Berlin: Theater-Festival für jung und alt mit Kunst und Künstlern aus Israel

Mit dem Festival „Playground Israel – Ein Festival für Alle“ präsentiert die Botschaft des Staates Israel gemeinsam mit dem THEATER AN DER PARKAUE in Berlin vom 1. bis 5. Juli 2015 die vitale und kreative Theaterszene Israels.

Ran Yaakoby, Gesandter Botschaftsrat für Kultur, betont: „Für die deutsch-israelischen Beziehungen ist es am wichtigsten, die junge Generation in beiden Ländern miteinzubeziehen, denn sie wird die bereits bestehenden Brücken ausbauen.

Aus diesem Grund richtet sich das israelische Theaterfestival vor allem an die junge Generation, aber auch an Eltern und Großeltern, die verspielt geblieben sind.“

Sieben hochkarätige Produktionen aus Israel, die die große Bandbreite der israelischen Kultur widerspiegeln, wurden für ein junges Publikum ausgewählt.

Darunter sind das figurale Objekttheater und Schattentheater „The Cubes Circus“ & „A Touch of Light“ (The Train Theater, Jerusalem), die Interpretation der Kindheit von Wolfgang Amadeus Mozart „Little Amadeus“ durch die Puppenkünstlerin Gadit Cohen und die israelisch-palästinensische Freundschaftsgeschichte „Samir & Yonatan“ (Hani Theaters, Tel Aviv). Meital Raz und Keren Dembinsky interpretieren das alte indische Märchen „The Story of Dummi & Dumma“ als Bollywood Roadmovie und die Nadine Animato Theatre Dance Company zeigt ihre tänzerische Fußballparodie „Invisi‘Ball“.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


München: Konzertpremiere mit dem Poem „Bergkristall“ von Sir Dafydd Bullocks

Von Susanne Habel

Das Streicherensemble „Concertino München“ präsentierte in München Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonín Dvořák und die Uraufführung des symphonischen Poems „Bergkristall“ von Sir Dafydd Bullock. Das Werk des walisischen Komponisten entstand auf Grundlage von Adalbert Stifters gleichnamiger Erzählung. Concertino_kl3898

„Heute gibt es Adalbert Stifter im Adalbert-Stifter-Saal!“, freute sich Andreas Otto Weber, der Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, dessen Weihnachtskonzert im benachbarten Sudetendeutschen Haus im Münchner Stadtteil Au stattfand.

BILD: Auf der Bühne (von links): Florian Sonnleitner und Jürgen Besig (Violinen), Jürgen Weber (Viola), Heinrich Braun (Kontrabaß) und Hanno Simons sowie Peter Wöpke (Celli).

Zur Uraufführung kam das „Symphonische Poem Bergkristall“ von Sir Dafydd Bullock. Der international berühmte Musiker wurde in Llanberis im Nordwesten von Wales geboren und 2014 zum Ritter geschlagen. Zu seinen Werken gehören Sinfonien, sinfonische Dichtungen, Opern, Messen, Requiems, Kammermusik, Klavierwerke und zwei Filmmusiken.

„Meine Komposition ,Bergkristall‘ entstand auf Grundlage von Adalbert Stifters Erzählung von 1845, die ich schon als Student auf deutsch las“, erläuterte Sir Dafydd kurz vor dem Konzert. Weber_Bullock_SH_kl3906

Die rührende Weihnachtsgeschichte von Stifter handelt von zwei Kindern, die sich im Schneesturm verirren und durch das Zusammenhelfen zweier verfeindeter Dörfer gerettet werden können. Später sei ihm, so Sir Dafydd, in der verschneiten Bergwelt des Pinzgau im Salzburger Land die Inspiration für seine Komposition gekommen.

BILD: Direktor Dr. Andreas Otto Weber und Sir Dafydd Bullock.

Er schrieb sie zuerst als Symphonisches Gedicht für großes Orchester. Nun schuf er eine Version für Streicher. Mit seinem „Bergkristall“-Werk betrat der „Kelte“ Sir Dafydd die früheren Keltenreiche, den Böhmerwald und das Salzburger Land der Hallstattkultur, und transferierte Dichtung in Musik.

Das „Concertino München“ spielte mit Bravour im Stifter-Saal Bullocks spezielle Fassung für Streichsextett: Deutlich vernahm man die melodischen Fragezeichen, die symbolisch für die herumirrenden Kinder stehen, klirrend erklang gefrorene Eismusik, von ferne tönten die suchenden „Alphornrufe“ und die zarte Weihnachtsmusik im Heimatdorf – ein berührendes Erlebnis, das sicher viele zu neuer Stifter-Lektüre anregte.

Außerdem spielten die Musiker zu viert das Quartett B-Dur KV 159 für zwei Violinen, Viola und Violoncello von Mozart und Dvořáks „Quintett G-Dur Opus 77“. Begeisterter Applaus des großen Publikums im Stifter-Saal belohnte Musiker und Komponist.

Unsere Autorin Susanne Habel  –  von ihr stammen auch die beiden Bilder  –   ist Redakteurin und Journalistin in München