Konflikt in der württemb. Landeskirche (EKD) um die Segnung homosexueller Paare

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), hat einen angekündigten Rechtsbruch von Pfarrern in seiner Kirche kritisiert. Hintergrund ist die Debatte um die öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. 

Ende November hatte die Synode entschieden, sie nicht einzuführen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag des Oberkirchenrates erhielt knapp nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Daraufhin kündigten rund 200 Pastoren schriftlich an, dass sie auf Wunsch eine entsprechende Handlung durchführen würden.

Er halte es nicht für richtig, wenn Amtsträger der Kirche öffentlich erklärten, sich nötigenfalls über geltendes Recht hinwegsetzen zu wollen, sagte  der Landesbischof in seinem Bericht am 8. März vor der Frühjahrssynode in Stuttgart.

Das sei zum einen dienstrechtlich problematisch, zum anderen hätten alle Pfarrer die Aufgabe, „das Amt der Einheit mitzugestalten“. Die Entscheidung der Synode müsse respektiert und nun Lösungen gesucht werden, „die am Ende die Einheit der Kirche stärken und Recht bewahren“.

Quelle und FORTSETZUNG der Meldung hier: http://www.idea.de/nachrichten/detail/wuerttembergischer-bischof-kritisiert-angekuendigten-rechtsbruch-104527.html


Keine Segnung von Homo-Paaren in der württembergischen evang. Landeskirche

Keine Zweidrittel-Mehrheit für Segnungs-Antrag

Gleichgeschlechtliche Partner können sich auch künftig in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg nicht öffentlich segnen lassen. Das hat die Synode bei ihrer Tagung am 29. November in Stuttgart entschieden.

Der entsprechende Gesetzesvorschlag des Oberkirchenrates erhielt nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Von 96 Synodalen stimmten 62 dem Vorschlag zu, 33 lehnten ihn ab, einer enthielt sich. Für eine Zweidrittel-Mehrheit wären 64 Ja-Stimmen nötig gewesen.

Landesbischof Frank Otfried July hatte sich kurz vor der entscheidenden Abstimmung vor der Synode nochmals nachdrücklich für den Vorschlag des Oberkirchenrates eingesetzt. Dieser sah vor, dass der Kirchengemeinderat mit einer Dreiviertel-Mehrheit und der Pfarrer einer öffentlichen Segnung zustimmen müssen. Kirchengemeinden, die das ermöglichen wollten, hätten zudem selbst aktiv werden müssen. Außerdem war ein umfassender Gewissensschutz für Pfarrer vorgesehen.

Im Vorfeld der Synode hatten sich 324 Pfarrer, Vikare und Theologiestudenten verpflichtet, homosexuelle Partnerschaften weder zu segnen noch zu trauen (Stand 27. November). Darunter sind auch Dekane und ehemalige Mitglieder der Kirchenleitung.

Im Gegensatz zur württembergischen können in der anderen Landeskirche des Bundeslandes – der badischen – gleichgeschlechtliche Partner getraut werden. Ebenfalls möglich ist es in den Kirchen in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Hessen-Nassau, im Rheinland und der Evangelisch-reformierten Kirche.

In fast allen anderen Landeskirchen sind Segnungen möglich. Ausnahmen sind neben der württembergischen die bayerische und die schaumburg-lippische Landeskirche.

Quelle und vollständige IDEA-Meldung hier: http://www.idea.de/nachrichten/detail/wuerttemberg-keine-oeffentliche-segnung-fuer-homo-partnerschaften-103421.html