Unser neues schönes WEIHNACHTS-Plakat

POSTER aus unserem ECCLESIA-Plakatdienst:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten (Betrag bitte vorweg in Briefmarken beilegen), vier Stück kosten nur 6 € inkl. Porto (gegen Rechnung). – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Gemälde: Evita Gründler


Die glaubensfrohe Advents-Liturgie der Kirche in der letzten Woche vor Weihnachten

Von Pfarrer Felix Evers

Die letzte Woche vor Weihnachten (17.-23. Dezember) kennt keine Heiligenfeste, sondern ist in der Liturgie der Kirche in besonderer Weise ausgestaltet, sei es durch die Lesungen der Heiligen Messe, sei es durch drei ausgesuchte Antiphonen zu den Psalmen im Stundengebet, die für Laudes und Vesper gleich sind. 

Vor allem sind hier aber die seit Amalar von Metz (775 – 850 n. Chr.) bezeugten altehrwürdigen O-Antiphonen zu nennen, die als Kehrvers zum Magnificat in der Vesper gebetet werden – und in der Kurzfassung auch als Halleluja-Vers in der Heiligen Messe des jeweiligen Tages.

Die Großen Antiphonen enthalten das ganze Mark der Adventsliturgie; Kardinal Newman nannte sie die „Herolde von Weihnachten“.

Die noch heute von uns gesungenen sieben O-Antiphonen weisen einen Acrostichus auf: Die Anfangsbuchstaben der Antiphonen ergeben, von der letzten zur ersten gelesen, als Antwort auf die letzte lateinische Antiphon: „Ero cras!“ („Ich werde morgen da sein!“).

Ich öffne also die Adventstürchen der letzten Werkwoche vor Weihnachten und bete die Fleh- und Sehnsuchtsrufe in der Vorfreude auf die Ankunft meines und unseres Erlösers.

17.12.       O WEISHEIT   (O  Sapientia…)

hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten –
die Welt umspannst du von einem Ende zum anderen,
in Kraft und Milde ordnest du alles:
o komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht.

18.12.        O ADONAI  (O Adonai…)

Herr und Führer des Hauses Israel –
im flammenden Dornbusch bist du dem Mose erschienen
und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben:
O komm und befreie uns mit deinem starken Arm.

19.12.          O SPROSS AUS ISAIS WURZEL  (O Radix…)

gesetzt zum Zeichen der Völker   –
 vor dir verstummen die Herrscher der Erde,
dich flehen an die Völker:
o komm und errette uns,

erhebe dich, säume nicht länger.

20.12.       O SCHLÜSSEL DAVIDS   (O Clavis…)

Zepter des Hauses Israel –
du öffnest, und niemand kann schließen, du schließt,
und keine Macht vermag zu öffnen:
o komm und öffne den Kerker der Finsternis
und die Fessel des Todes.

21.12.       O MORGENSTERN  (O Oriens…)

Glanz des unversehrten Lichtes,
der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und erleuchte,
die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.

22.12.       O KÖNIG ALLER VÖLKER  (O Rex…)

ihre Erwartung und Sehnsucht;
Schlussstein, der den Bau zusammenhält:
O komm und errette den Menschen,
den du aus Erde gebildet
.

23.12.       O IMMANUEL  (O Emmanuel…)

Unser König und Lehrer,
du Hoffnung und Heiland der Völker:
o komm, eile und schaffe uns Hilfe,
du unser Herr und Gott.

Die Anfangsbuchstaben der lateinischen Begriffe ergeben, von hinten nach vorne gelesen, den Satz „Ero cras“ – d. h.: „ Ich werde morgen da sein.“

Am 24. Dezember schließlich greife ich im Alten Testament zum Propheten Zefanija. Genau diese Lesung kommt in den katholischen Gottesdiensten immer am 21. Dezember vor, um die Vorfreude auf Weihnachten auszudrücken:

„Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.

Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und jauchzend einen Freudentanz aufführen, weil es dich gibt.“

Ein Gott, der mir vergibt und vor Freude tanzt! Das ist Weihnachten! Oder wie es Paul Gerhardt in seinem Adventslied „Wie soll ich dich empfangen“ auf den Punkt bringt – mein Primizspruch übrigens: „Du kommst und machst mich groß.“

 

 

 


Zwischen Krippe und Kreuz, Himmel und Erde

Von Pfarrer Felix Evers

„Zwischen den Jahren“ heißt umgangssprachlich die Zeit direkt nach dem Weihnachtsfest; vermutlich geht dieser Begriff auf die Umstellung des Kalenders in der Sterbenacht Theresia von Avilas 1582 zurück, weil seitdem zwischen dem alten Julianischen und dem neuen Gregorianischen Kalender 13 Tage liegen. 

Somit befinden wir uns zwischen Weihnachten und Epiphanie in einer Zwischenzeit: Zwischen den Jahren, zwischen Freud und Leid, zwischen Altem und Neuem, zwischen Himmel und Erde, zwischen Krippe und Kreuz. Zwischendurch mal durchatmen, Rückschau halten, vorausschauen.

Während einer ökumenischen Pilgerreise nach Armenien im vergangenen Herbst entstand dieses Foto in Eriwan: Über der Hauptstadt erhebt sich die Gedenkstätte für den grausamen Völkermord vor mehr als einhundert Jahren, vorne im Bild zu sehen die Gräber der im Karabachkrieg gefallenen Soldaten.

Am türkischen Horizont das für Armenier unerreichbare Wahrzeichen des Ararat – dem Mythos entsprechend der Landeplatz der Arche Noah -; unzählige altehrwürdige Klöster laden zum Gebet ein.

Im Oktober erklangen zudem überall die Lieder des verstorbenen Sängers Charles Aznavour, der armenische Wurzeln hatte und als Volksheld verehrt wird; in Eriwan lauschten bei farbenfrohen Wasserspielen unzählige Bewohner friedlich-still seinen über etliche Lautsprecher verbreiteten Chansons.

Armenien als ein Zwischenland: Leben zwischen Krieg und Frieden. Abbild der ganzen Welt im Jahr 2018: Zwischen Gewalt und Versöhnung, zwischen Nationalismus und Einer Welt, zwischen Raubbau und Schöpfungsbewahrung.

Jesus führte ein Leben im Dazwischen: Zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod, zwischen Betlehem und Golgotha; auf seinem Pilgerweg zwischen den biblischen Orten im Heiligen Land hatte er kaum eine Herberge mit Verweildauer.

Unsere Erlösung bewirkt das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz bis heute durch den heiligen Tausch: Wer an Jesus als den Sohn Gottes glaubt, weiß sich als bettelarmer Mensch von Gott mit der gleichen himmelreichen Liebe umfangen, mit der Gott seinen eigenen Sohn umfängt.

Jeder Lebenstag wird zu einem kleinen Weihnachtsfest im Zwischenland: Ich wache als bettelarmer Mensch auf, erneuere tagsüber mein Vertrauen in das wehrlose Christkind, das am Wegesrand in einer Höhle zur Welt kam, und den geschundenen Mann am Kreuz, der auf dem Müllberg Golgotha außerhalb der Stadtmauern entsorgt wurde, und gehe himmelreich beschenkt schlafen.

Selbst wenn ich unter einer Brücke schlafen muss, ist dieser Gott wirklich bei mir – sein Reich sind gerade die Zwischenorte dieser Erde, die von allen guten Geistern verlassen zu sein scheinen.

Die Lichterkrone, die am Fest der Heiligen Luzia getragen wird, ist das gleiche Vorausbild des Himmels wie die Königsgewänder und Kronen der Sternsinger, die zwischen den Jahren die Frohe Botschaft wieder über alle Türen schreiben werden: Zwischen Ohnmacht auf Erden und Königswürde im Himmel gehen Heranwachsende ihren Lebensweg; von vielen Menschen missachtet und gequält, von Gott aber von Ewigkeit her auserwählt und bedingungslos geliebt: Jedes Kind ist in Gottes Augen ein König, Priester und Prophet.

Dein letztes Hemd, auf der Flucht zerrissen und zerlumpt, ist in Wahrheit ein Hochzeitskleid; Deine himmlische Würde kann Dir niemand rauben.

In Eriwan erhebt sich über der nationalen Gedenkstätte zwischen dem Betrachter und der Stadt das Mahnmal wie ein übergroßer Dorn – ein Dorn im Auge -, wie ein viel zu großer Nagel; das Holz der Krippe hat die gleichen Nägel wie das Kreuz, und die Dornenkrone liegt bereits auf dem Kopf des Christkinds in Betlehem.

So sehr liebt Gott uns Menschen, dass er am Weihnachtsfest für immer zu uns ins Zwischenland und in jede Zwischenzeit zieht, damit wir in Freud und Leid seine tröstende Nähe erfahren: „Fürchte Dich nicht; denn ich mag Dich leiden!“

Gesegnete Weihnachten und trostreiche Zeit zwischen den Jahren!


Findet das christliche Abendland zurück zur Schöpfungsordnung Gottes?

Von Christa Meves

Weihnachten 2018 hat seine Tore geöffnet und es scheint, als würde sich die Festlichkeit hierzulande in gewohnter Weise vollziehen: als das übliche Sing- und Schenkfest mit Tannenbaum und Kerzen, mit viel gebratenem Fleisch, pünktlichen Gottesdiensten und Zusammentreffen der Familien, nicht allein in den noch heilen, sondern sogar auch in den zerbrochenen, mit Hin- und Herpendeln der Kinder.

Für mich persönlich schließt sich mit dem kommenden Jahreswechsel fast das 93. Lebensjahr zu. Mit einem erleichterten Seufzer hoffe ich, am Jahresende zu konstatieren, dass das christliche Abendland auch in diesem Jahr offenbar noch nicht total hat zerbrechen müssen, obgleich sich bei wachem Bewusstsein feststellen lässt, dass wir hierzulande immerhin seit mindestens 80 Jahren wie über einem Abgrund zu hängen scheinen.

Was rettete uns bisher? Die kleine Schar der Märtyrer des Hitlerreiches oder Menschen in versteckten Positionen auch, die die Situation bewusst wahrnahmen, die wachten und um Erbarmen hinaufflehten? Gibt es solche Bewahrer der Wahrheit auch heute noch?

Können wir auch im Hintergrund dieses Weihnachtsfestes 2018 solche Hoffnungen haben?

Ja, davon habe ich mich in den letzten Monaten in zunehmendem Maße überzeugen können; denn im öffentlichen Trend ist eine beachtliche Beunruhigung darüber entstanden, ob die Wegrichtung unserer Republik in den vergangenen 40 Jahren richtig und damit zukunftsträchtig gewesen ist. 

Es war nämlich in dieser Zeit in den Wohlstandsländern des Westens ein ständiges Anwachsen der Verstöße gegen Gottes Schöpfungsordnung erfolgt. Daraus resultierte zunächst ein Anwachsen der Gefahr, einerseits persönlich in ungute Situationen zu geraten. Und das geschah andererseits in einer solchen Häufigkeit, dass daraus eine allgemeine Schwächung der Strukturen entstand.

Ja, mehr noch: Daraus erwuchs eine Art geistiger Bewusstseinsminderung, eine allgemeine kurzsichtige Unnachdenklichkeit. Die  Entfesselung der Sexualität z. B., dieses zweitmächtigsten Motors unserer Biologie, hatte eine Entstabilisierung der Ehen, der Familien und damit des Halts der Kinder  zur Folge gehabt. Schulischer Niveauverlust in der jungen Generation z. B.  lässt sich statistisch im Völkervergleich dadurch für Deutschland bereits seit Jahrzehnten ausmachen.

Auch lässt sich öffentlich nun wirklich nicht mehr verschweigen, dass wir hierzulande einen Geburtenschwund zu konstatieren haben, sodass mindestens dadurch generell ein Überleben in der Zukunft infrage gestellt wird.

Doch so hoffnungslos wie im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ist die Situation am Ende dieses Jahres nicht mehr gegeben; denn die Bevölkerung ist dabei, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Und ein Wunder ist entstanden. Immer weniger Bürger sind heute noch bereit, sich in der Politik mit kleinen Änderungen in den Details zufriedenzugeben. Ein Ahnen geht durch die Bevölkerung, dass eine Richtungsänderung von der Tiefe her geschehen muss.

Wo ist Rettung in Aussicht? Ist sie womöglich bereits in der Stille im Wachsen?

Denn eine generelle Umkehr müsste immerhin doch von einer geistigen Einstellungsänderung her ausgehen und zu der Erkenntnis aufblühen, dass wir Menschen allesamt keineswegs autonom sind, sondern an Gottes Band, dass also jeder von uns bei seinen Entscheidungen hinauffragen sollte, ob sie mit Gottes Schöpfungsordnung und mit seinem Willen übereinstimmen.

Anregung dazu lässt sich z. B. in einigen christlichen Printmedien, vorbildlich etwa in der katholischen Tagespost und in der evangelikalen IDEA entdecken. Darüber hinaus gibt es hierzulande z. B. fünf betont christliche Sendestationen: Radio Horeb, EWTN, K-TV im katholischen Bereich, Bibel-TV und ERF im evangelischen Spektrum.

Ich habe im vergangenen Jahr – gezwungen durch meine schwach werdenden, das Lesen und Schreiben behindernden Augen – voller Staunen die Gelegenheit gehabt, beglückt zu erfahren, was hier abseits vom großen Mainstream  für eine durchschlagende Überzeugungsarbeit geleistet wird.

Wie kann das gelingen? Ist doch das Christentum und seine Bibel im modischen Trend so vielfältig herabgewürdigt worden. Und wie sehr gehört es zum Trend,  solche unverständlich erscheinenden Bereiche zum alten Eisen zu werfen!

Anders in diesen christlichen Institutionen: Die Redakteure, die Moderatoren, die zu Vorträgen Eingeladenen stehen hier in einer neuen Phalanx, die diese Crew unversehens wirksam macht; denn die sich hier Einsetzenden sind von der eigenen Erkenntnis über den Sinn  des Menschenlebens begeistert überzeugt und die Gefahr, die Verbindung mit ihrem Schöpfer zu verlieren, treibt sie um.

Sie sind je nach Temperament verhalten bis unverblümt emotional davon durchdrungen, die frohe Botschaft der neu zum Licht gebrachten Wahrheit der irrenden Menschheit heute vermitteln zu müssen und das auch zu können –  getragen von der eigenen Sicherheit ihrer Erfahrung. Dadurch werden die Aussagen lebendig und wirksam.

Neu kommt in ihren leuchtenden Augen das Erfülltsein vom Geist der Dankbarkeit für das eigene beschützte und geliebte Lebensgeschenk durch den Schöpfer zum Ausdruck. Das schlägt auf die Zuschauenden und Zuhörenden durch und wird sogar als Anbetung in aufsprießenden Gebetshäusern sichtbar.

Hier wächst die Tiefe einer Weihnachtsstimmung, die der Düsternis unserer internationalen Situation den notwendigen Widerstand und für uns alle neue Hoffnung bietet.

Christa Meves ist Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, der weitere Infos und Artikel bietet: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Vor 200 Jahren entstand die STILLE NACHT

Das bekannteste Weihnachtslied der Welt

Was wohl jeder Deutsche ahnt, wurde durch die „Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte“  in einer gründlichen Studie ermittelt: Der Deutschen liebstes Lied ist die „Stille Nacht“. An zweiter Stelle folgt das „Wiegenlied“ von Johannes Brahms. media-375476-2

Der Klassiker„Stille Nacht“ wird zu Weihnachten dieses Jahres genau 200 Jahre alt; das Lied kann auch Menschen ansprechen und ergreifen, die nicht unbedingt zur Schar der Frommen gehören. Hierzu ein Beispiel für „Volkes Stimme“ aus www.stillenacht.at (Leserbriefforum):

„Lange war ich weit weg von Gott, das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ hat mich wieder zu ihm geführt. Es tut gut, dieses Lied zu hören und mehr darüber zu erfahren. Gestern war ich in Osnabrück auf dem Weihnachtsmarkt und ein Chor sang dieses Lied; ich bekam am ganzen Körper eine Gänsehaut.“

Doch nicht nur die Herzen vieler Deutscher schlagen höher, wenn die „Stille Nacht“ erklingt. Das in seiner feierlichen Schlichtheit einmalige Lied eroberte in einem „musikalischen Siegeszug“ ohnegleichen die Sympathie der Welt. Für nicht wenige Menschen auf dem weiten Erdenrund ist es „das“ Weihnachtslied schlechthin.

Obwohl  – oder weil…?  – die „Stille Nacht“ so beliebt ist, wird in akademischen Zirkeln und „Fachkreisen“ mitunter gerne die Nase gerümpft über dieses „simple“ Lied, das nicht von theologischen Höhenflügen geprägt sei.

Dabei wird vielleicht vergessen, daß Schlichtheit nicht unbedingt Anspruchslosigkeit bedeutet – zudem ist in den sechs Strophen (oftmals wird leider nur eine oder zwei davon gesungen) Wesentliches aus der Heilsgeschichte zusammengefaßt.

Der zweite Kritikpunkt: Das Lied sei zu „sentimental“, rührselig, „kitschig“ und süßlich, die Melodie auch nicht viel besser  – und das Lied nur als großzügiges Entgegenkommen gegenüber dem  einfachen Kirchenvolk zu tolerieren.

„Kitsch“ hin oder her: Gerade die etwas „eintönige“, aber sehnsuchtsvolle  Melodie erzeugt bei vielen Gläubigen eine Stimmung der Erhabenheit, Feierlichkeit und Stille, die sicherlich zur weihnachtlichen „Gefühlswelt“ paßt.

Oberndorf am 24. Dezember 1818:
Die „Stille Nacht“ stammt  – wie so viele schönklingende Melodien  – aus Österreich.

Dort gibt es in Nordtirol eine Ortschaft namens Oberndorf unweit von Salzburg. Hier wirkte 1818 ein Pfarrvikar, der schon als Sängerknabe auf dem Gymnasium viel Sinn für Musik zeigte: Josef Mohr. Der junge Geistliche verstand sich gut mit Lehrer Franz Gruber aus dem benachbarten Arnsdorf. Christmette Dom 2012

Der damals 31-jährige Schulmeister kam sonntags stets nach Oberndorf, um im Gottesdienst als Küster und Organist zu wirken. Priester und Lehrer liebten das Orgelspiel und wollten damit die hl. Messe feierlich gestalten.

Dann kam der 24. Dezember 1818: Lehrer Gruber machte sich auf den Weg zum Kirchlein nach Oberndorf, um dort für die Christmette am Abend zu üben.

Doch bald stellte sich heraus, daß die Orgelpfeifen keinen Ton von sich gaben. Kälte und Feuchtigkeit hatten dieser „Königin der Musikinstrumente“ vermutlich stark zugesetzt, so daß eine sofortige Reparatur  nicht möglich schien. Zudem sollen Mäuse angeblich den Blasebalg zerknabbert haben.

Was nun? Was tun?  – Schnell sollte ein neues Lied komponiert werden, bei dem man sich auf Gitarrenbegleitung beschränken konnte.

Verärgert verließ der Lehrer die Kirche und informierte seinen Freund. Der Geistliche war ebenfalls besorgt: schließlich kommen die Bauern und Handwerker von weither durch tiefen Schnee zur Kirche und freuen sich auf eine feierliche Christmette  – und da sollte ihnen auch etwas Schönes „geboten“ werden.phoca_thumb_l_111218062_b_kblestadel-ach

Kaplan Mohr ging in die Schreibstube, um seine Predigt vorzubereiten. Lautlos fielen die Schneeflocken, kein Mensch war unterwegs. Der Priester sah weit über das Land hinaus. Ja, es war ein Heilig-Abend wie aus dem Bilderbuch: „Still erleuchtet jedes Haus“, wie es in einem Gedicht Joseph von Eichendorffs heißt.

Doch für Kaplan Mohr war dieser Tag nicht nur still  – sondern auch heilig, gedachte man doch der Geburt Christi. Der Geistliche trat aus der Versunkenheit seiner Gedanken heraus und ging zum Stehpult. Dort schrieb er auf ein großes Blatt Papier die ersten Worte: „Stille Nacht, heilige Nacht.“  –   Schon nach 15 Minuten war das ganze Lied vollendet.

Für den Kaplan war klar: sein Freund, der Schulmeister, sollte dieses Verse nun mit einer passenden Melodie versehen. Vielleicht könnte man das neue Lied abends schon in der Christmette singen? Würde es die Gläubigen über die fehlende Orgel hinwegtrösten?  – Es war einen Versuch wert!

Lehrer Gruber brummte, als sein priesterlicher Freund ihm seinen Vorschlag unterbreitete: „Ich heiße doch nicht Mozart, dem jede Stunde etwas Großartiges einfällt!“  –  Er machte er sich aber dennoch ans Werk   –  und probte das Lied danach mit einigen Frauen und Männern aus dem Kirchenchor.media-374638-2

Als die Gläubigen abends zur Christmette kamen, erlebten sie einen Gottesdienst ohne Orgelbegleitung. Doch am Schluß erklang vom Chor her das neue Lied.  Kaplan Mohr sang mit hellem Tenor und spielte die Gitarre. Schon bald schloß sich das ganze Kirchenvolk der feierlichen Melodie an.

Vor allem die Frau von Lehrer Gruber war ergriffen: „Franz, das Lied wird man noch singen, wenn Du längst nicht mehr lebst.“   –  Er lachte und widersprach ihr, doch sie blieb hartnäckig   –  und erwies sich damit als „Prophetin“: „Nein, dieses Lied wird man nie vergessen!“

Es dauerte allerdings 7 Jahre, bis das Weihnachtslied über den Kirchturm von Oberndorf hinausgelangte. Anlaß war erneute eine beschädigte Orgel: Ein Orgelbau-meister hörte die „Stille Nacht“ während seiner Reparaturarbeiten und das Lied gefiel ihm gut.  1825 brachte er es in seiner Tiroler Heimat.

Dort hörten es die Geschwister Strasser von der Tiroler Sängergruppe, die auch in Deutschland auftraten. So erklang die „Stille Nacht“ 1831 zum ersten Mal in Leipzig. Nun war kein Halten mehr  – und das Lied begann seinen Siegeszug um die Welt.

Ein weiterer Tiroler Liederkranz brachte die „Stille Nacht“ nach Berlin, London und 1839 nach New York. Selbst im nördlichen e65cd6a1c152f162ffff8100fffffff2Niedersachsen war die „Stille Nacht“ schon um 1840 allgemein bekannt. Kurz danach läßt es sich in Schweden, Norwegen und Indien nachweisen  –  und nach der Jahrhundertwende auch in Afrika, Neuseeland und Südamerika.

Daß die beiden Urheber des Liedes nicht in Vergessenheit gerieten, verdankt die Welt vor allem der Hartnäckigkeit des preußischen Königs: Friedrich Wilhelm IV. war ein begeisterter Anhänger der „Stillen Nacht“. Deshalb ließ er1854 inWien nach dem Komponisten forschen.

Dort war man jedoch perplex, da man weder Text noch Melodie kannte, geschweige die Urheber. Weil man annahm, ein solch vorzügliches Lied müsse einen ebensolchen Komponisten aufweisen, verdächtigte man fast alle bekannten Musikmeister der Donaumonarchie: Mozart, Beethoven, Haydn etc.

Doch die Salzburger Benediktiner wußten es besser und leiteten die Anfrage seiner Majestät an Lehrer Gruber weiter. Dieser gab eine Erklärung ab, wonach er und Pfr. Mohr die Urheber des Liedes sind.

Die Entstehungsgeschichte dieses siegreichsten Weihnachtslieds wurde mehrfach verfilmt: bereits1934 inder naiv-sentimentaler Art eines Heimatfilms („Das unsterbliche Lied“), später dümmlich-oberflächlich („Stille Nacht“), 1997 dann durchaus seriös („Das ewige Lied“).  Auch Papst Pius XII. bezeichnete diesen Weihnachtsgesang als ein „immerwährend schönes Lied“.

Unsere Autorin Felizitas Küble ist Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Ergänzender Artikel hierzu von der Berliner Künstlerin Lucia Tentrop: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/13/die-stille-nacht-kunstlerisch-wertvoll-und-zugleich-das-weihnachtslied-einfacher-menschen/


GOTT ist Mensch geworden: et homo factus est

Von Dr. David Berger

Wie niemals zuvor in meinem Leben habe ich an diesem Weihnachtsfest das Gefühl, dass es ein wichtiger Teil unserer abendländischen, meiner Kultur ist, die uns – völlig unabhängig davon, ob wir gläubig sind oder nicht – zu dem gemacht hat, was wir heute sind.

Und nur wenn wir uns erneut auch auf diese Wurzeln zurückbesinnen, können wir erneut jene Standhaftigkeit gewinnen, um gegen die derzeit über Europa hereinfallende Flut der Barbarei bestehen.

Ist die tiefste Botschaft von Weihnachten doch: „Et homo factus est“ – Gott ist Mensch geworden.

Und hat durch die Inkarnation den Menschen nicht nur wunderbar neu geschaffen, sondern im Licht der Gnade als seinen Freund angenommen. Erst in diesem Zusammenhang konnte sich die zutiefst abendländische Idee der Menschen- und Personrechte entwickeln, wenn sie auch anfangs im Ringen mit der Kirche geboren wurde.

Die christliche Inkarnationsidee ist der absolute Gegenentwurf zu einem blutrünstigen Gott der Barbaren, der die Menschen nur als Sklaven duldet, die unter Anrufung seines Namens den Glauben mit Hass auf die Ungläubigen und unter Blutvergießen ausbreiten sollen.

Erstveröffentlichung der Weihnachtsbetrachtung von Dr. Berger hier: https://philosophia-perennis.com/2017/12/24/weihnachten-und-abendland/


Unser neues PLAKAT zum Christfest

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