Welche „Wölfe“ sollen geschützt werden?

Nach Berichten der Presse biss ein „Wolf“ einen auf einem Friedhof arbeitenden Gärtner in Niedersachsen in die Hand bzw. den Unterarm; anscheinend hatte sich das Raubtier ihm unbemerkt genähert und fiel den Mann an, als das Wolfsrudel mit einigem Abstand das Geschehen verfolgte; der Angegriffene wehrte sich und vertrieb das Tier schließlich.

Offensichtlich ereignete sich dieser Vorfall in besiedeltem Gebiet. Nach derzeitigem Kenntnisstand scheint dies der erste Vorfall dieser Art seit 1860 zu sein, als der Wolf in Deutschland ausgerottet wurde.

Der Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse, umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt zur Frage nach Wiederansiedlung und Schutz des Wolfes:

„Warum zeigen die gegenwärtig in Deutschland neu angesiedelten Wölfe teilweise sehr wolfsuntypische Verhaltensweisen, wie den Verlust der Scheu vor dem Menschen und den Aufenthalt in menschlichen Siedlungsgebieten?

Eine mögliche Erklärung ist die Hybridisierung von Wölfen mit verschiedenen Hunderassen.

Für die Untersuchung des Hybridisierungsumfangs des schnell wachsenden Wolfsbestandes – aktuell 73 Wolfsrudel und 30 Einzelpaare in Deutschland – kommen neben genetischen Untersuchungen auch kraniometrische Methoden (Bestimmung von Schädelmerkmalen) in Frage.

Um den Wolfsbestand in Deutschland zu überwachen, werden unter anderem Wolf-Totfunde zum LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung, zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) und zum Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz gesendet. An diesen Instituten können kraniometrische forensische Analysen durchgeführt werden, die eine klare Unterscheidung zwischen dem eurasischen Wolf (Canis lupus lupus), welcher eigentlich geschützt werden soll, und sämtlichen anderen Unterarten z.B. des Hundes und des Wolf-Haushund-Hybriden, welche keinen Schutzstatus haben,  möglich machen.

Am Senckenberg Naturkundemuseum in Görlitz, wurden die Proben bisher nur teilweise und nach wenigen Schädelmerkmalen analysiert und nur mit Wolf (Canis Lupus) vermerkt. Laut Senckenberg spielt das Thema Hybridisierung im deutschen Wolfsbestand aktuell nur eine untergeordnete Rolle.

Wolfskritiker sind entgegengesetzter Meinung. Vertreter des wolfskritischen Vereins ‚Sicherheit und Artenschutz e.V.‘ in Sachsen besichtigten am 27.04.2018 die in Görlitz vorliegenden 74 Canidenschädel, woraufhin sechs Schädel im Detail überprüft wurden. Das Ergebnis dieser Stichprobenprüfung zeigte bei allen sechs Canidenschädeln deutliche Hybridisierungsmerkmale.

Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zur Einschätzung des Senckenberg-Museum.

Um ein klares Bild vom Hybridisierungszustand zu bekommen stellt die AfD-Fraktion im Bundestag daher den Antrag auf eine kraniologische Tiefenprüfung der Sammlung in Görlitz durch internationale Kraniologie- und Wildtierexperten. Des Weiteren sollen Genuntersuchungen von unabhängigen Genlaboren durchgeführt werden.

Sollte sich herausstellen, dass es eine umfassende Hybridisierung des deutschen Wolfsbestandes gibt, muss der Schutzstatus der Wolfspopulation in Deutschland neubewertet und gegebenenfalls geändert werden.“

Wolf-Foto: Wolf Osinski


Wenn der Hirte sich als Schaf verkleidet, um mit den Wölfen zu heulen…

Predigt von Prälat Wilhelm Imkamp am 3. Juli 2016bc9b165a98

Wer an diesem Sonntag im Gottesdienst das Evangelium hört, wird ihn nicht hören, wer das Evangelium des heutigen Tages in einem neueren Gebetbuch liest, wird ihn nicht lesen, den Satz: „Wer Euch hört, der hört mich und wer Euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat“. Es ist der Vers 16 aus der heutigen Tagesperikope, Lk 10, 1 – 20.

Die Verse 13 – 16 sind gestrichen worden; es sind die Verse, die erstens bestätigen, dass Jesus die Möglichkeit zur Verdammnis sehr, sehr ernst nimmt und die zweitens deutlich machen, dass die ausgesandten Jünger nicht auf einem therapeutischen Selbsterfahrungstrip mit Suche nach Gemeinschaftserfahrung sind, sondern dass sie in authentischer Stellvertretung des HERRN selbst handeln.

In diesem „Legitimationswort“ wird schon spürbar, was später als das Handeln „in persona Christi“ bezeichnet wird.

Nur deswegen, weil nämlich die Ablehnung der Heilsvermittlung die Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jenem Tag, als jener Stadt“. Es gibt sie also, die Ablehnung der Botschaft, die vom Botschafter des HERRN die klare Kante, den klaren Schnitt verlangt! Osternacht2012_Maria_Vesperbild_009_01

Die echten Botschafter des HERRN werden wie „Lämmer mitten unter die Wölfe“ gesandt. Hier wird ein scharfer Gegensatz aufgezeigt, der sich nicht dadurch auflösen lässt, dass man die Wölfe zu Schafen erklärt. „Wer mit dem Wolf tanzt“, der wird gefressen oder selbst ein Wolf.

BILD: Altar von Maria Vesperbild mit der Pieta (Madonna mit dem toten Christus auf ihrem Schoß)

Natürlich ist die Botschaft vom Reich Gottes wunderbar tröstend, aber bitte vollständig: „Wer euch hört, der hört mich…“, fordert vom Hörer Bekehrung, Hingabe, ja Unterwerfung: Weil nämlich die Ablehnung der Jünger Ablehnung der Heilsvermittlung, Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jeden Tag als jener Stadt“.

Natürlich zählen diese Verse „zweifellos zu den erschreckendsten des ganzen Neuen Testaments“ (Drewermann), deswegen werden sie ja auch in der Verkündigung oft wie Schmutzwäsche behandelt, vorsortiert, weichgespült, durchgeschleudert und luftgetrocknet.

Der HERR bestimmt die Modalitäten der Verkündigung. (…) Eine Botschaft, die nicht verstümmelt verdampfen, sondern in voller Tiefe verkündet werden sollte.

Gott schütze uns vor Menschen, die nicht hören wollen und vor Hirten, die sich als Schafe verkleiden, um besser mit den Wölfen heulen zu können! Deshalb noch einmal die Einladung, in Ihrer Bibel zu Hause das Evangelium des heutigen Tages, Lukas 10, 1 – 20 vollständig (!) zu lesen.

Prälat Dr. Wilhelm Imkamp leitet den Wallfahrtsort Maria Vesperbild im bayerischen Schwaben (Bistum Augsburg)