Grundlagenwerk über die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus

Besprechung von Dr. Bernd F. Pelz

Buch-Daten: Hans-Jürgen Jakobs: Wem gehört die Welt? – Knaus-Verlag – erschienen am 17.11.2016  – 36 € – geb. mit Schutzumschlag – ISBN 978-3-8135-0736-2

Das Neue an dem Buch von Jakobs in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Researpelzch Institute und zahlreichen Korrespondenten und Redakteuren des Handelsblatts ist der Versuch, die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus konkret darzustellen.

Von den 680 Seiten sind 324 Seiten der Beschreibung und Beurteilung der weltweit führenden 200 Akteure (zum Teil Familienunternehmen) des Weltfinanzwesens (von denen Sie die meisten wahrscheinlich gar nicht kennen) gewidmet. Diese kommandieren mehr als 40 Billionen US-$ – das sind 60% des Bruttoinlandsproduktes der Welt oder das Dreifache der Wirtschaftsleistung der EU. 

Auf 260 Seiten wird beschrieben, wer davon in welchen Märkten herrscht. Die geschilderten Akteure werden nach den Kriterien ihres Handelns beurteilt: Nachhaltigkeit, Unbestechlichkeit, Steuerehrlichkeit, Humanität und Transparenz. Eine zusammenfassende Darstellung der Sachverhalte und Wechselwirkungen im Ringen um die globale Dominanz erfolgt auf den restlichen 85 Seiten.

Jakobs und seinen 50 Zuarbeitern ist ein gut lesbares, hoch relevantes und in der Zusammenstellung der Fakten einzigartiges Grundlagenwerk gelungen für die Beurteilung des, in den letzten drei Jahrzehnten entstandenen modernen Kapitalismus. Eine Pflichtlektüre für alle, die in Sachen Kapitalismus mitreden und etwas ändern wollen. Die guten Abbildungen erleichtern das Verständnis. Eine empfehlenswerte Lektüre für die kommenden, hoffentlich besinnlichen Tage.

Meine Anregung für eine zweite Auflage:

Der Einfluss der Weltbevölkerungsentwicklung, der die globalen Sehnsüchte bedingt, kommt in der Betrachtung als auslösender Faktor zu kurz. – Ebenso die Bedeutung der regulatorischen Selbstbedienungsmechanismen, die sich die Finanzindustrie in den letzten Jahrzehnten hat einräumen lassen. – Ein Hinweis auf die Verflechtungen der Akteure mit transnationalen Einrichtungen wie BIZ, IWF, Zentralbanken etc. wäre ebenfalls nützlich.cover-jakobs

Verkürzt nun einige Erkenntnisse und Schlussfolgerungen:

Im modernen Kapitalismus fließt das Geld machtvoll zwischen Staaten und Kontinenten und den beteiligten Akteuren in einer ganz eigenen Infrastruktur hin und her.

Die quasi per Fernsteuerung auftretenden Effekte sind vielen Bürgern der westlichen Industrienationen zunehmend suspekt, wohingegen sie von denen, die auf der Welt nach mehr Wohlstand und Beseitigung der Armut streben, solange ihre eigene Wirtschaft wächst, hingenommen werden.

–  Erst mit dem Machtverfall der UdSSR und dem Chaos der GUS-Staaten entwickelte sich die neue Zockerqualität des US-Kapitalismus zu ihrer vollen Blüte.
–  Die Realwirtschaft ist zum Anhängsel der Finanzwirtschaft geworden: Heute machen die Finanzvermögen (270 Billionen US-$) das Vierfache der Gütermärkte (73 Billionen US-$) aus. Das hohe Finanzvermögen erklärt sich aus der hohen Verschuldung auf der Welt. – Einschließlich der spekulativen Finanzgeschäfte der Schattenbanken erreichen die Finanzgeschäfte allerdings bereits ein Volumen von mehr als dem Zehnfachen der realen Weltwirtschaft, was auf zukünftige Krisen hinweist. Anders als Banken müssen die Schattenbanken keine risikogewichteten Reserven vorhalten.

–  Die Finanzkrise 2007/2008 hat die Größenentwicklung der Akteure nicht gestoppt. Allerdings geht die Bedrohung heute weniger von den offiziellen Banken aus, sondern von den immens gewachsenen, und weniger regulierten Schattenbanken, die jetzt das machen, was Banken früher gemacht haben  –  und von denen die offiziellen Banken sogar abhängig geworden sind. 60% der weltweiten Kredite laufen mittlerweile außerhalb des offiziellen Bankensystems. – Die G20 und auch die EU sind ihren Versprechen zur Regulierung der Schattenbanken bis jetzt nicht nachgekommen.
–   Die wahre Macht liegt heute bei den Kapitalsammelstellen: den Vermögensverwaltern (78 Billionen US-$), den staatlichen Pensionsfonds (36 Billionen US-$) und den Staatsfonds (über 7 Billionen US-$)  –  und zunehmend weniger bei den offiziellen Banken (142 Billionen US-$). Deutschland liegt in Bezug auf Kapitalsammelstellen weit hinter den USA und Großbritannien.euros
 –  Über gegenseitige Verflechtungen (wie früher bei der „Deutschland AG“) sind die großen Akteure eng miteinander verbunden. Das Finanzsystem gehört quasi sich selbst. Es beherrscht die Realwirtschaft und stellt eine Gefahr für den Wettbewerb dar. Im Gegensatz zu Realwirtschaft sind die Folgen von Monopol- und Kumpaneiwirtschaft in der Finanzindustrie noch wenig untersucht und nicht in Kartellregeln gegossen.
–   Die exorbitant schnelle Vermehrung des Vermögens hat zu seiner ungleichen Verteilung geführt. Das oberste eine Prozent der Gesellschaft besitzt in Afrika 47% des Gesamtvermögens, in Indien 53%, in Nordamerika 37%, in Europa 32%, in China 39%, in den USA 42%. – Die zunehmende Ungleichheit hat ihre Ursache im völlig aufgeblähten Finanzsektor. Er bringt seit geraumer Zeit viel mehr Geld hervor, als sinnvoll investiert werden kann.
–   Im Kampf der Systeme  –  bei der Auseinandersetzung zwischen dem Staatskapitalismus Chinas, aber auch der arabischen Staaten, mit der Wall-Street-Macht USA  –  ist Europa eher Beobachter als Gestalter. – All denen, die auf der Welt nach mehr Wohlstand und Entrinnen aus der Armut streben, bietet China seine Hilfe als Führungsmacht an.
–  Die größte Macht geht heute von Unternehmen und Institutionen aus, die die Verfügungsgewalt über Geld mit der Verfügungsgewalt über Daten verbinden können. Zusammen sind Alphabet, Apple, Facebook und Amazon rund 1,8 Billionen US-$ wert. Das ist mehr als Russland in einem Jahr erwirtschaftet. Was die Bürger in Europa und den USA langsam erwarten, ist, dass die digitalen Riesen endlich Steuern bezahlen.
–   Die klassische Annahme eines breit gestreuten Eigentums „Streubesitz“ stimmt nicht mehr. Die Realität ist Blockbildung.
–   Staatsfonds und staatliche Pensionskassen haben über die Jahre einen immer größer werdenden Teil der zirkulierenden Finanzsummen in Anspruch genommen. Geld ist so zu einer politischen Waffe geworden, um Macht zu vergrößern und Wohlfahrt zu organisieren. – International zeichnet sich ab, dass öffentliche Pensionsfonds zunehmend große staatliche Infrastruktur-projekte finanzieren und betreiben. be2004_38_551
–   Die Deutschen sind Ausführende einer Geldpolitik der EZB, die in ihrer Not dem japanischen Modell nacheifert und mit dem Kauf von Staatsanleihen und Firmenanleihen die Wirtschaft stimulieren will. Diese Politik hält die Kurse an den Börsen künstlich hoch und die Zinsen für Anleger dramatisch niedrig.
–  Dass China mit seinen 1,4 Milliarden Menschen und dem größten Binnenmarkt der Welt größere Anteile an der Weltwirtschaft für sich fordert, ist offenkundig. Die Strategie dabei ist, möglichst viele wichtige Märkte auf der Welt in die Hand von chinesischen Investoren zu bringen. – Es ist eine logische Folge langjähriger Handelserfolge und einer ehrgeizigen Modernisierungspolitik. – Die Frage ist allerdings, ob die chinesische Bevölkerung auf Dauer bereit ist, auf politische Freiheiten zu verzichten und die Privilegien der kommunistischen Eliten zu akzeptieren.
–  Die Grundfrage ist, ob Deutschland und Europa die Herausforderungen des Weltkapitalismus bestehen können, oder ob wir nicht eher zerrieben werden zwischen dem anglo-amerikanischen Blackrock-Kapitalismus, dem kalifornischen Datenkapitalismus und den Interessen der chinesischen und arabischen Staatsfonds.
–   Familienunternehmen spielen in der Weltwirtschaft immer noch eine bedeutende Rolle, wobei sich viele Familien inzwischen selbst als Finanzinvestor betätigen.

Wie sieht nun die Zukunft aus – was ist zu tun?

Bei dem riesigen Umfang und der Komplexität des Themas und der fortgeschrittenen Entwicklung, denke ich, ist es akzeptabel, dass in dem Buch keine endgültigen Lösungen angeboten werden, sondern nur Diskussionsansätze aufgezeigt werden: eu

–   Notwendig ist eine neue Kultur der Bescheidenheit: Renditeerwartungen müssen auf drei bis vier Prozent durch Umerziehung der Kunden begrenzt werden.
–   Alle Staaten mit Verteilungsproblemen müssen durch ein besseres Schul- und Bildungssystem für den Aufstieg von Bürgern aus der Unterschicht oder der Mittelschicht sorgen. Soziale Durchlässigkeit ist ein Grundversprechen der liberalen Gesellschaft.
–   Die internationale Staatengemeinschaft muss wirksam Steuerschlupflöcher schließen und Einkommen dort besteuern, wo sie entstehen. – Dazu müssen entsprechende Daten verfügbar gemacht werden.
–   Die Begrenzung der Finanzexzesse und die weitere ungehemmte Aufblähung des Kapitalsektors kann nur durch eine Weltschuldenkonferenz oder einen Weltfinanzgipfel aller wichtigen Staaten erreicht werden. Aufgabe einer solchen Konferenz wäre auch die Definition von Investitionsvorhaben in die die vielen Gelder fließen könnten. – Leider scheint in den Köpfen der Politiker der Gedanke zu überwiegen, der Finanzkrise noch einmal davongekommen zu sein.
–   Fakt ist jedoch, dass die Verschuldung trotz aller G20-Maßnahmen weiter zugenommen hat. Auf einer Weltfinanzkonferenz müssten daher konkrete Ziele zur Reduktion von Schulden, zur besseren Sicherung von Geldgeschäften, zu Mindesthaltefristen für bestimmte Finanzprodukte und zur Einführung einer weltweiten und ausnahmslosen Finanztransaktionssteuer zur Reduzierung der Verschuldung und Finanzierung der Gemeinwesen beschlossen werden.
–   Was die EU angeht: Eine gemeinsame Antwort der Europäer – mit seinen noch vorhandenen Stärken  –  ist die Voraussetzung dafür, im künftigen Kampf um Wachstum, Wohlstand und Wertschöpfung eine angemessene Rolle spielen zu können. Dies wird nur gelingen mit einer einheitlichen europäischen Industriestrategie mit wirklich159481-3x2-teaser296en Binnenmärkten und wettbewerbsfähigen Konzernen. – Eine starke europäische Stimme wäre auch nötig, um das ausufernde Shadow-Banking zu regulieren.
–   Was unser Land angeht: Deutschland hat bis jetzt keine Antwort auf die Dominanz des großen Finanzkapitals gefunden. In den Ranglisten der Staatsfonds ist Deutschland nicht vertreten.
–   Die Antwort auf die gestellte Machtfrage hat zu der Erkenntnis geführt, dass unsere Macht in dieser Welt geschwunden ist, dass die Wirtschaft und unser Wohlstand nicht von uns abhängen und unseren Chefs, auch nicht von den gewählten Parlamenten und gipfelsüchtigen Politikern, sondern von all jenen, die in unvorstellbarer Dimension Vermögen verwalten und ihrer Milliarden um den Globus kreisen und jagen lassen.
–   Die Antwort muss eine Politik sein, die den neuen Weltverhältnissen gilt, und nicht den Rückzug ins eigene Land oder ins private Idyll preist. Das Verhältnis Arbeitseinkommen zu Kapitaleinkommen muss thematisiert werden.

Bleibt uns womöglich in 30 bis 40 Jahren die Rolle, die heute Griechenland für die EU spielt, wo wir alle uns fragen, wann die nächste Krisenmeldung kommt, der nächste Alarm vor einem drohenden Zusammenbruch?

Hinweis: Das Buch „Wem gehört die Welt?“ kann portofrei bei uns bezogen werden: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@web.de


Satellitenmission: Bewerbungsstart für bundesweiten Schülerwettbewerb StratoSAT

Jugend-Teams realisieren eigene „Mini-Satelliten-Missionen“

Der bundesweit ausgeschriebene Schülerwettbewerb StratoSAT ist eröffnet: Seit dem 24. November 2016 können Schülerteams ab 14 Jahren spannende Vorschläge zur Erforschung der Atmosphäre oder zur Fernerkundung der Erdoberfläche für ihre eigene „Mini-Satellitenmission“ bis zum 31. Januar 2017 bei der Ludwig-Maximilians-Universität in München einreichen. stratosatballons_sn_l

Insgesamt werden aus den Bewerbungen zehn Teams für den Wettbewerb ausgewählt.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen konnten sich kürzlich rund 150 interessierte Schüler/innen, Lehrkräfte und Vertreter aus Politik und Industrie über das Schul- und Jugendprojekt „SatTec“ informieren (siehe Foto).

Zudem konnten sie an einem Vortrag zum Thema „Forschung mit Stratosphärenballons“ sowie an einer Führung durch das Galileo- und Raumfahrtkontrollzentrum teilnehmen.

Stratosphärenballons tragen Schüler-Sonden bis in 30 km Höhe

„Die Schülerteams haben die Möglichkeit, ihre erste eigene Quasi-Satellitenmission auf die Beine zu stellen: Diese reicht von der Planung, Bau und Tests der selbstentwickelten wissenschaftlichen Nutzlast, dem Ballonstart und -flug bis hin zur Auswertung der Daten“, berichtet Tobias Schüttler, SatTec-Projektleiter der LMU München.

Zunächst müssen die Schüler ihr Exposé mit Experimentiervorschlag und Projektplanung einreichen. Im Laufe des Wettbewerbs konstruieren, bauen und erproben die Teams dann eine eigene wissenschaftliche Nutzlast – den sogenannten „StratoSAT“ – die an einem Stratosphärenballon in etwa 30 Kilometer Höhe aufsteigen soll und dabei Daten zur Erforschung der Atmosphäre oder zur Fernerkundung der Erdoberfläche aufnimmt.

Jedes Team erhält für seine Mission ein Stratosphärenballon-Set, das neben dem Ballon selbst einen GPS-GSM-Tracker zur Bergung der Sonde, Akkus, Batterien, eine Styroporbox zum Schutz der Sonde, einen Fallschirm für den sicheren Abstieg sowie einen Datenlogger zur Messung von atmosphärischen Daten wie Luftdruck und Temperatur beinhaltet.

Quelle und vollständiger Artikel mit Bildern unter: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-20179/year-all/#/gallery/25108


2017 wird der Freistaat Bayern 100 Jahre alt: Festjahr der Superlative angekündigt

Der bayerische Staatskanzleichef Marcel Huber hat anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Freistaates Bayern ein „Festjahr der Superlative“ angekündigt. Unter dem Motto „Von Bürgern für Bürger“ soll es im Jahr 2018 Veranstaltungen und Feste in ganz Bayern geben. Formeller Höhepunkt ist ein Staatsakt im Landtag.   alle_parlamente_01_59949a9a6f

Huber weiter: „Das Jubiläumsjahr nehmen wir zum Anlass, die Menschen zu befragen, wie sie sich ihr Bayern der Zukunft vorstellen.“  – Das Festjahr solle auch dazu dienen, die bayerische Identität, das Wir-Gefühl und den Zusammenhalt zu stärken.

Die Pläne für die Feierlichkeiten sehen ein Drei-Säulen-Modell vor. Dazu zähle zum einen die Erstellung eines zukunftsgerichteten Bürgergutachtens unter dem Titel „2030. Bayern, deine Zukunft“. Dazu kommen Bürgerwettbewerbe, in denen die Vielfalt Bayerns abgebildet werden sollen sowie ein mehrtägiges Bürgerfest in Regensburg anläßlich der Eröffnung des dortigen Museums der bayerischen Geschichte.

Quelle: http://www.csu.de/aktuell/meldungen/august-2016/2018-ist-festjahr-der-superlative/


Die Sieger(innen) des Schulwettbewerbs „Die unglaubliche Lichtmaschine“

Um Jugendlichen auf spielerische Art für Physik und Technik zu begeistern, hatten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) einen gemeinsamen Schülerwettbewerb initiiert.

Unter dem Motto „Die unglaubliche Licht-Maschine“ waren Schüler aus ganz Deutschland aufgefordert, Videos ihrer selbstgebauten „Incredible Machines“ einzusenden. Die Vielzahl der eingereichten Filme und der Einfallsreichtum der Teams aus 193 Schulen machten es der Jury alles andere als leicht, einen Gewinner zu ermitteln. The_Incredible_Eight_Gruppenfoto_16_9_l

Durchsetzen konnte sich schließlich das Team „The Incredible Eight“ des Luitpold-Gymnasiums aus München – sechs Mädchen und zwei Jungen, die eine wirklich „unglaubliche Licht-Maschine“ gebaut hatten.

Die Aufgabenstellung hatte es in sich: Bei den auch Rube-Goldberg-Maschinen genannten Konstruktionen mussten Gegenstände – etwa Dominosteine, Schalter, Wippen oder andere Objekte – so angeordnet werden, dass sie eine Art Kettenreaktion bilden.

Ein erster Impuls setzt dann die „Maschine“ in Gang. Um sicherzugehen, dass nicht „geschummelt“ wurde, musste das Video den gesamten Ablauf der Kettenreaktion ohne einen einzigen Schnitt zeigen. Und da der Wettbewerb aus Anlass des Internationalen UNO-Jahres des Lichts ausgerufen wurde, sollte außerdem das Thema Licht eine Rolle spielen.

Die Qualität der Videos und der darin gezeigten Kettenreaktionen hat die Erwartungen der Organisatoren weit übertroffen:

„Wir sind hellauf begeistert von den vielen Einsendungen. Dass sich über 800 Schülerinnen und Schüler beteiligen würden, hatten wir angesichts der anspruchsvollen Aufgabenstellung nicht erwartet“, sagt Dr. Volker Kratzenberg-Annies, Leiter der DLR-Nachwuchsförderung:

„Oft wurde da tagelang aufgebaut, getestet und gefilmt. Die technische Qualität und die physikalischen Effekte vieler Beiträge sind beachtlich. Ein großes Kompliment auch an die vielen Lehrkräfte, die ihre Schulteams auf großartige Weise motiviert haben.“

„Die große Resonanz und die Kreativität der Teilnehmer haben uns sehr beeindruckt“, ergänzt Arnulf Quadt, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit der DPG. „Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen sehr erfolgreich in selbstorganisierten Teams arbeiten, ganz so wie es heute in der Physik üblich ist. Ganz besonders freut es uns zu sehen, wie viele verschiedene Bezüge zum Phänomen Licht und Optik im Internationalen Jahr des Lichts hergestellt wurden, einfach toll!“

Die ausgefeilten Aufbauten der „Incredible Machines“ nutzten alle nur erdenklichen Objekte aus Haushalt, Schulinventar oder Baukasten – und in einem Fall sogar eine große Lagerhalle. Dabei überraschten viele Teams mit äußerst originellen Ideen:

Mal bilden unzählige Schulbücher, wie Dominosteine angeordnet, eine Kette quer durchs ganze Schulgebäude, dann wieder bringt eine Zündschnur Wunderkerzen zum Brennen, die das Wort „Licht“ in die Luft schreiben. Neben technischen Fähigkeiten und einem geschickten Einsatz physikalischer Effekte waren bei dem Wettbewerb ebenso Ausdauer und Ehrgeiz gefragt: Immer wieder musste optimiert werden, und manchmal klappte der Ablauf erst nach dem 100. Versuch.

Das Sieger-Team aus München wird am 20. September 2015 zum Tag der Luft- und Raumfahrt ins DLR nach Köln und am 22. September 2015 zur DPG-Wissenschaftsshow „Highlights der Physik“ nach Jena eingeladen.

Außerdem erhalten alle Teams, die es unter die Top-Ten geschafft haben, ein großes Überraschungspaket. Die anderen Teams erhalten nach den Sommerferien per Post ein kleines Dankeschön für die Teilnahme.

Den vollständigen Artikel mit Video finden Sie hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14368/year-all


REXUS/BEXUS-Wettbewerb 2015: Studentenexperimente im Höhenflug

9. Runde für Ballon- und Raumfahrt-Forschung eröffnet

Der Wettbewerb des deutsch-schwedischen Studentenprogramms REXUS/BEXUS geht in die neunte Runde: Studententeams deutscher Universitäten und Hochschulen können ab dem 29. Juni bis zum Einsendeschluss am 19. Oktober 2015 Vorschläge für die Forschung auf Stratosphärenballons oder Forschungsraketen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einreichen. 

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Experiment-Ideen werden gesucht in Bereichen wie Atmosphärenphysik, Strahlenbiologie, Ballon- und Raumfahrttechnik oder Forschung in Schwerelosigkeit. 

FOTO: Letzte Arbeiten bei REXUS: Das Experiment wird in der Integrationshalle nach letzten flugvorbereitenden Arbeiten wieder in den Raketenmodul eingebaut.

Um eines der begehrten „Flugtickets“ zu ergattern, muss zunächst ein Experimentvorschlag eingereicht werden. Nach einer Vorauswahl können die Studententeams ihr Experiment auf einem Workshop vorstellen.

Die im Anschluss daran endgültig ausgewählten Teams nehmen dann an einer Trainingswoche und der Startkampagne am Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden teil. Jeweils zwei BEXUS-Ballons und REXUS-Raketen starten im Herbst 2016 bzw im Frühjahr 2017.

Erste Praxiserfahrungen mit Raumfahrtprojekten

„Bereits 107 Studententeams aus ganz Europa haben seit Beginn im Jahr 2007 am REXUS/BEXUS-Programm teilgenommen“, sagt Maria Roth, Programmleiterin des DLR-Raumfahrtmanagements. „Es ist eine große Herausforderung für die Studierenden, ihr erstes eigenes Raumfahrtprojekt auf die Beine zu stellen. Sie sind für Planung und Bau der Experimente verantwortlich. Die Technik muss bis zum Starttermin einwandfrei funktionieren. Daran wird oft noch bis zur letzten Sekunde gefeilt.“

Nach der mehrmonatigen Vorbereitungszeit und dem Flug steht die Auswertung der Daten an. Die Ergebnisse präsentieren die Teilnehmer Mitte 2017 auf einem Raketen- und Ballon-Symposium vor Fachpublikum.

Rund sieben Minuten dauert der Flug einer REXUS-Forschungsrakete. Dabei trägt sie ihre Nutzlast in eine Höhe von bis zu 90 Kilometern. Bei Bedarf lässt sich die Flug-stabilisierende Drehung der Rakete so abbremsen, dass über eine Zeit von zwei Minuten auch Experimente in annähernder Schwerelosigkeit durchgeführt werden können.

Die BEXUS-Ballons steigen während ihres zwei bis fünfstündigen Fluges auf eine Höhe von 20 bis 30 Kilometern. Bei allen REXUS- und BEXUS-Flügen werden Experiment- und Messdaten über Telemetriesysteme an die Bodenstation übertragen, sodass die Studententeams schon während des Flugs erste Ergebnisse erhalten.

Nachdem die Nutzlastmodule am Fallschirm gelandet sind, bringen Bergungsteams die Experimente zurück zum Raumfahrtzentrum und übergeben diese den Teams zur Auswertung.

Während der gesamten Projektdauer erhalten die Teilnehmer technische und logistische Unterstützung von Raketen-, Ballon- und Raumfahrtexperten des DLR, dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen, der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem schwedischen Raumfahrtunternehmen SSC.

Bewerbung beim DLR REXUS/BEXUS (Raketen- und Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) ist ein Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Schwedischen Nationalen Raumfahrt-Behörde (SNSB).

Deutsche und schwedische Studenten können daher jeweils die Hälfte der Raketen- und Ballon-Nutzlasten stellen. SNSB hat seinen Anteil zusätzlich für Studenten der übrigen Mitgliedsstaaten der ESA geöffnet.

Die für die Bewerbung deutscher Studententeams notwendigen technischen und organisatorischen Informationen sowie die Formulare für die Anmeldung sind auf der REXUS/BEXUS-Webseite des DLR Raumfahrtmanagements und auf der REXUS/BEXUS Projektwebseite zu finden.

Quelle: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14018/year-all/#/gallery/18932


Projekt-Wettbewerb für Schüler ab Klasse 7 in Deutschland und Israel

Schüler ab der 7. Klasse können sich ab online zum Schülerwettbewerb Mobile Ideen für Morgen anmelden. Die Teilnehmer sollen in Zweier- bis Vierergruppen ein eigenes Projekt zur nachhaltigen Mobilität entwickeln sowie dessen Umsetzung in einem kurzen Film von mindestens fünf bis maximal zehn Minuten dokumentieren.

Unterstützt werden sie dabei durch E-Learning-Module. An dem Wettbewerb können Schüler aus Deutschland und Israel teilnehmen.

Als Gewinn winkt eine Reise ins jeweils andere Land. Außerdem sollen die Ideen der Schüler möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden.

Die besten Filme werden daher auf dem Greenscreen-Filmfestival in Eckernförde und dem Ecocinema Filmfestival in Israel 2016 gezeigt.

Die Anmeldung ist vom 1. Juni bis zum 15. Oktober 2015 auf der Webseite http://www.mobile-ideas-for-tomorrow.com möglich. Einsendeschluss für die Projektarbeiten ist der 29. Februar 2016.

Der Wettbewerb wird vom Jüdischen Nationalfonds (KKL) ausgerichtet.

Zur Wettbewerbs-Homepage »

 


IHRA protestiert gegen Holocaust-leugnenden Wettbewerb im Iran

Die „International Holocaust Remembrance Alliance“ (auf deutsch: „Internationale Allianz für Holocaust-Gedenken“) hat sich zu dem im Iran geplanten Wettbewerb für den Holocaust leugnende Cartoons geäußert. In der Pressemitteilung heißt es:

„Die 31 Mitgliedsstaaten der IHRA stehen vereint in ihren Anstrengungen, die schreckliche Wahrheit des Holocaust gegen jene hochzuhalten, die sie verleugnen.

Dieses Prinzip ist in der Gründungserklärung der IHRA, der Stockholmer Erklärung und in ihrer Definition von Holocaust-Verzerrung und Leugnung festgeschrieben. Holocaust-Leugnung ist eine Form von Antisemitismus.

Im Jahr 2015 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 70. Mal. Zugleich ist das Jahr 2015 gezeichnet von antisemitischen Hassverbrechen. Diese Ereignisse haben auch die üblen Folgen des Antisemitismus in unmissverständlicher Weise verdeutlicht.

Aus all diesen Gründen verurteilen wir aufs Schärfste den geplanten Wettbewerb für den Holocaust leugnende Cartoons und rufen die iranische Regierung dazu auf, zu intervenieren und den Wettbewerb zu verhindern.“

(Pressemitteilung der IHRA, 18.02.15)