Wunderlich: OLG Frankfurt gibt vier Kinder an Homeschooling-Eltern zurück

Die christlichen Hausschul-Eltern Petra und Dirk Wunderlich aus dem südhessischen Ober-Ramstadt wollen in Hessen wohnen bleiben und ihre Kinder aus religiösen Gründen weiter zu Hause unterrichten.  wunderlich-300x180

Das bestätigte Dirk Wunderlich der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, nachdem das Oberlandesgericht Frankfurt den Eltern das vor einem Jahr entzogene Sorgerecht für ihre vier Kinder uneingeschränkt zurückübertragen hat.

Das Gericht hob damit frühere eigene Entscheidungen und solche des Amtsgerichts Darmstadt auf.

Von Oktober 2013 bis Juni dieses Jahres besuchten die Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren eine öffentliche Schule. Seitdem unterrichten die Eltern sie wieder zu Hause.

Nach Angaben von Gerichtssprecher Jens-Peter Kreiling war der vor einem Jahr erfolgte Sorgerechtsentzug nicht verhältnismäßig.

Das Jugendamt strebe nicht an, die Kinder noch einmal aus der Familie herauszunehmen. Die Kinder hätten keine eingeschränkte Sozialkompetenz, und ihr Bildungsstand sei „nicht besorgniserregend“.

Allerdings machten die Eltern sich strafbar, wenn sie sich weigerten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dies sei ein „Missbrauch der elterlichen Sorgfaltspflicht“.

Vater Wunderlich: Keine Auswanderung nach Frankreich

Wie Dirk Wunderlich idea sagte, rechnet er damit, dass die Schulbehörden die Familie weiter „traktieren“. Doch das nehme er in Kauf. Dennoch habe man Abstand von früheren Plänen genommen, nach Frankreich auszuwandern, wo Hausunterricht erlaubt ist: „Uns gefällt es im Odenwald  –  unserer Heimat  –  noch immer am besten.“

Die Familie (siehe Foto) will eigenen Angaben zufolge weiter um ihr Recht kämpfen, Bildung zu Hause als Alternative zum öffentlichen Schulbesuch ausüben zu dürfen.

Quelle: http://www.idea.de

Unser Grundsatz-Artikel über das natürliche und gottgegebene Erziehungsrecht der Eltern: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/11/elternrecht-die-kath-kirche-bekraftigt-das-naturliche-erziehungsrecht-der-eltern/


Mehr als wunderlich: Familie Wunderlich wg. Hausunterricht auseinandergerissen

Skandalös: Homeschooling-Familie wie Verbrecher behandelt

Die Home School Legal Defense Association (HSLDA), eine US-amerikanische Organisation für Homeschooling (Hausunterricht), berichtete am 30.August 2013 über ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen gegen Dirk und Petra Wunderlich, die ihre Kinder nicht an öffentlichen Schulen unterrichten lassen und stattdessen Homeschooling praktizierten, ihre Kinder also zuhause unterrichten, wie dies in den meisten westlichen Staaten erlaubt ist, in Deutschland wegen Schulzwang hingegen verboten. wunderlich-300x180

Am 29. August um 8 Uhr am verschaffte sich ein Team von 20 Sozialarbeitern, Polizeibeamten und Sonderkräften Zugang zur Wohnung der Wunderlichs nahe Darmstadt  –  und nahmen die vier Kinder der Familie im Alter von 7 bis 14 Jahren in Gewahrsam. Die Kinder wurden an einen unbekannten Ort verbracht. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass sie ihre Kinder „nicht so bald wiedersehen“ würden.

HSLDA erhielt die richterliche Anordnung, die diese Maßnahme ermöglichte. Der einzige juristische Grund für die behördliche Maßnahme, die Kinder von der Familie zu trennen, bestand darin, dass Wunderlichs ihre Kinder zuhause unterrichteten. Familienrichter König unterzeichnete den Beschluss, weil die Wunderlichs sich weigerten, der deutschen Schulpflicht nachzukommen.

Dirk Wunderlich beschreibt die überraschenden Ereignisse mit folgenden Worten:

„Ich schaute durch ein Fenster und sah viele Leute, Polizei und Sondereinsatzkräfte, alle bewaffnet. Sie sagten mir, sie wollten hereinkommen, um mit mir zu sprechen. Ich versuchte Fragen zu stellen, aber innerhalb von Sekunden brachten drei Polizeibeamte einen Rammbock, um die Türe einzubrechen. Also öffnete ich. Die Polizei drückte mich in einen Stuhl und ließ mich nicht einmal telefonieren. Es ging chaotisch zu, als sie mir sagten, dass sie die Kinder mitnehmen würden. Bei der kleinsten Bewegung packten mich die Beamten, so als wäre ich ein Terrorist. Man hätte niemals erwartet, dass sich so etwas in unserem ruhigen, friedfertigen Dorf ereignen würde. Es war wie eine Szene in einem Science Fiction. Unsere Nachbarn und Kinder wurden durch dieses Eindringen traumatisiert.“

Die HSLDA verfolgt die Geschichte der Wunderlichs seit Jahren. Die Familie zog in mehrere Länder der EU, um einen Ort zu finden, wo sie ihre Kinder zuhause unterrichten konnten. Letztes Jahr kehrten die Wunderlichs nach Deutschland zurück und ließ sich bei Darmstadt nieder. Das Jugendamt wurde auf die Familie aufmerksam, ließ diese jedoch unbehelligt, weil die Kinder in der Familie gut versorgt wurden.

Die Behörden zogen allerdings die Pässe der Kinder ein, um zu verhindern, dass die Familie fliehen kann  –  laut Michael Farris von HSLDA ein Verstoß gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention. „Das Recht auf Homeschooling ist ein Menschenrecht, ebenso wie das Recht auf Freizügigkeit und darauf, ein Land zu verlassen… Dieses aktuelle Vorgehen, die vier unschuldigen Kinder aus der Familie zu nehmen, ist ein unerhörter Akt“, so Farris, Experte für internationales Recht.

FORTSETZUNG des Beitrags hier: http://www.schneider-breitenbrunn.de/2013-09/homeschooling-staat-nimmt-kinder-in-obhut/

Foto: HSLDA