Grüne Fraktionschefin und EKD-Synodale will Marihuana legalisieren

Die Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hat die Legalisierung von Marihuana gefordert, wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet. 159481-3x2-teaser296

Die Strategie der Kriminalisierung sei gescheitert, sagte sie in einem Interview mit der Ostthüringer Zeitung: „Die Illegalität führt dazu, dass junge Leute teilweise Drogen bekommen, bei denen sie nicht wissen, was drin steckt.“

Aufklärung und eine Legalisierung von Marihuana könnten verhindern, dass Menschen in etwas getrieben würden, was noch gefährlicher sei. Eine Legalisierung von Marihuana im Rahmen strenger Auflagen, insbesondere bei Jugendschutz und Gesundheit, wäre die richtige Wahl.

„Und dass Alkohol mindestens so gefährlich wie Marihuana ist, wissen wir alle“, so die Politikerin.

Frau Göring-Eckardt war im Bundestagswahlkampf 2013 neben Jürgen Trittin Spitzenkandidatin der Grünen. Bis zu ihrer Nominierung war sie Präses der Synode der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland). Sie ließ dieses Amt im Wahlkampf ruhen und trat nach ihrer Wahl zur Fraktionschefin als zweithöchste Repräsentantin der EKD zurück. Sie gehört aber weiterhin dem Kirchenparlament an.

Polizei warnt vor Freigabe „weicher“ Drogen

Hierzu folgen nun wesentliche Abschnitte aus einem Polizei-Portal:

Die Experten sind sich einig, dass Dauerkonsum zu ernsthaften körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen könne. Tatsächlich haben Marihuana und Haschisch heute nichts mehr mit der ehemaligen Ökodroge der sechziger und siebziger Jahre zu tun. Moderne Cannabisprodukte werden mittlerweile mit High-Tech-Methoden angebaut. 033_30

Das professionelle Vorgehen der Produzenten verändert die Eigenschaften der Pflanze. Betrug der Anteil von THC (Tetrahydrocannabinol) in einem Gramm Hasch 1970 etwa ein bis drei Prozent, liegt der Anteil, heute bei etwa 12 bis 16 Prozent.

Michaela Heyer vom Landeskriminalamt (LKA) sagte der Bild-Zeitung zu diesem Thema: „Der THC-Gehalt wird durch die optimierten Indoor-Anlagen hochgetrieben. Deshalb sehen unsere Experten die Pflanzen nicht mehr als weiche Droge.“

Auch Suchtexperten warnen vor den Cannabis-Wirkstoffen. Durch den Konsum könnten geistige Abwesenheit, Depressionen oder sogar Psychosen entstehen. Besonders Jugendliche seien stark gefährdet, wenn sie früh mit dem Konsum beginnen würden.

„Legalisierung bringt massive Probleme“

Der Ruf nach einer Entkriminalisierung von Cannabis sorgt bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für Skepsis. Als Berufsvertretung der Polizisten, die tagtäglich auf der Straße mit den Problemen des Drogenkonsums und der Drogenkriminalität zu tun haben, setzt sich die GdP zwar für eine Versachlichung der teilweise hitzig geführten Debatte ein, ist aber klar gegen eine Freigabe von Cannabis.

„Anstatt sich Gedanken um eine Legalisierung zu machen, sollte es ein Hauptanliegen der Politik sein, die Drogenprävention zu verbessern“, sagt GdP-Pressesprecher Rüdiger Holecek. Mit einer Freigabe sieht er massive Probleme auf die Gesellschaft zukommen.

Zwar würde, wie bei jeder Legalisierung einer Straftat, die statistisch erfasste Kriminalität logischerweise sinken, dafür geht Holecek von einer Zunahme der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss aus. Außerdem befürchtet man bei der GdP, dass nach einer Legalisierung mehr Menschen Haschisch rauchen würden.

Gerade die Werbemöglichkeiten eines legalisierten Rauschgiftmarktes sorgen bei der Gewerkschaft für Bauchschmerzen. Zumindest theoretisch könnten sich die Produzenten und Händler offener Marketingmethoden bedienen und so Absatz und Konsum ankurbeln.

„Mit einer Steigerung des Rauschgiftkonsums ist in jedem Fall zu rechnen – mit allen gesundheitlichen und sozialen Folgen“, so der GdP-Sprecher.

Vollständiger Polizei-Text hier: http://www.polizei-dein-partner.de/themen/sucht/drogen/detailansicht-drogen/artikel/cannabis-legalisieren.html