Vom sowjetischen Gulag nach Israel: Natan Sharansky erhält den „Genesis-Preis“ 2019

​Natan Sharansky erhält den diesjährigen Genesis-Preis. Das wurde am Dienstag (10.12.) bekanntgegeben.

Die auch „jüdischer Nobelpreis“ genannte Ehrung wird seit 2014 jährlich an Menschen vergeben, die durch Leistungen in den Bereichen Wissenschaft und Kunst internationale Anerkennung erreicht haben, dadurch andere Menschen inspirieren und sich für das jüdische Volk bzw. den Staat Israel engagieren.

Natan Sharansky kam 1986 aus der damaligen Sowjetunion nach Israel, nachdem er neun Jahre lang als sog. „Refusenik“ in kommunistischen KZ-Gulags inhaftiert war.

In Israel wurde er Politiker, war viele Jahre Abgeordneter der Knesset (Parlament) und später neun Jahre Leiter der Jewish Agency bis 2018.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


„Das Herz spricht zum Herzen“: John Henry Newman und sein Kardinalswappenspruch

„Ist Newman nicht ein Augustinus der Neuzeit?“

Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, erklärte beim außerordentlichen Akademischen Akt zu Ehren des seligen John Henry Newman am 11. Oktober zwei Tage vor dessen Heiligsprechung am heutigen Sonntag (13.10):

„John Henry Newman, wählte, als er 1879 –  ein Jahr vor seinem Tod  –  von Papst Leo XIII. in den Kardinalsstand erhoben wurde, als Motto für sein Kardinalswappen das Wort ‚Cor ad cor loquitur‘ (das Herz spricht zum Herzen), das an den heiligen Kirchenvater Augustinus erinnert und seinen Weg der intellektuellen und spirituellen Suche zusammenfasst.“

Kardinal Filoni sagte weiter:

„Nachdem Newman die theologischen Studien an der Universität der Kongregation „Propaganda Fide“ abgeschlossen hatte und am 30. Mai 1847 zum Priester geweiht worden war, kehrte er nach England zurück, wo er 1848 in Birmingham das nach dem hl. Filipp Neri benannte englische Oratorium gründete.

Damit schlug er ein neues Kapitel der Bildungsarbeit und der pastoralen Tätigkeit auf. Auf Einladung von Erzbischof Cullen gründete er die erste katholische Universität in Irland und war von 1851 bis 1856 deren erster Rektor.“

In den folgenden Jahren sei Newman erstmals auf das Unverständnis mancher katholischer Amtsträger im Hinblick seiner Vorstellungen vom „consensus fidelium“ (Glaubens-Übereinstimmung) als integralem Bestandteil der kirchlichen Unfehlbarkeit in Glaubensfragen gestoßen. Später –  nach dem Ersten Vatikanischen Konzil – habe er eine gewisse Feindseligkeit der anglikanischen Kirche gegen ihn erlebt.

Der Kardinal erinnerte auch an „die tiefgreifenden Zeichen“ der „gegenseitigen Erleuchtung“: die wichtige Rolle der Laien in allen Ausdrucksformen des Lebens und in der Sendung der Kirche; die ökumenische Spannung als ständige Herausforderung der Christen; der Primat des persönlichen Gewissens und die fruchtbare Beziehung zwischen Glaube und Vernunft und damit zwischen der Offenbarung und der modernen Wissenschaft.

„Ist dies nicht ein Augustinus der Neuzeit?“, fragte Kardinal Filoni die Anwesenden.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst

Artikel über Newmann und Maria: https://charismatismus.wordpress.com/2019/10/12/kardinal-newmann-und-die-marienverehrung/


Unser bioethischer Buch-Tip: „GENTOPIA – das gelobte Land“ von Dr. Edith Breburda

Die GENTOPIA-Neuerscheinung der Medizinerin und Bioethikerin Dr. Edith Breburda (siehe 2. Foto) ist eine aufschlussreiche und informative Lektüre, die den Leser aufrütteln will.

Die Autorin hebt in verständlicher und sachkundiger Weise die beunruhigenden Ergebnisse und „unbeabsichtigten“ Folgen einer wissenschaftlichen Elite hervor, die sich verbissen auf ihre eigenen Interessen konzentriert, ohne dabei zukünftige Konsequenzen zu berücksichtigen.

Wer sind diese Forscher mit ihrer „schönen neuen Welt“? Was versprechen sie uns und wie analysieren sie ihre „Entdeckungen“?

Vor allem aber: Was antworten wir denen, die ihre Arbeit blind unterstützen?

Wie sind wir überhaupt dazu gekommen, unseren Planeten derart zu entstellen, dass viele Kritiker vor den schwerwiegenden Wirkungen genetischer Manipulationen warnen? 

Oder beginnen wir bald damit, einen GMO-Menschen zu züchten, dessen Nachkommen im Labor in einer künstlichen Gebärmutter ausgetragen werden? 

Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, eine verantwortungsbewusste Forschung zu betreiben, die mehr auf Umweltgesundheit als auf Profit Wert legt, bevor wir mit unserem „Machbarkeitswahn“ hochtrabende Pläne hegen?

Selbst wenn der Mensch in der Lage wäre, sich selber zu „erschaffen“, muss er dennoch früher oder später einsehen, dass er bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Desaster heraufbeschworen hat. 

Die Bioethik kann schon lange nicht mehr mit unserer Biotechnologie mithalten – und so ist uns eine kontrollierende Instanz abhanden gekommen. Ja, selbst einen allwissenden Schöpfer, der die Fäden in der Hand hält, haben wir früh genug mental „ausgeschaltet“. 

Zumindest leiten wir damit das Ende der einzigartigen Sonderstellung des Menschen bzw. der humanen Exklusivität ein. 

Das Anliegen dieses fundierten und faktenstarken Buches ist es, Laien einen Überblick über die derzeit am meisten diskutierten gentechnologischen „Errungenschaften“ zu vermitteln. 

In einer lockeren Art und doch mit dem nötigen Fachwissen greift die Autorin auch in ihrem vierten bioethischen Buch umstrittene Themen auf, die sie uns lebendig und anschaulich nahe bringt.

Die Verfasserin verwandelt ein eher trocken wirkendes Thema in ein spannendes Lese-Ereignis, das einen klaren Einblick in viele wissenschaftliche und bioethische Kontroversen aufzeigt.

Dieses E-Buch am Sa/So kostenlos lesen:

Ihr Buch GENTOPIA gibt es auch als E-Book – und es kann vom Samstag, den 31. August bis Sonntag, den 1. September 2019 zwei Tage lang k o s t e n l o s  heruntergeladen werden – siehe hier:
https://www.amazon.com/Gentopia-gelobte-Land-Biotechnologie-German-ebook/dp/B07WF1BRZ8/ref=sr_1_1?keywords=Gentopia%2C+das+gelobte+Land&qid=1566935101&s=digital-text&sr=1-1
Falls noch ewas unklar ist, Näheres dazu hier: https://scivias-publisher.blogspot.com/
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GENTOPIA kann auch bei uns bestellt werden – mit portofreier Lieferung: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@web.de
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Buch-Daten:

Gentopia, das gelobte Land, Paperback-Buch: 345 Seiten, 19,26 EUR, Verlag: Scivias; erschienen am 16. August 2019


Psychiater Korte kritisiert Gender-Ideologie

Der Diskurs um das Thema Gender ist „durchideologisiert“. Davon ist der Leitende Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München, Dr. med. Alexander Korte, überzeugt. In einem Interview der katholischen Wochenzeitung „Tagespost“ vom 22. August 2019 beklagt er, die Ideologisierung des Themas schade den Betroffenen.

Wir erleben „seit geraumer Zeit einen regelrechten medialen Hype um das  Thema – speziell zum Thema Minderjährige mit Genderdysphorie respektive transsexuellem Wunsch und ‚Umwandlungsbegehren‘, so der Fachpsychologe.

Vor allem über die Medien und die Politik werde diese Ideologie vermittelt, wovon hauptsächlich junge Menschen sich beeinflussen lassen. Dabei spiele die Indoktrination durch eine „politisch inzwischen sehr einflussreiche Transgender-Aktivisten-Szene und Trans-Lobbyisten, die ihre Interessen lautstark vertreten“, eine wichtige Rolle.

Die „vorwiegend ideologisch geführte Diskussion“ mache eine „sachliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema zunehmend unmöglich: Ideologie bedeutet den Tod der Wissenschaft  – ähnlich wie Populismus den Tod der Demokratie bedeute“.

Das könne nicht im Sinne der Betroffenen sein, „die Hilfe bei Medizinern und Psychologen suchen und auf deren Unterstützung angewiesen sind“.

Quelle und vollständiger Text von Dr. Gero Weishaupt hier: https://www.kathnews.de/das-thema-gender-ist-durch-und-durch-ideologisiert

Gemälde: Evita Gründler


eROSITA: Die Suche nach der Dunklen Energie

Kosmischer Kraftstoff beschleunigt die Ausdehnung des Alls

Am 21. Juni 2019 wird die Raumsonde Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG) von der kasachischen Steppe aus zu einer spannenden Reise aufbrechen. Eine Proton-Rakete bringt die Raumsonde vom Kosmodrom Baikonur mit dem deutschen Röntgenteleskop eROSITA und seinem russischen Partnerinstrument ART-XC zu ihrem 1,5 Millionen Kilometer entfernten Ziel – dem Lagrange-Punkt 2.

Von diesem Ort des Kräftegleichgewichts aus wird eROSITA (siehe Foto) die gigantischste kosmische Inventur des heißen Universums beginnen.

Das deutsche Weltraumteleskop wird dafür mit seinen sieben Röntgendetektoren den gesamten Himmel beobachten und nach heißen Quellen wie Galaxienhaufen, aktiven Schwarzen Löchern, Supernova-Überresten, Röntgendoppelsternen sowie Neutronensternen suchen und sie kartieren.

„eROSITA’s Röntgenaugen sind die besten, die jemals auf einem Weltraumteleskop gestartet sind. Ihre einmalige Kombination aus Lichtsammelfläche, Gesichtsfeld und Auflösung machen sie circa 20-mal so empfindlich wie das deutsche Teleskop ROSAT in den 1990-er Jahren – High-Tech made in Germany.

So wird eROSITA uns dabei helfen, die Struktur des Kosmos und dessen Entwicklung besser zu verstehen. Insbesondere wird das deutsche Teleskop aber dazu beitragen, das Rätsel der Dunklen Energie zu lösen“, betont Dr. Walther Pelzer, Vorstand im Dt. Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zuständig für das Raumfahrtmanagement, mit dessen Unterstützung eROSITA vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde.

Unser Universum dehnt sich seit dem Urknall kontinuierlich aus. Noch bis in die 1990er-Jahre hatte man gedacht, dass diese kosmische Expansion langsamer wird und irgendwann zum Stillstand kommt.

Doch dann kamen die Astrophysiker Saul Perlmutter, Adam Riess und Brian Schmidt. Sie beobachteten Sternenexplosionen, die weit sichtbar sind und immer gleich viel Licht abstrahlen. Sie vermaßen ihre Entfernungen und konnten es selbst kaum glauben.

„Die beobachteten Supernovae Typ1a waren weniger hell, als man eigentlich erwartet hatte. Damit war klar: Das Universum wird bei seiner Ausdehnung nicht langsamer – ganz im Gegenteil. Es nimmt Fahrt auf und wird mit wachsender Geschwindigkeit immer weiter auseinandergetrieben“, erklärt Dr. Thomas Mernik, eROSITA-Projektleiter beim DLR Raumfahrtmanagement.

Mit dieser Erkenntnis haben die drei Forscher die Wissenschaft auf den Kopf gestellt und bekamen im Jahr 2011 den Nobelpreis für Physik verliehen.

Doch Saul Perlmutter, Adam Riess und Brian Schmidt lassen uns mit einer entscheidenden Frage zurück: „Welcher ‚kosmische Kraftstoff‘ treibt das Universum an? Weil man diese Frage bis heute nicht beantworten kann und seine Zutaten nicht kennt, nannte man diesen Beschleuniger einfach Dunkle Energie. eROSITA wird nun versuchen, dem Grund dieser Beschleunigung auf die Spur zu kommen“, erläutert Thomas Mernik. 

In Wirklichkeit wissen wir nicht viel über unser Universum. Wir kennen gerade einmal die Zutaten von vier Prozent seiner Energiedichte, denn so winzig ist der Anteil von „normaler“ Materie wie Protonen und Neutronen an der „Rezeptur des Weltalls“.

Die anderen 96 Prozent sind ein Rätsel. Man vermutet heute, dass 26 Prozent die Dunkle Materie beisteuert. Der größte Anteil mit geschätzten 70 Prozent macht allerdings die Dunkle Energie aus. Um ihr auf die Spur zu kommen, müssen Wissenschaftler etwas unvorstellbar Großes und extrem Heißes beobachten:

„Galaxienhaufen setzen sich aus bis zu einigen tausend Galaxien zusammen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im gemeinsamen Schwerefeld bewegen. In ihrem Inneren sind diese merkwürdigen Gebilde von einem dünnen, unvorstellbar heißen Gas durchdrungen, das sich durch seine Röntgenstrahlung beobachten lässt.

Genau hier kommen die Röntgenaugen von eROSITA ins Spiel. Mit ihnen beobachten wir Galaxienhaufen und schauen, wie sie sich im Universum bewegen und vor allem, wie schnell sie das tun. Diese Bewegung wird uns dann hoffentlich mehr über die Dunkle Energie verraten“, erklärt DLR-Projektleiter Thomas Mernik.

Quelle (Text/Fotos) und FORTSETZUNG der Meldung hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-36232/year-all/#/gallery/35604


Astrophysiker Heino Falcke glaubt an Gott

Der Astrophysiker Heino Falcke hat beim Festival Spring in Willingen darüber gesprochen, wie ihn sein Glaube bei der Erforschung des „Schwarzen Lochs“ motiviert hat. Die evangelikale Veranstaltung ging am vergangenen Samstag mit 3.800 Besuchern zu Ende.

Ein Höhepunkt war der Vortrag des Astrophysikers Heino Falcke, Professor der Radboud-Universität von Nijmegen in den Niederlanden. Er beschrieb seine Motivation zur Miterforschung des „Schwarzen Loches“:  „Die Welt ist eine Schöpfung, ein Ausdruck Gottes – und wenn ich die Schöpfung untersuche, dann entdecke ich auch etwas über Gott selber.“Die moderne Wissenschaft sei auf dem Fundament vieler gläubiger Christen entstanden.

Falcke war es zusammen mit seinem Team erstmals gelungen, ein sogenanntes „Schwarzes Loch“ abzubilden.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/04/28/wenn-ich-die-schoepfung-untersuche-entdecke-ich-gott/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Faire Kontroverse zwischen Thilo Sarrazin und Prof. Mouhanad Khorchide in Münster

Am 22. März 2019 gab es in Münster eine interessante Podiums-Veranstaltung der klassisch-liberalen Hayek-Gesellschaft in der Hiltruper Stadthalle.

Als Redner eingeladen waren der bekannte Islamkritiker und frühere SPD-Politiker Thilo Sarrazin und der reformerisch orientierte Muslim Prof. Dr. Mouhanad Khorchide aus Münster.

Michael Jahn hat einige Eindrücke von der Versammlung, die wieder einmal von rotgrüner Seite gestört wurde, zusammengestellt:  

Sarrazin weiß um seine Position als einsamer Rufer sowohl in Deutschland wie auch in seiner Partei (SPD).  Sein neues Werk „Feindliche Übernahme“ war 2018 das am meisten verkaufte Sachbuch in Deutschland, was der Erfolgsautor nicht ohne Stolz feststellt.

Der islamkritische Publizist hat umfangreiche Bildungsstudien betrieben. Er sieht im Islam eine eindeutige Gefahr und hat zahlreiche Gründe für den Beweis dieser These:

Muslimische Schüler sind unterdurchschnittlich gebildet, auf fast allen Gebieten bringen sie geringere Leistungen zustande als ihre deutschen Mitschüler sowie Schüler aus anderen Ländern, z.B. aus Asien. Sie sind weniger interessiert, häufig stark auf ihre Religion fixiert. Muslime melden weniger Patente an, besuchen in arabischen Ländern Universitäten von geringer internationaler Bedeutung, erhalten wenige oder gar keine Nobelpreise. (Auch im Sport hinken sie hinterher.)

Sarrazin hat nach den Gründen geforscht, er sieht diese im Koran und im Islam:

Diese Religion versucht ihren Gläubigen das Bewußtsein der Überlegenheit, der Auserwähltheit zu geben, gleichzeitig besteht unter Muslimen das Gefühl der Diskriminierung, des ständigen Beleidigtseins. Wer sich in der Opferrolle verbeißt, kann keine Fortschritte erzielen.

Die letzten Jahre hat Sarrazin intensiv mit Koranstudien verbracht. Der Koran teilt die Welt in 2 Hälften ein, in Gläubige und Ungläubige. Wenn Allah sich barmherzig zeigt, dann gilt diese Barmherzigkeit nur seinen Anhängern, nicht aber den Juden und Christen (den Buchreligionen) und anderen Ungläubigen. Der Himmel ist nur Allahs Anhängern reserviert, auf alle anderen wartet das Feuer der Hölle.

Frauen sind weniger wert als Männer und spielen nur eine dienende Rolle. Solange Frauen nur die Rolle als Hausfrau und Mutter und züchtige Ehefrau zukommt, wartet die Welt noch auf eine grundlegende Reform des Islam, auf eine Aufklärung.

Der demographische Faktor, also die enorm hohe Kinderzahl der Muslime, wird im Kräftespiel zwischen Christentum und Islam die entscheidende Rolle in Deutschland und Europa spielen.

Wenn Sarrazin den Islam als reale drohende Gefahr für unsere Kultur darstellte, gab es im Publikum Beifall, den der Referent aber offenbar nicht hören wollte. Er sieht sich eher als Wissenschaftler und Warner, nicht aber als Politiker und Agitator.

BILD: Moschee mit Minarett in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Als intolerante Agitatoren zeigte sich dagegen eine Handvoll Gegendemonstranten – wieder unter Führung des Grünen Carsten Peters, der in dieser Hinsicht jeden Dialog ablehnt und gerne immer dieselben Phrasen drischt: Brandstifter, indiskutabel, Rassist, menschenverachtend, Nazi, Ausländerfeinde, Intoleranz – die übliche Palette.

Was er anderen weiter vorwirft, das ist er par excellence selber: ein Gesellschaftsspalter!

In der Hiltruper Stadthalle hatte sich dagegen der muslimische Prof. Khorchide dem Dialog mit Sarrazin gestellt. So wurde es ein spannender Abend, ohne Geschrei, ohne Phrasen und ohne Hetze mit Schaum vor dem Mund.

Das Hauptargument von Khorchide, der offensichtlich im Gegensatz zu der riesigen Mehrheit der Muslime steht, wenn er einen friedlichen Islam proklamiert, läuft allerdings ins Leere:

Warum müssen denn Sarrazin (und andere Kritiker ebenfalls) und sogar der Islam-gläubige Prof. Khorchide von Leibwächtern geschützt werden, wenn der Islam so friedlich ist?

Und wenn Allah im Koran 100 mal oder häufiger als der „Barmherzige“ bezeichnet und gepriesen wird, warum  erstreckt sich diese nicht auf alle Menschen?

Die Ausgrenzung als „Ungläubige“ ist sozialer Sprengstoff für jede Gesellschaft. Und überall dort, wo Muslime in der Mehrheit sind, gibt es (fast) keine Toleranz für Christen. 

Prof. Khorchide wirft Sarrazin vor, den Koran einseitig zu lesen und ihn so wie die Fundamentalisten zu verstehen. Khorchide stellt den Koran in den historischen Zusammenhang, er relativiert, er nimmt den Text nicht wörtlich. Damit befindet er sich allerdings in einer ganz kleinen Minderheit.

Die übergroße Mehrheit sagt demgegenüber, dass Mohammeds Worte ewig sind, in Stein gemeißelt, nicht umgedeutet oder interpretiert werden dürfen.  Also macht Sarrazin nichts anderes als Millionen von Islam-Gläubigen, er nimmt den Text bei seinem Wort(laut).

Linke Gutmenschen reden viel von Menschenrechten, aber die Menschenrechtsverletzungen in arabischen und afrikanischen Ländern übersehen sie gerne: Zwangsverheiratungen, Kinderehen, Beschneidung der weiblichen Genitalien, Ehrenmorde, drakonische, brutale Körperstrafen, Auspeitschen, Todesstrafe durch Enthauptung etc.

Dieses merkwürdige Phänomen der Blindheit auf dem linken Auge, des Widerspruchs zwischen Forderung nach Menschenrechten einerseits und der fast widerspruchslosen Unterwerfung unter islamische Sitten und Gesetze (Scharia) andererseits – das konnte auch Thilo Sarrazin an diesem hochinteressanten Abend nicht erklären.