Alle Jahre wieder: Die Kling-Glöckchen-Krone der Scheintoten

WEIHNACHTEN IM MEDIENZEITALTER

 Sie wollen die Frohe Botschaft
– saisongemäss – in Anspruch nehmen,
obwohl ihnen der Gottes- und Mariensohn
das ganze Jahr über
ein geläufiges Spott-Thema ist.

Der Frechheit ihrer Gottlosigkeit
setzen sie – alle Jahre wieder –
die Kling-Glöckchen-Krone auf.

In den hohen Domen der Christenheit:
Das Evangelium des Zweifels
mit dem Zuckergruß globaler Mitmenschlichkeit.

So mutiert das Gewissen
zum gemütlichen Hort der Gutmenschen.

Abgesegnet von der UNO
singt die Menschheit sich
vor den Mattscheiben
in den Seelenschlaf der Scheintoten.

Christel Koppehele

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


Warum Christus kein „uneheliches“ Kind war…

Von Felizitas Küble

Alle Jahre wieder hören wir zu Weihnachten die ergreifende Mär, die auch durch Wiederholung nicht richtiger wird, wonach Maria bei ihrer Schwangerschaft „nicht verheiratet“ gewesen sei und daher unser göttlicher Erlöser „unehelich“ geboren wurde, was die inneren und äußeren Probleme für die Madonna noch vergrößert hätte, zumal in der strengen jüdischen Gesellschaft und-so-weiter.

Auch diesmal wurden wir in Münster-Hiltrup am Christfest vom Geistlichen mit dieser alt-neuen Weisheit beglückt.

Aber stimmt das etwa nicht? Heißt es nicht im Lukas-Evangelium, Maria sei  – als der Engel Gabriel sie besuchte –  mit Josef nur „verlobt“ gewesen?

Ja, so können wir es in vielen Bibeln lesen, allerdings ist diese Übersetzung ungenau und für die heutige Zeit mißverständlich, denn die damalige „Angelobung“ (!) war bereits der Beginn der gesetzlichen Ehe (sowohl staatlich wie religiös gesehen). An diesem Tag wurde die Heiratsurkunde unterschrieben, somit begann bereits die Ehe – wenngleich das „anverlobte“ Paar noch nicht sofort unter ein Dach zog.

Die familiäre „Heirat“ mit der Gründung eines gemeinsamen Hausstandes wurde in der Regel ein Jahr später vollzogen. Das war dann innerhalb der Ehe die zweite entscheidende Etappe. Es wurde von dem jungen Paar zwar erwartet (aber nicht gefordert), daß es die intime Vereinigung bis die Heirat aufschiebt. Geschah dies aber vorher (also zur Zeit der Angelobung), so hatte dies keine strafbaren Folgen.

In einigen früheren Bibelübersetzungen war präziser davon die Rede, Maria sei dem hl. Josef „anverlobt“ oder „angetraut“ gewesen, so daß man sich eher denken konnte, daß es sich hierbei nicht nur um eine mehr oder weniger unverbindliche Verlobung im heutigen Sinne handelt.

Als Maria den göttlichen Erlöser vom Heiligen Geist empfing, befand sie sich also bereits in einer gesetzlichen Ehe mit Josef – und somit war ihre Schwangerschaft nach damaligem jüdischen Recht keineswegs „unehelich“.

 

 


Der Regensburger Bischof würdigt das „Stille Nacht“-Lied als genialen Wurf

Im Hohen Dom St. Peter hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Heiligen Nacht die Christmesse gefeiert. Er erinnerte daran, dass zentrale christliche Glaubensgeheimnisse in der Nacht gefeiert werden: in der Heiligen Nacht sowie in der Osternachtsfeier.

Auf den Tag 200 Jahre zuvor war erstmals das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ erklungen. Das war in St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg geschehen. Bischof Voderholzer nannte das Lied einen „genialen Wurf, der wesentliches der Botschaft von Weihnachten vermittelt“.

Am Ende des Pontifikalgottesdienstes sangen die Regensburger Domspatzen das Lied in drei Strophen auf höchstem musikalischem Niveau. Das weltweit bekannte Lied, das in rund 300 Sprachen übersetzt wurde, hatte erst langsam Einzug in die christlichen Gesangsbücher gefunden.

In seiner Predigt erklärte der Regensburger Bischof, die Autoren Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber hätten der Christenheit mit dem Lied ein großes Geschenk gemacht. Mohr war Hilfspfarrer und hatte den Text verfasst, Gruber war Dorfschullehrer und steuerte die Melodie bei.

Das Lied atmet „eine tiefe Sehnsucht nach Friede und Heil“, sagte Bischof Voderholzer in der Predigt. Kurz zuvor, 1816, hatte die letzte gesamteuropäische Hungersnot stattgefunden. Der Inhalt des Liedes ist wie das Echo der Weihnachtsbotschaft. Es bringt zentrale Aussagen der Weihnachtsbotschaft gültig zu Sprache.

Auch Papst Franziskus hatte kürzlich erklärt, dass er das Lied gerne hat. Es beschreibe die tiefe Göttlichkeit des Jesuskindes in einfacher Sprache. „Danken wir dem HERRN, dass er die Wege Joseph Mohrs und Franz Xaver Grubers sich kreuzen ließ“, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Das Lied sei eine geistliche Bereicherung.

Bereits zuvor hatten Domspatzen und der Bischof die Kerzen des Christbaums vor dem Hauptaltar im Dom mit dem Feuer des Friedenslichts aus Bethlehem entzündet.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


LOB und DANK – auch unterm Christbaum!

Von Felizitas Küble

Manchmal tun wir ein gutes Werk, wenn wir einem lieben (oder weniger lieben) Mitmenschen einen freundschaftlich gemeinten Rippenstoß geben und ihn auf einen Fehler oder Irrtum hinweisen. Das ist offen und aufrichtig – im Unterschied zum Getratsche hinter seinem Rücken. 

So hilfreich konstruktive Kritik sein kann, noch besser und auch wirksamer ist es, wenn wir unseren Nächsten ermutigen und ihn für das loben, was er wirklich an Gutem leistet und vollbringt.

So können wir doch ins Geschenk für Geschwister oder Freunde ein paar schulterklopfende Zeilen hinzufügen – und nicht nur „Frohe Weihnachten“ wünschen (besser ist sowieso der christliche Gruß: Gesegnete / gnadenreiche Weihnachten!).

Wir können z.B. schreiben, warum wir uns über die Hilfsbereitschaft unseres Bruders besonders freuen – oder über die immer fröhliche Art unserer Schwester. Solch ein ehrlich gemeinter Lob-Brief verbessert nicht nur die Stimmung, sondern ermutigt im Guten!

Den Eltern können wir DANKes-Zeilen schreiben: So können wir uns bei Mutter für ihre Warmherzigkeit und Fürsorglichkeit bedanken, ihre Aufmerksamkeit, Schaffensfreude und das gute Zuhören – und bei unserem Vater für seinen Einsatz zugunsten seiner Familie, seinen Arbeitseifer, Rechtschaffenheit, Wahrheitsliebe usw.

Das sind hier nur beliebige Beispiele, die jeder selber mit Leben und mit den passenden Tugenden füllt, die es bei Anderen zu würdigen gilt.

HERZ-TRAINING in der Schule verbessert das Klassenklima

Im neuen Gemeindebrief der evangelischen Apostelkirchen-Gemeinde von Münster berichtet die Lehrerin Doris Möhring unter dem Titel „Ein Lob dem Lob“ ganz praktisch aus ihrem Schulalltag:

„In der Schule machen wir das Herztraining seit einiger Zeit mit sog. Lob-Briefen. Die Schüler/innen schreiben sich Briefe, um sich gegenseitig zu loben für das Einhalten von  Grundrechten….Diese Briefe werden vorgelesen und persönlich überreicht.

Das Klassenklima hat sich dadurch spürbar verbessert und die Schüler/innen nehmen zunehmend ihre Selbstverantwortung wahr und sich selber ernster. Und wir Erwachsenen? Wie gut tut es auch uns, ein Lob zu hören. Wir sehr lässt uns Anerkennung wachsen und unsere manchmal ungeahnten Fähigkeiten beleben.“

Eben! – Also versuchen wir doch alles unser Glück – um anderer Menschen Glück zu steigern. Gewiß nicht nur an Weihnachten, aber das „Fest der Liebe“ eignet sich besonders gut. Aber auch zum Geburtstag oder Namenstag können wir mit solchen Mutmach-Briefen viel Freude bereiten!


Verleugnung statt Integration: Egal-woran-Sie-glauben-Grußkarte einer CDU-Politikerin

Kritik sogar aus der Linkspartei

Annette Widmann-Mauz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, hat durch ihre Pressestelle eine Feiertagskarte mit den Worten verschickt: „Egal woran Sie glauben … wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start ins neue Jahr“. 
Das Wort „Weihnachten“ kommt darin nicht vor.

Merkels Staatsministerin im Kanzleramt erhält hierfür nicht nur Kritik aus den eigenen Reihen.

Sogar aus der  – sicherlich mehr atheistisch als christlich geprägten – Linkspartei kamen Beschwerden, wie die BILD-Zeitung berichtet: 

So erklärte Sevim Dagdelen, die Migrationsexpertin (!) und Vize-Fraktionschefin dieser Partei im Bundestag: „Es ist bedauerlich, dass falsch verstandene Toleranz augenscheinlich dazu führt, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, unsichtbar wird.“

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (siehe Foto) übte ebenfalls Kritik an der Nicht-Weihnachtskarte ihrer Parteikollegin: „Wer als Regierungsmitglied in der Weihnachtszeit eine Grußkarte mit den Worten „Egal woran Sie glauben“ verschickt, muss sich fragen lassen, für welche Werte er steht und welche Bedeutung die Karte haben soll.“

Weitere Infos hier: https://www.journalistenwatch.com/2018/12/19/staatsministerin-integration-weihnachtskarten/

 


Weihnachten erinnert uns daran: Kinder sind ein Grund zur Freude!

Von Dennis Riehle

Vor einigen Wochen besuchte ich einen Vortrag. Neben mir saß eine junge Frau. Sie hatte ihr Baby mitgebracht. Kaum anders zu erwarten, meldete es sich im Laufe der Veranstaltung lautstark zu Wort. „Können Sie Ihren Bengel nicht zuhause lassen, wenn Sie zu solch einem Abend kommen?“, empörte sich vor mir eine ältere Dame. „So etwas sollte man verbieten!“, legte sie nach.

Die Mutter neben mir sank immer weiter in ihren Sitz zusammen. Ihr Kopf war rot geworden voll der Scham – und ich schlug ihr vor, dass wir einige Minuten vor die Tür gehen sollten, bis sich ihr Kind wieder beruhigt hatte. Sie stimmte zu – und wir drängten uns durch die Sitzreihen hindurch.

Mittlerweile hatte der Referent seinen Vortrag bereits unterbrochen, da immer mehr Zuhörer sich beschwerten. „Passen Sie doch auf!“, „Können Sie nicht daheim bleiben mit Ihrer Göre?“ – die Reaktionen auf die junge Mutter waren drastisch. 

Vor dem Vortragssaal angekommen, holte ich der völlig aufgelösten Frau zunächst ein Glas Wasser. „Wissen Sie, ich bin alleinerziehend. Soll ich denn deswegen nur noch in meinen eigenen vier Wänden bleiben, aus Angst darum, dass mein Kleinster quengelt?“, blickte mich die Mutter etwas verzweifelt an. „Was haben die Menschen nur gegen Kinder? Ich bin mit meinem Baby so oft angeeckt, dass ich den Glauben daran verloren habe, wonach mein Nachwuchs in unserer Gesellschaft noch willkommen ist“.

Harte Worte waren das. Doch was sollte ich entgegenhalten? Tatsächlich erinnerte auch ich mich daran, wie erst kürzlich im Bus, im Gottesdienst oder beim Arzt das Entsetzen um sich griff, als Kinder mit ihrem völlig normalen Geschrei die Aufmerksamkeit der Umgebung auf sich zogen.

Wie steht es also wirklich um die Liebe zu unseren Kindern?

Schon eine Schwangerschaft kann zur Ausgrenzung führen. Das haben bereits Maria und Josef erfahren müssen, als sie auf der Suche nach einer Herberge überall abgelehnt wurden. Ich mutmaße, dass es auch mit der anstehenden Niederkunft eines Babys zu tun hatte, weshalb sich die Hausbesitzer von Bethlehem weigerten, für die junge Familie zumindest eine kleine Ecke an Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Kinder – sie gelten als süß, niedlich und willkommen, solange sie keine Umstände bereiten. Das sagte ich auch der jungen Frau, die noch immer ihr Baby in den Armen trug, das mittlerweile an der Flasche mit Milch ruhig geworden war.

„Aber blicken Sie nur auf die Weihnachtsgeschichte: Sie macht uns klar, dass das Kleinsein zum Leben dazugehört. Der große Retter, der auf die Welt niederkommt, er beginnt ganz winzig, in Windeln, schreiend und in einer Krippe liegend“, fügte ich an.

Christoph von Schmid dichtet in seinem berühmten Kirchenlied „Ihr Kinderlein, kommet“ darüber, was wir von unseren Kleinsten zu halten haben: „… und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht“.  – Er erinnert uns daran: Kinder sind eine Freude!

Im 21. Jahrhundert sehnen wir uns nach Perfektion. Da passen keine störenden Geräusche in den Alltag. Wie wir mit unseren Kindern umgehen, so gehen wir mit uns selbst um. Nichts von Nachsicht, von Sanftmut, schon gar keine Freude. Wie trist wird unser Dasein, wenn wir den kindlichen Schrei aus unserem Leben verbannen – und damit vergessen, wo wir herkommen, wer uns geschaffen und uns mit Liebe erzogen hat.

Zu Weihnachten freue ich mich nicht nur mit der jungen Mutter, die ihr Baby nach unserem Gespräch ganz selbstbewusst mit nach Hause nahm. Ich freue mich an dem lautstarken Jubel der Engel-Chöre, die einstimmen in den Gesang, um zu huldigen und anzubeten.

Wie dankbar können wir über jedes Kind sein, das unseren Alltag mit einem lauten Aufschrei unterbricht und uns wieder ins Bewusstsein ruft, dass wir leben! Wenn wir verstummen, dann ist das kein gutes Zeichen. Die Vitalität eines kleinen Babys, sie macht uns Mut für unsere eigene Wegstrecke: Lebendigkeit ist das Motto des Christfestes – wir dürfen sie spüren, aber wir sollten sie auch er-tragen, gerade bei Anderen, besonders bei Kindern.

Weihnachten ist für mich das Fest unseres Lebens. Nach Stille und Besinnung auf den, der da kommt, dürfen auch wir die Ruhe unterbrechen und uns klarmachen: Nur der, der sich regt, hat Anteil am Hier und Jetzt.

Das verdeutlichen uns Kinder immer wieder neu. Ich sorge mich um die nahezu feindselige Stimmung gegen unsere Kleinsten, die für manch Einen keinen Platz in unserer Gesellschaft finden sollen. So wird nicht nur für die Mutter aus dem Vortragsraum der Alltag zum Spießroutenlauf.

Nehmen wir uns ein Beispiel daran, wozu uns Christoph von Schmid aufruft: „O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, erhebet die Hände und danket wie sie…“ (Strophe 4).

Mit jedem Kind wird auch unser Alltag heller und geräuschvoller. Singen wir zu Weihnachten laut und kräftig, freuen wir uns über diese herrliche Botschaft von neuem Leben, von einer neuen Lebensgeschichte, die beginnt. Teilen wir die Glückseligkeit von Eltern, die dankbar sind über ihren Nachwuchs. Und lassen wir sie teilhaben am Dasein unser aller.

Die Freundlichkeit gegenüber Kindern wird sich auszahlen. Für unsere eigene Stimmung, für unsere eigene Zufriedenheit, für unsere Zukunft.

„Maria und Joseph betrachten es froh“ (Strophe 3), dieses Baby „auf Heu und auf Stroh“. Tun wir es ihnen gleich – und lassen wir unserer Warmherzigkeit freien Lauf.

„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“! (Johann Ludwig K. Allendorf, EG 66.1)

Ich wünsche allen Lesern friedvolle und gesegnete Weihnachtstage!

Webpräsenz: http://www.Dennis-Riehle.de


Rilke-Gedicht: Nacht der Herrlichkeit

 

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus, den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin, bereit –
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Reiner Maria Rilke
* 4. 12.1875 in Prag; † 29.12.1926