GOTT hat mit starkem Arm sein Volk erlöst

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 77 (76),12-13.14-15.16.21.

Ich will rühmen die Taten des HERRN
  und gedenken seiner früheren Wunder.

Ich erwäge all deine Werke
und will nachsinnen über deine Taten.
Gott, dein Weg ist heilig.

Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott?

Du allein bist der Gott, der Wunder wirkt,
du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst,
die Kinder Jakobs und Josefs.
Du führtest dein Volk wie eine Herde
durch die Hand von Moses und Aaron.

 

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Paderborn: Ausstellung über Faszination ROM bis 13. August 2017 geöffnet

Antike und heilige Schätze im Bistums-Museum

„Alles ist nichts gegen Rom“, schrieb 1757 Johann Joachim Winkelmann. Der deutsche Gelehrte brachte auf den Punkt, was seine Zeitgenossen fühlten. Und bis heute ist der Mythos Rom lebendig.

WUNDER ROMs im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart – die große Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn – begibt sich auf die Suche nach dem Vielbeschriebenen und doch Unfassbaren, nach dem, was die Faszination der Stadt am Tiber seit Jahrhunderten ausmacht.

Sie schlägt einen Bogen von den kolossalen Fragmenten und heiligen Schätzen des spätantiken Rom bis zu den subtilen zeitgenössischen Fotografien und Videos des Künstlers Christoph Brech aus München.

Elf Abteilungen widmen sich dem Blick des Nordens auf die Wunder der Antike, auf das Zentrum der Christenheit mit seinen Heilsversprechen, auf Überhöhung und schwärmerische Verklärung, auf das Zelebrieren und das sich Reiben bis hin zu künstlerischer Dekonstruktion und Neuinterpretation.

95 Leihgeber aus ganz Europa haben herausragende Zeugnisse jahrtausendealter römischer Kultur, wertvolle mittelalterliche Manuskripte, erstklassige Kunstwerke, sakrale Schatzkunst, Architekturfragmente sowie Skizzen, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen und Fotografien bedeutender Künstler des Nordens nach Paderborn gesandt.

Zu den spektakulärsten der rund 200 Exponate gehört die riesige Marmorhand der kolossalen Statue des Kaisers Konstantin aus dem 4. Jahrhundert. Noch nie war das gut 1,70 Meter hohe Original, das seinen Platz im Innenhof der Kapitolinischen Museen hat, in Deutschland zu sehen.

Legendär ist die Bronzekugel, die einst die Spitze des vatikanischen Obelisken krönte und in der lange Zeit die Asche Caesars vermutet wurde. Aus der Papstkapelle Sancta Sanctorum stammen kostbare Reliquiare und aus Cambridge die einzige überlieferte Abschrift eines mittelalterlichen Reiseberichts des Magister Gregorius über die Wunderwerke Roms: „De mirabilibus urbis Romae“.

Quelle (Text/Foto) und weitere Infos hier: http://wunder-roms.de/faszination-rom/


Gottes Gebote machen mich froh!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 119 (118),23-24.26-27.29-30.

Wenn auch Fürsten gegen mich beraten:
dein Knecht sinnt nach über deine Gesetze.
Deine Gebote machen mich froh;
sie sind meine Berater.

Ich habe dir mein Geschick erzählt, und du erhörtest mich.
Lehre mich deine Gesetze!
Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen,
dann will ich nachsinnen über deine Wunder.

Halte mich fern vom Weg der Lüge;
begnade mich mit deiner Weisung!
Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab‘ ich Verlangen.


Pater Gerstle warnt vor Sucht nach Wundern und Erscheinungen: „Esoterik auf katholisch“

In der aktuellen Zeitschrift der „Petrusbruderschaft“ vom April 2017 (siehe Foto) wird eindringlich vor „Wunder- und Erscheinungsucht“ gewarnt.

Pater Bernhard Gerstle von der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Petrus bezeichnet den Drang nach „Botschaften vom Himmel“ und ähnlichen äußergewöhnlichen Phänomenen schon im Titel seines Artikels als eine spezielle „Versuchung der Frommen“  –  und er stellt fest, diese Anfechtung gründe letztlich in einem „Mangel an Glauben“, denn Christus habe bereits verkündet: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29).

Wir dokumentieren hier die wesentliche Auzüge aus seinem lesenswerten Beitrag:

„Heilige, wie Teresa von Avila (+1582) oder Johannes vom Kreuz (+1591), beide Kirchenlehrer in Sachen Mystik, empfehlen bei vermeintlichen Erscheinungen oder inneren Stimmen, eine abwehrende Haltung einzunehmen. Aus Erfahrung wissen sie nämlich um die Täuschungsmanöver des bösen Feindes und die Möglichkeit einer krankhaften Phantasie.

Leichtgläubige Menschen sind mehr gefährdet, manipuliert und Opfer von Betrügern zu werden. Sie lassen sich schneller von einer Sache überzeugen, doch sie wechseln auch eher die Seite und sind leichter geneigt, eine Überzeugung wieder aufzugeben.

Ihre Bekehrungen sind nicht selten ein Strohfeuer, das wieder erlischt, sobald die erste Begeisterung abgeklungen ist.

Entscheidend ist aber die Liebe zur Wahrheit. Ihr stehen häufig ein Wunschdenken und das Suchen des eigenen Vorteils im Weg.

Ein Musterbeispiel der unbestechlichen Suche nach Wahrheit sowie der treuen Beständigkeit im Glauben trotz aller Widrigkeiten ist für mich der selige Kardinal John Henry Newman (1801 – 1890). In langen inneren Kämpfen und intellektuellen Auseinandersetzungen unter dem Verlust zahlreicher Freunde und Weggefährten konvertierte er als hoch anerkannter anglikanischer Pastor und Gelehrter zur katholischen Kirche.

Dort wurde er zunächst alles andere als mit offenen Armen empfangen. Misstrauen und Neid schlug ihm von hohen Kirchenfürsten entgegen. Doch diese menschlichen Enttäuschungen konnten ihn nicht mehr von den gewachsenen und im Gebet erkannten Überzeugungen abbringen.

Von solchem Glauben gilt es, zu lernen. Weder menschliche Enttäuschungen, auch nicht von Priestern, noch das Versagen kirchlicher Autoritäten ändert etwas an der Wahrheit des katholischen Glaubens. Glaubenserfahrungen sind schön, wenn sie echt sind. Fromme Gefühle beim Gebet können besonders am Beginn eines religiösen Lebens eine Hilfe sein, den Weg des Glaubens treu zu gehen. Aber sie ersetzen nicht den Glauben selbst, der sich nicht auf Zufälligkeiten gründet, sondern auf die Wahrheit Gottes selbst.

Als ein königlicher Beamter um die Heilung seines kranken Knechtes bat, der im Sterben lag, beklagte sich Jesus: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!“ (Joh. 4,48)

Diese kritische Bemerkung des Herrn ist sicherlich an die Adresse jener gerichtet, die in ungeordneter und übertriebener Weise ihr Interesse auf außerordentliche Dinge richten. So erlebt die Esoterikbranche heutzutage einen wahren Boom und macht damit Millionenumsätze.

Aber auch im katholisch-traditionellen Milieu müssen wir eine weit verbreitete Wunder- und Erscheinungssucht beklagen. Die Gefahren, die von zweifelhaften und erst recht von ganz offensichtlich falschen „Botschaften vom Himmel“ ausgehen, sind gerade in unseren Kreisen nicht zu unterschätzen. 

Es bedarf neben eines soliden Glaubenswissens heutzutage vor allem einer guten Portion nüchternen Urteilsvermögens sowie einer übernatürlichen Unterscheidungsgabe, um diesen Gefahren zu entgehen.

Eine reservierte und vorsichtige Haltung gegenüber scheinbar übernatürlichen Phänomenen einzunehmen, entspricht daher einer klugen Einstellung und ist ein großer Schutz vor manch törichten Ideen.

Vielleicht sollten wir aber wieder mehr den Sinn für die kleinen Wunder und Zeichen schärfen, durch die Gott zu uns spricht. Dies entspricht einem Leben aus der Vorsehung Gottes. Das schließt auch Phasen ein, in denen sozusagen „Funkstille“ herrscht und Gott uns scheinbar vergessen hat. Wer hier der Versuchung widersteht, sich menschlichen oder irdischen Trost zu suchen, wird im Glauben wachsen.

Jene, die sich vertrauensvoll auf die göttliche Vorsehung einlassen, dürfen dann nicht selten im Rückblick erkennen, wie „von oben“ entscheidende Begegnungen gefügt und Weichen in ihrem Leben gestellt worden sind. Auch ohne heidnische oder katholische Esoterik.“

Internetpräsenz der Petrusbruderschaft: http://www.petrusbruderschaft.de/


Realsatire: Roman über die Inszenierung einer Marienerscheinung in Grauenfels

Rezension von Cordula Mohr

Dieses Buch „Das Wunder von Grauenfels“ von Viktoria Benjamin ist bereits verfilmt worden. Der Roman aus dem Lübbe-Verlag liefert auch den komödialen Lesestoff für diesen Spielfilm.

Die Autorin bietet jedoch mehr als nur eine Ansammlung sketschreifer Gags, sondern auch aufschlussreiche Beobachtungen über Menschen und besonders Pilger an einer Erscheinungsstätte.
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Doch zunächst muss die bislang recht öde Ortschaft namens Tatenbeck/Grauenfels zu einem solch vielbesuchten Wallfahrtsort „gemacht“ werden. Dafür sorgt die PR-Agentur „Bin Gin“ mit dem Einfall und der Umsetzung, dort eine Marienerscheinung zu inszenieren. Die beiden Public-relation-Damen suchen sich aus dem Ort die nötigen Personen und talentierten Seherinnen heraus.
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Es ergibt sich dadurch ein Komplott zwischen angesehenen, eingeweihten Leuten und den Seherfamilien. Den Visionärinnen Sophie und Claudia wird eine Schauspiel- und eine Tanzkarriere im Ausland garantiert, wenn sie eine Zeitlang ihre „Marienerscheinungen“ vortäuschen. Alles läuft zunächst nach Plan, abgesehen von einem kleinen Jungen, der sich eigenwillig in die Ereignisse einbringt.
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Zudem mischt sich der Journalist Ruben von der Zeitschrift „Die Lupe“ zunächst unter den Pilgerstrom, der schon nach den ersten Erscheinungen losbricht.
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Das Buch beschreibt sehr eindrucksvoll und augenzwinkernd, warum sich Menschen zu solch sensationsträchtigen Orten aufmachen. Viele erwarten dort eine Heilung oder sonst ein Wunder. Diese geschehen dann auch, nachdem eine Quelle freigelegt wird und dieses Wasser von der Erscheinungs-Madonna sofort als Heilungswasser bestimmt wird. Die Botschaften der „Mother Mary“ werden absichtlich banal und theologisch nicht haltbar formuliert.
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Die katholische Kirche mischt sich daraufhin ein und schickt Geistliche zu den  Seherkindern, um diese zu verhören. Einer dieser Priester will mit einem Sehermädchen anbändeln. Insofern gibt die Autorin dem Klerus einen gewissen Seitenhieb, wenngleich nur in einer kurzen Episode.
Immer wieder beschreibt die Verfasserin einige Paralellen zu bekannten Wallfahrtsorten. Die PR-Damen übernehmen gewisse Eigentümlichkeiten aus Fatima, Lourdes und Medjugorie sowie einigen weiteren Erscheinungsstätten.
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Der einst trostlose Ort Tatenbeck/Grauenfels blüht auf  –  und alles scheint bestens zu laufen, wenn sich nicht der Reporter von der „Lupe“ sehr kritisch mit dem Geschehen auseinandersetzen würde. Er fängt an, intensiv nachzuforschen und stößt auf Neider der ehemaligen Theatergruppe einer Seherin. Damit beginnt in dem Buch die Spannung, ob sich die Erscheinungsgeschichte halten kann.
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Es ist ein schwungvoll und mit Humor, teils auch mit Klamauk geschriebener Roman, was Erscheinungskritiker über leichtgläubige Zeitgenossen schmunzeln lässt. Auch die Kraftanstrengungen der Bin-Gin-Agentur sind bisweilen chaotisch und dadurch filmreif.
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Unsere Autorin Cordula Mohr ist mehrfache Familienmutter aus Rheine und sie leitet die ALfA-Lebensrechtsvereinigung im Nordmünsterland

Prof. Dr. Helmut Moll informierte über die Seligsprechung in der katholischen Kirche

Von Felizitas Küble

Pfarrer Ewald Spieker begrüßte den Kölner Prälaten Prof. Dr. Helmut Moll am Sonntag, dem 26. März 2017, im Gemeindesaal von St. Clemens in Münster-Hiltrup. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“. 

Allein im KZ Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, weit über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen der Schikanen und Entbehrungen.

Auf der Veranstaltungen wurden Unterschriften für eine Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether gesammelt, der in Hiltrup zur Schule ging und in Münster zum Priester geweiht wurde. Dieser Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen heroischen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Prof. Moll (siehe Foto) hielt einen Vortrag über das grundsätzliche Thema: „Die Bedeutung einer Seligsprechung und ihre Durchführung auf der diözesanen Ebene“.

Der Prälat ist ein ausgewiesener Experte hierzu: Er war über zehn Jahre theologischer Konsultor an der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren. Im Auftrag der Dt. Bischofskonferenz brachte er das „Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ heraus, das 2015 bereits in sechster Auflage erschien.

Unter den Zuhörern der Veranstaltung befand sich auch Monika Kaiser-Haas mit ihrem Mann; sie ist die Nichte des ebenfalls im KZ Dachau verstorbenen Priesters Karl Leisner und stellv. Leiterin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Unser zweites FOTO zeigt das Ehepaar aus Münster-Hiltrup im Gespräch mit Prälat Moll nach dieser Tagung.

Zu Beginn seines Vortrags erwähnte Professor Moll, daß Papst Johannes Paul II. im Jahre 1983 den „advocatus diaboli“ bei den Selig- und Heiligsprechungs-Verfahren abgeschafft hat. Dieser  –  wörtlich übersetzt  –  „Anwalt des Teufels“ war damit beauftragt, alles Mögliche an skeptischen Infos, Einwänden und bedenklichen Tatsachen über den zur Debatte stehenden Selig-/Heiligsprechungs-Kandidaten zusammenzuschen, was er auftreiben konnte. 

War es also vorher eher ein kirchenjuristisches Pro-und-Contra-Verfahren, so liegt seit 1983 der Schwerpunkt eher auf einer historischen Vorgangsweise. Neben Geschichtswissenschaftlern werden auch theologische und medizinische Fachgutachten von sog. Konsultoren eingeholt, um ein umfassendes und durchaus ggf. auch kritisches Bild über die betreffende Persönlichkeit zu gewinnen. 

Die Untersuchung konzentriert sich  – so Prof. Moll –  vor allem auf die letzten zehn Lebensjahre des Kandidaten, der einen heroischen (heldenhaften) Tugendgrad aufweisen sollte, zumal bei den drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), aber auch den vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit.  – Dieser außergewöhnliche Tugendgrad bedeutet aber nicht eine Art moralische Vollkommenheit, die ohnehin GOTT selbst vorbehalten bleibt.

Der Referent bedauerte, daß bislang nur zwölf Persönlichkeiten aus Südamerika zur „Ehre der Altäre“ erhoben wurden. Etwas ironisch fügte er an, Europa sei zwar voller Heiliger, zugleich aber auch voll von „leeren Kirchen“.

Manche Persönlichkeiten wie der Schweizer Einsiedler Klaus von Flüe oder Albertus Magnus haben sehr lange auf ihre Heiligsprechung „gewartet“, der letztgenannte gar ca. 500 Jahre. Manche Selig- bzw. Heiligsprechungen seien in der Öffentlichkeit umstritten, sagte Prälat Moll, etwa jene des letzten österreichischen Kaisers Karl I., von Papst Pius IX. oder dem Opus-Dei-Gründer Escriva de Balaguer.

Der Redner plädierte für einen größeren Anteil von Laien, zumal von Ehepaaren. Er berichtete, daß vor allem Papst Johannes Paul II. besonders viele heiliggesprochene Eheleute wünschte. In diesem Sinne hat Prälat Moll ein neues Buch mit dem Titel „Selige und heilige Ehepaare“ veröffentlicht.

Reguläre Seligsprechungsverfahren gibt es erst in der Neuzeit seit Papst Urban VIII.; im Altertum und Mittelalter habe man allein die Heiligsprechung gekannt; in der christlichen Antike geschah dies dadurch, daß der Bischof die Gebeine bzw. Reliquien vorbildlicher Christen oder Märtyrer in die Bischofskirche übernahm und so gleichsam „zur Ehre der Altäre erhob“. Die orthodoxe Kirche kennt bis heute keine Seligsprechungen, verehrt aber sehr wohl auch ihre Heiligen (manche von ihnen, wie z.B. den hl. Nikolaus, gemeinsam mit der kath. Kirche).  index

BILD: Titel des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts (Blutzeugen der Kirche unter dem Kommunismus, Nationalsozialismus, Missionsgebiete, Märtyrer der Reinheit).

Damit ein Seligsprechungsverfahren erfolgreich läuft, müssen von neun Gutachten der hinzugezogenen Konsultoren sieben positiv beschieden sein, also für eine Beatification (Seligsprechung) plädieren. Die sog. Relatoren üben ergänzend noch eine beratende Funktion aus. Der Postulator leitet im Auftrag des Bischofs das Verfahren. Dies zeigt, daß ein solcher „Prozeß“ von seiner Struktur her sehr gründlich durchgeführt werden soll.

Voraussetzung für eine Verfahrenseröffnung ist die auf diözesaner bzw. bischöflicher Ebene erfolgte Erklärung, daß der Betreffende ein „Diener Gottes“ ist, was eine private Verehrung durch die Gläubigen ermöglicht. Etwa ein Drittel der Verfahren scheitern oder „bleiben hängen“ (kommen nicht weiter), führen also nicht zur Seligsprechung.

Eine amtskirchliche bzw. liturgische Verehrung in der ganzen Kirche beginnt erst nach einer Heiligsprechung  –  nach einer Seligsprechung nur räumlich begrenzt (in einem bestimmtem Bistum oder einer Ordensgemeinschaft). Bei einigen Seligsprechungen hat die Kirche den liturgisch-öffentlichen Kult zurückgedrängt, etwa beim „Anderl von Rinn“. Bei den Abbildungen erhalten allein die Heiligen einen Nimbus, die Seligen „nur“ eine Gloriole.

Für eine Seligsprechung ist zusätzlich zum positiven Abschluß des Verfahrens normalerweise ein Wunder nötig, für eine Heiligsprechung ein weiteres Wunder; diese müssen im Falle von Heilungen jeweils von medizinischen Gutachten bestätigt sein. (Eine solche Wunderheilung muß schnell geschehen, vollständig und dauerhaft sein.) Bei Märtyern ist ein postmortales (nach dem Tod erfolgendes) Wunder  für die Seligsprechung nicht erforderlich, weil das Blutzeugnis selber bereits als Wunder gilt, das durch Gottes Gnade ermöglicht wird. Die Heiligsprechung eines Märtyrers bedarf aber eines Wunders.

Abschließend erwähnte Prof. Moll, daß Papst Franziskus, der dem Jesuitenorden angehört, den relativ unbekannten, seliggesprochenen Jesuitenpater Peter Faber, der ein Gefährte des Ordensgründers Ignatius von Loyola war, erstaunlicherweise einfach per Dekret zum Heiligen erklärt habe  –  also ohne das übliche kirchliche Prozedere und ohne das sonst nach der Seligsprechung zusätzlich erforderliche Wunder.

Der Redner erläuterte abschließend die Bedeutung der Heiligen als „Leuchttürme des Glaubens“, als Zeugen für Christus und als Fürsprecher für uns.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Medjugorje und seine „Zehn Geheimnisse“…

Von Felizitas Küble

Wenn von sog. Marienerscheinungen die Rede ist, geht es nicht selten auch um „Geheimnisse“, die teils allein dem Papst, teils überhaupt niemandem mitgeteilt werden, zumindest für einen längeren Zeitraum. 

Klar: So bleibt das Phänomen allzeit spannend und ein Dauerbrenner für neugierige Gemüter. Unabhängig  von einzelnen Privatoffenbarungen dieser Art stellt sich grundsätzlich die Frage, ob denn der „Himmel“ neuerdings in Rätseln zu uns spricht?

Weshalb hat er dies in biblischen Zeiten nicht getan? Warum hat Christus stets klar und direkt gesprochen, nicht etwa in verborgenen Andeutungen, deren Lösung bzw. Klartext dann erst für später in Aussicht gestellt wird?

Der vom zuständigen Ortsbischof abgelehnte und von der Kirche nicht anerkannte Erscheinungsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina kann sogar mit zehn Geheimnissen aufwarten, welche angeblich den dortigen Seher/innen Anfang der 80er Jahre von der Madonna enthüllt worden sind  – samt dem Datum, an dem sie sich „erfüllen“ werden.

Wie das so ist bei aufregenden Himmelsbotschaften, sind die Rollen der Seher verteilt, das macht die Causa noch spannender, denn nur die Visonärin Mirjana kennt alle zehn Geheimnisse. Der Rest der Seherschar muß sich mit weniger begnügen bzw. sie werden nur „nach und nach“ in diese eingeweiht.

Eine Bekanntgabe der verborgenen Botschaften darf erst erfolgen, wenn die „himmlische Dame“ es wünscht.

Am Ende der Erscheinungen, so kann man in vielen Pro-Medjugorje-Büchern nachlesen, wird es an dieser Stätte ein weltweit sichtbares Wunder geben. Zweck dieses Mega-Zeichen soll es sein, die dortigen Phänomene, die bereits seit fast 36 Jahren andauern, zu „bestätigen“.

BILD: Dieses fundierte Buch „Der Medjugorje-Betrug“ kann bei uns besonders preiswert bestellt werden. (Näheres HIER)

Mirjana hat laut der Webseite „Boschaften Mariens“ gegenüber italienischen Pilgern Folgendes erzählt, vielleicht um so die Angelegenheit noch rätselhafter zu gestalten:

“Die Jungfrau Maria hat mir ein einfaches, besonderes Blatt gegeben, auf dem die zehn Geheimnisse geschrieben stehen. Es ist aus einem Material, das man nicht beschreiben kann: Es ist weder Papier noch Stoff. Man sieht die Schrift nicht darauf.

Zur gegebenen Zeit werde ich das Blatt dem ausgewählten Priester geben, der die Gnade haben wird, nur das erste Geheimnis lesen zu können; später die anderen. Sieben Tage später wird er sie bekannt machen dürfen, drei Tage bevor das Angekündigte eintritt.“  (Quelle: http://www.botschaften-mariens.de/cms/medjugorje-und-seine-priester/)

Im Grunde haben sich die Medju-Seher/innen mit ihrer Ankündigung eines weltweit erkennbaren „Zeichens“ selbst ins Fleisch geschnitten bzw. in ein geistiges „Gefängnis“ begeben  –  und für eine Endlos-Verlängerung der „Botschaften“ gesorgt, denn wenn dieses Super-Wunder – wie fest angekündigt  –  die Vollendung dieser Erscheinungsserie sein soll, dann können diese Ereignisse so lange kein Ende finden, bis eben dieses vermeintliche Mega-Zeichen zu sehen sein wird.

Übrigens interessant, was die erwähnte Pro-Medju-Seite weiter über eine von Mirjana geschilderte Marien-Botschaft berichtet – wir zitieren wörtlich:

“Alle Erwachsenen haben die Fähigkeit zu erkennen, dass Gott existiert. Die Sünde der Welt besteht darin: Sie interessieren sich nicht für Gott. Die Städte, die Regionen sind voller Kirchen und Moscheen, aber die Leute gehen dort nicht hinein, um zu fragen: Wie soll ich leben? Darin genau liegt die Sünde der Welt: Sie interessiert sich nicht für Gott”.

Aha, die Medju-Maria fordert Menschen dazu auf, in die Kirchen   u n d   M o s c h e e n  zu gehen  –  Kommentar überflüssig.

Es ist hier bezeichnenderweise auch nicht von Christus die Rede, für den sich die Leute interessieren sollen, sondern lediglich verschwommen von „Gott“…..