Ohne Mond kein Leben auf der Erde

Von Bruno Machinek

Seit unserer Schulzeit wissen wir, dass Ebbe und Flut der offenen Meere durch die Anziehungkraft des Mondes verursacht werden. Aber wer hätte gedacht, dass es ohne den Mond auf unserer Erde überhaupt kein Leben gäbe!

Diese Erkenntnis ist auch relativ neu und verdankt sich der Zusammenarbeit einer ganzen Reihe von Wissenschaften. Neben der Astronomie vor allem der Geologie, Ozeanographie und Mikrobiologie. Deren Einsichten haben zwei Forscher der NASA, der Astrobiologe Donald Brownlee und der Astrogeologe Peter D. Ward in einem Buch mit dem Titel „Rare Earth“  umfassend dargelegt.

Damit komplexes Leben auf einem Planeten entstehen kann, müssen mindestens 18 Faktoren präzise zusammenwirken, von denen keiner gegen Null tendieren darf. Die Rolle unseres Mondes ist dabei nur einer dieser Faktoren, der die Entstehung und Aufwärtsentwicklung von Leben ermöglicht hat, das, wie Genetiker uns neuerdings sagen, aus einer einzigen Urzelle und an einem einzigen Ort entstanden sein soll.

Da ist zum einen das schon länger bekannte Faktum, dass der Mond

seit Hunderten von Millionen Jahren durch seine Anziehungskraft den Winkel der Ausschläge der Erdachse im Verhältnis zur Sonne steuert und konstant hält – und dies in einem Bereich von exakt 23 Grad.

Das sorgt langfristig für gleichmäßige Oberflächentemperaturen auf unserem Planeten, sofern die Stärke der Sonneneinstrahlung ebenfalls konstant bleibt, was in der Erdgeschichte aus verschiedenen Gründen nicht immer der Fall war. Eine Abweichung der Erdachse auch nur um einen halben Grad von der Sonne weg, also 23 1/2 Grad, würde einen lebensfeindlichen Erdwinter verursachen; und ein halber Grad mehr zur Sonne hin geneigt eine für komplexeres Leben tödliche Hitze im Erdsommer. Jeder Physikstudent kann dies mathematisch genau

nachvollziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein erdähnlicher Planet irgendwo im Weltall einen so großen Mond (1/3 der Erde) in so geringer Entfernung (385 000 km) und über Jahrmillionen konstant aufweist, halten Astronomen für sehr gering.

Hinzu kommt eine ganz einzigartige Entstehungsgeschichte des Mondes, die wir erst seit den Apollo-Missionen der NASA in der 1970er Jahren genauer kennen. Bis dahin rivalisierten zwei Theorien miteinander: Entweder habe die Erde sich den Mond als Satalliten  gleichsam eingefangen. Für das Wie gab es keine Erklärung – oder aber der Mond sei lediglich eine „Ausstülpung“ der Erde, verursacht durch einen großen Meteoriteneinschlag.

Klarheit brachten erst die Gesteinsproben vom Mond und die Erforschung des Mondinnern, das trotz der Größe des Trabanten wider Erwarten keinen heißen oder gar flüssigen Kern aufweist. Dies zwang zu einem Umdenken, das zu einer sehr viel komplexeren Entstehungstheorie unseres Nachtgestirns führte.

Demzufolge kollidierte ein Himmelskörper von der Größe des Mars schon in der Mitte der Erdgeschichte mit unserem Planeten, ohne aber gleich unseren heutigen Mond hervorzubringen. Die durch den ungeheuren Aufprall herausgeschleuderten Erdtrümmer entwichen zu einem Teil ins Weltall. Der durch die Anziehungskraft zurückgehaltene Rest bildete zunächst einen Ring von Gesteinsbrocken rund um die Erde. Durch Kollisionen dieser Trümmer entstand im Verlauf von einigen zehntausend Jahren unser Gebilde Mond.

Das Phantastische dabei ist, dass der Aufschlag des riesigen Planeten genau an der richtigen Stelle erfolgen musste, um genügend „Erdsubstanz“ freizusetzen, ohne unsere Erde völlig zu zertrümmern – und überdies zum richtigen Zeitpunkt unserer Erdgeschichte – nämlich als die in der Entstehung begriffene Erde bereits einen heißen Metallkern, einen Ozean und eine Atmosphere aufwies.

Wäre der Aufschlag zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, dann hätte die größere Masse und Anziehungskraft der Erde verhindert, dass ausreichend Masse herausgeschleudert worden wäre, um einen Mond von der erforderlichen Größe (zur Stabilisierung der Erdachse) zu bilden. Ein Aufprall zu einem früheren Zeitpunkt der Erdgeschichte hätte wegen noch zu geringer Anziehungskraft sämtliche Einschlagstrümmer ins All entweichen lassen, ohne überhaupt einen Mond hervorzubringen, geschweige denn einen von der „richtigen“ Größe.

Überdies vermuten die Wissenschaftler, dass durch die enorme Wucht und Hitzebildung beim Aufprall des Kometgiganten ein Ozean von glühendem Magma sich über die Erdoberfläche ergoss und hiermit die Voraussetzungen geschaffen wurden für das Phänomen derPlattentektonik. Nach neueren Erkenntnissen ist sie ein ganz entscheidender Faktor für die Entstehung von Leben auf der Erde. Sie sorgte für die Bildung von Landmassen und Kontinenten und am Ende für die biotische Vielfalt auf unserer Erde: Geschätzte 3 bis 30 Millionen Arten.

Gasometer in Oberhausen

Als eine Art globaler Thermostat steuerte die Plattentektonik fortan durch die jeweils „richtige“ Bereitstellung von Silikatmengen den CO2-Gehalt der Erdatmosphäre und verhinderte somit die Entstehung eines gefährlichen Treibhauseffekts bzw. das Erstarren unseres Erdballs zu „ewigem Eis“. Und nicht weniger wichtig ist die Plattentektonik für die Bildung eines Magnetfeldes, das uns zusammen mit anderen Faktoren die tödlichen Strahlen der Sonne fernhält.

In Gang gesetzt wurden diese komplizierten Prozesse übrigens erst durch den Aufprall des Kometgiganten, wobei sich die flüssigen Metallkerne von Erde und Himmelskörper vereinigten und dadurch ein brodelnder Magmaüberschuss unterhalb der Erdkruste entstand. Dieser und die Plattenverschiebung unserer Erdkruste sind noch heute verantwortlich für die Vulkanausbrüche und Erdbeben an den Randbereichen der sich untereinander schiebenden Erdplatten.

Was in den betroffenen Gebieten schon viele Menschenleben gekostet hat, war erdgeschichtlich gesehen eine Voraussetzung für die Entstehung und den Erhalt einer lebensfreundlichen Umgebung.

Bedenkt man überdies, dass noch mehr als ein Dutzend weiterer

unverzichtbarer Faktoren passgenau hinzukommen mussten, um auch nur einfachste Lebensformen zu ermöglichen, dann ahnt man, warum die Autoren Peter Ward und Donald Brownlee ihre wissenschaftliche Veröffentlichung mit dem Titel „Rare Earth“ (Seltene Erde) versehen haben. Und dass sie davon ausgehen, dass unser Planet Erde nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit nur wenige Geschwister im gesamten Universum haben dürfte – und vermutlich sogar ein einsames Unikat ist.

Die Entstehungsgeschichte unserer am Ende so überreich belebten Erde erinnert stark an das sogenannte anthropiche Prinzip (griech. anthropos = Mensch), das immer mehr Kosmologen und neuerdings auch Quantenphysiker bereits in den Anfängen unseres Universums, dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren, zu erkennen glauben: präzise aufeinander abgestimmte Gesetzmäßigkeiten mit dem offenkundigen

Ziel, Leben zu ermöglichen und am Ende uns Menschen auf dem blauen Planeten Erde – ausgestattet mit der Fähigkeit, den großen Gedanken der Schöpfung noch einmal zu denken und zu bestaunen. 

Unser Autor Bruno Machinek ist Oberstudienrat und er veröffentlichte in diesem Jahr sein zweites populärwissenschaftliches Buch „Gott und die Welt der Quanten“ (14,90 €) im Gerhard-Hess-Verlag: http://www.gerhard-hess-verlag.de.

Das Buch kann dort sowie im Buchhandel bestellt werden – oder auch bei uns (portofrei): Tel. 0251-616768.


Nein zu Drohungen gewaltsamer Eltern-Kind-Trennungen in Coronazeiten

Von Christa Meves 

Berichte über die Situation der Kinder in unserer Republik sind derzeit hinsichtlich des Corona-Virus vielfältig, weil im föderalistisch geordneten Schulbereich die Länderhoheit das Sagen hat.

Unterschiedliche Festlegungen erschweren jeglichen Überblick aufgrund der verschiedenartigen Entschlüsse der jeweiligen Kultusministerien in den einzelnen Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern z. B. hat aufgrund eines Coronafalls in der Schule den Schulunterricht dort für zwei Wochen eingestellt und dann wieder aufgehoben.

Bei Eltern und Lehrern lösen solche Maßnahmen in Ländern, die mehr befallen sind, neue Unsicherheiten aus.

Mit einer geregelten Unterrichtslage, mit der Möglichkeit, die jeweiligen Klassenziele zu erreichen, kann das bald nichts mehr zu tun haben – nur in Sachsen ist alles anders. Das dortige Ministerium lehnt es hartnäckig ab, sich nach anderen Ländern auszurichten, weil man sich in Sachsen in keiner gefährlichen Lage befände.

Doch in den meisten anderen Ländern scheint das aufgrund der veröffentlichten Zahlen weniger günstig. Jeder Kultusminister beschließt zwar seufzend, was er für verantwortbar hält, doch Unterrichts- und Lerndefizite sind unter diesen Umständen leider nicht zu vermeiden.

Als Beispiel solcher Unsicherheiten auch in anderen Bereichen ist nun seit Anfang August eine Anweisung von einigen Gesundheitsämtern zum Verhalten von Eltern im Hinblick auf erkrankte Kinder im Alter von drei bis elf Jahren durch die Medien gelaufen und hat bis heute breite Empörung nicht nur in der Elternschaft, sondern bei vielen Bürgern ausgelöst:

Es wurde angeordnet, dass Eltern, wenn eines ihrer drei- bis elfjährigen Kinder an Corona erkrankt, dieses zu isolieren hätten, indem sie es allein in einem anderen Raum, getrennt von der Familie, unterzubringen hätten. Sollte diese Isolierung nicht erfolgen – so hätten die Gesundheitsämter angedroht – könnte das eine Heimunterbringung des Kindes zur Folge haben.

Aber hierzulande ist es doch üblich, dass Eltern beim Umgang mit ansteckend kranken Kindern sie zwar zu gesunden Geschwistern auf Abstand halten, um diese nicht anzustecken. Aber im Übrigen ist es für alle eine Selbstverständlichkeit, kranke Kinder ausdrücklich in der Nähe zu pflegen.

Wenn die  Berichte dieser Drohungen wirklich wahr sind, müssten wir als Fachleute in der Tat bekunden: Solche Maßnahmen gewaltsamer Trennungen, zumal bei fiebrig kranken Kindern, können – in besonderem Ausmaß für Kleinkinder – im höchsten Maße traumatisierend wirken, was sich dann oft lebenslänglich in die kleine Seele einprägen kann.
Gesundheitsminister Spahn ist dieses Ansinnen unterbreitet worden. Er reagierte aber ausweichend, ohne dass er abwehrend eingegriffen habe, so wird berichtet.

Der Beauftragte vom Gesundheitsamt Baden-Württemberg hat diese Anweisung nun aber in einem langen Rechtfertigungsbericht relativiert und geäußert, dass er und die Ämter missverstanden worden seien. Ein Schwenk, der zeigt, wie sehr es Sinn macht, im Interesse unserer Kinder gegen solche Anweisungen unverzüglich öffentlich zu widerstehen und danach gründlich mit seriöser Wissenschaft zu antworten.

Was also ist zu tun in unserer aller Verantwortung für unsere Kinder bei all den widersprechenden und verwirrenden Verlautbarungen?

Natürlich können wir es nicht hinnehmen, dass durch vorschnelle und die seelische Entwicklung von Kindern möglicherweise lebenslänglich beeinträchtigende, evtl. sogar erzwungene Anordnungen unseren Kindern Schäden zugefügt werden! 

Dagegen gilt es wachsam zu sein und zu protestieren, was in Baden-Württemberg auch bereits Erfolg gezeigt hat.

Aber auf lange Sicht muss das Basieren auf dem Ergebnis wissenschaftlich seriöser Forschungsergebnisse hinzukommen. In diesem Fall bestätigen sie es immer wieder neu: Kleinkinder brauchen zum Gedeihen die unmittelbare, direkte Nähe einer Person – vornehmlich der leiblichen Mutter!

Am wahrscheinlichsten wird der Mensch ein leistungs- und liebesfähiger Erwachsener, wenn er in einer Familie mit zusammenhaltenden Eltern und am besten auch mit Geschwistern aufwächst! Diese auf Erfahrung beruhenden Forschungsergebnisse dürfen wir uns nicht durch politischen Unverstand streitig machen lassen!

Doch der Weisheit letzter Schluss bleibt für uns derzeit bei aller Undurchdringlichkeit der Corona-Situation insgesamt ein flehentliches Fragen und Bitten zum Turm des Propheten Jesaja (21/11) hinauf:

„Wächter, wie lang ist noch die Nacht?“

Christa Meves ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm


Wissenschafts-Experte Antes übt Kritik an Virologen und fragwürdigen Studien

Die heutige Ausgabe der WELT am SONNTAG (WamS) vom 7. Juni veröffentlicht ein ausführliches Interview von Birgit Herden mit Professor Gerd Antes, einem führenden Experten für die Beurteilung wissenschaftlicher Studien. Der Mathematiker aus Freiburg war bis 2018 Leiter des Deutschen Chochrane-Zentrums und gehört zu den Gründern des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierter Medizin.

Die Sonntagszeitung aus Berlin erwähnt zunächst, daß die wissenschaftliche Fachzeitschrift „The Lancet“ kürzlich einen Artikel über die Medikamente Chloroquin und Hydroxycholoroquin „zurückziehen“ mußte, weil er sich als unzulänglich erwies.

Die Arbeit hatte – so schien es – nachgewiesen, daß es bei der Behandlung mit diesen Mitteln zu vorzeitigen Todesfällen komme. Daraufhin seien, so heißt es in der WamS weiter, weltweit Studien gestoppt worden, bei denen die Wirksamkeit dieser Malariamittel gegenüber Covid-19 untersucht werden sollte.

Prof. Antes erklärt zu dem Vorfall, er sei „fassungslos, dass so etwas passieren konnte….Es wirkt, als hätte man die Studie nur durchgewinkt.“

Daraufhin weist die WamS auf einen möglichen Hintergrund hin: „Der Fall ist politisch aufgeladen, weil Donald Trump Hydroxycholoroquin empfohlen und selbst zum Schutz vor Covid-19 eingenommen hat.“ 

Auf die Frage, ob das bei der ablehnenden Studie eine Rolle gespielt haben könne, antwortet Antes: „Gerade deswegen hätte man bei „The Lancet“ eigentlich die allergrößte Sorgfalt an den Tag legen müssen.“ – Weil dies aber nicht erfolgt sei, „wurde die Forschung zu Chloroquin verzögert, es geht also um Menschenleben.“

Die Interviewerin erwähnt nun die umstrittene Drosten-Studie. Der Mathematiker antwortet, diese sei zwar „international nicht von so großer Bedeutung“, aber beide Fälle seien „Symptome des gleichen Problems“. Es handle sich um die „Spitze eines Eisbergs, die jetzt zum Vorschein kommt“.

Allerdings sei der Schock „vielleicht auch heilsam“, weil nun das Feigenblatt Covid 19 „nicht mehr ausreicht, um schlechte Forschung zu verdecken“.

Danach kritisiert der Experte ausführlich die vieldiskutierte Drosten-Studie, die „allenfalls eine Vorstudie“ gewesen sei, sowohl in der Sache selbst wie in der Art ihrer vorschnellen und wissenschaftlich unzulänglichen Veröffentlichung.

Allgemein empfiehlt Prof. Antes, die Virologen sollten „weniger ihrem Ego folgen“ und er bemängelt: „Immer wieder werden von den Virologen irgendwelche Zahlen als Weisheiten verkündet“, auch wenn zum Schluß meist angemerkt werde, man wisse es nicht so genau. Ein Beispiel sei etwa das „völlige Chaos um den Nutzen von Masken“.

Auch über die Arbeit des Robert-Koch-Instituts äußert sich Antes teils skeptisch: „Ein besonders absurder Fall ist die höchst unsichere Reproduktionszahl R, die vom Robert-Koch-Institut dann oft noch mit der zweiten Stelle nach dem Komma angegeben wird. Dabei sind die Unsicherheiten und Schwankungen viel zu groß dafür.“

HIER einer unserer Berichte über die Drosten-Studie: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/30/streit-unter-virologen-prof-kekule-beharrt-auf-seiner-kritik-an-der-drosten-studie/

HIER einer unserer Artikel zum Robert-Koch-Institut: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/22/zum-zickzack-kurs-des-robert-koch-instituts/

 

 


Streit unter Virologen: Prof. Kekulé beharrt auf seiner Kritik an der Drosten-„Studie“

Der bekannte Virologe Prof. Alexander Kekulé äußert sich nach wie vor kritisch über eine Veröffentlichung seines seit Monaten in Medien präsenten Berufskollegen Prof. Christian Drosten aus Berlin.

Dieser hatte behauptet, vom Coronavirus infizierte Kinder seien wahrscheinlich genauso ansteckend sind wie Erwachsene und er hat sich hierbei auf (s)eine Studie berufen.

Prof. Kekulé erklärt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Wir wissen durch die Studie weder mehr noch weniger.“   (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/virologe-kekule-zu-drosten-studie-auf-der-auswertungsseite.694.de.html?dram:article_id=477623)

Hierzu läuft seit Tagen eine öffentliche Kontroverse unter Virologen, die an Schärfe zunimmt.

Prof. Alexander Kekulé leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums in Halle.

Er schrieb im „Tagesspiegel“, Drosten hätte seine Veröffentlichung zu der in Wirklichkeit unzureichenden Untersuchung zurückziehen müssen.

Drosten wirft ihm nun vor, er betreibe Stimmungsmache, seine Darstellung sei tendenziös.

Kekulé erklärt im DLF-Interview, genau genommen handle es sich nicht einmal um eine wissenschaftliche „Vorstudie“, sondern lediglich um ein „Preprint“, also einen Vorabdruck. Den Inhalt könne man keineswegs „eins zu eins übernehmen“.

Er habe aber zunächst gezögert, „einen Virologenstreit anzetteln“: „Sie wissen, wie Herr Drosten vorher mit Herrn Streeck umgegangen ist.“

Die Kernaussage des Drosten-Preprints lautete, Kinder seien wahrscheinlich genauso Corona-infektiös wie Erwachsene. Laut Kekulé trifft diese These nicht zu.


Vorgrimlers Irrtümer über die „Letzten Dinge“

Rezension von Felizitas Küble

Buch-Daten: Herbert Vorgrimler. Und das ewige Leben. Amen. Christliche Hoffnung über den Tod hinaus. Aschendorff-Verlag, Münster 2007, 96 Seiten, ISBN-10: 3-402-00228-0  –  Preis 9,80 €

Bei der Lektüre dieses in jeder Hinsicht schmalen Buches entsteht recht bald der schale Eindruck: Prof. em. Herbert Vorgrimler, Dogmatiker und ehem. Dekan der Theologischen Fakultät Münster, ist seiner bisherigen Linie treu geblieben  –  und diese besteht vor allem darin, Theologie jenseits des kirchlichen Lehramts zu betreiben.

Das gilt auch für dieses Buch über das Jenseits bzw. den Ewigkeitsglauben im Christentum.

Anstelle der in theologischen Werken weithin üblichen Fußnoten finden sich auf der letzten  Seite „Quellenachweise“ in Form einer Bücherauflistung, wobei die Auswahl der Quellen bereits aufschlußreich ist:

Unter den insgesamt elf erwähnten Büchern wurden drei von Jürgen Moltmann verfaßt, einem linksorientierten evangelischen Theologen; zudem je ein Buch von Bert Brecht, Karl Rahner sowie eines von Vorgrimler selbst. Hinzu kommen die Autoren Seneca, Georg C. Lichtenberg, P. Deselaers und Hans U. von Balthasar.

Sollte jemand dieses Buch des Münsteraner Theologen von hinten nach vorne lesen, so wirft bereits diese Bücherliste ein gewisses Schlaglicht auf die kommende Lektüre, die der aufsteigenden Skepsis voll gerecht wird und so manchen Leser vielleicht an jenen Spruch erinnert, der in kirchentreuen Kreisen seit längerem gang und gäbe ist: „In Tübingen kann man das kleine Häreticum absolvieren  –  und in Münster das große!“  

Daß der „Volksmund“ mit diesem sarkastischen Ausspruch durchaus richtig liegt, zeigte sich spätestens bei jenem modernistischen „Theologen-Memorandum“ vom Februar 2011, das bekanntlich von der Theologischen Fakultät Münster ausging, die wiederum jahrzehntelang besonders von Herbert Vorgrimler geprägt wurde.

Der Autor beginnt sein Buch mit einem knappen Vorwort, in dem solch „verheißungsvolle“ Worte zu lesen sind wie etwa folgende: „Aber das theologische Suchen und Nachdenken ist ja auch in letzter Zeit nicht stehengeblieben, und so sind einige Antworten möglich, die religiös-theologisch früher nicht so in den Blick kamen.“  –  Mit solch wolkiger Sprachregelung kann man „Theologie jenseits des Lehramts“ freilich auch definieren.

Was Vorgrimler auf Seite 7 zum Thema Sterben und Sterbehilfe zu sagen weiß, ist zumindest mißverständlich und gerade wegen seines mehrdeutigen Stils durchaus irreführend: Es ist dort von Menschen die Rede, die eine „Verlängerung dieses elenden Lebens gar nicht wollen“:  „Sie haben eine Verfügung getroffen, daß man bei ihnen auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, denn: Eine Pflicht zu leben gibt es nicht.“

Es stellt sich hier die Frage, ob es lediglich um den Verzicht auf „lebensverlängernde“ Maßnahmen geht  – oder um den Verzicht auf lebenserhaltende (!) Maßnahmen, mag es sich auch um die Spätphase des Lebens handeln. Die Vorgrimler-Formel „Eine Pflicht zu leben gibt es nicht“ weist jedenfalls in eine problematische Richtung, denn immerhin ließe sich damit auch Selbstmord oder Euthanasie „begründen“.

Es gibt für Christen sehr wohl die sittliche Pflicht, dem Willen Gottes auch hinsichtlich Sterben und Tod nicht vorzugreifen.

Sodann erklärt Vorgrimler durch Zitate diverser Atheisten (darunter Bert Brecht), daß Unglaube keineswegs zur Angst vor dem Tod führt, sondern durchaus Gelassenheit ermöglicht: „Ein nachdenklicher, aufgeklärter Mensch fürchtet sich nicht davor, eines Tages nicht mehr da zu sein“,  berichtet  der Autor seiner Leserschaft auf Seite 9. 

Doch das Erstaunen läßt sich noch steigern, wenn auf der nachfolgenden Seite sogar ein „Argument“ für den Unglauben geliefert wird: „Wer sich schmerzlich sagt, es gebe nach dem letzten Abschied kein Wiedersehen mehr, der wird die Tage und Wochen des Zusammenseins anders schätzen und gestalten als in der weit verbreiteten Gedankenlosigkeit.“

Nach diesem für einen „Theologen“ eher ungewöhnlichen „Einstieg“ befaßt sich der Verfasser im 2. Kapitel „Warum denn der Tod?“ mit dem Sündenfall. Doch dieser hat  – entgegen biblischer Lehre und kirchlichem Dogma  – offenbar nicht stattgefunden, glaubt man den häretischen Ausführungen Vorgrimlers auf Seite 15:

„Müssen also wir alle sterben, weil der erste Mensch „Adam“ gesündigt hat? Es gab viele Generationen von Christen, die sich bei einem solchen Gedanken nichts dachten, die sich vielmehr, vielleicht manchmal etwas resigniert und traurig, dem vermeintlichen Willen Gottes unterordneten. Heute denken nachdenkliche Christen nicht mehr so. Es gibt Hinweise der Naturwissenschaften, daß bereits Jahrmillionen vor dem Auftreten der ersten Menschen der Tod alles Lebendigen in der Schöpfung vorgesehen war. Weiter wird von der Wissenschaft geltend gemacht, daß ein einzelnes Menschenpaar unter den extrem harten Bedingungen der Urzeit keine Chance zum Überleben gehabt hätte.“

Was von „der“ Wissenschaft  angeblich „geltend“ gemacht wird, ist für den Theologen und Nicht-Naturwissenschaftler Vorgrimler offenbar vorrangiger als die biblisch bezeugte Gottesoffenbarung im Buch Genesis sowie das kirchliche Dogma, das an der Existenz des ersten Menschenpaares und am Sündenfall unbeirrbar festhält.

Um nun Sündenfall und Erbsünde zu „widerlegen“, auch hinsichtlich des Todes als einer Strafe für die Sünde Adams, verweist Vorgrimler auf ein alttestamentliches Wort, will also offenbar biblische Texte gegeneinander ausspielen.

Zur Auffassung vom Tod „als Strafe für die Sünde“ halte  – so Vorgrimler auf S. 17   – „die Bibel noch eine andere Auffassung bereit“, nämlich folgende aus dem Buch der Weisheit (1,13 f): „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.“ –  Freilich heißt es einige Verse später: „Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ (Weish 2,24)

Wegen seines Neides auf den Menschen im paradiesischen Zustand griff der satanische Erzfeind zu List und Tücke, was zum Sündenfall führte  – und damit auch zum Tod. Insofern ist der Tod letztlich vom Teufel verursacht, vom Menschen verschuldet  –  und von Gott als Konsequenz und Strafe verhängt, wie das Apostelwort klarstellt: „Denn der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem HERRN“ (Röm 6,23).

Im 4. Kapitel „Unsterbliche Seele?“ führt das Fragezeichen in Vorgrimlers Titel bereits zur Antwort, denn eben diese Unsterblichkeit wird infragegestellt. Angeblich finden sich laut Vorgrimler (S. 26/27)  im Alten und Neuen Testament lediglich „Spuren“ dieses kirchlichen Dogmas, das seinen inhaltlichen Ursprung vielmehr der griechischen Philosophie verdanke, womit Vorgrimler auch insoweit die übliche modernistische Mainstream-Theologie wiederkäut, die aus einem unbestrittenen Sachverhalt durchaus unzutreffende Schlußfolgerungen zieht:

Die Tatsache nämlich, daß manche Aussagen der Heiligen Schrift auch in der außerbiblischen theistischen Philosophie zu finden sind, berechtigt keineswegs zur Infragestellung dieser Grundwahrheiten. Vielmehr hat es dem Ewigen gefallen, einige Samenkörner der göttlichen Offenbarung ins menschliche Herz zu pflanzen, so daß diese bei hoher geistiger Aufgeschlossenheit auch von „Heiden“ wahrgenommen werden können.

Dazu gehört etwa auch die Erkenntnis von der Existenz Gottes aufgrund seines Schöpfungswerkes, die dem Menschen allein schon aufgrund seiner natürlichen Vernunft möglich ist (vgl. Röm 1,20).

Nicht ohne listigen Unterton füllt Herbert Vorgrimler auf S. 30 die volkstümliche Ausdrucksweise von den „Armen Seelen“ mit anderem Inhalt, indem er ironisch festhält, wenn die angebliche menschliche Seele „für sich allein weiterexistieren könne“, sei sie doch wohl ein „Krüppelwesen“  – und mithin eben „in der Tat eine „Arme Seele““.

Angesichts dieser Ausführungen erstaunt es wenig, daß der Autor mehrfach die Existenz einer ewigen Hölle leugnet, sind wir doch angeblich alle zum Himmel „vorherbestimmt“, wie Vorgrimler auf S. 40 erklärt:

„Aber alle Tode und alle Toten haben ihr Ziel: Gott erwartet sie, er nimmt sie zu sich… Bei einem Tod, den die Angehörigen als viel zu früh ansehen, könnte es ihnen ein Trost sein, wenn sie bedenken, das der Vorausgegangene jetzt an dem Ziel angekommen, vom Ziel aufgenommen ist, das ihm schon vor seiner Empfängnis und Geburt vorherbestimmt gewesen war.“  

Fünf Seiten weiter klärt der Münsteraner Dogmatiker uns darüber auf, daß Jesu Gleichnis „vom  verlorenen Sohn“ falsch formuliert sei: „Als ob Gott jemals ein Kind verlorengehen könnte.“

Auf S. 56 befaßt sich der Autor mit den Endzeit-Erwartungen in den ersten Christengemeinden, ohne zu erwähnen, daß der Völkerapostel Paulus damals für einen nüchternen Blick sorgte. Doch zunächst Vorgrimlers O-Ton zum Thema Wiederkunft Christi: „Die ersten Generationen der Christen nach dem Weggang Jesu mußten sich mit dem Problem abplagen, daß diese Erwartungen so nicht eintrafen.“

Paulus hatte diese „Erwartungen“ freilich in 2 Thess 2,1-8 bereits klar eingegrenzt:

„Brüder wir schreiben euch über die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus! … Laßt euch nicht irreführen und aus der Fassung bringen, wenn in einem prophetischen Wort… oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da… Denn zuerst muß der Abfall kommen und der Widersacher, der Mensch der Gesetzlosigkeit, offenbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten…“

Aus Vorgrimlers Sicht sollte Christi  „Kommen in Herrlichkeit“ ohnehin im „Licht unseres 21. Jahrhunderts“ ganz neu verstanden werden, nämlich individuell, wie er auf S. 57 erläutert: „Er kommt wieder, in dem wir alle, einer nach dem anderen, bei ihm ankommen, wo wir ihn in seiner unverhüllten Herrlichkeit sehen werden.“ – Damit wird das Bekenntnis aus dem Credo („Er wird wiederkommen in Herrlichkeit“) umgedeutet und zugleich mit der alt-neuen Allversöhnungs(irr)lehre verschmolzen.

Freilich kommt auch ein Theologe namens Vorgrimler an den eindeutigen Aussagen Christi über die Existenz der Hölle nicht ganz hinweg. Doch er (miß)deutet diese Verkündigung als eine Art „schwarze Pädagogik“, als Drohbotschaft im Dienst einer Mahnrede, wie er auf S. 73 mit einem unterschwelligen Vorwurf gegen Christus erläutert:

„Die ernsthaften, dringlichen Mahnungen wurden von Jesus selber mit geläufigen Höllenrequisiten illustriert…Jesus hat zweifellos solche sprichwörtlichen Redewendungen illustrierend drohend eingesetzt. Evangelisten wie Matthäus haben sie wohl an weiteren Stellen verschärft. Man kann Jesus von den Drohworten nicht einfach freisprechen.“

Im 10. Kapitel „Verdammt in alle Ewigkeit?“ befaßt sich Vorgrimler auf S. 80 sodann mit dem kirchlichen Dogma „Außerhalb der Kirche kein Heil“, das er einseitig darstellt, denn er verschweigt, daß das kirchliche Lehramt  –  in Abwehr des jansenistischen Rigorismus  – schon vor Jahrhunderten erklärte, daß göttliches Gnadenwirken auch außerhalb der wahren Kirche möglich ist: Es existiert demnach von der Erlösungsordnung her außerhalb der Kirche kein Heil, aber subjektiv kann auch außerhalb der Kirche die göttliche Gnade wirken.

Das authentische Lehramt unterscheidet nämlich seit jeher zwischen der objektiven Ebene einerseits, wonach die katholische Kirche der einzige ordentliche Heilsweg ist, die von Christus selbst gestiftete „Arche des Heils“   –  und der subjektiven Ebene andererseits, wonach persönliches Heil im Einzelfall auch außerhalb der Kirche denkbar ist, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Vorgrimler irrt daher, wenn er behauptet, erst das 2. Vatikanische Konzil habe eine Heilsmöglichkeit für außerhalb der Kirche lebende Menschen verkündet. In Wirklichkeit wurde dies etwa auch im „Katechismus der katholischen Lehre“  –  herausgegeben vom heiligen Papstes Pius X.  –  klar vertreten:

Im Kapitel 6 „Die katholische Kirche“ lautet dort die letzte Fragestellung: „Kann derjenige gerettet werden, der außerhalb der katholischen Kirche ist?“  – Hierauf erfolgt die Antwort:

„Wer aus eigener Schuld und ohne vollkommene Reue außerhalb der Kirche stirbt, findet keine Rettung. Wer sich ohne eigene Schuld außerhalb der Kirche befindet und gut lebt, kann durch die Liebe,  mit der er mit Gott und im Geiste auch mit der Seele der Kirche vereint ist, gerettet werden.“

Die Erstveröffentlichung dieser Besprechung erfolgte in der Zeitschrift „Theologisches“


Israel: Fand die Medizinerin Dikstein ein Arzneimittel gegen die Huntington-Krankheit?

Als Frau Prof. Rivka Dikstein (siehe Foto) vom Weizmann Institute of Science (Weizmann-Institut für Wissenschaft) ein Gen zur Regulation von Entzündungen untersuchte, hatte sie keine Ahnung, dass sie einen vielversprechenden Weg zur Entwicklung eines Arzneimittels gegen die Huntington-Krankheit finden würde.

Diksteins Team in der Abteilung für Biomolekulare Wissenschaften konzentrierte sich auf ein Gen namens SPT5, das die Transkription oder das Kopieren von DNA zur Herstellung von Proteinen reguliert.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass SPT5 eine Schlüsselrolle bei Entzündungen spielt: Im Gegensatz zu anderen entzündlichen Genen, die Stunden oder sogar Tage benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten, löst dieses Gen innerhalb von Minuten eine schnelle Entzündungsreaktion aus.

Ungefähr zum Zeitpunkt dieser Untersuchungen beim Weizmann-Institut entdeckten Wissenschaftler an anderer Stelle eine weitere Funktion von SPT5: die Rolle, die es bei der Huntington-Krankheit spielt, einer verheerenden Erbkrankheit, die durch eine übermäßige Wiederholung eines DNA-Segments im Gen namens „Huntingtin“ verursacht wird.

Das mutierte Huntingtin-Gen führt zur Herstellung eines abnormalen Proteins, das das Gehirn allmählich schädigt und zu einem fortschreitenden neurologischen Rückgang und letztendlich zum Tod führt.

Es wurde festgestellt, dass SPT5 an ein Partnerprotein bindet, was wiederum die Expression der mutierten Form des Huntingtin-Gens fördert.

Dr. Dikstein hatte die Idee, dass die Verabreichung von Arzneimitteln, die die Aktivität von SPT5 blockieren, die Expression des mutierten Gens verhindern könnte – möglicherweise ein bisher unerforschter Ansatz zur Behandlung von Huntington.

Quelle (Text/Foto) und Fortsetzung der Meldung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Neue-Molekuele-zielen-auf-mutierte-Krankheitsgene-ab.aspx#p

 


Vom sowjetischen Gulag nach Israel: Natan Sharansky erhält den „Genesis-Preis“ 2019

​Natan Sharansky erhält den diesjährigen Genesis-Preis. Das wurde am Dienstag (10.12.) bekanntgegeben.

Die auch „jüdischer Nobelpreis“ genannte Ehrung wird seit 2014 jährlich an Menschen vergeben, die durch Leistungen in den Bereichen Wissenschaft und Kunst internationale Anerkennung erreicht haben, dadurch andere Menschen inspirieren und sich für das jüdische Volk bzw. den Staat Israel engagieren.

Natan Sharansky kam 1986 aus der damaligen Sowjetunion nach Israel, nachdem er neun Jahre lang als sog. „Refusenik“ in kommunistischen KZ-Gulags inhaftiert war.

In Israel wurde er Politiker, war viele Jahre Abgeordneter der Knesset (Parlament) und später neun Jahre Leiter der Jewish Agency bis 2018.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


„Das Herz spricht zum Herzen“: John Henry Newman und sein Kardinalswappenspruch

„Ist Newman nicht ein Augustinus der Neuzeit?“

Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, erklärte beim außerordentlichen Akademischen Akt zu Ehren des seligen John Henry Newman am 11. Oktober zwei Tage vor dessen Heiligsprechung am heutigen Sonntag (13.10):

„John Henry Newman, wählte, als er 1879 –  ein Jahr vor seinem Tod  –  von Papst Leo XIII. in den Kardinalsstand erhoben wurde, als Motto für sein Kardinalswappen das Wort ‚Cor ad cor loquitur‘ (das Herz spricht zum Herzen), das an den heiligen Kirchenvater Augustinus erinnert und seinen Weg der intellektuellen und spirituellen Suche zusammenfasst.“

Kardinal Filoni sagte weiter:

„Nachdem Newman die theologischen Studien an der Universität der Kongregation „Propaganda Fide“ abgeschlossen hatte und am 30. Mai 1847 zum Priester geweiht worden war, kehrte er nach England zurück, wo er 1848 in Birmingham das nach dem hl. Filipp Neri benannte englische Oratorium gründete.

Damit schlug er ein neues Kapitel der Bildungsarbeit und der pastoralen Tätigkeit auf. Auf Einladung von Erzbischof Cullen gründete er die erste katholische Universität in Irland und war von 1851 bis 1856 deren erster Rektor.“

In den folgenden Jahren sei Newman erstmals auf das Unverständnis mancher katholischer Amtsträger im Hinblick seiner Vorstellungen vom „consensus fidelium“ (Glaubens-Übereinstimmung) als integralem Bestandteil der kirchlichen Unfehlbarkeit in Glaubensfragen gestoßen. Später –  nach dem Ersten Vatikanischen Konzil – habe er eine gewisse Feindseligkeit der anglikanischen Kirche gegen ihn erlebt.

Der Kardinal erinnerte auch an „die tiefgreifenden Zeichen“ der „gegenseitigen Erleuchtung“: die wichtige Rolle der Laien in allen Ausdrucksformen des Lebens und in der Sendung der Kirche; die ökumenische Spannung als ständige Herausforderung der Christen; der Primat des persönlichen Gewissens und die fruchtbare Beziehung zwischen Glaube und Vernunft und damit zwischen der Offenbarung und der modernen Wissenschaft.

„Ist dies nicht ein Augustinus der Neuzeit?“, fragte Kardinal Filoni die Anwesenden.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst

Artikel über Newmann und Maria: https://charismatismus.wordpress.com/2019/10/12/kardinal-newmann-und-die-marienverehrung/


Unser bioethischer Buch-Tip: „GENTOPIA – das gelobte Land“ von Dr. Edith Breburda

Die GENTOPIA-Neuerscheinung der Medizinerin und Bioethikerin Dr. Edith Breburda (siehe 2. Foto) ist eine aufschlussreiche und informative Lektüre, die den Leser aufrütteln will.

Die Autorin hebt in verständlicher und sachkundiger Weise die beunruhigenden Ergebnisse und „unbeabsichtigten“ Folgen einer wissenschaftlichen Elite hervor, die sich verbissen auf ihre eigenen Interessen konzentriert, ohne dabei zukünftige Konsequenzen zu berücksichtigen.

Wer sind diese Forscher mit ihrer „schönen neuen Welt“? Was versprechen sie uns und wie analysieren sie ihre „Entdeckungen“?

Vor allem aber: Was antworten wir denen, die ihre Arbeit blind unterstützen?

Wie sind wir überhaupt dazu gekommen, unseren Planeten derart zu entstellen, dass viele Kritiker vor den schwerwiegenden Wirkungen genetischer Manipulationen warnen? 

Oder beginnen wir bald damit, einen GMO-Menschen zu züchten, dessen Nachkommen im Labor in einer künstlichen Gebärmutter ausgetragen werden? 

Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, eine verantwortungsbewusste Forschung zu betreiben, die mehr auf Umweltgesundheit als auf Profit Wert legt, bevor wir mit unserem „Machbarkeitswahn“ hochtrabende Pläne hegen?

Selbst wenn der Mensch in der Lage wäre, sich selber zu „erschaffen“, muss er dennoch früher oder später einsehen, dass er bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Desaster heraufbeschworen hat. 

Die Bioethik kann schon lange nicht mehr mit unserer Biotechnologie mithalten – und so ist uns eine kontrollierende Instanz abhanden gekommen. Ja, selbst einen allwissenden Schöpfer, der die Fäden in der Hand hält, haben wir früh genug mental „ausgeschaltet“. 

Zumindest leiten wir damit das Ende der einzigartigen Sonderstellung des Menschen bzw. der humanen Exklusivität ein. 

Das Anliegen dieses fundierten und faktenstarken Buches ist es, Laien einen Überblick über die derzeit am meisten diskutierten gentechnologischen „Errungenschaften“ zu vermitteln. 

In einer lockeren Art und doch mit dem nötigen Fachwissen greift die Autorin auch in ihrem vierten bioethischen Buch umstrittene Themen auf, die sie uns lebendig und anschaulich nahe bringt.

Die Verfasserin verwandelt ein eher trocken wirkendes Thema in ein spannendes Lese-Ereignis, das einen klaren Einblick in viele wissenschaftliche und bioethische Kontroversen aufzeigt.

Dieses E-Buch am Sa/So kostenlos lesen:

Ihr Buch GENTOPIA gibt es auch als E-Book – und es kann vom Samstag, den 31. August bis Sonntag, den 1. September 2019 zwei Tage lang k o s t e n l o s  heruntergeladen werden – siehe hier:
https://www.amazon.com/Gentopia-gelobte-Land-Biotechnologie-German-ebook/dp/B07WF1BRZ8/ref=sr_1_1?keywords=Gentopia%2C+das+gelobte+Land&qid=1566935101&s=digital-text&sr=1-1
Falls noch ewas unklar ist, Näheres dazu hier: https://scivias-publisher.blogspot.com/
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GENTOPIA kann auch bei uns bestellt werden – mit portofreier Lieferung: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@web.de
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Buch-Daten:

Gentopia, das gelobte Land, Paperback-Buch: 345 Seiten, 19,26 EUR, Verlag: Scivias; erschienen am 16. August 2019


Psychiater Korte kritisiert Gender-Ideologie

Der Diskurs um das Thema Gender ist „durchideologisiert“. Davon ist der Leitende Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München, Dr. med. Alexander Korte, überzeugt. In einem Interview der katholischen Wochenzeitung „Tagespost“ vom 22. August 2019 beklagt er, die Ideologisierung des Themas schade den Betroffenen.

Wir erleben „seit geraumer Zeit einen regelrechten medialen Hype um das  Thema – speziell zum Thema Minderjährige mit Genderdysphorie respektive transsexuellem Wunsch und ‚Umwandlungsbegehren‘, so der Fachpsychologe.

Vor allem über die Medien und die Politik werde diese Ideologie vermittelt, wovon hauptsächlich junge Menschen sich beeinflussen lassen. Dabei spiele die Indoktrination durch eine „politisch inzwischen sehr einflussreiche Transgender-Aktivisten-Szene und Trans-Lobbyisten, die ihre Interessen lautstark vertreten“, eine wichtige Rolle.

Die „vorwiegend ideologisch geführte Diskussion“ mache eine „sachliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema zunehmend unmöglich: Ideologie bedeutet den Tod der Wissenschaft  – ähnlich wie Populismus den Tod der Demokratie bedeute“.

Das könne nicht im Sinne der Betroffenen sein, „die Hilfe bei Medizinern und Psychologen suchen und auf deren Unterstützung angewiesen sind“.

Quelle und vollständiger Text von Dr. Gero Weishaupt hier: https://www.kathnews.de/das-thema-gender-ist-durch-und-durch-ideologisiert

Gemälde: Evita Gründler