„Löwe von Fulda“: Würdigung unseres DYBA-Gedenkbandes in der „Tagespost“

Die „Tagespost“ aus Würzburg veröffentlichte am 27.2.2016 eine ausführliche Besprechung der Neuerscheinung aus dem KOMM-MIT-Verlag: „Der Löwe von Fulda“ über Erzbischof Johannes Dyba, den Oberhirten von Fulda, der am 23. Juli 2000 überraschend verstarb.

Der Autor Urs Buhlmann schreibt unter dem Titel „Über die Faszination des echten Hirten“ Folgendes über den von Felizitas Küble herausgebrachten Sammelband mit über 35 Beiträgen katholischer und evangelischer Verfasser:  Fürs CF verwenden

Ein Gedenkband zu Ehren des Fuldaer Erzbischofs Johannes Dyba zeigt, dass klares Profil über die konfessionellen Grenzen hinaus ausstrahlt.

Er fehlt, er fehlt sehr: Johannes Dyba (1929 – 2000) war das Muster eines intelligenten Konservativen, eines vielseitig gebildeten Kirchenmannes, der seine Anliegen mutig und froh vertrat. Ein Bischof mit Herz und  –  das darf man bei einem in Berlin-Wedding Geborenen und in Pankow Getauften wohl sagen  –  „Schnauze“, einer, der sich nicht die Butter vom Brot nehmen ließ.

Das erfuhren auch seine bischöflichen Mitbrüder, die sich häufig genug eine Mitkommentierung bei journalistischen Anfragen durch den seit 1983 als Bischof von Fulda amtierenden vormaligen Kuriendiplomaten gefallen lassen mussten – auch wenn die Anfrage eigentlich dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz galt.

Bei Medien gefragt wegen seiner klaren Rede

Mit Dyba wollten die Journalisten sprechen, weil sie wussten, dass er Klartext redete, gerade wenn es um die kirchlichen Reizthemen ging. Darüber waren wieder manche in der Kirche heimlich froh, die sich öffentlich nie so zu Wort gemeldet hätten, auch wenn sie in der Sache einer Meinung mit dem klar formulierenden Fuldaer Oberhirten waren.

Wie gesagt, Dyba fehlt – doch jetzt kann man sich an ihn erinnern. Ein Gedenkbuch versammelt Reflexionen von 33 Autoren, auch aus dem evangelischen Bereich, zum „Löwen von Fulda“, wie er hier leicht verklärend genannt wird.

Der Band ersetzt nicht den 2002 erschienenen Sammelband von Gotthard Klein und Monica Sinderhauf in der empfehlenswerten Reihe „Quaestiones non disputatae“, gibt also keine Zusammenfassung der wichtigsten Predigten und Beiträge des Erzbischofs (und leider nicht einmal seinen Lebenslauf).

Er macht aber deutlich, wie vielen dieser unkonventionelle Kirchenmann etwas bedeutet hat und wie sehr sich offenbar „Normal-Katholische“ einen „unverschämt katholischen“ Hirten wünschen.

Weihbischof Laun über Dyba und den hl. Thomas Morus

Mitten hinein ins Dyba-Universum führt der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der den Verstorbenen zu Thomas Morus in Verbindung setzt und zunächst einräumt: „Mag schon sein, dass er manchmal ,zu hart‘ formuliert hat und ,klüger‘ hätte sein können.“  bildma1

Aber genau diese undiplomatische Verkündigung des gelernten Diplomaten hätte Dyba mit den großen Propheten des Alten Testamentes gemeinsam gehabt. Dem österreichischen Mitbruder gefällt jedenfalls, was der deutsche Bischof einmal einem Journalisten auf die Frage nach seiner „Außenseiterrolle“ antwortete:

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“

Also sprach der Mann, der auch seinen Amtsbrüdern etwas auszurichten hatte: „Wenn Johannes der Täufer sich verhalten hätte wie die deutschen Bischöfe, wäre er im Bett gestorben.“

Unerschrockener Einsatz für die ungeborenen Kinder

Da mag Dyba auf seine kompromisslose Haltung zum Lebensschutz Bezug genommen haben, die nicht überall geteilt wurde: Er ließ die Glocken läuten für die Ungeborenen, die einer Abtreibung zum Opfer fielen, und stieg 1993 als Allererster aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung aus, weil „Lizenzen zum Töten“ eines ihrer Ergebnisse sein können. Foto von Elstrud Consoir

Dagegen und auch gegen erste staatliche Pläne zu einem Lebenspartnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare begehrte Dyba leidenschaftlich auf.

Weihbischof Laun erinnert sich an den Vorwurf eines anderen deutschen Bischofs: „Johannes, du operierst ohne Narkose“  –  worauf der Angegriffene antwortete: „Und ihr operiert gar nicht!“

Viele der Beiträge im Würdigungs-Band stammen aus den Reihen der Lebensschützer, die im verstorbenen Erzbischof  –  er führte dieses Rang als persönlichen Titel weiter, weil er ihn als Nuntius bekommen hatte, bevor er nach Fulda ging  –  einen Fürsprecher im Episkopat hatten wie seitdem kaum mehr.

Prof. Dr. Peter Beyerhaus: Er war auch „unser“ Bischof

Der evangelische Missionswissenschaftler Peter Beyerhaus hält fest: „In der Tat sahen viele evangelische Christen in ihm ihren eigenen Bischof. Das zeigte sich darin, dass – wie er uns berichtete – über die Hälfte aller sich hilfesuchend oder dankbar an ihn wendenden Zuschriften von Protestanten kamen, die sich von ihren Kirchenleitungen geistig im Stich gelassen fühlten“.

Der lutherische Pastor Joachim Cochlovius: Wenn „evangelisch“ bedeutet, Grundsätze zu vertreten, dann war Bischof Dyba ein „evangelischer Christenmensch“.

Die Kombination von Eindeutigkeit und Kampfgeist verschaffte Dyba allerdings nicht nur Freunde, in gewisser Weise hat er sein ganzes Leben lang kämpfen müssen. Als Nuntius in Liberia wurde er damit konfrontiert, dass ein Oppositions-Politiker Schutz in der Nuntiatur suchte, wie Leo Lennartz zu berichten weiß. „Auch als Dyba selbst mit Erschießen gedroht wurde, gab er seinen Schützling nicht heraus.“  – Was dazu führte, dass er bei späterer Gelegenheit auf der Straße überfallen und krankenhausreif geschlagen wurde.

Sinn für Humor und Berliner Wortwitz

So war er nun innerlich gewappnet, denn sein Einsatz für den Lebensschutz in Deutschland brachte ihm wiederum Hass und Verfolgung ein  –  bis hin zu wiederholten Handgreiflichkeiten. Bei der „Verarbeitung“ mag ihm sein echter, von Herzen kommender Sinn für Humor, mit Berliner Wortwitz verbunden, geholfen haben. Jeder, der Dyba erlebt hat, erinnert sich an sein offenes Lachen. Jan laechelt von der Mauer des Bischofgartens  - Kopie

Einen „Katalysator“ im eigentlichen Sinn des Wortes nennt ihn sein CV-Bundesbruder Leo Lennartz: „Er provozierte Entscheidungen. Bei Erzbischof Dyba war es eigentlich einfach: Entweder war man für ihn oder gegen ihn. So machte er es Freunden und Gegnern leicht, sie aber keineswegs ihm. Die einen bezeichneten ihn als einen neuen Abraham a Sancta Clara, andere als Axt Gottes.“

Etwas deprimierend ist es, feststellen zu müssen, dass vieles, was Johannes Dyba an unheilvollen Entwicklungen vorausgesehen hat, seitdem noch weit schlimmer geworden ist, als es der hellsichtige Bischof seinerzeit vermuten konnte.

Müssen alle Bischöfe so sein wie Johannes Dyba? Wohl nicht, es wäre jedenfalls recht anstrengend für alle Beteiligten. Aber die Farbe, die er in das ansonsten doch recht einheitliche Spektrum der Bischofskonferenz eingebracht hat, die zugleich gelehrte, glaubensfeste und humorvolle Streitlust, gehört unbedingt mit hinein. Denn wie Stefan Meetschen in dem neuen Sammelband ganz zu Recht folgert: „Die Faszinationskraft echter Hirten vergeht nicht.“

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hrsg.): Der Löwe von Fulda – 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba, Komm-mit-Verlag, Münster, 2015, 207 Seiten, ISBN 978-3-921090-98-5, Preis 14,80 €

Fotos: KM, Elstrud Consoir, Gaby Kaudel


Stuttgart: Großartiger Erfolg der Elternrechts-Kundgebung „Demo für alle“ trotz massiver linksextremer Störungen

Hedwig von Beverfoerde

Über 4500 Menschen, darunter sehr viele Familien mit ihren Kindern, sind trotz Kälte unserem Aufruf gefolgt und am Sonntag für den Schutz von Ehe und Familie und gegen Sexualisierung und Genderwahn in Stuttgart auf die Straße gegangen. Ehe und Familie vor!

Einen ersten Eindruck von der tollen Stimmung und fröhlichen Atmosphäre bekommen Sie in unserer Bildergalerie: hier.

Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte souverän  – z.T. unter Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray – die stellenweise sehr aggressiven Versuche der Gegendemonstranten, den friedlichen Protest der DEMO FÜR ALLE zu stören. Drei Busse der Demoteilnehmer wurden mit Steinen beworfen, zwei Tatverdächtige festgenommen. Der Gegenprotest ist ein Zusammenschluß aus Antifa, Gewerkschaften und linken Jugend- und Parteiorganisationen.

Unsere Kundgebung eröffnete der Generalsekretär der evangelischen Allianz, Hartmut Steeb. In seiner Rede ging er mit der von der Kretschmann-Regierung  angekündigten »Politik des Gehörtwerdens« ins Gericht und kritisierte das intransparente und bürgerferne Prozedere insbesondere in der Bildungspolitik. Er schloß mit einem flammenden Appell für Ehe und Familie: »Wir brauchen eine Bildungsoffensive für Ehe und Familie, für die Übernahme nachhaltiger Verantwortung für die künftigen Generationen, also ein Ja zu Kindern.«

Auch Ulrike Schaude-Eckert vom Verein Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V., der seinerzeit die Petition gegen den Bildungsplan initiiert hatte, kritisierte die Politik der Kretschmannregierung scharf. »Katastrophale Fehler aus der Anhörungsfassung« seien nach wie vor »nicht nachgebessert worden.«  – Kretschmann habe dem »Bildungsplanchaos tatenlos zugeschaut«. Die Landesregierung stehe in der Verantwortung, »diesen Konflikt zu befrieden.«

Von der französischen Protestbewegung La Manif Pour Tous war der Vize-Präsident, Alberic Dumont, gekommen, um u.a. die neue europäische Bürgerinitiative »Mom, Dad and Kids« vorzustellen. Ziel der am 14. Februar gestarteten Initiative ist eine eindeutige Definition von Familie, nämlich Mutter, Vater und Kind, die in allen Schriftstücken der EU Anwendung finden soll. Innerhalb eines Jahres müssen die Petitenten jetzt europaweit 1 Million Unterschriften sammeln.

Die 10-fache Mutter Ingrid Kuhs erinnerte in ihrer Rede an die Landesverfassung von Baden-Württemberg, wonach die Jugend in »Ehrfurcht vor Gott« erzogen werden soll und mahnte die Erzieher und Lehrer statt der vielen Bildungs- und Aktionspläne die Verfassung zu lesen und den daraus folgenden Erziehungs- und Bildungsauftrag ernst zu nehmen.

Weihbischof Laun: Kinder vor der Gender-Lüge schützen

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun warnte mit den Worten Papst Franziskus vor den »dämonischen« Gefahren der Gender-Ideologie und appellierte an die Demonstranten: »Wir müssen unser Menschenrecht auf unser Sosein als Mann, als Frau, als Vater und Mutter verteidigen und die Kinder schützen gegen die ideologische Zwangsverformung durch die teuflische Lüge Namens Gender.«  Bischof Laun unter dem Regenbogen

FOTO: Weihbischof Andreas Laun mit einem Demo-Teilnehmer

Birgit Kelle verteidigte in ihrer Rede das Erziehungsrecht der Eltern. Es sei »Elternsache, den Kindern unsere Werte weiterzureichen.« Sie brauche keine Ideologen »aus irgendwelchen Ministerien, die glauben, die könnten das besser«. Sie erinnerte die Baden-Württemberger daran, daß sie in zwei Wochen bei der Landtagswahl die Möglichkeit haben, die derzeitige Politik abzuwählen. »Nutzt diese Chance« rief sie den Demonstranten zu.

Marcel von der Bruderschaft des Weges, der bereits im Oktober als Redner in der Berichterstattung für einiges Aufsehen gesorgt hatte, berichtete von seinen Erfahrungen als Sozialarbeiter. Gerade Kinder bräuchten keine ideologiegeleitete Sexualpädagogik der Vielfalt. Es brauche vielmehr »eine Politik, in der es um Beziehung vor Sexualität geht und in der es um die Förderung von Bindungsbeziehungen vor der Förderung des Lustprinzips geht.«

Sodann faßte ich die Entwicklung der Protestbewegung DEMO FÜR ALLE der letzten zwei Jahre zusammen und führte deutlich vor Augen, welche Sprengkraft in den Aktions- und Bildungsplänen, die auch in vielen anderen Bundesländern aus dem Boden sprießen, steckt: »Ziel ist also, daß alle Schüler jede Art von Sexualverhalten unterschiedslos richtig und gut finden sollen. Und zwar unabhängig von Bindung, von Ehe und Familie. Das aber ist Indoktrination in Reinform.«

Auch nach der Landtagswahl werde die DEMO FÜR ALLE deshalb die »Anliegen für Ehe, Familie und unsere Kinder felsenfest weiter verfolgen. Denn wir wissen genau: Nur wenn wir weiter Druck machen, können wir die Gender-Agenda stoppen.«

Zum Abschluß der Kundgebung haben wir die Ergebnisse unserer familienpolitischen Wahlprüfsteine bekannt gegeben, die wir den Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg geschickt hatten. Demnach stimmten CDU, AfD und Bündnis C unsereren Forderungen voll zu. Wenig bis keine Übereinstimmungen ergaben die Antworten der Grünen und der Linkspartei. Die SPD hat ihre Antwort verweigert.

Eine differenzierte Übersicht der Ergebnisse finden Sie hier: www.demofueralle.de.

Quelle für Text/Fotos: Demo für alle, Hedwig von Beverfoerde


Stuttgart: Elternrechts-Demo mit Weihbischof Laun am Sonntag, den 28. Februar 2016

Hedwig von Beverfoerde

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ruft das Aktionsbündnis pro Ehe & Familie für Sonntag, den 28. Februar 2016, zur 7. DEMO FÜR ALLE in Stuttgart auf.

Die Veranstaltung beginnt mit einer Kundgebung um 14 Uhr auf dem Schillerplatz, bei der u.a. folgende Redner sprechen werden: Hedwig_Beverfoerde

  • Weihbischof Andreas Laun (Erzdiözese Salzburg)
  • Hartmut Steeb (Generalsekretär der Evangelischen Allianz)
  • Birgit Kelle (Journalistin, Buch-Autorin, Vorsitzende von Frau2000plus)
  • Ein Vertreter der Petitionsinitiative (Zukunft-Verantwortung-Lernen)
  • Albéric Dumonat (Vize-Präsident La Manif Pour Tous, Paris)
  • Hedwig von Beverfoerde (Koordinatorin des Aktionsbündnisses für Ehe & Familie – Demo für alle)

Wahlprüfsteine: Im Vorfeld der Demonstration haben wir anlässlich der Landtagswahl in Baden-Württemberg die Spitzenkandidaten darum gebeten, uns die Haltung ihrer Partei zu verschiedenen familien- und bildungspolitischen Positionen mitzuteilen. Die Antworten der Parteien werden auf der Abschlusskundgebung unserer DEMO FÜR ALLE am 28.2. bekannt gegeben.

Es werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Die durch Zähltore genau ermittelte Zahl der Teilnehmer werden wir nach der Kundgebung gegen 15.45 Uhr auf unserer Facebook-Seite und via Twitter veröffentlichen.

Weitere Infos auf www.demofueralle.de.

Kontakt: Hedwig v. Beverfoerde, Koordinatorin DEMO FÜR ALLE
Münchenhofstr. 33 in 39124 Magdeburg
kontakt@demofueralle.de
Tel.: 0172 / 8880198
www.demofueralle.de


Weihbischof Andreas Laun: Predigt bei der Totenmesse für Johanna von Westphalen

Am 21. Januar 2016 verstarb unerwartet Johanna Gräfin von Westphalen (siehe Foto), Gründerin und Ehrenvorsitzende der CDL sowie Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“.

Ergänzend zu den im CHRISTLICHEN FORUM bereits veröffentlichten Nachrufen dokumentieren wir nun die Predigt des Salzburger Weihbischofs Dr. Andreas Laun (siehe Foto) beim Requiem (Totenmesse) für die Gräfin und danken dem Bischof für die freundliche Abdruckerlaubnis. Zunächst veröffentlichen wir die liturgischen Lesungen, die seiner Ansprache vorausgingen: portrait_westphalen-r

Jesaja 62:1-5:
Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie Sonnenglanz und ihr Heil entbrennt wie eine Fackel; bis die Heiden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit und du mit einem neuen Namen genannt wirst, welchen des HERRN Mund bestimmen wird; bis du eine Ehrenkrone in der Hand des HERRN und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes sein wirst; bis du nicht mehr «Verlassene» heißest und dein Land nicht mehr «Wüste» genannt wird, sondern man dich «Meine Lust an ihr» und dein Land «Vermählte» nennen wird; denn der HERR hat Lust zu dir und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden sich deine Kinder dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam seiner Braut freut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Lukas 21,12-20:
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Es ist mir eine Freude und Ehre, die hl. Messe für Johanna Gräfin von Westphalen zu feiern und in dieser predigen zu dürfen. Ich möchte einfügen: Kardinal Meisner wäre sehr gerne gekommen, er ist leider verhindert, lässt aber durch mich seinen Gruß bestellen und seine innere Teilnahme!

Eine Predigt ist nicht eine Laudatio, ihr Thema ist immer Gott, aber zu solchem Anlass halte ich besonders Ausschau nach dem besonderen Licht, das Seine Offenbarung auf das Leben und Sterben unserer lieben Verstorbenen wirft.

Gräfin Johanna von Westphalen? Von wem rede ich? Sie haben Sie viel besser gekannt, ich leider nur von Begegnungen bei Pro-Life-Veranstaltungen und natürlich auch durch ihre öffentlichen Stellungnahmen und das, was von ihren Taten berichtet wurde. Aber solches „Kennen“ ist genau besehen wichtiger als ein sich Kennenlernen bei irgendeinem gesellschaftlichen Ereignis!

Johanna war nicht nur biologisch verwandt mit dem seligen Erzbischof Clemens von Galen, sie war vor allem geistig mit ihm verwandt. Beide, der Erzbischof und die Gräfin kämpften gegen denselben Geist des Tötens und des Abfalls von Gott. In diesem Sinn verwandt war sie auch mit vielen anderen großen Persönlichkeiten, Frauen und Männern, unserer Zeit. Der gemeinsame Nenner, der sie, an die ich dabei denke, auszeichnete und auszeichnet, war und ist der Glaube an die Kirche Jesu Christi, an die Gebote Gottes und an die sich keiner politischen Korrektheit beugende Liebe zur Wahrheit.

Der große deutsche Philosoph Dietrich von Hildebrand diagnostizierte kurz vor seinem Tod als die heutige Zeitkrankheit in Kirche und Gesellschaft das fehlende Ernstnehmen der Wahrheits-Frage und ihre heutige Diskriminierung durch die 1000fach wiederholte Frage des Pilatus, was Wahrheit denn sei! Auch Benedikt XVI. legte bekanntlich nicht nur einmal den Finger auf diese Wunde unserer Zeit.

Unsere Gräfin hat die Frage nach der Wahrheit nicht nur mit Worten, sondern auch in ihrem Handeln klar beantwortet. So war sie eine jener Christen, die in wahrhaft katholischer Einheit mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. dem Papst des „Evangeliums des Lebens“, und mit Papst Benedikt XVI., dem Papst des „Evangeliums der Wahrheit“, dachte und arbeitete.

Wenn ich an die Gräfin denke, denke ich nicht nur an eine sehr schöne und liebenswürdige Frau, sondern eine, die beseelt war von der Liebe zur Wahrheit. Diese führte sie gemäß den Zeichen der Zeit in ihre unermüdliche Arbeit für den Schutz des Lebens, der zu ihrer Berufung wurde. 1523

Diese Arbeit war, das war vom Thema her unvermeidbar, nicht immer nur höflicher Dialog, manchmal auch heftiger Kampf, weil man angesichts von Feuer und Verbrechen nicht mit sanfter Stimme und bescheidenen Handzeichen um Hilfe bitten oder gar warten darf, bis es andere auch bemerken. In manchen Situationen ist Schweigen Sünde, sagt Gregor der Große, laut rufen und demonstrieren hingegen Tugend.

Die Sünde des Schweigens hat unsere Gräfin wohl nie zu beichten gehabt, sie war eine Prophetin unserer Zeit! In einer Zeit, die sich mit ihren Mehrheits-Gesetzen über Gottes Gesetz erhebt.

Die mahnende Rede von Papst Benedikt XVI. im Berliner Reichstag über die notwendige Humanökologie, in der er an das „Naturrecht“ erinnerte, an das Gottesgesetz, das über jedem Menschengesetz steht, blieb ungehört! Man redet bevormundend und patzig von „europäischen Werten“ und rechnet zu diesen voll Heuchelei die Erlaubnis. Kinder zu töten! Unsere Gräfin Johanna hat das verstanden, sie hat nicht geschwiegen und sie hat gekämpft so gut es ging!

Gott allein weiß, wie viele Kinder sie durch ihren Einsatz vor dem Tod bewahrt hat. Wie schön wäre es, würden sie jetzt hier in der Kirche den Mittelgang oder noch mehr Raum füllen, und wir könnten sie sehen!

Nicht nur Sie, auch ich war überrascht, als ich gebeten wurde, das Evangelium zuzulassen, das wir gehört haben. Der Jesajatext, der wieder ganz anders überraschend gewesen sein mag, war meine Idee.

Zunächst zum Evangelium:
War es nicht leicht, bei diesem Text an unsere Johanna zu denken? Nein, sie wurde nicht ins Gefängnis geworfen, das nicht, und man hat sie auch nicht ermordet. Aber verfolgt, verspottet und beschimpft hat man sie natürlich schon! Eine Art Verfolgung hatte sie, alles in allem, sehr wohl zu erdulden. Aber sie ist standhaft geblieben, und so hat sie wohl, wie Jesus ihr zuruft, „ihr Leben gewonnen“. media-389705-4

Erzbischof Dyba wurde kurz vor seinem Tod gefragt, ob ihm seine Außenseiterrolle nicht unangenehm sei. Er sagte: „Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“ – Das hätte Johanna auch sagen können!

Und was die Lesung betrifft: Jesaja redet von der Notwendigkeit, nicht zu schweigen. „Genau“, hätte Johanna gesagt, man darf nicht schweigen, auch wenn andere die Erlaubnis, Kinder zu töten, den „europäischen Werten“ zurechnen wollen!

Gott nennt dich, sagt Jesaja, „meine Vermählte“ und Gott freut sich über Dich „wie eine Bräutigam über seine Braut“. Diese Liebeserklärung Gottes gilt jedem von uns, aber heute lausche ich ihr voll Freude und beziehe sie auf unsere geliebte Johanna, die von uns gegangen ist, aber nicht für immer, uns nur voraus.

HIER der Nachruf auf die verstorbene Gräfin von Mathias v. Gersdorff: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/25/johanna-von-westphalen-die-graefin-als-leitfigur-der-deutschen-lebensrechtler/


Neuerscheinung: Gedenkband für Erzbischof Johannes Dyba mit 33 namhaften Autoren

Dieses Buch „Der Löwe von Fulda“ würdigt den am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Bischof von Fulda, Johannes Dyba, der in den Herzen vieler Christen unvergesFürs CF verwendensen bleibt. Es wird herausgegeben von Felizitas Küble und erscheint Mitte Dezember 2015 im KOMM-MIT-Verlag in Münster.

Der ansprechende Gedenkband enthält Beiträge von 33 Autoren, darunter ein Geleitwort von Dybas Amtsnachfolger, dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen (siehe Foto) sowie ein ausführliches Grußwort von Johanna Gräfin von Westphalen, Gründerin der CDL (Christdemokraten für das Leben) und Vorsitzende der Stiftung „Ja zum Leben“.

Zu den prominenten Autoren gehören zudem Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Weihbischof Dr. Andreas Laun (Salzburg).

Das 208 Seiten starke Werk im Geschenkbuch-Format (17 x 22 cm) enthält Artikel von weiteren namhaften Persönlichkeiten aus Kirche, Kultur, Kunst, Theologie, Wissenschaft und Publizistik.

Zu den Verfassern zählen auch eine Reihe evangelischer bzw. evangelikaler Autoren, die den Einsatz von Erzbischof Dyba für die Schöpfungsordnung Gottes, die Zehn Gebote, das Lebensrecht aller Menschen und die Verbindlichkeit der Heiligen Schrift wertschätzen und würdigen.Foto Leupolt - Bistum Fulda

Der vierfarbige Gedenkband ist mit ca. 80 eindrucksvollen Fotos illustriert und erscheint im festen Einband (Hardcover); er kostet nur 14,80 Euro.

Hier finden Sie weitere Buchautoren in alphabetischer Anordnung:

Konrad Badenheuer                                  
Prof. Dr. Peter Beyerhaus
Pfarrer Dr. Joachim Cochlovius
Ehrendomherr Edmund Dillinger
Reinhard Dörner
Barbara Dyba-Roth
Petronella Even
Matthias von Gersdorff791000 Dyba
Prof. Dr. Hubert Gindert  
Pater Lothar Groppe SJ
Pfarrer Peter Kemmether
Gabriele Kuby
Leo Lennartz
Martin Lohmann
Dr. Stefan Meetschen
Christa Meves
Cordula Mohr
Prälat Jürgen Nabbefeld
Pfarrer Dr. Werner Neuer
Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels
Msgr. Prof. Dr. Cornelius Roth
Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf
Dr. Michael Schneider-Flagmeyer
Prof. Dr. Manfred Spieker
Inge Thürkauf
Pfarrer Dr. Dagobert Vonderau
Pfarrer Dr. Franz Weidemann
Thomas Zimmermanns

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251-616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen DYBA-Gedenkband siehe hier (mit dem Buch-Vorwort der Herausgeberin): https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/

Foto v. Bischof Algermissen: Leupolt/Bistum Fulda


Der „Deutsche Schulbuchpreis 2013“ geht an Weihbischof Andreas Laun

Am 3. Oktober findet die Verleihung des „Deutschen Schulbuchpreises 2013“ in München statt. Den Preis stiftet der Verein LDEZ (Lernen für die deutsche und europäische Zukunft). Der Preis besteht aus einer Urkunde und 5000 € und ist bislang zwölf Mal jeweils in einem Festakt vergeben worden.

Diesjähriger Träger ist der Salzburger Weihbischof Andreas Laun für sein herausragendes Buch „Der Christ in der modernen Welt“.  

Das Werk erschien 2009 in der Serie „Glaube und Leben“; es ist für die 8. Klasse konzipiert, eignet sich aber allgemein für Oberschüler, junge Erwachsene und alle Interessierten.

Zu den früheren Preisträgern zählen zB. der Philosoph Prof. Dr. Robert Spaemann, der deutsch-jüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn und Michaela Freifrau v. Heeremann (für „Youcat“).

Die Preisverleihung wird im Festsaal des Münchner Künstlerhauses (Lenbachplatz 8) veranstaltet und beginnt um 11 Uhr.

Prof. Klaus Berger und Christa Meves werden die Laudatio auf den Preisträger halten.  Die musikalische Begleitung gestaltet der Kammerchor Vox Nova.

Die Einladung ergeht an alle Interessenten, der Eintritt ist frei.

Anmeldung ist erwünscht unter Tel. 05247-4502 beim LDEZ-Geschäftsführer Wolfram Ellinghaus in 33428 Harsewinkel.  – Fax: 05247-405449.  –  Mail: Ldez.e.v@web.de

Nach der Preisverleihung lädt der von Christa Meves gegründete Verein „Verantwortung für die Familie eV.” zu einem kleinen Umtrunk mit geselligem Beisammensein ein.

Infos: http://www.schulbuchpreis.de