Zur Fatima-Debatte: Wird Amerika und die Welt doch noch kommunistisch?

Von Felizitas Küble

In den USA ist angesichts der linken Straßenkrawalle in einigen konservativen Kreisen eine Diskussion darüber aufgekommen, ob in den Vereinigen Staaten bald der Kommunismus einkehrt und das Land beherrscht – und den „Rest“ der Welt gleich noch dazu.

Nicht irgendwelche Sektierer und Hinterstübler, sondern z. B. keine Geringere als die katholische Autorin Dr. Maike Hickson befaßt sich auf der bekannten Lebensrechtsseite „Lifesitenews“ damit: https://www.lifesitenews.com/blogs/fatima-seer-lucia-believed-usa-would-become-communist-without-marian-consecration-of-russia

Dabei geht es letztlich um die uralte Diskussion, ob denn der Papst gemeinsam mit dem Welt-Episkopat das „gottlose Rußland“ dem makellosen Herzen Mariens geweiht habe oder nicht, denn dies sei eine entscheidende Forderung der Fatima-Erscheinungen und mit der Verheißung verbunden, daß Rußland sich bekehren werde – andernfalls werde der Kommunismus sich weiter ausbreiten.

Dr. Hickson beruft sich auf ein Interview, das 1946 von Prof. William Thomas Walsh mit Schwester Lucia – der Hauptseherin von Fatima – geführt worden sei.

Dabei habe die Ordensfrau und Visionärin (siehe Foto) ihm mitgeteilt, ohne jene Marienweihe und Rußland-Bekehrung werde der Kommunismus die ganze Welt beherrschen – und ausdrücklich auch die Vereinigten Staaten von Amerika.

In Wirklichkeit hat sich diese Diskussion sozusagen von selber erledigt (von der politischen Unwahrscheinlichkeit eines kommenden Weltkommunismus einmal abgesehen), weil Sr. Lucia noch zu ihren Lebzeiten erklärt hatte, Rußland habe sich bereits bekehrt und die Fatima-Verheißungen seien somit schon erfüllt.

Sr. Lucia versteht nämlich das Ende des Sowjetregimes und die religiöse Freiheit dort bereits als die in  Fatima angekündigte „Bekehrung Rußlands“. Das hat sie in ihrer letzten Veröffentlichung vor ihrem Tod ausdrücklich bekräftigt: https://charismatismus.wordpress.com/2016/08/20/sind-die-verheissungen-von-fatima-erfuellt-hat-sich-russland-bereits-bekehrt/

Damit dürfte sich sogar für Fatima-Anhänger jede weitere Debatte über eine dräuende kommunistische Weltgefahr erübrigen.

 


Vor 100 Jahren: Die katholischen Bischöfe weihen unser Land dem Herzen Jesu

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Am 10. Januar 1915, mitten im 1. Weltkrieg, haben die katholischen Bischöfe in Deutschland ihr Land und Volk dem Herzen Jesu geweiht, um so den Blick der Christgläubigen und aller Menschen verstärkt auf den göttlichen Erlöser zu lenken. Herz-Jesu_01
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Dabei nahm der bereits am 27.12.1914 in allen Pfarreien verlesene Hirtenbrief ausdrücklich Bezug darauf, daß „alles unter den Folgen des Krieges leidet“. 
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Das Rundschreiben fügt hinzu: „Der Ernst und die Not der Zeit drängt uns dazu.“  – Erwähnt wird auch: „Wie oft haben wir Bischöfe in der Not unseres Herzens laut Klage erhoben über den Niedergang des religiösen und sittlichen Lebens.“ 
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Durchaus selbstkritisch schreiben die katholischen Oberhirten:
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„Welch schmachvolle, wegwerfende Behandlung, Entwertung, Verhöhnung hatte die Religion sich öffentlich gefallen lassen müssen – nein, haben wir uns gefallen lassen in unserer Schwäche und Feigheit! Das ist unsere Schuld, unsere größte Schuld.“
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Bereits 16 Jahre zuvor, am 11. Juni 1899, hatte Papst Leo XIII. einen ähnlichen Weiheakt vollzogen, auf den die
deutschen Bischöfe ausdrücklich hinwiesen, indem er die ganze Welt dem Herzen des göttlichen Erlösers weihe.

Gräfin Maria zu Vischering als Wegbereiterin der Weltweihe

Angeregt wurde der Papst dazu vor allem von einer westfälischen Ordensfrau aus Münster: Maria Gräfin von Droste zu Vischering, die am 1. November 1975 von Paul VI. seliggesprochen wurde. 023_20A
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Diese vorbildliche Nonne hatte sich vor allem für sexuell mißbrauchte oder sonstwie notleidende Mädchen eingesetzt und ihnen tatkräftig geholfen.
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Die junge Adelsdame trat 1888 bei den Schwestern von Guten Hirten in Münster ein, die auch heute in der westfälischen Metropole wirken.
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Dieses BILD der Seligen steht am Eingangsportal des klösterlichen Mutterhauses, das sich bereits im 19. Jahrhundert vielen Mädchen und Frauen in Not annahm – auch der verzweifelten Prostituierten; sie alle wurden in den Häusern der Kongegration aufgenommen.
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Maria zu Vischering kam später nach Portugal, wo sie ebenfalls ein Heim für Bedrängte errichtete (Vergewaltigte, Mißbrauchte, aber auch straffällig gewordene Frauen etc); ihre adelige Herkunft half ihr dabei, die nötigen Spenden von vornehmen Kreisen und Fabrikbesitzern zu erhalten.
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Bei dieser Mystikerin verband sich aufopferungsvolle Nächstenliebe aufs beste mit ihrer Gottesliebe und einer tiefen Christusfrömmigkeit.
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Zur Deutschland-Weihe siehe hier eine Predigt von Bischof Dr. Rudolf Graber vor dreißig Jahren: http://www.fatima-weltapostolat.de/hirtenbrief-v-bischof-graber.html
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1. Foto: Dr. Bernd F. Pelz – 2. Foto: Felizitas Küble

 


Jährliches Weltweihegebet von Papst Leo XIII. zum Christkönigsfest

Die amtliche Gebets-Proklamation äußerte sich auch zum Judentum und Heidentum/Islam

1925 führte Papst Pius XI. das Christkönigsfest ein, das daran erinnert, daß Christus ein König ist,  wenngleich sein Reich „nicht von dieser Welt“ ist, wie ER selbst vor dem römischen Statthalter Pilatus bezeugte.

Unser göttlicher Erlöser ist KÖNIG der Könige und HERR der Herrlichkeit, zugleich ist ER der Richter über Lebende und Tote „und seines Reiches wird kein Ende sein“, wie das Große Credo erwähnt. In seiner göttlichen Person vereinigen sich Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Heiligkeit und Gnade, Erhabenheit und Liebe. Auch dies soll am Christkönigssonntag zum Ausdruck kommen.

Zugleich wurde an diesem Hochfest allährlich eine feierliche „Weihe des Menschengeschlechtes“ an das Heiligste Herz Jesu vorgenommen und von den Gläubigen gebetet. 

Als Weihegebet diente von 1925 bis Ende der 50er Jahre das Gebet von Papst Leo XIII. an den „Erlöser des Menschengeschlechtes“. Dieser Papst regierte die Kirche 25 Jahre   –  er starb am 30.7.1903 im hohen Alter von 93 Jahren.

Das Weihe-Gebet von Leo XIII. wurde also weltweit 35 Jahre lang von katholischen Gläubigen am Christkönigsfest in der heiligen Messe gesprochen  – auch während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur.

Diese lange Dauer verleiht der Gebetsproklamation eine besondere liturgische und kirchliche Bedeutung.

Aufschschlußreich an diesem Gebet ist auch seine Stellungnahme zum Heidentum und zum Islam (beides wird nacheinander erwähnt) und deren Zuordnung zur „Finsternis“. Es  heißt dort nämlich:

„Sei Du König über alle, die immer noch vom alten Wahn des Heidentums oder des Islams um­fangen sind; entreiße sie der Finsternis und führe sie zum Licht und Reiche Gottes.“

Schon ganz anders klingt sodann der nachfolgende Passus über das Judentum:

„Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.“

Die Kirche möchte alle, die noch vom dreieinigen Gott getrennt sind, zum Licht und Reiche Christi führen, auch und gerade das jüdische Volk. Gleichwohl wird der Unterschied zwischen Heidentum/Islam („Finsternis“) auf der einen Seite und dem Judentum andererseits durch die Wortwahl klar erkennbar.

Leider ist die neue Fassung ab Beginn der Änderungen von Johannes XIII. in mancherlei Hinsicht verwässerter.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier nun der damalige vollständige Text der jährlichen Weltweihe am Christkönigsfest:

„Liebster Jesus, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke herab auf uns! In Demut knien wir hier vor Deinem Altar. Dein sind wir, Dein wollen wir sein. Um jedoch immer inniger mit Dir verbunden zu werden, darum weiht sich heute ein jeder von uns freudig Deinem heiligsten Herzen.

Viele haben Dich niemals erkannt, viele lehnen Deine Gebote ab, weisen Dich zurück. Erbarme Dich ihrer aller, gütigster Jesus, und ziehe alle an Dein heiligstes Herz.

Sei Du, Herr, König nicht nur über die Gläubigen, die nie von Dir gewichen sind, sei es auch über die verlorenen Söhne, die Dich verlassen haben. Gib, daß sie bald ins Vaterhaus zurückkehren und nicht vor Elend und Hunger zugrunde gehen. Sei Du König auch über die, die durch falsche Lehren sich täuschen lassen oder durch Spal­tungen von Dir getrennt sind. Rufe sie zur sicheren Stätte der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens zurück, damit bald nur eine Herde und ein Hirt werde.

Sei Du König über alle, die immer noch vom alten Wahn des Heidentums oder des Islams um­fangen sind; entreiße sie der Finsternis und führe sie zum Licht und Reiche Gottes. Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.

Verleihe, Herr, Deiner Kirche Wohlfahrt, Sicher­heit und Freiheit; verleihe allen Völkern Ruhe und Ordnung. Gib, daß von einem Ende der Erde bis zum ändern der eine Ruf erschalle: Lob sei dem göttlichen Herzen, durch das uns Heil geworden; ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit. Amen.“

Das BILD zeigt den Limburger Dom (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)