Einen „Sonntag des Judentums“ oder das FEST der ZEHN GEBOTE einführen?

Von Felizitas Küble

Der katholische Dechant Ferenc Simon ist Beauftragter für jüdisch-christliche Zusammenarbeit in Bistum Wien. Der Geistliche wünsche sich von der Kirche nicht nur einen „Tag des Judentums“, sondern einen „Sonntag des Judentums“: 

Durch einen eigenen Sonntag solle die Verbindung des Christentums mit dem Judentum stärker hervorgehoben werden, sagte Pfr. Simon einer kirchlichen Zeitung mit dem passenden Titel „Der Sonntag“.

Er verwies darauf, dass die evangelische Kirche seit Jahrzehnten jährlich einen ‚Israel-Sonntag‘ begeht. Der Weltkirchenrat hat zudem im Jahre 2000 den 17. Januar als „Tag des Judentums“ eingeführt. (Die katholische Kirche ist aber kein Mitglied in diesem sog. Ökumenischen Rat der Kirchen.)

Unser Vorschlag lautet schon seit vielen Jahren:

Die katholische Kirche möge ein Fest der Zehn Gebote einführen, also nicht nur einen Gedenksonntag, sondern ein richtiges Hochfest wie Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Empfängnis Mariens, Darstellung des HERRN (Dreikönig) usw.

Eine solche Feier der Zehn Gebote würde ebenfalls das starke theologische und moralische Band hervorheben, das uns mit dem Judentum  – dem Alten Testament  – verbindet, einmal abgesehen davon, daß in unserer heutigen Zeit ein solches Fest besonders dringlich erscheint, denn die göttlichen Gebote spielen selbst in manchen kirchlichen Kreisen kaum noch eine Rolle, teils nicht einmal theologisch, geschweige lebenspraktisch.

Ein solches FEST würde zudem verdeutlichen, daß die Gebote Gottes keine „Last“ sind, unter der wir gleichsam stöhnen und ächzen, sondern ein großartiges Geschenk und eine zeitlose Wegweisung von oben, über die wir uns recht von Herzen freuen!

Deshalb sammeln wir für diese Idee seit zwei Jahren hunderte Unterschriften mit einer Bittschrift an den Papst: JA zu einem Fest der Zehn Gebote!


Theologenbrüder Stegemann kritisieren israelfeindliche Erklärung des Weltkirchenrats

Eine noch nie dagewesene „antiisraelische und antisemitische Propaganda“ werfen zwei evangelische Theologie-Professoren dem Weltkirchenrat vor.

In einem Offenen Brief an die evangelischen Kirchenleitungen in Deutschland und der Schweiz beziehen sich die Brüder Wolfgang und Ekkehard Stegemann auf eine „ökumenische Erklärung“ des ÖRK (Ökumenischer Rat der Kirchen) zur Situation von Christen im Nahen Osten. (Zum ÖRK gehören zahlreiche protestantische Konfessionen und die Orthodoxie, nicht jedoch die katholische Kirche.)

Foto: K. Ruprecht

Foto: K. Ruprecht

Die erwähnte Erklärung wurde Ende Mai in der libanesischen Hauptstadt Beirut von mehr als 100 hochrangigen Vertretern fast aller Kirchen in Syrien, Libanon, Irak, Jordanien, Ägypten und in den palästinensischen Autonomiegebieten sowie von Mitarbeitern des Weltkirchenrates erstellt.

Darin wird die Bedeutung der Kirchen für die Region betont. Die muslimischen Mehrheiten sollten allen Bürgern gleiche Rechte gewähren. Zugleich wird massive Kritik an Israel geübt. Das palästinensische Volk werde seit der Gründung des Staates Israel 1948 kontinuierlich enteignet, Jerusalem sei eine besetzte Stadt, und Christen und Muslime würden diskriminiert.

Die Professoren-Brüder Stegemann äußern sich „bestürzt über diese jegliches Augenmaß vermissen lassende antiisraelische Stellungnahme“. Bereits in der Vergangenheit habe der Weltkirchenrat derartige Voten abgegeben und Institutionen gefördert.

Die jetzige Erklärung verteufle den Staat Israel und stelle einen „dramatischen Tiefpunkt und eine Erneuerung der alten, jetzt auf Israel projizierten christlichen Judenfeindschaft“ dar. 

Dass Israel der Diskriminierung von Muslimen und Christen beschuldigt werde, sei eine „grobe Verletzung des göttlichen Gebotes, kein falsches Zeugnis abzulegen“.

Quelle: http://www.idea.de