Sechs Corona-Impfstoffe im Web-Check: AstraZeneca noch unbeliebter als Sputnik V.

AstraZeneca hat ein messbares Image-Problem: Das Covid-19-Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns spielt bei den Impfungen in Deutschland eine mehr als doppelt so große Rolle wie der Wirkstoff von Moderna – kommt im öffentlichen Online-Diskurs derzeit aber deutlich schlechter weg.

Auf einer „Reputations-Uhr“ von -1 für ausschließlich negative Nennungen bis +1 für ausschließlich positive Nennungen erreicht AstraZeneca in der zweiten Februarhälfte lediglich einen Wert von +0,04, Moderna hingegen +0,13. Selbst der noch nicht zugelassene russische Impfstoff Sputnik V kommt im selben Zeitraum im deutschsprachigen Internet auf +0,11.

Das zeigt eine KI-gestützte Social-Listening-Untersuchung zu Relevanz und Dynamik von Corona-Impfstoffen im öffentlichen Diskurs.

Das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung der Faktenkontor-Gruppe analysierte dazu 245.574 Nennungen von sechs Covid-19-Vakzinen aus öffentlichen deutschsprachigen Internet-Quellen im Januar und Februar 2021, inklusive redaktioneller Seiten und Social Media.

Die Analysten durchsuchten hunderttausende öffentliche deutschsprachige Internet-Quellen nach Beiträgen zu Covid-19-Impfstoffen aus dem Zeitraum vom 04. Januar bis zum 28. Februar 2021 und werteten die Fundstellen mithilfe Künstlicher Intelligenz aus.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.faktenkontor.de/pressemeldungen/online-reputation-sputnik-v-schlaegt-astrazeneca/


Chemotherapie und Brustkrebs: Zellstreß begünstigt die Metastasenbildung

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Heidelberger Institut für Stammzellforschung und experimentelle Medizin (HI-STEM) haben bei Brustkrebs ein zentrales Schalterprotein identifiziert, das bei zellulärem Stress die Metastasierung des Tumors fördert.

Der Schalter löst in den Krebszellen ein Stammzell-Programm aus, das die aggressive Ausbreitung begünstigt. Auch Chemotherapeutika aktivieren den Schalter und fördern so die Metastasierung. Mit der Identifizierung der molekularen Akteure, die an der stressbedingten Verbreitung von Brustkrebs beteiligt sind, haben die Forscher Zielstrukturen identifiziert, an denen neue Therapien ansetzten könnten.

BILD: Lungenkrebs-Mikrometastase in der Maus: In den rot markierten Zellen ist der zentrale Stress-Schalter JNK aktiv. Krebszellen sind grün, Zellkerne blau gefärbt.

Krebszellen müssen sich mit vielen Widrigkeiten herumschlagen: Ihre rasche Zellteilung führt auf die Dauer zu fehlerhaften Proteinen. Ihre Ernährungssituation und auch die Sauerstoffversorgung sind oft prekär, die Gifte einer Chemotherapie bedrohlich: Wissenschaftler sprechen in einer solchen Situation von „zellulärem Stress“.

Die verschiedenen Stress-Stimuli aktivieren in der Zelle das Enzym JNK als zentralen Stress-Schalter. In Krebszellen kann dies vielfältige Auswirkungen haben, je nach Umgebung löst JNK-Aktivität zellulären Selbstmord oder aber ein Überlebensprogramm aus.

„Wir wollten genau wissen, was in Brustkrebszellen nach Aktivierung von JNK passiert“, sagt Thordur Oskarsson, Stammzell-Forscher im DKFZ und HI-STEM*.

Bei dieser Untersuchung stießen er und sein Team auf einen direkten Zusammenhang zwischen JNK-Aktivierung und der Entstehung von Metastasen. Die Forscher fanden außerdem, dass auch Standard-Chemotherapien, die bei Brustkrebs gegeben werden, JNK aktivieren und dadurch die Wirksamkeit der Behandlung limitieren.

„Die Medikamente erledigen sicherlich ihren Job und töten Krebszellen ab – haben aber offensichtlich gleichzeitig auch ungünstige Effekte, die berücksichtigt werden sollten“, erklärt Oskarsson.“

Er verweist aber darauf, dass seine neuen Ergebnisse nichtsdestotrotz neue Chancen eröffnen: „Wir haben gleich drei bislang unbekannte Ansatzpunkte identifiziert, an denen neuen Wirkstoffe ansetzen könnten, um die Krebsausbreitung zu bremsen und Resistenz zu verhindern.“

Oskarsson und sein Team hatten zunächst Gewebeproben von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs untersucht. Je mehr JNK-Aktivität sie im Brustkrebsgewebe nachwiesen, desto ungünstiger war der Verlauf der individuellen Erkrankung. Metastasen enthielten mehr JNK-aktive Zellen als Primärtumoren.

Quelle und Fortsetzung hier: https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/dkfz-pm-18-58-Brustkrebs-Zell-Stress-foerdert-Metastasierung.php


Mögliche Wirkung von Scheinmedikamenten: Placebo- und Nocebo-Effekt

Auch Pillen ohne Wirkstoff können wirksam sein…

Erwartungen, Ängste und Hoffnungen beeinflussen den Erfolg von medizinischen Behandlungen, im Guten wie im Schlechten. Sie können eine Zuckertablette so wirksam wie ein Medikament machen, aber die Wirkung eines Medikaments auch aufheben  –  und sogar Nebenwirkungen verursachen.

Zumindest laut einem Artikel im Standard entscheidet ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch über die Wirksamkeit von Schmerzmitteln.

Bekommt ein Patient ein Medikament vom Arzt verschrieben, erwartet er meist, dass es ihm nach dessen Einnahme besser geht. Die Forschung zeigt, dass schon allein die Erwartung einer Besserung dazu beiträgt, sich gesünder zu fühlen, unabhängig von einem Wirkstoff.

Gibt ein Arzt seinem Patienten ohne dessen Wissen wirkungslose Zuckerpillen als Scheinmedikament (Placebo), wird sich der Patient in vielen Fällen ebenfalls besser fühlen. Mediziner nennen dieses Phänomen den Placebo-Effekt.

Nebenwirkungen durch Nocebo-Effekt

Der hat allerdings einen bösen Bruder, denn die Behandlung mit einem Scheinmedikament kann allein durch die Erwartung genauso wie bei einem echten Medikament auch Nebenwirkungen auslösen.

Wissenschaftler sprechen vom Noceboeffekt. Nocebo heißt übersetzt „Ich werde schaden“, im Gegensatz zu Placebo: „Ich werde gefallen“. Placebo und Nocebo beschränken sich aber nicht nur auf Tabletten ohne Wirkstoff.

Alles, was dem Patienten den Eindruck vermittelt, medizinisch behandelt zu werden, kann Placebo- und Noceboeffekte auslösen: ein Gespräch, Handauflegen, mit Nadeln piksen…einfach alles, was im Auge des Patienten nach Therapie ausschaut.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.medizin-transparent.at/nocebo-wenn-nichts-schadet