Papst Benedikt über die Bedeutung und die Grenzen der Privatoffenbarungen

Von Felizitas Küble

Im Apostolischen Schreiben „Verbum Domini“ (Wort des HERRN) aus dem Jahre 2000 äußert sich Papst Benedikt XVI. im Anschluß an eine römische Bischofssynode im 14. Kapitel auch zur Bedeutung und den Grenzen von „Privatoffenbarungen“. 

Dabei handelt es sich hierbei natürlich ausdrücklich nur um kirchlich approbierte (gebilligten, genehmigten) Erscheinungen, zumal ohnehin klar sein dürfte und sollte, dass Katholiken an kirchlich abgelehnte „Erscheinungen“ gar nicht glauben sollen.

Der in deutschen Landen geläufige Ausdruck „anerkannte“ Privatoffenbarungen ist ungenau und etwa mißverständlich, da er den irreführenden Eindruck erweckt, als verbürge sich die Kirche mit ihrer Approbation (=Genehmigung) lehramtlich für die übernatürlich-himmlische Herkunft einer Erscheinung, was sie aber gerade nicht tut – sie gestattet es lediglich den Gläubigen, den betreffenden Botschaften zuzustimmen.

Wir bringen hier zunächst nacheinander im blauen Druck die Abschnitte aus dem Kapitel 14 von VERBUM DOMINI und danach Quellenhinweise auf Zitate und unsere Erläuterungen:

„Mit all dem bringt die Kirche das Bewußtsein zum Ausdruck, daß sie in Jesus Christus dem endgültigen Wort Gottes gegenübersteht; er ist »der Erste und der Letzte« (Offb 1,17).

ER hat der Schöpfung und der Geschichte ihren endgültigen Sinn gegeben; deshalb sind wir berufen, in diesem eschatologischen Rhythmus des Wortes die Zeit zu leben, die Schöpfung Gottes zu bewohnen; »daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit (vgl. 1Tim 6,14 und Tit 2,13)«.“

Das letzte Zitat, wonach „keine neue öffentliche Offenbarung“ vor der Wiederkunft Christi mehr zu erwarten sei, stammt aus der „Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung“ (Dei Verbum, 4. Kapitel) des  Zweiten Vatikanisches Konzils.

Es geht darum, daß Gott sich im Alten Testament durch Moses und die Propheten in Worten und Zeichen selbst mitgeteilt hat. Dies nennt man die „Offenbarung“ Gottes. Diese wurde im neuen Bund weiter entfaltet und endgültig (!) vollendet durch Christus, dem Höhepunkt und Endpunkt der öffentlichen Selbstmitteilung Gottes.

Zwar kann und will Gott sich einzelnen Menschen auch weiterhin „offenbaren“, doch dies ist keine „öffentliche“ oder „allgemeine“ Selbstmitteilung des Ewigen, sondern wird von der Kirche als „Privatoffenbarung“ bezeichnet, da solche Kundgaben für die Kirche und ihre Gläubigen nicht verbindlich sind.

Im protestantischen Bereich bezeichnet man solche nachbiblischen Botschaften und Phänomene als „Neuoffenbarung“, um sie von der Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift abzugrenzen.

Im nächsten Abschnitt wird dieser Grundgedanke von der endgültigen Selbstoffenbarung Gottes in Christus erneut eingeschärft:

„Wie die Väter während der Synode in Erinnerung gerufen haben, »zeigt sich das Besondere des Christentums im Ereignis Jesu Christi, Höhepunkt der Offenbarung, Erfüllung der Verheißungen Gottes und Mittler der Begegnung zwischen dem Menschen und Gott. ER, „der von Gott Kunde gebracht hat“ (vgl. Joh 1,18), ist das einzige und endgültige Wort, das der Menschheit gegeben wurde«.

Der hl. Johannes vom Kreuz hat diese Wahrheit wunderbar ausgedrückt:

»Da Gott uns seinen Sohn geschenkt hat, der sein einziges und endgültiges Wort ist, hat er uns in diesem einzigen Wort alles auf einmal gesagt und nichts mehr hinzuzufügen … Denn was ER ehedem den Propheten nur teilweise kundgetan hat, das hat ER in seinem Sohn vollständig mitgeteilt, indem ER uns dieses Ganze gab, seinen Sohn.

Wer darum den HERRN jetzt noch befragen oder von ihm Visionen oder Offenbarungen haben wollte, der würde nicht bloß unvernünftig handeln, sondern Gott beleidigen, weil er seine Augen nicht einzig auf Christus richtet, sondern Anderes und Neues sucht«“

Das Zitat des Mystikers (!) und Kirchenlehrers Johannes vom Kreuz stammt aus seinem Buch „Aufstieg auf den Berg Karmel“ (II,22). Der Heilige hat sich darin scharf gegen die Sehnsucht nach „Visionen oder Botschaften“ gewandt, die er als Beleidigung Gottes verurteilte, da uns in Christus bereits „das Ganze“ gegeben wurde. Das päpstliche Schreiben stellt sich uneingeschränkt hinter diese Sichtweise, indem es dort heißt, Johannes vom Kreuz habe diese „Wahrheit wunderbar ausgedrückt“.

Was ergibt sich daraus als Schlußfolgerung?

Die schlichte Tatsache, daß zwischen der Selbstoffenbarung Gottes in Christus und den späteren „Privatoffenbarungen“ nicht etwa nur ein gradueller, sondern einen wesentlicher Unterschied besteht. Dies wird nunmehr ausdrücklich verdeutlicht:

„Folglich hat die Synode empfohlen, »den Gläubigen zu helfen, das Wort Gottes von Privatoffenbarungen zu unterscheiden«. Diese »sind nicht dazu da, die endgültige Offenbarung Christi … zu „vervollständigen“, sondern sollen helfen, in einem bestimmten Zeitalter tiefer aus ihr zu leben«.

Der Wert der Privatoffenbarungen ist wesentlich unterschieden von der einer öffentlichen Offenbarung: Diese fordert unseren Glauben an, denn in ihr spricht durch Menschenworte und durch die Vermittlung der lebendigen Gemeinschaft der Kirche hindurch Gott selbst zu uns.“

Hier wird zunächst der Weltkatechismus bzw. „Katechismus der Katholischen Kirche“ in Nr. 67 zitiert und klargemacht, dass Botschaften aus Erscheinungen und Visionen die „endgültige“ göttliche Offenbarung nicht „vervollständigen“, sondern lediglich einen Impuls geben können, aus den bereits vorhandenen Glaubenswahrheiten „tiefer“ zu leben.

Die göttliche Offenbarung ist eine „Forderung“, als Gläubige sind wir an Gottes Wort gebunden und ihm verpflichtet, denn wer an Gott glaubt, der stimmt auch seinem Wort zu und insbesondere seiner endgültigen Selbstmitteilung in Christus, die in der Bibel und der verbindlichen kirchlichen Verkündigung (den Dogmen) bezeugt wird.

Daher ist die göttliche Offenbarung der „Maßstab“ für Privatoffenbarungen (und nicht etwa umgekehrt):

„Der Maßstab für die Wahrheit einer Privatoffenbarung ist ihre Hinordnung auf Christus selbst. Wenn sie uns von ihm wegführt, dann kommt sie sicher nicht vom Heiligen Geist, der uns in das Evangelium hinein- und nicht aus ihm herausführt. Die Privatoffenbarung ist eine Hilfe zu diesem Glauben, und sie erweist sich gerade dadurch als glaubwürdig, daß sie auf die eine öffentliche Offenbarung verweist.“

Die kirchliche Approbation einer Privatoffenbarung zeigt daher im wesentlichen an, daß die entsprechende Botschaft nichts enthält, was dem Glauben und den guten Sitten entgegensteht; es ist erlaubt, sie zu veröffentlichen, und den Gläubigen ist es gestattet, ihr in kluger Weise ihre Zustimmung zu schenken.“

Gerade der zweite Abschnitt ist ganz wichtig und vielen Katholiken leider nicht ausreichend bekannt:

Die kirchliche „Approbation“ (Genehmigung, Billigung, Erlaubnis) einer Erscheinung bedeutet lediglich, daß die Inhalte derselben dem „Glauben und den guten Sitten nicht entgegenstehen“. Damit wird also keineswegs ihre übernatürliche Herkunft bestätigt, geschweige wird das Kirchenvolk zum Glauben daran aufgefordert. Den Katholiken ist es nur „gestattet“ (!), solchen Privatoffenbarungen zuzustimmen – und zwar soll dies wohlgemerkt „in kluger Weise“ geschehen.

Was heißt in diesem Zusammenhang „in kluger Weise“? – Aus dem Kontext ergibt sich klar die Lösung: Auch eine kirchlich genehmigte Erscheinung ist kein „fünftes Evangelium“. Auch beispielsweise die Botschaft von Fatima steht nicht nur graduell, sondern  w e s e n t  l i c h   unter dem, was die katholische Kirche als „Offenbarung Gottes“ zu glauben lehrt. Das gilt für alle kirchlich approbierten Privatoffenbarungen.

Nachdem nun die Grundsätze festgelegt und die entscheidenden Maßstäbe betont worden sind, würdigt das päpstliche Schreiben den spirituellen Sinn, den Botschaften aus Erscheinungen für die private Frömmigkeit des einzelnen Christgläubigen haben können (aber nicht müssen):

„Eine Privatoffenbarung kann neue Akzente setzen, neue Weisen der Frömmigkeit herausstellen oder alte vertiefen. Sie kann einen gewissen prophetischen Charakter besitzen (vgl.1Thess 5,19-21) und eine wertvolle Hilfe sein, das Evangelium in der jeweils gegenwärtigen Stunde besser zu verstehen und zu leben; deshalb soll man sie nicht achtlos beiseite schieben. Sie ist eine Hilfe, die angeboten wird, aber von der man nicht Gebrauch machen muß. Auf jeden Fall muß es darum gehen, daß sie Glaube, Hoffnung und Liebe nährt, die der bleibende Weg des Heils für alle sind.“

Hierbei zitiert „Dei Verbum“ das Dokument der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre über die Die Botschaft von Fatima (26. Juni 2000) Damals hat Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, sich bereits zur Stellung der Privatoffenbarungen im Gesamtgefüge der kirchlichen Lehre geäußert und bereits die in diesem Schreiben erwähnten Prinzipien verkündet.

Quelle für die Zitate: http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/apost_exhortations/documents/hf_ben-xvi_exh_20100930_verbum-domini.html


Jens Spahn – auch ein Vorzeigekonservativer?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird als „Vorzeigekonservativer“ der neuen Bundesregierung bezeichnet. Was ist ein Vorzeigekonservativer? Man denkt vielleicht an einen, der herausgehobene Werte unseres Grundgesetzes, z.B. den besonderen Rang der Ehe und traditionelle Werte, öffentlich vertritt.

Der CDU-Politiker Spahn ist „Vorzeigekonservative“ von Angela Merkel. Er ist zweifelsfrei für die Bundeskanzlerin nützlich. Hat er doch bei der von ihr eingefädelten Abstimmung über die „Ehe für Alle“ dafür gestimmt und vertritt andererseits gelegentlich andere Positionen als Frau Merkel, die aber für den Gesamtkurs ungefährlich sind.

Jens Spahn ist bekennender Schwuler und Katholik. Bekennender Katholik, soweit die Kirche nicht seinem Lebensstil in die Quere kommt. Er ist kein Hoffnungsträger für die Katholiken in der CDU/CSU.

Die Lehre der Kirche gilt für alle Katholiken, Bischöfe, Priester und Laien ohne Ausnahme, auch für Bundesminister. Jens Spahn hat die katholische Kirche angegriffen, weil sie „beim Thema Homosexualität nicht umdenkt“ und „dadurch viele Chancen vertan“ würde“, z.B. durch „Nichtsegnung homosexueller Paare. Mit dieser Praxis mache die Kirche so viel kaputt“. Jens Spahn fühlt sich von seiner Kirche, „wenn sie mich verdammt für das, was ich bin“, nicht respektiert.

Auch ein Bundesminister ist, wenn er sich öffentlich äußert, zur Wahrheit verpflichtet. Er kann sich nicht, weil er zu Recht darauf spekulieren kann, dass die Katholiken ihren Glauben kaum mehr kennen, wie ein katholischer Analphabet geben. Die Wahrheit über den kirchlichen Standpunkt lesen wir im Weltkatechismus:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von Ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen… Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfaßtheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“ (KKK 2358).

Wo bleibt also der mangelnde Respekt?

Die Kirche schreibt außerdem: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die Homosexualität als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (KKK 2357).

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholilken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


Münster: Das Bistumsblatt würdigt den CSD

Von Felizitas Küble

Das Bistumsblatt von Münster mit dem schönen Titel „Kirche und Leben“ (KuL) befindet sich seit Jahrzehnten auf einem strammen Linkskurs – sowohl theologisch wie politisch.

Die Online-Ausgabe der Zeitung stellt das derzeit wieder handfest unter Beweis: Am heutigen 3.6. veröffentlichte KuL einen Jubelartikel über die Beteiligung des katholischen Dechanten Strickmann und seiner St.- Andreas-Gemeinde am homosexuellen CSD-Marsch – und das ausgerechnet im stockkatholischen Cloppenburg (Südoldenburg – nördlich des Münsterlandes).

Unter dem Titel „Die St.-Andreas-Gemeinde beteiligt sich zum dritten Mal“ wird angekündigt, daß es im Vorfeld des „Christopher Street Day“ (CSD) einen ökumenischen Gottesdienst am 17. Juni in der Kreisstadt gibt. Das sei seit dem Jahre 2016 schon die „dritte kirchliche Feier“ im Umfeld des CSD, der zudem „wachsenden Zulauf“ verzeichne, freut sich die Bistumszeitung.

Ebenso angenehm überrascht zeigt sich der katholische Dechant: „Schon über die erste Anfrage nach einer Beteiligung der St.-Andreas-Gemeinde habe ich mich sehr gefreut und sofort zugesagt.“

Abschließend wird unter dem Stichwort „Kirche und Homosexualität“ erklärt:

„Der Welt-Katechismus stellt zwar fest, dass homosexuelle Frauen und Männer „diese Veranlagung nicht selbst gewählt“ haben und warnt, „sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“. Ihnen sei vielmehr mit „Mitleid und Takt zu begegnen“. Homosexuelle Handlungen bleiben jedoch „in sich nicht in Ordnung“.“

Die Kirchenzeitungs-Redaktion hinkt hierbei um Jahrzehnte hinterher, denn jener erst-zitierte Satz („diese Veranlagung nicht selbst gewählt“) steht keineswegs im heute gültigen „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK), sondern befand sich nur in einer ersten Ausgabe, die vom Vatikan längst korrigiert wurde. (Statt von „nicht selbst gewählter Veranlagung“ ist jetzt in Nr. 2358 von „tief sitzenden Tendenzen“ und einer „Neigung, die objektiv ungeordnet ist“ die Rede.)

Abgesehen davon sind wir katholischerseits weit (herab)gekommen, wenn sogar die den Lesben nahestehende Zeitschrift EMMA den CSD kritischer beurteilt als ein Kirchenblatt.

Das Feministinnenjournal von Alice Schwarzer beschwerte sich bereits in der Juli-August-Ausgabe 2009 über sexistische Entgleisungen bei den Paraden. „Hat der CSD noch einen Sinn?“, so heißt es im Titel und danach unumwunden, daß der CSD „doch heute oft fragwürdig daherkommt“.

Das Frauenmagazin wird noch konkreter: „Der Kampf um die Menschenwürde von Homosexuellen ist auf vielen CSD-Paraden längst verkommen zum Kommerz- und Porno-Spektakel: Sauna-Werbewagen, öffentlich kopulierende Männerpaare sowie eine massive Präsenz homo- wie hetereosexueller Sado-Maso-Anhänger, die ihre „Sklavin“ an der Kette durch die Straßen führen, sind an der Tagesordnung.“    

Sodann informiert EMMA darüber, daß sich das „Kölner Beratungszentrum für Lesben und Schwule“ ebenfalls über die „Sexualisierung der Parade“ beschwert habe.  (Der Artikel ist auch online abrufbar: https://www.emma.de/artikel/debatte-hat-der-csd-noch-einen-sinn-264026)

 

 


Kardinal Cordes widerspricht Kardinal Marx: „Das erscheint nun wirklich frevelhaft“

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Wie das Nachrichtenportal „Kath.net“ am heutigen Mittwoch, dem 7. Februar, berichtet, hat sich der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes gegen den Vorschlag von Kardinal Reinhard Marx gewandt, homosexuelle Partnerschaften in Einzelfällen kirchlich zu segnen. 
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Der vatikanische Würdenträger kritisiert, der Müncher Erzbischof habe nicht einmal erwähnt, daß praktizierte Homosexualität „immer“ dem Willen Gottes „widerspricht“.
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In seiner Stellungnahme erklärt Kardinal Cordes bereits eingangs: Der Vorstoß von Kardinal Marx missachtet die eindeutige Offenbarung Gottes.“
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Die Kirche sei aber in ihrer Pastoral (Seelsorge) an die Heilige Schrift und die Verkündigung des Lehramts gebunden; sie sei kein „Ausdruck von sentimentalem Einverständis“.
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Er verweist sodann auf den Römerbrief (1,18 ff), auf die Erklärung der Glaubenskongregation vom 29.12.1975 und den Weltkatechismus (Nr. 2357). Daraus ergäbe sich eine „verbindliche Weisung der Kirche“.
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Cordes bezeichnet die Zustimmung zu homosexuellen Paar-Segnungen als „beängstigend naiv“ und erläutert, daß hierbei nicht Menschen nur „je für sich“ Gottes Beistand wünschen: „Sie wollen die „Segnung“ ihrer sündhaften Verbindung“ und damit deren kirchliche „Aufwertung“.
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Der römische Kardinal lehnt den Vorstoß des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz klar ab: „Kirchlicher Segen als Bestätigung einer Gott-widrigen Paarbeziehung? Das erscheint nun wirklich frevelhaft.“

Foto: Vatican-Magazin


Die katholische Kirche kann und darf Homo-Partnerschaften nicht segnen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der katholischen Kirchenzeitung von Augsburg (20./21. 01. 18, S. 15) ist ein Artikel mit „Bald Segen für Homo-Paare?“ überschrieben. Der Untertitel lautet: „Osnabrücker Bischof Bode denkt mögliche Öffnung an“. Weiter unten steht: “Das gefällt nicht jedem, findet aber Zuspruch bei homosexuellen Aktivisten und beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken“.

Im Interview mit der Osnabrücker Zeitung sagte Bode: „Man kann z.B. über eine Segnung nachdenken – die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung… Wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter, verunsichert“.

Bode ist stellv. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er erklärte: „Auch wenn sich die ‚Ehe für Alle‘ vom Eheverständnis der Kirche unterscheide, sei diese nun politische Realität. Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen und die sich ja zum Teil in der Kirche engagieren. Wie begleiten wir sie pastoral und liturgisch?“

Bode weiter: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten… Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Dass „Ehe für Alle“ mit der Abstimmung im Bundestag im November 2017 „politische Realität“ geworden ist, bindet die Kirche in keiner Weise.

Die Politik hat schon viele neue „Realitäten“ gesetzt, z.B. die „rechtswidrige, aber straffreie Abtreibung“, um nur eine zu nennen. Aufgabe der Nachfolge der Apostel ist es, das Evangelium Jesu zu verkündigen, aber nicht vor den Wölfen des Zeitgeistes davonzulaufen und die Herde allein zu lassen, wie das Bode tut.

Natürlich sollen die Bischöfe nicht „schweigen“ oder „tabuisieren“, sondern die Lehre der Kirche verkünden – sei es gelegen oder sei es ungelegen – , wie sie im Katechismus der katholischen Kirche von 1992 enthalten ist.

Offensichtlich kennt sie Bode nicht. Dort steht, wie Homosexuellen zu „begegnen“ und wie wir ihnen „gerecht werden können“ und wie Homosexualität „differenziert“ zu bewerten ist. Im Katechismus heißt es: „Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, Ziff 2358).

Das hebelt aber nicht aus, was Bode mit „Eheverständnis der Kirche“ bezeichnet. Denn das ist das „Eheverständnis“ Jesu!

Die Lehre der Kirche lautet: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen‘ in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“ (KKK, Ziff 2357)

Dass das ZdK praktizierte Homosexualität und den Vorstoß von Bischof Bode begrüßt, zeigt nur, wie weit diese Institution gekommen ist.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und ist Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS


Püttmanns Seitenhiebe gegen das christlich-konservative Spektrum betr. Homosexualität

Von Felizitas Küble

Der katholische Schriftsteller und Politologe Dr. Andreas Püttmann äußert sich am heutigen Freitag, den 10. Januar 2014, erneut sehr kritisch bis heftig über bestimmte christliche, vor allem konservativ-katholische Gruppierungen.

Der westfälische Publizist hat sich bereits im vergangenen Jahr mitunter ähnlich zu Wort gemeldet.

Aus Sicht des Autors, dessen Artikel im Kölner Domradio online veröffentlicht wurde, sind die Ansichten des konservativen Spektrums zur Homosexualität vielfach veraltet und insgesamt fehl am Platze.

Dr. Püttmann nimmt das derzeit im Blätterwald hochgekochte Fußballer-Outing zum Anlaß, um reichlich Seitenhiebe und Sticheleien zu verteilen, allerdings nicht etwa Richtung Medienzirkus:

Die begeisterte Resonanz auf Hitzlspergers  – wie er es nennt  – „Austritt aus der Selbstverleugnung“ sei vielmehr eine „zutiefst mitmenschliche“, ja „brüderliche“ Reaktion, wie schon der Titel seines Beitrags zu verstehen gibt, womit die weitere Richtung seiner Ausführungen bereits anklingt.  IMG_1468 (2)

Hinsichtlich des öffentlichen Wirbels stellt der Verfasser die rhetorische Frage:

Liegt die säkulare Mediengesellschaft also wieder einmal total daneben mit ihren Maßstäben und Aufmerksamkeitsproportionen? Einzelne, auch christliche Stimmen im Internet und in den sozialen Medien schimpften oder mokierten sich schon in diesem Sinne.“

FOTO: Die Ehe ist und bleibt das gültige Leitbild gemäß der Schöpfungsordnung Gottes; zugleich ist die christliche Ehe ein hl. Sakrament in der Kirche des HERRN.

Püttmann beschwert sich darüber, daß christliche Konservative die „Courage“ das ehem. Fußballers „in Abrede stellen“  – und fügt hinzu:

„Das unechte, saloppe, zynische Reden solcher Kommentatoren ist des Christentums unwürdig. Es spiegelt aber leider jenes humanitäre Versagen durch moralische Stumpfheit und einen eklatanten Mangel an Empathie wieder, das in kirchlich-konservativen Kreisen gegenüber der seelischen Not und äußeren Bedrängnis Homosexueller immer noch so verbreitet ist wie die pöbelnde Homophobie in der Kurve vieler Fußballstadien.“

Sodann beklagt der empörte Autor, es gäbe in der Bevölkerung und im Kirchenvolk vielfach immer noch eineverächtliche Haltung und verhöhnende Diktion gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe“.

Es wäre sicher sinnvoll, wenn sich Püttmann zur Abwechslung mal kritisch mit Rundumschlägen prominenter Homosexueller wie zB. Dr. David Berger befassen würde, etwa mit seiner Streitschrift „Der heilige Schein“, worin dieser in einer verächtlichen Haltung und verhöhnenden Diktion über die katholische Kirche und konservativ denkende Menschen herzieht. (Näheres HIER)

„Christlich-konservative Eheschützer“ verlören bisweilen, so beanstandet Püttmann, „den wohlwollenden Blick auf die Liebessehnsucht und Liebesfähigkeit jeder einzelnen Person, die aufs Engste mit ihrer Menschenwürde verbunden ist.“

Kath. Weltkatechismus unrichtig zitiert

Sodann zitiert er den Weltkatechismus  –  allerdings nicht korrekt  –  folgendermaßen:

„Dem trägt der katholische Weltkatechismus mit der Erwägung einer „selbstlosen Freundschaft“ Rechnung, in der Homosexuelle ihre „nicht selbst gewählte“ Disposition leben könnten.“ WeltkatN

Die Äußerung „nicht selbst gewählt“ findet sich allerdings nicht im gültig auf deutsch übersetzten Weltkatechismus, sondern lediglich in der vorigen, vom Vatikan genau an diesem Punkt korrigierten Fassung (was Püttmann aber unerwähnt läßt).

Dieser im Jahre 2003 neu übersetzte Abschnitt (KKK 2358) zur Homosexualität lautet wie folgt:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.

Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfaßtheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

Überdies äußert sich Dr. Püttmann geradezu ergriffen zum derzeitigen Medienhype um Hitzlspergers Outing:

„Es hat daher durchaus etwas Berührendes, wenn die säkulare Gesellschaft, von der sonst beklagt wird, dass jeder nur für seine eigenen Interessen kämpft und die Einfühlung in andere oft unterentwickelt zu sein scheint, wenn also diese Mehrheitsgesellschaft heterosexuell Empfindender einen 31jährigen schwulen Fußballer in die Arme schließt und auf seinen existenziellen Akt mit hoher Aufmerksamkeit und Anteilnahme reagiert.“

Auch dann, wenn hierbei  –  so Püttmann  –  womöglich Sensationslust, Quotenkalkül etc „mitspielen“, sei das starke Medienecho „im Kern zutiefst mitmenschlich, christlich gesprochen und  brüderlich und gesünder als manches, was im Namen moralischer Ordnung auf die Bühne tritt.“

Er fordert die katholische Kirche zu einer „steten kritischen Selbstüberprüfung im Dialog mit den Human- und Sozialwissenschaften“ auf, denn das sei „für die christliche Ethik unverzichtbar“.

Wirklich?  – Sind nun die Wegweisungen Gottes, ist das Wort der Heiligen Schrift gültiger Maßstab christlicher Sittenlehre  – oder etwa weltliche „Wissenschaften“, die im Laufe der Zeit ständig ihre Thesen, Meinungen und Theorien ändern? –  Gottlob baut die katholische Kirche ihre Moraltheologie auf den Felsen des Gotteswortes  –  und nicht auf den flüchtigen Treibsand des Zeitgeistes!

Dr. Püttmann hofft sodann, daß Thomas Hitzlsperger sein „befreiendes „Zu-sich-Finden“, seinen radikalen Schritt aus der Abhängigkeit vom Urteil anderer heraus, als eine im Grunde christlich-spirituelle Erfahrung“ zu deuten lerne.

Christen sollten sich tatsächlich nicht „vom Urteil anderer“ abhängig machen, allerdings in jener Weise, die wirklich gottgefällig ist und die den zeitlosen Geboten des Ewigen entspricht, denn:

„Abhängigkeit von Gott macht unabhängig von Menschen.“

DIESER BEITRAG wurde auch in der JOURNALISTENWATCH veröffentlicht: journalistenwatch.com/cms/2014/01/12/puettmanns-s…
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Kontroverse um Pfarrer Karl Tropper: Kennt das Bistum Graz den KKK nicht ?

Lehräußerungen des kath. Weltkatechismus (KKK) zur Homosexualität

Bereits seit einigen Jahren laufen in der österreichischen Presse diverse Medienkampagnen gegen den konservativ ausgerichteten Gemeindepfarrer Karl Tropper aus St. Veit am Vogau (Bundesland Steiermark).

Dabei sind vor allem seine inhaltsreichen Pfarrblätter ein häufiger Stein des Anstoßes, zumal der in seiner Pfarrei beliebte Geistliche darin deutlich vor dem Islam warnt und dessen Gefahren aufzeigt. Kürzlich organisierte er in seiner Pfarrgemeinde eine Tagung mit Sabatina James, einer bekannten Buchautorin, die einst als Muslima zum Christentum übertrat und seitdem im Untergrund lebt, um sich vor Racheakten radikaler Moslems zu schützen.

Neuerdings geriet Pfarrer Tropper in der Alpenrepublik auch deshalb unter Beschuß von Medien und kirchlichen Stellen, weil er in seinem Pfarrbrief einige Artikel gegen Homosexualität publizierte, darunter einen längeren Beitrag des kath. Publizisten Dr. Felix Bentz.

Es gab danach einige Anzeigen gegen den Geistlichen (siehe Foto) wegen angeblicher „Volksverhetzung“; die zuständige Staatsanwaltschaft sieht aber durchaus keinen Anlaß für eine Anklage-Erhebung. Dennoch gingen die öffentlichen Anfeindungen weiter, was mehrfach auch die Kirchenleitung auf den Plan rief, die sich – wie oft üblich  – vom Druck des Medienrummels einschüchtern ließ. Pfr.Tropper

Das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Graz-Seckau veröffentlichte im „Sonntagsblatt“ vom 31.3.2013 eine „Erklärung zum Konflikt mit Pfarrer Tropper“, worin es einleitend immerhin zutreffend heißt: 

„Die zwei komplexen Fragen, wie die katholische Kirche dem vielgestaltigen Islam und homosexuell orientierten Personen begegnen soll, sind bleibend wichtig und dürfen nicht verharmlost werden.“

Sodann schreibt Generalvikar Dr. Heinrich Schnuderl  –  der in Pfr. Troppers Gemeinde über Ostern die Festmessen übernahm  – in seiner Stellungnahme weiter:

„Was den Islam betrifft, erwarten viele Menschen in- und außerhalb der Kirche von der Kirchenleitung mit Recht, dass damit verbundene Probleme nicht verschwiegen oder schöngeredet werden. Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari hat dazu seit Jahren wiederholt öffentlich klar und differenzierend Stellung genommen.“

Wenn sich der Bischof selber so „klar“ äußert, sollte dies ein Pfarrer vor Ort wohl auch tun dürfen, müßte man meinen, doch ihm wird im weiteren Verlauf der Erklärung mangelnde „Differenzierung“ vorgehalten, als ob ein Pfarrbrief eine Doktorarbeit mit Fußnoten sei.

Das nächste Themenfeld erstaunt jedoch, denn nun wird folgendermaßen argumentiert:

„Was Fragen betreffend das Thema Homosexualität angeht, lehrt die katholische Kirche besonders auch im Weltkatechismus, dass so orientierte Personen nicht diskriminiert werden dürfen:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.(Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2358)“

Zugleich kann die Kirche eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen. Angesichts dieser Spannung muss homosexuell aktiven Personen kirchlicherseits seelsorglich einfühlsam begegnet werden.“

Es erstaunt allerdings, daß in dieser Stellungnahme nicht der amtlich gültige Passus (Absatz 2358) des Katholischen Weltkatechismus (KKK) zum Thema Homosexualität zitiert wird, sondern eine längst veraltete Version noch vor ihrer Korrektur.

Hierzu sei zunächst Folgendes erläutert:

Die erste Fassung des KKK wurde 1992 in französischer Sprache veröffentlicht; von dieser Ausgabe wurden danach diverse landessprachliche Übersetzungen angefertigt.

1997 erschien die maßgebliche lateinische Ausgabe des KKK (mit einigen  korrigierten  Stellen); diese definitive bzw. nummehr gültige Fassung wurde 2003 endlich in deutscher Übersetzung veröffentlicht. WeltkatN

Dabei wurde in puncto Homosexualität eine „strengere Gangart“ eingeschlagen, also deutlicher formuliert als in der vorigen Fassung.

Nun enthält aber diese Grazer Bistums-Stellungnahme noch die unkorrigierte Erstfassung des KKK in Sachen Homosexualität, in der dreimal der unsinnige Ausdruck „Veranlagung“ bzw. „veranlagt“ vorkommt.   

In der amtlich-gültigen Version ist hingegen zu Recht keineswegs von einer „nicht selbstgewählten Veranlagung“ die Rede, sondern vielmehr von einer „tiefsitzenden homosexuellen Tendenz“.

Zudem wird diese Neigung jetzt entsprechend der biblischen Botschaft und der kirchlichen Lehre als „objektiv ungeordnet“ bezeichnet, denn sie entspricht nicht der Schöpfungsordnung Gottes.

Die Redeweise von einer homosexuellen „Veranlagung“ ist schon rein wissenschaftlich betrachtet haltlos, zumal es kein „Homo-Gen“ und auch weiter kein Indiz für eine Vererbung des homosexuellen Empfindens gibt.

Führende Köpfe der modernen Psychologie betrachten diese Ausrichtung als eine meist in Kindheit oder Jugendzeit erworbene „sexuelle Abirrung“ (Sigmund Freud); C.G. Jung bewertete homosexuelle Tendenzen als „unreife Form des erotischen  Ausdrucks“. 

Besonders Alfred Adler  –  er begründete die Individualpsychologie  –  lehnte die Vorstellung von einer „Veranlagung“ strikt ab; er führte die Entstehung der Homosexualität vielmehr auf Konfliktfelder im Elternhaus, in der Erziehung und zusätzlich auf Probleme der Selbsterziehung zurück. 

Doch die Erklärung der Bistumsleitung zitiert nicht nur eine veraltete Fassung des KKK, sondern unterläßt es auch, den vorhergehenden Abschnitt des gültigen KKK zu zitieren, der sich ebenfalls zur Homosexualität äußert.

Darin heißt es unter Nr. 2357 mit Hinweis auf die Heilige Schrift, daß „Homosexualität eine schlimme Abirrung“ sei, daß „die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“, daß sie „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“ und „in keinem Fall zu billigen sind“.   

Stattdessen heißt es jedoch in der „Grazer Erkärung“ des bischöflichen Ordinariats in reichlich weichgespülter Weise, die katholische Kirche könne eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen“.   –   Ein schwerwiegender Verstoß gegen die göttlichen Gebote und das natürliche Sittengesetz soll lediglich „nicht regulär“ sein?  – Eine klare kirchliche Verkündigung und Wegweisung sieht sicherlich anders aus!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Unser Artikel zu den Angriffen auf Pfarrer Tropper vor einem Jahr: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/15/aufregung-in-osterreich-vom-grosen-fernsehen-bis-zur-kleinen-zeitung/

ERGÄNZENDER ARTIKEL aus einer österreichischen Webseite: http://www.andreas-unterberger.at/2013/04/bischof-kapellari-verteidiger-des-islam-und-der-praktizierten-homosexualitaetij/