ihm heimlich zu.
 
Und über Felsenwände
und auf dem grünen Plan,
das wirrt und jauchzt ohn Ende –
nun geht das Wandern an!
 
Joseph Freiherr von Eichendorff

Foto: Bistum Regensburg


Wissenschaftliche Studie: Durch regelmäßiges Wandern enorm in Form

Regelmäßiges Wandern verbessert nach den Ergebnissen der ersten wissenschaftlichen Studie zu diesem Thema die Gesundheit erheblich.
Wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet, stellte sich in einem Vergleichstest des Sportwissenschaftlers Prof. Kuno Hottenrott von der Universität Halle heraus, daß Wandern das Herz, den Kreislauf und die Koordination stärkt:
„Die Teilnehmer in der Wandergruppe haben im Schnitt 1,4 Kilo abgenommen, ihr Blutdruck sank von 151 zu 92 auf 141 zu 84, auch die Herzfrequenz beim Wandern ist deutlich gesunken. Außerdem hat sich die Koordination der Wanderer verbessert. Die Studienteilnehmer konnten zum Beispiel nachher besser die Balance auf einem Bein halten als vorher“, erklärte Prof. Hottenrott der „Zeit“.

Der Sportwissenschaftler hatte seine Studie mit 48 Teilnehmern durchgeführt:

„Männer und Frauen, alle berufstätig, im Durchschnitt 53 Jahre alt, alle weitgehend gesund, aber eher unsportlich, manche mit etwas Übergewicht oder zu hohem Blutdruck. Mit der Hälfte bin ich wandern gegangen – zehnmal in sieben Wochen. Die andere Hälfte war die Kontrollgruppe. Die verzichtete weiterhin auf sportliche Aktivität“, sagte er.

Das Training sei nicht besonders hart gewesen, sagte der Wissenschaftler:

„Die Strecken waren zwischen 3,8 und 5,6 Kilometern lang, also absolut moderat. Das zeigt, dass sich schon kürzere Distanzen positiv auf die Gesundheit auswirken. Die lassen sich nach der Arbeit in einer oder anderthalb Stunden locker bewältigen. Und solche Strecken kann man in Städten hervorragend abwandern, dazu muss niemand in die Berge fahren.“

Prof. Hottenrott warnte Neueinsteiger vor zuviel Ehrgeiz beim Start:

„Wer ungeübt ist, sollte in einem Wanderurlaub aus lauter Euphorie nicht gleich 30 Kilometer am Tag laufen, das geht zu sehr auf die Gelenke.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur, veröffentlicht in http://www.extremnews.com