SELK spricht sich gegen Interkommunion aus

Die theologisch konservative „Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)“ orientiert sich strikt an Luthers Abendmahlsverständnis, das von der Realpräsenz Christi ausgeht und sich von daher deutlich vom reformierten Standpunkt Calvins und Zwingli sowie vom liberalen Protestantismus der EKD unterscheidet. Daher widerspricht die SELK den immer lauter werdenden Forderungen nach einer „Abendmahlsgemeinschaft“ bzw. Interkommunion zwischen den Konfessionen.

In diesem Sinne übermittelte die SELK per Newsletter heute die folgende Pressemitteilung:

„Lutherisch ist anders“ lautet ein Beitrag von Superintendent Wolfgang Schillhahn (Oberursel) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), der am 25. Juni in dem Internetmagazin http://www.kath.net (Linz/Österreich) veröffentlicht wurde (http://www.kath.net/news/64230).

Anlass für diesen Beitrag des Verfassers war eine Veröffentlichung von Claudia Sperlich auf den Seiten von www.kath.net vom 12. Juni (http://kath.net/news/64081), in dem sie sich mit dem Abendmahlsverständnis der evangelischen und römisch-katholischen Kirche auseinandersetzt.

Sperlich spricht dabei sehr undifferenziert von „Protestanten und Katholiken“ und beschreibt dann doch die Lutheraner als Christen, bei denen es „vom persönlichen Glauben“ abhänge, „ob Brot und Wein gewandelt wird.“ Sehr klar spricht sie von der Realpräsenz des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie und folgert: „Katholiken und Protestanten haben ein so unterschiedliches Verständnis von Eucharistie bzw. Abendmahl und von Sakramenten, daß eine gemeinsame Kommunion nur durch geistige Verbiegung möglich ist.“

Schillhahns Anliegen ist es, in seinen Anmerkungen zu diesem Beitrag darauf hinzuweisen, dass die möglichst vorurteilslose Information über Lehre und Leben der jeweils anderen Konfession unerlässliche Voraussetzung für jedes ökumenische Gespräch ist. Da gebe es auf allen Seiten immer noch viel zu tun.

Besonders im sensiblen Abendmahlsgespräch müssten die verschiedenen Bekenntnisse innerhalb des protestantischen Kirchenbundes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beachtet werden.

Damit römisch-katholische Christen eine kleine Vorstellung davon bekommen, was unter dem Dach „Protestanten“ möglich ist, stellt Schillhahn das lutherische Abendmahlsbekenntnis des lutherischen Augsburger Bekenntnisses dem reformierten Heidelberger Katechismus gegenüber.

Er stimmt mit Claudia Sperlich darin überein, dass hier unüberbrückbare Positionen deutlich werden und weist zugleich darauf hin, dass die lutherische Kirche, wie sie etwa die SELK darstellt, zwischen der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Landeskirchen eine eigene Position einnimmt.

Schillhahn warnt davor, das eine voreilige Abendmahlsgemeinschaft unter konfessionsverschiedenen Kirchen das weitere abendmahlstheologische Gespräch verhindere „und uns am Ende mit einer frommen, kernlosen Zeremonie“ zurücklasse, „die uns vorenthält, was uns der Herr Christus in der Nacht des Verrats bereitet hat: das Sakrament seines wahren Leibes und Blutes, das uns Vergebung, Leben und Seligkeit schenkt.“

Der SELK-Superintendent schreibt weiter:

„Ich kann mit allen Christen Gottesdienst feiern. Abendmahlsgemeinschaft aber setzt Kirchengemeinschaft voraus und duldet keine theologischen Vorbehalte gegen die Kirche, die mir das Hlg. Mahl reicht. Wir haben noch viele theologische Fragen aneinander.“


Von den Merkwürdigkeiten eines Wunderbildes der „heiligen Familie“

Von Felizitas Küble

Dieses vermeintliche Wunderfoto kam mir bereits öfter in die Hände. Ich sah es auch in etlichen Wohnungen erscheinungsbewegter Katholiken. Obwohl ich einer Bekannten in Münster vor ca. zehn Jahren meine kritischen Einwände nannte, hängt es dort immer noch.  media-433119-2

Es sei dahingestellt, ob dieses Bild einer „übernatürlichen“ (also in Wirklichkeit „unterirdischen“) Quelle entstammt oder lediglich die Fälschung (Fotomontage, Gemälde) eines Zynikers ist, der naive Gläubige gerne hinters Licht führen will.

Dieses Wunderfoto ziert auch die Bände der falschmystischen Botschaften „Die Vorbereitung“ (ein ähnlicher Unsinn wie jene der „Warnung“). Zudem findet man es dort auf deren Internet-Startseite: http://www.dievorbereitung.de/index.html

Auch bei „Warnungs“-Anhängern wird dieses wundersame Bild gerne verbreitet, zB. auf der Fanseite von Herrn Roemer. Interessanterweise taucht er es ganz in eine orange Farbgebung ein  –  und dies wohl nicht ohne Grund: https://ssl.kundenserver.de/jochen-roemer.de/Gottes%20Warnung/images/Die%20Heilige%20Familie.jpg

Zunächst einige Anmerkungen zur äußeren Gestalt des Bildes:

  1. „Maria“ strahlt keine Warmherzigkeit aus, alles wirkt ziemlich „spitz“, auch der Augenausdruck mit Tendenz zum stechenden Blick.
  2. Die Fingerhaltung „Josefs“ ist unnatürlich: Man versuche selbst, die Hand so merkwürdig zu halten  –  das ist allenfalls mit großer Anstrengung möglich. Zudem ist der fünfte Finger viel zu lang.
  1. Das „Christkind“ könnte der Nivea-Werbung der 50er Jahre entstammen. Die Ohren sind zu groß und zu tiefliegend. Das Baby hat eine „Geheimratsecke“, als wäre es 70 Jahre alt: rechts oben fehlt das Haar bis zum Hinterkopf, dafür ist es vorne zu weit in die Stirn hineingewachsen.
  1. Wenn die Sonne scheint (links oben), können nicht zugleich die Sterne funkeln.
  2. Die „Heilige“ Familie kommt direkt aus der Dunkelheit, was freilich  h i e r  –  bei „Licht“ betrachtet  – sehr passend ist. Logisch wäre es an sich, daß der Priester die hl. Messe in einem zumindest halbdunklen Raum feiert (eine Kirche ist kein Sonnenstudio)   –  und die heilige Familie aus einem hellen himmlischen Licht kommt.

6. Das Schlimmste jedoch: das „Jesuskind“ ballt die Faust gegen den Priester bzw. die heilige Hostie.

Soll die wirkliche Bedeutung der hl. Messe verdrängt werden?Kreuzkuppel

Zudem ist das Bild insgesamt theologisch unsinnig, denn die hl. Messe ist keine sakramentale Vergegenwärtigung der heiligen Familie, sondern des Kreuzesopfers Christi.  –  Soll diese Glaubenswahrheit durch einem fromm wirkenden Kitsch unterschwellig verdrängt werden?

Auf der Rückseite eines mir vorliegenden Exemplares dieses Wunderfotos wird die angeblich übernatürliche Entstehung geschildert, ergänzt durch die Aussagen einer ebenso anonymen wie  „begnadeten“ Person:

Jemand habe einen Priester bei einer hl. Wandlung fotografiert, wobei dieses Bild herausgekommen sei. Man erfährt aber nicht, wo die hl. Messe stattfand, w e r  der Fotograf war und w e r  jene „begnadete Person“ ist, die das Bild als wunderbar „bestätigt“ bzw. als himmlische Gnadenquelle verherrlicht.

Zu den Aussagen der „Begnadeten“ sei zudem festgestellt:

1. Diese seltsame „Logik“ dreht sich natürlich im Kreise, wenn eine falschmystische Quelle durch eine andere falschmystische Quelle „bestätigt“ wird.  Das ist etwa so, wie wenn die „Madonna“ von San Damiano versichert, daß die Erscheinungen von Heroldsbach echt seien…Natürlich befürworten sich die verschiedenen Irrgeister gegenseitig!

2. Die „Offenbarung“ der  angeblich Begnadeten kann schon deshalb nicht von „oben“ stammen, weil sie die unzutreffende Ansicht äußert, daß durch ein Bild (noch dazu durch dieses Bild!) direkt Gottes „Gegenwart“ ins Haus komme. Die katholische Kirche hat stets daran festgehalten, daß wir nicht die Bilder (oder Statuen) als solche verehren, sondern die himmlischen Personen, die sie darstellen; es geht also um eine symbolische Bedeutung, keine quasi-sakramentale, sonst wäre dies magisch gedacht bzw. abergläubisch untermalt.

Ein religiöser Andachtsgegenstand wird zu einem Sakramentale, wenn er von einem Geistlichen nach kirchlichem Ritus gesegnet wird. Von einer solchen Weihe bzw. Segnung ist in der Botschaft der „Begnadeten“ aber nicht die Rede.

Somit wird zu einem verstiegenen, tendenziell fetischistischen Bilderkult angeregt, der nicht katholisch ist und mehrfach kirchlich abgelehnt wurde. (Nachzulesen etwa im „Catechismus Romanus“, dem jahrhundertelang verbindlichen Weltkatechismus, zB. auf S. 276 im dritten Teil, 2. Hauptstück.)

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Ostergruß des ernannten Bischofs von Passau, Pater Dr. Stefan Oster

Liebe, verehrte Gläubige aus der Diözese Passau,

die Tage vor Ostern und danach sind aus biblischer und geistlicher Sicht Tage der radikalen Kontraste. Dem Jubel des Palmsonntags beim Einzug in Jerusalem folgt das letzte Abendmahl, der Abschied Jesu von den Jüngern.

Dann folgt der Verrat, folgt das vielstimmige „Kreuzige ihn!“ vermutlich auch von vielen derselben, die ein paar Tage zuvor noch beim Einzug gejubelt hatten.

Es kommt zur grausamen Folter und zum Kreuzestod Jesu, dem die sprachlose Verzweiflung seiner Anhänger folgt, ehe sich am Ostersonntag ungläubiges Staunen allmählich in die Gewissheit hinein verwandelt: Jesus lebt. Hallelujah.

Die Jünger verstehen freilich erst nach und nach, was da passiert ist  –  und sie werden die Auferstehung ihres HERRN  erst ab der Sendung des Geistes an Pfingsten völlig verinnerlicht haben: So sehr, dass diese ehemals feigen Davonläufer und Verzweifelten nun voller Freude und Glaubenskraft weit hinaus in die Welt gehen und sogar für ihren Glauben ihr Leben geben können.

Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!

Sie wissen ja: „Mein Erlöser lebt  –  und ich lebe schon mit ihm. Egal, wann und wie mich der biologische Tod ereilen wird.“

Liebe Schwestern und Brüder in der Kirche von Passau, ich durfte am 10. April zusammen mit vielen von Ihnen einen sehr bewegenden und beeindruckenden Empfang in meiner neuen Diözese erleben, in Altötting, bei der Gnadenmutter, und im Passauer Dom.

Wie schön, das lange Warten hat ein Ende. Jetzt gibt es wieder einen Bischof. Freilich hat mich die frohe Stimmung, hat mich die Begeisterung sehr gefreut. Aber ich darf ehrlich sagen, dass sich da auch ein wenig Skepsis mit hinein mischt.

Bei Menschen kann die Stimmung schnell kippen

Es ist wunderschön, wenn Menschen ihrer Freude freien Lauf lassen dürfen, aber diese Freude ist natürlich auch mit hohen Erwartungen verknüpft. Und im Augenblick, in dem diese womöglich nicht erfüllt werden, kann die Stimmung schnell wieder kippen.

Das haben wir alle schon allzu oft erlebt: Wenn Menschen am Anfang vor allem als Projektionsfläche von Erwartungen bejubelt werden, kann die öffentliche Fallhöhe sehr groß sein: Zwischen „Hosianna“ und „Kreuzige ihn!“ standen auch bei Jesus nur ein paar Tage.

Ein paar Tage enttäuschter Erwartungen: ER ist also doch nicht der Messias, der dem von der römischen Besatzungsmacht gemarterten Land endlich die Freiheit bringt. ER ist nur ein erbärmlicher, ohnmächtiger Mann, der sich gefangenen nehmen und am Ende sogar hinrichten lässt – wie der letzte Verbrecher.  ER hat ihre Erwartungen nicht erfüllt.

Der Bischof soll auf Christus verweisen

Liebe Schwestern und Brüder, ein Bischof hat im Grunde vor allem und zuerst auf Christus zu verweisen, ihn bekannt zu machen, ihn erfahrbar zu machen. Er soll durchsichtig werden auf den HERRN in Wort und Tat und in seiner Kraft soll er die Diözese leiten, einigen, heiligen, lehren  –  vor allem: ihr dienen. bischof

Und so soll er in alledem den Glauben stärken. All das ist in zweierlei Hinsicht schwer genug und nahezu unmöglich: Einmal gibt es in mir selbst zu viel an Hindernissen und Schwächen  –  was folglich diese „Durchsichtigkeit“ auf den HERRN bisweilen eher verhindert und verdunkelt.

Zweitens aber ist Christus selbst auch nicht der, der zuerst unsere Erwartungen erfüllt, vor allem nicht die vordergründigen. ER ist Mensch geworden, damit wir alle in einem höheren und tieferen Sinn erlöste, befreite Menschen werden.

Jesus ist die Liebe  –  auch als Wahrheit

In der Messe geschieht Wandlung, das weiß jeder Katholik. Aber diese Wandlung geschieht, damit wir uns wandeln, damit wir neue Menschen werden. Und die Richtung dieser Wandlung ist eben oftmals nicht das, was wir selbst gerne hätten.

Christus ist die Liebe, aber er ist diese Liebe eben auch als Wahrheit  –  für unser Leben und je näher wir ihn an uns heranlassen, zeigt er uns nicht nur die Schönheit, sondern auch die dunklen Wahrheiten unseres eigenen Lebens.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd Pelz

So ein Hinzeigen kann dann zur Folge haben, dass dann Menschen tatsächlich rufen: „Weg mit ihm“. Es ist dann mit Christus bisweilen ähnlich wie beim Zahnarzt: Der will uns im Grunde nur gut, aber er muss uns doch beim Bohren auch weh tun, damit die Fäulnis aus dem Zahn entfernt erden kann.

Und im Blick auf Christus schreit diejenige Seite in unserer Seele, die immer noch ein wenig Sympathie mit ihrer eigenen Fäulnis hat, ebenfalls gerne: „Weg mit ihm.“

Ich sagte: Christus ist nicht gekommen, unsere vordergründigen Erwartungen zu erfüllen. Aber ER ist gekommen, um uns heil zu machen  –  und je tiefer wir uns auf diesen Weg mit ihm einlassen wollen, desto mehr wird ER uns von innen her heilen, reinigen, wachsen lassen.

Den Tod unseres selbstherrlichen Egos durchleben

Je mehr wir also, geistlich gesprochen, den Weg durch die Bußzeit des Lebens mit ihm gehen, und auch den Tod des selbstherrlichen Egos an manchen Karfreitagen unseres eigenen Lebens nicht überspringen, sondern durchleben und aushalten können, umso mehr werden wir spüren, dass Christus zwar nicht unsere oft so vordergründigen Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt, dafür aber jetzt schon die tiefsten Sehnsüchte unseres Lebens stillt: nach Wahrheit und Liebe, nach Schönheit und Freiheit. 

Wenn wir den Weg mit ihm in Treue gehen, das heißt, auch in den Phasen dagegen halten, wenn etwas in uns am liebsten rufen würde: „Weg mit ihm“, dann werden wir immer tiefer ergriffen von dem Wunder und der Freude unseres österlichen Glaubens. Wir bekommen den tiefsten Sinn geschenkt, den die Welt zu geben hat: IHN selbst, den Auferstandenen.

Quelle: http://www.bistum-passau.de/aktuelle-meldungen/17/4/2014/ostergruss-von-pater-dr-stefan-oster-sdb

Hier können Sie den Ostergruß anhören:
http://www.bistum-passau.de/podcasts/17/04/2014/ostergruss-von-pater-dr-stefan-oster-sdb