Muslimischer CDU-Politiker Ismail Tipi kritisiert „falsch verstandene Toleranz“

„In der Zeit vor Weihnachten fällt mir in den letzten Jahren immer wieder eins auf: Aus lauter falsch verstandener Toleranz und „gut gemeinter“ Rücksichtnahme driften wir immer mehr von unseren gesellschaftlichen und religiösen Werten weg. Wo soll das noch enden?

Wenn wir Weihnachtsmärkte oder das Martinsfest umbenennen, wenn in den Kindergärten und Schulen die Weihnachtsfeiern unter anderem Namen stattfinden oder sogar ganz abgesagt werden, wo ziehen wir einen Schlussstrich? Wie viel wollen wir noch ändern an unseren Traditionen, nur aus für mich unverständlicher Rücksicht auf Menschen nicht christlichen Glaubens?“, fragt sich der hessischen Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (siehe Foto).

„Dieses für mich nicht hinzunehmende Verhalten wurde jetzt auch noch getoppt durch die Grußkarte der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz. Bei dieser vermeintlichen Weihnachtskarte hat sie das Wort „Weihnachten“ herausgelassen. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass man zu Weihnachten auch Weihnachtswünsche in die Karte schreibt und nicht nur eine gute Zeit wünscht. Ich kann das nicht nachvollziehen“, zeigt sich der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Tipi verärgert:

„Das ist genau das, was ich nicht verstehen und akzeptieren kann. Das zählt meiner Meinung nach auch nicht mehr unter eine „Political Correctness“. Für die Muslime ist das Wort Weihnachten kein problematisches Wort. Sie stören sich weder an den Weihnachtsmärkten, noch an der Weihnachtsfeier noch an den Weihnachtsgrüßen. Vielmehr reagieren sie verwundert auf unsere angeblich „gut gemeinte“ Geste, das alles weglassen zu müssen. Auch Muslime freuen sich über Weihnachtsgrußkarten, in denen sie nette Wünsche erhalten.“

Tipi spricht dabei aus eigener Erfahrung. Auch er ist muslimischen Glaubens und verschickt und erhält gerne Weihnachtskarten:

„Jedes Jahr bekomme ich eine Vielzahl an Grußkarten zu Weihnachten geschickt und ich freue mich über jede einzelne. Manchmal werde ich auch gefragt, wie ich meine Religion mit meiner Parteimitgliedschaft vereinbaren kann. Dazu kann ich nur sagen: Ich fühle mich als muslimischer Landtagsabgeordneter sehr wohl in meiner Partei mit dem „C“ im Parteinamen. In unserer Partei gibt es viele Mitglieder muslimischen Glaubens. Keiner hat ein Problem in einer Partei aktiv zu sein, die sich christliche Werte eigen gemacht hat. Gerade das „C“ und das „D“ sind für mich das Bindende in unserer Partei.“

Der CDU-Politiker spricht aus voller Überzeugung und richtet damit auch einen Appell an die Gesellschaft:

„Täglich driften wir von unseren gesellschaftlichen und religiösen Werten weg. Das kann man in Deutschland leider seit einigen Jahren erkennen. Doch für mich ist das nicht zu tolerieren. Gerade in einer Zeit, in der wir gemeinsam gegen jegliche Art von Extremismus vorgehen müssen, ist es unsere Pflicht als Demokraten zusammenzuhalten. Dazu zähle ich alle Christen, Juden, Muslime oder Menschen anderer Religionen und alle, die friedlich in unserem Land leben wollen. Wir müssen unsere Traditionen gemeinsam leben und uns von solchen positiven Diskriminierungen fernhalten.“

Der CDU-Politiker wünscht sich vor allem, dass die falschverstandene Toleranz unter dem Deckmantel der Multi-Kulti-Romantik endlich zur Seite gelegt wird. „Ich wünsche mir, dass sich Menschen in unserem Land in Zukunft mehr mit „Grüß Gott“ begrüßen und sich gerade in dieser besinnlichen Zeit auch mit „Frohe Weihnachten“ verabschieden“, so Tipi abschließend.

Quelle: Pressemeldung des CDU-Politikers: http://www.ismail-tipi.de/aktuelles/ismail-tipi-ich-wuensche-mir-dass-wir-uns-in-zukunft-mehr-mit-gruess-g/


Unser Land hat die weihnachtliche Kultur weltweit mitgeprägt

Mathias von Gersdorff

Es war einer Frage der Zeit, daß auch Weihnachten von der Multi-Kulti- bzw. Political-Correctness-Lobby angegriffen werden würde. Das Argument: Weihnachten und die dazugehörenden Bräuchen könnten diskriminierend auf nicht-christliche Menschen wirken. 6a40d593df - Kopie

In diesem Geist plante das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart statt einer traditionellen Weihnachtsfeier dieses Jahr eine „Multikulturelle Feier zum Fest der Werte“. Glücklicherweise gab es so viel Protest, daß die Multi-Kulti Feier abgeblasen wurde, zumindest in der Kirche.

Ein Kinderzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Homburg/Saar organisierte dieses Jahr keinen Weihnachtsbasar, sondern einen „Markt der bunten Vielfalt“. In Bremen durfte eine Weihnachtsfeier nichts Religiöses enthalten. In Berliner Stadtteilen wurden die Weihnachtsmärkte unbenannt und so weiter.

Diese Angriffe auf Weihnachten geschehen allerdings nur in Bereichen, in denen nach politischen Kategorien entschieden werden kann. Denn in der normalen Welt erlebt Weihnachten einen Boom.

Im Jahr 2012 pilgerten nämlich 85 Millionen Menschen zu den deutschen Weihnachtsmärkten. Vor zwölf Jahren waren es nur 50 Millionen! Das ist ein Anstieg von 70 Prozent. 109fab9abe

Aus diesem Grund ist ein regelrechter Weihnachtsmarktwettbewerb zwischen den Städten entstanden. An der Spitze liegt nicht Nürnberg, sondern Köln mit 5 Millionen Besuchern. Kleinere Städte päppeln ihre Märkte auf, um Besucher anzulocken. Diese kommen inzwischen aus ganz Europa: Frankreich, den Niederlanden, Belgien. In Italien werden Bustouren zu den süddeutschen Weihnachtsmärkten organisiert.

Deutsche Weihnachtsmärkte: Exportschlager weltweit

Der allerbeste Weihnachtsmarkt ist natürlich nach wie vor der in Frankfurt am Main, und das wird sich wohl kaum ändern lassen. Die Finanz- und Handelsstadt Frankfurt wäre nicht Frankfurt, wenn es den Weihnachtsmarkt nicht zum Exportschlager gemacht hätte. So gibt es inzwischen den Frankfurter Weihnachtsmarkt in London und in Birmingham. Mini-Weihnachtsmärkte nach deutschem Stil gibt es inzwischen auch in den Vereinigten Staaten, Japan und Italien.

Südamerikanische Länder mit deutscher Einwanderung haben ebenfalls Weihnachtsmärkte im deutschen Stil, die von allen und nicht nur von Deutschstämmigen besucht werden. Denn eines ist für Brasilianer und Chilenen klar: Weihnachten ohne Tannenbaum, ohne „Stille Nacht“ und ohne Stollen ist nicht Weihnachten. geburt-christi-bethlehem-stall

Deutschland hat die weihnachtliche Kultur bis in die letzten Winkel dieser Erde beeinflusst.

Bachs Weihnachtsoratorium wird zu Weihnachten von Alaska bis Patagonien gehört. Auf der ganzen Welt hören die Menschen, wie die Regensburger Domspatzen oder die Wiener Sängerknaben „Oh, du fröhliche“ singen. Bayerische Kirchen mit Zwiebelturm in Schneelandschaft sind das Lieblingsmotiv für Weihnachtskarten auch in Ländern, die Weihnachten bei einer Hitze von über 30 Grad feiern müssen.

Der symbolisch dunkelste Tag des Jahres

Warum ist das so?  –  Deutschland bzw. der deutsche Kulturraum hat wohl am besten die psychologische Bedeutung von Weihnachten erfaßt: Der 24. Dezember ist symbolisch der dunkelste Tag des Jahres und der Winter ist schon so fortgeschritten, daß die Natur wie völlig ausgestorben aussieht.

Es ist also der Zeitpunkt des Jahres, in dem die Umwelt am bedrohlichsten ist und sich am wenigsten gütig und hilfreich für die menschliche Existenz zeigt. Just in diesem Moment wird ein Kind geboren, das die Verheißung mitbringt, das Böse zu besiegen und damit den Menschen neue Hoffnung und neuen Lebenssinn einhaucht. media-375476-2

Diese Botschaft ist so stark, daß sich ihr kaum jemand entziehen kann. Sie ist deshalb so stark, weil sie ein Grundbedürfnis des Menschen vollkommen befriedigt: Im Moment der tiefsten Not, der völligen Einsamkeit, der absoluten Hilflosigkeit kommt ein Retter.

Diese Botschaft ist so stark und tiefgreifend, daß das Weihnachtsfest immer neu bleibt.

Die Freude, die Hoffnung, der Trost dieser Begebenheit ist dermaßen überwältigend, daß seit hunderten von Jahren Musiker, Maler, Schriftsteller inspirieren ließen, große Kunstwerke zu erschaffen. Das Weihnachtsfest erzeugte eine Kultur, die fast die ganze Welt mit Reichtümern ausfüllt.

Ein ganzes Menschenleben reicht nicht aus, um alles kennenzulernen, was Menschen anlässlich Weihnachten erschaffen haben. Und die Deutschen dürfen stolz sein, besonders viel dazu beigetragen zu haben.

Weihnachtskultur bereitet Freude und Trost

Wenn man sich diese Kultur, die den Menschen seit zwei Jahrtausenden so viel Freude, Hoffnung und Trost bereitet hat, vor Augen führt, kann man im etwa ermessen, von welcher Bosheit, Verbitterung und Argwohn man ergriffen sein muß, diese ausradieren zu wollen.

Als die Engel die Geburt Christi den Hirten verkündeten, sangen sie „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis“: Durch Christus kommt also der Friede nicht zu allen Menschen, sondern zu denen guten Willens.

Das sollte für uns eine Warnung sein, denn obwohl Weihnachten und seine Kultur Milliarden von Menschen Freude bringt, gibt es unter uns welche, die dieses Fest samt der gesamten christlichen Zivilisation hassen und auslöschen wollen.

Heute Nacht dürfen wir uns aber freuen und ausgelassen Weihnachten feiern. Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute im Neuen Jahr!

Mathias von Gersdorff ist kath. Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“